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Ruby in Broken Arrow

Dorothy ist untröstlich als ihre beste Freundin Ruby fortziehen will, die zuvor bei den Len's gelebt hat und nun zu anderen Adoptiveltern ziehen soll.
Doch die lebenslustige, willensstarke Ruby kommt schnell über ihr Heimweh hinweg und freundet sich, Dank ihrer mutigen und einfallsreichen Ideen und Streichen, mit den Kindern aus Broken Arrow an.
Doch ist sie wirklich so glücklich wie sie zu sein scheint?

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    ((big))((cur))Abschied und Ankunft((ecur))((ebig)) Ruby drehte sich vor dem großen Wandspiegel im Flur und betrachtete ihr blaues Kleid, das mit eine
    Abschied und Ankunft

    Ruby drehte sich vor dem großen Wandspiegel im Flur und betrachtete ihr blaues Kleid, das mit einer Schleife am Rücken, zusammengebunden war.
    "Du siehst bezaubernd aus Ruby. Wirklich wunderschön, kein Kleid hat Dir je besser gestanden." Schluchzte Dorothy und wischte sich mit einem rosafarbenen Taschentuch, welches sie selbst genäht hatte, die Tränen aus dem Gesicht.
    "Na, wenn du es so schön findest warum weinst du dann?"
    Ohne sich zu ihrer Freundin umzudrehen, setzte Ruby sich noch ihren alten Strohhut auf den Kopf und warf einen letzten prüfenden Blick auf ihr Spiegelbild.
    "Oh Ruby, bist du denn nicht auch traurig dass du fortgehen musst?
    Ist es nicht einfach schrecklich? Wie kannst du nur so fröhlich sein, wo du uns jetzt verlässt?"
    Vorwurfsvoll schnäuzte Dorothy noch ein letztes Mal, ehe sie Ruby ihren Koffer reichte. Diese rückte ihren Hut zurecht, nahm den Koffer an sich und wandte sich zum Gehen.
    "Ich kann es einfach nicht ausstehen wenn Menschen bei einem Abschied weinen!
    Dazu ist auch später noch Zeit. Im Moment bin ich viel zu aufgeregt als dass ich traurig sein könnte."
    Fröhlich hüpfte Ruby die Stufen zur Veranda hinunter und legte ihren Koffer auf den Sitz, der bereitstehenden Kutsche.
    "Ruby, so warte doch!" Verzweifelt hob Dorothy ihr langes Kleid an und beeilte sich, ihrer Freundin hinterherzulaufen.
    "Wer wird dich fahren?"
    "Och, das macht Ray für mich. Der neue Stallbursche der Len's. Er ist eigentlich ganz nett, aber ein richtiger Ersatz für mich wird er nicht sein. Mrs. Len wird schon merken dass ich ihr fehle, auch wenn sie es niemals zugeben würde.
    Ich bin sicher Mrs. Burns ist eine reizende Dame und stell dir vor Dorothy, sie hat ebenfalls eine Tochter.
    Wir werden bestimmt dicke Freundinnen!"
    Als Ruby, Raymond auf sich zukommen sah, schwang sie sich ebenfalls auf die Kutsche und fasste sich zum Abschied an den Hut.
    "Mrs. Burns? Heißt so die Dame bei der du wohnen wirst?"
    Dorothy war noch ein Stück näher getreten und blickte zu Ruby auf.
    Diese nickte und umarmte Dorothy ein letztes Mal stürmisch.
    "Auf Wiedersehen, liebste Freundin. Ich werde dir ganz viele Briefe schreiben, versprochen. Kannst du den Len's noch einen Gruß von mir ausrichten?
    Ich hab mich nicht richtig von ihnen verabschiedet weißt du?
    Ich glaube die halten nicht viel von so einem traditionellen Kram."
    Dorothy erwiderte die Umarmung und musste sich zusammenreißen, um nicht schon wieder laut los zu weinen.
    "Mach’s gut Ruby und vergiss mich nicht, hörst du?"
    Raymond war auf den Kutschbock gesprungen und hatte die Zügel in die Hand genommen.
    "Nächster Halt Bahnhof!"
    Rief er aus und schnalzte mit der Zunge, worauf der alte Gaul gemächlich los zu traben begann.
    Dorothy winkte Ruby noch hinterher, bis sie aus ihrem Blickfeld verschwunden war, dann drehte sie sich um und machte sich auf den Weg nach Hause.


