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In Wakanda

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1 Kapitel - 6.447 Wörter - Erstellt von: Alexa2187 - Aktualisiert am: 2018-02-05 - Entwickelt am: - 278 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Eine Idee, einer Person, auf die Steve und Bucky in Wakanda treffen könnten...

    1
    Prolog:
    Ein hoher Piepton begrüßt mich im hier und jetzt und qualvoll stöhne ich auf, während ich versuche, die Augen zu öffnen und mich aufzurichten.
    Es ist hell. Zu hell, beinahe so hell, dass ich die Augen sofort wieder schließen möchte, doch ich kneife sie nur etwas zusammen und starre die vollkommen in schwarz gekleidete Gestalt an, die vor meiner Liege auf und ab geht.
    Als sie bemerkt, dass ich wach bin, nimmt sie die katzenartige Maske ab und ich blicke ich das neugierige und besorgte Gesicht eines Mannes afrikanischer Abstammung.
    Ich sehe wohl ziemlich erschrocken aus, denn er kommt auf mich zu, lächelt mich sanft an und stellt sich höflich vor: "Mein Name ist T'Challa, Prinz von Wakanda. Ich habe dich vor einigen Tagen schwer verwundet gefunden und dich zu uns zu den besten Ärzten des Landes gebracht." Ich nicke dankbar, doch in meinem Kopf rattert es unermesslich, während ich versuche, mich in irgendeiner Weise daran zu erinnern, doch es ist einfach leer. Alles ist leer.

    Interlog:

    "Bringt ihn her, bringt ihn her!", rufe ich aufgeregt und winke meine Assistenten mit den beiden Patienten zu mir ins Behandlungszimmer. Vor einer Stunde hatte T'Challa mich kontaktiert, Captain America und der Winter Soldier seien in seinem Jet, schwerverletzt und letztlich doch während des Fluges ohnmächtig geworden waren. Blitzschnell mache ich mir ein Bild über den Zustand der beiden und weise meinem Partner Steven Rogers zu, während ich mich um seinen Freund, James Barnes kümmere. Zu aller erst wasche ich das Blut von sowohl seinem Gesicht, als auch den Armen und Händen. Dann greife ich nach einer der vorbereiteten Spritzen und versenke die Nadel in seinem Blutkreislauf. Ein Betäubungsmittel. Ich will nicht riskieren, dass er aufwacht, oder die Schmerzen in der so wie so unangenehmen Ohnmacht spüren kann.

    Vorsichtig streiche ich über die, vor ein paar Tagen noch offenen, jetzt genähten Wunden an seinem durchtrainierten Oberkörper.
    Seine Zellgeneration ist wirklich beeindruckend. Natürlich hatte ich darüber gelesen, jede seriöse Information über den Winter Soldier aufgetrieben, aber jetzt, da er seit vier Tagen regungslos vor mir liegt, erstaunt mich seine Heilung immer wieder.
    Ich atme tief durch und betrachte sein entspanntes und wieder beinahe makelloses Gesicht. Davon, dass er in einem heftigen Kampf gewesen war, kaum eine Spur mehr, Wahnsinn! Es klopft aufgeregt an der Tür und ich zucke zusammen, gehe dann aber schnell hin und nehme meine Mundschutzmaske ab, bevor ich öffne. Es ist Rogers und ich lächele höflich, während er eher nervös wirkt und verstohlen an mir vorbei ins Behandlungszimmer späht.
    "Hallo... Ich bin-", beginnt er und ich lächle. "Weiß ich doch, komm rein! Mein Name ist Natalie. Natalie Parker, ich kümmere mich um ihn." Er nickt und geht zu seinem Freund an die Liege. Ich stelle mich neben ihn und beginne zu erklären, in welchem Zustand er sich befindet.
    Langsam weicht die Besorgnis aus seinem Gesicht und er streicht Barnes durch die Haare, bevor er sich zu mir dreht und dankbar lächelt. "Sagen Sie, wann sind Sie aufgewacht, Mr. Rogers?", frage ich und greife nach Zettel und Stift. "Ähm erst gerade eben, Ma'am.", antwortet er ein wenig verlegen und kratzt sich schüchtern am Nacken. Ich hebe in einer Mischung aus vorwurfsvoll und belustigt die linke Augenbraue und meine Mundwinkel wandern automatisch nach oben. Er hat noch immer Angst, sein Freund würde plötzlich wieder aus seinem Leben verschwinden, nicht? Einen Moment sehen wir uns direkt in die Augen, stehen einfach so voreinander, jeder in seinen Gedanken, bis er den Blick Kontakt abbricht und zu seinem Freund sieht.
    Ein Geräusch vom Gang, ich schiebe ihn schnell hinter einige Geräte und sprinte zur Tür, als ich sehe wie einer meiner Assistent den Raum betreten will und lehne mich in den Türrahmen. "Hi! Was gibt's?", frage ich betont lässig und er setzt sein Unschuldsgesicht auf. "Hast du vielleicht Rogers gesehen? Ist er hier?" Ich runzle die Stirn und schüttle den Kopf. "Wieso? Ich behandle doch Barnes." Er lächelt etwas gequält und sieht auf den Boden und ich beginne zu lachen. "Sag bloß dein Patient ist abgehauen!", gluckse ich und er hebt peinlich berührt die Schultern. "Also ich habe ihn nicht gesehen, aber mein Tipp wäre ja in der Kantine zu suchen. Vielleicht hat er einfach Hunger." Ich grinse breit und mein Assistent verdreht die Augen. Dann nickt er aber dankend und verschwindet wieder.
    Langsam kommt der Captain wieder hervor und lächelt mich verschmitzt an, ich zwinkere ihm nur kurz zu, knöpfe dann meinen weißen Kittel auf und ziehe sowohl meine Handschuhe, als auch die Stoffhaube aus. "Ich hole Kaffee, willst du auch?", frage ich schon an der Tür angekommen und er bejaht.
    Als die Sonne sich mit einem Roten Lichtstreifen im Himmel verabschiedet und ich von einer Besprechung mit T'Challa persönlich über dies und das, was eben so ansteht seit er der König ist, wieder zu Barnes ins Zimmer komme, sitzt Rogers noch immer auf einem Stuhl neben der Liege und hat das Gesicht in die Hände gestützt. Vorsichtig wecke ich ihn aus seinem wahrscheinlich nicht sehr erholsamen Schlaf und er blinzelt. "Buck?", murmelt er und ich schüttle den Kopf. "Tut mir leid, er ist noch nicht aufgemacht." Jetzt scheint er erst richtig wach zu werden und sammelt sich, als er mich sieht. "Miss Parker, entschuldigen Sie bitte, Ich bin nur..." "Noch erschöpft von der Betäubung, ich weiß." Oh Mann, schon das zweite Mal, dass ich ihn unterbreche, unhöflich. Er nickt und ich musterte ihn fachmännisch von oben bis unten. "Sie sollten sich ausruhen, Mr. Rogers. Gehen sie ins Bett! ich zeige ihnen ihre Wohnung und Sie schlafen sich aus, ja?" Er seufzt und wirf einen Blick zu Barnes. "Ich sag Ihnen Bescheid, wenn er aufwacht, versprochen!" Es dauert noch einen Moment, dann lässt er sich überzeugen und folgt mir zu seiner Wohnung.

