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Das Flüstern der Vergessenen (5&6)

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2 Kapitel - 3.664 Wörter - Erstellt von: Sarah Laureen - Aktualisiert am: 2018-04-05 - Entwickelt am: - 221 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Der Rat stellt sich als eine Herausforderung für das Temperament der Nordländerin heraus. Zwar ist sie sich sicher, dass sie sich lange genug zusammenreißen kann um mit ihrer Rache zu warten - aber ein gewisser Mensch erschwert dieses Vorhaben...

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Kapitel 5: Der Rat und eine Entscheidung Solay tauchte erst am nächsten Morgen kurz vor Beginn des Rates auf. Die ganze Nacht hatte sie damit zugebra
Kapitel 5: Der Rat und eine Entscheidung

Solay tauchte erst am nächsten Morgen kurz vor Beginn des Rates auf. Die ganze Nacht hatte sie damit zugebracht über ihr weiteres Vorgehen bezüglich des Ringes nachzudenken. Für sie stand es fest, dass sie den Ringträger beschützen würde. Allerdings war sie nicht so sicher, ob sie ihn offen begleiten oder aus dem Verborgenen beschützen sollte. Beides hätte seine Vorteile. Für den Moment beschloss sie einfach abzuwarten.
Ihre Entscheidung hing von vielen Faktoren ab – unter anderem von der Identität des Ringträgers und seiner möglichen Begleiter. Dementsprechend gespannt ließ sie sich neben Aragorn nieder, der sie besorgt von der Seite musterte. Ihr Abgang war den Anwesenden gut im Gedächtnis geblieben weshalb die Männer sie aufmerksam beobachteten. Die Kriegerin ignorierte sie und nickte Elrond leicht zu. Dieser lächelte sie kurz an, ehe er sich an alle wandte. „Fremde aus fernen Ländern, langjährige Freunde, ihr seid hergerufen worden, damit wir auf die Bedrohung Mordors reagieren. Mittelerde steht am Rande der Vernichtung.“ Nur mit Mühe konnte sie ein leichtes Schnauben zurückhalten, als sie das sprechende Mienenspiel der Männer bemerkte. Ah, einige schienen Probleme mit der Anwesenheit gewisser Teilnehmer zu haben. Die unausgesprochenen Differenzen erzeugten eine Spannung zwischen ihnen. Elronds Worte verstärkten sie nur. „Niemand kann dem entgehen. Ihr müsst euch verbünden oder ihr geht unter. Jedes Volk ist diesem Schicksal ausgeliefert, auf Gedeih und Verderb! Hole den Ring heraus, Frodo." Zitternd stand der junge Halbling auf und legte das verhängnisvolle Schmuckstück auf einen Steintisch ab. Sofort entstand ein Getuschel, an dem sich Solay nicht beteiligte. Sie schenkte dem lauten Wortwechsel keine Beachtung. Ihre Aufmerksamkeit galt dem Jungen. Er war bereits zu sehr an den Ring gebunden. Die Dunkelheit, die der Splitter auf seiner Seele hinterlassen hatte machte ihn anfällig für dessen Bosheit. Insgeheim hoffte sie, dass er ihr die Heilung gestattete. Andernfalls würde er sein ganzes Leben unter der Wunde leiden.
