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Wildherz oder warum schwarze Katzen Unglück bringen

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10 Kapitel - 7.192 Wörter - Erstellt von: Gallop - Aktualisiert am: 2018-01-16 - Entwickelt am: - 440 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 2 Personen gefällt es

Seit Charly beschlossen hat, ein neues Leben bei den sechs Clans als Wildsturm zu beginnen, geht alles drüber und drunter. Ihr Anführer ist ein Pädophiler, alle Kätzinnen leben in Angst und Schrecken, Monster suchen sie jede Nacht heim und bringen entweder Freunde oder andere Katzen um. Der FuchsClan hält sie gefangen und niemand ist mehr vor den schlimmsten Seiten der Wildnis sicher.
Die Fortsetzung zu "Wildherz".

Wildherz oder warum schwarze Katzen Unglück bringen - eine Warrior Cats-Fanfiktion

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    Http://www.testedich.at/quiz49/quiz/1503131867/Wildherz

    Auf der ganzen Lichtung ertönte Kampfgeschrei und verwirrte meine Sinne. Mit einem Schrecken wurde mir klar, dass der FuchsClan den anderen Clans tatsächlich ebenbürtig war.
    Pestfluch und Nadelsprung hieben gleichzeitig auf eine schreiende, verweinte RobbenClan-Kätzin ein, Wurzelstern streckte Dunstkralle nieder, Luchsstern rang mit Regenplätschern und Lehmpilz, während eine gehetzte Astpfote den Krallen eines großen FuchsClan-Katers auswich. Es war das reinste Chaos.

    Rauchpfote wurde neben mir von Teichnase niedergedrückt und ich drängte die weiße Kätzin, die gerade noch meine Jungen gesäugt hatte, zur Seite. Knurrend warf sie sich zu mir herum, aber ich war wütender und zerfetzte ihr gezielt die Nase. Blut tropfte auf den Waldboden und färbte das grüne Gras rot.
    Eines ihrer Katerchen griff mich an der Flanke an, ich konnte nicht erkennen, wer es war, aber ich schubste es nur unfreundlich von mir weg und eilte Taubenschweif zu Hilfe, die sich gerade verbittert gegen Molchschatten und Laubrache wehrte. Trotz ihrer Feindseligkeit untereinander arbeiteten sie im Kampf miteinander als Team und irgendwo in mir keimte doch ein kleiner Spross Respekt für den FuchsClan auf.
    Der allerdings recht schnell wieder erstarb, als sich Regenplätschern mir von hinten auf den Rücken warf und wir beide strampeln über den Boden rollten. Sie holte zu einem heftigen Schlag aus, doch Honigwind war schnell an meiner Seite und zerfetzte ihr die Ohren, woraufhin die Königin schreiend die Flucht in die Kindermulde ergriff.
    "Danke.", miaute ich und sah der honigfarbenen Kätzin, die erst vor wenigen Tagen Vater und Schwester und vor eher nicht wenigen Jahren ihre Mutter verloren hatte, zum ersten Mal richtig in die kobaltblauen Augen.
    "Du bist eine gute Katze.", flüsterte sie zurück und trotz des Jampfgeschreis um mich herum konnte ich sie so gut hören wie noch nie zuvor. "Und Milchblüte und Nusspelz haben das gewusst."

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    Angesichts dieses Bildes von mir wurde mir ganz warm im Bauch und ich leckte ihr kurz über die Schulter. "Deine Familie ist so unendlich stolz auf dich!" Dann nickten wir einander kurz zu und das sagte schon alles: Hoffentlich schaffen wir es, dich zu befreien, Du bist eine gute Kriegerin, Viel Glück im Kampf, Bitte stirb nicht. Hab keine Angst, denn der Clan hält zusammen.
    Ein Schrei voller Verzweiflung und Angst ließ die ganze Lichtung innehalten und ich wirbelte auf den Hinterpfoten herum.
    Muschelstern lag in einer Pfütze ihres eigenen Bluts, eine gewaltige, rote Wunde zerrte sich über ihre Flanke. Pestfluch kauerte über ihr und drei RobbenClan-Krieger hingen an ihm, trotzdem ließ er nicht von ihr ab und hieb immer gröber und wütender auf sie ein.
    Knurrend hetzte ich auf den schwarzen Kater zu und schwor mir, nie wieder diesen einen panischen Ausdruck in Muschelsterns hellen, gelben Augen zu vergessen.

    Ich traf Pestfluch noch in der Luft am Kopf und ich riss gnadenlos an seinem rechten Ohr, bis ich Blut schmeckte und das Monster so laut kreischte, dass sein Maul sich öffnete und eine tödlich verletzte Muschelstern eilig ein paar Schritte wegrobbte.
    Sofort stürzten mehrere Katzen zu ihr, auch Windmeer und ihre Schülerin, dessen Name ich wohl vergessen hatte.
    Mehr bekam ich nicht mehr mit.
    Molchschatten und Laubrache packten mich am Fell, zerrten mich von Pestfluch und pressten mich mit krallenbesetzten Pfoten zu Boden. Ich fauchte, war nun aber nicht mehr in der Lage mich zu wehren.
    Und dann sah ich Habi. Ihr Fell wirkte gepflegter und ihre schönen Augen klarer, als sie sich auf Molchschatten stürzte und ihn dank ihrer Größe mühelos niederrang. Lsubrache wollte seinem missgünstigen Vater helfen, aber ich packte ihn am Schweif, zog kräftig daran und brachte den grauenhaften Kater so zu Fall.

    "Es muss aufhören!", jaulte Graustern, aber nicht eine Katze hörte auf ihn.
    Blut befleckte die gerade noch wachsenden Pflänzchen und Krallen flogen durch die Luft, unaufhaltbar und blutdurstig.
    Laubrache war wieder auf den Beinen und wir umkreisten uns mit zusammengekniffenen Augen und peitschendem Schweif.
    Natürlich ging er zuerst zum Angriff über.
    Schreiend täuschte er eine Attacke von links an und zielte dann auf mein anderes Hinterbein, aber ich sprang einfach auf seinen Kopf und presste seine ABSOLUT HÄSSLICHE Schnauze in die Erde.
    Hoffentlich ringelte sich gerade ein Regenwurm in seine Nase. SternenClan, wäre das geil gewesen.

    Stattdessen zerfetzte ich ihm den Schweif, bis er mehr Stummel war als Pelz hatte und ließ einen heulenden, zusammengerollten Laubrache zurück. Sein Bruder Schwarzsturm eilte selbstverständlich sofort an seine Seite, aber nicht einmal Geschwisterliebe konnte jetzt noch den Schweif dieses Ungeheuers retten.

    3
    Mir war klar, dass wenn nicht einmal ein Anführer den Kampf beenden konnte, es wirklich keine Hoffnung mehr gab. Und dieser Gedanke war mehr als nur ein bisschen erschreckend. Es war die Wahrheit und somit auch unser Untergang.
    Jener kleiner Moment Unachtsamkeit, ließ mich die fliegenden Krallen vergessen, doch der Schmerz an meinem Oberschenkel holte mich schnell wie der Blitz wieder in die Realität.
    Zwei junge BärenClan-Schüler sprangen meine Flanke an und ich konnte nur mit Mühe ihren klauenbesetzten Pfoten ausweichen.
    "Genug!", fauchte ich und legte die Ohren flach an. "Der FuchsClan ist euer Gegner, nicht ich!"
    "Oh...aber...du riechst so sehr nach ihnen...", stammelte der eine, ein hellbrauner Kater mit honigfarbener Tigerung. Der zweite, rauchgrau mit weißen Pfoten, nickte zustimmend.
    Ich blaffte zurück: "Ach ja? Dann schau mir mal in die Augen, du Idiot!"
    Die Kleinen rissen erschrocken die Augen auf und ich bereute meine grobe Wortwahl sofort. Dann flüsterte der eine: "Was ist ein Idiot?"
    Erleichtert atnete ich aus und miaute: "Das spielt keine Rolle. Dieser Kampf wird kein Ende nehmen und es ist meine Pflicht als Kriegerin junge Katzen zu schützen, also geht und nehmt so viele Katzen mit euch, wie nur möglich. Wir brauchen Schüler für die Zukunft der Clans, ohne euch ist das Gesetz der Krieger wehrlos. Lauft!"
    "Aber Graustern hat gesagt, wir sollen kämpfen!"
    "Niemand hat hier auch nur IRGENDWAS unter Kontrolle. Geht und schaut, dass ihr nicht verletzt werdet."

