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Geheimnisse in Mittelerde

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4 Kapitel - 26.966 Wörter - Erstellt von: Minoschka - Aktualisiert am: 2018-04-12 - Entwickelt am: - 250 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Die Gefährten findet auf ihrer beschwerlichen Reise ein Mädchen in Fesseln und von Uruk-hai bewacht. Natürlich müssen sie ihr helfen und nehmen sie nach einer kampfreichen Befreiung notgedrungen mit. Nur wer ist die junge Frau, woher kommt sie, warum hatten sie die Uruk-hai gefangen - und ist alles so wie es scheint?
Es sind vier verschieden Geschichten, die sich teilweise stark ähneln da sie ursprünglich zu einem Quizz gehörten. Doch sind es vier verschiedenen Frauen mit ihrer ganz eigenen Liebesgeschichte. Wenn du lieber erst das Quizz machen möchtest würde ich dir empfehlen auf Link ganz unten im Text nach zu sehen.
http://www.testedich.de/quiz46/quiz/1486219121/Geheimnisse-in-Mittelerde

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Imara- Die Willensstarke

Verdammt, diese blöden Orktypen hatten kräftiger zugeschlagen als vermutet. Mein Kopf pochte unangenehm und ich fühlte mich ein wenig schwindelig. Trotzdem versuchte ich mit aller Kraft mich aus der Kiste, in die sie mich gesperrt hatten, zu befreien. „He“ schrie ich, als der draußen tobende Kampf geendet hatte. Ich hörte wie jemanden am Schloss herum fummelte und seufzte erleichtert als ich wieder ins Freie blicken konnte. „Das ist ein Mädchen“ sagte ein hochgewachsener, breitschultriger Mann und starte mich verblüfft an. Seine Gefährten (alles nur männliche Erdenbürger) ebenso. Ich sah einen dunkelhaarigen Mann und einen Elb, die mich beide misstrauisch beäugten. Dann waren da noch der Typ der gesprochen hatte, sowie ein Zwerg der mich mitleidig ansah und vier Hobbits die mich neugierig musterten. Ich konnte es ihnen nicht verdenken, dass sie irritiert waren. Denn wann fand man schon ein Mädchen in einer Kiste, mitten im Wald?
Ich sprang aus der Kiste und streckte mich erstmals, dann drehte ich mich schwungvoll den Gefährten zu und lächelte. Auf den ersten Blick, hatte ich flammend rote Haare die wie Feuer mein Gesicht umrahmten, grüne Katzen Augen die unternehmungslustig glänzten und vereinzelt Sommersprossen im Gesicht. Wer genauer hinsah konnte den leichten Braunschimmer meiner Haut und die dunklen Strähnen in meinem Haar erkennen. Ich trug eine schwarze Männerhose und ein hellbraunes Oberteil. An meinem rechten Handgelenk klimperten eine Reihe von Kettchen und Armbändern mit allerlei verschiedenen Anhängern. Ich fuhr mir lächeln durch die Haare „Hallo zusammen.“ „Wer seid ihr?“ fragte der Dunkelhaarige, der ihr Anführer zu sein schien. „Das Gleiche könnte ich euch auch fragen“ sagte ich und lächelte. „Unerhört!“ murmelte der Zwerg in seinen Bart und auch der Breitschultrige sah empört drein. Die Hobbits schienen aufgeschlossener zu sein. „Das ist Frodo, und das ist Sam“ erklärte einer von ihnen. „Dies ist mein Vetter Merry und ich heiße Pippin“. Er lächelte. „Dieser Mann heißt Boro...aua.“ Borodingsbums hatte dem Hobbit eine übergezogen „was ist, wenn sie eine Feindin ist?“ )“Unerhört“ zickte ich los. „Wer ist denn von Uruk-hai entführt worden, ihr oder ich?“ Ich blickte ihn provozierend an „ihr könnt genauso ein Spitzel Saurons sein!“ „Ihr wagt es mich einen eine Spion zu nennen!“ Der Mann sah aus, als würden ihm gleich die Augen aus dem Kopf fallen. „Ja ich wage es“ entgegnete ich. Der Zwerg trat zwischen uns „Streit können wir nicht gebrauchen“ sagte er ziemlich diplomatisch. „Das hier ist Boromir Sohn des Truchsess von Gondor, das ist Legolas aus dem Waldelben Reich, Aragorn Arathorns Sohn und ich bin Gimli Gloins Sohn“ stellte er alle vor. „Und wie ist euer werter Name?“ Ich blinzelte zweimal sehr schnell „Äh“ machte ich. Wie bitte sollte man sich diese Fülle von Namen merken. „Ich heiße Imara und den Namen meiner Mutter kriegt ihr nicht zu hören“ sagte ich. „Schön“ sagte Aragorn leicht belustigt. „Wir sollten weiter reisen, diese Orks laden nicht wirklich zum Pausieren ein. Ihr wisst nicht zufällig, ob es in diesen Gefilden noch andere solcher Ungeheuer gibt?“ fragte er an mich gewandt. Ich schüttelte den Kopf. „Nicht, das ich wüsste“. Aragorn nickte. „Schön, wir nehmen sie bis zu nächsten Siedlung mit“ meinte Boromir und wandte sich zu mir. „Unsere Reise ist sehr beschwerlich und nichts für ein Frau“. Ich ließ mir mein Empören nicht anmerken und schritt zu dem Boot, in dem schon der Zwerg und der Elb saßen. Die Stunden glitten dahin. Ich beobachtete das Ufer und fragte mich, ob noch mehr Orks dort in den Schatten lauerten. Gimli, der vor mir saß, summte eine alte Zwergenmelodie und der Elb, der mit einem Paddel das Boot antrieb starrte mir Löcher in den Rücken. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und drehte mich zu ihm um. „Habt ihr etwas auf dem Herzen?“ fragte ich ihn direkt. Er lächelte „Ja, ist nur die Frage, ob ihr mir antworten werdet.“ „Das kommt auf die Fragen an“ grinste ich den Elben entgegen. „Nicht so frech, junges Fräulein.“ Boromir hatte seinen Kahn auf die gleiche Höhe wie den unsrigen gebracht. Ich setzte schon zu einer spitzen Antwort an, als einer der Hobbits mich fragte: „Aus welcher Stadt kommt ihr?“ „Aus Rohan, Gondor, Tal sucht es euch aus“ entgegnete ich. Manche Notlügen mussten ausgesprochen werden. Ich dachte zwar nicht, dass sie mit meinem Heimatort etwas anfangen konnten, trotzdem war es besser ihn geheim zu halten. „Und wieso haben die Orks eine so hübsche Frau entführt?“ riss mich Boromirs Frage aus meinem Gedenken. „Vielleicht aus diesem Grund, weil ich hübsch bin“ lachte ich. Boromir grinste auch und ich widmete mich wieder der Landschaftsbetrachtung. Die weitere Fahrt auf dem Fluss verlief ereignislos. Als wir die Argonauten passierten, senkte ich den Blick. Mich schüchterten diese Riesen aus Stein unglaublich ein. Was ich jedoch niemals zugeben würde. Später am Tag kam die Frage auf, wie die Reise weiter verlaufen sollte. Wir steuerten das Ufer an und stellten uns auf eine längere Pause ein.
