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Dark nights || Yoonseok & Vkook BTS FF

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14 Kapitel - 7.958 Wörter - Erstellt von: OneCupOfTae - Aktualisiert am: 2017-12-31 - Entwickelt am: - 224 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 2 Personen gefällt es

Das Jahr 1913:
In London spielt der illegale Opiumhandel ein großes Thema und die Polizei ist verzweifelt. Als dann aber ein Verdacht auf eine Organisation entsteht, beauftragt die Majestät die örtliche Polizei damit, sich in dieser einzuschleusen und handfeste Beweise zu finden. Wer passt in diesen Rollen besser als der junge und talentierte Polizist Min Yoongi und sein neuer Kollege Jeon Jungkook?



•Das ist eine BoyxBoy Geschichte!
•Top: Hoseok, Taehyung

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    {Yoongis Sicht} Ich lief durch die menschenleeren Straßen von London und nahm einen langen Atemzug von der stickigen und kühlen Luft. Um mich herum
    {Yoongis Sicht}
    Ich lief durch die menschenleeren Straßen von London und nahm einen langen Atemzug von der stickigen und kühlen Luft. Um mich herum keine Menschenseele und über mir nur der Nachthimmel.. 

    Dieser ständige Gestank, die Abgase und der Abfall gehen einem ja schon ganz schön auf die Nerven, aber ich muss sowieso nicht mehr allzu lange in diesem Drecksloch leben. Alles, was ich tun muss, ist den Job erfolgreich zu beenden. Wenn ich dies tun sollte, wartet auf mich eine dicke Belohnung. Die Majestät selbst hat dies beantragt. Sie will, dass die Polizei einer gewissen Organisation auf den Grund geht. Sie soll eine große Rolle im Opiumhandel spielen. Wie wir das ganze angehen werden, weiß ich aber auch nicht.

    Als ich bei dem großen Polizeigebäude angekommen war, blickte ich hoch, um dann nur von den hellen Straßenlichtern geblendet zu werden. Es brannte nur noch ein Licht, was auch verständlich war, weil um diese Uhrzeit so gut wie niemand mehr im Büro arbeitet. Langsam ging ich die wenigen Stufen bis zur Tür hoch und drückte sie mit viel Kraft auf. Unmotiviert ging ich durchs Treppenhaus und sah schon das Licht im Türschlitz meines Chefs.

    Ich klopfte an und öffnete nach einem,, Komm rein" die Tür.,, Setz dich", sagte er und deutete auf den Stuhl vor mir. Natürlich setzte ich mich und er fing direkt an zu sprechen.,, Ein paar Informationen kennst du ja schon. Die Organisation ist nicht allzu groß und wir vermuten, dass alle Angestellten männlich sind. Außerdem liegt ihr „Versteck" nicht so weit entfernt. Allerdings kennen wir noch keine Namen, aber dafür bist sowieso du zuständig." „Ich hätte da mal eine Frage: Was genau tue ich eigentlich?", fragte ich ihn vorsichtig.

    Er sah mich mit großen Augen an:,, Das wusstest du noch gar nicht?" „ Nein, im Schreiben stand dazu nichts Genaueres." „Kein Wunder, dass sie so schnell jemanden dafür gefunden haben.",, Was meinen Sie damit?", fragte ich verwirrt. „Das ist nicht gerade ein Job, den man gerne mal macht." Das hört sich ja toll an.. Ich merkte, wie sich Angespanntheit in mir breit machte. „Du musst dich in dieser Organisation einschleusen und für eine gewisse Zeit Mitglied sein, um ihr Vertrauen zu gewinnen."

    Das ist nicht ernst gemeint, oder!,, Wieso ich?", fragte ich ihn etwas empört.,, Du bist einer der jüngsten und besten Polizisten, die wir haben. Ich denke nicht, dass sie einen fast Fünfzigjährigen annehmen würden." Ich seufzte. Zumindest war der Lohn gut und ich hätte damit sehr gute Aufstiegschancen, aber ob ich das überhaupt einen Tag schaffe, bezweifle ich immer noch. Und sollte meine Tarnung auffliegen, bin ich dran.

    Nach dem Gespräch mit meinem Chef lief ich nun wieder durch die Straßen. Als ich bei meiner Wohnung, die mehr oder weniger etwas heruntergekommen war, ankam, schloss ich die Tür auf und schmiss mich direkt in mein Bett. Das Ganze sollte schon in einer Woche beginnen und ich habe keinen Schimmer, wie ich mich dort verhalten muss. Der Chef meinte zwar, dass ich in den nächsten Tagen alles genauer erklärt bekommen würde, aber ob das etwas bringt, bezweifle ich mal.

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    Am nächsten Morgen machte ich mich schläfrig auf dem Weg zu meinem Arbeitsplatz. Anders als in der Nacht sind die Straßen am Morgen schon fast überfüllt und man sieht so gut wie alle Arten an Menschen. Die Obdachlosen und Bettler, die verdreckt am Straßenrand sitzen, die mittlere Gesellschaft, wie sie sich hektisch zu ihrer Arbeitsstelle begeben, die höhere Gesellschaft, die es sich in ihrer Kutsche bequem gemacht hat und ganz selten auch mal die Adligen auf ihrem Weg zum Palast.

    //Zeitsprung

    Langsam öffnete ich die Tür und trat in das große Arbeitszimmer, in dem schon ein paar Leute saßen und arbeiteten. Ich ging durch den kurzen Gang direkt zu dem Büro meines Chefs. Ich klopfte an und öffnete langsam die Tür. "Guten Morgen" kam es mir entgegen und ich grüßte euch mit einem einfachen "Guten Morgen" zurück. Ein junger Mann, etwas jünger als ich saß auch schon auf einem der Stühlen und ich setzte mich daneben.,, Da ihr jetzt beide hier seid, lege ich mal direkt los. Ich glaube nicht, dass ihr beide schonmal zusammen gearbeitet habt, deswegen würde ich euch jetzt einfach mal vorstellen", erklärte er uns.,, Das ist Jeon Jungkook", sagte er und deutete auf den Mann neben mir. „Und das ist Min Yoongi. Ihr werdet zusammen diesen Fall übernehmen." Gleichzeitig blickten Jungkook und ich uns gegenseitig an und ich fragte mich, ob er für diesen Job überhaupt passend wäre. Er wirkt etwas naiv, aber wer weiß, vielleicht steckt in ihm ja ein Monster.