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    "Trouble...", säuselte es da hinter mir. "Redest du etwa mit unseren Gegnern?" "DU bist mein Feind!", fauchte ich wütend und blickte nach einer geschickten Umdrehung direkt in Pestfluchs Augen. Er grinste. "Die anderen Clans können nicht gewinnen. Du bist verloren."
    "Das entscheide ich ja wohl selbst!", giftete ich zurück und legte den Schweif schützend um die zwei Schüler. "Es darf nicht noch mehr Blut vergossen werden. Wenigstens die Schüler müsst ihr gehen lassen!"
    "Und DAS ist eben MEINE Entscheidung."
    Töte ihn. Ich darf nicht. Dann bin ich auch nicht besser als er. Er hat es aber verdient...wie sonst sollst die dich ans Gesetz der Krieger halten und die jungen Katzen vor dem Bösen schützen? Es gibt sicher auch einen anderen Weg. Schwächling.
    Pestfluch fletschte die Zähne und erschrocken machte ich einen Schritt zurück. Für die Schüler und alle, die sonst noch unter ihm leiden mussten! Für mich...
    Jaulend bäumte ich mich auch und schlug meine Zähne ohne Zögern in seinen breiten, schwarzen Nacken. Der große Kater hatte mit dieser direkten Attacke nicht gerechnet und warf sich brüllend auf den Boden, aber ich ließ nicht locker.
    Kurz sah ich vor Schmerzen nur noch Schwarz, als er sich auf den Rücken rollte und ein spitzer Stein mir in den Rücken schnitt und ich leitete diese Wunde direkt an Pestfluchs Hals weiter. Es war Zeit, dass er sich wieder zu seiner Schwester gesellte.
    Ich dachte an den dritten, schwarzen Kater damals im Korb, den sich der Fuchs geholt hatte, und tiefes Bedauern verdunkelte meine Augen. Es tut mir leid, Kleiner...
    Pestfluch war am Ende seiner Kräfte und lag jetzt entmutigt und zu Tode erschöpft auf seiner mächtigen Seite, die fast an eine schwarze Pfütze erinnerte. Sein Fell war verschwitzt und stank nach Blut, sein Nacken schmeckte nach nackter Angst.
    Dann sah ich ihm ein letztes Mal in die grünen, verbitterten Augen und riss ihm mit den Krallen die Brust auf.

    Es war das schaurigste, schlimmste Signal, das ich je gehört hatte. "Clans!", schrie Kükenstern, während sie mir einen tieftraurigen Blick zuwarf. So viele Emotionen hätten mich bei ihr schon beinahe zum Heulen gebracht. "Rückzug."
    Jaulend und schlitternd verließen die entkräfteten Krieger und Schüler die Lichtung, ein paar Füchse sprangen ihnen noch knurrend und schreiend hinterher, ansonsten wurde es still und die Katzen begannen sich gegenseitig die Wunden zu lecken.
    Eine verängstigte Blauglanz hockte neben ihrem Nest, eine junge Schülerin vor ihren Pfoten, und ihr zitternde Schweif bestätigte den Tod der Kätzin.
    So viel Blut.
    Panisch ließ ich meinen Blick über die Lichtung gleiten und betete, dass wenigstens MEINE Schülerin es geschafft hatte. Ob ihr das Fliehen oder das Leben gelungen war, inzwischen war es mir egal.
    "Wildsturm!"
    Eine schwer an der Schulter verletzte Astpfote kauerte neben dem Baumstumpf und hatte ihre Klauen fest in der Erde vergraben. "Bitte!", weinte sie. "Hilf mir!"
    Ich wollte zu ihr, aber Laubrache sprang mir in den Weg und klatschte mir seinen verkrüppelten Schweif direkt ins Gesicht.
    Fauchend wich ich zurück, doch bevor ich zum Gegenschlag ausholen konnte, stürzten mehrere Krieger herbei und rangen mich zu Boden, bis ich nicht einmal mehr eine Kralle rühren konnte. Sie lachten.
    "Geht weg.", murrte Laubrache gedemütigt und warf ihnen böse Blicke zu. "Ich komme klar."
    "Sicher.", schnaubte ein Dunkelbrauner, aber die anderen Katzen zogen sich zurück und Laubrache packte mich am Ohr und zerrte mich in den Wald, bis wir an einem dichten Holunderbusch angekommen waren.

    "Du hast Probleme, Kätzin!", knurrte er ungeduldig und umkreiste mich wie ein Tiger seine Beute. "Das VERSPRECHE ich dir..."
    Ich blieb gechillt. "Ne, im Ernst, schau dir deinen Schweif an. Mach kein Drama und geh zu Blauglanz, da ist überall Blut. SternenClan, ist mir schlecht!" Mit einem heftigen Schlag lag ich am Boden und bevor ich wieder aufstehen konnte, sah ich die Wut in Laubraches Augen, schluckte und wusste, dass er nicht log.
    "Und ich halte meine Versprechen..."

    Vier Monde waren vergangen und die Sommerhitze und der dicke Bauch quälten mich schon fast mehr, als die Distelns in meinem Nest. Dass ich es noch ab und zu schaffte, Astpfote, die nun an einer verkrüppelten Schulter litt, zu trainieren, grenzte schon an ein Wunder und dass ich tatsächlich noch laufen konnte an ein zweites.
    Billy trabte zu mir und legte einen dicken Moosball zu mir ins Nest. "Hier.", sagte er und sah mir zärtlich in die Augen. "Für die Jungen und dich." Finkenjunges, Flussjunges und Fuchsjunges waren groß geworden. Gerade eben spielten sie wohl gemeinsam auf der Lichtung, aber sicher konnte ich mir nicht sein, denn die vielen Gräser vor dem Heilernest, neben dem sich nun auch mein Nest befand, verhinderten die Sicht.

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    Das war wohl das erste Mal, das ich mir wünschte nicht mehr alleine zu sein. In Menschenjahren war ich 14 Jahre alt, man konnte und DURFTE von mir nicht erwarten, ohne Partner Kinder großzuziehen! Nur schön, dass es hier niemanden juckte.

    Und als die drei Kleinen wieder zu mir sprangen und mir beigeistert einen toten Frosch zeigten und mit wilden Gesten schilderten, wie sie ihn zur Strecke gebracht hatten, konnte ich kein einziges Mal mich auf das Gesagte konzentrieren. Fuchsjunges' hellblaue Augen strahlten mit Flussjunges' Gelben und Finkenjunges' Grauen um die Wette und mir war wieder so verdammt schlecht.
    "Hier.", murrte Blauglanz und schubste eine unerschöpftlich herumspringende Fuchsjunges mehr vorsichtig als gemein mit dem Schweif zur Seite. Sie legte eine Packung Blätter mit den komischen Zacken vor mir ab, was mir ein dankbares Schnurren abgewann, während ich die Kräuter herunterwürgte.
    Es war Frühling und meine Ohren zuckten zufrieden, denn meine Junge würden genug zu Essen haben. Und außerdem hörte endlich diese beschissene Übelkeit auf. #nichtleichtegoistisch

    Ich hatte nur einen Moment nicht aufgepasst und die drei stürzten sich auf meinen Rücken. Empört jaulend versuchte ich sie abzuschütteln, aber selbst dazu war ich zu träge, also warf ich Blauglanz und Billy einfach nur einen genervten Blick zu.
    Billy nickte. "Kommt, ich zeig euch ein geiles Spiel."
    Jubelnd flitzten meine Kinder wieder auf die Lichtung, ein brüllender und urkomuscher Billy hinter ihnen her. Dieses Lachen war Baösam für die Seele. Dass mir das früher als Mensch nicht aufgefallen war? Ich hatte so viel lachen können, wann immer ich wollte, außer Schule gab es keine Aufgaben in meinem Leben, aus purem Egoismus und reiner Dummheit war alles auf dem Scheiterhaufen gelandet.