„Was macht ihr da?“ wollte der kleinste und frechste Hobbit wissen.
„Ich schnitze“ entgegnete ich.
„Und was?“
„Einen Stab.“
„Warum?“
„Um mich zu verteidigen.“
„Warum verteidigen?“
„Na falls es zum Kampf kommt.“
„Wieso?“
„Falls Uruk-hai angreifen.“
„Warum?“ Er grinste als ich entnervt aufseufzte. „Warum was?“ fragte ich und unterbrach somit die nervende Fragekette. „Warum, warum was?“ grinste der Winzling. „Darum“ antwortete ich und knuffte ihn mit meinem Stab. „Bitte was?“ der Hobbit hatte sich selbst in seinem Spiel verlaufen. Ich lachte und auch die anderen Gefährten schmunzelten. „Komm Pippin, lass sie in Ruhe“ winkte ihn sein Vetter zu sich. Ich steckte dem Hobbit die Zunge raus und wandte mich meinem Stab zu, der eine gute Waffe abgeben würde. Plötzlich rief jemand „Frodo ist verschwunden und auch Boromir können wir nicht finden.“ Ich sah auf, doch die Männer waren schon im Wald verschwunden bevor ich „Pieps“ sagen konnte. Ich seufzte, griff nach meiner Waffe und folgte ihnen ins Unterholz. Ich rannte dem Zwerg hinterher, er war der langsamste von allen. „Ah, Mädchen“ schnaufte Gimli als ich ihn eingeholt hatte. „Der Elb behauptet, dass Orks in der Nähe sind. Geh zurück ins Lager und warte dort auf uns.“ Ich schnaubte verächtlich, „ich werde euch beweisen, dass ich genauso gut wie ein Mann kämpfen kann. Ihr solltet lieber auf euch aufpassen, dass euch kein Ork überrennt.“ Damit lies ich ihn stehen. Dieser Zwerg war der Mühen nicht wert.
Der Kampf dauerte nicht lange, doch forderte er ein Leben. Boromir war tot!
Da waren es nur noch sieben. Nein entschuldige, die Hobbits fehlen ja auch. Also nur noch drei Gefährten.
Wir sahen Boromirs Körper noch ein einziges Mal bevor er die Wasserfälle hinab stürzte und aus unserem Blickfeld verschwand. Aragorn räusperte sich schwer und wandte sich vom Wasser ab. „Frodo und Sam sind allein weiter und wir sollten auch unser Lager verlassen.“ „Wohin sollen wir gehen, die Gemeinschaft hat versagt!“ meinte Gimli grummelnd. „Nein versagt haben wir nicht. Unsere Hoffnung sind zwei kleine Hobbits, “ sagte Legolas. „Die uns niemals verzeihen würden, wenn wir ihre Freunde im Stich gelassen hätten“ beendete Aragorn seinen Satz „Also auf.“ „Halt was machen wir mit ihr?“ wollte der Zwerg wissen und nickte in meine Richtung. „Sie kommt mit“ sagte ich, und auf die skeptischen Blicke der Männer meinte ich „wollt ihr mich zwischen diesen Ork Kadavern zurück lassen?“ Und als sie immer noch zögerten, schnalzte ich gereizt mit der Zunge und meinte seufzend „Ich werde euch schon nicht aufhalten.“ Die Männer hatten eh keine andere Wahl als mich mit zu nehmen, denn hätten sie mich hier zurück gelassen, wäre ihr schöner Ehrenkodex ziemlich untergraben gewesen. Beschützt die Armen und Schwachen, Kranke und Verletzen, Kinder, Frauen und Hobbits. Tja die ehrenvollen Krieger hatten es nicht leicht. „Gut wir nehmen euch mit, doch bei dem nächsten Dorf werden wir euch absetzen“ bestimmte Aragorn, und ich nickte. Wie gesagt der Ehrenkodex ging über alles.
Auf unsere Verfolgungsjagd passierten wir kein Dorf und keine Stadt. Die Gefährten warfen mir hin und wieder verstohlene Blicke zu die ich aber zu ignorieren versuchte. Ich konzentrierte mich eher auf das Laufen. Die Gefährten abzubremsen war nicht in meinem Interesse.
