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Copy Paste: Fenster der Vergangenen [Kapitel 7 - 10]

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4 Kapitel - 12.472 Wörter - Erstellt von: Cinnabar - Aktualisiert am: 2018-03-20 - Entwickelt am: - 195 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

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((bold))((big))Verloren Ⅰ((ebig))((ebold)) Seine Aussage irritierte sie. Es gab keinen Grund, warum sie auf ihn verwirrend wirken sollte. Ihr Verhal
Verloren Ⅰ

Seine Aussage irritierte sie. Es gab keinen Grund, warum sie auf ihn verwirrend wirken sollte. Ihr Verhalten war völlig gewöhnlich und lediglich der Geruch der Unsicherheit gegenüber Law haftete vermutlich an jeder Zelle ihres Körpers. Nichts von alldem war ungewöhnlich.
Die restlichen Treppen erklimmend, schritt sie auf das Deck, ließ Bepo dabei allerdings nicht aus den Augen. Auch er musterte sie weiterhin, schien sich über etwas im Klaren werden zu wollen, fand aber offensichtlich keinen Anhaltspunkt.
Wenn sie seinen Blick hätte deuten müssen, sicherlich dachte er an etwas, das sie selbst kaum zu glauben vermochte. In diesem Sinne wäre es aber gleichzeitig unmöglich für ihn die Angst in ihr zu erkennen. Seine feine Nase verriet ihm vielleicht ihre aktuelle Gefühlslage, doch die einst vergangenen Tage waren keinesfalls Bestandteil einer Sorge, die sie immerzu offen mit sich herumtrug. Trotzdem kam sie nicht von dem Gedanken los, dass es genau diese eine Sache war, die sie am meisten versuchte zu vertuschen. Diese beständige Nervosität sich etwas anzueignen, das vielleicht gar nicht ihr gehörte. Schlussendlich war Bepo ein Bär, ein Tier, ein lebender Sensor für menschliche Gefühlskrisen.