    Es war schon dunkel, als Blauglanz mich wieder aus meinem Schlaf riss. "Wir gehen zur Großen Versammlung.", miaute sie leise und mit rauer, erschöpfter Stimme. "Ich bete für dich, mein Herz, dass Vogelstern einen Weg findet." Also ich nicht. Trotzdem rang ich mir ein gequältes Lächeln ab. "Viel Spaß, Blue." Sie hob fragend die Pfote.
    Die Welt der Zweibeiner fehlte mir. Ich seufzte. "Schon gut."

    Nachts war die einzige Zeit, in der es sich so anfühlte, als ob mein Leben nicht total traurig wäre. Ganz dicht an mich gekuschelt lagen die energiegeladene Fuchsjunges, der kluge und immer freundliche Flussjunges und ein niedlicher, sabbernder Finkenjunges bei mir. Es fühlte sich richtig an. Und war aber auch das Einzige.
    Also schloss ich wieder die Augen und hoffte auf ein paar weitere Stunden nichts fühlen, bis ich merkte, wie mein Magenknurren Finkenjunges aufweckte und ich miesgelaunt zum Frischbeutehaufen schlich, um nicht auch noch die anderen zu wecken. I hate my life.

    Dann flüsterte das kleinste und schildpattfarbene meiner Junge: "Mama?"
    Ich nahm mir grummelnd einen kleinen Spatz und schnupperte misstrauisch an den Schwungfedern. "Sieht alt aus. Was ist, mein Schatz?"
    "Wer ist dieser Kater?"
    Zu Tode erschrocken wirbelte ich herum.
    Ein Kater mit pechschwarzem Fell, einer weißen Vorderpfote und Hundehalsband stand meinem Kind Nase an Nase gegenüber, seine Größe beeindruckte mich.
    "Geißel.", hauchte ich und näherte mich dem wohl bekanntesten Mörder aller Zeiten so langsam wie es seine Gestalt verdiente. In den Büchern war er kleinwüchsig gewesen, aber nun stand für mich fest, dass Vertrauen auf Papier wohl das dümmste von allen war.

    "Keine Sorge.", flüsterte er und blinzelte mich aus eiskalten Killeraugen an. "Ich tue Jungen nichts." "Ich verlass mich nicht auf Versprechungen eines schwarzen Katers."
    "Wegen Schwarzsturm?", fragte er mit einem zaghaften, BEUNRUHIGENDEN Lächeln. "Ich hab euch gesehen."
    Knurrend machte ich mich sprungbereit. "Ich warne dich. Du gehst jetzt weg oder willst du einen Angriff wirklich riskieren?"
    Endlich kam der Mond hinter den silbergrauen Wolken hervor. Sternenlicht erhellte die Lichtung, den seidigen Pelz des Mörders, die angstgeweiteten Augen vom Sohn meiner Freundin und mein Herz bebte.
    Fauchend stürzte ich mich auf Geißel, aber der wich aus und ich schlitterte in den Dreck. Wie ich es hasste, wenn das Kater taten.
    Er lachte nur und betrachtete meinen Bauch. "So, so. Von Laubrache? Du bist eine außerordentlich dumme Kätzin, Trouble. Du wirst nicht mehr lange leben."
    Schnell wie das Wiesel schob ich mich zwischen Finkenjunges und Geißel, aber ein unbeachteter Stock erschwerte mir den Weg und ich knickte um. Direkt in die Hundezähne.
    "Du machst es mir so einfach!", grinste er mit arroganter Grimasse. "Hätte gedacht, du bist eine Herausforderung."
    "Geh..."
    "Ich töte keine Junge."
    "Und ich habe nie gesagt, ich töte keine Kater."
    "Dafür tötest du dich aber selbst."
    Er zögerte, dann fügte er noch hinzu: "Gute Nacht, Trouble. Ich bin mir sicher, wir werden uns wiedersehen."

    Die Versammlung-Patroullie kehrte ins Lager zurück und Geißel war verschwunden.

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    "Die Pfoten weiter nach oben, Astpfote!", forderte ich die braune Schülerin auf und winkte mit dem Schweif.
    Ihre tiefblauen Augen funkelten begeistert, während sie einen Angriff erneut antäuschte, über mich hinwegsegelte, sich an meinen Rücken krallte und schließlich triumphierend die Pfoten in die Luft warf, um mich aus dem Gleichgewicht zu bringen.
    Genau wie erwartet rollten wir uns beide mehr oder weniger gekonnt auf dem moosigem Boden ab und lächrlten uns anschließend zufrieden zu. "Das war großartig!", lobte ich sie schnurrend und verpasste ihr einen kleinen Klaps auf's linke Ohr. Sie grinste. "Auch wenn du bald Junge bekommst, bist du eine super Lehrerin."
    Sie hatte recht. Jeder Schritt außerhalb meines Nestes war eine Herausforderung und mit Astpfote weiterhin noch heimlich zu ttainieren, eine weitere. "Ich hoffe, dass die Junge gesund werden.", fügte sie hinzu. "Auch wenn Laubrache ihr Vater ist. Ich mag ihn nicht. Er schreit sehr oft, genauso wie Molchschatten und Nachtigallenherz, aber die ist ja schon tot. Pestfluch auch, SternenClan sei Dank. Wir haben wirklich Glück, dass ihn jejand für uns erledigt hat."
    Ich schüttelte den Kopf und ordnete mir wieder eine wilde Strähne ins Fell ein. "Sag das nicht, Astpfote. Jeder hat gute und schlechte Seiten. Die Kunst besteht darin, beides sehen zu können und gleich zu gewichten. Denk daran, wenn du das nächste Mal einem FuchsClaner in die Augen siehst." "Aber das kann ich nicht! Wie schaffst du es nur, immer das Beste in Monstern zu sehen? Du solltest nicht deine eigenen Entführer verteidigen!"
    Ich lachte. "Und du nicht deiner Mentorin widersprechen! Was meinst du? Holst du mir noch einen Frosch? Ich muss vorgehen, ich glaub, ich kann nicht mehr." Astpfote strahlte. "Natürlich! Geh schon."
    Keuchend taumelte ich auf die Lichtung und schleppte mich zu Blauglanz, die gerade skeptisch ein paar Gänseblümchenblätter beschnüffelte. "Sie sind zu alt.", benantwortete ich ihre unausgesprochene Frage und schob die vertrockneten Kräuter weg. "Du musst neue holen gehen." "Ach, sei doch leise. Leg dich hin."
    Die blaue Kätzin legte wieder die Stirn in Falten und ich streckte ihr die Zunge heraus, als sie sich abwandt.
    "Wildsturm!"
    Noch bevor ich mein Nest erreicht hatte, flitzte Astpfote ins Lager und warf im Vorbeirennen Mohnpfote, einem rot-schwarzen Kater mit dunklen Augen und kräftigem Körperbau, einen unauffälligen Blick zu. Kaum hörbar knurrte ich.
    "Hier!", maunzte sie und ließ einen dieser köstlichen, grün-grauen Frösche vor mir fallen. "Iss! Für die Jungen!"
    Schnurrend nahm ich das Stück Frischbeute auf und setzte mich an ein schattiges Plätzchen am Rand der Lichtung. Und dann kam Pilzkralle.
    "Du."
    "Wie geht es den Jungen?"
    "Geh weg."
    Enttäuscht kickte er den nächstbesten Kiesel mit der Kralle weg und murrte: "Man kann es dir einfach nicht recht machen."
    "Pilzkralle?"
    "Hm?"
    "Schau mal DA." Mit gesträubtem Fell presste ich ihn meine verbarbte Schulter unter die Nase. "Das warst DU."
    "Ich dachte, du bist die Sklavin, die selbst ihren Entführern verzeiht?"
    "Tu ich auch. Aber du zählst nicht dazu. Denn du wirst für mich immer das Junge bleiben, das ich damals vom Spalt gerettet habe."
    Er schnaubte. "Und ich bedeute dir trotzdem nichts."
    Jetzt musste ich doch lächeln. "Doch. Und zwar, dass man Katern mit braunem Fell nicht trauen kann. Wenn du mir noch ein paar weiche Federn holst, habe ich vielleicht bessere Laune."
    Seufzend hievte er sich hoch und eilte los.