Ich rannte voraus. Das ging mir Alls zu langsam. Die Ebene von Rohan wollte ich so schnell wie möglich hinter mir lassen. Zu viele Erinnerungen bargen die Hügel und Felsen, die ich lieber vergessen wollte. Ich hörte die Forgoil (Forgoil ist ein Schimpfwort für die Leute der Riddermark und bedeutet Flachsköpfe >original von Tolkin<) schon von weiten. Und sah Kopfschüttelnd zu als meine Gefährten alles taten um aufzufallen. Ich hörte zwar nicht was die Männer sprachen, doch konnte ich mir gut vorstellen das Eomer nicht gerade den Gentleman heraushängen lies. Das tat er für gewöhnlich nur bei dem anderen Geschlecht und das dann auch nur wenn es eine besondere Attraktivität hatte. Ich sprang von dem Felsen auf dem ich bis vor kurzem gestanden hatte und lief auf Aragorn und die anderen Mannsbilder zu. „Wir sollte weiter, die Orks werden nicht so freundlich sein und auf uns warten“ sagte ich kühl. „Die Orks sind getötet“ sagte Gimli trocken. „Die Pferdeherren haben dafür gesorgt.“ Er klang bitter wir er es sagte „sie erschlugen wahrscheinlich auch die Hobbits.“ Ich schluckte, nein traurig war ich nicht. Ich hatte sie doch nicht einmal richtig gekannt, aber wieso war ich so bestürzt über ihren tot? Du bist eine Kriegerin du füllst keinen Schmerz, ermahnte ich mich. „Typisch Pferdemänner“ brummte ich. „Erst draufschlagen dann denken.“ Eomer musterte mich mit zusammen gekniffenen Augen. „Kennen wir uns nicht von irgendwoher?“ fragte er überrascht. „Nicht, dass ich wüste“ meinte ich stolz und dann zu meinen Gefährten gewannt „ich warte dort drüben auf euch, hier stinkt es mir zu sehr nach Pferd.“ Beim Gehen hörte ich noch, wie Aragorn sich für mein Verhalten entschuldigte und spürte die Blicke von Eomer im Rücken.
Wir beamen drei Pferde und ritten in Richtung des der Rauchfahne am Horizont. Als wie an dem verkohlten Stapel Leichen ankam, überlief mich ein kalter Schauer. Die Pferdeherren hatten gründlich Arbeit geleistet. Ich spürte Trauer und konnte den Schmerz der Gefährten verstehen, doch als Aragorn Spuren auf dem Boden fand, die in Fangorn Wald führten wurde mir mulmig. Die Bäume schienen uns nicht zu mögen! Die Männer verfingen sich nur in ihren Ästen und Wurzeln, doch mir kam es so vor als hätten sie es auf mich abgesehen. Zweige peitschen mir ins Gesicht und ich fiel immer wieder hin. Es schien als wollten die Bäume mich von den Gefährten tränen. Ich überlegte ob dieser Wald es merken konnte, wenn man ein Geheimnis mit sich trug. So in Gedanken stolperte ich geradewegs in Legolas hinein, der abrupt stehen geblieben war. Ein Mann war vor uns in Erscheinung getreten. „Seid schnell und greift in an bevor er euch blendet“ murmelte Aragorn. Doch ein helles Licht erstrahlte als wir den weißen Zauberer angreifen wollten und wir mussten geblendet die Waffen senken. Ich biss mir auf die Lippe und fragte mich was jetzt wohl passieren würde. Ich bedauerte, dass unsere Reise jetzt enden würde und bemerkte mit einem kleinen Stich, dass ich die anderen doch irgendwie ins Herz geschlossen hatte. „Gandalf“ Aragorn sprang zu dem Mann und umarmte den Alten Zauberer, ich sah perplex auf. Gandalf lebte? Ach du liebe Güte was kam als nächstes? die Hobbits hatten Isengart eingenommen oder was. Ich dachte der Opa war tot! Ich hielt mich abseits und musterte kritisch die Lage bis Aragorn mich vorstellte und ich gezwungen war mich zu beteiligen. Später hörte ich wie Gandalf sich genauer bei Aragorn über mich erkundigte. Der Zauberer traute mir nicht und ich ihn nicht.
Zur meiner Bestürzung eröffnete uns Gandalf, dass wir in die Hauptstadt der Rohirrim reiten würden. Ich war nicht sehr begeistert von den Pferdeherren gewesen. Denn ganzen weg noch Edoras war ich sehr still und in mich gekehrt, was denn Männern nicht auffiel, da sie viel zu interessiert an Gandalfs Geschichte waren. Nur der Zaubere musterte mich hin und wieder abschätzend. Edoras war eher ein Dorf, in meinen Augen, als eine Stadt, die eines Königs würdig war. „Das ist hier ja wie bei einem Begräbnis“ stählte Gimli fest und ich konnte ihm nur zustimmen. Ein Wachposten forderte uns auf, unsere Waffen niederzulegen, wenn wir zum König vorgelassen werden wollten. Nach einigem Zögern und dem aufmunternden Nicken Gandalfs, kam ich der Bitte noch. Das ungute Gefühl, dass diese Stadt und auch mich befallen hatte nahm immer weiter zu, als auch von Gandalf verlangt wurde seinen Stab abzugeben. Es entflammte eine Diskussion, warum man denn den Stab abgeben müsse. Ich verdrehte die Augen und seufzte, dann faste ich mir an den Kopf und sank auf den Boden. Plötzlich war es toten still. Gimli kniete sich neben mich nieder. „Geht es euch nicht gut?“ fragt er. Ich verdrehte abermals die Augen und flüstere ihm zu „Ich lenke sie ab, ihr nehmt den Gott verdammten Stab und regelt was ihr zu regeln habt!“ Gimli grinste, dann sagte er mich ernstem Gesicht zu der wartenden Wache „Holt dem Fräulein ein Glas Wasser, seht ihr nicht das sie der Ohnmacht nahe ist.“ Die Wache sah mich erschrocken an, dann verschwand er im Gang und wir machten uns auf den Weg zum König.
