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Love me (Joshler/Tysh)

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12 Kapitel - 9.386 Wörter - Erstellt von: Luchspfote - Aktualisiert am: 2018-01-09 - Entwickelt am: - 252 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 2 Personen gefällt es

Ich hasse sie. Diese Stimme. Ich weiß nicht mehr, wie lange es her ist, aber ich habe sie mal 'Blurryface' genannt. Blurryface kennt mich so gut wie niemand sonst. Er ist ich. Mein Verstand. Mein Unterbewusstsein. Meine Angst. Meine Verzweiflung.
Wegen ihm habe ich mir schon ein paar Mal versucht, das Leben zu nehmen. Vergeblich. Er hält mich immer davon ab. Mit seinen Worten, seinen Worten, die mir Angst machen. Mir weh tun.
Doch es gibt eine Person in meinem Leben, der ich vertrauen kann. Der ich alles sagen kann. Die mich niemals verletzen würde, wie die anderen unserer Schule. Die mich versteht. Mich mag.
Josh.

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So, und ich sage schon mal Trigger Warnung, weil depressive, selbstverletzende Inhalte und vielleicht auch ein bisschen Smut drin vorkommen.

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    ((bold))POV Tyler((ebold)) Mein Kopf tat weh. Wegen der Stimme - Blurryface. Er hat die ganze Nacht mit mir geredet. Ich konnte nicht schlafen. Es war
    POV Tyler

    Mein Kopf tat weh. Wegen der Stimme - Blurryface. Er hat die ganze Nacht mit mir geredet. Ich konnte nicht schlafen. Es war schrecklich.

    Du bist schrecklich, Tyler.

    Da war er wieder.

    Ich war nie weg.

    Ich hasste ihn. So, wie keiner je jemanden hassen würde. So hasste ich Blurryface.

    Übermüdet öffnete ich meine Augen, das gleißende Licht der Sonne blendete mich. Ich hasste Licht, es war so hell. Immer dachte ich, dass meine Netzhaut verbrennt, wenn die Sonne in mein Zimmer scheint.

    Doch die Dunkelheit war genauso schlimm. Ich hasste sie genauso wie Licht. In der Dunkelheit konnte ich nichts sehen, was mir Angst bereitete.

    Du Angsthase. Du willst mir doch nicht erzählen, dass du mit 16 noch Angst vor der Dunkelheit hast!

    „Hau ab!", rief ich zu Blurryface. Ich erschrak dabei leicht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so laut werden würde.

    Nein.

    Verzweifelt rieb ich mir mit den Händen über mein Gesicht. Ich seufzte. „Geh einfach... Lass mich allein...", murmelte ich.

    Du brauchst mich.

    „Warum sollte ich dich brauchen! Du bist nur eine dumme Stimme in meinem Kopf!", brüllte ich durch mein Zimmer, ich war ohne es zu merken aufgestanden.

    Wäre ich nicht da, würdest du nicht existieren. Du wärst nur eine leere Hülle, die nichts tut. Ich bin du. Ich steuere dich. Ohne mich wärst du nichts.

    „Doch", meinte ich. „Ohne dich wäre ich normal."

    Wie definierst du 'normal'?

    „Dann wäre ich kein Freak. Kein Außenseiter. Ich wäre wie die anderen."

    Du willst wie die anderen sein?

    „Ja."

    Weißt du, was die anderen sind? Die anderen gehorchen sich selbst. Denk doch mal nach, du hast mich. Ich sage dir, was richtig ist und was falsch ist. Ich habe dich schon aus vielen misslichen Lagen gerettet.

    „Nein", erwiderte ich. „Du sagst mir nur, was falsch ist." Genervt ging ich zur Tür und öffnete sie. Vor mir stand meine Mutter.

    „Mit wem redest du?", fragte sie mich misstrauisch.

    „Also... Ähm... Ich hab telefoniert. Mit Josh.", stammelte ich.

    „Ich dachte, ihr seid beste Freunde? So redet man aber nicht mit seinem besten Freund."

    „Ähm... Ja... Ich... Ich gehe jetzt ins Bad." Ich drängte mich an ihr vorbei und ging ins Bad.

    Ich duschte kurz, band mir ein Handtuch um und hüpfte in mein Zimmer, wo ich mir Klamotten raus suchte. Ein graues Shirt, eine schwarze Jeans, eine Boxershorts und Socken.

    So willst du raus gehen?

    „Ja. Problem damit?"

    So findest du nie eine Freundin. Nur meine Meinung.

    Blurryface lachte. Ich schüttelte nur den Kopf und ging hinunter.

    „Möchtest du etwas essen?", fragte mich meine Mutter. Ich lehnte dankend ab.

    Vor der Tür zog ich mir Schuhe an, nahm eine Cap von der Garderobe und nahm meinen Rucksack für die Schule.

    Draußen schwang ich mich auf mein Rad und radelte zu Josh. Er kam mir schon entgegen und lächelte mir zu.

    Den magst du?

    Energisch nickte ich.

    Der ist doch hässlich.

    „Nein!", rief ich empört.

    „Alles okay?", fragte Josh zu mir rüber.

    „Ja."

    Nein. Du bist depressiv, nichts ist okay. Aber wenn du meinst.

    Ich schlug mir mit beiden Händen gegen den Kopf und vergaß, dass ich auf einem Fahrrad saß und schwankte, bis ich umkippte und den Asphalt entlang rollte.

    Meine Ellbogen waren aufgeschürft, meine Knie und Hände auch. Ich hatte das Gefühl, meine rechte Seite und meine Nase würden auch bluten, ich war mir aber nicht sicher.

    Ich sah, wie Josh von seinem Rad sprang und auf mich zu rannte.

    „Tyler?"

    Ich antwortete nicht. Ich war zu schwach.

    So wie immer.

    Das habe ich gebraucht.

    „Tyler!", verzweifelt nahm er mein Gesicht in meine Hände.

    Ich wollte antworten, doch mein Mund öffnete sich nicht. Ich sah ihn einfach nur an.

    „Komm schon, Ty, nicht aufgeben!" Josh schlug mir gegen die Wangen, woraufhin ich die Augen öffnete.

    Ich wollte vor Schmerzen aufschreien. Es ging nicht.

    Josh hob mich an der Hüfte hoch. Ich zuckte zusammen. Das tat weh.

    2
    POV Tyler

    Ich wachte in einem weichen Bett auf. Wo war ich? Ich öffnete die Augen.

    „Du bist wach!", rief eine mir vertraute Stimme.

    „Josh...", antwortete ich zitternd. Er drückte meine Hand.

    „Wie geht es dir, Ty?", fragte Josh besorgt und mit liebevollem Ton.

    Ich wollte ihm nicht sagen, wie schlecht es mir ging. „Gut." Ich schluckte.

    „Man, Ty, ich sehe doch, dass es dir nicht gut geht!" Er schien verzweifelt.

    Traurig nickte ich.

    „Was ist los? Was tut dir weh?"

    Er machte sich solche Sorgen und ich lüge ihn an.

    „Tyler, gib mir eine Antwort, man!"

    Zitternd hob ich meinen Kopf, um ihm direkt in die Augen zu schauen. „Alles...", murmelte ich.

    Alles, was ich sah, waren zwei Arme, die auf mich zu schnellten.

    Instinktiv wich ich ihnen aus und rollte nach hinten.

    Ich kam auf etwas hartem auf.

    „Ty!", hörte ich Josh leise und so weit entfernt rufen. Dann war alles schwarz.

    Mein Kopf tat weh. „Was... Ist... P-passiert?", gab ich von mir.