„Was meinst du damit? Warum verwirre ich dich? Was verwirrt dich an mir?“ Da sie selbst keine Antwort fand, versuchte Naoe den Grund hinter Bepos Aussage zu ergründen. Er wusste immerhin am besten, was genau er meinte. Doch er kam zu keiner Antwort, denn ehe er überhaupt Anstalten für eine Erklärung machte, schritt Law die letzten Stufen an Deck hinauf. Kurz warf er einen prüfenden Blick zu ihr und seinem Crewmitglied, ehe er sich etwas gelassener an den Türrahmen lehnte und ein paar neue Informationen preisgab. „Wir müssen uns für den Plan gegen Kaido rüsten.“
„Ihr wollt also tatsächlich noch einen der vier Kaiser stürzen?“ Schon vor Wochen war Naoe zu Ohren gekommen, dass sich die Allianzen zwischen bestimmten Supernoven nur gebildet hatten, um gegen die stärksten der See anzukommen. Nachdem Big Mom gefallen war, hatte sie eigentlich damit gerechnet, dass der Plan gegen Kaido verfiel. Immerhin sollte man die Kaiser der Meere niemals mehr aufmischen als nötig. Zumal Blackbeard ein Teil von ihnen, und ein durchaus gefährlich dieser Mann war. Seine Opfer hatten keinerlei Chance auf ein Entkommen.
„Das war von Beginn an der Plan gewesen. Luffy hat nur einen Umweg gewählt.“
„Wie zuvorkommend. Nun? Wie willst du vorgehen, Trafalgar?“
Den Mund etwas verziehend, schien er über seine Strategie nachzudenken. Kaido zu stürzen erforderte eine Macht, die sie erst einmal erlangen mussten.
„Wir müssen unsere Allianz ausbauen. Wir brauchen mehr Mannschaften, mit denen wir uns zusammentun können. Dank der Aktion gegen Big Mom wird Kaido sich nun darauf einstellen, dass wir ihn als nächstes Ziel anvisieren. Er wird sich vorbereiten, um den Kampf aufzuwerten.“
„Und du weißt noch nicht, mit wem du eine Allianz eingehen möchtest, da Luffy sowieso mit jedem zusammenarbeitet, der nur halbwegs nett aussieht?“ Eine Braue hebend, musterte sie Law eingehend. Er war eindeutig nicht davon angetan eine Allianz mit mehr Piraten als nötig zu formen. Allein die Zusammenarbeit mit den Strohhüten kostete ihn einiges an Nerven, dessen war Naoe sich sicher. Mehr Kraft brauchte es trotzdem und somit gab es wiederum keinen Weg an einer weiteren Allianz vorbei.
„Ich hatte an die Drake Piraten gedacht...“ Mit einer wegwerfenden Handbewegung ließ er den Satz in der Luft hängen, weshalb Naoe ihn aufgriff und beendete. „Aber die gehören zu allem Überfluss zu Kaido und du wirst einen Teufel tun und dem Monster die Untergebenen stehlen.“
„Außerdem sollten wir im Moment nicht noch mehr Aufmerksamkeit erregen. Big Mom ist gefallen, Doflamingo wurde aus dem Verkehr gezogen, die Produktion auf Punk Hazard ist vernichtet worden und Kaido weiß, dass er unser nächstes Ziel sein wird. Hinzukommend wird bald jeder wissen, dass ich eine Allianz mit dir geschlossen habe. Wir haben den Bogen bereits überspannt.“
„Das Letzte, was wir gebrauchen können ist, dass Kaido uns zuerst angreift. Dazu sind wir noch nicht bereit, also müssen wir ruhiger werden. Dem Gedankengang kann ich folgen. Das Biest wird bald denken, dass wir entweder etwas aushecken oder, dass wir kalte Füße bekommen haben. Zumindest wird er davon absehen den ersten Schritt zu machen. Er bleibt damit der Gastgeber und wir stoßen dazu, wenn wir unseren Todeswunsch in die Tat umsetzen wollen. Reizend.“ Seufzend wandte sie den Blick auf die blauen Wellen der See, wo sich in sichtbarer Ferne eine Insel über Wasser hielt. Die Optionen, um gegen Kaido zu siegen, waren minimal bis beinahe nicht vorhanden.

„Käpt'n, wir kommen bald an unserem Ziel an.“ Bepo, der die Zeit über nichts gesagt hatte, richtete sich an Law. Während die beiden ein paar Kleinigkeiten durchgingen, hielt Naoe ihre Gedanken in der Ferne fest. Die Thousand Sunny war ihnen ein gutes Stück voraus und steuerte bereits auf die Insel zu, während die Death ihnen langsam folgte.
„Wir werden dort unsere Vorräte aufstocken und so bald wie möglich wieder ablegen.“
„Aye, Käpt'n!“ Wie auf Befehl machte der Bär kehrt und verschwand im Inneren des Schiffes. Naoe beobachtete es über die Schulter hinweg, wobei Law an Deck blieb und ein wenig auf sie zukam.
„Wie heißt die Insel?“
„Corona Rica. Ein recht unparteiisches Königreich.“ Ihre Frage beantwortend, richtete auch Trafalgar seine Aufmerksamkeit zu dem Stück Land, an welchem sie bald anlegen würden.
Keiner von ihnen verlor dabei ein weiteres Wort und obwohl Naoe noch immer die Unruhe verfolgte ihre Allianz nicht einschätzen zu können, genoss sie die Stille mit ihm zusammen. Lediglich das Rauschen der Wellen und die Möwen unter der Wolkendecke reichten an ihr Ohr und untermalten die Einsamkeit in voller Begleitung auf See. Sie wäre froh, kämen sie den Menschen bald näher.