In der Goldenen Halle des Königs sah es nicht viel besser aus als in der ganzen Stadt. Dunkle Gestalten musterten uns aus den Schatten heraus und die Schlange zischelte dem König tückische Worte ins Ohr. An diesem Ort waren wir nicht willkommen, was uns auch auf deutliche Weise klar gemacht wurde als sich die Männer aus den Schatten auf uns stürzten. Als sich der erste Mann mir nähern wollte, sprang ich ein Stück zurück. Was für Blödmänner das alles waren, man konnte seine Waffe auch unter der Kleidung verstecken und bei kleinen Gegenständen wie einem Klappmesser, eignete sich das Dekolletee vorzüglich. Nun ich gab es ja zu ein Messer war jetzt kein Langschwert, aber jedenfalls etwas. Etwas das mir mein Leben rette bist Gandalf es endlich geschafft hatte den Geist des Königs zu befreien. Der König war geheilt, das dunkle erstmals aus den Mauern von Edoras verband und nun musste entschieden werden was nun geschehen würde. Ich saß auf den Stufen vor der Goldenen Halle und beobachtete wie die Menschen von Rohan sich auf die Flucht vorbereiteten, als sich jemand neben mich setzte. Eowyn musterte mich neugierig. „Kennen wir uns nicht?“ fragte sie. „Nicht das ich wüste“ log ich kalt, und würdigte sie keines Blickes. „Wirklich nicht?“ fragte Eowyn hartnäckig weiter. „Nein“ sagte ich etwas lauter. „Ich möchte jetzt gerne meine Ruhe“ und mit diesen Worten lies ich sie sitzen und stellte mich zu Gimli und Legolas, die mich interessiert ansahen. „Nichts“ nuschelte ich und vergrub meine Nase in dem weichen Fell, einer braunen Stute. Langsam wurde ich wieder Herrin über meinen Hass, es war noch nicht Zeit ihm freien Lauf zu lassen. Noch nicht.
Ich lief die erste Strecke nach Helms Klamm neben Legolas. Er war der einzige, der Gefährten, der intuitiv wusste wann man seine Ruhe braucht. Schweigend legte ich das erste Stück der Reise hinter mich, doch damit war es vorbei als Aragorn, Gimli und Eowyn zu uns aufschlossen. Sie lachten und redeten, und Eowyn erzählte uns von ihrem Bruder, dann wandte sie sich an mich. „Wie sieht es mit euch aus, habt ihr Geschwister?“ „Ich?“ fragte ich überrascht. Eowyn nickte. „Ich hatte einen großen und zwei kleine Brüder aber sie sind schon vor langem gestorben.“ „Das tut mir leid“ sagte Eowyn aufrichtig und ich wandte mich ab, um ihr Mitleid nicht sehen zu müssen. War es nicht ihr Volk das sie umgebracht hatte. Ich blicke in Richtung untergehender Sonne. Irgendwo dort im Westen waren die Gräber meines Stammes und kalter Hass kam in mir auf. Ich hoffte das ich bald von diesen Flachsköpfen los kam oder wenigstens, an einem meine Wut auslassen durfte.
In Helms Klamm angekommen rammte ich mein Schwert in den Boden und flucht. Das war aber auch Typisch für mich, da hatte ich gerade Jemanden lieb gewonnen und dann musste er die nächstbeste Klippe hinab stürzen. Ich hoffte, dass er den Sturz überlebt hatte, doch die Trauermienen und die Zeit die verstrich in der Aragorn nicht auftauchten, machten mich unsicher. Gerede als ich fast alle Hoffnung aufgegeben hatte, kam der Blödmann durch das Tor geritten. Ich hätte platzen können, doch nur die Erleichterung, dass er noch lebte hielt mich davon ab ihn umzubringen.
Nach Aragorn Informationen marschierte eine riesige Schar Uruk-hai auf die Mauern von Helms Klamm zu, also war es kein Wunder, dass in dieser Nacht nicht gut schlief. Farben und Formen tanzten hinten meinen Liedern, Rot- und Gelbtöne explodierten und etwa Schwarzes tauchte in der Mitte dieses Farbenspiels auf. Lachende Gestalten aus einer längst vergangenen Zeit, tauchten wie Schemen, in den Flammen, auf. Zwei Mädchen und ein größerer Junge, spielten versteckt im Wald. Doch dann zog ein Gewitter auf und die Kinder trennten sich. Der Junge und das blondhaarige Mädchen rannten in die eine, das Rothaarige in die andere Richtung. Doch als das rothaarige Mädchen aus dem Wald kam verschwand alles um sie herum und sie stand ganz alleine im Dunklen. „Du willst Rache, du wirst sie bekommen“ flüsterte eine Stimme. Das kleine Mädchen und ich hoben synchron die Köpfe. „Komm mit mir und du wirst die Herrscherin über dieses Land werden.“ „Ich will nur meine Rache“ murmelte ich „sie sollen bluten.“ Jemand rüttelte mich. „Wenn ihr die Orks bluten sehen wollt, solltet ihr nicht verschlafen“ meinte eine raue Stimme, die eindeutig dem Zwerg gehörte. Ich blinzelte. „Orks?“ nuschelte ich irritiert. „Ja Orks, ihr solltet euch für die Schlacht bereit machen.“ Gimli war schon aus dem Zimmer, ehe ich mich aufgesetzt hatte. Ich rieb mir schlaftrunken den Kopf. Es war eine lästige Eigenschaft, dass ich im Schlaf redete und ich konnte froh sein, dass es nur Gimli gewesen war, der mich geweckt hatte. Ich stand auf, die Traumstimme immer noch in den Ohren. „Führe keinen Krieg gegen das Volk, sondern gegen ihre Herren.“ Ich lächelte grimmig und machte mich bereit für den Kampf.