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    Um ehrlich zu sein, hatte ich noch nie etwas so sehr genossen, wie meinen vorübergehenden Status als Königin. Na gut, dass ich die Jungen im Hochsommer zur Welt bringen würde und mir jetzt schon sämtliches Fell am Körper klebte, das war vielleicht ein winziger Nachteil. Aber zumindest musste ich nicht arbeiten!
    Im Gegensatz zu Billy. Die junge Kätzin aus dem TigerClan war wohl von einem Auto überfahren worden, als sie hatte Stachelkraut für Blauglanz besorgen wollen. Sie tat mir leid, doch wenigstens hatte sie jetzt ein besseres Dasein als vorher.
    Da Billy jetzt aber für das Schuften von DREI Sklaven aufkommen musste, war er fast ununterbrochen am Arbeiten und dass er trotzdem noch die Zeit fand, mir ab und zu ein Eichhörnchen oder einen Star zu bringen, dafür war ich wirklich dankbar.

    Von den anderen Clans hatte ich auch schon seit Monden nichts mehr gehört, denn selbst als Königin war es Sklaven nicht erlaubt, zu Großen Versammlungen zu gehen und so ihre zurückgelassenen Freunde zu sehen. Nein, ich saß die meiste Zeit an einem Farnfleck in der Nähe von Blauglanz' Nest, weil man von dort das Lager gut im Blick hatte und man auch gleichzeitig nicht der Sonne ausgesetzt war. Billy schon.
    Die Nester in der Revivae befanden sich fast den ganzen Tag in der glühenden Hitze und gerade, wenn der Schatten den Ärmsten von seinem alltäglichen Leiden erlöste, schickte ihn irgendein Idiot noch los, um in der Dunkelheit und Frische zu jagen. Eingebildetes Pack.

    Aber ich beschwerte mich nicht, um meiner Kinder Willen. Es waren drei weitere Wochen vergangen und es stand fest, dass meine Junge wohl Spätblättchen werden würden, so nannten die Heiler Babys, die nach dem vermutlichen Datum auf die Welt kamen. Ich machte mir Sorgen.
    Die drei Kleinen waren schon wieder ein riesiges Stück gewachsen und der Tag, an dem Wurzelstern Finkenjunges dem RabenClan und Flussjunges dem RobbenClan übergeben werden würde, rückte näher. Bis er schließlich da war.

    "Popule bestiae, venite ad arborem!", verkündete Wurzelstern laut und deutlich. Volk der wilden Tiere, komm zum Baum.
    Ich weiß, was das heißt!
    Der Clan versammelte sich und bevor Fuchsjunges zu ihren Brüdern laufen konnte, drückte ich sie eng an mich.
    "Was soll das?", maunzte sie. "Wenigstens verabschieden muss ich mich!"
    "Es ist besser so. Dann schmerzt es später nicht so doll."
    Meine zwei Kinder verließen mit dem Anführer und Teichnase und Nadelsprung das Lager; mein Herz drohte stehen zu bleiben, während ich die einzigen Lebewesen, die Meerschweinchenschimmer mir zurückgelassen hatte, mein Leben verließen. Ich schluckte und blinzelte schnell die Tränen weg. Dort würden sie garantiert ein melior vitam haben wie ich.

    Wie auf Kommando wechselte ein heftiges Gewitter den strahlenden Sonnenschein ab und sämtliche Katzen flohen zu ihren Nestern, wobei Billy, mein Vater, der immer so eifrig und friedfertig war, natürlich im strömenden Regen hockte. Wenn er Glück hatte, würde ihn kein Blitz erschlagen, und wenn noch mehr, dann vielleicht auch kein Baum oder einer der Äste und Steinchen, die jetzt durch die Luft flogen. Ich hatte furchtbare Angst, wusste aber, dass ich nichts mehr für ihn tun konnte und hastete mit meiner Tochter flink zu meinem Nest. Blauglanz oder einer der Schüler hatte es bequem ausgepolstert.
    Schnurrend wühlte ich mich in das warme, trockene Moos und drückte eine schnaufende Fuchsjunges an meine warme Brust. Es war alles gut.

    Und dann fuhr ein stechender, pochender, blutrünstiger Schmerz durch meinen Körper. Mehr vor Schreck fing ich an zu schreien und die Kleine riss überrascht den Kopf hoch. "Mama, was ist denn?"
    Blauglanz sprang aus ihrem Nest, holte gleich sämtliche Kräuter, die sie sich bereit gelegt hatte und jaulte: "BILLY!"
    Der braune Kater kam sofort zu uns her ins Trockene und schüttelte sich das durchnässte Fell. "Blauglanz, was kann ich tun?"
    "Kümmer dich um Fuchsjunges. Sie wird erst morgen dem LibellenClan übergeben und das soll sie auch bitte noch erleben. Einfach warm halten.", befahl die Heilerin und haute mir ungeschickt mit einem Stock auf die Schnauze. "Au!" "Beiss rein."
    Der Sklave zog sich mit Fuchsjunges zurück und ließ uns beide alleine. Es dauerte lange. Sehr lange.
    Meine Schmerzen waren intensiver als die Blitze, die wie Schlangen durch den Himmel schossen, meine Schreie erdrückender als die dunkelgrauen Wolken. Es fühlte sich an, als ob mein Körper in zwei gerissen würde. Come on. Mach weiter. Just do it for Foxkit.
    Ich versuchte mich auf andere Gedanken zu bringen und fragte die Stimme mental: "Warum habe ich seit Monaten Ekel und Century nicht mehr gesehen? Und warum heißt Ekel auch Fliegensturm."
    Ich hätte dich für schlauer gehalten. Century ist ein Produkt deiner Vorstellungskraft, Ekel aber gab es echt. Er war ein ruheloser Streunergeist, der früher im HöllenClan lebte. Und dein Geist war nun einmal so schwach, dass es leicht für ihn war, Teil von dir zu werden.
    HöllenClan?

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    ((big))((bold))Das Bild wurde von einem Freund gemalt, der wirklich SEHR VIEL Talent hat und es lohnt sich auf jeden Fall, reinzuschauen!:) Vielleicht
    Das Bild wurde von einem Freund gemalt, der wirklich SEHR VIEL Talent hat und es lohnt sich auf jeden Fall, reinzuschauen!:) Vielleicht schaffe ich es ja, ihn zu überzeugen, noch einmal etwas zu malen ;)

