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Achtung! Dies ist nur ein Teil einer Fortsetzungsgeschichte. Andere Teile dieser Geschichte

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Das Biest und der Tyrann - Teil 50

Es wird heiß!
- nicht wundern über den neuen Namen, es ging nicht anders -

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    Grits Sicht
    Nach dem Mittagessen habe ich mich mit Conni und John im Trainingsraum verabredet. Ich muss mir mein eigenes Urteil über Connis Kraft machen. „Also gut!“, sage ich und schließe die Tür. „Dann zeig mir mal, was du so kannst.“ Conni verwandelt sich in ihre Mensch-Tier Form. Ihr unterer Körper ist verwandelt. Der obere nicht. Ich nicke. Sie verwandelt sich ganz in eine Antilope. Ich ziehe eine Augenbraue hoch und lache. „Und niemand hat bemerkt, dass du eine Frau bist? Deutlicher als jetzt geht es doch gar nicht“, sage ich. „Was meinst du?“, fragt John. „Ohje John“, stöhne ich. „Was denn?“ Conni verwandelt sich wieder in ihre Menschen Form zurück. „Ich schätze mal, DAS ist der Grund, weshalb ich nicht entdeckt wurde“, erwidert sie grinsend. Ich lache. „Männer!“ „Kann mir eine von euch bitte erklären?“ „Man sieht in Connis Tierform eindeutig, dass sie kein männliches Geschlechtsorgan hat“, klugscheißere ich. „Hä?“ „Man, meine Tierform hat keinen Penis!“, erklärt Conni. Ich lache. „Oh. Das ist mir nicht aufgefallen.“ „Sag ich ja“, erwidert Conni grinsend. „Schön. Wie schnell kannst du zwischen den Formen wechseln?“, frage ich. „Wie jetzt? Willst du eine Zeitangabe?“ „Anders. Kannst du im Kampf zwischen deinen Formen hin und her wechseln?“ „Achso. Ja klar. Ich habe die Kräfte schon einige Jahre. Beherrsche sie also gut.“ „Ausgezeichnet. Wie wäre es mit einem Probekampf?“ Conni reißt die Augen auf. „Gegen dich?“, fragt sie überrascht. „Erst gegen John. Ich will dich kämpfen sehen. Aber dann würde ich schon gerne selber deine Kräfte messen.“ John dehnt seinen Nacken und geht in Position. Conni schaut mich noch mit großen Augen an. „Bekomme ich keinen Ärger mit Kid, wenn wir gegeneinander kämpfen?“, fragt sie kleinlaut nach. „Ach Quatsch“, sage ich energisch. „Grit lässt sich gerne verprügeln“, kommentiert John. „Ha. Ha. Ha. Witzig!“, entgegne ich. John scheint ein wenig die Geduld zu verlieren, denn er beginnt unvermittelt mit seinem Angriff. Damit trifft er die unvorbereitete Conni, welche einige Schritte zur Seite taumelt. „Geht es schon los?“, fragt sie überrascht. John legt gleich nach. Diesmal kann sich Conni rechtzeitig schützen. Der Überraschungseffekt ist vorbei. Sie fängt sich und geht jetzt ihrerseits in den Angriff über. Ich beobachte kritisch. Ihre Teufelsfrucht hat sie unter Kontrolle. Das muss ich ihr lassen. Was mich beeindruckt ist ihre Sprungkraft. Hätte der Raum keine Decke, könnte sie bestimmt noch höher springen. Nein. An ihrer Technik gibt es wirklich nichts auszusetzen. Was wohl noch verbesserungswürdig ist, ist wie es scheint ihre Kraft. Es kommt mir so vor, als ob John sie ein wenig schonen würde. Tatsächlich legt keiner von beiden es darauf an, zu gewinnen. Das sähe anders aus. Nach einiger Zeit hören die beiden einfach aus. Ich schüttle unauffällig den Kopf. „Voll gut!“, sage ich zu Conni. Sie grinst. „Kannst du noch?“ Sie nickt. „Meine Antilopenlunge ist sehr ausdauernd.“ „Also dann. Schone mich nicht! Ich werde dich auch nicht schonen!“, sage ich. Sie nickt eifrig. Ohne Vorwarnung hole ich zum Schlag aus. Dieses Mal ist sie besser vorbereitet und lässt sich nicht treffen. Ich kassiere einige Schläge von ihr und spüre die Intensität. Ohja! Daran müssen wir unbedingt arbeiten. Conni ist ziemlich schnell. Allerdings ist sie viel in der Verteidigungsposition. Ich merke, dass ich ein bisschen runterschalten sollte. Sie ist zwar schnell im abblocken, treffen tun meine Schläge sie ja aber trotzdem irgendwie. Wie aus dem Nichts erwischt sie mich mit einem Tritt, der es in sich hatte. Conni hat in ihrer Tierform mit ihren Hinterbeinen ausgetreten und mich volle Kanne weggekickt. Stöhnend rapple ich mich wieder auf. Ich bin gegen die Wand geprallt. Conni kommt erschrocken angelaufen. „Oh nein! Das tut mir so leid. Wirklich! Oh nein!“, jammert sie rum. Ich strecke die Hand aus und bringe sie zum Schweigen. Sie hat meine Seite erwischt. Ich stehe auf und lass meinen Nacken knacken. „Respekt!“, sage ich anerkennend. „Den habe ich echt nicht kommen sehen. Machst du sowas öfter oder war das gerade spontan?“ „Also ähm… ich habe das schonmal gemacht, aber noch nicht so oft“, erklärt sie schüchtern. „Das musst du echt öfter machen. Das ballert einen richtig weg. Voll gut!“ Ich mache mein Oberteil ein bisschen hoch, um die Stelle zu begutachten, welche getroffen wurde. Jooo! Das wird ja jetzt schon blau. „Das wird Kid nicht gefallen“, kommentiert John leise. „Nope!“, erwidere ich. Conni schaut ängstlich. „Es tut mir soooooo leid!“ Ich lasse das T-Shirt wieder über meine Seite fallen. „Nun hör aber mal auf!“ Ich werde mir schon etwas einfallen lassen, falls es zur Sprache kommt. „Also. Ich würde dir empfehlen deine Muskeln zu trainieren. Deine Angriffe brauchen noch ein bisschen mehr Wumms!“ Ich halte inne. „Naja, außer die Attacke eben“, ergänze ich grinsend. „Wir können zusammen trainieren, wenn du möchtest“, schlägt John vor. Conni grinst bis über beide Ohren. „Gerne!“ Oh oh. Na, wenn das mal gut geht mit den beiden. „Was trinken?“, frage ich. John nickt. „Was trinken!“ Wir verlassen die Gummizelle und schlendern in den Speisesaal. An der Bar holt John für uns Gläser hervor und gießt uns ein. „Oh! Vielen Dank!“, sage ich, von so viel Freundlichkeit überrascht. Er zwinkert mir zu. „Ich geh raus“, verkünde ich. „Ich nicht“, erwidert John. Ich grinse und stoße mich von der Tischkante ab. „Bis später!“ Auf dem Weg nach draußen kommen mir Bob und seine Freunde in einer Reihe entgegen. „Hey Leute!“, begrüße ich sie. „Jo Grit!“, entgegnet Bob lässig. „Jo Grit!“ „Jo Grit!“ „Jo Griiiiit!“ Einer nach dem anderen zieht an mir vorbei. Der letzte ist Steve. Die sind doch immer noch high. Draußen ist noch immer gutes Wetter. Ich schaue mich um. Etwas hinter uns segelt das Dämonenschiff. Personen kann ich darauf nicht erkennen. Das Schiff ist komplett schwarz. Schwarzer Rumpf, schwarze Reling, schwarze Segel. Die Gallionsfigur ähnelt einem Geist. Natürlich in schwarz. Dagegen sieht unser Schiff aus, wie ein Freizeitsegler. Vom Hinterdeck höre ich Geräusche. Ich gehe nachsehen, was da los ist. Kalle und Alex leisten sich einen Schwertkampf. Oder sie trainieren. Bin mir nicht ganz sicher. Kid beobachtet die beiden genau. Stimmt ja. Er will die Neuen noch genauer inspizieren und trainieren und so. Ich wende mich ab und gehe zurück zum Hauptdeck. Also gut. Was mache ich jetzt? Da sitzt einer der Neuen und schleift seine Axt. „Hey, Joschka richtig?“, begrüße ich ihn und setze mich zu ihm.