Es regnete in Strömen, als sich beide Fronten zum Kampf aufstellten. Ich stand mit Legolas und Gimli auf der Mauer und erwartete die Orks, die so töricht waren, hier herauf zu klettern. Der Kampf dauerte lange, viele Männer starben um mich herum, doch ich schien von den härtesten Attacken verschont zu bleiben, bis mich eine harte Keule, geschwungen von einem dreckig lächelnden Ork, niederstreckte. Es ging alles so schnell, dass ich nicht einmal Angst haben konnte. Das nächste was ich sah war eine Zimmerdecke und drei besorgte Gesichter über mir. Die Gefährten erklärten mir, dass Gandalf und die Gefolgsleute Eomers gerade noch rechtzeitig gekommen waren und wir ihnen unser Leben verdankten. Ich hatte eine paar Kratzer und eine pochende Beule am Hinterkopf, doch sonst war alles noch heile und ich ließ es mir nicht nehmen mit den Männern nach Isengart zu reiten. Was wir dort vorfanden, brachte mich zum Lächeln. Die beiden frechen Hobbits saßen, umgeben von Wasser, auf einer Mauer und ließen sich Wein und Pökelfleisch schmecken. Selen ruhig und mit einem Lächeln auf dem Gesicht, empfingen sie uns. Doch meine gute Laune hielt nicht sehr lange. Sie verschwand als Saruman auf den Balkon trat. Sarumans Blick glitt über die versammelte Menge, unter ihm und verweilte einen Augenblick länger bei mir, als bei allen anderen. Er lächelte. „Gandalf, ihr denkt ihr habt mich besiegt, nicht wahr!“ Jetzt lachte er. „Ihr werdet mich nie besiegen. Rohan wird untergehen.“ „Wie wollt ihr das anstellen?“ rief einer der Männer zu dem Zauberer hinauf. „Ihr sitzt in einem Turm schon vergessen.“ Saruman lächelte spöttisch auf den Sprecher hinab. „Meine Befehle könnt ihr nicht einsperren oder Pferdeherr. Seht euch nur misstrauisch um und passt gut auf euer Leben auf“
Die Rücker nach Helms Klamm verlief um einiges lauter als der vorherige Ritt. Merry und Pippin erzählten mir alles über Baumbart, das Entthing und wie sie Isengart eingenommen hatten. Ich ließ sie reden. Sie hatten allen Grund stolz auf sich zu sein. Dann wollten sie genau wissen was uns zugestoßen war. Ich erzählte es ihnen. Am Schluss stellte Merry erst fest „ihr seid die mutigste Frau die ich kenne.“ Ich lächelte ein wenig traurig. „Seid euch da nicht so sicher kleinen Halbling es gibt viele Frauen die mutiger waren als ich.“ „Seid nicht so bescheiden“ meinte der Zwerg gut gelaunt „Sie ist ein außergewöhnliches Mädchen, mit außergewöhnlichen Fähigkeiten und außergewöhnlicher Schönheit“ sagte er laut in die Runde. „Und einem außergewöhnlichen Namen“ fügte Aragorn hinzu. „Wisst ihr was er bedeutet?“„Ratet mal. Es ist ein Charakterzug an mir, auf den ich sehr stolz bin.“ Die Männer überlegten. „Frech!“ meinte der Zwerg wie aus der Pistole geschossen, ich seufzte. „Eigensinnig?“ schlug Aragorn vor, ich verdrehte die Augen. „Was denkt ihr von mir?“ „Lieb, nett, freundlich, aufgeschlossen, schön ach nein, das ist keine Charaktereigenschaft“ ratterte Pippin herunter. Ich schüttelte abermals den Kopf, „Willensstark“ kam es von hinten. Eomer war zu uns geritten. „Ja“ sagte ich verblüfft. Er zuckte die Achseln. „Ich hörte diesen Namen und seine Bedeutung schon einmal.“
Natürlich musste nach einem triumphalen Sieg, ein Fest her. Es gab viel zu Essen, laute Musik und natürlich Bier. Doch ein bedrückendes Gefühl, vom Verlust oder einer bösen Vorahnung, lies mich nicht in Frieden feiern. Ich saß alleine an einem Tisch und trank aus einem großen Krug, Bier. Das musste man den Pferdeherren schon lassen, sie machten gutes Bier. Jemand großes ließ sich, neben mich auf die Bank fallen. „Und wie sieht es mit tanzen aus?“ fragte die Person, die ich als letztes auf diesem Fest treffen wollte. „Gut sehet ihr nicht wie ich mich auf der Tanzfläche vergnüge“ meinte ich sarkastisch und hoffte das er abhaute, was er leider nicht tat. „Was habe ich euch getan das ihr so ablehnend zu mir seid?“ fragte er. Ich zuckte die Schultern und stand auf. Immer wenn ich ihn sah drohten alte Gefühle hoch zu kommen. „Wisst ihr, ihr erinnert mich an eine alte Freundin“ sagte er und lief mir hinterher. Ich versuchte nicht zuzuhören, doch bemerkte ich wohl den melancholischen Tonfall als er weitersprach. „Sie ist vor langer Zeit gestorben.“ „Das tut mir aber leid“ sagte ich kurz angebunden und lies ihn stehen. Später auf meinem Zimmer bereute ich es, so grob gewesen zu sein, aber nun war es zu spät.
In der Nacht hatte sich bei den Männern ein kleines Drama abgespielt. Pippin, der neugierige Hobbit, hatte in den Palantir gesehen und eine Vision von dem brennenden Minas Tirith gehabt. Im Gegensatz dazu glaubte Sauron jetzt, Pippin sei der Ringträger und Gandalf entschied mit ihm nach Gondor zu reiten, um dort den Truchsess zu warnen. Ich hörte den Männern schweigend zu, doch als Gandalfs Blick auf mich fiel fühlte ich mich unwohl. „Euch nehme ich auch mit“ sagte er und winkte mich zu sich. Innerlich stöhnte ich auf. Ich wollte nicht nach Gondor, doch Gandalf beharrte darauf und ich wusste warum. Er wollte mich nicht alleine bei den Gefährten lassen. Er traute mir immer noch nicht.