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    Ganz schnell wechselte sich dann meine Sicht und auf einmal befand ich mich wieder im Frostwald. Es war ruhig.
    Neben mir lagen vier Kinder, die aus reinem Stern zu bestehen schienen, so hell glitzerte und strahlte ihr Fell. Auch ihre Stimme ließ nicht erkennen, wer Kater und wer Kätzin war, als das ganz rechte miaute: "Hallo?"
    Rauchvogel, Streifensturm und Meerschweinchenschimmer erschienen vor uns und letztere miaute: "Hallo, kleine Jungen. Ihr werdet gleich geboren."
    "Was soll das bedeuten?", quietschte das Linke. "Wer bist du?"
    "Das spielt keine Rolle. Aber seht ihr diese Schneeeulen oben?", fragte Rauchvogel und machte eine vage Bewegung mit dem Schweif. Wir hoben die Köpfe. Vier gigantische, wunderschöne Eulen kreisten über uns, die tiefgelben Augen, die an kleine Knöpfe erinnerten, auf die Kinder gerichtet.
    Schwarzherz fuhr fort: "Wie alle Katzenjunge seid ihr aus einem speziellen Sternenstaub entstanden. Und diese Vögel werden euch zu der Welt der Lebenden bringen, wo ihr euch an nichts mehr von dem hier erinnern werdet. Gibt es noch Fragen?"
    Die zwei mittleren hoben die Pfoten, aber Schwarzherz beachtete sie nicht und stieß stattdessen einen durchdringenden Pfiff aus.
    Sofort erwachten die vier Schneeulen aus ihrer Trance, flatterten noch ein paar Mal unsicher mit den breiten, edlen Schwingen und stießen dann auf die vier Winzlinge herab, die das Ganze mit verdutzt zuckenden Näschen und aufgerissenen Augen in Kenntnis nahmen.
    Es passierte alles ganz schnell und geordnet, doch dann fing die eine Eule an zu trudeln, fing sich wieder, hatte der neben ihr aber schon einen kräftigen Schubs gegeben, so dass sich ihre Flugbahn änderte und dem rechten Jungen, das gequält aufschrie, ihre spitzen Krallen ins linke Auge rammte.
    Erschrocken gurrend versuchte sie ihren Fehler wiedergutzumachen, indem sie das Kleine besonders vorsichtig am Nackenfell anhob, und holte schnell wieder zu ihren Freunden auf, welche nun schon fast nicht mehr zu erkennen waren, während sie sich immer weiter vom Frostwald entfernten.

    "Viel Glück.", flüsterten Meerschweinchenschimmer und Rauchvogel. Schwarzherz grunzte. Dann schnippten sie alle drei gleichzeitig mit dem Schweif und ich war wieder mitten im Gewitter, keuchend und erschöpft in meinem Nest. Der Stock war entzweigebrochen.


    "Trouble.", sagte Blauglanz leise und mit mütterlichem Stolz. "Du hast es geschafft. Du hast gerade eben vier niedliche Junge auf die Welt gebracht." Ich schnurrte müde und wollte mich umdrehen, um meine Kinder in Augenschein zu nehmen, aber Blauglanz schüttelte den Kopf. "Warte. Bei einem gab es wohl Komplikationen..egal. Du solltest stolz sein. Auf sie alle."
    Sie nickte mir zu und trat dann zurück, um ihre übrig gebliebenen Kräuter wieder zu verräumen und mir ein bisschen Privatsphäre zu überlassen. Ich drehte den Kopf.
    Vier kleine, unendlich wertvolle Fellbüschel lagen schnaufend und sich windend an meinem Bauch, mein buschiger Schweif sorgsam um ihre noch so empfindlichen, kleinen Körper gewickelt.
    Ihr Geruch verriet mir, dass es zwei Kater und zwei Kätzinnen sein mussten.
    Eine der beiden Mädchen hatte langes, seidiges Fell mit einem wunderschönem, dunklen Schildpattmuster, das im Mondlicht strahlte wie Seide. Seidenjunges.
    Ihre Schwester war wohl das kleinste Kätzchen im Wurf, ihr Pelz leuchtete beinahe in einem eleganten grau-zartrosa Ton, der mir die Sprache verschlug. Sie waren beide so wunderschön. Seerosenjunges.
    Eine frische Brise zog auf und ich zog die Kleinen noch näher an mein warmes, flauschiges Unterfell heran. Dankbar schnurrend vergruben sie ihre kleinen Pfötchen im schwarzen Pelz, um sie zu wärmen und mir wurde klar: Ich war jetzt Mama.
    Der nächste kleine Kerl, ein Kater, hatte hellbraunes Fell mit schwarzen und weißen Flecken, eine rostfarbene Tigerung überzog jene Farben. Nicht so buschig wie bei Seidenjunges war der Pelz, aber auf jeden Fall deutlich länger als bei Seerosenjunges und dem letzten Sohn. Ich beschloss, den kleinen Braunen Schillerjunges zu nennen. Er würde ihn sicher mit Stolz tragen.
    "Mama." Fuchsjunges tappte wieder zu mir und betrachtete ihre neuen Geschwister. "Was ist mit seinem Auge?"
    Das letzte Junge, ein schwarzer Kater mit einer Narbe an der Schulter und noch einer weiteren über das linke Auge, zitterte am kraftlosesten und ich bekam Panik. Konnte es überleben?
    "Hier her, Fuchsjunges.", raunte ich meiner Tochter zu und rutschte noch ein bisschen zur Seite, damit sie auch Platz hatte. Wie groß sie bereits schon im Vergleich zu den Neugeborenen war.
    Meine Sorge blieb unbegründet. Ich flüsterte: "Obwohl du dich schon am Anfang deiner Reise so einer Tragödie stellen musstest, bist du doch sicher der Stärkste unter deinen Geschwistern. Willkommen in der Familie, Gewitterjunges."

    9
    Dieses Mal fürchtete ich mich fast noch mehr vor dem Augenblick, an dem meine Kleinen zum ersten Mal mit eigenen, farbigen Augen die Welt erblicken würden. Besser gesagt: Noch nie zuvor hatte ich so sehr vor etwas Angst gehabt. Bitte LibellenClan. LibellenClan. SternenClan, LibellenClan. Hoffentlich würden sie sich Zeit lassen.
    Fuchsjunges hatte man gestern schon zu ihrem neuen Territorium gebracht, was zur Folge hatte, dass sich nun ZWEI Seiten tief in mir drinnen stritten.
    Die eine war einfach nur froh. Richtig glücklich, dass ihre Tochter in dem Clan aufwachsen würde, der auch mir so ein großartiges Zuhause war. Es war alles gut. Fuchsjunges, Meerschweinchenschimmers Kind, war in Sicherheit; ich hatte mein Versprechen gehalten und würde sie vielleicht auch irgendwann wiedersehen. Denn ich hatte einen Plan und der war verdammt gut. Zumindest machte es mich glücklich, überhaupt einen zu haben.
    Der anderen war richtig, richtig schlecht vor Angst. Vogelstern hatte noch eine Rechnung mit mir offen. Nein. Nicht eine, gleich zwei. Oder drei. Allmählich verlor ich den Überblick.
    Und ich, dumme Katze, hatte ihm meine Tochter und das einzige, das mir meine Freundin hiergelassen und bei dem ich überhaupt eine Chance hatte, mit ihr ein gemeinsames Leben zu führen, genau die hatte ich ihm in die offenen Pfoten geschickt. Nächtlich betete ich dafür, dass alle guten Geister ihr zur Seite standen und Habi ein Auge auf sie haben würde.

    Moospfote trottete gerade auf die Lichtung und wollte sich eine Drossel vom Frischbeutehaufen nehmen. SternenClan. Sie sah aus, als hätte sie seit Tagen nichts gegessen! Steifer wie ein Dachs bewegte sie sich zu dem begehrten Fleckchen am Baumstumpf, ihre Nase zuckte erwartungsvoll und mir wurde klar, dass sie wohl keineswegs freiwillig Diät gemacht hatte! Zorn flammte in mir auf und ich kniff die Augen zusammen, um das Geschehen weiterhin zu verfolgen.
    Die Schülerin hatte den Vogel schon fast erreicht, als Pilzkralle und Molchschatten ins Lager gerast kammen und der Schildpattfarbene sie so heftig am Schweif zog, dass sie das Gleichgewicht verlor und in den Staub fiel. Knurrend sprang ich auf und fuhr meinen Kleinen, die begonnen hatten, unruhig vor sich hin zu maunzen, zärtlich mit dem Schweif über die kleinen Rücken.
    Molchschatten fauchte: "Du bist die BLÖDESTE Schülerin, die jemals in diesem Clan gelebt hat, Moospfote! Die BLÖDESTE! Schon seit zwanzig Monden bist du in Ausbildung, du weigerst dich bei den Übungspatroullien teilzunehmen wegen einer halbwüchsigen Kriegerin" Er deutete auf mich. Ich bleckte die Zähne. "Und wenn du eine Strafe auferlegt bekommst, missachtest du das Verbot und schleichst dich vom Jagdtraining weg, um zu essen, was deine Clan-Gefährten sich mühsam erarbeitet haben." Das ist doch kein Clan, du Zweiter Anführer einer schlechten Streunergruppenkopie!