    Kids Sicht
    Autsch! Ich wache auf. Irgendetwas hat mich im Gesicht getroffen. „Ey!“, protestiere ich müde. „Du schnarchst!“, erklärt Grit schwach. Ich atme tief durch und drehe mich auf die Seite. „Ey!“, protestiere ich ein wenig energischer. Grit robbt über mich rüber. „Muss aufs Klo“, erklärt sie gähnend. Du meine Güte. Wie spät ist es eigentlich. Es ist noch tiefschwarz draußen. Grit kommt schlurfend zurück. Krabbelt vom Fußende ins Bett rein und kuschelt sich wieder in die Decken.

    Autsch! Grit rollt sich wieder über mich rüber. „Echt jetzt?“, frage ich genervt. Ich bewege mich. Klonk! Grit fällt auf den Boden. Ich reibe mir übers Gesicht. „Alles klar?“, frage ich. Grit stöhnt. „Aua!“ Sie rappelt sich wieder auf. „Du musst aufstehen“, sagt sie. Ich drehe mich auf die andere Seite und schaue zum Bullauge. Mist! Sie hat Recht. Langsam richte ich mich auf und setze mich auf die Bettkante. Oh man! Ich war gerade in einer Tiefschlafphase, glaub ich... Müde reibe ich mir übers Gesicht. Das war gestern Abend definitiv zu spät. Ich stehe auf, um zum Bad zu gehen. Grit steht vorm Schrank und zieht sich gerade die Hose an. Mmh... meine Süße! Ich mache einen kleinen Abstecher zu ihr und gebe ihr einen Kuss auf den Kopf, bevor ich ins Bad gehe und mich frisch mache. Ohne Dusche geht es heute nicht. Ich schließe die Augen und lasse das Wasser auf meinen Nacken prasseln. „Kid!” Erschrocken zucke ich zusammen. Ich schaue hinterm Vorhang aus der Dusche raus. Grit steht etwas verärgert, aber auch ein bisschen nervös in der Badtür. „Ich habe dich tausendmal gerufen”, sagt sie empört. „Wie soll ich dich hören, wenn ich dusche?”, frage ich. „Was ist denn los?” „Mit wem trainierst du heute?”, fragt sie. „Heute wollte ich mir Dino vorknöpfen!” Sie zieht eine Augenbraue hoch. „Wer ist denn Dino?” „Ähm... also der hat...” „Ist ja auch egal. Ähm... ich dachte nur, vielleicht könnten wir heute eine Einheit zusammen trainieren?” Sie beißt sich nervös auf die Lippe. Ich lächle. „Klar! Heute Nachmittag?” Sie nickt. „Dann... ähm...” Sie zeigt auf mich und die Dusche. „Dann dusche mal weiter.” Ich lache und verschwinde wieder ganz hinterm Vorhang. Da bin ich ja mal gespannt, was sie sich unter Training vorstellt. Mit einem Handtuch um die Hüften verlasse ich das Bad. Grit ist nicht mehr da. Ich nehme an, sie weckt die Crew. Obwohl... ist noch ziemlich leise. Als ich angezogen die Kajüte verlasse, bin ich mir ganz sicher: sie hat die Crew noch nicht geweckt. Normalerweise lässt sie sich so eine Chance nicht entgehen. Ich lasse meinen Nacken knacken und übernehme den Job. “Aufstehen Leute! Los, los!”, rufe ich laut in den ersten und dann auch in den zweiten Raum rein. Schließlich gehe ich nach draußen. Natürlich ist Grit hier zu finden. Sie ist auf dem Vorderdeck und scheint Dehnübungen zu machen. Ich gehe auch aufs Vorderdeck. So wie jeden Morgen. „Guten Morgen, Schatz”, begrüßt sie mich lächelnd und gibt mir einen Kuss. Ich lächle. „Guten Morgen meine Süße”, entgegne ich. „Machst du mit?”, fragt sie. Ich schüttle den Kopf. „Nope!” Sie zuckt die Schultern und macht weiter ihre Übungen. Ich drehe mich zum Meer. Der frische Fahrtwind tut gut. Ich atme tief durch. „Wie findest du die Neuen?”, fragt Grit. Ich drehe mich zu ihr um und lehne mich an die Reling. „Schwer zu sagen bisher”, antworte ich. „Sie sind schon alle stark und besonders, aber ich muss sie erst ein bisschen näher kennenlernen und so. Weißt du?” Grit sitzt am Boden, führt ihre Füße zusammen und zieht diese zum Körper ran. „Verstehe! Hast du denn das Gefühl, sie könnten sich als Fehler herausstellen?” Sie beugt sich nach vorne, um sich intensiver zu dehnen. Gute Frage. Ich schweige einen Augenblick. „Ne. Ich glaube nicht. Alex ist zwar ziemlich ruppig und Conni vielleicht noch ein bisschen schmächtig, aber der Junge ist ja fast noch ein Kind. Dafür ist er mit seiner Teufelskraft echt begabt. Von daher glaube ich, dass die schon alle irgendwie in Ordnung sind.” Grit ändert ihre Position und dehnt nun ihr rechtes Bein. Meine Güte, ist sie gelenkig. „Und hast du über das Frauenthema nachgedacht?”, fragt sie zögerlich. Ich schaue sie an. Eigentlich will ich mir darüber keine Gedanken machen. Es soll so bleiben, wie es ist. Keine Frauen an Bord! Das macht alles sonst viel komplizierter. Ich meine mit Grit ist es ja auch komplizierter geworden. Ich würde nicht auf sie verzichten wollen, ich liebe sie, aber komplizierter ist es trotzdem. „Nein. Noch nicht”, antworte ich. Grit wechselt das Bein. „Das soll jetzt nicht aggressiv klingen oder so. Aber was ist dein größtes Problem mit Frauen an Bord?”, fragt sie ruhig. Ich seufze. „Mein größtes Problem ist” Ich stöhne. „Mein größtes Problem ist, dass ich meinen Männern vertraue, aber es trotzdem nicht zulassen kann. Grit, ich kann mich einfach nicht dazu überwinden. Es macht alles viel komplizierter und das finde ich anstrengend.” Grit schaut auf und schaut mich nachdenklich an. „Okay. Das kann ich irgendwie nachvollziehen. Aber ich werde mir neue Argumente ausdenken und das Thema weiterverfolgen“, erklärt sie mir. Ich lächle. „Ich verstehe. Dann werde ich wohl meinen Part übernehmen und weiter darüber nachdenken, richtig?“ „Richtig!“ Sie lächelt auch. „Frühstück?“ Sie nickt. „Ja gerne!“ Ich reiche ihr meine Hand und ziehe Grit hoch. Zusammen gehen wir rein. Grit setzt sich wie immer mir gegenüber neben John und Kalle. Eigentlich hat es mir gut gefallen, wie es auf der letzten Insel war. Sie neben mir. Mir gegenüber ist so… weit weg. „Du Kid“, sagt Killer mit gedämpfter Stimme zu mir. Ich lege meinen Kopf leicht schief, um ihn besser zu verstehen. „Ich hatte eben eine seltsame Begegnung mit diesem Neuen, Conni. Mich überkommt das Gefühl, dass etwas…“ „AHHHHH!“ Ein Kreischen lässt mich sofort hochfahren und auch Killer unterbricht augenblicklich seinen Satz. Es war Grit. Natürlich war es Grit. Schockiert schaut sie auf ihren Schoß. Vom Bauch bis zu ihren Knien ist sie nass. Der Farbe nach zu urteilen war das Kaffee. Autsch! Hoffentlich nicht all zu heiß. Langsam und sauer dreht sie ihren Kopf zu John. Dieser versucht sie mit entschuldigenden Gesten zu beruhigen, aber sie setzt ein böses Gesicht auf. „Sag mal spinnst du?“, fährt sie ihn an. „Sorry das wollte ich nicht“, entschuldigt er sich. „Der Kaffee war heiß!“ „War ja nicht mit Absicht!“ „Ach! Es war nicht mit Absicht? Pass mal besser auf“, meckert sie weiter. Man wie sie sich aufregt. „Entspann dich mal“, entgegnet John. Ich ziehe die Luft ein. Das war die falsche Antwort. Grit guckt noch grimmiger. Sie nimmt den Saftkrug und kippt ihn John über den Kopf. Oh Grit! „Upps! Das war nicht mit Absicht!“, sagt sie sarkastisch. Aber böse sarkastisch. John steht grimmig auf. Grit tut es ihm gleich. Die beiden schauen sich wütend an. „Es reicht!“, sage ich bestimmt. „Küchendienst! Auch Getränke sind Lebensmittel, die nicht verschwendet werden!“ „Wieso denn ich? Das war Ausversehen!“, beschwert sich John. Ich stehe auf und stütze mich mit den Händen auf dem Tisch ab. „Hast du ein Problem?“, fahre ich ihn an. John guckt zwar grimmig, schüttelt aber den Kopf. Grit dreht ab und geht. John folgt ihr. „Das ist deine schuld! Jetzt muss ich auch Küchendienst machen“, meckert er sie an. Er schließt zu ihr auf und schubst sie leicht zur Seite. Oh, man ey! Was soll das jetzt? Grit schubst sofort zurück. Natürlich doller. Und schon fangen sie an rumzurangeln. Meine Männer sind aufgeregt und stehen auf, um besser zu sehen und erheben ihre Stimmen. Sind wir hier im Kindergarten? Genervt stehe ich auf und komme auf die beiden zu. „Schluss jetzt!“ Die beiden hören auf, gucken sich aber noch böse an. „Ihr nervt mich mit dieser Kindergartenscheiße. Ihr dürft heute dann gleich noch die Lagerräume unten sauber machen!“, ordne ich an. John stöhnt auf. Grit steckt ihm die Zunge raus. John versucht mit seiner Faust sie zu erreichen, aber ich unterbinde das. „Grit! Es reicht jetzt, verdammt noch einmal!“ Ich gebe ihr einen leichten Schubs, damit sie endlich geht. Sie verschwindet durch die Tür, dann lasse ich auch John gehen. Er geht durch die Tür und stolpert. „AHH!“, schreit er wütend auf. Ich gehe mit schnellem Schritt durch die Tür. Er hat sich auf Grit gestürzt und die beiden rangeln rum. „Killer!“, rufe ich meinen Vize zur Hilfe. Ich ziehe die beiden Streithähne auseinander. Killer kommt an meine Seite. „Kümmere dich um John“, weise ich ihn an. Er nickt und packt John am Arm. Ich packe Grit am Arm. Sie dreht sich halb um und streckt John noch einmal die Zunge raus. „Halt's Maul!“, ruft er ihr zu. Ich stöhne. „Komm jetzt!“, sage ich genervt und ziehe sie etwas fester mit mir mit. Ich öffne die Tür und schubse sie in die Kajüte. „Kannst du mir mal bitte erklären, was mit dir los ist? Was sollte die Scheiße?“, fahre ich sie an. Sie setzt eine provozierend zufriedene Miene auf. Ohne zu antworten holt sie sich aus dem Kleiderschrank neue Kleidung raus. „Hallo! Ich rede mit dir hier als dein Käpt’n!“ Offensichtlich ist ihr nicht klar, in welcher Position sie sich gerade befindet. Sie dreht sich ruckartig zu mir um. „Er hat mich halt provoziert“, sagt sie. Ich ziehe überrascht die Augenbrauen hoch. „Er dich?“ „Ja!“, blufft sie. „Ich glaube die einzige Person, die provoziert hat, bist du!“ Sie verschränkt die Arme vor der Brust. „Ja ok. Dann habe ich halt überreagiert. Ich nehme die mir auferlegten Strafen an und werde dir gehorchen, Käpt'n Kid. Zufrieden?“ Ihr Ton ist leicht versöhnlich aber auch leicht ironisch. Ich atme einmal tief durch und nicke. Seltsam ist ihr Verhalten aber doch. Mit John hat sie sich noch nie so gestritten. Er ist doch ihr bester Freund. Grit wendet sich wieder ihrer Kleidung zu, indem sie sie auszieht. Ich merke, wie ich ein wenig nervös werde, wenn ich ihr so zugucke. Es ist das erste Mal, dass ich so viel von Grits nacktem Körper sehe. Ich habe schon viele Frauen nackt gesehen. Das ist eigentlich keine große Sache. Aber jetzt bei Grit ist das etwas Besonderes. Es ist mit nichts zu vergleichen. Noch nie habe ich ein so perfektes Zusammenspiel zwischen Körper und Charakter gesehen. Sie ist wunderschön. Unter ihrer glatten Haut zeichnen sich ihre Muskeln ab. Die Blessuren der letzten Tage, welche sie stark gemacht haben, sind kaum noch zu sehen. Nur ein großer Bluterguss in ihrer Seite ist noch zu sehen. Aber er stört im Bild nicht. Es gehört zu ihr. Verletzungen dieser Art gehören zu ihr. Das habe ich mittlerweile verstanden. Obwohl ich mich schon ein bisschen wundere, woher sie den schon wieder hat. Er scheint neu zu sein. Auch wenn ihre Muskeln Sie ziemlich taff wirken lassen, durchzieht ihren Körper eine geschmeidige weiche Linie, die ihr wieder die Weiblichkeit und ihren liebevollen Charakter gibt. Haarfarbe, Hautton und Augenfarbe sind aufeinander abgestimmt und geben Grit ihre Wildheit. Mein Herz schlägt schneller. Was soll ich tun? Ich stehe einfach nur da und starre. Wie pervers. Grit zieht sich ein enges T-Shirt über und dreht sich zu mir. „Na. Gefällt dir was du siehst?“, sagt sie leicht errötet. Ich räuspere mich ertappt. „Gut. Dann kannst du ja gleich deinen Dienst verrichten“, weiche ich aus. Sie kommt überlegen lächelnd auf mich zu. „Ich mache dich nervös“, raunt sie mir zu. „Dass ich das noch erleben darf!“ Sie kichert. „Du hast ganz schön krasse Stimmungsschwankungen“, weiche ich wieder aus. „Von welcher zu welcher Stimmung bin ich den gewechselt?“, fragt sie. Ich verenge meine Augen zu Schlitzen. Ich wittere eine Falle. „Von kampflustig und wütend zu verführerisch mutig“, erkläre ich. Sie schüttelt den Kopf. „Falsch und was ist verführerisch mutig?“ „Für deine Verhältnisse ist es sehr mutig, dich so freizügig zu präsentieren. Und es ist sehr verführerisch“, erkläre ich und lächle. Sie grinst. „Damit hast du allerdings Recht!“ „Du warst nicht kampflustig und wütend?“, frage ich skeptisch nach. Sie schüttelt den Kopf. „Nein!“ „Und was dann?“ „Sage ich nicht“, erwidert sie. „Ich werde nun meine Strafarbeiten durchführen, Käpt'n!“ Sie salutiert und lässt mich etwas verwirrt in der Kajüte zurück. Was ist hier bitte in den letzten paar Minuten passiert? Erst provoziert sie John und streitet sich mit ihm, dann lenkt sie plötzlich ein und gesteht ihre Schuld, dann zieht sie sich vor meinen Augen um und dann plötzlich ist sie ganz verführerisch. Und dann ganz zum Schluss nennt sie mich Käpt'n. Wer soll da denn noch durchsteigen? Ich auf jeden Fall nicht. Durch die ganze Aktion weiß ich gar nicht mehr, was ich heute auf dem Zettel habe. Naja, Training wahrscheinlich. Achso. Klar. Mit Dino.