Minas Tirith war eine Stadt die noch den alten Glanz von früher träumte. Weiße Gebäude, Gärten und so viel Wissen, in alten Büchern. Und dies alles wurde von einem irren beherrscht. Minas Tirith würde in diesem Zustand niemals einer Armee von Orks standhalten können. Der Truchsess, wies uns hart zurück, als wir zu ihm kamen. Gandalf schimpfte und Pippin jammerte. Ich saß still neben ihnen und blickte in die Graue Wolke, die sich uns immer weiter näherte. „Was ist das?“ Pippin deutete auf den Horizont. Einige berittene Krieger flohen vor einer Schar Nazgul, und es sah nicht gut für sie aus. „Gandalf sie werden es nie bis nach Minas Tirith schaffen“ meinte ich und wandte mich dem Zauberer zu, doch war dieser schon mit Pippin zu Schattenfell gelaufen und hob den kleinen Hobbit in den Sattel. Ich schüttelte den Kopf warum nahm er den Halbling mit. Mit Gandalfs Einmischung, war klar wer gewinnen würde. Ich redete mit den verwundeten Kriegern, wären ich versuchte ihre Wunden zu versorgen. Osgiliath war also überrannt und würde kein Wunder geschehen, dann würde das auch mit Minas Tirith passieren. Später am Abend sah ich Pippin zu wie er seine neue Uniform anprobierte, und versuchte ihn aufzumuntern. „Sie steht euch prächtig viel besser als ihrem früheren Besitzer“ stellte, mir eine unbekannte Stimme, fest. „Nicht war!“ meinte ich dem Sprecher zugewandt. „Bei einer solchen Wache, braucht man keine Angst mehr vor Mordors Schergen zu haben.“ Pippin blickte mich böse an. „Ja ja ich weiß, ich sehe furchterregend aus“ grummelte er. Faramir und ich lachten „Ihr werdet es noch sehen“ meinte der Halbling dann sauer. Ich zupfte kichernd Pippins Uniform zu Recht. „Sicherlich, mein Herr Ritter.“ Faramir nickt „Mann brauch nicht nur Kraft, sondern auch Köpfchen. Habt ihr eins, seid ihr willkommen“ „Oh das habe ich“ sagte Pippin, ich schüttelte hinter ihm, grinsend, meinen Kopf. Faramir lachte und legte einen Finger auf seine Lippen. Ich mochte Faramir nun ja bis er sich dann für eine Selbstmordaktion meldetet
„Das macht ihr nicht wirklich“ schrie ich. Da dachte man, man hätte einen gefunden, der nicht besessen vom Kämpfen war und was manche Mann? Er zog selbstopfernd in die Schlacht. Waren jetzt alle durchgedreht. Erst der Truchsess und jetzt auch noch sein Sohn. Faramir drehte sich kurz zu mir um. Die Zeit, in der ich ihn kennen gelernt hatte, war er mir sympathisch geworden und erstaunlicherweise ans Herz gewachsen. „Ihr könnt nicht gewinnen. Das ist euer Tod, und der, eurer Untergebenen. Wir brauchen alle Männer, für den Schutz von Minas Tirith.“ redete ich auf ihn ein. Er schüttelte nur den Kopf. „Sucht euch ein sicheres Versteck, bevor der Sturm beginnt“ er drückte meine Hand zum Abschied, dann schritt, er auf den Hof, zu seinen Soldaten. Ich blickte Faramir nach. Verkriechen? Ich? Nein! Ich machte mich auf die Suche nach einer Waffe und anderer Kleidung. Ich würde niemals vor einem Kampf fliehen.
Der Kampf tobte und ich war mitten drinnen. Die Nazgul mit ihren Drachen machten uns ziemlich das Leben schwer (Wort wörtlich). Ich erblickte Eowyn, wie sie einem besonders großen Exemplar von einem Nazgul gegenüberstand. Sie schrie etwas und zog mit großer Dramatik, ihren Helm ab. Ihr langes Haar wehte im Wind und sie rammte mit aller Wucht ihr Schwert in das Gesicht des vermummten. Eowyn brach zusammen, doch auch der Nazgul schien zu sterben. Ein ungutes Gefühl machte sich in mir breit und ich blickte mich auf der Such nach der Ursache um. Das Reittier des Ringgeistes lebte noch und näherte sich, mit hungrigen Augen, Eowyn. Ohne zu überlegen rannte ich los und schwang mich auf den Rücken des Tieres. Das schnappte nach meinen Beinen und schlug mit den Flügeln, wir erhoben uns. Ich bekam die Zügel zu fassen und riss sie nach hinten. Der Drache kreiste vor Schmerz, da die Seilenden an seiner Nase befestigt waren. „Hehehe“, rief ich, als das Tier immer noch Anstalten machte, mich herunter zu schmeißen. Nach einigem Kraftaufwand, gehorchte es mir soweit das ich Sturzflüge auf die großen Trolle und Olifanten fliegen konnte. Ich genoss die Macht, die es mit sich brachte von oben Angreifen zu können und war für einen Augenblick nicht wachsam. Mein Reittier ruckte und ich fiel mit einem Schrei, vornüber den Hals und dem Boden entgegen.
“Dies ist deine letzte Chance, nutze sie oder ich werde deinen Wunsch niemals erfüllen. Erledige deine Aufgrabe, erinnere dich wieso ich dich bei den Gefährten eingeschleust habe, nicht das du dich verliebst. Sei ein gutes Mädchen oder willst du den Zorn Saurons spüren.