    "Du wirst NICHTS essen! Stattdessen ziehst du jetzt Trouble eins über die Ohren, ja, DAS IST DEINE STRAFE FÜR'S KNURREN, und kommst dann sofort wieder her, DAMIT DU AUCH EIN PAAR SCHLÄGE ERHÄLTST!", giftete Molchschatten und funkelte mich zornig an. Das Feuer breitete sich zu einem Waldbrand aus, der nun mein ganzes Herz umtobte. Pilzkralle sagte nichts und betrachtete die Situation angespannt.
    Mit zitternden Pfoten machte die schwarze Kätzin einen Schritt auf mich zu. Sie warf einen Blick auf die Jungen, erkannte meinen von der Geburt geschwächten Körper und miaute: "Ich darf nicht, Molchschatten, bitte. Sie ist eine Königin mit Jungen! Das MUSS gegen das Gesetz der Krieger sein!"
    "Du..." Knurrend machte Molchschatten einen Satz auf Moospfote zu und ich stürzte mich auf ihn. "Ich kann noch viel mehr als nur Knurren!", giftete ich und riss an seinem Ohr. Der Kater jaulte und wollte sich zurückziegen, aber ich hielt ihn fest gepackt, brachte meine ganze, restliche Kraft auf und zwanf ihn auf den Boden, bis sein Bauchfell den Dreck berührte, in den er Moospfote geschubst hatte. Pilzkralle half ihm nicht.
    Knurrend zerfetzte ich seinen Rücken und seine Schultern, bis ich mir sicher war, dass wenigstens ein paar Narben bleiben würden, die ihn daran erinnern sollten, wie er mit Königinnen und Schülerinnen und allen Kätzinnen umzugehen hatte.

    10
    Und zum großen Erstaunen: Niemand hinderte mich daran. Eine gewaltige Scharr an Krieger, Schülern und Königinnen hatte sich bereits um uns gescharrt und keine einzige Katze griff ein, um ihrem Zweiten Anführer beizustehen. Pack.
    "Was ist?", fauchte ich und ließ Molchschatten liegen. "Was seid ihr nur für ein Clan. Null Loyalität, alles nur Show und falsch gelagerter Ehrgeiz. Ihr seid keine Clan-Katzen. Ich schäme mich, eure hässlichen Krötenpelze jemals gesehen zu haben. Und was jetzt? Mich umbringen? Eine Mutter und zwar vor den Augen ihrer eigenen Jungen? Das tut keiner." Ich hustete heiser. "Außer ihr."
    "Trouble. Ich meine Wildsturm." Wurzelstern bahnte sich einen Weg zu mir und beachtete Molchschatten nicht, der immer noch wimmerte, als würde der Himmel über ihm einstürzen und sein gewaltiges Ego noch dazu.
    Furchtlos hielt ich dem Anführer dieser Katzenräuber mit eisernem Blick stand und miaute ruhiger: "Was ist, Meister?"
    "Nenn mich nicht so. Das beleidigt meinen Rang. Bitte komm mit mir in den Wald, ich denke, wir müssen reden."
    Ich nickte langsam. "Und was ist mit meinen Kindern."
    "Moospfote und Pilzkralle werden auf sie aufpassen. Derjenige, der sich an ihnen vergreift, wird auf der Stelle hingerichtet.", antwortete der braune Kater und warf dem ängstlich zitternden Schillerjunges einen warmen Blick zu. "Lass mich dir beweisen, dass wir nicht alle Monster sind."

    Zusammen wanderten wir in den Wald, weit weg vom Lager und Wurzelstern bat mich, mich zu setzen.
    "Siehst du das Monster da?" Er schnippte mit dem Schweif zu einer alten Karosserie, vielleicht ein Mercedes, der einfach so mitten im Grün stand, kein Mensch weit und breit, Pflanzen umarmten das blaue Fahrzeug, ganz allein stand es da.
    Er fuhr fort: "Das Teil steht dort schon, seitdem ich hier geboren wurde. Meine Mutter Kleeblatt hat es mir gezeigt, als ich vier Monde alt war. Ich weiß, ich hätte noch gar nicht das Lager verlassen dürfen, aber sie fand, dass es nie schadete, sein Territorium und seine Abstammung zu kennen." Ich blickte dem Kater in die Augen und sah die Angst darin. Nein. Er hatte Panik. Sein Wille, ein guter Anführer zu sein, geriet mit der Katze, die den Sternen versprochen hatte, sich an das Gesetz der Krieger zu halten, in wilden Streit und das Feuer und Silber ihrer Krallen und Zähne ließen seine Augen kühl leuchten.
    "Warum sagst du mir das?", fragte ich. "Ich weiß es selbst nicht, junge Kriegerin..." "Sklavin."
    Er räusperte sich und legte seine Vorderpfote auf meine. Erschrocken hätte ich sie fast weggezogen, aber ich kämpfte gegen den Instinkt an und sah zur Seite. Das hier war nicht mein Wald. Ich war eine Gefangene meiner Umgebung, schon das allein riss meinen Geist in zwei Hälften.
    "Danke.", sagte er da und es klang so ehrlich wie eine Entschuldigung und ein Dank zugleich nur klingen konnten.
    Ich zuckte mit den Ohren. "Warum?"
    "Sieh mich bitte an." Ich wandte mich wieder ihm zu und diesmal gelang es mir nur mühsam dem Grün standzuhalten. Ein Leben lang würde ich einen Horror vor dieser Farbe haben. Ein Leben lang. Und danach noch im SternenClan. Es sei denn, es ging weiter bergab, dann wohl eher bei Ahornschatten, die wohl im Momrnt fuchsteufelswild war. Wie lange hatte ich sie schon nicht mehr besucht?
    Wurzelstern miaute: "Du verstehst es sicher nicht. Aber diese Katzen brauchen Opfer, damit sie sich nicht selbst zerfetzen und dann wie ein Orkan über alle anderen Clans herfallen. Du kennst ihre Natur nicht, aber ich schon und deshalb" Er warf sich vor mir auf den Bauch und sah mit großen, dankbaren Augen zu mir hoch. "Werfe ich mich vor dir auf den Boden, denn du gibst deine Freiheit, deinen Körper, deine Kräfte und deinen Willen und Mut um die Clans vor dieser Katastrophe zu bewahren. Du, Wildsturm, bist eine Heldin. Und zwar die barmherzigste und heiligste, die je meinem Clan geschickt wurde. Alle Anführer sollten zu deinen Pfoten liegen für diese Loyalität allen anderen Katzen gegenüber, egal von welchem Clan, und genau das tue ich für sie alle. Keine Katze von den meinen soll deinen Jungen schaden, ich werde niemals Krieg mit deinem Clan anfangen, denn dir ist eine große Zukunft bestimmt, und im Kampf will ich dir nicht gegenüber stehen, wenn du selbst Anführerin des LibellenClans bist.
    Verletze mich, greif mich an. Jede Narbe, die dein Fell ziert und von deinem Mut erzählt, darfst du mir persönlich wiedergeben. Ich büße für meinen Clan."
    Ich schüttelte heftig den Kopf und legte mich ebenfalls hin. "Niemals. Keine Katze wird jemals vor mir im Dreck liegen. Und wenn jemand dann geschlagen wird, dann ich, weil ich nicht auf ihrer Augenhöhe bin. Ich bin nichts besseres als du. Du bist der loyalste Anführer, den ich kenne, ich sterbe eher als ich dich schlage." SternenClan, war es richtig, einem anderen Anführer dieses Versprechen zu geben?