    Während der Fahrt plapperte Ruby munter drauflos.
    "Ich bin sicher Broken Arrow ist ein ganz hübsches Städtchen, du nicht auch?"
    "Hmm" Brummte Raymond gelangweilt und trieb das Pferd an, schneller zu laufen.
    "Außerdem habe ich gehört das es eine Menge an alter Geschichten über die Stadt geben soll, ist das wahr?"
    "Kann sein."
    "Ich will sie alle hören. Geschichten sind so unglaublich spannend!"
    Ruby rückte ihren Hut zurecht, der bei der holprigen Fährt verrutscht war und nun schräg auf ihrem Haupt trohnte.
    Dann schloss sie für einen kurzen Augenblick die Augen und versuchte ihr wild pochendes Herz zu beruhigen.
    Verzweifelt biss sie sich auf die Lippe, ihre schier unbezwingbare Freude, schien sich in Luft aufgelöst zu haben.
    Sie hatte ihre Mutter schon sehr früh verloren und ihr Vater war erst Anfang letzten Jahres verstorben.
    Für ein Mädchen ihres Alters beeinflussen solch schwerwiegende Verluste, durchaus das fortbilden des Charakters.
    Auch wenn Ruby ihr Innerstes, zu verbergen versuchte, konnte sie nicht umhin Raymond die entscheidende Frage zu stellen.
    „Glaubst du Mrs. Burns wird mich mögen? Und ihre Tochter? Und... und ihr Vater?"
    Das Zögern in Raymonds Stimme, ließ Ruby unwillkürlich zusammenzucken.
    „Sie haben ein großes Haus soweit ich weiß, sind ziemlich reich und eine sehr geachtete Familie in Broken Arrow.
    Ich glaube Mr. Burns hat eine eigene Firma und seine Frau arbeitet für eine große Zeitung in Tulsa, dort wo ich herkomme.
    Du wirst ihnen sicher aus dem Weg gehen können, falls... falls sie dich nicht mögen."
    Den Rest der Fahrt schwiegen beide und jeder hing seinen eigenen Gedanken nach.
    Die Felder die an ihnen vorbeizogen gehörten alle Olin's Familie.
    Ihre Mutter war vor einigen Jahren an Masern erkrankt und kurz danach gestorben.
    Das war für Olin wie ein Schlag ins Gesicht gewesen, denn ihr bisher so glückliches Familienleben, welches sie geführt hatten, war jäh auseinander gerissen worden.
    Ihr Vater kümmerte sich nun mit ihrem Onkel um die eingebrachte Ernte und Ruby wusste das Olin sehr wohl mithelfen musste.
    Die beiden waren sich in letzter Zeit näher gekommen da Olins lustiger und einfallsreicher Zug sich perfekt mit dem, Ruby's ergänzte.
    Ihre neu gewonnene Freundin nun ohne weiteres zurücklassen zu müssen, brach ihr fast das Herz.
    Tapfer straffte sie die Schultern und richtete ihren Blick wieder nach vorne, der Bahnhof war bereits zu sehen.
    Gerade als sie ihre Heimatstadt aus ihrem Gedächtnis streichen wollte, hörte sie jemanden rufen.
    Diese Stimme kam ihr doch bekannt vor!
    „Ray, halte bitte die Kutsche an!"
    Befahl Ruby streng und sprang von der Kutsche.
    „Olin? Bist du es?“
    Rief sie laut, worauf Raymond nur seinen Kopf schüttelte.
    „Wenn du weiter hier rumstehst, verpasst du noch deinen Zug Fräulein Morris."
    Ohne auf ihn zu achten trat Ruby hinter der Kutsche hervor und erblickt ihre Freundin, die aufgeregt auf sie zugerannt kam.
    „Ruby...ich...warte noch kurz."
    Presste Olin zischen zusammengebissenen Zähnen hervor, während sie, vor Anstrengung keuchend, mit geröteten Wangen neben dem Gaul stehenblieb.
    „Olin, ich bin froh dich zu sehen. Wir sind gerade auf den Weg zum Bahnhof, Ray und ich."
    Sie deutete auf den Jungen der immer noch auf dem Kutschbock saß und vergnügt auf einem Strohhalm kaute.
    Grüßend hob er die Hand.
    Olin war ein etwas rundliches Mädchen, mit prachtvollem, schwarzem Haar.
    Ihre Grünen Augen harmonierten perfekt mit ihren rosigen Wangen und geschwungen Lippen.
    Eine Tatsache die dem älteren Raymond natürlich nicht entgangen war.
    So lässig wie möglich, stieg er von der Kutsche und unterzog Olin einem prüfenden Bluck, welcher ihr vollkommen entgangen war.
    „Das haben mein Vater und ich für dich vorbereitet.“
    Ruby nahm den Korb entgegen den ihre Freundin ihr reichte und warf einen Blick unter das Tuch. Der Korb war gefüllt mit den feinsten Speisen.
    „Ich Danke dir vielmals.“
    Die beiden umarmten sich noch ein letztes Mal, dann half Raymond Ruby wieder auf die Kutsche und sie setzten ihren Weg weiter fort.