    Grits Sicht
    „Oh man das war echt knapp“, stöhne ich auf. „Killer hat schon Verdacht geschöpft. Das habe ich befürchtet. Ich hoffe, wir sind bald auf einer neuen Insel. Oder es muss mehr Trubel auf dem Schiff herrschen, damit der Fokus mehr auf anderen Dingen als auf Conni liegt.“ John nickt zustimmend. „Vor allem brauchen wir eine neue Taktik, wenn wir wieder vom Thema ablenken wollen. Wir können uns nicht jedes Mal streiten. Das wird unglaubwürdig. Übrigens: herzlichen Glückwunsch! Du weißt wirklich womit du mich sauer machen kannst!“ Er lacht auf. Ich stimme ein. „Du aber auch! Als du meintest, entspann dich mal, hätte ich echt explodieren können.“ „Was hat Kid bei dir noch gesagt? Killer hat mich nur noch ein bisschen zusammengefaltet, dann habe ich ein bisschen stur darauf beharrt, dass ich nicht schuld bin und hab dann schließlich eingelenkt.“, erklärt er. Ich zucke mit den Schultern. „Ich glaube ich habe Kid ziemlich verwirrt. Ich wusste einfach nicht was ich sagen oder machen sollte und habe dann ein bisschen Panik geschoben.“ „Kid kann man verwirren?“, fragt John sarkastisch. Ich werde schlagartig rot. „Ähm…naja… ist ja auch egal.“ Natürlich habe ich jetzt Johns Interesse geweckt. Er hält beim Fegen inne und stützt sich auf dem Besenstil ab. „Jaaaa? Das interessiert mich jetzt“, sagt er grinsend. Ich beiße mir auf die Lippe. „Na schön! Ich habe halt nackte Haut gezeigt. Was ich sonst nicht so ganz tue“, sage ich hastig. John lacht wieder auf. „Damit hast du ihn verwirrt?“ „Er war ganz schön aus der Fassung“, sage ich schmollend. „Er hat gestottert und ist mir ausgewichen.“ John hält inne und mustert mich. „Oh man!“, entgegnet er und schüttelt den Kopf. „Er wird ja noch richtig knuffig unser gefürchteter Käpt'n. Erzähle das bloß nicht zu vielen. Es ist nicht gut, wenn bekannt ist, wie sehr er dich liebt.“ Oh, wie süß! Ich werde wieder rot. „Hatte ich jetzt auch eigentlich nicht vor. Normalerweise posaune ich nicht allzu viel über meine Beziehung zu Kid hinaus“, entgegne ich sarkastisch. John streckt mir die Zunge raus. Die „Strafe“ vergeht wie in Flug. Bis zum Mittag haben wir die Lagerräume auf Hochglanz poliert. John und ich hatten viel Spaß dabei. Bevor ich mich an den Mittagstisch setze, wasche ich mir die Hände und Arme. Es war an einigen Stellen tatsächlich ziemlich dreckig und eklig da unten.