    „Du bist auf den Boden gefallen... Du bist so tollpatschig, man. Ich wollte dich doch nur umarmen!"

    „Tu-tut mir l-leid...", flüsterte ich.

    Ich spürte seinen Blick auf mir. Langsam drehte ich mich zu ihm und sah ihm in die Augen. Sein Gesicht war nun ernst.

    „Die Ärzte haben mir etwas gesagt."

    Mein Körper zitterte.

    „Dass... Dass du Narben hast."

    Erschrocken zuckte ich hoch, mein Gesicht nahm eine rote Farbe an und meine Wangen brannten.

    „Warum? Warum tust du das?"

    Ich antwortete nicht.

    „Tyler, verdammt! Antworte mir!"

    Aus meinem Mund brach eine leise Entschuldigung hervor.

    „Das... Du bist doch so glücklich! Ich... Verstehe das nicht..."

    Ich nickte als Antwort. Das schien ihm zu genügen.

    „Du... Bist mein bester Freund und... Willst dich umbringen... Das... Das liegt an mir, oder?"

    Ich schüttelte der Wahrheit entsprechend den Kopf.

    „Tyler... Du... Du sollst nicht lügen."

    Siehst du, auch er weiß, dass du lügst.

    Blurryface. Die ganze Zeit war er weg. Nur jetzt taucht er wieder auf.

    „Ich..." „Du?", fragte Josh mich.

    „Josh, man, ich liebe dich!"

    3
    POV Josh

    Nein. Das hat er nicht gesagt. Er liebt mich nicht. Das ist nur eine Einbildung. Nein.

    Tylers Gesicht war komplett gerötet und als er meinen Blick bemerkte, drehte er sich weg und vergrub sein Gesicht in seiner Decke.

    „Freundschaftlich...", hörte ich ihn sagen.

    „Das glaube ich dir nicht.", erwiderte ich.

    „W-wieso?", sprach er und würdigte mich dabei keines Blickes.

    „Du hast es zu spät gesagt."

    Er antwortete nicht. Hab ich was falsches gesagt? Ich legte ihm eine Hand auf die Schulter, woraufhin er zusammen zuckte und sich noch weiter an den Rand der Matratze legte.

    „Hör zu, Ty, ich...", fing ich an. Aber ich konnte es nicht weiterbringen. Ich konnte ihm nicht sagen, dass ich seine Gefühle nicht erwiderte. Das würde ihn noch mehr verletzen als nichts zu sagen.

    Ich hörte ein leises Schluchzen. Toll gemacht, Josh, wegen dir weint er jetzt.

    „Sag doch einfach, dass du mich hasst...", meinte Tyler leise. So leise, dass ich es fast überhört hätte, wenn es nicht so still gewesen wäre.

    Wut stieg in mir hoch. Er kann doch nicht einfach behaupten, dass ich ihn hasse, nur weil ich seine Gefühle nicht erwidere!

    „Wenn du wirklich so über mich denkst... Also, dass ich dich hasse... Dann... Dann sollten wir das mit unserer Freundschaft vielleicht mal überdenken."

    Er zuckte die Schultern. Aber so egal schien es ihm doch nicht zu sein, denn er schluchzte lauter.

    Er tat mir leid, aber das eben das war echt nicht okay. Also ließ ich meiner Wut freien Lauf.

    „Tyler, weißt du, was du bist?" Ich gab ihm keine Zeit, zu antworten. „Eine Heulsuse, Tyler, du bist eine Heulsuse!" Ich betonte das letzte Wort besonders.

    Tyler regte sich nicht. Es war weiterhin so still. Er schluchzte nicht. Ich hörte seinen Atem nicht.

    Ich stand auf und ging auf die Tür zu.

    „Warte...", murmelte Tyler.

    Ich drehte mich um. „Was?" Eigentlich wollte ich gar nicht so genervt klingen.

    „Kannst du mir einen Block und einen Stift geben?", fragte er.

    Ich verdrehte die Augen. „Na gut..." Ich kramte in meinem Rucksack und holte einen Block und einen Bleistift raus. Ich gab die Sachen Tyler.

    „Danke...", hauchte er.

    „Hm.", gab ich als Antwort und ging wieder zu meinem Rucksack, den ich schloss und mir auf den Rücken schwang.

    Ich wusste, dass er gerne Lieder schreibt. Wahrscheinlich hat er jetzt eine Idee.

    Ich zuckte die Schultern, bis ich sein Zimmer verließ und mich erstmal auf einen Stuhl davor fallen ließ.

    Ich lauschte, was Tyler machte. Und ich hörte ihn auf das Papier schreiben.

    Das Geräusch beruhigte mich irgendwie, auch wenn es schnell war und er wahrscheinlich nur kritzelte.

    Ich hörte ihm weiter zu und blieb eine ganze Weile auf dem Stuhl sitzen, obwohl ich schon längst in die Schule gemusst hätte. Ich wäre sowieso zu spät gekommen, also was macht es schon, wenn ich schwänze?

    Nach einiger Zeit hörte ich Tyler rythmisch auf etwas trommeln, wahrscheinlich der Nachttisch. Kurz danach sang Tyler dazu.

    Ich habe ihn noch nie singen gehört, obwohl wir uns schon so lange kennen. Er wollte es nie.

    Er hatte eine so schöne Stimme. Perfekt für alle Stimmlagen; hohe Töne, tiefe Töne, laute Töne, leise Töne.

    Er sang etwas vom Ertränken, weshalb ich mir etwas Sorgen machte. Wahrscheinlich hat das nichts zu bedeuten.

    „...Can you drown me? Please?", sang Tyler leise. Das 'Please' war so voller Gefühl und Ehrlichkeit, dass ich auf sprang und in sein Zimmer stürmte.

    Tyler lag in seinem Bett, halb auf den Tisch neben ihm gelehnt, auf dem er herum trommelte. Er schien mich nicht bemerkt zu haben, weshalb er immer noch weiter sang.

    „Tyler! Ist alles in Ordnung!", unterbrach ich ihn.

    Er schreckte hoch. „Ja.", meinte er und drehte sich zu mir. Der Anblick war erschreckend.

    Seine Augen waren rot, genau wie seine Wangen. Aber nicht, weil er verlegen war, sondern weil er geweint hatte. Das Rot hob sich von seiner Haut ab, die blasser war als sonst.

    „Nein.", sagte ich ernst.

    „Warum fragst du mich dann erst!", brüllte er mir ins Gesicht.

    „Weil... Weil ich mir Sorgen mache."

    4
    POV Tyler

    „Weil... Weil ich mir Sorgen mache.“

    Wenn er sich wirklich so Sorgen machte, wäre er nicht raus gegangen. Er hätte mit mir geredet, die ganze Zeit. Wie früher.

    Heute war das nicht mehr so. Er ignorierte mich ständig. Warum, wusste ich nicht.

    Anstatt ihm zu sagen, was ich dachte, schenkte ich ihm ein Schweigen. Es war totenstill, bis es an der Tür klopfte und sie sich langsam öffnete. Ein Arzt kam rein.

    „Mr Joseph“, begann er, „Wie geht es Ihnen?“

    „Schon besser.“, brummte ich.

    „Ich werde Sie noch einmal untersuchen.“, fuhr er fort.

    „Hm.“, ich nickte.

    Er wendete sich an Josh und bedeutete ihm mit einem Blick, dass er gehen sollte. Er hüpfte hinaus.

    Der Arzt ging wieder zu mir und stellte sich vor mich.