    "Hier, Sie haben ein eigenes Bad, eine Küche und einen kleinen Balkon. Sie können aber natürlich auch unten in der Kantine essen." Er lacht müde auf und sieht sich weniger interessiert um. "Gut, meine Kochkünste sind nämlich nicht die besten..." Ich lächle halbherzig und gebe ihm die Schlüssel in die Hand. "Ich habe auch schon mal einige Klamotten für sie in den Schrank gehängt, vielleicht passen die ja..." Verwundert runzelt er die Stirn und sieht mich fragend an. "Ich dachte sie sind Ärztin." Ich zucke mit den Schultern. "T'Challa hat mich gebeten, mich besonders um seine Gäste zu kümmern." "Okay! Kennt ihr euch gut, T'Challa und du?" Ich zucke unmerklich zusammen und nicke dann einfach, während ich ihm den Rücken zuwende. Mich kennen? Wie sollte er? Ich kenne ihn, wir sind Freunde, er fragt mich oft um Rat und wir unterhalten uns, seit ich vor vier Jahren sein Angebot auf einen Job und eine Wohnung angenommen habe.
    Die Stille hält einen Moment an, unerträglich, also räuspere ich mich und gehe zur Tür. "Also, wenn Sie etwas brauchen, sagen Sie einfach Bescheid, meine Wohnung ist gegenüber. Falls Mr Barnes aufwacht, informiere ich sie sofort." Er nickt lächelnd und hebt die Hand, bevor ich die Tür hinter mir schließe und erst einmal tief durchatme.

    Grelles Licht, höllische Schmerzen. Zwei Schüsse in den Rücken, einen in die rechte Schulter. Beide Arme sind rot, voller Blut, schreckliche Verbrennungen strecken sich darüber. An der Kehle: Würgespuren. Das linke Bein und Handgelenk gebrochen. T'Challa erklärt mir, wo ich bin. Aber wen interessiert es, wenn man merkt, dass man nicht mal die Frage nach dem 'wer?' beantworten kann.

    Schweißgebadet öffne ich die Augen. Um mich herum ist es dunkel, ich höre regelmäßiges Atmen und beginne mich zu beruhigen. Die Erinnerung an das, was passiert ist, sie verfolgt mich. Das letzte woran ich mich erinnern kann, war dieser Tag. Davor... nichts. Einfach nichts.
    Darauf bedacht, kein Geräusch zu machen, verlasse ich Barnes Station und komme erst eine Stunde später, nach einer Runde nächtlichen Joggens und frisch geduscht wieder und setze mich auf den Stuhl neben seiner Liege.