    Nachdem uns nun alles erzählt wurde, sollte ich vielleicht mal den Typen kennenlernen, mit dem ich zusammen mein Leben aufs Spiel setze.,, Vielleicht Lust noch was trinken zu gehen?" „Ja, gerne!", sagte er mit einem Lächeln.

    In der Kneipe angekommen, bestellten wir uns erstmal ein Bier und setzten uns an einen der freien Tische. „Wieso übernimmst du diesen Job? Du wirktest vorhin so uninteressiert.", fragte er mich nervös. „Die haben mich reingelegt. In dem Schreiben stand, dass ich in diesem Fall ermitteln sollte, aber nichts von wegen ich müsste mich als einer von ihnen ausgeben. Außerdem wurde von gutem Gehalt und einer großen Chance gesprochen, deswegen konnte ich schlecht ablehnen. Aber hätte ich das gewusst, hätte ich gar nicht erst angenommen. Und was ist mit dir?" „Ich wusste von Anfang an davon. Ich habe den Job aber auch hauptsächlich wegen dem Lohn angenommen. Ich versuche positiv an die Sache ranzugehen. Was kann denn schon allzu Großes passieren." Also doch so ein Naivchen... Oh Man, ob das gut geht?

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    Nur noch vier Tage bis alles beging und ich hatte so gut wie immer noch keine Ahnung, was ich dort eigentlich zu tun hatte. „Es wurde alles vorbereitet. Sie wissen, dass zwei neue Mitglieder beitreten, deshalb solltet ihr euch diesbezüglich keine Sorgen machen. Verhaltet euch einfach so, als hättet ihr keine Manieren, aber seid niemals unhöflich gegenüber den bereits vorhandenen Mitgliedern! Kleidet euch nicht zu heruntergekommen, aber auch nicht zu exklusiv. Und am wichtigsten: Passt auf, dass eure Tarnung nicht auffliegt", erklärte uns der Chef.

    Ich sah, wie Jungkook hastig nickte. „Ja ok, und um wie viel Uhr sollten wir denn ungefähr da sein und wo ist das Ganze überhaupt?", gab ich mich zu Wort. „Wir werden euch dann um kurz nach Mittag in der Nähe absetzen." Wow.. Das brachte mir nun echt viel.. Jetzt bin ich mir sogar zu 99,78% sicher, dass wir das nicht einen Monat lang überleben. Und sollte unsere Tarnung erstmal aufgeflogen sein, ist niemand da, um uns zu retten, geschweige denn ein Weg zu entkommen.

    //Zeitsprung

    Die Tage vergingen bis das ganze Spektakel in weniger als 24 Stunden stattfinden würde. Ich war nervös, aber ich dürfte mir nichts anmerken lassen. Es wunderte mich immer noch, das Jungkook so positiv auf die Sache zuging. Er hat wohl immer noch nicht ganz verstanden, dass es hier um Leben und Tod ging. Da ich der Ältere bin, muss ich sozusagen auf uns beide aufpassen, beziehungsweise fühle mich so, als müsste ich es.

    Am Abend legte ich mir meine Klamotten bereit und packte meinen Koffer. Ich versuchte früh zu schlafen, machte aber irgendwie kein Auge zu, weil ich mir einfach viel zu viele Gedanken darüber machte, wie ich mich vorstellen sollte, da der erste Eindruck schließlich sehr wichtig ist. Außerdem machte ich mir Sorgen.. was für ein Mensch ist wohl ihr Anführer? Ich bin zwar stark, aber das heißt lange nicht, dass ich jeden fertig machen könnte. Außerdem wären dort ja auch noch die anderen Mitglieder und die werden ganz sicher auch nicht ohne sein.

    Als ich nun am nächsten Morgen aufwache, fühle ich mich, als hätte ich höchstens drei Stunden geschlafen. Ich zog mich um und bereitete mich mental auf alles Kommende vor. Als es dann kurz vor Mittag war, machte ich mich auf den Weg zum Polizeibüro, um dort dann auf Jungkook und meinen Chef zu treffen, die schon auf mich warteten.

    "Wenn dann jetzt alle da sind, könnten wir ja eigentlich schon los", sagte er mir lächelnd entgegen. Ich hatte das Gefühl, als wolle er versuchen mich aufzuheitern. Dies war aber in dieser Situation unmöglich. Draußen stiegen wir mit unseren Koffern in die bereits vorbereitete Kutsche. Der Chef erklärte uns noch einmal alles. Der Ort, zu dem wir mussten lag etwas außerhalb und war gut versteckt. "Geht eine halbe Meile gradeaus und dann das prunkvolle Haus rechts. Passt auf euch auf", verabschiedete er sich von uns.

    Jungkook und ich taten dem nach, was er sagte und gingen zu dem angeblich prunkvollen Haus. Zu meinem Überraschen war es wirklich viel größer und luxuriöser als ich es mir jemals vorgestellt hätte. Ich meine das ist so etwas wie eine temporäre Unterkunft für ein paar Drogenhändler. Ich war nervös, wie natürlich auch Jungkook. Ich wollte ihn aber nicht noch angespannter machen und machte deshalb einen auf selbstbewusst.

    Langsam gingen wir beide die Stufen zu der großen Tür hoch. Ich nahm den Griff und klopfte fest. Obwohl sich niemand meldete, öffnete ich vorsichtig die Tür.

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    Ich blickte in die riesige Eingangshalle. Ich deutete Jungkook an, dass er auch eintreten sollte, was er daraufhin auch tat.,, Hallo, wir sind die Neuen, ist jemand da?", fragte ich in der Stille. Plötzlich hörte ich Schritte in einem der Zimmer nebenan und ein Mann, ungefähr in meinem Alter, kam ins Zimmer.,, Oh, also ihr seid die 'Neuen'? Ich bin Jimin und ihr müsst Yoongi und Jungkook sein? Ich führe euch zu euren Zimmern." Überrascht von der unerwarteten Gastfreundlichkeit folgte ich ihm, dies aber auch nur vorsichtig, da man ja nie weiß, ob er nicht doch irgendwas im Schilde führt.