    „Wenn Sie sich bitte einmal obenrum freimachen würden...“ Ich tat, was er mir gesagt hatte und zog mir das Krankenhaus-Oberteil aus. Ich sah nicht hin, weil ich die Wunden nicht betrachten wollte.

    „Ah, schmerzhaft...“, meinte der Arzt und holte eine Salbe hervor, die er mir auf meine Hüfte schmierte. Ich zuckte zusammen.

    „Tut sonst noch etwas weh?“ Er hob eine Augenbraue. Ich nickte und deutete auf meine Knie. Er nickte verstehend und schmierte die Salbe auch auf meine Knie.

    „Ihre Hände sind okay?“, fragte er.

    „Ja.“, bestätigte ich.

    „Gut. In drei Tagen dürfen Sie wieder gehen.“

    Ich schüttelte den Kopf, um mich zu wecken. Das brachte nichts. „Was! In drei Tagen!“

    „Das ist nicht viel, glauben Sie mir. Sie kommen in ein neues Zimmer. Gleich kommt eine Schwester und bringt Sie in Ihr neues Zimmer.“

    „Okay...“, murmelte ich und der Arzt verließ das Zimmer.

    Ich saß wieder in der Stille. Wie, als Josh mein Zimmer verlassen hat.

    Ein perfekter Song, nicht?

    Ich nickte. Ja. Ja, das war es. Es war, wie... Als ob jemandem das Radio vom Auto gestohlen wurde.

    Die Stille dröhnte in meinem Kopf. Sie war hart. Ich ging den Text, der mir soeben eingefallen ist, in meinem Kopf durch.

    'I have these thoughts so often I ought, to replace that slot with one I once bought. 'Cause somebody stole my Car Radio and now I just sit in silence. Sometimes quiet is violent.'

    Ja, das war gut. Sehr gut sogar.

    Die Tür öffnete sich und ich wurde aus meinen Gedanken gerissen. Die Schwester war da. Ich stand auf und folgte der Schwester, die mich zu ihr gerufen hatte.

    Mein neues Zimmer war nicht mal annähernd so 'schön' wie mein altes.

    Die Wände hatten einen merkwürdigen Farbton, der Erbrochenem glich.

    Das einzige Bett mit gestreiftem Bezug in den Farben gelb und weiß schien fehl am Platz.

    Daneben stand ein dunkler Tisch, der sowieso nicht zum Farbschema des Raumes passte.
    Kurz gesagt: Der Raum ekelte mich an.

    Widerwillig legte ich mich in das Bett. Ich wusste nicht, ob ich es mir nur einbildete, aber das Bett war nicht trocken.

    Mir lief ein Schauer über den Rücken.

    Angeekelt starrte ich an die nicht gestrichene Decke und summte mein vorhin erst geschriebenes Lied vor mich hin.

    Irgendwie genoss ich die Stille, die nur von meiner Stimme gebrochen wurde.

    Doch schon wieder wurde ich unterbrochen. Die Tür öffnete sich schlagartig.

    5
    POV Tyler

    Josh. Das hatte ja gerade noch gefehlt.

    „Was willst du?“, fuhr ich ihn an.

    „Ich hab mich gerade echt daneben benommen...“, begann er.

    Ich nickte. „Ja“, meinte ich. „Ja, das hast du.“

    Er schloss die Tür und ging auf mich zu. Er lachte. Warum lachte er?

    „Dein neues Zimmer ist ja nicht besonders hübsch“, grinste er.

    Ich nickte. Du machst es aber hübscher, dachte ich und ermahnte mich dabei.

    „Hab ich dir etwa die Sprache verschlagen?“, feixte er.

    „Nein!“, rief ich empört.

    „Ich dachte, du liebst mich...“ Jetzt schien er bedrückt.

    „Pff...“ Ich drehte mich weg und mir fiel wieder die Nässe des Bettes ein.

    Ich musste mich wohl bewegt haben, denn Josh fragte mich: „Alles gut?“ Kurz danach lachte er.

    Warum versteht mich denn keiner?

    „Ach ja... Um wieder zum Thema zu kommen“, fuhr er fort, „Tut mir leid, was ich vorhin gesagt habe. Ich meine, es hat mich verletzt, dass du gesagt hast, dass ich dich hasse... Denn das stimmt nicht. Aber trotzdem hätte ich dich nicht eine Heulsuse nennen sollen. Das passiert schließlich jedem mal... Kannst du mir verzeihen? Bitte, Tyler... Du bist der einzige wirkliche Freund, den ich je hatte. Und daraus wurde beste Freundschaft... Das will ich nicht verlieren.“

    Ich wollte so gerne antworten, doch wenn ich ihm verzeihen würde, würden sich meine Gefühle für ihn immer wieder in den Weg stellen.

    „Tut mir leid...“, murmelte ich stattdessen.

    „Also... Du... Beendest jetzt unsere Freundschaft, wenn ich das richtig verstehe?“

    Ich wollte nicken, aber Blurryface meldete sich.

    Ganz ehrlich, der Typ ist ja hässlich und so... Aber ich sehe deine Gefühle. Und ich weiß, dass du ihn nicht verlieren willst.

    „Seit wann bist du so nett zu mir!“ Ich merkte erst, dass ich das laut ausgesprochen habe, als Josh etwas dazu sagte.

    „Ich... Ich war doch nur einmal nicht nett zu dir und... Dafür hab ich mich doch eben entschuldigt.“

    Ich schlug mir die Hände vor den Mund. „Nein, Josh, so war das gar nicht gemeint...“, murmelte ich durch meine Finger.

    „Ach nein? So hab ich das aber verstanden.“

    Ich schüttelte den Kopf. „Nein... Ich... Ich vergebe dir.“, gab ich dann endlich zu.

    „W-wirklich?“, vergewisserte Josh sich.

    Ich nickte. Kurz danach spürte ich zwei starke Arme um meinen Körper geschlungen. „Danke...“, hauchte er in meine Haare.

    Ich bekam eine Gänsehaut. Das Gefühl seines Atems auf meiner Kopfhaut war zu schön um wahr zu sein.

    Er löste sich und dieser elektrisierende Moment war so schnell vorbei, wie er gekommen war. „Das hätte ich nicht machen sollen...“, flüsterte Josh schockiert. „Es tut mir leid.“

    „Ich muss noch drei Tage hier bleiben.“, wechselte ich das Thema.

    „Ah“, gab Josh von sich. Er schien abwesend zu sein und hielt die Augen geschlossen.

    „Wenn du schlafen willst, da ist ein Stuhl“, meinte ich grinsend.

    „Nee, dann geh ich lieber zu dir ins Bett.“, erwiderte Josh, der erst später bemerkte, was er da gesagt hatte.

    „Ich hätte kein Problem damit...“, flüsterte ich leise.

    Zu leise. Er schien es nicht gehört zu haben und ließ sich auf den Stuhl fallen.

    Ich wiederholte mich. „Ich hätte kein Problem damit.“ Etwas lauter. Doch diesmal öffnete er ein Auge. „Womit?“

    „Wenn du dich zu mir ins Bett legen würdest...“ Er schreckte hoch, hatte einen schockierten Gesichtsausdruck. Doch das wurde dann zu einem Grinsen.

    „Na gut.“ Josh stand auf und setzte sich neben mich. Ich rückte zur Seite.

    „Du bist sicher, dass du das willst?“, fragte Josh. „Ja“, antwortete ich, „Wir sind ja nicht zusammen.“

    Er lachte, das hieß, er hatte die extrem schlechte Anspielung verstanden. Dann legte er sich hin.