Sollte er sich entschließen, die Bürde auf sich zu nehmen, stand ihm ein Schicksal bevor, das sie um seine Seele fürchten ließ. Der Krieg veränderte jeden, aber der Ringträger würde wahrscheinlich die schlimmsten geistigen und seelischen Verletzungen davontragen. Zumindest konnte man davon ausgehen, wenn man sich mit der Macht des Bösen ein wenig auskannte. Die Stimme Aragorns riss sie aus ihren düsteren Überlegungen. „Du kannst ihn nicht einsetzen! Niemand kann das. Denn der Eine Ring gehorcht nur Sauron allein. Er ist es, der ihn beherrscht." Wahre Worte. Leider schien der Gondorianer Probleme mit seinem überdimensionalen Ego und seinem männlichen Stolz zu haben. Er verzog die Mundwinkel zu einem abfälligen Grinsen, musterte den Erben Isildurs spöttisch und schnaubte verächtlich. „Ein Waldläufer versteht nichts von solchen Dingen." Beruhigend legte sie dem Dúnadan eine Hand auf den Arm. Doch bis auf eine leichte Gewichtsverlagerung ließ der sich nichts anmerken. Sie flüsterte ihm leise ins Ohr: „Gestatten? Mein Name ist Boromir, ach übrigens, er ist das Synonym für personifizierte Dummheit.“ Ein widerwilliges Grinsen umspielte nun seine Lippen. Einer der Elben aus dem Düsterwald sprang erregt auf. Eindeutig war sein Gemüt durch die unbedachten Worte des Menschen aufgewühlt. „Er ist kein einfacher Waldläufer! Das ist Aragorn, Arathorns Sohn, du bist ihm zur Treue verpflichtet." Frodos Augen weiteten sich verblüfft. Anscheinend hatte man ihm die Identität seines Retters vorenthalten. Solay wunderte das gar nicht. Der junge Dúnadan war schon immer verschwiegen gewesen. Boromir wirkte unangenehm überrascht. Immerhin war er ein befehlsgewohnter Mann, der sich kaum freiwillig unterordnete. Zumal er der Sohn des widerlichen Truchsess war und politisch gesehen jeden Grund hatte, diese Neuigkeit nicht zu begrüßen. „Aragorn? Das also ist Isildurs Erbe." Schon wieder dieser abfällige Ton! Solays Augen wurden zu schmalen Schlitzen. Der Gondorianer sollte sich vorsehen, oder sie erteilte ihm eine äußerst schmerzhafte Lektion. Es reichte, dass er sie mit mangelndem Respekt behandelte. Damit konnte sie umgehen. Aber Aragorn sollte er gefälligst so behandeln, wie es ihm zustand! Bevor sie jedoch handeln konnte fuhr der junge Elb in seiner Zurechtweisung fort: „Und er ist der Thronerbe von Gondor." Das war ein wunder Punkt des Menschen neben ihr. Aragorn zweifelte seitdem er die Wahrheit über seine Abstammung kannte an seinen Qualifikationen für diese Aufgabe. Solays Ärger nahm zu, als sie beobachten musste, wie er zuerst betreten nach unten sah und schließlich abwinkte. „Havo dad, Legolas."
Der Elb fügte sich dem Befehl und verstummte. Leider wollte Boromir anscheinend sein Todesurteil unterschreiben, denn er murmelte auf dem Rückweg zu seinem Platz einen Satz, der die Nordländerin rasend vor Zorn machte. „Gondor hat keinen König, Gondor braucht keinen König." Ihre Augen begannen zu glühen und der Drache in ihrem Innern erhob sich. Um sie alle zu retten fuhr der Zauberer ihr eilig über den Mund.
„Aragorn hat Recht, wir dürfen ihn nicht einsetzen." Na wunderbar. Sarkastisch schnaubte sie. Als wären sie nicht längst zu dieser Erkenntnis gekommen! Nur mit Mühe hielt sie ihren Zorn im Zaum. Elrond nickte zustimmend. "Es gibt nur einen einzigen Weg: Der Ring muss vernichtet werden." Erschütterte Stille. Das Mienenspiel der Männer umfasste ein gewaltiges Spektrum: von Zustimmung bis Ärger. Einer der Zwerge sprang auf und schwang seine Axt. Solay ahnte, welche Dummheit er begehen würde. Und sie täuschte sich nicht. Nach seinem beherzten Satz „worauf warten wir dann noch?" ließ er die Waffe auf den Ring niedersausen. Kopfschüttelnd beobachtete sie, wie er durch die Druckwelle nach hinten geschleudert wurde und seine Waffe zerbrach. Der Ring selbst blieb unbeschadet. Genauso wie sie es erwartet hatte.
Besorgt stürmten seine Genossen zu ihm und halfen ihm wieder auf die Beine. Elrond selbst schüttelte resigniert den Kopf und fixierte ihn scharf. „Der Ring kann nicht zerstört werden, Gimli Gloinssohn, jedenfalls von keiner Kraft, die wir hier besitzen. In den Feuern des Schicksalsberges erschaffen, kann er nur dort vernichtet werden. Man muss ihn tief nach Mordor hineinbringen und in die feurige Kluft zurückwerfen, aus der er stammt! Einer von euch muss das tun."