    Wir gingen die lange Treppe hoch zu unseren Zimmern. Es wunderte mich immer noch, wie prunkvoll das alles hier war. „Hier wird das Zimmer von Jungkook sein und das hier rechts daneben das von Yoongi", sagte Jimin mit einem Lächeln. Sind wir hier wirklich richtig? Wie kann so jemand ein Drogenhändler sein! Vielleicht versteckt er aber auch nur seine wahre Natur oder er ist etwas wie die Magd, da hier schließlich nur Männer arbeiten. Unsicher ging ich in ‚mein' Zimmer und sah mich um. Dieses Zimmer war fast so groß, wie meine gesamte Wohnung! „Beeilt euch mit dem Auspacken, der Boss wartet bestimmt schon auf euch!", rief Jimin und noch hinterher, bevor er auch wieder nach unten eilte. Ich öffnete meinen Koffer und packte meine Sachen in meinem Schrank. Meine Waffen versteckte ich fürs erste unter dem Bett.
    Ich mache mir schon leichte Sorgen, was den Boss angeht. Was ist er wohl für einer? Außerdem hätte ich mir das Ganze hier anders vorgestellt. Die Leute hier sind viel zu nett, ich dachte wir treffen hier auf kaltherzige Gangster. Obwohl das natürlich auch noch passieren kann, schließlich kennen wir ja auch erst eine Person. Ich ging zu Jungkooks Zimmer und klopfte an. „Bist du fertig?" „Ja, ich komme", hörte ich ihn nur sagen, als auch schon die Tür aufgerissen wurde und er vor mir stand. Gemeinsam gingen wir dann die vielen Stufen herunter und sahen Jimin, der schon unten auf uns wartete. „Gut, wenn ihr soweit seid, werde ich euch gleich vorstellen", sagte er zu uns und wir folgten ihm zu einem hinteren Teil des Gebäudes, wo der Anführer offenbar sein Arbeitszimmer hatte. „Hier ist es", sagte er und klopfte langsam an der Tür. „Herein", hörte ich nur von drinnen, als Jimin auch schon die Tür öffnete. Als ich hereinblickte sah ich zwei Männer, die vor dem großen Schreibtisch standen. Das Zimmer war riesig, schon fast wie ein Saal. Ich wusste gar nicht, dass man mit Drogen so viel verdienen kann!
    Ich musterte die beiden Männer von unten bis oben. Einer der beiden lächelte uns entgegen, er hatte eine hellrötliche Haarfarbe und trug einen schwarzen Anzug. Der andere sah uns misstrauisch an, er hatte allerdings blonde Haare und trug ebenfalls einen schwarzen Anzug. Wenn ich die beiden nach ihrem ersten Auftritt einordnen sollte, würde ich definitiv sagen, dass der Blonde in der höheren Position steht. „Das hier sind Jungkook und Yoongi, unsere neuen Mitglieder", meldete sich Jimin wieder zu Wort. Jungkook und ich verbeugten uns schnell gleichzeitig und warteten darauf, dass sich die anderen Männer auch vorstellten. Der Rothaarige meldete sich zuerst zu Wort: „Freut mich euch kennenzulernen. Mein Name ist Hoseok und ich bin sowas wie der Boss. Das hier neben mir ist Taehyung, er ist mein engster Vertrauter und somit auch ein zweiter Stelle." Also ist es doch er. Diese Organisation ist ganz schön komisch. Ich hatte mir jemand viel beängstigenderes vorgestellt. „Wir haben im Moment viel zu tun, deswegen sprechen wir uns später noch einmal", sagte Hoseok, um uns wieder herauszuschicken. Wir folgten Jimin aus dem großen Zimmer und er meinte zu uns, das wir für die nächste Stunde erstmal in unsere Zimmer gehen sollen. Ich war mit der ganzen Situation nur noch überfordert und verwirrt. Was ging hier eigentlich gerade vor sich?
    „Und was denkst du?", fragte Jungkook mich. „Ich weiß nicht.. Das Ganze hier ist etwas überraschend.."

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    {Taehyungs Sicht}
    „Hoseok, ich finde es immer noch merkwürdig, dass wir so plötzlich neue Mitglieder bekommen. Du etwa nicht?" „Nein, ich eigentlich nicht. Ist doch eigentlich eine gute Sache, man kann immer mal Leute gebrauchen. Außerdem nehmen wir ja auch nicht jeden", sagte Hoseok, als er mir ins Gesicht sah. „Aber wir sind ja niemand, den man mal so kennt und dann einfach anfängt bei Ihnen zu arbeiten. Ich mache mir nur Sorgen, man kann nie wissen. Vielleicht fallen sie uns irgendwann in den Rücken." „Wenn das der Fall ist, werden wir es noch früh genug erfahren. Im Moment brauchen wir aber wirklich Helfer. Außerdem wirken sie auch nicht wirklich schwach. Beobachte sie doch einfach ein bisschen und wenn dir was auffällt, sagst du mir Bescheid", sagte er so sorglos wie immer. Dass wir Helfer brauchen, stimmt zwar, aber mir ist bei der ganzen Sache hier unwohl.

    Ich verabschiedete mich und ging aus dem Raum. Als ich hoch sah, konnte ich die beiden Neuen oben im Flur sehen, wie sie sich unterhielten. Ich würde gerade sowieso nichts von dem verstehen, was sie sagen. Also machte ich mich auf den Weg zu meinem Zimmer.

    {Hoseoks Sicht}
    Dass eine gewisse Möglichkeit besteht, dass die beiden uns hintergehen, weiß ich auch. So naiv bin ich schließlich auch nicht. Nur Taehyung sollte nicht immer gleich so misstrauisch sein. Sollten sie uns aber wirklich hintergehen, töten wir sie natürlich. Damit sie uns wirklich schaden könnten, müssten sie ja aber auch erstmal eine gewisse Zeit hierbleiben und so können wir sie auch beobachten. Nebenbei wirken die beiden wirklich nicht gerade schwach und so welche Leute kann man gut gebrauchen.
    {Yoongis Sicht}
    Ich lag in ‚meinem' Bett und starrte an die Decke. Das Ganze hier wirkt auf mich bis jetzt viel zu einfach. Die Leute hier sind viel zu nett und ihren Boss hätte ich mir viel angsteinflößender vorgestellt. Es ist natürlich eine gute Sache, denn nun ist das hier vielleicht gar nicht mehr so gefährlich. Aber wer weiß, es kann noch alles auf uns zukommen. Es ist jetzt schon ungefähr eine Stunde her, dass wir unten waren und ich frage mich, wie dieser Tag nun weiterlaufen wird. Durch das Fenster erkenne ich, dass es draußen schon langsam dunkel wird. Was macht Jungkook wohl grade? Ich mache mir immer noch ein paar Sorgen, was ihn angeht. Aber es muss ja auch einen Grund haben, dass gerade er mit mir hier ist. Plötzlich hörte ich ein Klopfen an meiner Tür. „Ja?", sagte ich vorsichtig. Die Tür öffnete sich und ich konnte Jimin im Türrahmen erkennen. „Das Essen ist bereit. Heute feiern wir euren Einstieg."