    „Warum ist das Bett so nass?“ „Keine Ahnung“, ich zuckte mit den Schultern. „Hast du dir in die Hose gemacht?“ „Nein, ich bin doch kein kleines Kind mehr!“ „Wer weiß...“, grinste Josh.

    Ich drehte mich gespielt beleidigt von ihm weg. „Hey“, meinte er. „Nicht gleich die beleidigte Leberwurst spielen. So macht das alles doch keinen Spaß.“

    Ich drehte mich wieder zu ihm und sah direkt in seine schönen dunklen Augen. Und nicht nur seine Augen waren schön, allein sein Gesicht war schon perfekt. Im Gegensatz zu mir hatte er keine Augenringe, wahrscheinlich schlief er auch mehr als vier Stunden.

    Ich verlor mich in seinen Augen, bis er mich aus meinen Träumen holte. „Hey, Tyler, nur weil ich neben dir liege, heißt das nicht, dass wir uns gleich küssen.“

    Ich nickte. „Ja... Weiß ich doch... Oder hab ich das gerade nicht gesagt?“ „Doch, hast du.“, grinste er.

    Warum grinste er immer? Das trieb mich in den Wahnsinn. Es war ein Grinsen, welches man nicht definieren konnte. Es war wie ein Rätsel und doch wie ein offenes Buch.

    Um nicht weiterhin sein Gesicht zu bewundern, drehte ich mich auf die andere Seite. Josh legte einen Arm um mich und ich zuckte zusammen.

    „Autsch...“, murmelte ich. „Deine schlimme Hüfte?“, fragte er besorgt. Ich nickte.

    6
    POV Josh

    Er nickte. Er tat mir leid. Warum musste ihm das passieren?

    Ich schloss die Augen und drückte ihn an mich. Als sich unsere Körper berührten, spürte ich kurz ein heißes Kribbeln in meinem Körper.

    Mein Handy klingelte. „Tut mir leid...“, nuschelte ich und drehte mich um, um mein Handy aus meinem Rucksack zu holen. Eine Nachricht von meiner Mutter.

    Mum
    Wo bleibst du? Dein Schulleiter hat angerufen. Du warst heute nicht in der Schule. [15:32]

    Du
    Ich bin bei Tyler, wenn du willst komme ich nach Hause... [16:08]

    Mum
    Ja! Du kommst sofort! In 20 Minuten bist du hier. [16:09]


    „Meine Mum will, dass ich nach Hause komme“, murrte ich. „Okay...“, antwortete Tyler. Er hörte sich traurig an. „Ich besuche dich morgen wieder, keine Sorge.“

    -

    Nach 15 Minuten war ich zu Hause. Ich stellte mein Fahrrad ab, ging zur Haustür und öffnete sie. Meine Mutter erwartete mich bereits.

    „Wo bist du gewesen!“, fauchte sie.

    „Bei Tyler, hab ich doch gesagt.“, meinte ich schulterzuckend.

    „Und warum war er nicht in der Schule?“ Meine Mutter hob eine Augenbraue.

    Ich schluckte. Das war eine berechtigte Frage. Sollte ich ihr die Wahrheit sagen? Wenn ich das tat, bekam ich Hausarrest. Wenn ich log, meldete meine Mutter alles Tylers Mutter und er bekam Ärger, weil ich bei ihm war.

    Aber ich wollte zu Tyler. Also entschied ich mich dafür, einfach rein zu gehen. Meine Mutter hielt mich an der Schulter fest.

    „Nein, Freundchen, du bleibst hier. Wo war Tyler?“

    „Im... Im Krankenhaus.“, meinte ich, der Blick auf den Boden gerichtet.

    „Ach so, dann ist das doch okay. Du hättest mir Bescheid sagen sollen, für's nächste Mal. Ja?“

    „Wirklich? Du... Nimmst das einfach so hin?“

    „Ja, natürlich. Morgen gehst du aber wieder in die Schule.“

    Ich nickte, dankbar und traurig zugleich. Dankbar, weil ich wieder zu Tyler durfte, traurig, weil ich erst nach der Schule zu Tyler durfte.

    -

    Ich lag auf meinem Bett und starrte an die Decke. Es klopfte an der Tür. „Ja?“, fragte ich. Die Tür öffnete sich.

    Abbie. „Ja, was ist?“ „Was machst du gerade?“, fragte sie. „Was ist das für eine Frage? Ich liege hier“, meinte ich.

    „Und woran denkst du?“, erwiderte sie. „Warum fragst du?“ „Nur so. Weil du die ganze Zeit so einen... Verliebten Blick hattest.“

    „Was!“ Ich schreckte hoch. Nein, ich liebte Tyler nicht!

    „Du sahst verliebt aus“, meinte sie. „Wer ist denn die Glückliche?“ Sie grinste mich an.

    „Ich bin nicht verliebt. Und wenn, wäre es kein Mädchen.“

    „Sondern?“, fragte sie neugierig.

    „Ein Junge.“ „Wer?“ „Wenn es soweit wäre... Tyler.“

    „Nein.“, murmelte sie überrascht. „Doch“, erwiderte ich.

    „Wie... Wie bist du drauf gekommen, dass du Jungs liebst?“

    „Ich liebe nicht nur Jungs.“, meinte ich ernst.

    „Ach so.“ Mit diesen Worten spazierte sie wieder aus meinem Zimmer hinaus.

    7
    Dritter Tag im Krankenhaus

    POV Tyler


    Josh besuchte mich nicht. Okay, ich hätte eigentlich auch nichts anderes erwartet, aber es wäre schon schön gewesen, wenn er mich wenigstens einmal besucht hätte.

    Aber wenn ich entlassen wurde, konnte ich Josh ja privat besuchen. Dann werde ich ihn fragen. Wenn es sich nicht von selbst ergibt.

    Ich griff nach dem Block, den Josh mir gegeben hatte und sah mir die Lieder an, die ich geschrieben hatte. Es waren nicht gerade wenige für so eine kurze Zeit.

    Die Tür öffnete sich. Ein Arzt kam, meine Mutter an der Hand, in mein Zimmer.

    „Tyler! Da bist du ja! Ich hab dich so vermisst.“, rief sie und lief auf mich zu. Sie umarmte mich stürmisch. Das hatte ich lange nicht mehr erlebt.

    „Er darf entlassen werden“, meinte der Arzt und verließ das Zimmer. Als er das ausgesprochen hatte, hat sich meine Mutter so gefreut, dass mir beim Hinsehen schwindelig wurde.

    Ich setzte mich auf und griff nach meinen Klamotten, die ich anzog, als meine Mutter sich weg gedreht hatte.

    „Kannst dich wieder umdrehen“, meinte ich als ich fertig war. Das tat sie so schnell wie möglich und umarmte mich erneut. Unbeholfen tätschelte ich ihr den Rücken.

    Als sie sich wieder löste, war ich ungemein erleichtert und stand endlich auf. Meine Mutter nahm meinen Schulrucksack und wir gingen zur Rezeption, um uns abzumelden.

    -

    Ich war froh, wieder zu Hause zu sein. Das Sofa hatte ich gar nicht mehr so gemütlich in Erinnerung. Meine Mutter war in der Stadt, also beschloss ich ein Bad zu nehmen.

    Ich ging hoch und ließ mir Wasser ein. Dabei beobachtete ich, wie das Wasser auf den Boden der Badewanne prasselte.

    Während das Wasser noch lief, ging ich in mein Zimmer und zog mich aus. Danach ging ich wieder ins Bad, drehte das Wasser ab und hüpfte hinein.

    Es war angenehm warm, ungefähr wie ein persönlicher Whirlpool. In Gedanken ging ich meine geschriebenen Lieder durch.