    Kids Sicht
    Beim Mittagstisch betrachte ich John und Grit wortlos. Sie sind wieder beste Freunde. Von ihrem Streit heute Morgen ist nichts mehr zu bemerken. Nach dem Essen räumen die beiden den Tisch ab und übernehmen in der Küche den gesamten Abwasch. „Wir trainieren gleich noch, nä?“, versichert sich Grit, bevor sie in die Küche abzischt. „Klar!“, antworte ich. „Hey Boss!“, sagt Dino und setzt sich zu mir. „Danke noch einmal für die Tipps und die Trainingseinheit heute Vormittag.“ „Du bist gut in Form“, sage ich und haue ihm auf dem Rücken. Er zuckt mit dem Schultern. „Naja, was soll ich sagen. Das Arbeiten auf der Werft ist halt kein Zuckerschlecken“, entgegnet er. „Werft?“ Er nickt. „Ja war sozusagen der Manager von dem Laden. Eigentlich nicht wirklich. War halt nicht der Boss, aber ohne mich lief da nichts.“ „Und warum dann Pirat?“ Dino lacht kurz auf. „Tja. Teddy kam vorbei und hat mich voll in die Scheiße geritten. Das sag ich dir. Wir haben immer mal wieder Piratenschiffe in Behandlung gehabt. Ohne dass der Boss was mitbekommen hat. Waren so kleine Fische immer. Mit denen habe ich dann abgemacht, dass wir das Schiff reparieren und die bringen uns nicht in Verbindung. Hat auch immer gut geklappt.“ Er schüttelt den Kopf. Ich kam mir denken was kommt. „Tja. Teddy hatte damit Probleme.“ Ich grinse. „Das kann ich mir vorstellen!“ „Die Dämonen und er haben die Insel ziemlich aufgemischt und kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie irgendeine Verbindung zu mir und der Werft haben. Die haben bei uns dann die besten Partys gefeiert. Jeden Abend. Das hat eine Menge Spaß gemacht. Geile Zeit. Das sag ich dir. Als sie dann abzogen, wollte Teddy mich mitnehmen. Er meinte, sein Kapitän würde jemanden wie mich gebrauchen können. Und ich fragte, wie jetzt? Du bist nicht der Käpt'n? Er hat nur gelacht und meinte: neugierig geworden? Ich konnte eh nicht mehr dableiben. Meinen Job wäre ich los gewesen und im Knast wäre ich sicherlich auch gelandet. Also bin ich einfach abgehaun. Und hier bin ich!“ Er haut auf den Tisch. „Beste Entscheidung!“

    Grit kommt und setzt sich auf meinen Schoß. Sie gibt mir einen Kuss zur Begrüßung auf die Wange. „Du bist also Dino!“, begrüßt sie meinen Gesprächspartner. „Ich glaub schon“, entgegnet er. „Schön dich kennenzulernen“, sagt sie und gibt ihm die Hand. „Gleichfalls!“ Grit grinst. „So. Nun muss ich leider den Käpt’n entführen. Wir wollen noch trainieren.“ „Geh schonmal vor. Ich komme gleich nach“, sage ich ihr. Sie verzieht ihren Mund. „Okay. Bis gleich!“ Sie rutscht von meinem Schoß und geht. Dino schaut ihr hinterher. „Wo hast du denn die aufgegabelt?“, fragt er. „Sie tauchte plötzlich in unserem Krähennest auf“, erkläre ich schmunzelnd. Das war was. „Und dann hast du sie einfach behalten?“, fragt Dino skeptisch. Ich verenge meine Augen zu Schlitzen. „Ich habe Grit nicht BEHALTEN. Sie gehört mir nicht. Sie hat sich dafür entschieden meiner Crew beizutreten und ist ein Crewmitglied wie jeder andere auch.“ Meine Stimme hat einen warnenden Unterton bekommen. „Ich dachte es wäre eine Regel, dass keine Frauen an Bord kommen dürfen. Also das haben die anderen gesagt“, redet Dino weiter. „Was willst du damit sagen?“ Ich bemühe mich das alles nicht persönlich zu nehmen. „Naja, also… müsste Grit dann nicht gehen?“ Ich werde wütend. Ein, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn. „Du vergisst, dass ich der Kapitän bin!“ Ich bemühe mich um einen etwas ruhigeren aber dennoch bestimmten Ton. „ICH mache hier die Regeln und wenn ich sage: Grit ist ein Teil meiner Crew, dann hast du nicht daran zu zweifeln.“ Dino nickt. „Verstanden, Boss! Sie ist ja auch krass stark. Ich meine, wie viel Kopfgeld hat sie?“ „Mehr als du!“ Dino hält wohl lieber die Klappe jetzt. „Also gut, Dino. Bis später!“ Ich erhebe mich und gehe Grit nach. Dino sagt noch was zum Abschied. Die Männer fangen an zu zweifeln. Ich sollte dagegen etwas unternehmen, bevor es sich zu weit ausbreitet. Ich hätte niemals eine Ausnahme gegen diese Regel machen sollen. Ahhhhh… doch! Grit gebe ich nicht wieder her. Aber damit habe ich mich in eine brenzlige Situation gebracht. Ich habe meine eigene Regel gebrochen. Vielleicht könnte ich sowas sagen wie: Frauen nur ab einem Kopfgeld von 200 Mille. Da kämen dann eh nicht mehr viele in Frage. Oder ich hebe die Regel ganz auf. Was ist denn schon dabei? Die Strohhüte sind auch gemischt. Nicht, dass ich diesen Traumtänzern nacheifern wollen würde, aber es scheint ja zu klappen. Ich muss mir das noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Im Trainingsraum ist Grit nicht. Komisch. Dann warte ich halt. Schließlich kommt Grit dazu. Sie hat sich umgezogen und trägt nun eine Sportleggings und eines ihrer abgeschnittenen Tops. Neben die Tür legt sie einen Pullover und eine Flasche Wasser. Ich lege meinen Mantel dazu. Von heute Vormittag habe ich noch eine Trainingshose an. „Also. Wie hast du dir das vorgestellt?”, frage ich und lasse meine Brustmuskeln passend zum Reden spielen. „Lass das!“, sagt Grit errötet. „Was denn?“, sage ich und spanne wieder die Brustmuskeln an. „Ist irgendwas?“ „Kid!“ Sie grinst. „Was ist denn nun?“ „Ich kann so nicht denken“, sagt sie und wird noch röter. „Ich mache doch gar nichts!“ Grit dreht sich um und räuspert sich. „Also… ähm… ehrlich gesagt, würde ich gerne einfach mit dir trainieren. Also ganz normal. Du leitest an“, sagt sie. Oh! Das überrascht mich ein bisschen. Ich hätte fast erwartet, dass ich auf sie einprügeln soll. „Na dann. Ran an den Speck!” Grit dreht sich um. „Kid! Siehst du hier an meinem Körper irgendwo Speck der weg soll?“ Ich lache. „Was?“, frage ich. Grit grinst.