Das Erste was ich hörte, als ich aufwachte, waren die Geräusche von vielen schlafenden Menschen. Leise, mit nackten Füßen, schlich ich über den Boden zu dem Vorhang der mich von den anderen Menschen trennte. Ein Blick zeigte mir, dass ich in einem provisorischen Krankenhaus war. Überall standen Betten, manche verhangen mit Tüchern, andere zeigte, ihre meinst schwer verwundeten, Patienten.
Ich schlich den Flur entlang durch eine Tür. Eine dunkle Gestalt erwartete mich schon.
„Ich weiß jetzt woher ich dich kenne“ sagte, mir eine vertraute Stimme.
Ich verschränkte die Arme „Ach ja“ sagte ich, leider mit einem kleinen wackeln in der Stimme.
Er löste sich aus dem Schatten „Ich dachte du wärst tot.“
Er kam immer näher, ich wich zurück doch er war schon bei mir und schloss mich in die Arme „Ich habe dich vermiest kleiner Feuer Teufel.“
Ich erstarrte und ein unbändiges Verlangen einfach den Kopf an seine Brust zu legen und alles wie früher werden zu lassen ergriff Besitz von mir. Doch diese kleine Schwäche verschwand sogleich, als er weiter sprach. „Was ist damals passiert, warum bist du damals ohne ein Wort verschwunden.“
Er trat einen Schritt zurück um mich anzusehen „Was ist aus Ilian und den anderen geworden?“
Ich musterte ihn, wie ich hoffte verachtend. „Müsstest du das nicht am besten wissen? Dein Onkel hat sie doch alle umbringen lassen.“
Meine Stimme versagte und die Maske der Gleichgültigkeit und Selbstsicherheit verfloss wie Wasser auf Stein. Mit fahrigen Fingern machte ich das Messer von meinem Gürtel los. Er blickte mich erschrocken an, wie ich da vor ihm stand, zitternd und mit einem Stück Metall in der Hand. Er war unbewaffnet doch immer noch größer und stärker als ich. Ich kam mir so blöd vor. Mit einem schluchzen lies ich mich auf den Boden sinken.
„Ich kann es nicht“ flüsterte ich „ich bin so dumm.
“Eomer kniete sich neben mich und nahm mir das Messer aus der Hand. „Was ist los Imara?“ sagte er verwirrt und besorgt.
Ich sah ihn böse funkelten an. „Dein Volk hat mein Stamm wie Orks abgeschlachtet, hast du das etwa vergessen?“ Ich befreite meine Hand aus seinem Griff. „An dem Tag, an dem ich das letzte Mal mit euch im Wald gespielt habe. Weißt du nicht mehr was damals passiert ist?“
Ich wich seinem Blick aus. Ich konnte ihn nicht direkt ansehen, da sonst alte Gefühle hoch kommen würden, die ich geschworen hatte nie mehr zu fühlen.
Eomer suchte meinen Blick „Dein Stamm wurde damals“,
„ermordet!“ unterbrach ich ihn. „Von euch Forgoil! Ich wusste immer, dass ihr Flachsköpfe uns Dunländer nicht mögt, da wir vor Urzeiten auf Saurons Seite waren“ zischte ich.
„Wir haben euch nicht gehasst“, sagte Eomer und fügte leiser hinzu „im Gegenteil. Ich habe dich damals geliebt.“
Diese Worte gaben mir einen Stich ins Herz. „Als ich damals nach Hause kam, fand ich nur noch die Leichen meines Stammes, brennend, in der Mitte des Dorfplatzes. Dein Volk ist in unser Dorf gekommen und hat sie alle ermordet.“ Ich wollte nicht über seine Worte nachdenken. „Ich war damals ganz alleine, hätte mich nicht ein anderer Stamm aufgenommen wäre ich wahrscheinlich auch gestorben. Wir sind alle weiter in die Berge oder wo anders hin geflohen. Einen offenen Kampf gegen euch hätten wir nie gewinnen können. Mein neuer Stamm diente Saruman. Er hat uns wenigstens akzeptiert!“ Ich sprang auf.
All die Jahre hatte ich auf diese eine Chance gewartet mich zu rächen. Ich hatte eine gute Kampfausbildung bekommen und Saruman hatte mich unterstützt, doch heute da ich meinem Ziel so nahe war, wollte ich nur noch weg rennen. Wie damals, als ich in mein Dorf gekommen war und es nicht wahr haben wollte, dass meine Brüder Tot waren.
„Tu nicht so als hättest du nichts gewusst.“ sagte ich wütende.
Eomer war auch aufgestanden. „Wir haben deine Familie nicht umgebracht“ sagte er und hinderte mich am wegrennen.
„Und wer dann“ schnaubte ich wütend. „Wer denn dann, es war niemand andres da.“
„Saruman“ sagte Eomer trocken.
Ich starte ihn erst entgeistert an, dann Lachte ich spöttisch. „Ja klar und ich bin ein Ork!“ Ich riss mich los und rannte den Flur entlang. Ich wollte nur weg von hier.
In einem Durchgang mit hohen Bogenfenstern blieb ich keuchend stehen. Meine Wunden waren noch frisch und fingen wider an zu bluten.
Eomer hatte mich schnell eingeholt. „Manchmal denke ich wirklich du bist ein Ork, du bist verdammt stark für eine Frau“ ein grinsen huschte über sein Gesicht doch verschwand es Augenblicklich wider und er wurde ernst. „Imara nach dem Sturz von Saruman habe ich nachgeforscht, du kahmst mir gleich so bekannt vor, wohl du dich stark verändert hast.“ Er sah mich ernst an. „Gandalf hat mir dabei geholfen. Saruman hat die Angst und die Wut eures Volkes, seit diesem Attentat ausgenutzt um euch gegen uns zu hetzen. Es war alles sein Plan“. Er griff nach meiner Hand und ich ließ es diesmal zu. Ich wusste nicht was ich glauben sollte, wem ich glauben sollte. Ich machte den Fehler in seine Augen zu sehen.