    Bis ich bei 'Drown' ankam.

    Das ist die perfekte Chance! Es ist niemand zu Hause.

    Blurryface. Er hatte recht. Er hatte immer recht.

    Los! Sonst muss ich eingreifen. Das willst du doch nicht, oder?

    „Wie meinst du das?“, flüsterte ich.

    Na, dann helfe ich nach.

    Ich schluckte. „Okay“, murmelte ich.

    Das ist mein Tyler.

    Er lachte. Das hatte nie etwas Gutes zu bedeuten.

    Ich tauchte unter. Reflexartig hielt ich die Luft an und tauchte wieder auf.

    Was war das denn!

    „Ich... Ich weiß auch nicht...“

    Ich mach das jetzt! Still halten.

    Ich tat, was Blurryface gesagt hatte und schloss dabei die Augen. Plötzlich spürte ich Hände unter meinem Kinn, die mich langsam runterdrückten. Ich öffnete ein Auge. Meine Hände.

    Die Augen schloss ich wieder und ich gab mich Blurryface komplett hin. Unten hörte ich eine Tür aufgehen, es waren zwei Personen, die das Haus betraten. Nein, nicht jetzt.

    Meine Hände drückten mich weiter unter Wasser. Wieder hielt ich die Luft an.

    Wird das auch noch einmal was?

    Blurryface klang genervt. „Nein“, gab ich von mir, wobei ich ganz vergaß, dass ich unter Wasser war. Ich schluckte Wasser, und das nicht gerade wenig. Geräuschvoll fing ich an zu husten.

    Die Personen, die unten waren, schienen es wohl gehört zu haben. Eine von ihnen rannte hoch und riss die Tür vom Badezimmer auf.

    „Tyler?“, hörte ich die Stimme von jemand Bekanntem. Josh.

    Er kam näher. Ich wollte nicht, dass er mich so sieht.

    8
    POV Josh

    Tyler lag in der Badewanne, hustend und der Kopf halb unter Wasser.

    „Was hast du versucht?“, fragte ich. Er schüttelte als Antwort den Kopf.

    Aus seinem Mund kam Wasser, was ihn zu erleichtern schien.

    „Was hast du versucht?“, wiederholte ich mich, diesmal etwas ernster.

    Mit heiserer Stimme flüsterte er: „Ich bin selbst zu dumm dafür, mich umzubringen.“

    „Wie wolltest du das denn anstellen?“, fragte ich. Eigentlich war diese Frage unnötig, weil es offensichtlich war, dass er sich ertränken wollte.

    Erst jetzt realisierte ich, dass Tyler nichts an hatte. Wieso auch? Er hätte nicht mit mir gerechnet. Und selbst wenn, er ist zu Hause. Da macht man das nun mal.

    Ich lief höchstwahrscheinlich rot an, denn mein Gesicht wurde auf einmal ganz heiß. Ich drehte mich von ihm weg, musste aber immer wieder hinsehen. In meinem Körper breitete sich eine wohlige Wärme aus, die ich noch nie zuvor gespürt hatte.

    „Würdest du bitte einfach wegsehen?“, unterbrach Tyler genervt die Stille, die eigentlich sehr angenehm war.

    „Ich kann auch gehen“, meinte ich.

    „Wäre mir lieber.“, entgegnete er ehrlich.

    Ich nickte und ging aus dem Bad. Weil ich nichts zu tun hatte, ging ich auf sein Zimmer zu und setzte mich dort auf sein mir vertrautes Bett.

    Ich sah mich um, suchte nach etwas, das anders war als sonst. Ich fand nichts. Doch dann stach mir etwas ins Auge. Auf seinem Nachttisch lag ein Messer. Ein scharfes Messer.

    Ich nahm das Messer und strich sanft über meinen Daumen, der daraufhin zu bluten begann.

    Ich wusste, was er damit anstellte. Und das hieß nichts Gutes. Wahrscheinlich hatte er es heute schon mal benutzt, sonst würde es nicht da herumliegen.


    POV Tyler

    Als Josh das Bad verließ, ging ich aus der Wanne und trocknete mich ab. Weil meine Haut wegen dem Wasser schrumpelig war, wollte ich mich eincremen.

    Also griff ich nach einer Creme, die ich irgendwann mal selbst gemacht habe.

    Als die Creme meine Haut berührte, stieg mir ein Geruch in die Nase. Der vertraute und doch so abschreckende Geruch von Blut, der mir das Gefühl von Geborgenheit und Einsamkeit gab.

    Als ich fertig war, wollte ich mich anziehen, bemerkte aber, dass ich meine Klamotten in meinem Zimmer gelassen hatte.

    Verzweifelt griff ich nach einem Handtuch, das ich mir um die Hüfte wickelte. Weil die Wunde noch nicht ganz verheilt war, brannte es noch ein bisschen.

    Ich ging in mein Zimmer, Josh saß auf dem Bett und hatte etwas in der Hand. Mein Messer.

    „Josh, was machst du da!“, rief ich etwas hysterisch.

    „Dieselbe Frage könnte ich dich fragen.“, sagte er und kniff die Augen zusammen, sodass dazwischen eine Falte entstand.

    „Du blutest!“, presste ich hervor.

    „Ja. Ich wollte nur sehen, wie scharf das Messer ist, mit dem du dich umbringen willst.“, erwiderte er gelassen, aber doch hatte dieser Satz eine Schärfe in sich, dass es mir den Hals zu schnürte.

    Ich ging einfach zu meinen Klamotten und zog sie mir so an, dass das Handtuch keine Möglichkeit zum Herunterfallen hatte. Als ich meine Unterhose anhatte, warf ich das Handtuch auf den Boden und zog mich weiter an.

    Als ich fertig war, ging ich langsam zu Josh und beugte mich vor, sodass ich ihm tief in die Augen sehen konnte.

    „Du fasst meine Sachen nicht mehr an. Klar!“ Er nickte als Antwort.

    Unsanft entnahm ich ihm das Messer, wobei feine Schnitte auf meiner Hand entstanden.

    Das Messer legte ich wieder in die Schublade, wo es eigentlich hingehörte.

    Ich ging wieder zum Bett und setzte mich neben Josh.

    Eine ganze Weile lang saßen wir nur schweigend da, bis Josh das Wort ergriff. „Wollen wir Mario Kart spielen?“ Er grinste.

    „Klar.“, erwiderte ich genauso grinsend und stand auf, um das Spiel vorzubereiten. Er half mir dabei ein wenig.

    „Ich werde dich in den Boden spielen“, sagte er selbstsicher.

    „Das glaubst du doch wohl selbst nicht.“, grinste ich und begann zu spielen. Er tat es mir gleich.

    Josh führte, aber das war meine Taktik. Kurz vor Schluss beschleunigte ich und war dann doch schneller als er im Ziel.

    „Was! Das... Das war... Wie machst du das?“ Josh war sichtlich verwirrt, aber auch beeindruckt.

    „Tja... Übung macht den Meister.“, meinte ich und klopfte ihm auf die Schulter.

    Wir spielten noch bis spät abends, als Josh bemerkte, dass er nach Hause muss. Wir verabschiedeten uns und Josh ging aus der Tür.

    Jetzt war ich wieder allein. Allein mit mir selbst.

    9
    POV Tyler

    Hallo.

    Nein. Nicht Blurryface schon wieder.

    Tyler, wir kennen uns jetzt schon so lange... Ich denke, es wird Zeit, dass wir uns Spitznamen geben. So wie beste Freunde, weißt du? Also... Du kannst mich gerne Blurry nennen.