○○○

Die Heart Piraten legten am Port der Insel an, wobei Naoe die ganzen anderen Schiffe nicht entgingen. Händler, wie auch unzählige Piraten schienen ihr Unwesen auf der Insel zu treiben, was auch bedeutete, dass Luffy im schlimmsten Fall Chaos auslösen würde. Sie konnte lediglich darauf hoffen, dass seine Crew in zügelte, wenn sie das Land betraten. Law würde sich dieser Spielerei mit großer Wahrscheinlichkeit nämlich nicht anschließen.
Kopfschüttelnd legte sie ihre Sorgen ab. Wer genau was tat, lag noch immer im Ermessen der Allianz zwischen dem Strohhut und Trafalgar. Einer Bindung, mit der sie nichts zu tun hatte. Ihr Bündnis lehnte sich lediglich an die Heart Piraten. Sie folgte ihnen, soweit es von Nöten war. Alles andere mussten die Männer unter sich klären.

Die Death verlassend, atmete Naoe die frische Luft tief ein. Der Geruch von Gras und verschiedensten Angeboten des Königreiches vermengte sich mit der salzigen Luft des Meeres. Eine angenehme Kombination, die sie allerdings nicht davon abhielt die Innenstadt anzusteuern. Koala hatte sich nicht gemeldet, was auch bedeutete, dass es für den Moment keinen Auftrag gab, den sie bestreiten musste. Sie konnte das bunte Treiben der Menschen auf den Straßen voller Verkaufsstände einfach mitverfolgen, ohne sich einmischen zu müssen.
Gerade als sie die Crew einfach hinter sich lassen wollte, hörte sie, wie Law nach ihr verlangte. Sich halb zu ihm umdrehend, wartete sie darauf, dass er näher kam. Durch seine großen Schritte dauerte es nur einen Augenblick, ehe er ein Stück an ihr vorbeigelaufen war und ihr deutete, ihm zu folgen.
„Wo gehen wir hin?“ Sie wollte seinen Plänen nicht unwissend Folge leisten, weshalb sie ihm nur zögerlich hinterherlief. Die Augen auf seinen Rücken gerichtet, musterte sie das kurzärmelige Hemd, erkannte jede Falte, bekam währenddessen allerdings keine Antwort. Allein deswegen blieb sie abrupt stehen, was auch ihren Vordermann zum Anhalten zwang.
„Ich muss ein paar Dinge erledigen.“
„Und wieso soll ich mitkommen?“
Ihre Frage ignorierend, rückte er lediglich sein Schwert zurecht, welches er gegen seine Schulter gelehnt hielt und wandte sich wieder ab. Ohne auf sie zu warten, setzte er sich wieder in Bewegung und ging seinem eigenen Ziel nach. Naoe konnte sich dabei ihre eigene Reaktion kaum erklären, doch der Gedanke daran einfach stehengelassen zu werden, ärgerte sie. Nicht zuletzt, weil er ja eindeutig ein Stück mit ihr gehen wollte. Vermutlich gab es noch ein paar Dinge, die er besprechen wollte, scherte sich aber auch nicht darum, wenn sie einfach dumm starb. Genau deswegen lief sie ihm eilig hinterher, bis sie aufholte und halbwegs passabel neben ihm herlaufen konnte. Seine Schritte mochten für ihn normal sein, doch für sie bedeutete es ein leichtes Traben. Zum ersten Mal fiel ihr wirklich auf, wie viel größer er war. Wenn sie so nah nebeneinander herliefen, schien er noch unerreichbarer, als er es ohnehin schon war. Sie reichte ihm vielleicht gerade einmal bis zur Brust, was auch bedeutete, dass sie auffällig hochschauen musste, um ihn von der Seite aus ansehen zu können.