    Das erste was ich wahrnehme, ist der reine Geruch nach Desinfektionsmittel, gemeinsam mit einem Hauch Flieder, der mir in die Nase steigt. Es ist dunkel um mich herum und ich richte mich langsam auf. Als sich eine kleine, kalte Hand auf meine linke Schulter legt und mich bestimmt wieder runter drückt, bin ich vorerst so erschrocken, dass ich mich brav zurücklege, jedoch spannen sich sofort sämtliche Muskeln alarmbereit in mir an. "Ist schon okay...", flüstert eine beruhigende, weibliche Stimme und ich ordne sie der Person zu, die an meiner Liege steht. Ich höre ihre sich entfernenden Schritte auf dem Boden und wenig später werden zwei Vorhänge aufgeschoben, sodass der Mond in das Zimmer scheint und ich mir einen ersten Eindruck meiner Umgebung machen kann. "Mr. Barnes?" Ich hebe meinen Kopf, erkenne ein paar neugierige, dunkle Augen, die auf mich gerichtet sind und zu der Frau gehören, die jetzt wieder zu mir kommt. "Ich bin Natalie Parker, ich habe sie behandelt, während ihrer Ohnmacht, sie müssen einige Fragen haben." Ich setze mich vorsichtig auf und registriere ein kurzen augenverdrehen ihrerseits, doch keinen Widerspruch. Ich fühle mich einfach so verletzbar, so ausgeliefert, dort so zu liegen, während jemand anderes sich über mich beugt. "Wo bin ich." Meine Stimme ist rau und ich räuspere mich leise, um wieder ein wenig Klangfarbe zu erhalten. "Sie befinden sich in einer speziellen Anlage in Wakanda. T'Challa hat angeordnet, dass ich mich hier um euch kümmere.
    Steve geht es bestens, er ist am Vortag aufgewacht und wieder in bester Form.", beantwortet sie auch meine nächste, unausgesprochene Frage und ich nicke erleichtert. "Es ist 3.34 Uhr, sie waren vier Tage und 11 ein halb Stunden abwesend.", erklärt sie auch dies bereits bevor ich den Mund öffne.
    Eine Weile schweigen wir beide, es dauert einfach bis ich wieder so richtig im hier und jetzt ankomme, dann merke ich auch wieder, dass mein linker Arm noch nicht ersetzt wurde und spüre all die neuen Verletzungen, die erst vor kurzem verheilt sind, oder noch Fäden in sich tragen. Geduldig steht Natalie da, oder sollte ich sie vorerst Mrs. Parker nennen? Sie sieht mich an, die ganze Zeit, als würde sie versuchen meine Gedanken zu lesen, oder sie ist einfach in Gedanken versunken, da wandert ihr Blick von meinem Gesicht zu meinem Oberkörper und Unbehagen breitet sich in mir aus. Andererseits sollte ich mich nicht unwohl fühlen, schließlich ist sie quasi meine Ärztin und hat schon was weiß ich von mir gesehen. Zackig geht sie auf die Tür zu und macht das helle Deckenlicht an. Ich kneife die Augen zusammen und warte, bis sich meine Augen an das Licht gewöhnt haben. Die Ärztin am anderen Ende des Raumes hat hellbraune, lange Locken und große, zartbitterschokoladen farbige Augen. Sie ist groß, vielleicht 1.76 Meter und noch relativ jung, schätzungsweise 25 und irgendetwas in mir erschrickt fürchterlich bei ihrem Anblick. Sicher nicht, weil sie nicht gut aussieht, im Gegenteil, Nein vielmehr ist es, als würde ich sie wiedererkennen. Mir fällt nur einfach nicht ein, woher. "Haben Sie Schmerzen, oder gibt es irgendwelche Ungewohntheiten, Mr. Barnes?", fragt sie sachlich und ich schüttle fast schob motorisch den Kopf. "Ich nehme an, dass sie die letzten Stunden nicht mehr betäubt waren, sondern sich eher in einem Schlafzustand befanden, können sie sich an Träume erinnern, oder fühlen sie sich erholt?", führt sie die Befragung fort und schreibt etwas in ein Protokoll, als ich antworte: "Mir geht es gut, ich fühle mich ausgeschlafen und nicht verletzt." Sie nickt langsam und wirft einen Blick über das Klemmbrett, direkt auf meinen Bauch und sie deutet auf die Stelle, über die sie nachdenkt. "Ich habe einige ihrer Wunden genäht, die Fäden wurden noch nicht entfernt, fühlen sich die Stellen seltsam an?" Etwas unsicher ziehe ich mein Shirt hoch und beobachte ihre Reaktion, doch in ihrem Gesicht bewegt sich kein Muskel. Sie schreibt noch einen Moment, dann legt sie Stift und Zettel weg und kommt zu mir an die Liege. Sie tastet meine Seite ab und wirft mir immer wieder prüfende Blicke zu. "Tut das weh?", fragt sie neutral und ich schüttle den Kopf. Ihre Hände sind kalt, weshalb sich auch eine Gänsehaut auf meiner Brust ausbreitet und ich bei ihrer Berührung leicht zusammenzucke. Sie tritt wieder einen Schritt zurück und ein Lächeln zeichnet sich auf ihr glattes, blasses Gesicht. "Dann entferne ich morgen die letzten Fäden und dann denke ich, Sie sind hier fertig. Ich habe Mr. Rogers versprochen, ihm Bescheid zu sagen, wenn Sie aufgewacht sind. Ich gehe ihn schnell holen.", sagt sie schon auf dem Weg zur Tür und ich rufe ihr hinterher: "Warte!" Sofort bleibt sie stehen und dreht sich zu mir um. Ihre langen, hellbraunen Locken fliegen dabei nur so herum und sie sieht mich erwartend an. "Wenn er schläft, dann wecken sie ihn bitte nicht!" Das bringt sie wieder zum Lächeln und sie nickt freundlich, bevor sie dann die Tür hinter sich schließt. Ich sinke zurück auf die Liege und seufze freudig. Es geht ihm gut. Es geht und beiden gut und wir sind in Sicherheit.
    Steve... Bei dem Gedanken an meinen besten Freund beruhige ich mich sofort und schließe, noch immer lächelnd die Augen.