Die Begeisterung der Anwesenden hielt sich in Grenzen. Solay seufzte und schloss die Augen. Wahrscheinlich würde gleich der nächste Streit ausbrechen. Bevor sie sich ein kleines Nickerchen genehmigte, murmelte sie leise zu Aragorn: „Weck mich, wenn die Entscheidung gefallen ist oder diese Kleinkinder erwachsen sind.“ Sie sah nicht sein leichtes Grinsen, das ihre Worte auslöste und döste weg. Wie erwartet begannen die Herren innerhalb kürzester Zeit zu streiten, bis der kleine Frodo sich bereiterklärte, den Ring nach Mordor zu bringen. Besorgt wurde er daraufhin von der Nordländerin angesehen, die beim Klang seiner Stimme wieder hellwach geworden war. Langsam fand sich die Gemeinschaft zusammen. Solay beobachtete wie Aragorn, Legolas, Gimli und Boromir sich nach Gandalf zu ihm gesellten. Ihr gefiel es gar nicht, den Gondorianer in der Reichweite des Ringes zu wissen. Allen anderen Teilnehmern vertraute sie genügend. Grinsend beobachtete sie, wie drei Hobbits zu der Gruppe stürzten und sich so zu Mitgliedern machten.
Was für eine bunte Gemeinschaft. Zum ersten Mal wandte Elrond sich an die rothaarige Kriegerin. „Was ist mit Euch, Solay? Ihr seid als Vertreterin Eures Volkes anwesend und Eure Kräfte könnten über Gelingen oder Scheitern entscheiden. Wollt Ihr den Ringträger begleiten?“ Alle Augen richten sich auf sie. Gespannte Stille herrschte während sie auf die Antwort warteten. Solay schickte ein Stoßgebet zu den Drachengöttern und fällte ihre Entscheidung. Hoffentlich bereute sie ihren Entschluss nicht. Schließlich war sie nicht gerade für ihre Geduld bekannt. „Sofern der Ringträger keine Einwände hat würde ich die Gemeinschaft gerne begleiten.“ Der dunkelhaarige Hobbit lächelte sie schüchtern an.
„Ich würde mich über Eure Begleitung freuen, Milady.“
Sie grinste und schlenderte auf ihn zu. „Bitte sprecht mich nicht mit Milady oder Herrin an, Frodo, ich fühle mich sonst so alt. Mein Name ist Solay.“ Bis auf Boromir schien sich jeder über ihre Entscheidung zu freuen. Verständlicherweise, immerhin hatte sie ihm den Tod angedroht.
„Zehn Gefährten. So sei es.“ Damit war der Rat offiziell beendet. Elrond und Aragorn schnappten sich umgehend die Nordländerin um sie in eine leerstehende Laube zu ziehen. Ergeben ging sie mit. Sie wusste, was die beiden von ihr wollten und sie war auch gewillt, ihre Rachegelüste zu verschieben, bis die Aufgabe erledigt war. In der Laube angekommen verschränkte sie die Arme vor der Brust und grinste wissend. Bevor ihre beiden Freunde die Chance bekamen etwas in diese Richtung zu sagen begann sie zu sprechen. „Ich werde ihn nicht töten, bis diese Mission beendet ist keine Sorge. Ihr habt mein Wort.“
Verblüfft wechselten die beiden Männer Blicke. Anscheinend hatten sie mit mehr Gegenwehr, Aufstand oder eine heftige Diskussion gerechnet. Die plötzliche Umgänglichkeit überraschte sie positiv. Dennoch waren sie ein wenig verwirrt. Immerhin kannten sie das Temperament ihrer nordischen Freundin. Diese Einsicht kam unerwartet und war äußerst willkommen. „Sag mal, was ist mit dir los? Während der Versammlung hast du ihn mit Blicken gelyncht und jetzt lässt du ihn klaglos am Leben? Wer bist du und was hast du mit Solay gemacht?