    6
    Kurz nachdem Jimin auch schon wieder weg war, ging ich zu Jungkooks Zimmer rüber und klopfte, um mit ihm zusammen zu gehen. „Jungkook, kommst du?" „Ja, ich komme sofort", sagte er und dann öffnete sich auch schon die Tür. Zusammen gingen wir die lange Treppe hinunter und ich fragte mich, was wohl gleich passieren würde. Als wir nun unten angekommen waren, kam Jimin uns auch schon wieder entgegen und führte uns zum Esszimmer. In dem großen Saal saßen bereits Hoseok und Taehyung und mir zwei unbekannte Gesichter. Die Lage machte mich ein wenig nervös und als ich Jungkook ansah, bemerkte ich, dass es ihm nicht besser ging.

    "So, wenn dann jetzt alle da sind, können wir ja beginnen", sagte Hoseok und sah Jungkook und mich dabei an. Hinter ihm sah ich Taehyung, der uns mit einem genervten Blick ansah. Ich fühlte mich unsicher und hatte irgendwie das Gefühl, als wüsste er etwas. Sollte ich mich jetzt aber auch noch auffällig verhalten, wäre ich dran. Außerdem wirkt Hoseok nicht so misstrauisch und ich könnte mir kaum vorstellen, dass er ein guter Schauspieler sei. Jimin deutete mit einer Geste darauf hin, uns an den viel zu großen Tisch zu setzen. Dies taten wir dann auch und Hoseok führte seine Rede direkt fort. "Das sind Min Yoongi und Jeon Jungkook", sagte er zu den beiden mir unbekannten Personen. Zum Glück sind wir keine bekannten Polizisten, denn sonst hätten wir uns unter einem falschen Namen ausgeben müssen und ich weiß nicht, ob der Typ neben mir das hinbekommen hätte. "Das hier neben mir ist Jin", sagte er und zeigte dabei auf einen der beiden, "Und das hier ist Namjoon." "Schön, euch kennenzulernen", sagten Jungkook und ich gleichzeitig. Vor uns standen zwei Gläser, in die Jimin Alkohol goss. Ich frage mich, was er für eine Rolle in dieser Organisation spielt. Bis jetzt wirkt es auf mich, als wäre er sowas wie ihr Dienstmädchen, aber da kann man sich auch nicht sicher sein. Der weitere Abend verbrachten sie damit, sich zu betrinken und ich achtete darauf, dass Jungkook es nicht übertreibt und später noch alles ausplaudert. Ich spürte ständig die misstrauischen Blicke von Taehyung, was mir schon fast Angst einjagte. Hoffentlich vertraut er uns bald, sonst wird uns das noch echte Probleme bescheren. Schließlich ist er an zweiter Stelle.

    Als der lange Abend vorbei war, ging ich mit Jungkook wieder nach oben zu unseren Zimmern. "Gute Nacht. Wir sehen uns morgen", sagte ich zu ihm, ehe ich auch schon mein Zimmer betrat. Im Gegensatz zu mir hatte er etwas mehr getrunken, was er vielleicht nicht hätte tun sollen, bei dem wenigen, was er verträgt. Die Feier an sich hat mir aber dann doch sehr geholfen, wichtige Dinge rauszufinden.
    • Das hier ist ihr Hauptgebäude.
    • Sie bestehen nur aus 7 Personen (mit uns). Sonst gibt es nur noch Warenlieferer und Händler, sie haben aber keinen Platz in der Organisation und sind immer nur temporal da.
    • Wir müssen uns um den Verkauf und die Geldeinnahme kümmern.
    • Ihr Lagerhaus ist streng bewacht und liegt abgelegen von London.
    Wenn ich jetzt schon so viel weiß, kann das Ganze hier nicht allzu lange dauern.

    7
    "Aufstehen!", hörte ich nur, als mir auch schon die Decke vom Kopf gerissen wurde und mir die Sonnenstrahlen förmlich ins Gesicht sprangen. Ich öffnete langsam meine Augen und konnte erkennen, wie Jimin gerade lächelnd aus dem Zimmer ging. Wie kann man morgens schon so gut gelaunt sein!

    Ich beeilte mich mit dem Umziehen und ging langsam die Treppe hinunter. Mit wenig Elan drückte ich die Tür zu dem Zimmer, welches mir gestern als Esssaal vorgestellt wurde, herunter und konnte sehen, dass ich der Letzte war, weil Namjoon, Jin und Jungkook schon an dem  gedeckten Tisch saßen. Hoseok und Taehyung waren nicht dabei, weil die beiden ja irgendwie immer mir etwas "Geschäftlichem" beschäftigt sind. Ich werde mit einem gut gelaunten "Guten Morgen" begrüßt und versuche dies so gut wie möglich nachzumachen. „Heute ist ja euer erster richtiger Tag", fing Jin an „und deswegen geht jeder von euch mit Taehyung oder Hoseok zu einer der Transportvorbereitungen, um dort alles zu überprüfen."

    Wie schon etwa tausend Mal gesagt: Das hier scheint viel zu leicht, um wahr zu sein.

    Ich trinke einen Schluck von dem Kaffe, als Taehyung durch die Tür kommt. „Du, Yoongi gehst mit Hoseok und ich nehme Jungkook mit", sagte er etwas genervt und schenkte mir den altbekannten Blick.

    Nach dem Frühstück flüchteten Jungkook und ich nach oben, weil es hieß, dass die beiden gleich los wollten.
    „Also wenn du gleich mit ihm allein bist, pass auf. Ich habe das Gefühl, dass er irgendwas weiß, so wie er uns immer anschaut", erklärte ich ihm und er nickte. „Das ist mir auch schon aufgefallen", gab er dann von sich,"ich habe ein wenig Angst vor ihm, aber ich krieg das hin." Im nächsten Moment würden wir schon runter gerufen.

    Ich verabschiedete mich von Jungkook und setzte mich in das Auto zu Hoseok. Das ist das dritte Mal, dass ich in einem Auto fahre, wobei dieses hier mit Abstand das luxuriöseste ist. „Wo genau fahren wir eigentlich hin?", fragte ich ihn. „Die Verladung findet bei der Westminster statt", erklärte er mir. Während der weiteren Fahrt schwiegen wir und als wir dann nun endlich da waren, stiegen wir aus. „Folge mir einfach, ich zeige dir dann, was wir sonst bei sowas hier so machen", wandte er sich zu mir.