    Blurry... Eigentlich gar nicht so schlecht. Nur fiel mir kein Name ein, wie er mich nennen sollte. Ich wollte nämlich, dass nur Josh mich Ty nannte. Meine Eltern durften mich Schatz nennen, und meine Geschwister nannten mich eben nur Tyler.

    Wie bitte? Ty? Hört sich gut an. Aber... Da hätte ich noch eine Idee. Toilette!

    Das meinte er doch nicht Ernst? Wer nennt seinen angeblichen besten Freund Toilette?

    Ach komm. Tyler hört sich doch fast so an wie Toilette. Oder nicht?

    Nein. Das tat es nicht. Oder doch? Wenn ich so darüber nachdachte, tat es das schon irgendwie.

    Na siehst du. Du bist jetzt meine kleine Toilette.

    Das letzte Wort zog er so ekelhaft lang. Ich bekam eine Gänsehaut. Aber keine gute.

    Tschüß!

    Was! Blurryface ging? Ich konnte es nicht glauben. Er war weg. Endlich.

    Doch so einfach war das nicht. Wenn er da war, hatte ich jemanden zum Reden, in der stechenden Stille. Doch jetzt wo er weg war, war ich wieder allein in der Stille, die mich zu zerreißen schien.

    Wahrscheinlich hatte er das genau so geplant. Dass ich jetzt in der Stille sitze. Einfach in der Stille. Man hörte nicht mal die Vögel zwitschern, so still war es.

    „Sometimes quiet is violent.“

    Dieser Satz ging mir immer wieder durch den Kopf. Das Lied habe ich „Car Radio“ genannt.

    Es gefiel mir persönlich sehr, da ich sehr viele Emotionen hinein gepackt habe, obwohl man es vielleicht nicht so hört.

    Bei dem Lied habe ich mich für keinen richtigen Gesang entschieden, sondern eher für eine Erzählung. Eine etwas schnellere Erzählung.

    Obwohl ich bei meinen Liedern sehr selbstkritisch war, mochte ich „Car Radio“ echt gern.

    Ich blickte auf die Uhr. 21:34 Uhr. Perfekte Zeit, um den Abend im Wald um die Ecke zu genießen.

    Motiviert ging ich nach unten und zog mir meine Schuhe an.

    „Wo gehst du hin?“, fragte meine Mutter besorgt.

    „Raus“, meinte ich nur und war dabei, meine Jacke anzuziehen.

    „Komm aber vor 23 Uhr wieder!“, rief sie scharf, als ich die Tür öffnete.

    Ich stöhnte nur genervt und trat hinaus in die eisige Abendluft.

    Langsam ließ ich die Tür ins Schloss fallen und joggte zum Wald.

    Als ich beide Füße in den Bäumen hatte, durchströmte meinen Körper eine unglaubliche Wärme.

    „Hast du es nicht mehr ausgehalten, Toilette?“, hörte ich eine tiefe Stimme, die nach Blurryface klang.

    Doch sie war nicht in meinem Kopf, sondern vor mir. Zwischen den Bäumen, irgendwo.

    „Nein.“, antwortete ich wahrheitsgemäß und schüttelte den Kopf.

    Die Stimme lachte rau. „Schwach.“

    „Ich bin nicht schwach! Wer bist du überhaupt?“, rief ich durch den Wald, woraufhin einige Vögel das Weite suchten.

    „Erkennst du mich denn nicht, Toilette? Ich bin's, Blurry!“, erwiderte die Stimme, Blurryface.

    „Und warum bist du nicht in meinem Kopf?“, fragte ich verwirrt.

    „Weil ich denke, dass du ein bisschen Angst gebrauchen kannst.“, meinte Blurry.

    „Wie?“ Ich wusste nicht, was gerade passierte. Ich spürte einen Atem an meinem Hals, es war wie in einem Vampir-Film. Also als wenn ein Vampir kommt und mich gleich beißt. Ich spürte meinen Tod, er war so nah und doch so weit entfernt.

    Der Atem war ungleichmäßig und stockend. Zitternd drehte ich mich um.

    Da war ich. Ich konnte, nein, ich wollte es nicht glauben. Aber bei genauerem Hinsehen konnte man auch in der Dunkelheit erkennen, dass der Hals und die Hände meines Ichs schwarz waren.

    Ich wusste auch, wieso. An den Händen, weil ich Angst hatte, dass die Texte, die ich schrieb, niemandem gefallen würden. Ich war mir nicht sicher, ob das überhaupt was brachte.

    Und am Hals, weil ich das Gefühl hatte, zu ersticken, wenn ich sang.

    Der Mund meines Gegenübers öffnete sich, Blurryface' Stimme kam aus ihm. „Und, Angst?“

    Ja. Verdammt, ja. Ich hatte Angst.

    10
    POV Tyler

    Blurryface legte seine Hände auf meine Schultern. „Du erzählst niemandem davon, dass du mich gesehen hast, ja?“

    Trotzig schüttelte ich den Kopf. „Warum sollte ich! Ich mache sogar ein Foto!“

    „Oh, wenn du so willst... Wenn du das jemandem erzählst, gehe ich in den Kopf dieser Person über und ändere meine Gestalt. Und das will meine kleine Toilette doch nicht, oder? Dass ich in dem Kopf seines geliebten Joshies bin?“

    Ich schüttelte den Kopf und schluckte hart. Das hatte er doch nicht wirklich vor?

    Trotzdem zückte ich mein Handy und öffnete die Kamera-App. Ich wollte Blurry fotografieren, doch er erschien nicht auf dem Display, obwohl er direkt vor mir stand.

    „Was hat das zu bedeuten?“, fragte ich ihn. Er lachte.

    „Das? Oh, das könnte daran liegen, dass ich nicht materiell bin. Ich bin deine Gedanken, eine Stimme, schon vergessen? Ich habe nur deine Gestalt angenommen.“, meinte er erfreut.

    Staunend steckte ich mein Handy weg. Flüchtig warf ich einen Blick auf die Uhr - Ich hatte noch eine halbe Stunde, dann war es 23 Uhr.

    „Nicht nur meine Gedanken“, meinte ich. „Sondern meine Angst. Meine Verzweiflung. Meine Depressionen. Mein Unglück. Du bist nichts als... Schlecht! Schlecht für mich! Schlecht für mein Umfeld-“

    „Warum sollte ich denn schlecht für dein Umfeld sein?“, grinste er.

    „Weil... Weil du jederzeit in ein anderes Hirn schlüpfen kannst! Und weil ich wegen dir erst depressiv geworden bin! Seit du da bist, geht es mir verdammt beschissen!“, rief ich und ließ meiner Wut freien Lauf.

    „Wie schnell die Zeit vergeht...“, meinte Blurry und ich sah ihn fragend an. Er grinste.

    Erschrocken sah ich auf mein Handy - Zwei neue Nachrichten von Mum, 5 verpasste Anrufe. Es war 23:49 Uhr.

    „Was? Wie machst du das!“, fragte ich. Er lachte nur und in seinen roten Augen blitzte kurz eine Uhr auf. Konnte er die Zeit verändern?

    Ich rannte. Ich rannte einfach. Schneller, immer schneller. Ich konnte nicht mehr, aber ich lief weiter. Aus dem warmen Wald, in die Kälte. Nach Hause.

    Meine Mutter erwartete mich schon. Ihr Gesicht war wütend, und ich erwartete, dass sie schrie. Doch das tat sie nicht.

    Wie wäre es mit einem 'Danke'?

    Blurry... Ich dachte nie, dass ich ihm je danken würde. In meinen Gedanken dankte ich ihm aufrichtig.