    Ich finde es übertrieben zu sagen, ich wäre nachtaktiv, aber ich kann verstehen, dass es so wirkt, als wäre ich gerne im Dunklen draußen, doch in gewisser Weise habe ich einfach keine Wahl. Ich lasse die Sehne los und der Pfeil bohrt sich in die Zielscheibe. Ich muss die Augen zusammenkneifen, um zu erkennen, dass ich wieder den inneren Ring getroffen habe und ich sprinte die 20 Meter hin, um meine Pfeile zurückzuholen. Dann trotte ich wieder zur Linie auf dem Boden, die ich selbst gelegt habe. Gerade als ich den nächsten Pfeil anlege, vernehme ich Schritte von hinter mir und drehe mich blitzschnell um.
    Barnes? Es ist tatsächlich James Barnes, der berühmt berüchtigte Winter Soldier nachts auf meinem Bogenschießplatz. "Mrs. Parker?" Er klingt vorsichtig, als wäre ich ein wildes Tier, das ihn jeden Moment anspringen könnte, wo hat er denn so viel Respekt her? "Mr Barnes.", gebe ich als Antwort und er scannt mich vom oben bis unten, bis er den Bogen betrachtet und ich bemerke seinen neugierigen Blick. "Wollen Sie mal schießen?", biete ich ihm an. "Gerne!", antwortet er und ich reiche ihm die Waffe mit einem Pfeil. Er nimmt sie mit seiner neu ersetzten Metallhand (Es ist ein Prototyp. Er trägt ihn bis wir einen besseren aus Vibranium hergestellt haben) und stellt sich an die Linie. Etwas unsicher spannt er den Pfeil ein und zieht die Sehne bis an seinen rechten Mundwinkel. Ich schüttle leicht den Kopf und stelle mich nah hinter ihn, um seine Fußstellung zu korrigieren.
    "Man steht im rechten Winkel zum Ziel.", erkläre ich und schiebe ihn zurecht. Ihm scheint das aber gar nicht so sehr zu missfallen, denn er beginnt zu lächeln und auch als ich seinen Arm gerade zur Zielscheibe rücke, wehrt er sich nicht. "Gut so, dann versuchen Sie's einfach mal." Ich nehme wieder etwas Abstand und ehe ich mich versehe, schnellt der Pfeil los und trifft genau in die Mitte der Zielscheibe. Beeindruckt grinse ich Barnes an und er beißt sich stolz auf die Unterlippe, kommt auf mich zu und drückt mir den Bogen in die Hand. "Sie sind wirklich gut!", meine ich wahrheitsgemäß und er hebt eine Schulter. "Tja, wozu wurde ich Jahre ausgebildet?", gibt er zurück und ich nicke.
    "Warum sind Sie um die Zeit hier draußen, Mrs. Parker?" "Bitte, nenn mich Natalie.", erwidert sie sofort, das schien ihr wirklich unangenehm zu sein und ich biete auch ihr sofort meinen Vor- nein, lieber meinen Spitznamen an: "Dann nenn mich Bucky. Ich glaube ich mochte 'James' noch nie besonders.", murmele ich noch hinterher und sie lächelt freundlich.
    "Um auf deine Frage zurückzukommen, Bucky..." Sie stockt und sieht mir prüfend in die Augen. Ich schenke ihr ein aufmunterndes Lächeln, was sie wohl überzeugt, denn sie seufzt und atmet dann tief ein, setzt sich prompt auf den Boden und ich Knie mich neugierig zu ihr. Und so beginnt sie zu erzählen, wie sie hier aufgewacht ist, schwerverletzt, gerade am Tod vorbeigeschlittert, wie sie merkte, dass sie Unmengen an Sprachen fließend sprechen konnte und was die Kampftechnik angeht beinahe an den Back Panther persönlich rankommt, moderne Waffensysteme in- und auswendig kann und außerdem eine fachliche, medizinische Ausbildung zu haben scheint und ich höre ihr geduldig zu. Eine Pause tritt ein, dann berichtet sie davon, wie T'Challa ihr einen Job angeboten hat, sie hier eingezogen ist und eine neue Identität bekommen hat, doch immer noch nicht weiß, wer sie wirklich ist.
    Und zu guter Letzt, dass sie nicht schlafen kann. Dass sie Alpträume hat, dass sie es nicht schafft länger als vier Stunden im Dunkeln zu verbringen ohne, dass sie anfängt Bilder von früher vor sich zu sehen, nur dass sie so unklar sind, dass sie nichts als den schrecklichen Schmerz spürt, den sie wohl damals erleiden musste.
    Meine Augen weiten sich. Plötzlich bekommt die Tatsache, dass sie nächtelang bei mir war, damit ich nicht allein bin, wenn ich aufwache, einen noch viel höheren Wert und sie beendet ihren Monolog. Krass, denke ich und versuche irgendetwas an ihr zu finden, dass auf das hindeutet, was sie durchmacht, doch ich kann- vermutlich auch wegen der Dunkelheit, trotz des hellen Mondes- nichts erkennen. Natalie hat wohl bemerkt, dass ich sie so gemustert habe und legt eine Stelle an ihrer rechten Schulter frei. Eine Schusswunde. "Ich habe noch zwei davon am Rücken, falls es das ist, wonach du suchst." Ihr Tonfall klingt vorwurfsvoll, doch sie zieht die Mundwinkel leicht nach oben und ich versuche so schuldbewusst wie möglich zu grinsen.
    Eine Weile herrscht Stille und ich sehe gerade aus, komme allerdings nicht darum herum zu merken, wie sie mich anstarrt, durchdringlich, als würde sie etwas unbedingt von mir wissen wollen und ungeduldig drehe ich mich zu ihr. "Was ist?", will ich fragen, doch sie könnt mir zuvor: "Wie machst du das?" Verwirrt runzle ich die Stirn und Natalies Blick wird sanfter. "Was machst du nur mit mir, dass ich dir all das erzähle? Ich habe es noch nie jemandem gesagt, nicht mal den Menschen, mit denen ich seit Jahren arbeite und dann kommst du und ich platze mit allem raus, draußen, mitten in der Nacht. Warum dir?" Sie sieht mich nachdenklich an, eher wirkt es, als würde sie durch mich hindurchschauen, nichts so wirklich fokussieren und ich hebe die Schultern. Ja, warum? "Vielleicht weil du weißt, dass ich am besten verstehen kann, was du durchmachst...", murmle ich und die Brünette sieht mich erstaunt an, dann wechselt sich ihr Ausdruck zu mitleidig. "Es tut mir leid, was du erleben musstest. Ich wünschte, ich könnte dir helfen damit zu leben. Es zu vergessen." Ich schmunzle leise und wir beide starren in den Himmel, der sich immer mehr aufhellt. Die Sonne geht auf.