“ Die Nordländerin verdrehte seufzend die Augen. Ihr Temperament mochte zwar tödlich sein, aber das musste nicht heißen, dass sie sich von ihm beherrschen ließ. Wichtiger als ihr Zorn war die Vernichtung des Ringes. Ja, es würde ihr schwerfallen dem Gondorianer nicht an die Kehle zu springen, aber sie würde ihn nicht absichtlich schaden, solange sie Gefährten waren. „Ihr stellt die falschen Fragen. Kennt ihr so etwas wie Prioritätensetzung? Ich bin immer noch sauer auf den Kerl, das habt ihr völlig richtig beobachtet. Allerdings ist es viel wichtiger, den Ring zu vernichten, als Rache zu üben. Bis der Ring entweder zerstört oder in Feindeshand geraten ist, kann sich der Gondorianer seines Lebens erfreuen. Ich werde es vermeiden ihn absichtlich zu verletzen oder durch meinen Zorn zu gefährden. Dafür möchte ich ein Versprechen von dir Aragorn.“ Als er nickte, lächelte sie leicht. „Behalte das Geheimnis über meine wahre Herkunft bitte für dich. Es wissen schon zu viele wer ich bin und ich will nicht, dass Sauron durch seine Späher herausfindet, was es mit mir auf sich hat. Das ist auch ein Grund, warum ich meine Haare verstecken und eine Halbmaske tragen werde. Sollten wir den Weg den Caradhras wählen muss ich mich von euch trennen. In diesem Fall werden wir uns in Lothlórien wiedersehen, Aragorn.“
„Du fürchtest den Winter, habe ich Recht?“ Sie stimmte ihm still zu. Das Letzte was sie brauchen konnte war, das Boromir sie in ihrem schwächsten Moment erlebte. Es würde schon so schwer genug werden ihr Geheimnis zu verbergen. Der Waldläufer rieb sich die Schläfen. „Wann beginnt es? Je nachdem sollten wir früher aufbrechen.“
„Ende November, Anfang Dezember.“
„Du hast mein Versprechen Solay. Ich werde dein Geheimnis bewahren, aber du solltest mit Gandalf darüber sprechen. Vielleicht ist es sinnvoll, dass du dich an einem bestimmten Ort von uns trennst. Die einzige Schwierigkeit die ich da sehe ist, wie wir es glaubwürdig den anderen rüberbringen, dass du weg musst. Wir brauchen für dich eine mehr als nur plausible Ausrede. Irgendwelche Ideen?“
„Bisher noch nicht. Mir wird schon noch etwas einfallen mit deiner Unterstützung.“ Tief atmete sie durch und gegen ihre Anspannung an. „Danke für deine bedingungslose Hilfe Aragorn.“
„Dafür sind Freunde doch da, oder? Außerdem hast du mir selbst oft genug aus der Patsche geholfen und das Leben gerettet.“
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Das Flüstern der Vergessenen (5&6)
Das Flüstern der Vergessenen (5&6)
Der Rat stellt sich als eine Herausforderung für das Temperament der Nordländerin heraus. Zwar ist sie sich sicher, dass sie sich lange genug zusammenreißen kann um mit ihrer Rache zu warten - aber ein gewisser Mensch erschwert dieses Vorhaben...
http://www.testedich.de/quiz54/quiz/1521798220/Das-Fluestern-der-Vergessenen-56
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2018-03-23
402C
Herr der Ringe

Kommentare (9)

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Isilya ( von: Isilya)
vor 17 Tagen
Das 6. Kapitel ist einfache klasse. Schön Solay mal ruhig zuerleben😊
Sarah Laureen (84797)
vor 18 Tagen
Schön dich auch hier zu lesen 😉 Freut mich, das es dir so gut gefällt! Solay war ja ein wenig ruhiger und nachdenklicher als sonst...
Princess of Mordor ( von: Princess of Mordor)
vor 18 Tagen
Das neue Kapitel ist, wie die vorigen auch, einfach nur genial:D Ich habe nichts auszusetzen und bin mehrere Stunden nach dem Lesen immer noch total am Schwärmen;D
Sarah Laureen ( von: Sarah Laureen)
vor 19 Tagen
Kapitel 6 ist online. Eure Meinung dazu?
Isilya ( von: Isilya)
vor 27 Tagen
Freu mich drauf wenn es weiter geht😍
Sarah Laureen ( von: Sarah Laureen)
vor 29 Tagen
Teil 5 ist in der Warteschleife;)
Sarah Laureen (87864)
vor 52 Tagen
Vielen Dank für Rückmeldung ihr zwei! Das ist sehr motivierend 😉
Sternenschreiber (37730)
vor 53 Tagen
Das zweite Kapitel ist echt klasse. Kann's kaum erwarten bis esweiter geht
Isilya ( von: Isilya)
vor 57 Tagen
Bitte schreib weiter die geschichte ist wirklich mega💕