    11
    "Ich habe auch schon einen Plan. Vor Monden haben meine Kriegerahnen mit mir gesprochen, dass es keinen Ausweg gibt und ich kann es nicht länger meiden. Die Hälfte des Clans muss sterben, sonst wird sich das Gift fortsetzen und den Clan of Foxes bis in seine Wurzeln verderben."
    Ich nickte entschlossen. "Alles in meiner Macht stehende werde ich tun, um dir zu helfen. Diesen Kampf werde ich für meinen Clan führen." Und für meine Kinder.
    "Das geht aber nur, wenn wir Hilfe bekommen.", fügte er hinzu. "Wildsturm, bist du bereit, einen Fuchs zu suchen? Sein Name ist Wurzel und er lebt einige Hügel von diesem Territorium entfernt. Er ist unsere letzte Hoffnung. Moospfote und Pilzkralle werde ich mit dir losschicken, damit sie dich unterstützen, falls es nötig ist."
    "Ein Fuchs?" Ungläubig riss ich die Augen auf und das Bild, wie das Biest Nachtigallenherz' und Pestfluchs Bruder das Leben nahm, tauchte genauso ungewollt in meinem Kopf auf, wie der Gedanke, dass das bald ich sein werde.
    Eine Weile sah ich einfach nur in die Baumkronen, beobachtete die Farben, hörze das Rauschen der Blätter, wenn der Wind sanft wie Seide hindurchstruch und konnte den Eichelhäher hören, der ganz in der Nähe sein Sommerlied zum Besten gab.
    Dann fragte ich: "Wann breche ich auf?"

    Wir beschlossen, dass es das beste war, mich in den Augen der zu tötenden FuchsClaner tot zu lassen und so berichtete Wurzelstern eines frühen Herbsttages dem Clan von meinem Tod, wie ich auf dem Eis ausrutschte und mir das Genick brach, als ich mich heimlich hinten aus dem Lager herausschlich. Blauglanz' Augen funkelten mir entgegen, sie sah mich, denn ich war blöderweise auf ein Ahornblatt getreten, aber sie sagte nichts und wünschte mir mit einem letzten Nicken alles Glück, das dieser Ort noch zu bieten hatte. Sie waren verloren.
    Es wäre zu gefährlich gewesen, meine Junge "allein" im Lager zu lassen, selbst mit Blauglanz' Überwachung wären sie wohl ständig in Gefahr gewesen. Also nahm ich sie mit.
    In den letzten Tagen war ich ununterbrochen unterwegs gewesen, um genug Gräser, Moos und Halme für eine "Tasche" zu finden, die ich in diesem Moment trug und die meine vier kostbarsten Schätze auf der Welt beherbergte. Hinter der Lichtung traf ich meine zwei Mitstreiter.
    Pilzkralles und Moospfotes Fell waren gegen die kühle Brise gesträubt und machten ihre vielen Barben vom eindeutig zu viel kämpfen nur umso sichtbarer. Ein Schauder fuhr mir über den Rücken, aber nicht wegen des bevorstehenden Winters. Na gut, deshalb vielleicht auch. Würden meine Kleinen diesen harten Winter überstehen? Sie hatten ihre Augen immer noch nicht geöffnet, mit Ausnahme von Schillerjunges' blauen Diamanten und es wätmte mein Herz, das er früher oder später noch Fuchspfote kennenlernen würde. Wer wohl ihr Mentor war? Ich würde alles herausfinden, aber das ging nur, wenn ich mich jetzt auf meine Aufgabe konzentrierte und so meine Freiheit auch verdiente. Vorher durfte ich Wurzelstern und all die unschuldigen Katzen, die sonst noch ihr Leben lassen müssten, nicht im Stich lassen.
    Bewältige diese Mission. Dann wirst du schon bald deine Kinder aufwachsen sehen können und zwar von dem Ort, an den du selbst gehörst.

    Für alle, die Wurzels Vorgeschichte kennen wollen:):

    http://www.testedich.de/quiz44/quiz/1476287992/Dein-Leben-als-Fuchs

    12
    Wir nickten einander stumm zu und Pilzkralle übernahm die Führung. Der Krieger hatte anscheinend schon öfter sein Territorium verlassen, vielleicht um zu jagen. Auf jeden Fall konnte er uns die ungefähre Richtung sagen, was mir schon etwas mehr Hoffnung gab.
    Am Rande des FuchsClan-Territoriums stießen wir auf verschneite, eisige Grashüfel, die sich bis hin zum Horizont erstreckten und nur ab und zu von vereinzelten Tannenwäldchen durchzogen waren.
    Wenn wir Glück hatten, trafen wir auf keine Gefahren.
    Moospfote und ich wechselten ungefähr jede Stunde die Tasche und wir legten ein zügiges Tempo an den Tag, damit man uns nicht zufällig vom Territorium aus entdecken konnte.
    Meine Pfoten trafen auf Schnee, versanken darin und ich kämpfte mich weiter, winziges Miauen aus dem Geflecht auf meinem Rücken. Es war so eisig kalt. Zum Glück schneite es nicht.
    Was beim FuchsClan wie ein gewöhnlicher Herbsttag gewirkt hatte, war hier zum schlimmsten Winteralptraum geworden, überall Weiß.
    Schließlich ließen wir die Clans hinter uns und machten eine kurze Pause, immer noch ohne zu reden. Jeder von uns rang mit seinen eigenen Grenzen, Moospfote und ich am meisten.
    Die Schülerin hatte so wie es aussah nämlich das schlechteste Immunsystem aller Katzen. Ihr Nackenfell war dauerhaft gesträubt, ihre Krallen tief im Schnee vergraben, zitternd und fluchend ringelte sie sich ihren Schweif um die Flanke, um den kalten Wind von ihrem Fell fernzuhalten, der nun aufzog. Ich bückte mich schützend über meine Jungen und hörte sie maunzen, als meine Wärme in ihren Körper einzog. Irgendwann kam auch Moospfote dazu.
    Pilzkralle hielt währenddessen Wache. Der braune Kater saß ruhig da, die Ohren gespitzt und seine Augen huschten wachsam über die Wiesen.
    "Wir sollten zu einem Wald gehen.", schug ich vor. "Dort gibt es mehr Deckung."
    "Ja. Und zwar vor allem für Streuner. Ich möchte keine Kämpfe, bis dieser Auftrag erfüllt ist.", erwiderte er ruhig und mir wurde bewusst, was er hier für eine Last trug. Nämlich die ganze Zukunft seines Clans.
    Wir schwiegen wieder und liefen los. Diesmal übernahm Moospfote die Kleinen, ich nickte ihr dankbar zu, als sie die Tasche überzog und dabei leise stöhnte. Sie blinzelte.
    Und es fing an zu schneien. Dicke, große Flocken durchnässten unsere Pelze und selbst der letzte Rest Wärme wich aus unserem Blut, bis wir alle zitternd zusammengekauert unter einem dichten, vereinzelten Holunderbusch Schutz suchen.
    Ich murrte unwillig: "Jeder kann uns hier sehen. Wir brauchen mehr Deckung. Und vor allem Wind- und Schneeschutz."
    "Und noch weniger brauchen wir Kämpfe!", entgegnete Pilzkralle hitzköpfig und Moospfote rückte näher an mich ran. Es war kalt.