„Aber es gab Beweise, das...“ sagte ich leise. Gab es die wirklich oder hatte ich in meiner blinden Wut einfach alles geglaubt.
„Ich hörte erst später von dem Schicksal deines Stammes, als die Männer meines Onkels, vier Orks in den Hügeln aufgriffen“ sagte Eomer. „Erst wollten sie nicht reden doch nach einer Weile der intensiven Befragung spuckten sie ihre Geheimnisse aus. Damals sagten sie ihr Herr hätte es ihnen befohlen, doch bevor sie uns verraten konnten wer ihr Master war und was er mit dieser Tat bezweckte wollte, staben sie auf unerklärliche Weiße. Jetzt weiß ich das damals Magie im Spiel war“.
„Aber“ sagte ich. Ich fühlte mich plötzlich hilflos, planlos und wider allein. Meine ganze Familie war ausgelöscht...von einem Mann dem ich geglaubt hatte? Stimmte es das Saruman der Mörder meiner Familie war, hatte ich kein Ziel mehr, war ich wirklich verloren in der Einsamkeit.
„Aber“ sagte ich und mit jedem Wort wurde meine Stimme leiser und höher. „Ich“ stammelte ich.
Eomer zog mich enger an sich und strich mir leicht über die Haare. „Ich denke das Saruman dich und alle anderen Dunländer als Waffe gegen uns missbrauchen wollte. Dein Auftrag war es mich zu töten, damit die Rohirrim keinen Anführet mehr haben oder?“
Ich erwiderte nicht, doch brauchte er auch keine Antwort.
„Bitte glaube mir. Ich würde dich niemals anlügen kleiner Feuerteufel“ meinte er und ich schnaubte.
Ich hatte schon früher diesen Spitznamen gehasst. Ich hörte es eher als das ich es sah, dass er schmunzelte. Ich stemmte mich von seiner Brust weg und sah ihm in die Augen.
„Ich will alles sehen was du über diesen Tag und das Attentat herausfinden konntest“ sagte ich mit neuem Ehrgeiz in der Stimme. Wenn schon die letzten Jahre eine Lüge waren, wollte ich alles über diesen Betrug herausfinden.
Eomer lächelte. „So kenne ich meine Mädchen“. Ich zog eine Augenbraue nach oben.
„Wer hat gesagt, dass ich dein Mädchen bin?“ meinte ich, doch musste ich grinsen.
„Ich“ sagte er nur und ergriff meine Hand und zog mich in Richtung aus der ich die Stimmen der anderen Gefährten hörte.
Ich brauchte Zeit um meiner Wut und Trauer Herrin zu werden, doch würde ich es schaffen und Eomer würde mir dabei helfen.
Es war jedenfalls ein guter Anfang das er in diesen Tag und in den Weiteren, meine Hand nicht mehr los ließ. (Na ja manchmal schon, aber selten).

3 Jahre später
Es war ungewohnt die Stadt der Flachsköpfe zu sehen ohne Hass zu verspüren, sogar das Gegenteil war der Fall. Vorfreude. Ich spornte meine Stute an, schneller zu reiten. Es dämmerte schon und ich wollte nicht erst ankommen wenn alle schliefen.
Ich sah einen Schatten schnell auf mich zu reiten.
„Was macht eine Frau so allein in der Riddermark?“ wollte der hochgewachsene Blondschöpf wissen.
Ich grinste.
Nach der Schlacht am schwarzen Tor war ich viel in Mittelerde herumgereist. War in Tal, hatte Legolas im Düsterwald besucht, und war sogar im Auenland gewesen (aber nur kurz) und jetzt war ich also hier.
„Nun ich wollte, eine mir sehr wichtige Person besuchen“ sagte ich.
„Nur besuchen oder vielleicht…“ der Mann zögerte einen winzig Moment. „Vielleicht auch bei ihm bleiben“. Eomer nahm seinen Helm ab und sah mich fragend an.
Ich lachte. „Ich sprach von Eowyn, bilde dir ja nichts ein“ sagte ich und gab ihm einen kleinen Klaps als ich an ihm vorbei ritt. Ich hörte es hinter mir schnauben. Ob es der Mann war oder das Pferd, wusste ich nicht so genau.
Auf dem Ritt nach Edoras redeten wir viel über meine Reisen und wie sich die Lage hier gewandelt hatte seit Eomer König war. Die Zeit verging wie im Flug und wir Ritten durch das Tor der Stadt und zu den Stellen. Eomer war auffallend still geworden, erst als ich mein Pferd abgesattelt hatte und in Richtung der Häuser gehen wollte, hielt er mich zurück.
„Ich habe das vorhin ernst gemeint“ sagte er. „Das Angebot das du bleiben kannst“ er sah mir in die Augen. „Ich würde mich freuen!“
Ich blickte zu ihm auf und lächelte. Meine Antwort war schlicht.
Ich streckte mich zu ihm hoch und nahm sein Gesicht in die Hände. Dann küsste ich ihn.
„Ich dachte das wäre klar“ meinte ich als wir uns voneinander losen. „Ich finde wir haben schon viel zu lange gewartet, für zwei die, eindeutig, die ungeduldigsten Menschen in Mittelerde sind.“
Eomer lachte und ich Küsste ihn erneut.
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Geheimnisse in Mittelerde
Geheimnisse in Mittelerde
Die Gefährten findet auf ihrer beschwerlichen Reise ein Mädchen in Fesseln und von Uruk-hai bewacht. Natürlich müssen sie ihr helfen und nehmen sie nach einer kampfreichen Befreiung notgedrungen mit. Nur wer ist die junge Frau, woher kommt sie, warum...
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2018-04-04
402C
Herr der Ringe

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