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Varanérë - die Melodie des Herzens

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3 Kapitel - 8.718 Wörter - Erstellt von: Sarah Laureen - Aktualisiert am: 2017-12-17 - Entwickelt am: - 556 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Seit sie denken kann, kann Varanérë das Schicksal aller die sie berührt voraussehen und weiß, auf welche Art sie sterben werden. Doch woher diese unheimliche Fähigkeit stammt weiß sie nicht. In jener schicksalshaften Schlacht, in der Isildur dem Ring erliegt, wird ein Band zwischen ihr und den Erben Elendils geschmiedet. Erst wenn die Schwäche überwunden und ein wahrer König den Thron beansprucht und die Menschen wieder vereint, kann sie ihr Leben so führen wie sie möchte und ist völlig frei...

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Prolog: Von der Dunkelheit gezeichnet Winter, 1189 E.Z. Nur wenige der Dorfbewohner wagten sich in dem ungünstigen Wetter überhaupt nach draußen. D
Prolog: Von der Dunkelheit gezeichnet
Winter, 1189 E.Z.
Nur wenige der Dorfbewohner wagten sich in dem ungünstigen Wetter überhaupt nach draußen. Die meisten hatten ihre Fenster noch im Herbst mit Brettern außen und innen vernagelt und die Türen mit zusätzlichen Balken gestärkt. In jedem Türrahmen waren seltsame Runen geschnitzt, die sie angeblich vor den todbringenden Bestien, die mit dem Schnee in das kleine Tal kamen, schützen sollten. Bibbernd kauerten die Familien vor den Feuerstellen und beteten, dass die Gefahr bald vorbei ziehen würde. Der Winter hielt die Berge fest in seiner weißen todbringenden Kälte. In jener schicksalshaften Nacht war die Dorfheilerin noch unterwegs zu ihrem Haus, da der Besuch bei einer Schwangeren länger dauerte als erwartet, hatte sie erst mit Einbruch der Dämmerung aufbrechen können. Sie wusste, dass sie sich sputen musste, wenn sie nicht in Gefahr laufen wollte entweder zu erfrieren, oder von den Schneemonstern erwischt zu werden. Plötzlich bemerkte sie ein dunkles Bündel auf dem Boden. Wachsam blickte sie sich um und lief so schnell ihre Beine sie trugen zu dem mysteriösen Etwas. Als sie es umdrehte, erschrak sie. Eine junge Frau, kaum mehr als Kind hatte sich schützend um einen Säugling zusammengerollt. Prüfend suchte die Heilerin nach dem Puls. Für die mutmaßliche Mutter konnte sie nichts mehr tun. Aber das kleine Kind lebte und fror entsetzlich.
Vorsichtig hob sie es hoch und schob vorsichtig die Decke ein wenig zu Seite. Kleine spitze Ohren, dunkler Haarflaum und typisch elbische Gesichtszüge. Ein Elbenkind bei einer menschlichen Frau? Was mochte nur geschehen sein, dass das Kleine nicht bei seinesgleichen in Sicherheit war? Rasch brachte sie es in die Wärme ihres Hauses. Liebevoll kümmerte sie sich um das kleine Mädchen, das offensichtlich eine Waise war. In jener Nacht war die Heilerin die Einzige, die von der Attacke der Schneemonster verschont wurde. Etwas verbarg das Haus vor den Augen der grausamen Wesen. Etwas? Vielmehr ein sehr ungewöhnliches elbisches Mädchen aus dem Geschlecht der Noldor, die erstgeborene Tochter von Finwe und Indis, deren Name Varanérë lautete. Ihre jüngere Zwillingsschwester Findis war für Morgoth kaum von Bedeutung. Viel mehr Kopfzerbrechen bereitete ihm die Erstgeborene. Obwohl die Kleine ein knappes Jahr alt war, hatte er die reine Macht schon während Indis' Schwangerschaft mit den Zwillingsmädchen schmerzhaft zu spüren bekommen. Die Tatsache, dass dieses winzige Wesen ausgerechnet ihn derart schwächen sollte störte ihn sehr. Doch er wusste, dass selbst das reinste Licht in Dunkelheit verwandelt werden konnte. Doch dafür musste er das Mädchen aus der beschützenden Obhut der Eltern und der Brüder entfernen. Um zu gewährleisten, dass niemals jemand nach ihr suchte oder versuchte, sie wieder aus seiner Reichweite zu entfernen löschte er die Erinnerungen in den Herzen ihrer Familie aus. Ein grausames Verbrechen, denn nun würde die kleine Varanérë wahrscheinlich nie erfahren, wer ihre Eltern waren und das sie eine Noldor war. Sein Fluch hatte auch Auswirkungen auf ihre Augen und die Art ihre Gabe. Absichtlich sorgte er dafür, dass sie niemals ihre Macht dazu nutzen konnte, die Leben seiner Feinde zu retten und wenn sie den Versuch unternahm schreckliche Qualen erleiden musste. In ihr schlummerte genügend Potenzial um sich endgültig seiner Feinde zu entledigen. Doch dafür musste er sie gänzlich in seine Gewalt bekommen und sie fest genug an sich binden. Die menschliche Frau, die von der Heilerin tot aufgefunden wurde, war eine Sklavin Morgoths, die das Kind hatte rauben und zu ihm bringen sollen. Aber sie hatte es nicht über sich gebracht. Für ihren Ungehorsam hatte sie zwar mit dem Leben bezahlt – aber Varanérë war einstweilen sicher verborgen. Doch ihre eigentliche Bestimmung sollte lange nach den Kämpfen gegen Morgoth beginnen. In den letzten Tagen Isildurs.