    13
    Wir wanderten weiter, bis die Sonne unterging, dann hielten wir an. Die Landschaft um uns herum hatte sich kein bisschen verändert. Irgendwie wirkte es, als ob alles in Watte gepackt wäre, zeitlos, raumlos, unantastbar.
    "Wir brauchen ein Quartier.", hüstelte Moospfote und trat von einer Pfote auf die andere um sich warmzuhalten.
    Ich nickte und wollte ihr zustimmen, aber Pilzkralle war schneller: "Vorschläge?" Wir dachten nach.
    Plötzlich riss Pilzkralle die Augen so weit auf, dass ich meinte direkt in seine grüne Seele zu schauen und er keuchte: "Wir werden verfolgt! Ich kann euch nicht sagen, was oder wer, aber wir brauchen dringend Deckung und müssen weiter! SCHNELL."
    "Unauffällig.", zischte Moospfote und wir duckten uns tief in den Schnee, während wir hastig weiterkrochen. Das feine Pulverzeugs juckte in meiner Nase, mein Nackenfell sträubte sich, da ich nun auf keinen Fall niesen durfte. Ein Junges tat es dennoch. In der Ferne ertönte Gebell und wir sprangen auf und hetzten los, über die weite, helle Fläche, die gerade in den letzten Strahlen der Sonne erleuchtete.
    Wir drehten uns nicht um, um unsere Verfolget zu sehen, einfach immer nur weiterrennen. Aber die Jungen waren schwer. Auf einmal verfluchte ich mich für den Tausch mit den Kleinen vor ungefähr einer halben Stunde, gleichzeitig war ich auch irgendwie dankbar, dass so eine junge Katze wie Moospfote sie nun nicht zu schleppen brauchte.
    In Filmen wurde an solchen Momrnten immer dramatische Musik eingeblendet, meistens Trommeln, Trompeten, Posauen oder vielleicht auch Hörner.
    Das einzige, das ich hörte war unser rasselnder Atem, selbst unsere Pfoten schienen lautlos über den Boden zu gleiten. Moospfotes Schwanzspitze schwebte direkt vor meiner Nase dirch die Luft, während Pilzkralle die Führung übernahm und zu einem vereisten, von Sträuchern umgebenen Fluss raste. "Hier entlang! Lauft schneller!", jaulte er und folgte dem Ufer mit weiten Sprüngen. Die Tasche jedoch war furchtbar schwer geworden, ich schwöre, es schien als würde ich Goldbarren schleppen! Um nicht stehen zu bleiben, beschwor ich mir die grausamsten Bilder vor Augen. Die Hunde werden meine Kinder zerfetzen. Weiter. Nicht nachdenken. So viel Blut wird in den noch so reinen Schnee sickern! This innocence would be destroyed forever. Lauf!
    Meine Schultern und mein Rückrn schmerzten und ich gab mich dem Gedanken hin, wie es wäre einfach stehen zu bleiben. Ich könnte mich hinlegen, wieder Luft holen, wahrscheinlich würde ich es auch schaffen, mich noch rechtzeitig zu verstecken. Aber konnte ich das wirklich bei dem Leben von Schillerjunges, Seerosenjunges, Seidenjunges und Gewitterjunges riskieren?
    Wenn vorhin alles in Watte gewesen war, so befand es sich jetzt in verdammt zähflüssigem, seltsam friedlichen Honig, der durch die Luft wabberte, den Schilf mit seinem Zucked bestrich und meine Gelenke immer mehr und mehr mit jedem Schritt an den Boden heftete. Nicht denken. Weiter!
    Kiesel bohrten sich nun in meine bereits sowieso empfindlichen Ballen, Pilzkralle jaulte, als er sah, wie weit ich schon zurückgefallen war.
    Moospfote schrie/keuchte: "Denkt an die Kinder! Den Clan! NICHT STEHEN BLEIBEN!"
    Ich stolperte, fing mich aber wieder und entschied, noch ein letztes Mal an Tempo zuzulegen. Es fing an, zu schneien. In der Ferne erkannte ich blinzelnd einen Wald, der den Fluss im Schatten seiner Zweige ertränkte, woraufhin ich versuchte, meinen Kameraden Mut zuzurufen, aber meine Lunge versagte und es kam nur ein heiseres Röcheln heraus.
    Moospfote und Pilzkralle hatten die Deckung gesehen, das Geräusch ihrer Pfoten, wenn die Ballen dumpf auf die weiße Pracht trafen, beschleunigte sich.
    Jemand heulte. Und es war keiner von uns. Für die Kinder und all meine Junge, die den Wald noch jemals betreten werden! SternenClan, gib mir Kraft.
    Hechelnd rannte ich den anderen hinterher und die dunklen Kontraste der Bäume verschluckten mich.
    "Da rein!", stöhnte Pilzkralle und kletterte auf einen Berg kleiner Felsen. "In die Höhle!"
    Wimmernd vor Schmerz und nur ein klein bisschen hypaventilierend quetschten wir uns alle drei gleichzeitig durch den schmalen Eingang und versuchten instinktiv unseren Atem im Fell der anderen zu ersticken.

article
1514984050
Wildherz oder warum schwarze Katzen Unglück br...
Wildherz oder warum schwarze Katzen Unglück br...
Seit Charly beschlossen hat, ein neues Leben bei den sechs Clans als Wildsturm zu beginnen, geht alles drüber und drunter. Ihr Anführer ist ein Pädophiler, alle Kätzinnen leben in Angst und Schrecken, Monster suchen sie jede Nacht heim und bringen en...
http://www.testedich.de/quiz52/quiz/1514984050/Wildherz-oder-warum-schwarze-Katzen-Unglueck-bringen
http://www.testedich.de/quiz52/picture/pic_1514984050_8.jpg
2018-01-03
406A
Warrior Cats

Kommentare (19)

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Federbl�te (99122)
vor 21 Stunden
Oki ....lalala zu kurz....
Gallop ( von: Gallop)
Gestern
Dann mach ich so eine Kurzgeschichte. Aber bis nächste Woche freitag werde ich nichts mehr schreiben können
Federblüte (99122)
Gestern
Klingt gut Gallop😍😍
Gallop ( von: Gallop)
vor 2 Tagen
Danke :) Weil Fantasie ja gut ankommt: Wie wäre es mit einer Gruselgeschichte? ;)
Drachenhauch & Co ( von: FlyingPanda)
vor 3 Tagen
So schön geschrieben. *-* Ich freue mich so, weitere Kapitel zu lesen. :D

Du bist einfach mega talentiert und es macht echt Spaß, deine Geschichten zu lesen. ^
Federblüte (49000)
vor 7 Tagen
Sehr schöne Kapitel 💜
Funken (36749)
vor 9 Tagen
Ich freu mich schon!!!!!!!!!!!
Federblüte (49000)
vor 9 Tagen
Jaaaaaaa, dankiii💜
Gallop (26112)
vor 9 Tagen
Ab morgen gibt es wieder Kapitel:)
Federblüte (30080)
vor 15 Tagen
Du bist trotzdem sehr aktiv und ich habe ALLE deine ff's durchgesuchtet😂
Gallop ( von: Gallop)
vor 16 Tagen
Danke :) Und tut mir leid, dass ich zur Zeit eher weniger schreibe, aber ab morgen hab ich wieder mehr Zeit ;)
Sonnenflug (36099)
vor 16 Tagen
Diese FF ist SO GUT... ich habe auch alle 100 Kapitel des ersten Teils gelesen... So gut wie du bekomme ich es niemals hin, FFs zu schreiben... ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung!!
Funken (36749)
vor 16 Tagen
Ich mich auch riesig!(ich glaube ich bin süchtig nach dieser geschichte!)
Federblüte (30080)
vor 16 Tagen
Wow. .. echt freue mich schon !!😄
Gallop ( von: Gallop)
vor 17 Tagen
DonnerClan, FlussClan, SchattenClan, WindClan
Funken (36749)
vor 17 Tagen
Welche anderen Clans?
Gallop ( von: Gallop)
vor 17 Tagen
Danke :) Übrigens: Es ist geplant, dass Wildherz schon recht bald auf die anderen Clans treffen wird!
Funken ( von: Funken)
vor 17 Tagen
Ich auch! !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!x∞
Federblüte (42226)
vor 17 Tagen
Ich liebe deine Geachichte💗💗💗💗💗