    Ich sah zu, wie viele Arbeiter die schwer zu scheinenden Kisten auf ein riesiges Frachtschiff trugen. Ihr wollt mir doch nicht erzählen, dass alle dieser Kisten komplett mit Opium befühlt sind? Ich will mir gar nicht vorstellen, wie viel Geld er damit wohl macht. Obwohl ihm das im Gefängnis auch nicht viel bringen würde..

    Hoseok schaute im Prinzip nur beim Verladen zu und nörgelte vielleicht hin und wieder, was die Vorsicht der Arbeiter anging, aber sonst passierte nichts wirklich wichtiges. Erst seit zwei Tagen und schon kenne ich ihren Unterschlupf, ihre wichtigsten Mitglieder und ihre Transportmöglichkeiten. Besser kann das alles hier doch gar nicht werden. Ich kann die Belohnung schon förmlich vor meinen Augen sehen.

    Ich muss mich nur noch irgendwie mit ihrem Anführer Hoseok vertraut machen und schon hätte ich alles, was ich brauche!

    8
    Am Abend fuhren wir nun zurück und die peinliche Stille erfüllte wieder den Wagen. „Ich hoffe, dass es dir heute einigermaßen gefallen hat. Du wirst in den nächsten Tagen immer mal wieder mit mir so etwas tun. Jungkook macht das Gleiche natürlich mit Taehyung. Taehyung ist außerdem eigentlich gar nicht so ein harter Typ, er ist nur etwas.. wie soll man sagen.. misstrauisch gegenüber Fremden, aber ihr braucht keine Angst vor ihm zu haben", meldet sich Hoseok zu Wort.

    Erleichterung macht sich in mir breit. Trotzdem hoffe ich, dass es Jungkook gut geht und er sich nichts anmerken lassen hat.

    {Jungkook P.o.V}
    Wir sitzen schweigend in dem Auto und fahren zurück. Ich habe etwas Angst vor ihm. Heute Nachmittag war er auch nicht anders, als ich es erwartet hätte. Er wirkt etwas kaltherzig und spricht kaum mit mir. Außerdem macht er es ziemlich auffällig, dass er mich nicht leiden kann.

    Ich schaue durchs Fenster und sehe, wie sich die Wolken schon rötlich färben. Taehyung richtet seinen Blick geradewegs auf die Landstraße. Als ich ihn so ansehe, fällt mir das erste Mal so richtig auf, wie gut er eigentlich aussieht. Warte! Worüber denke ich hier überhaupt nach? Er ist ein Mann und dazu noch ein Arschloch! Plötzlich fühle ich mich so erschöpft. Für einen kurzen Moment schließe ich meine Augen.
    {Taehyung P.o.V.}
    Da ist der doch wirklich eingeschlafen. Ich verstehe ja, der Tag war anstrengend, aber sein Geschnarche kann ich gerade echt nicht gut gebrauchen. Er schläft die ganze Fahrt durch und auch als wir wieder beim Haus angekommen sind, ist er immer noch nicht aufgewacht.

    „Hey Jungkook", sage ich vorsichtig und schüttle leicht an ihm. Das Ganze hat nichts genützt und er schlummert einfach friedlich weiter. Diesmal mache ich es etwas lauter, aber er ist immer noch nicht wach. Seufzend mache ich die Autotür auf und steige aus. Für einen kurzen Moment schaue ich in den Nachthimmel und atme einmal tief ein. Langsam laufe ich zur anderen Seite des Autos und öffne die Tür. Vor mir liegt ein schlafender Jungkook. „Da muss ich jetzt wohl durch", sage ich zu mir selbst und bücke mich herunter, um ihn hochzuheben. Ich trage ihn jetzt in meinen Armen und schließe mit einem Bein die Tür. Zumindest wiegt er nicht so viel, sodass mir das Ganze nicht schwer fällt. Ich gehe die wenigen Treppenstufen zur Haustür hoch und öffne sie leise, damit ich nicht alle aufwecke, weil es schon mitten in der Nacht ist.

    Nun stehe ich mit Jungkook im Arm mitten im Korridor und bin verzweifelt. Wo ist sein Zimmer? Vielleicht hätte ich ihnen wirklich ein bisschen mehr Aufmerksamkeit schenken sollen, aber in letzter Zeit waren wir wirklich beschäftigt.

    Nach einer langen Zeit des Überlegens gebe ich schließlich auf. Ich will niemanden aufwecken und selber bin ich auch total erschöpft. Soll er einfach in meinem Bett schlafen.

    Vorsichtig lege ich ihn auf die Matratze. In seinem Anzug schläft er sicher unbequem, also ziehe ich ihm langsam die Hose und das Jacket aus. Mein Bett ist groß genug, also lege ich mich einfach dazu und bin auch schon sofort eingeschlafen.

    9
    {Jungkook P.o.V.}
    Langsam öffnete ich meine Augen, nur um sie danach wegen des grellen Lichtes schnell wieder zuzukneifen. Ich versuchte es ein zweites Mal, schaffte dies dann auch und musterte kurz mein Umfeld. Das hier ist nicht mein Zimmer. Mein Zimmer ist viel kleiner und diese Möbel hier sind viel zu luxuriös.

    "Oh, du bist wach", höre ich plötzlich und als ich mich zu der Stimme umdrehte, konnte ich Taehyung dabei zusehen, wie er sich gerade umzieht, was nicht unbedingt ein schlechter Anblick war.

    „Wo bin ich hier?", fragte ich ihn. "Du bist gestern im Auto eingeschlafen und ich habe es nicht geschafft, dich aufzuwecken. Dann wollte ich dich zu deinem Zimmer tragen, aber ich wusste nicht wo es ist, also hast du bei mir geschlafen", erklärte er mir. Was? Ich habe in Taehyungs Bett geschlafen? Zusammen oder alleine? Wieso hat er mich nicht einfach auf eines der freien Sofas gelegt? Als ich kurz an mir herunterschaute, merkte ich, dass ich nur ein Hemd und meine Unterwäsche trug.

    Leicht errötet blickte ich zu ihm: "Wo sind meine Klamotten?" "Ich dachte, mit einem Anzug zu schlafen wäre etwas unbequem", antwortete er grinsend. Ich ließ mich wieder ins Bett fallen, nur um meine roten Wangen im Kissen zu verstecken. Vielleicht war er ja doch netter als ich dachte..