    In den folgenden Nächten treffen wir uns wieder und wieder draußen - immer so gegen vier -unterhalten uns über dies und das, spazieren durch die Natur und Bucky erstellt wilde Theorien über meine Vergangenheit. In dem Wissen, uns in einigen Stunden wiederzusehen verabschieden wir uns immer beim Sonnenaufgang und verabreden uns jedes Mal zum gemeinsamen Frühstück mit Steve - der von unseren Treffen noch nichts weiß -, wie auch heute.

    Die beiden sitzen lachend an unserem Tisch und unterhalten sich amüsiert, als ich die Kantine betrete und auf sie zugehe. Meine Haare habe ich, anders als sonst in meiner Freizeit, in einen hohen Zopf zusammengefasst, sodass nur zwei etwa kinnlange Haarsträhnen mein Gesicht umrahmen. Ihr Gelächter dringt bereits zu mir, als Steve mich bemerkt und Bucky ebenfalls auf mich aufmerksam macht. Dieser dreht sich lächelnd zu mir um, doch als er mich ansieht, ist es als wäre ihm das Grinsen aus den Gesicht gefallen und er reißt entsetzt die Augen auf. Was ist bloß los mit ihm? Völlig entgeistert starrt er mich an und seine Metallhand ballt sich zu einer Faust. Sofort zieht sich meine Stirn in Falten und ich spanne sämtliche Muskeln an, doch das ist lächerlich, er würde mich nie angreifen! Vor ein paar Stunden war er ja auch noch ganz normal. "Unmöglich!", haucht er mehrmals vor sich hin, steht so ruckartig auf, dass sein Stuhl nach hinten umfällt und ich kneife verständnislos die Augen zusammen. Er wirft mir noch einen beinahe verzweifelten Blick zu und stürmt dann durch den zweiten Eingang aus der Kantine. Hilfesuchend starre ich zu Steve, doch auch in sein Gesicht steht die Ahnungslosigkeit geschrieben.
    Den ganzen Tag bekommt keiner von uns Bucky erneut zu Gesicht und langsam wird Steve unruhig und tigert besorgt in seinem Zimmer auf und ab. "Das reicht, ich werde ihn suchen gehen!", bestimmt er fest und unterbricht die nachdenkliche Stille, die schon ewig angehalten hat. "Er ist erwachsen, Steve, er kommt bestimmt klar, gib ihm Zeit bis morgen, wenn er bis dahin nicht da ist, dann suchen wir nach ihm.", erwidere ich geistesabwesend mit einem Blick auf das Muster der Bettwäsche auf dem ich sitze. Was hat ihn denn so erschrocken? Ich kenne die Antwort bereits: ich war das. Er hat mich gesehen und zack, war er wie ausgewechselt. Die Frage lautet also eigentlich: Was hat ihn an meinem Anblick so geschockt? Es war, als hätte er mich erkannt als jemanden von früher, als wäre eine Erinnerung aufgekommen, ein Déjà-vu, dass ihn so verschreckt hat. Etwas zu seiner Zeit als Winter-Soldier, anderes wäre alterstechnisch wohl kaum möglich, Was aber sollte der Winter-Soldier mit mir zu tun gehabt haben? Irgendwo weit weg redet Steve auf mich ein. Ich verstehe kein Wort, bestimmt etwas in Richtung 'vielleicht ist ihm etwas passiert' und so weiter. Ist es nicht, er muss sich nur erholen, sich neu sammeln, einfach allein sein. Er setzt sich neben mich auf das Bett und streicht eine Haarsträhne, die sich aus dem Zopf gelöst hat, aus meinem Gesicht, um mich ansehen zu können und ich reiße mich selbst aus den Gedanken. Es ist unhöflich, nicht zuzuhören, vollkommene Interessenlosigkeit zu zeigen, das hat Steve nicht verdient. Als schlucke ich und drehe mich zu ihm. "Entschuldig-" Er unterbricht mich. "Schon okay, war nicht wichtig, ich mach mir nur Sorgen." Ich lächle müde und beiße mir auf die Unterlippe. Mir wäre es auch lieber, er säße jetzt hier bei uns und wir würde uns unterhalten und lachen und irgendetwas tun, um dir Zeit totzuschlagen, doch es ist nicht so. "Ich mir ja auch, aber vielleicht muss er einfach nachdenken. Er wird uns schon erzählen, was los ist." Steve nickt, wohl eher um sich selbst zu überzeugen und ich seufze erschöpft. Ich sollte jetzt schlafen gehen, aber einerseits will ich den Blonden nicht alleine lassen, andererseits habe ich Angst die Augen zu schließen. Ich würde wieder Dinge sehen, Bruchstücke aus meiner Vergangenheit, vermischt mit der Verzweiflung meines Unterbewusstseins und dem Stress meiner Arbeit. Ich habe heute allein drei verschiedene Patienten operiert, alle dieselben Beschwerden und Stunden in einem OP-Saal im Krankenhaus ein paar Straßen weiter zu verbringen ist pure Anstrengung.
    Noch während ich darüber nachdenke, dass ich auf keinen Fall ins Bett gehen werde, werden meine Augenlider immer schwerer und ohne, dass ich etwas dagegen unternehmen kann, umgibt mich die Dunkelheit.