Ihr leises Aufstöhnen stieß bei ihm auf taube Ohren. Den Blick immerzu nach vorn gerichtet, drehten seine Gedanken sich vermutlich noch immer um Kaido. Etwas, das sie ihm keineswegs verübeln konnte. Würden sie jemals lebend Fuß auf Kaidos Territorium setzen können, mussten sie absolut idiotensicher vorbereitet sein. Law musste sich einen Plan einfallen lassen, der selbst Luffys hirnrissige Aktivitäten vorhersah. Eine Aufgabe, die leichter aussah, als sie wirklich war. Naoe wusste es und dennoch ließ ihr der Käpt'n keine ruhige Minute.
„So... Nun müssen wir beide uns ganz genau eine einzige, einfache Frage stellen: Wer von uns redet?
Den Kopf etwas in ihre Richtung neigend, sah Law sie einfach nur an, während sie die Frage in der Luft hängen ließ. Selbst hatte Naoe kein wirkliches Thema, auf das sie ihn hätte ansprechen können. Einfache Fragen wirkten fehl am Platz, schwierige Konversationen waren nicht unbedingt das, wonach sie suchte. Schweigen wirkte zu bedrückend, wo er ihr schon nicht sagen wollte, was er zu erledigen hatte.
„Was willst du?“ Abweisend und dennoch bereit ihr etwas entgegenzukommen, bot er ihr einen Einstieg an. Doch sie wusste noch immer nicht, worüber sie reden sollte, weshalb sie ihn einfach noch ein wenig länger ansah. Ihr wäre jedes Thema recht gewesen. Sie hätte über alles gesprochen und genau diese Einstellung brachte Worte über ihre Lippen, die sie nur unsicher aussprechen konnte. „Ich... Mir ist aufgefallen, dass ich in letzter Zeit viel zu wenig mit Menschen gesprochen habe. Außer eben das Übliche, was meine Aufgaben betrifft. Irgendwie hatte ich mir vorgestellt, dass wir beide uns ein wenig...unterhalten könnten.“
Law verlangsamte seinen Schritt etwas, gab ihr ein angenehmeres Tempo vor, während er seinen Blick wieder nach vorn richtete. Dabei spürte sie allerdings, dass seine Aufmerksamkeit noch immer an ihr hing, weshalb sie einfach weiter sprach. „Manchmal stelle ich mir vor, wie irgendjemand am Rande meiner Geschichte steht und einen roten Stift durch das Skript streicht, während er sich wundert, wie ich so wenig sagen und so viel denken kann. Ich meine...hast du nicht auch manchmal das Gefühl, dass du mit jemandem über deine Ansichten sprechen möchtest? Du hast eine Crew, sicherlich wendest du dich an jemanden.“
„Kaum. Es ist einfacher nachzudenken und Entscheidungen zu treffen, wenn niemand auf einen einredet. Damit umgeht man viele unnötige Probleme.“
„Aber manchmal braucht es andere Ansichten, um Dinge aus anderen Perspektiven zu sehen.“
„Zum Beispiel?“ Obwohl seine Worte Abneigung ihrer Idee gegenüber verrieten, so verdeutlichte seine Tonlage, dass er dieses Gespräch weiterführen wollte. Wahrscheinlich wollte er sehen, wie weit sie kommen würden und genau das machte die Situation für Naoe etwas einfacher. Somit dachte sie an ein simples Thema, über welches die Menschen sich immerzu beklagten. Eines, mit dem sie selbst in stetigem Einklang leben musste.
„Die Zeit. Denkst du nicht auch, dass sie nur aus einem Hauch besteht? Ehe wir uns versehen, ist sie vorbei. Sie eilt voran und lässt uns zurück. Ich habe das Gefühl, dass sie viel zu schnell vergeht. Als würde sie mit jedem Jahr kürzer werden.“
Ihr Gesprächspartner schwieg einen Moment, dachte wohl über ihre Aussage nach, ehe er ihr tatsächlich antwortete. Dabei sprach er langsam, als würde er gleichzeitig jedes einzelne Wort gut überdenken. „Ich würde nicht behaupten, dass Zeit schnell vergeht. Man sagt, dass sobald man ausgewachsen ist, noch zwanzig Jahre seiner Jugend hat. Dann erwarten uns zwanzig Jahre des mittleren Alters. Dann, so lange das Schicksal uns nicht ausweidet, erwarten uns noch weitere zwanzig Jahre, die uns zum Nachdenken bleiben. Jahre, in denen wir lernen weise zu sein. Wieso sollte man in diesem Fall behaupten, dass die Zeit schnell vergeht? Weil die Minuten, Sekunden oder gar Stunden an uns vorbeirauschen, als seien sie kaum vorhanden? Im Endeffekt ist es nicht die Zeit, die kürzer wird. Wir Menschen müssen ab einem gewissen Punkt einfach mehr tun, mehr erledigen und der Schnelllebigkeit nachkommen. Irgendwann wirst du deine Worte ändern.“
„Und was werde ich dann sagen?“
„Dass die Zeit zu langsam vergeht und die Tage endlos erscheinen. Du würdest es wohl damit vergleichen, dass die Zeit im hohen Alter langsamer vergeht und irgendwann einfach wieder angefangen hat, die Jahre zu verlängern.“