    Luke steht in der Tür. „Ich soll von Thomas ausrichten, dass das Essen fertig ist“, sagt er. Ich nicke. „Ist gut! Wir kommen gleich. Du kannst schonmal dafür sorgen, dass die anderen dann auch da sind“, weise ich ihn an. Er nickt und schließt die Tür. „Puh! Ein Glück gibt es jetzt Essen“, stöhnt Grit. Ich habe sie ganz schön gefordert. „Kannst du noch?“, frage ich. „Aufstehen? Es ist schwierig, aber ich werde es wohl schaffen“, entgegnet sie sarkastisch. Sie nimmt sich die Wasserflasche und trinkt. Das kann ich jetzt auch gut gebrauchen. Ich strecke meine Hand aus, sie reicht mir die Flasche. Bevor wir gehen, zieht sich Grit noch ihren Pullover über. Ich bin froh, dass sie sich von sich aus nicht so freizügig hier anzieht. Wir gehen zum Speisesaal. „Das war voll gut!“, sagt Grit. „Es hat echt Spaß gemacht. So alleine zu trainieren finde ich immer so langweilig. Und danke für deine Hilfe.“ Ich lege meinen Arm um ihre Schultern und ziehe sie an mich ran. „Klar doch. Weißt du, ich muss zugeben, dass es mich interessiert, wie stark du im Kampf geworden bist.“ Grit lacht. „Ich kann dich besiegen, falls du das wissen willst. Ich beweise es dir auch gerne, wenn du willst.“ „Immer auf eine Konfrontation aus, was?“ „Was sagst du dazu?“ Ich stoße die Tür zum Speisesaal auf. Es sind noch nicht alle da. „Okay. Nach dem Essen!“ „Oh yes!“, sagt Grit begeistert und schaut mich strahlend an. „Freust du dich so darauf, mir eine reinzuhauen?“, frage ich nach und grinse. Sie knufft mir in die Seite. „Nein, nein!“ Sie lässt sich auf ihren üblichen Stuhl fallen. Einige kommen rangelnd und gut gelaunt und vor allem laut in den Raum rein. Ich warte, bis sie sich gesetzt haben. „Guten Appetit!“, verkünde ich laut und setze mich. „Du willst tatsächlich gegen mich kämpfen?“, fragt Grit. „Aber dann darfst du mich nicht schonen.“ „Ihr kämpft?“, fragt Kalle. „Das will ich sehen.“ „Ich werde dich nicht schonen“, sage ich. Wahrscheinlich werde ich es doch tun. „Ohja. Einen guten Kampf würde ich auch gerne sehen“, wirft John ein. Das Thema wird nach links und rechts weiterverbreitet. Ich schaue Grit an. Sie zuckt mit dem Achseln. Meinetwegen. „Du weißt, dass du verlieren wirst, nä?“, sage ich grinsend. „Nicht ich. Du!“, erwidert sie. „Willst du das so öffentlich machen?“ Ich lache auf. „Das werden wir ja sehen. Ich habe keine Angst zu verlieren.“ „Keine Teufelskraft!“, ordnet Grit an und droht mir mit dem Zeigefinger. „Keine sonstigen Hilfsmittel“, sage ich und drohe ebenfalls mit dem Zeigefinger. „Ok!“ Grit reicht mir ihre Hand. „Gut!“ Ich ergreife ihre Hand. „Was höre ich da?“, ruft Till vom anderen Ende des Tisches. „Grit fordert den Käpt'n heraus?“ Grit lacht. „Und schon heißt es ich würde dich herausfordernd. DU wolltest das doch“, sagt sie. „Immer werden Gerüchte über mich in den Umlauf gebracht.“ Sie seufzt. Ich stehe auf. „Das ist falsch. Der Käpt’n fordert Grit zu einem Kampf raus. Nach dem Essen auf dem Deck“, verkünde ich laut. Sofort wird es laut im Raum. Aufgeregte Stimmen sind zu hören. Ich setze mich wieder hin. Grit formt mit ihren Lippen das Wort Danke. Ich zwinkere ihr lächelnd zu. Während der restlichen Essenszeit sind alle in heller Aufregung. Es wird laut diskutiert, wer wohl gewinnen wird und überhaupt wie lange der Kampf dauern wird. Mike haut mir auf die Schulter. „Ich setze auf dich, Käpt’n!“, sagt er und geht wieder. Sie wetten also. Hätte ich mir ja denken können. Immer wieder kommt jemand vorbei, um mir oder Grit Tipps zu geben, wie man den anderen am besten austrickst oder eins auswischt. Ich höre mir das geduldig an. Grit reagiert ziemlich sarkastisch auf solche Kommentare. Nach dem Essen treffe ich Grit in unserer Kajüte. „Schau was du angerichtet hast“, sagt sie und grinst wehleidig. Ich lache. „Ach komm schon, du findest das doch gut“, erwidere ich. „Nur ein bisschen“, antwortet sie und grinst. „Danach gibt es aber keinen Streit, oder?“, frage ich nach. Grit lächelt und kommt mir näher. „Nein Schatz. Wenn wir beide fair spielen, sehe ich keinen Grund für einen Streit“, sagt sie und gibt mir einen Kuss auf die Lippen. Sie will sich schon wieder lösen, aber ich halte sie noch einen Augenblick gefangen.