    {Taehyung P.o.V.}
    Ich habe das Gefühl, dass es leicht wird, ihn um den Finger zu wickeln. So erfahre ich dann auch, ob er und Yoongi wirklich mit guten Absichten hier sind.

    Als ich mit dem Umziehen fertig bin, verabschiede ich mich mit einem „Bis später" von Jungkook und verlasse den Raum.

    So, wie er mich gerade beim Umziehen beobachtet hat, bin ich mir sogar ziemlich sicher, dass er mich attraktiv findet. Hach, das wird alles andere als schwer..

    {Jungkook P.o.V.}
    Nachdem er gegangen ist, liege ich noch ein wenig in seinem Bett. Im Liegen knöpfe ich mir mein Hemd auf, als plötzlich die Tür geöffnet wird. Jimin weitet die Augen, als er mich sieht. Erst dann begreife ich, was ich hier eigentlich tue. Ich liege halbnackt auf Taehyungs Bett. Jimins Wangen färben sich rot und er verlässt mit einem „Ich habe nichts gesehen!" hastig das Zimmer.

    Oh man..

    Was denkt er denn jetzt von mir?

    10
    {Yoongi P.o.V.}
    Ich habe Jungkook seit gestern morgen nicht mehr gesehen. Ich fange schon an, mir Sorgen zu machen. Was, wenn irgendwas passiert ist, als er bei Taehyung war?

    Nachdenklich gehe ich die Treppe hinunter. Heute ist Sonntag, also ein freier Tag. Als ich die Küche betrete, sehe ich Jimin der sich mit roten Backen und geschlossenen Augen gegen einen Schrank lehnt. Außer ihm ist niemand in der Küche, was mich ein wenig wundert.

    „Hey Jimin, geht es dir gut?", spreche ich ihn an. Überrascht öffnet er die Augen: „Ja, ja. Alles gut. Ich bin nur etwas verwirrt.." Fragend blicke ich ihn an, schüttle dann aber ab. „Ach ja, Jimin. Hast du zufällig Jungkook getroffen?" Plötzlich wird er noch roter und ich habe Angst, dass er deshalb noch ins Gras beißt. „Nein, heute noch nicht", antwortet er nervös und dreht sich um, damit ich sein Gesicht nicht sehen kann. Da ist doch was faul.. Als ich ihn gerade weiter befragen will, kommt ein gähnender Jungkook in den Raum.

    Überrascht schaue ich ihn mit großen Augen an, was er mit einem verwirrten Blick kontert. "Wo warst du?", frage ich ihn nur, worauf er mir mit "In meinem Zimmer" zögernd antwortet. Ja, ja. Von wegen. "Heute morgen warst du aber nicht da." "Ich bin einfach etwas früher aufgestanden und habe noch etwas mit Taehyung geplaudert." Etwas mit Taehyung geplaudert? Sprechen wir hier über den gleichen Taehyung? Der Typ, der nie etwas sagt und einen durchgehend mit diesem durchbohrenden Blick ansieht? Ist er sich da sicher!

    Im Augenwinkel bemerke ich, wie Jimin beschämt aus der Küche geht. Was ist hier vorgefallen?

    //Zeitsprung

    Als alle im Esssaal eintreffen, können wir endlich anfangen zu frühstücken. Heute habe ich ungewöhnlicher Weise einen richtigen Heißhunger. Was mich aber sichtlich überrascht ist, dass sogar Hoseok und Taehyung mit am Tisch sitzen. Was mich aber noch viel mehr überrascht ist, dass Taehyung die ganze Zeit Jungkook anlächelt. Was ist hier vorgefallen! Oder hat er nur seine eigenen Drogen geraucht? Eines ist klar: Irgendwas stimmt hier nicht.

    Jimin kommt lächelnd mit einem Brief in der Hand ins Zimmer geplatzt. „Ratet mal, was gerade angekommen ist!" Alle sehen ihn fragend an und haben keine Ahnung, wovon er spricht. „Wir wurden von Earl Everett zu einer Feier eingeladen", verkündet er uns glücklich. „Jimin, so leid es mir tut, aber es muss mindestens einer hier bleiben und das Haus bewachen. Also wärest du dafür zuständig", meldet sich Hoseok zu Wort. „Nein, nein! Lasst dem Jungen doch auch mal seinen Spaß! Namjoon und ich werden uns um das Haus kümmern", sagt Jin daraufhin.

    „Danke, Jin! Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab? Jedenfalls ist die Feier schon morgen Abend und das bedeutet, dass wir uns äußerlich als auch innerlich darauf vorbereiten müssen." „Jimin, geh das Ganze beruhigt an! Das ist nur eine kleine Feier", versucht Taehyung ihn etwas zu beruhigen.

    11
    Die Zeit verging wie im Flug und die Feier findet schon heute Abend statt. Jimin hat uns allen unsere besten Anzüge bereit gelegt. Bei sowas merkt man erst, wie ihm dieser Job eigentlich gefällt. Aber ich muss schon sagen, er hat Geschmack.

    Was heute Abend wohl passieren wird? Ich bin etwas nervös. Es werden schließlich viele Reiche dort sein. Der Weg dauert ungefähr eine halbe Stunde und die Feier beginnt um 20 Uhr. Jetzt ist es 18 Uhr, ich beeile mich ein wenig mit dem Umziehen. Ich denke, Hoseok möchte vorher noch mit uns sprechen.

    Vor der Tür treffe ich auf einen fertig umgezogenen Jungkook und wir gehen gemeinsam nach unten.

    //Zeitsprung

    Wir sitzen schon seit etwa 20 Minuten in der Kutsche und manchmal frage ich mich wirklich, ob diese Leute noch alle Tassen im Schrank haben. Jimin wippt schon seit Anfang der Fahrt auf seinem Platz auf und ab, Hoseok schläft alle fünf Minuten ein und wacht dann wieder auf und Taehyung...

    Ich bin mir nicht sicher, ob es ein plötzlicher Sinneswandel oder einfach eine Drogensucht war, die ihn so veränderte. Er schaut Jungkook die ganze Zeit mit so einem schon fast pädophilen Blick an und es wirkt nicht so, als würde das Jungkook stören, zumindest seiner Gesichtsfarbe nach zu urteilen. Das Ganze wird mir zu merkwürdig, sodass ich etwas verwirrt aus dem Fenster starre.