    Schreie lassen mich hochfahren, meine eigenen Schreie. Verschwitzt, mit rasendem Herzschlag und rasselndem Atem sitze ich im Dunkeln. Mit weit aufgerissenen Augen versuche ich etwas zu erkennen, da geht das Licht an und Steve steht in der Tür. Ich versuche normal auszusehen, doch die Erinnerung an meinen Traum machen es unmöglich mich zu verstellen. Besorgt sieht Steve mich an und setzt sich zu mir ans Bett. "Alptraum?" Ich nicke und versuche mich zu beruhigen. Dann erst fällt mir auf, dass wir uns nicht in meiner Wohnung befinden, sondern dass ich in Steves Bett geschlafen habe. Moment und wo war er dann? "Willst du darüber reden?" Seine Stimme ist vorsichtig, behutsam, um mich nicht aufzuregen, in gewisser Weise niedlich, dass er sich solche Sorgen macht, doch ich glaube, ich würde es auch tun, wenn jemand mitten in der Nacht das kreischen anfängt. Ich schüttle den Kopf. Nein, ich will nicht darüber reden. Nicht darüber, was ich gesehen habe, was sich viel realer angefühlt hat als jeder Traum zuvor. Schrecklicher als jeder Traum zuvor. Es war, als hätte ich all das wirklich erlebt, die Erinnerung war klar und deutlich, doch ich weiß, dass ich nur eine Möglichkeit habe, herauszufinden, ob es das wirklich war. "Okay, kann ich denn irgendetwas für tun?" Ich überlege. Ich weiß nicht, vielleicht mich wachhalten? Ich möchte allerdings nicht, dass meine Probleme ihn um den Schlaf bringen, also schüttle ich erneut den Kopf und er steht seufzend auf. Toll, jetzt bin ich die Arrogante, die keine Hilfe annehmen will. Punkt ist, er kann mir nicht helfen. Außer... aber wer weiß, ob das etwas bringt. Und wenn ich heute nicht mehr schlafe, dann eben morgen. Ich kann nicht ewig wach bleiben. "Steve?" Er dreht sich zu mir um. "Danke, dass du mich hier schlafen lässt." Er hebt die Schultern mit einem gestellten Lächeln und meint: "Weißt du, du bist Buck sehr ähnlich." Ich runzele die Stirn. "Er lässt sich auch kaum helfen. Jedes Problem, dass er hat ist sein Geheimnis, auch wenn man dahinter kommt streitet er es ab und versucht einem weiß zu machen, dass er alleine damit klarkommt." Meine Mundwinkel wandern nach oben. Ja, das ist etwas, dass auch auf mich zutrifft. "Tut mir leid, ich im Moment gibt es einfach nicht viel, das du für mich tun kannst.", sage ich, doch er weiß, dass ich lüge. "Soll ich hierbleiben?" Als er meinen unsicheren Blick bemerkt, fügt er hinzu: "Ich kann so wie so nicht schlafen." Ich seufze. Ja, das war woran ich vorhin gedacht habe, aber... "Na gut.", antworte ich und rutsche auf dem Doppelbett zur Seite. Wir beide schweigen, während wir so dasitzen und ich versuche dir Erinnerungen an den Traum zu verbannen, doch sie durchzucken immer wieder mein Bewusstsein. Steve schaltet das Licht aus und sofort sehe ich ein klares Bild vor mir.