    Als sie ein paar Minuten später auf dem Bahnhofsplatz eintrafen, herrschte dort bereits reges Treiben.
    Die frühen Morgen Stunden wurden von den größten Klatschbaßen der Stadt genuzt, um die wöchentlichen Einkäufe zu erledigen.
    Man unterhielt sich vor den Geschäften über Dies und Jenes, es wurde gelacht, geweint und tröstende Worte gesprochen.
    Ruby ließ das alles jedoch völlig kalt.
    Ihre ursprüngliche Freude und Zuversicht war wieder zurückgekehrt.
    „Du kannst hier halten Ray. Der Zug steht schon da, sei so gut und hilf mir mit dem Gepäck.“
    Raymond nahm ihren Koffer an sich, während er gleichzeitig versuchte das Pferd anzubinden.
    Ruby nahm den Korb vom Sitz und klopfte dem Pferd auf den Hals.
    „Mach’s gut mein alter.“
    Flüsterte sie ihm ins Ohr, ehe sie von Raymond zur Seite gestoßen wurde.
    „Nun komm schon. Der Zug fährt sonst wirklich noch ohne dich weg.“
    Meinte er eindringlich und nahm ihr den Korb aus der Hand.
    Genau in diesem Moment kam Miss Parker angerauscht, unter dem Arm einen Regenschirm.
    „Na wenn das nicht Ruby Morris ist und... oh ihr Stallbursche."
    Kicherte sie lauthals und verzog ihre Mundwinkel dabei auf höchst lächerliche Weise.
    Raymond hatte davon nichts mitbekommen, er war bereits am Zug angelangt und sah sich nach Ruby um, die immer noch Miss Parker gegenüber stand.
    „Wissen sie, Ray ist nicht mein Stallbursche. Er ist mein Freund.“
    Überrascht zog die alte Dame eine Augenbraue hoch, als Ruby sich wortlos abwandte und zielstrebig auf den Zug zuging.
    „Wo gehst du denn hin Kind?“
    Ihre Frage blieb ungehört und sie zog beleidigt von dannen.
    „Pass auf dich auf, ja? Und du weißt was Mrs. Len Dir befohlen hat, sei anständig und benimm dich ordentlich.“
    Ruby nickte und versetzte Ray einen Stoß in die Rippen.
    „Du kennst mich doch.“
    Er drückte sie kurz an sich und reichte ihr dann das Gepäck.
    „Eben deshalb.“
    Kaum das die Türen sich geschlossen hatten, begannen die alten Gleisen fürchterlich zu quietschen.
    Mit einem Lächeln auf den Lippen, sah Raymond dem davonfahrenden Zug hinterher.





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