    Grits Sicht
    Ich genieße den Moment. Er hält mich fest in einer Umarmung. „Grit, du stinkst!“, sagt er dann. „Du auch“, erwidere ich. Kid lacht. „Bereit für die Schlacht?“, fragt er. „Warte!“ Ich drücke ihn noch einmal kurz ganz fest. „Ok. Jetzt bin ich bereit.“ Ich löse mich aus der Umarmung und wir gehen. Kid legt seinen Arm um meine Schultern. „So könnt ihr aber nicht da raus gehen“, sagt Phil, als er uns im Speisesaal sieht. „Da muss ein bisschen mehr Rivalität rein. Keine Sorge!“ Er klopft Kid auf die Schulter. „Ich mach das schon!“ die Tür nach draußen geht auf und Till steckt seinen Kopf rein. „Ah! Da seid ihr ja. Länger hätte ich sie auch nicht mehr hinhalten können“, sagt er. Du meine Güte! Das nimmt plötzlich ganz schöne Ausmaße an. Wir wollten doch nur unsere Kräfte messen. Phil nimmt sich das Megafon vom Tisch und geht raus. „Die Männer lieben eine gute Show“, raunt Kid mir zu. „Ganz offensichtlich“, erwidere ich. Von draußen ist Gejubel und Applaus zu hören. Ich schaue durch eines der Bullaugen. Till und Phil sind in die Mitte des Decks gegangen. „Seid ihr gut drauf?“, ruft Till durch das Megafon. Die Männer grölen. „Seid ihr gespannt?“, ruft Phil ebenfalls durch ein Megafon. Wieder Gegröle. „Es ist der Kampf des Monats, findest du nicht auch?“, fragt Till Phil. „Absolut. Und es ist gar nicht so einfach zu sagen, wer gewinnen wird. Ich meine, Grit hat bei dem Wettkampf selbst Killer abgezogen und der ist schon ein ganz schön großes Kaliber.“ Die Männer lachen und Pfeifen. „Nun, aber Kid ist da eine ganz andere Nummer! Er ist unser Käpt’n!“ „Da hast du Recht. Aber Kid kämpft ohne seine Teufelskräfte. Seine Hauptwaffe wird er nicht benutzen können. Es kommt hier einzig und allein auf Technik und Muskelkraft an“, gibt Phil zu bedenken. Die beiden nutzen die Bühne für sich. Richtige Showtalente. „Davon sollte Kid ja genug haben.“ Zustimmendes Gejubel. „Was meinst du, worum es bei diesem Kampf geht?“, fragt Phil. „Na sie messen ihre Kräfte, was sonst?“ „Ich bin ja der Meinung, dass sie um ihre Stellung kämpfen. Oben oder unten!“ Damit hat Phil genau den richtigen Humor der Männer getroffen. Ich schaue böse zu Kid. Er lacht ebenfalls und zuckt mit den Schultern. „Immer diese blöden Anspielungen“, murmle ich. Das nervt! „Genug mit der Laberei!“, verkündet Till. „Holen wir unsere Konkurrenten mal in den Ring. Er zerstört ganze Marineschiffe mit nur einem Faustschlag und zwingt seine Gegner schon mit einem bösen Blick in die Knie. Manche sagen über ihn, er esse lebendige Küken zum Frühstück. Einen tosenden Applaus für the one and only Eustass Kääääptaaaaa‘n Kiiiiiiid!” Die Männer brüllen und stampfen auf den Boden. Kid reißt die Tür auf, geht raus und präsentiert sich als den unbezwingbaren Kapitän, der er ist. Ich atme tief durch. Also schön. Genieße es einfach. Ich laufe unter Deck und dann in den Navigationsraum. Ein bisschen Überraschung macht die Sache noch spannender. „Schaut ihn euch an!“, versucht Phil die anderen zu übertönen. Ich schaue aus einem der Bullaugen. Kid lässt seine Muskeln spielen und bleckt die Zähne. Sexy! Der Lärm schwächt ein wenig ab. „Doch auch seine Gegnerin ist nicht zu unterschätzen. Sie erledigt riesige Tiger mit den bloßen Händen und Männer mit einem einzigen Spruch. Und nun macht Lärm, der Käpt’n hat sein Biest von der Leine gelassen. Hier ist Griiiiiiiiiiiit!“, ruft Phil und zeigt zur Tür des Speisesaals. Draußen ertönt wieder Gejubel. Ich reiße die Tür auf, nehme Anlauf und mache zwei drei Überschläge. Schließlich lande ich auf Kids Rücken, umklammere ihn mit meinen Beinen und beiße ihn leicht in den Hals. Nur für Showzwecke! Kurzzeitig geht ein „Woooow“ durch die Menge, dann geht es wieder in allgemeines Gejubel über. „Na sieh mal einer an“, sagt Phil erstaunt. Till kommt, um mich von Kids Rücken runterzuholen. Ich fauche ihn an und blecke die Zähne. Kid drück mich gegen den Mast. Gar nicht mal so doll, aber ich tue so, als ob es ganz doll wäre und löse schließlich meine Beine. Ich fauche ihn noch einmal an, dann präsentiere auch ich mich der Meute. Vielleicht hätte ich auch Showkämpfer werden sollen. Das hat auch was. Erst jetzt sehe ich, welche Ausmaße diese ganze Sache angenommen hat. Auf dem Vorder- und Hinterdeck haben sich die Männer versammelt. Sie stehen dicht am Geländer und Jubeln uns zu. Auf dem Hauptdeck stehen nur vier Leute. Till, Phil, Kid und ich. Wir haben offensichtlich die Geschwindigkeit verlangsamt und die Dämonen fahren so nahe wie möglich neben uns. Auch dort haben sich die Männer an der Reling versammelt, um möglichst viel mitzubekommen. Na schön! Kid und ich drehen uns um und stehen nun voreinander. „Keine Teufelskräfte, keine sonstigen Hilfsmittel, keine faulen Tricks. Einzig und allein die eigene Muskelkraft darf eingesetzt werden. Gewonnen hat, wer den anderen mit dem Rücken auf den Boden drückt oder in eine Position bringt, aus der er sich nicht mehr befreien kann. Eine Kapitulation wird mit dem Heben der linken Hand symbolisiert“, erklärt Till die Regeln noch einmal für alle. „Die Waffen“, sagt Phil ohne Megafon. Ich mache meinen Gürtel ab und Kid legt ebenfalls seinen Waffengurt ab. Phil nimmt beides entgegen. Kid und ich gucken uns böse an. Aber ich kann nicht anders. Ich muss ihm zuzwinkern. Seine Lippen verziehen sich zu einem schelmischen Lächeln. „So dann!“, sagt Till. „Möge der Kampf beginnen“, fügt Phil hinzu. Die beiden verlassen das Hauptdeck. Wir stürzen aufeinander los. Nach einigen Schlägen ist mir eines klar: er kämpft nicht mal ansatzweise mit voller Kraft. Ich wusste es. Gut! Dann mache ich das eben auch nicht. Obwohl Kid mich durchaus trifft und durchaus auch mal etwas doller, ist er sehr bemüht mich nicht ernsthaft zu treffen. Ich spüre, wie er ein wenig enttäuscht über meine Kraft ist. Aber ich kämpfe ja auch nicht mit voller Kraft. So geht das eine Weile. Die Männer grölen und feuern uns an, aber das schalte ich aus. Plötzlich erwischt Kid mich heftig mit dem Ellenbogen. Ich fliege zurück. Fuck! Mit dem Handrücken wische ich mir über den Mund. Blut! Kid wartet in einiger Entfernung. Er ist wachsam, aber auch ein bisschen geschockt. Ich grinse. „Na endlich!“, sage ich leise. Dann kann es ja jetzt richtig losgehen. Adrenalin durchströmt mich. Ich sprinte auf ihn zu. Der Kampf geht weiter. Viel härter als zuvor. Auch Kid hat jetzt begriffen und kämpft ernsthaft. Es tut mehr weh, als vorher. Aber es macht auch mehr Spaß. Kid ist echt ein harter Gegner. Ich kann ihn auch mehrmals treffen, aber ein Sieg ist noch weit entfernt. Kid bringt mich mehrmals in brenzlige Situationen, aber auch ich habe es schon geschafft ihn ernsthaft zu bedrohen. Er ist erstaunlich schnell und hat definitiv einiges dazugewonnen an Stärke, seitdem ich das letzte Mal gegen ihn gekämpft habe. Es dauert lange. Wie lange? Ich weiß es nicht. Schwer zu sagen. Schließlich packt Kid mich aus dem Flug und schmeißt mich mit dem Rücken auf den Boden. Aus mir entweicht alle Luft. Kid legt sich seitwärts auf mich rauf und blockiert meine Arme. Verzweifelt versuche ich ihn mit den Beinen zu erwischen, aber all meine Gelenkigkeit nützt mir nichts. Ich komme nicht mehr frei. Die Meute jubelt. Ein lauter Pfiff ertönt und es wird noch lauter. Kid und ich schauen uns in die Augen. In Kids Augen sehe ich weder Hohn noch sonstige Arroganz, sondern nur tief empfundenen Respekt. In mir löst sich etwas. Seit dem Vorfall mit dem Seekönig, hatte ich immer das Gefühl nicht gut genug zu sein. Ich hatte Kid als Käpt’n enttäuscht. Jetzt zu sehen, wie sehr er mich als Kämpferin respektiert, befreit mich. In mir kribbelt es. Ich liebe ihn einfach. Kid löst seinen Griff und steht auf. Er reicht mir die Hand und zieht mich hoch. Ich grinse und Kid lacht auf. Till und Phil kommen wieder zu uns. Phil stellt sich zwischen uns und nimmt jeweils einen Arm in die Hand. „Ich präsentiere euch euren Sieger. Eustass Käpt’n Kid!