    Der Metallarm, die Maske, seine Augen ausdruckslos und er schießt erneut. Ein kurzer, dumpfer Schrei entweicht meinen Lippen und Ich werfe mich hinter eines der Autos. Presse die Hand auf die bereits blutende Wunde. Weiße und schwarze Punkte beginnen vor meinen Augen zu tanzen und Ehe ich mich versehe, wechselt sich die Szenerie.
    Meine Kehle wird kraftvoll zugedrückt und ich werde mit dem Hinterkopf voran auf den Boden gestoßen. Direkt über mir das Gesicht eines willenlosen Kämpfers und doch blitzt immer wieder etwas wie Verzweiflung in ihm auf. Ein wenig Widerstand ist in mir noch übrig, also versuche ich den Schmerz so gut es geht zu ertragen, auch wenn er mir Tränen in die Augen treibt und trete ihn dann von mir weg. Aufstehen! Umdrehen! Rennen! Mein rechter Arm fühlt sich schlaff an, ich keuche noch immer nach Atem, mein linkes Handgelenk scheint gebrochen, doch ich ignoriere es. Einfach weg von hier! Weg von ihm!


    Steve rüttelt mich an der Schulter und ich befinde mich wieder im hier und jetzt. "Es tut mir so leid! Natalie, sag doch was!" Ich starre ihn an und versuche meine Unterlippe vom beben abzuhalten. "Danke, Steve!", murmle ich und er scheint erleichtert. "Bist du sicher, dass du es mir nicht erzählen willst, was los ist?" Ich weiche seinem Blick aus. "Frag doch Bucky.", antworte ich, nicht darüber im Klaren, was die Worte überhaupt bedeuten.

    Mein Schweiß ist unangenehm kalt in meinem Gesicht und ich schlinge die Arme um meine Knie. Wippe immer wieder hin und her murmele immer wieder, wie ein Mantra, dass ich es nicht kann. Ich kann nicht. Als er es mir gestern gesagt hat, habe ich nichts getan. Und seitdem sitze ich hier. Lehne an der Wand. Im Dunkeln und weiß nicht weiter. Zwei Tage lang hat er mich ignoriert, dann ist er damit rausgeplatzt.
    "Ich war das!", hat er gesagt, nach dem er sich an die hundert Male entschuldigte, dass er nicht mit mir gesprochen hat. "Ich war es, der dich so zugerichtet hat. Hydra hat mir den Auftrag gegeben, ich sollte dich umbringen." Ich starrte ihn an, nickte dann. Ließ mir alles erklären, das er wusste. Wie er das Auto in dem ich saß, in die Luft gesprengt und wie er auf mich geschossen hatte, wie ich ordentlich ausgeteilt hatte, letztendlich jedoch zweimal im Rücken getroffen wurde und er mich totgeglaubte. In den Fluss warf und zusah, wie ich hinfort trieb. Ich hörte geduldig zu, sah alles bildlich vor mir und begann, mich ebenfalls daran zu erinnern. Als ich jedoch fragte, ob er wusste, wer ich bin, sagte er: "Keine Ahnung. Ich musste es nicht wissen, habe nicht gefragt." Ich seufzte, wartete ab, bis er etwas sagt und das tat er. "Ich werde mich wieder in Cryostase versetzten lassen. Ich habe mit T'Challa geredet, ich will, dass das was Hydra in meinen Kopf gepflanzt hat endlich weg ist." Ich riss meine Augen auf und senkte den Kopf. Ich wollte nicht, dass er sieht wie sehr mich das traf. "Ich möchte dich." Ich runzelte die Stirn und sah fragend auf. "Ich kann mir jeden Arzt aussuchen und ich möchte, dass du diejenige bist, die meinen Kopf untersucht." "Aber darauf bin ich nicht spezialisiert!", erwiderte ich, doch er nickte. "Ich glaube doch. Ich weiß es nicht warum, aber ich glaube, dass du das kannst. Das du diejenige bist, die das, was auch immer es ist, findet und rausholt. Du schaffst das!"