Naoe lauschte seinen Worten, versuchte seine Sicht zu verstehen und erkannte sogar seinen Standpunkt hinter all den Sätzen. Er sah die Sache von einer anderen Seite aus. Er betrachtete das Thema mit Logik. Zeit verging immer gleich, wurde nicht schneller und auch nicht langsamer. Sie hingegen betrachtete die Zeit und verglich sie mit dem Gefühl. Menschen neigten dazu die Tage davonrennen zu sehen. Im ersten Moment war Mittag, im nächsten später Abend und man fragte sich, was man den ganzen Tag über getan hatte. Man fühlte sich seiner Stunden beraubt und konnte sich nicht erklären, woran es lag.
Sie dachten verschieden, so viel stand fest. Doch Naoe gefiel dieser Gedanke, einzig, weil unterschiedliche Seiten interessant sein konnten. Hinzukommend war Law clever, schien die Dinge immerzu realistisch betrachten zu wollen. Der Glaube an etwas anderes existierte für ihn nicht. Kalter Realismus und dennoch ein winziger Hauch von Interesse daran, die andere Seite zu sehen. Das naivere Bild. Ihr Bild.
Ein kurzes Lächeln schlich sich auf ihre Lippen. Beide hatten sie einen Schritt in die richtige Richtung hinter sich gebracht und sie lernte ihn ein kleines bisschen besser kennen. Gleichauf machte ihn die Situation attraktiver für sie. Er wirkte weniger abschreckend, dafür erreichbarer. Vielleicht würde sie sich letztlich doch mit ihm verstehen, wenn er ihr ein Stück entgegen kam.