    Geht doch.

    Meine Mutter umarmte mich einfach. Ich löste mich schnell aus der Umarmung und rannte in mein Zimmer.

    Dort holte ich aus meinem Schrank ein Messer und setzte mich auf mein Bett. Ich mochte es. Es half mir immer. Es war ein Brötchenmesser.

    Die Augen geschlossen zog ich mein Shirt hoch und schnitt. Erster Schnitt - Eine Träne. Zweiter Schnitt - Tiefer. Dritter Schnitt - Zweite Träne. Vierter Schnitt - Blut tropfte auf mein Bett.

    Unter Schmerzen stand ich auf und holte einen Erste-Hilfe-Kasten aus meinem Schrank, aus dem ich einen Verband für die tiefen Schnitte holte.

    Danach nahm ich mein Handy und wählte Joshs Nummer. Er nahm sofort ab. „Ja?“, ertönte seine Stimme.

    „Hallo, Josh...“, meinte ich. „Was ist denn los?“, fragte er besorgt. Es war ein schönes Gefühl, zu wissen, dass sich jemand um mich kümmerte.

    „Ich hab es wieder getan“, flüsterte ich. „Tyler...“ Seine Stimme war brüchig. Weinte er?

    „Bitte... Tyler... Bitte hör auf...“ Mein Verdacht bestätigte sich, als ich ein leises Schluchzen am Ende der Leitung hörte.

    „So einfach ist das nicht...“ „Ich weiß, aber... Ich kann das nicht... Weißt du, wie das ist, wenn du einen besten Freund hast, der gar nicht leben will! Das ist schlimm!“

    „Ich verstehe dich...“, murmelte ich. „Nein! Wenn du mich verstehen würdest, würdest du aufhören! Mir zuliebe. Aber das tust du nicht.“, erwiderte er. Er hatte ja irgendwo recht.

    Ich schwieg. „Tyler... Tut mir leid... So war das nicht gemeint. Ich hab dich doch immer noch lieb... Es ist nur... Wenn du so weitermachst, verliere ich dich irgendwann und das will ich einfach nicht...“

    Er war süß. Sehr sogar. Sonst würde ich ihn nicht lieben.

    11
    POV Josh

    Die Tränen rannen mein Gesicht hinunter. Warum tat er so was?

    „Tyler? Bist du noch da?“, fragte ich vorsichtig, denn er hatte nicht geantwortet.

    Seine zarte Stimme formte ein „Ja“. Ich konnte ihm ewig zuhören, wenn er sprach. Es war wie ein Lied der Götter.

    Moment, was dachte ich denn da! Ich liebte Tyler nicht! „Ich bin hetero.“, redete ich mir in Gedanken ein.

    „Wieso machst du das?“, fragte ich Tyler plötzlich. Ich hörte, wie er schlucken musste.

    „Ich... Kann das nicht sagen... Ich... Ich darf nicht...“, erwiderte er.

    Ich antwortete: „Okay“ Tief in mir war ich mit seiner Antwort nicht zufrieden. Ich wusste, dass ihn etwas zu schaffen macht. Egal was, es war nicht gut für ihn.

    „Ich... Ich bin müde.“, sagte er auf einmal. Ich akzeptierte das, denn schließlich war ich auch schon müde.

    Er legte auf und ich zog mir meinen Schlafanzug an. Danach putzte ich mir schnell die Zähne und hüpfte auch ins Bett.

    Ich konnte nicht schlafen. Egal was ich tat, ich schlief nicht ein.

    Ich griff also erneut zu meinem Handy und schrieb eine Nachricht an Tyler.

    Du
    Hey... Ich kann nicht einschlafen... Außerdem wollte ich mich dafür entschuldigen, dass ich dich im Krankenhaus nicht besucht habe. Meine Mutter hatte zwar nichts dagegen, aber sie wollte, dass ich mich mehr auf die Schule konzentriere und zu Hause bleibe. Sorry:( [00:49]

    Tyler
    Schon okay... Ich kann auch nicht schlafen... Außerdem wollte ich dich eigentlich fragen, warum du mich nicht besucht hast XD [00:53]

    Du
    Aber gute Nacht. Du brauchst deinen Schlaf ;) [00:55]

    Tyler
    Gute Nacht. [00:56]


    Mit gutem Gewissen legte ich mein Handy neben mich und schlief nach einiger Zeit auch ein.

    „Tyler... Ich... Ich kann das nicht.“ „Bitte! Nur ein Kuss!“ Tyler sah mich flehend an. Der Blick, dem ich nicht widerstehen konnte. Zögernd blickte ich auf seine Lippen. Ich fragte mich schon lange, wie es wäre, sie mit meinen zu berühren. Also lehnte ich mich vor und legte meine Lippen auf seine. Nein, so konnte man das nicht nennen. Meine Lippen striffen seine. Zumindest, bis er mich richtig küsste. Es war ein schönes Gefühl, diese samtenen Lippen auf den meinen zu spüren. Wir beide wurden sicherer und mutiger, und aus dem kurzen Kuss wurde ein langer, inniger Kuss. Ein leidenschaftlicher, sogar schon wilder Kuss. Und das mit Tyler. Tyler Joseph. Mein bester Freund war es, den ich küsste. Und das war seine Idee gewesen. Allein wäre ich nie darauf gekommen.

    Ich schreckte hoch. Was war das denn für ein Traum?

    Ungläubig schüttelte ich mich. Aber ich mochte den Traum. Er war schön.

    Aber das hatte doch nichts zu bedeuten, oder? Ich liebte ihn doch nicht?

    Vielleicht redete ich mir auch immer nur ein, dass ich ihn nicht liebte. Vielleicht wollte ich meine Gefühle verstecken. Vielleicht wollte ich mich nicht in meinen besten Freund verlieben. Vielleicht wollte ich mich nicht in einen Jungen verlieben.

    12
    POV Tyler

    »Piep, piep, piep.«

    Mein Wecker. Er war wie immer so laut, dass ich hoch schreckte und ihn vor Schreck aus machte. Nein, ich schlug ihn aus. Dazu klingelte mein Handy auch noch.

    Drei verpasste Anrufe von Josh.

    Was wollte er? Es war mitten in der Nacht gewesen. Ich nahm den eingehenden an und hörte sofort Joshs Stimme.

    „Tyler! Ich muss dir was sagen! Ich hatte heute Nacht einen Traum und...“

    „Ja?“, erwiderte ich. Er stoppte.

    „Ich... Du... Wir haben uns geküsst.“, meinte er. Ein Glück konnte er nicht sehen, wie rot ich wurde.

    „U-und?“, fragte ich ihn.

    „Ich mochte den Traum.“, sagte er selbstsicher. Ich wurde noch roter, wenn das möglich war.

    „Und jetzt?“ Ich versuchte, eine sichere Stimme zu behalten, damit er nicht merkte, dass ich total verlegen, aber glücklich war.

    „Ich denke“, begann er, „Ich denke, ich bin schwul.“

    Diese Worte machten mich glücklich - Denn wenn er schwul war, hatte ich eine Chance, mit ihm zusammen zu kommen. Und das wollte ich. So bald wie möglich.

    „Und...“, fuhr er fort. Ich war aufgeregt. „Ja?“, hakte ich nach. „Und ich glaube, dass ich dich doch... Ähm... Etwas mehr mag.“ Oh Gott, das hatte er doch nicht gesagt! Aber etwas mehr heißt ja nicht lieben...