    Tue ich nicht! Und jetzt sitze ich hier. Allein. Immer noch. Er liegt falsch, ich kann ihm nicht helfen, aber er mir. Ohne ihn, ich kann es mir kaum vorstellen. Das heißt, ich kann, weil ich es bereits erlebt habe, was ich nicht kann, ist zu glauben, ich könnte so weiterleben. Es ist unmöglich. Ich merke gar nicht, wie es klopft, die Tür sich öffnet und jemand in meine Wohnung kommt. "Nat?", flüstert er und sieht sich um, dann erkennt er mich und kniet sich zu mir. "Hey, ich hatte mir ehrlich gewünscht, du schliefst tief und fest." Wie in Zeitlupe hebe ich den Kopf und erblicke Bucky vor mir sitzend. Als er meine geröteten Augen sieht, runzelt er die Stirn und packt meine Schultern. "Was ist denn?" Ich antworte nicht, starre auf den Boden. "So schlimm?" Ich schlucke, wage noch immer nicht, ihn anzusehen. Es dauert noch eine Weile, bis ich den Mund aufmache. Bucky wartet geduldig und sieht mich fragend an, da meine ich mit kratzenden Stimme: "Ich spreche zwölf verschiedene Sprachen. Ich weiß nicht mal was ich tue, schon liegen die meisten bewusstlos am Boden, ich weiß so viel über Waffen, das ich bezweifle, es wäre nur ein Hobby gewesen." Buckys Mund öffnet und schließt sich wieder, er zieht dir Stirn in Falten und mustert mich fragend. Ich räusperte mich und sehe auf, direkt in seine Augen. "Ich habe versucht herauszufinden, wer ich bin. Ich hoffe Leute gefunden, die glaubten mich zu kennen. Jedem habe ich einen anderen Namen erzählt. Eine neue Identität. Ich existiere nicht, nur zehn andere Personen, die so aussehen wie ich." "Was bedeutet das?", fragt er nach kurzer Stille. "Ich weiß nicht, in was ich verwickelt war, aber es war definitiv nicht legal." Schweigen. "Aber...", versucht er zu widersprechen, bricht jedoch ab, nachdem ich ihm einen durchdringlichen Blick zuwerfe. Er weiß, er kann mich nicht von dem Gegenteil überzeugen.
    Es ist eine unangenehme Spannung im Raum, wie wir so voreinander sitzen und schweigen. Irgendwie fühle ich mich schuldig, ich weiß nicht wegen was, aber Ich will ihn nicht in einer seltsamen Stimmung gehen lassen. Ihn in Cryostase versetzen, während er noch über etwas nachgrübelt, also über mich nachgrübelt.
    "Als ich hier aufgewacht bin", beginne ich mit der Geschichte. Er hebt den Kopf und hört aufmerksam, sowie neugierig zu. "Habe ich... Naja, ich wollte unbedingt herausfinden, wer ich bin. Ich habe nicht geschlafen, nicht gegessen, es hat mich zerstört... Ich habe nicht mehr herausgefunden, als was ich dir erzählt habe. Irgendwie habe ich es geschafft, all das zu verdrängen und habe weitergelebt, mich damit abgefunden. Aber vor etwa zwei Monaten hat es dann angefangen. Diese seltsamen Träume von meiner Vergangenheit, doch es war, als würde ich unter Wasser gedrückt. Alles war verschwommen, Ich konnte nur noch dumpfe Geräusche vernehmen, aber der Schmerz war umso schlimmer. Worin war ich bitte verwickelt?" Bucky beißt sich auf die Unterlippe und schweigt. Darauf kann er einfach keine Antwort geben.
    Was dann passiert, überrumpelt mich so sehr, dass vollkommen regungslos bin und einfach über mich ergehen lasse, wie er mich in den Arm nimmt und zu sich zieht. Als ich dann realisiere, was geschieht, schließe ich für einen Moment die Augen, bevor ich mich aus seinem Griff befreie und aufstehe. Bucky sieht mich neutral an und ich drehe mich weg. "Gute Nacht, Buck."


    Am nächsten Tag, betrete ich in weißem Kittel und Handschuhen das Labor, wo meine Kollegen bereits mit Bucky warten. Ich atme durch und gehe zackig auf ihn zu. Das hier ist Arbeit. "Wow, wie am ersten Tag...", schmunzelt Bucky, dem bereits die Armprothese abgenommen wurde. "Tja, So habe ich den Doktortitel bekommen: Disziplin." Er hebt eine Augenbraue und ich streiche über seine Narben an der linken Schulter. "Ich werde was finden, damit das verbessert wird. Und ich verspreche dir, du kriegst einen neuen Arm. Aus Vibranium." Er lächelt und ich seufze leise. "Wenn du aufwachst, werde ich hier sein, versprochen." "Versprich nicht so viele Dinge, das musst du nicht." Ich nicke leicht und ziehe dann die Mundwinkel hoch, als die Tür aufgeht und Steve reinkommt. Sofort gehe ich ein paar Schritte zurück. "Mr. Barnes." Ich drehe mich um, doch er ruft: "Nat?" Ich bleibe stehen und er sagt: "Pass auf Steve auf, okay?" Ein Lächeln schleicht sich auf mein Gesicht und ich nicke: "Ich werd's versuchen." und lasse die beiden allein.

    Während sie sich verabschieden, aktiviere ich die Kapsel und bespreche mich mit meinen Kollegen. Als Bucky dann aber aufsteht und zu mir geht, zieht sich mein Magen zusammen. Das hier ist ein 'Auf Wiedersehen'. Ich werde ihn einfrieren und dann nicht wieder aufwecken, bis ich eine Lösung für seine Gehirnwäsche gefunden habe. Und das kann dauern... Er lächelt mir zu und steigt in die Kapsel. Langsam gehe ich zu ihn und greife mit zitternden Händen nach dem Band, um ihn zu befestigen, doch ich stocke. Mein Blick sucht seine Augen, die blaugrau schimmern und ich umarme ihn. Ziehe ihn zu mir und vergrabe meinen Kopf in seiner Schulter. Etwas baff, legt er seinen rechten Arm um mich und streicht über meinen Rücken. Dann drücke ich mich von ihm weg und ziehe das Band fest zu. Ich trete einen Schritt zurück und hebe die Hand. "Ciao Bucky." die Kapsel schließt sich und er wird eingefroren.

Kommentare (1)

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Sternkind (33763)
vor 44 Tagen
Das ist einfach so verdammt gut geschrieben ... Wow. Ich finde es richtig gut. Machst du weiter?