Zu ihm aufsehend, wollte sie das nächste Thema ansprechen, als ihr Begleiter mit einem Mal stehenblieb. Sie hatte ihrer Umgebung nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt, weshalb ihr auch entgangen war, wie ihnen jemand den Weg versperrte. Weißes Haar, ausgestattet mit Zigarren, bestückt mit einem Mantel der Marine.
„Wie es gesagt wurde.“ Den Blick hebend, richtete er sich auf. Smoker, der weiße Jäger, hatte sie tatsächlich erwartet. Vermutlich hatte Vergo seine schnüffelnden Spione überall verteilt, oder er hatte Laws Weg bereits einschätzen können. Egal was es war, es bereitete ihr Ärger. Fordernd die Hand nach ihr ausstreckend, sah er sie an. „Mir wurde aufgetragen diese Copycat, Naoe, ins Hauptquartier zu bringen.“
Den Blick senkend, verschränkte sie die Arme vor der Brust, während Law sein Gegenüber genau beobachtete. Es war erstaunlich und zugleich verletzte es sie, dass man ihr bereits einen Titel gab, wobei sie nichts anderes erwartet hätte. Für die Marine war sie nichts weiter als eine Nachahmerin. Vermutlich hatte man durch ihren Namen bereits alles herausgefunden, was es zu wissen gab. Die Marine musste es wissen, sie waren immerhin Teil von allem, was sie begleitete.
„Ich denke, wir sind uns darüber einig, dass ich freiwillig nirgendwo hingehe.“
„Es wäre etwas Neues gewesen, würdet ihr Piratenpack keinen Ärger machen. Dennoch soll ich dich ins Quartier bringen. Wenn der Versuch scheitert, soll ich zu Gewalt greifen.“ Smokers Worte animierten die Soldaten, die man ihm untergestellt hatte, zu den Waffen zu greifen. Sie richteten ihre Gewehre und Klingen auf sie, fühlten sich klar überlegen, wobei es nicht mehr waren, als fünfzehn Mann.
„Ihre Dienste sind im Moment nicht zu erwerben. Das müsste selbst den Admirälen der Marine bewusst sein.“ Mit einem spielerischen Lächeln ließ Law sein Schwert einige Male in der Hand kreisen, ehe er es ergriff und aus seiner Hülle zog. Den Schwertschutz zu Boden fallen lassend, hob er seine dadurch freie Hand ein wenig an. „Room.“
Seine Teufelsfrucht erstreckte sich über die Marine hinweg und umschloss auch ihn, sowie Naoe.
„Ich überlasse dir Smoker. Ich befasse mich mit den Soldaten.“ Wissend, dass man den weißen Jäger niemals unterschätzen sollte, bot sie Trafalgar ihren Beistand an. Sie wusste, dass es für Law anstrengend genug war, sich mit jemandem auseinanderzusetzen, der von einer Logia gegessen hatte. Der Käpt'n akzeptierte ihre Aussage lediglich und fokussierte sich lieber auf seinen Gegner, während Naoe den Moment nutzte und die Finger schnippte. „Open.“
Ihr Kommando nutzte Laws Kuppel und deren Innenraum. Fenster öffneten sich an den verschiedensten Stellen, boten ihr Zuflucht und Überraschung. Keines von ihnen würde sich für die Marine öffnen, aber jedes von ihnen ließ sie hindurch.
Gleichzeitig mit Laws erstem Angriff, sprang sie in ihr erstes Fenster. Sie wusste, welchen der Soldaten sie zuerst angreifen wollte, weshalb ihr Durchgang sie auch genau an die Stelle brachte, an die sie wollte. Sie sprang aus ihrer Zuflucht und tauchte damit direkt hinter einem Soldaten auf, der neben dem Schwert, welches er fest umklammert hielt, auch ein paar Messer am Gürtel trug. Er reagierte nicht schnell genug, als sie bereits hinter ihm stand und eine der Klingen gelöst hatte. In einer flüssigen Bewegung holte sie aus und bohrte ihm das kalte Metall direkt in den Hals. Seine Haut leistete beim Durchstoßen kaum Widerstand und das Gefühl, wie das Metall sich in sein Opfer bohrte, ließ Naoe leise seufzen.
Die Augen weit aufreißend, griff er nach ihrem Handgelenk, doch das Blut, welches seiner Kehle im stetigen Takt entwich, verwehrte ihm den Halt. Er rutscht ab, als sie ihm einen Tritt in die Magengrube hab, sodass er nach hinten stolperte. Den Griff ihrer neu erworbenen Waffe dabei fest in der Hand, bereit sich weiterhin zu wehren, während ihr Gegner am Boden verblutete.