    „Nein!“, rief er plötzlich, „Ich mag dich nicht etwas mehr. Ich glaube, ich habe es früher nicht gemerkt... Sondern irgendwie ausgeblendet oder so... Ich hab mich in dich verliebt.“

    Tränen der Freude quollen aus meinen Augen. „J-Josh...“ „Ja, Ty?“ „Ich will dich sehen.“ Er legte auf. Hatte ich etwas Falsches getan?

    Doch da ich nicht mehr viel Zeit hatte, duschte ich mich schnell, zog mir etwas an, was zugegeben sehr geschmacklos war, putzte mir die Zähne und rannte hinunter.

    „Tyler, frühstücke doch wenigstens eine Schale Müsli...“, murmelte meine Mutter verzweifelt. Ich schüttelte nur den Kopf, zog mir meine Schuhe an, nahm meinen Rucksack und ging hinaus.

    Ich wollte nicht Fahrrad fahren, also wartete ich auf den Bus.

    Als er kam, hüpfte ich hinein und setzte mich auf den Einzelplatz ganz vorne. Ich zog die Kapuze meines Hoodies tief in mein Gesicht, sodass man nur noch meinen Mund sehen konnte.

    Nachdem die Türen sich mit einem lauten Puffen geschlossen hatten, spürte ich eine Hand auf meiner Schulter. Panisch öffnete ich die Augen und drehte mich langsam zu der Person um.

    Der Körperbau der Person war muskulös, aber trotzdem sehr schlank. Sie trug ein schlichtes, graues Shirt, welches sich leicht über dem Bauch spannte. Als ich die Schuhe betrachtete, wusste ich, wer da vor mir stand. Es war die Person, die ich über alles liebte. Joshua William Dun.

    „Der Bus ist voll...“, murmelte er und schlagartig stand ich auf und bat ihm meinen Platz an. Er setzte sich hin und kurz darauf spürte ich seine starken Arme um meinen Körper, die mich auf seinen Schoß zogen.

    Ich lehnte mich an ihn und er legte sein Kinn auf meine Schulter. Seine schwarzen Haare striffen mein Gesicht. Es kitzelte, aber ich ließ es lächelnd zu.

    So gern hätte ich ihn einfach geküsst.

    Der Bus hielt viel zu schnell. Ich hätte lieber mit Josh hier gesessen und geschwiegen. Aber natürlich mussten wir aufstehen. Als ich aufgestanden war, stützte sich Josh hoch und spannte dabei seine Arme an. Schlagartig wurde ich rot und sah weg.

    Nachdem Josh sich an mir vorbei gedrängt hatte, ging auch ich aus dem Bus.

    In der Klasse griff ich nach seiner Hand, die er neben seinem Stuhl hängen ließ. Er drückte sie fest, woraufhin ich eine Gänsehaut bekam und rot wurde.

    Einige schienen es gesehen zu haben, denn sie deuteten Küsse an und Vereinzelte riefen „Schwuchteln“ durch die Klasse.

    Doch ich ignorierte es.

    Das einzige, was für mich zählte, war mit Josh zusammen zu sein. Nicht in dem Sinne. Sondern, dass er bei mir war.

    Die Tür öffnete sich und unser Biolehrer trat ein.

    Die Klasse verstummte sofort.

    Ich sah aufmerksam zu ihm, als wir ihn begrüßten.

    -

    Es klingelte. Unser Thema war spannend. Suizid und Depressionen. Aber Blurry war wieder da.

    Ich hatte versucht, ihn zu ignorieren, doch er war zu laut.

    Josh hatte das bemerkt und über meine Hand gestrichen. Danach war Blurry verschwunden.

    Ich packte meine Sachen und ging mit Josh auf den Schulhof.

    Wir setzten uns auf eine leere Bank und schwiegen.

    Plötzlich ergriff Josh das Wort. „Wie machen wir das jetzt?“, fragte er. „Was?“, antwortete ich mit einer gespielt dummen Gegenfrage. „Na ja... Das zwischen uns.“

    „Nun... Wenn wir uns beide lieben, dann... Dann denke ich, wird es Zeit für unseren ersten K-“ Weiter konnte ich den Satz nicht bringen, denn schon lagen Joshs raue Lippen auf meinen.

    Ich errötete.

    Es war ein schönes Gefühl. Ich liebte ihn so sehr. So sehr.

    Als er sich von mir löste, war ich traurig. Traurig, dass ich dieses warme Gefühl nicht mehr hatte. Diese Spannung.

    „Also... Sind wir jetzt zusammen?“, traute Josh sich zu fragen.

    Ich nickte. „Ich denke schon.“ Ich war überrascht, dass überhaupt ein Ton aus meinem Mund kam. Denn ich war so verlegen, dass ich es wahrscheinlich nicht mal übers Herz gebracht hätte, „Ja“ zu sagen.

    Die Freude stand ihm ins Gesicht geschrieben. Er umarmte mich glücklich und küsste mich anschließend. Es war ein kurzer Kuss - Aber ein so Inniger und Gefühlvoller, dass selbst dieser kleine Kuss mir eine Gänsehaut am ganzen Körper verpasste.

    „Ich liebe dich.“, presste ich hervor. Er lachte. Gott, wie gut er aussah, wenn er lachte. „Ich liebe dich auch“, hauchte er.

    Es klingelte wieder, und wir gingen in den nächsten Unterricht.

    -

    Schluss. Endlich!

    Josh griff nach meiner Hand, als ich aufstehen wollte. „Ty... Willst du mit zu mir kommen?“ Er fragte es mit so einer Leichtigkeit, wie ich sie immer selbst gewollt hätte. Ich nickte eilig. Er freute sich darüber.

    Zusammen gingen wir hinaus, und anstatt abzubiegen, gingen wir geradeaus. Zu ihm. Wir wollten nicht Bus fahren, da waren uns zu viele Leute. Wenn wir zusammen gingen, war da diese Spannung.

    Er öffnete mir die Tür. Ich ging hinein, er folgte mir. Ich war schon oft bei ihm, aber es war mir unangenehm, jetzt, wo wir zusammen waren. Langsam zog ich meine Schuhe und Jacke aus, er tat es mir gleich und wir gingen zusammen in mein Zimmer.

    Er setzte sich auf sein Bett, bedeutete mir mich neben ihn zu setzen. Ich tat es und er zog mich direkt in eine Umarmung. Darauf folgte ein leidenschaftlicher Kuss. Ich wollte nicht, dass es endete. Doch das passierte viel zu schnell.

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1514966780
Love me (Joshler/Tysh)
Love me (Joshler/Tysh)
Ich hasse sie. Diese Stimme. Ich weiß nicht mehr, wie lange es her ist, aber ich habe sie mal 'Blurryface' genannt. Blurryface kennt mich so gut wie niemand sonst. Er ist ich. Mein Verstand. Mein Unterbewusstsein. Meine Angst. Meine Verzweiflu...
http://www.testedich.de/quiz52/quiz/1514966780/Love-me-JoshlerTysh
http://www.testedich.de/quiz52/picture/pic_1514966780_1.jpg
2018-01-03
4000
Fanfiktion

Kommentare (2)

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Evi Cwiertnia-Joseph ( von: Evi Cwiertnia-Joseph)
vor 105 Tagen
Nein, sie ist ausgedacht, aber die Personen sind echt.
summilanti (97913)
vor 106 Tagen
Hi.Tolle Geschichte .Ist sie wahr?Wenn ja tun mir die Depressioneh leid.Die Geschichte könnte ein Bestseller sein.
Verbreitet den # worldforwe
Danke für die Story.Ich finde es miss das schwule und lesbische ausgeschlossen werden .Wer der gleichen Meinung ist likt bitte diese. Geschichte

Euren Sammilay