    Nach einer Weile merke ich, wie mir jemand in die Wange piekst. Etwas genervt drehe ich mich um, um dann Hoseok ins Gesicht zu schauen. „Und schon etwas nervös? Das ist bestimmt das erste Mal, dass du und Jungkook auf so eine Feier gehen", gibt er grinsend von sich. „Ah, ja. Wie ist der Earl denn eigentlich so?" „Er ist nicht einer von diesen angsteinflößenden oder ernsthaften Reichen. Alles, was ihn interessiert ist Alkohol, Geld und schöne Frauen", antwortet er sogar schon etwas abwertend, „jedenfalls brauchst du dir wegen ihm keine Sorgen machen." Hoseok schenkt mir wieder ein aufmunterndes Lächeln, ehe ich auch schon wieder aus dem Fenster sehe.

    Hoseok ist viel zu nett und sympathisch, um wahr zu sein. Eigentlich kann ich zu positive Leute nicht leiden, aber bei ihm ist es in Ordnung. Vielleicht wären wir sogar Freunde, wenn wir uns nicht unter diesen Umständen kennengelernt hätten.

    Plötzlich hält der Wagen und Hoseok macht eine Geste, mit der er andeuten will, dass wir aussteigen sollen. Das tue ich nach Jimin und mein Blick fällt sofort auf die riesige Villa vor uns.

    Als wir an der Tür stehen, kommen uns schon kräftige Kerle entgegen. "Name?"
    "Jung Hoseok."
    "Ihr könnt durchgehen."

    Gerade als wir durch die Tür gegangen sind, begrüßt uns auch schon ein etwas älterer Mann: "Hoseok? Es ist ja schon eine Ewigkeit her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben. Und, wie läuft das Geschäft so?"

    "Ah, Earl Everett, freut mich auch sie wiederzusehen. Das Geschäft läuft besser denn je", antwortet Hoseok mit einem Lächeln, das auf mich schon etwas aufgesetzt wirkt.

    „Wie ich sehe, hast du neue Leute dazu bekommen. Kommt doch alle herein!"

    Ein wenig durcheinander betreten wir den großen Saal, in dem auch schon viele Leute feiern.

    12
    Hier sind wirklich nur Reiche und die Bediensteten des Earls. Ich lasse meinen Blick über die Menge schweifen, als Hoseok beginnt zu sprechen: "Heute sollt ihr diese Feier genießen, also könnt ihr von mir aus so viel trinken wie ihr wollt. Ihr dürft euch frei bewegen, nur wir treffen uns um Mitternacht wieder vor dem Haus."

    Zögernd nicke ich und wende mich an Jungkook, um mit ihm das Haus zu erkunden.

    Als wir gerade durch den Flur gehen, bekommen wir schon ein paar Gläser mit Alkohol von einem der Butler angeboten. Ein Glas sollte schon nicht schaden. Ich nehme zwei Gläser und gebe eins Jungkook.

    Nachdem wir uns irgendwie durch den Flur gedrängt haben, fällt uns erst so richtig auf, wie riesig dieses Haus ist. In einem von diesen tausend Zimmern muss sein Arbeitszimmer sein. Darin sollten alle seine Dokumente liegen und somit auch der Vertrag mit unserer Organisation.

    Wenn ich den bekomme, ist alles erledigt. "Jungkook, du suchst hier unten, ich gehe nach oben." Er nickt nur und ich mache mich schon auf den Weg zur Treppe. Oben ist weniger los als unten, dafür sind die Leute, die hier oben sind etwas.. wie sollte man sagen.. erregter? Ich versuche das Ganze einfach zu ignorieren und betrete unauffällig die Zimmer, aus denen nicht gerade ein Stöhnen zu hören ist.

    Keine Spur von einem Arbeitszimmer.. Etwas betrübt gehe ich wieder zurück nach unten, auf der Suche nach Jungkook. Als ich in meinem Augenwinkel die Uhr sehe, erkenne ich, dass es schon halb 11 Uhr ist. Wieso vergeht diese verdammte Zeit so schnell?

    Ich lasse meinen Blick über die Menge im Saal schweifen. Kein Jungkook zu sehen, dafür aber ein nicht mehr ganz so nüchterner Jimin. Jimin scheint einer dieser Leute zu sein, die sich ausziehen, wenn sie betrunken sind.

    Gerade als ich eingreifen will, höre ich eine altbekannte Stimme hinter mir:,, Lass ihn, der ist immer so, wenn er sich betrinkt. Außerdem bringt es nichts." Langsam drehe mich um und blicke hoch in das Gesicht von Taehyung.,, Hast du vielleicht zufällig Jungkook gesehen?", frage ich nur, was er mir mit einem Kopfschütteln beantwortet. Toll.. Wo ist der Junge bloß?

    Ich dränge mich durch die Menschen im Flur und sehe Jungkook, wie er versucht unauffällig eines der Zimmer am Ende des Ganges zu verlassen. Er bemerkt mich auch und kommt auf mich zu.,, Hast du irgendwas gefunden?", frage ich ihn.,, Nein, hier unten ist kein Arbeitszimmer und ich gehe mal davon aus, dass es oben nicht anders ist?",, Wo könnte es denn sein? Vielleicht liegt es ja in einem anderem Haus. So reich, wie der Typ ist, wäre das gar nicht mal so unvorstellbar. Ist jetzt auch egal, genieß ruhig die Feier, aber trink nicht zu viel."

    Lächelnd verabschiedet er sich von mir und macht sich auf den Weg zum großen Saal. Jetzt war es Viertel nach 11 Uhr und alles war noch im vollen Gange. Der einzige Unterschied zu vorher ist, dass jetzt so gut wie jeder mindestens angetrunken ist.

    Ich beschließe auch noch ein Glas zu trinken und gehe zum Buffet.

    13
    Seufzend lehne ich mich an die Wand in dem großen Saal und sehe mir die feiernden Leute an. Unter ihnen ist auch ein betrunkener Jimin und ein nicht mehr ganz so nüchterner Jungkook. Wie ich bei unserem ersten Treffen schon gemerkt habe, verträgt der Junge nichts. Hoffen wir mal, dass er nichts Dummes anstellt. Taehyung scheint noch bei vollen Sinnen zu sein und unterhält sich durchgängig mit irgendwelchen Leuten der oberen Klasse. Hoseok tut das zwar auch, er scheint aber auch so als hätte er schon ein wenig zu viel gehabt.

    Für einen kurzen Moment schließe ich meine Augen und atme einmal tief durch. Was in diesem Haus gar nicht so leicht ist, bei dem Zigarrenrauch und den hundert verschiedenen Parfümgerüchen, die hier in der Luft schweben. Als ich sie wieder öffne, werde ich an der Hand gezogen.