Seine Mitstreiter schienen im ersten Moment geschockt. Vermutlich ging man die Rekruten zaghafter an, verletzte sie lediglich mit blauen Flecken und kleinen Kratzern. Doch Naoe gehörte nicht zu denen, die daran glaubten, dass es besser war den Feind am Leben zu lassen. Der Beweis lag ein klein wenig von ihr entfernt, versuchte die Wunde mit den Händen zu verdecken, damit das Blut aufhörte zu fließen. Doch ein Stich bedeutete nicht nur einseitigen Schaden, weshalb er die röchelnden Geräusche des Erstickens nicht unterdrücken konnte. Für sie ein Klang voller Triumph.
Die Zeit nutzend, widmete Naoe sich den nächsten Soldaten. Sie hatte Law zugesagt, sich um die kleinen Fische zu kümmern. Sie wäre eine armselige Allianz, wenn sie nicht einmal eine solch einfache Aufgabe bestreiten können würde.
Smokers Untergebenen erkannten in ihrem nächsten Handeln frühzeitig den Tod, weshalb sie sich alle geballt auf die Revolutionärin stürzten. Dabei wagte es vorab keiner zu schießen, aus Angst einen seiner Kameraden zu treffen. Naoe nahm es hin, stellte einem das Bein und wich einige Schritte zurück. Ein kräftiger Sprung vom Boden, mit einer halben Drehung durch die Luft, ermöglichte ihr das Werfen ihrer Waffe. Zwar verfehlte sie, doch gab es ihr genug Zeit, um durch eines ihrer Fenster zu verschwinden. Sie landete neben einem anderen Soldaten, dessen Gewehr in die falsche Richtung gerichtet war, sodass sie ihm die Klinge stehlen konnte. Sein ruckartiges Umdrehen zwang sie kurz darauf durch ein weiteres Fenster und ließ sie etwas von der Gruppe entfernt wieder auftauchen. Naoe hatte keine Ahnung, wie man wirklich mit einem Schwert kämpfte, weshalb sie es ähnlich einem Speer warf, zurück zu seinem Besitzer. Es bohrte sich tief durch seine Brust, ragte aus der anderen Seite wieder heraus und ließ ihn schlicht zu Boden fallen. Ein schneller und schmerzloser Tod, während das Blut das Gestein unter seinem Körper rot färbte.
Ihn als nächstes Ziel wählend, fand sie ihren Weg hinterrücks zu seinem Gewehr. Einer der Soldaten nahm ihre Erscheinung dabei ins Visier, drückte ab, verfehlte allerdings. Für einen Augenblick hielt sie die Luft an, registrierte den Fakt nicht getroffen zu sein, wobei ihr Herz aufgeregt raste. Seine zittrige Hand hatte ihm einen Treffer verwehrt, was Naoe ausnutzte und auf ihn zustürmte. Sie stahl ihm ein Messer, ließ er quer durch sein Gesicht gleiten und gab ihm die Sekunde, die er brauchte, um auf ein Knie zu fallen. Die Klinge war so scharf, dass sie lediglich spürte, wie der Schnitt sein Fleisch zerteilte, als sei es Butter. Sein lauter Aufschrei ließ seine Kameraden unruhiger werden. Sie zielten erneut auf ihren Körper, feuerten die Munition ab und gaben ihrem Kumpanen dabei den Gnadenstoß. Während Naoe sein angewinkeltes Knie als Sprungchance benutzte und sich dabei halb überschlug, konnte sie beobachten, wie er ihr in diesen wenigen Sekunden hinterher sah, ehe die Projektile ihm das Gehirn aus dem Kopf jagten. Für ihn war es ein letzter Moment der Angst gewesen, in dem er sie mit seinem geschundenen Gesicht stumm um Gnade angefleht hatte. Das Messer hatte ihm sichtlich die Lippe senkrecht durchteilt, sodass das Blut unaufhörlich über sein Kinn zu Boden tropfte. Nebenbei hatte sie ihm eine Ecke der Nase angeschnitten, letztlich aber seine Augen verfehlt.