“, verkündet Till. Phil reißt Kids Arm in die Höhe. Es ist okay. Ich empfinde die Niederlage nicht so schlimm. Es ging ja auch um nichts. Kid heizt ein wenig die Crew auf. Dann umfasst er meine Hüfte und küsst mich. Ich habe gerade ein großes Verlangen nach ihm. Pfiffe ertönen, aber ich kann einfach nicht von ihm ablassen. Erst als die Jungs sich um uns drängen und uns bejubeln, unterbrechen wir den Kuss. Ich schaue Kid an. Ihm geht es genau wie mir. Wir feiern einen Augenblick mit den anderen. Schließlich stehle ich mich davon. Das ist mir zu viel. Ich bin erschöpft und möchte duschen. Die meisten wollen eh Kid bejubeln, da kann ich mich gut durch die Menge wegschleichen. Ich erreiche den Navigationsraum. Puh! Endlich! Es sind alle draußen, auf dem Weg zur Kajüte begegne ich also niemanden. Ich ziehe mich vorm Schrank aus und gehe duschen. Das tut gut. Ich wasche den Schweiß des Nachmittags und Abends ab. Meine Haut fühlt sich weich an. Kid hat mich an einigen Stellen ganz schön erwischt. Meine Lippe ist aufgeschlagen, meine Knöchel sind blutig und blaue Flecke habe ich jetzt sowieso wieder überall. Ich steige aus der Dusche und wickle mir ein Handtuch um den Körper. So gut es geht, wringe ich meine Dreads aus und rubble sie mit einem anderen Handtuch trocken. Kid kommt rein. „Da bist du ja“, begrüßt er mich. „Du kannst doch nicht einfach gehen, ohne mir Bescheid zu sagen.“ „Ich wollte dir deinen Sieg lassen“, sage ich. „Pft! Das einzige, das mich gerade interessiert, bist du!“ Ich lächle. Oh, wie süß! Er umarmt mich von der Seite und gibt mir einen Kuss auf den Kopf. „Kid!“ „Hm?“ „Bitte geh duschen!“ Er lacht auf. Ich grinse. „Dein Wunsch ist mir Befehl!“, sagt er ironisch. Ich versuche weiter meine Dreads trocken zu bekommen. Zieht er sich jetzt hier aus? Ich werde innerlich ein wenig panisch, aber auch nervös. Mein Herz klopft schneller. Dann steigt Kid unter die Dusche und das Wasser geht an. Ich gebe mir Mühe, mich wieder unter Kontrolle zu bringen. Erstmal raus hier und anziehen. Das wäre schon mal eine gute Idee. Wahrscheinlich werden wir gleich noch richtig feiern. Die Jungs sind auf jeden Fall schon in der richtigen Stimmung. Ich ziehe mir eine lockere Jeans an und ein enges schwarzes Top, welches ich in die Hose stecke. Die Hosenbeine kremple ich über die Knöchel hoch. Ich gehe noch einmal ins Bad um meine Dreads noch ein wenig trockener zu rubbeln. Kid stoppt das Wasser. „Willst du noch wo hin?“, fragt er mich. Ich schaue ihn verwirrt an. Zum Glück hat er schon ein Handtuch um die Hüfte gebunden. „Machen wir keine Party?“, frage ich. Er zuckt mit den Schultern. „Hast du denn Lust darauf?“ Ich schüttle den Kopf. „Nicht wirklich!“ „Dann steigt die Party ohne uns. Ich habe nämlich so überhaupt keine Lust darauf“, sagt er. Ich lächle. „Auch gut!“ Kid geht an mir vorbei aus dem Bad raus. Ich binde noch die vordersten Dreads nach hinten. Im Spiegel begutachte ich das Resultat. Ist gut! Ich gehe ins Zimmer und setze mich auf den Tisch. „Also ich muss sagen, Grit, erst war ich ja ein wenig enttäuscht“, sagt Kid grinsend. Er hat sich eine Jogginghose übergezogen und sitzt im Sessel. „Ich dachte fast das wäre alles gewesen!“ Ich lache. „Naja, selbst schuld! Von wegen du schonst mich nicht!“, erwidere ich und strecke ihm die Zunge raus. „Wenn du nicht richtig kämpfst, dann kämpfe ich auch nicht richtig.“ Kid schüttelt lachend den Kopf. „Aber dann… Alter! Da bekommt man ja schon fast Angst! Grit, ich bin wirklich beeindruckt. Du hast dich so weiterentwickelt und deine eigene Technik entwickelt. Wirklich! Meinen vollsten Respekt! Als dein Käpt’n und als dein Mann!“ Dieses Lob baut mich voll auf. Ich strahle vor Glück. „Komm schon her!“, sagt Kid grinsend. Ich rutsche vom Tisch und setze mich auf seinen Schoß. „Du warst auch voll stark. Ich muss sagen, es hat richtig Spaß gemacht“, sage ich. „Obwohl ich glaube, dass du immer noch nicht mit voller Kraft gekämpft hast.“ Kid zieht zischend die Luft ein. „Ertappt“, gibt er zu. Ich schüttle lächelnd den Kopf. „Ach Kid!“ „Aber zugegeben, in einem richtigen Kampf ginge es ja um Leben und Tod. Von daher würde ich da NATÜRLICH mit viel mehr Kraft kämpfen. Und wahrscheinlich auch unfair“, verteidigt er sich. Ich küsse ihn auf den Mund. „Schon okay!“ „Klingt es kitschig, wenn ich sage, dass ich mich vorhin wieder neu in dich verliebt habe?“, fragt Kid. Ich lache. „Ja das klingt außerordentlich kitschig“, erwidere ich. Er grinst. „Gut, dann sage ich das nicht!“ „Ich höre es trotzdem gern“, sage ich leise. Kid gibt mir einen Kuss hinters Ohr. Ich liebe das. „Du bist die stärkste“ Er gibt mir einen Kuss hinter das andere Ohr. „Und schönste“ Er gibt mir einen Kuss seitlich auf den Hals. Mein Herz schlägt höher. „Und interessanteste“ Er gibt mir einen Kuss auf die andere Seite. „Und verrückteste Frau, die ich je kennen gelernt habe.“ Er gibt mir einen Kuss auf die Stirn. „Und als ich gegen dich gekämpft habe vorhin, da habe ich mich wieder neu in dich verliebt.“ Ich warte nichts Weiteres ab. Ich presse meine Lippen auf seine und verliere mich in ihm. Mein Verlangen nach ihm bricht aus mir heraus und nimmt mich gefangen. Ich überlasse meinen Gefühlen das Steuer. Kid zieht mir das Top aus der Hose und berührt mit seinen Händen meinen nackten Oberkörper. Es fühlt sich richtig an. Es fühlt sich einfach richtig an. Seine Hände sind rau und grob, aber das stört mich nicht. Ganz im Gegenteil. Es sind die Hände des Mannes, den ich liebe. Das Top rollt sich auf und zerrt. Ich lasse kurz von Kid ab und ziehe es mir kurzerhand aus. Kid verteilt Küsse vom Hals bis zu meiner Brust. In mir regt sich ein Gefühl, dass ich noch nie so stark gespürt habe. Lust! Meine Atmung geht flach. Ein atemloser Seufzer entfährt mir. Ich bin bereit. Ich will es! Kids Lippen finden wieder die meinen. Kids Hände wandern meinen Rücken hoch und finden den Verschluss von meinem BH. Er lässt sie dort. Er gibt mir die Möglichkeit zu reagieren, ihn zurückzuweisen. Aber ich tue es nicht. Ich will nicht. Ich bin auch gar nicht dazu in der Lage. Mit einer geschickten Handbewegung öffnet er meinen BH. Ich lege meine Stirn an seine. Vorsichtig und langsam zieht Kid die Träger meine Arme hinunter und wirft schließlich den BH zur Seite. Meine Atmung geht ganz flach. Ich schaue ihm in die Augen. Werde ich das heute, was auch immer noch kommt, überleben? Ich hoffe es. Wieder finden unsere Lippen zusammen. In meinem Hirn zieht Nebel auf. Ich spüre alles so intensiv. Plötzlich greift Kid unter meine Beine und hebt mich hoch. Kurz darauf werde ich auf etwas Weiches gelegt. Das Bett? Kid kommt über mich. Er verteilt überall zarte Küsse. „Ich liebe dich!“, seufzt er. Ich halte mich mit einer Hand in seinen Haaren fest. Wie er noch ganze Wörter rausbringen kann, ist mir unklar. Schließlich zieht er mir ganz sanft und vorsichtig die Hose aus. Passiert das gerade wirklich? Welche Unterwäsche trage ich eigentlich? Kids Gesicht taucht wieder über mir auf. Ich richte mich ein wenig auf und zerre an seiner Hose. Er übernimmt für mich und zieht sie sich aus. In sowas bin ich echt nicht geübt. Schließlich ist auch meine Unterhose aus und niemanden interessiert es mehr, wie sie aussieht. Auch Kid zieht blank. Er gibt mir einen Kuss auf den Hals. „Bist du sicher?“ Seine Stimme klingt so erotisch. Ich kann nicht antworten. Ich habe keine Kontrolle mehr über meine Stimmbänder, geschweige denn über mein Gehirn. „Ja“, keuche ich. „Ich… liebe dich!“ Kid zieht eine Decke über uns. Mein Herz schlägt noch schneller. Gleich ist es soweit! Kid kommt mir mit seinem Körper sehr nahe. Und dann geschieht es. Darauf war ich nicht vorbereitet.