    ,,Äh.. H- Hoseok?", stottere ich nur. Er zieht mich in eins der leeren Zimmer und drückt  mich gegen die Wand. Plötzlich gibt er mir einen Kuss auf die Lippen und ich sehe ihn nur geschockt an. "Danke, das wollte ich schon die ganze Zeit machen. Du bist echt niedlich" und damit verlässt er wieder den Raum und ich bleibe etwas sehr verwirrt zurück. Das hat er doch nur gemacht, weil er betrunken ist, oder? Er war einfach nur nicht ganz bei Sinnen. Ich meine, ich und niedlich? Er war ganz sicher nur betrunken. Ganz sicher..
    __________
    Da sitzen wir jetzt in der Kutsche auf dem Weg zurück. Leider ist diese Fahrt nicht ganz so ruhig wie die Hinfahrt. Jetzt haben wir noch 3 Irre dabei.

    Jimin, der den Drang empfindet, sich auszuziehen.

    Jungkook, der förmlich an einem hängt und einfach nicht aufhören will zu reden.

    Und Hoseok mit seinen Gefühlsschwankungen.

    Dazu kommt ein von Hoseok genervter Taehyung und Kuschelzeit zwischen Jungkook und Jimin, wobei Jimin damit nicht ganz einverstanden ist. „Ey Jungkookie~ Mir is doch schon so heisch.."

    „Aber ich brauche Wärmeee und du bisch so schön waarm..", sagt Jungkook und schaut Jimin dabei mit einem ernsten Gesicht an. Wo bin ich hier nur gelandet?

    "Taehyungie, wieso guckst du denn so grimmig? Bist du etwa SCHLECHT gelaunt! Aber die Party war doch soooo toll~", meldet sich Hoseok grinsend.
    "Hoseok, bitte schlaf einfach."
    "Willst du mir unbedingt meine gute Laune versauen? Wenn ja, dann hast du es jetzt geschafft. Du wusstest, wie glücklich ich war und du hast es trotzdem getan!", erwidert Hoseok und ich kann schon erkennen, wie sich Tränen in seinen Augen bilden.

    Wie gesagt, Gefühlsschwankungen.

    14
    Zum Glück habe ich gestern nicht so viel getrunken, denn sonst würde ich hier wahrscheinlich genauso wie Jungkook als lebende Leiche am Tisch sitzen. "Und wie geht's dir so?", frage ich etwas belustigt.
    "Frag gar nicht erst. Ich habe echt zu viel getrunken. Ach ja, ich hab doch gestern nichts Schlimmes gemacht, oder?"
    "Ne ne, bis auf der Kuschel-Zeit mit Jimin war da nichts."
    "Oh man.. war es sehr peinlich?"
    "Macht dir deswegen keine Sorgen. Der war genauso sturzbesoffen wie du. Außerdem waren die Sachen, die er getan hat, um einiges schlimmer."

    Ein lautes Seufzen erklingt von Jungkook. Ich will ja nicht sagen, dass ich Schadenfreude empfinde. Aber genau das tue ich.

    Eine Sache bedrückt aber auch mich seit gestern Abend. Was war das mit Hoseok? Ich weiß, ich sollte mir keine Sorgen darüber machen, schließlich war er betrunken. Aber man küsst doch trotzdem nicht einfach einen anderen Mann und sagt ihm, dass er süß sei!

    Seit einem Monat waren wir nun schon hier und haben somit ein wenig Vertrauen aufgebaut, wobei ich mir bei Taehyung nicht sicher bin. Ich habe keinen Schimmer, was in seinem Kopf vorgeht. Erst war er uns gegenüber streng und misstrauisch und jetzt macht er einen auf Friede, Freude, Eierkuchen. Jungkook scheint außerdem irgendwie in seinen Bann gezogen zu sein, zumindest wenn man sich mal seine Handlungen ansieht.

    "Hast du etwas, Yoongi?", holt Jungkook mich wieder zurück in die Wirklichkeit.
    "Oh, nein. Es ist nichts."
    "Wenn du meinst. Du kannst es mir aber sagen, falls du etwas auf dem Herzen hast."
    "Ja.. Danke.."
    Hoseok {P.O.V.}
    Als ich meine Augen öffne, blendet mich das grelle Sonnenlicht und ich
    bemerke die starken Kopfschmerzen. Ich sollte mir echt abgewöhnen, so viel zu trinken. Und ganz nebenbei kann ich mich so gut wie an nichts des gestrigen Abends erinnern.

    Verschlafen stolpere ich die Treppe hinunter und begebe mich in die Küche. An dem Tisch sitzen ein halbschlafender Jungkook und ein müder Yoongi mit zerzausten Haaren. Ich muss schon sagen, er kann manchmal ziemlich niedlich sein.

    „Guten Morgen", gebe ich leise von mir und merke, wie die beiden ihren Kopf zu mir drehen.
    „Guten Morgen", kommt auch von ihnen und ich setze mich auf den Stuhl neben Jungkook.
    „Geht es dir auch so ätzend?", fragt mich Jungkook und ich antworte mit: „Ist noch auszuhalten."
    Er sieht mich nur etwas verständnislos an und setzt sein Dasein als lebendige Leiche fort.
    „Eine Frage, war ich gestern sehr schlimm? Taehyung sagt immer, dass mein Verhalten grauenvoll ist, wenn ich betrunken bin."
    Yoongi sah nur etwas verlegen zur Seite, ehe er sich räuspert und mir mit „Du warst nur etwas aufgedreht" meine Frage beantwortet.

    „Aufgedreht" kann in meinem Fall ziemlich viel heißen. Ich erinnere mich noch, dass Taehyung einmal meinte, dass ich, als ich betrunken war, versucht hätte, mit meiner Nase Querflöte zu spielen. Seitdem versuche ich Alkohol zu meiden..

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1514423646
Dark nights || Yoonseok & Vkook BTS FF
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2017-12-28
40J0
Horror, Krimi

Kommentare (2)

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Jungkookiegirl (16612)
vor 33 Tagen
Schreib die Geschichte weiter. BITTE!🙏🙏🙏🙏🙏🙏🙏🙏
Jessi1997 (79855)
vor 38 Tagen
Schreibst du die Geschichte noch? 🙏Wenn ja währe cool wenn weitere Kapitel kommen.😊 Deine Geschichte ist nähmlich voll cool.😊😊😊