Gerade als Naoe im Fall das Gewehr auf einen der übrigen Soldaten richtete, erblickte sie etwas von der Kuppel entfernt eine Person, der sie um jeden Preis aus dem Weg gehen musste. Ihr Herz sank spürbar ein Stockwerk tiefer, während die Frau das Geschehen kurzzeitig beobachtete. Weder hatte man sie bereits erkannt, noch gab es eine Möglichkeit, um sich zu verstecken.
Entgegen ihrer Zusage Law zu helfen, verschwand sie in einem ihrer Fenster und brachte sich aus seinem Spielraum heraus. Versteckt zwischen zwei Hauswänden, wartete Naoe auf das Handeln der Frau. Trafalgar sah sich in der Zwischenzeit dazu gezwungen, mittig in all dem Tumult nun auch die kleinen Fische der Marine abzuwehren. Keine große Sache für ihn, wo er sie größtenteils alle mit einer simplen Bewegung zerteilte. Allerdings lenkte es ihn von Smoker ab, der nicht damit zögerte mit der Jitte nach ihm zu schlagen. Zu ihrem Glück war der Käpt'n schnell und immerzu auf seine Schritte bedacht, weshalb er entweder auswich oder die Angriffe mit seinem Schwert blockte.
Den Blick zurück auf die Menschen richtend, die das Spektakel entweder verfolgten oder davonrannten, beobachtete sie, wie ihre Zielperson sich abwandte und eine andere Richtung einschlug. Sie interessierte sich nicht für den Kampf und umging den Ärger dahinter. Vermutlich hatte gab es einen Job zu erledigen, genauso, wie es immer war.
Die Chance ergreifend, fand Naoe ihren Weg zurück zum Kampf und startete ihre Fortsetzung mit einem Schuss auf einen der Soldaten. Durch ihr schlechtes Zielen bohrte sich die Kugel lediglich in eines seiner Beine, was ihn stürzen ließ. Aufheulend hielt er sich das Bein, während sie das Gewehr auf seinen Kopf richte. Doch ehe sie abdrücken konnte, zwang ein lautes, nahezu verlangendes „Stopp“ jeden zum innehalten.
„Ich kann nicht jeden Tod meiner Männer verantworten, wenn das Ergebnis nichts weiter als ein irrsinniger Wunsch nach Besserung ist.“ Sich von Law entfernend, nahm Smoker genug Abstand, um seinem Gegenüber das Zeichen für einen Waffenstillstand zu geben. Law löste den Effekt seiner Teufelsfrucht auf, wobei er einen eindringlichen Blick in ihre Richtung warf. Sie ignorierte seine Mimik, richtete sich stattdessen an Smoker. „Du willst, dass wir einfach getrennte Wege gehen?“
„Für heute. Geht und verschwindet. Kommt irgendwo unter, bis wir weg sind. Seht zu, dass ihr der zweiten Einheit nicht über den Weg lauft. Die Führung neigt dazu, Situationen zu unterschätzen und zu sehr auf ihre Fähigkeiten zu vertrauen.“

Vermutlich sprach er von Tashigi, seiner ewigen Begleitung. Ihr Übermut war groß, dessen waren sich einige Leute außerhalb der Marine durchaus im Klaren. Smoker galt hingegen als eher durchdacht und erkannte zumindest die ausweglosen Situationen. Es lag nicht in seiner Natur, Menschen ohne großen Grund zu opfern. Er wusste genau, dass seine Männer alle sterben würden. Egal ob durch ihre oder Laws Hand. Obwohl sie nur zu zweit waren, lagen sie eindeutig im Vorteil.
Ein Admiral konnte nichts gegen zwei Teufelsfruchtnutzer anrichten, die ihre Grenzen und Möglichkeiten völlig ausspielen konnten.
Tief durchatmend senkte ihr Gegenspieler die Jitte, ließ von Naoe ab und wandte sich an Law.
„Selbst wenn ich euch jetzt laufen lasse...seid euch bewusst, dass man euch sucht.“
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2018-03-16
407B
One Piece

Kommentare (2)

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Cinnabar ( von: Cinnabar)
vor 9 Tagen
Es geht weiter~

http://www.testedich.de/quiz54/quiz/1523370975/Copy-Paste-Fenster-der-Vergangenen-Kapitel-11-18#comments_anchor
Cinnabar ( von: Cinnabar)
vor 34 Tagen
Die nächsten Kapitel sind draußen!
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