    Kids Sicht
    Sex aus Liebe. Das ist ein ganz anderes Gefühl. Es ist kein bloßes Rammeln. Eine Flut an Gefühlen überwältigt mich. Wir beide sind im Einklang. Es gibt nichts, das uns jetzt noch trennt. Sie öffnet ihre Augen und unsere Blicke treffen sich. Die Zeit bleibt stehen. Wir sind verschmolzen. Ich spüre nicht, wo mein Körper endet und ihrer anfängt. Eine angenehme Wärme erfüllt mich. Ich schließe meine Augen und genieße es. Plötzlich gibt Grit etwas Undefinierbares von sich. Ich öffne die Augen. Sie beißt sich auf die Lippe und ein unglaublich glücklicher Ausdruck erscheint auf ihrem Gesicht. Was das bedeutet, weiß ich ganz genau.

    Grits Sicht
    Das Gefühl breitet sich in meinem ganzen Körper aus. Mein Gehirn schmilzt dahin. Einen Augenblick später hält Kid inne. Dem Ausdruck in seinem Gesicht nach, ist es bei ihm auch soweit. Ich fühle mit ihm und stöhne außer Atem. Kid rollt neben mich. Wir liegen beide auf dem Rücken und ringen nach Luft. Ich drehe meinen Kopf zur Seite. Kid ergreift meine Hand. „Ich liebe dich, Grit! Das war“, er ringt nach Worten. „Das war das Beste, was ich jemals erlebt habe!“ Ich kann nichts sagen. Kid dreht seinen Kopf zu mir. Mit der Zunge lecke ich mir über die Lippen und beiße dann auf die Unterlippe. Ich sehe, wie in Kids Augen etwas aufblitzt. „Danke“, keuche ich. Kid lacht auf. Ich lache mit. Völlig gelöst und frei. Grinsend küsst er mich auf den Mund. „Das war echt…“ „Sch!“, unterbreche ich ihn. Ich brauche Zeit, um meine Worte zu formen. Kid hält inne und gibt mir die Zeit. „Das… äh… du…“ Ich stöhne. „Das will ich nur mit dir erleben!“

    Originaltext: https://www.dropbox.com/s/agrn08p8k3dxpht/Das%20Bi est%20und%20der%20Tyrann%20-%20Teil%2050%20Sex.pdf? dl=0

    Kids Sicht
    Wenn sie nur in mich hineinsehen könnte. Wenn sie verstehen, wirklich verstehen könnte, was sie damit in mir auslöst. Ich streiche ihr mit dem Daumen über ihre Lippen. „Ich will diesen Moment mit niemand anderem mehr teilen, als mit dir“, entgegne ich mit ruhiger Stimme. Sie lächelt. Das Lächeln verwandelt sich in ein Grinsen und das Grinsen wird zu einem Lachen. Ein Lachen, das so fröhlich und glücklich klingt, was so frei ist und allesmögliche gleichzeitig ausdrücken möchte. Ich stimme mit ein. Noch immer kichernd dreht sich Grit auf den Bauch und legt ihren Kopf auf ihre Arme. „Meinst du es hat uns jemand gehört?“, fragt sie und errötet. Ich grinse. „Das hoffe ich doch!“ „Kid!“ Ich lache und setze mich halb auf. Mit dem Finger fahre ich ihre Wirbelsäule lang. Ihr Rücken sieht so perfekt aus. Ihr Körper ist schön geschwungen, Narben zeugen von Schmerzen und Siegen und die schon schwach erkennbaren Blutergüsse unseres Kampfes vorhin geben ihr den starken unbezwingbaren Ausdruck, den ich so an ihr liebe. Die Decke endet knapp über ihrem Po und gibt so Grits wunderschönen Körper preis. „Keine Sorge!“, sage ich sanft. „Die betrinken sich alle an Deck!“ Tatsächlich kann man den draußen herrschenden Trubel schwach hören. „Zelebriert ihr jede Herausforderung so?“, fragt Grit grinsend. Ich lache auf. „Oh nein! Eigentlich überhaupt nicht“, erwidere ich. „Aber anscheinend war es für die Männer ein würdiges Event.“ „Eigentlich wollte ich das gar nicht mit so viel Publikum machen“, gibt Grit zu. „Das war auch nicht mein Plan! Ich wollte eigentlich nur deine Kräfte messen.“ „Ich weiß!“ Grit kichert und schließt die Augen. „Ich schätze die Jungs lieben es einfach wenn sich Leute prügeln.“ Ich lache schnaubend. „Das auf jeden Fall! Und dann kommt hinzu, dass ich eigentlich nie jemanden herausfordere.“ Grit öffnet die Augen. „Das ist dann in der Tat etwas Besonderes.“ „Aber bei dir konnte ich einfach nicht widerstehen.“ „Wir wären ein starkes Team, wenn wir zusammen gegen andere kämpfen würden“, sagt Grit. Ich schweige. Wenn… „Aber ich schätze mal, wir sind eher Einzelkämpfer.“ „Aber so muss das doch nicht sein. Ich meine, wir wären wirklich ein starkes Team. Die Menschen würden vor Angst zittern, wenn sie uns sehen.“ Grit lacht. „Die Menschen erzittern doch sowieso schon, wenn sie dich sehen.“ „Aber dann würden sie sich in die Hosen machen!“ Grit deutet ein Kopfschütteln an. „Meinst du das würde funktionieren? Also das mit uns?“, fragt sie. Ich zucke mit den Schultern. „Warum denn nicht? Du darfst mir nur nicht die Gegner klauen“, sage ich grinsend. Sie streckt mir die Zunge raus. „Aber du ziehst doch meine Waffen magnetisch an“, gibt Grit zu bedenken. „Das stimmt. Aber ich benutze ja nicht die ganze Zeit nur die magnetischen Kräfte.“ Grit scheint zu überlegen. „Wir können es ja mal ausprobieren. Cool fände ich es auf jeden Fall schon.“ „Zu meinen Stärksten gehörst du ja sowieso schon.“ „Wer gehört denn noch dazu?“, fragt sie nach. „Naja, Killer, Heat und Wire halt!“ „Ich fühle mich geschmeichelt.“ „Geschmeichelt? Grit du bist ein verdammtes Biest. Eine wilde Bestie! Ich will dir damit nicht schmeicheln. Das sieht doch jeder Blinder, dass du dazu gehörst.“ Sie lächelt und beißt sich ein wenig auf die Unterlippe. Es knallt gegen die Kajütenwand. Jemand im Flur muss dagegen gestoßen sein. Grit zuckt ein wenig zusammen. „Irgendwie ist es komisch, dass da draußen die Jungs sind und wir hier drinnen nackt liegen“, sagt sie leise und wird rot. Ich beobachte sie einen Augenblick. „Wünschst du dir manchmal, dass wir ein normales Leben führen? Mit einem Haus und einem Job und keine fünfzig Männer, die ständig in unsere Beziehung pfuschen“, frage ich Grit. Sie schmunzelt. „Um nichts in der Welt würde ich das Leben aufgeben, dass ich hier mit dir führe“, erwidert sie. Ich lächle. „Ich auch nicht!“ „Aber manchmal wünschte ich mir, dass die Männer ein wenig diskreter wären und nicht ständig mit intimen Themen spielen würden“, sagt sie. Grit ist witzig, dass sie so was stört. „Ich könnte versuchen es ihnen zu verbieten.“ „Ach! Quatsch, lass das. Ich komm schon klar damit.“ Grit schaut mich verträumt an. Laute Stimmen sind auf dem Gang zu hören. Wie nervig! Grit runzelt die Stirn. Sie zieht sich die Decke über den Körper und wühlt sich aus dem Bett raus. „Ich muss aufs Klo“, murmelt sie. Unterwegs sammelt sie ihre Unterhose auf. Mit der Decke um den Körper geht sie ins Bad. Ich grinse. Süßes kleines Monster! Ich sammle meine Unterwäsche ebenfalls auf und ziehe mir eine Boxershort an.

    Grits Sicht
    Ich kann es noch immer nicht glauben. Mich erfüllen eine Wärme und ein Glücksgefühl. Es ist schwer zu begreifen und noch schwerer zu beschreiben. Ich hatte Sex. Dass das mal passieren würde… ich ziehe mir meine Unterhose über. Ganz nackt rumzulaufen fand ich noch nie toll. Ich verlasse das Bad. Die Decke lasse ich vor der Tür fallen. Kid lehnt sich an den Schreibtisch und beobachtet mich. Aber ich fühle mich nicht unwohl. Auch wenn ich immer noch fast nackt bin. Er starrt ja nicht wie ein perverser. Ich hole mir aus dem Schrank ein T-Shirt von Kid und ziehe es über. In der Seite mache ich einen Knoten. „Und jetzt?“, fragt Kid und geht auf mich zu. „Kuscheln?“, frage ich vorsichtig. Ich will einfach nur bei Kid sein. Ich habe das Gefühl, dass unsere Körper sich noch nicht ganz getrennt haben. Es wäre unerträglich für mich die Trennung ganz zu vollziehen. Kid schmunzelt und macht ein Kopfnicken Richtung Bett. Ich hole meine Decke und krabble ins Bett. Kid legt sich dazu. „Oh! War ich das gerade?“ Auf Kids rechter Schulter sind Kratzspuren und Fingernagelabdrücke. Kid grinst. „Aber sowas von“, erwidert er. „Das tut mir sooo leid!“ „Machst du Witze? Das ist meine schönste Verletzung.“ Ich kichere, dann kuschle ich mich an ihn ran. Er legt seinen Arm um mich und gibt mir einen Kuss.

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