Stumm stand ich an dem Ufer des Meeres und blickte in die Ferne. Jedes Mal bevor ich aufbrach um mich den Menschen im Kampf anzuschließen kam ich hierher. Der Anblick des Wassers verlieh mir genügend Kraft die Schmerzen auszublenden, die mich jedes Mal zu überwältigen drohten, wenn ich mich zu lange in der Nähe von anderen aufhielt. Ich verabscheute meine Gabe zutiefst. Was brachte es mir, die Schicksale anderer genau zu kennen, zu wissen wie sie sterben würden und doch nicht darüber sprechen zu können? Jedes Mal wenn ich es versuchte oder jemanden beschützen wollte, brach ich unter den Qualen zusammen. Obwohl ich Jahrhunderte wenn nicht sogar Jahrtausende schon auf Arda wandelte, konnte ich keinen Einfluss auf diese Fähigkeit nehmen geschweige denn sie loswerden. Dabei hatten viele mächtige Elben versucht mir zu helfen sie zu versiegeln. Aber das war unmöglich. Die einzige Möglichkeit die Qual so gering zu halten bestand in konsequenter Isolation. Die Einsamkeit war längst meine Begleitung geworden. Ich versuchte den anderen Elben aus dem Weg zu gehen und besonders Berührungen zu vermeiden.
Zitternd schlang ich die Arme um meine Taille. Warum ich so anders war und diese seltsame Gabe hatte, wusste niemand. Niemals hatte mir jemand verraten können wer meine Eltern waren, obwohl einige glaubten, dass ich von den Noldor abstammte. Gut, meine Haare waren so dunkel, das man es schwarz nennen könnte und meine graublauen Augen wären vielleicht ebenfalls als Indiz für meine Abstammung brauchbar – nur dass sie in zwei bestimmte Situationen ihre Farbe wechselten. Wenn ich mit dem Tod in Berührung kam oder meine Gabe aktiviert wurde färbten sie sich beinah gänzlich schwarz. Leuchtend blau wurden sie, wenn ich musizierte oder lachte. Ich war in keiner Hinsicht gewöhnlich und das jagte vielen Elben Angst ein. Mir selbst eingeschlossen.
Nie konnte ich eine von Elben bewohnte Stadt betreten ohne das ein Getuschel über mich in Gang gesetzt wurde. Manche Bemerkungen waren zwar harmlos aber die meisten hatten einen so gehässigen boshaften Tonfall, dass ich die Dauer meines Aufenthalts auf eine Nacht beschränkte. Vom eigenen Volk wie eine Ausgestoßene behandelt zu werden. Nie hätte ich gedacht, dass ich bei den Menschen glücklicher sein würde. Aber tatsächlich akzeptierten sie mich so wie ich war. Lag es daran, dass sie nicht lange genug lebten um sich allzu viele Gedanken über meine Andersartigkeit zu machen? Eigentlich wollte ich die Wahrheit gar nicht wissen. Schweigend wandte ich mich vom Meer ab um wieder zu den anderen zurückzukehren. Isildur hatte in den Jahren nach der Schlacht gegen Sauron versucht, seine Herrschaft zu festigen und längst damit begonnen, seinen Neffen Meneldil mit den königlichen Pflichten in Gondor vertraut zu machen. Warum er seine älteren Söhne außen vor ließ konnte man nur vermuten. Allerdings wusste ich seit dem ich ihn das erste und letzte Mal berührt hatte, dass seine Reise entlang des Anduin in Richtung Norden mit seinem Tod enden würde. Und ich konnte nichts tun, um es zu verhindern.
Dieses Wissen bedrückte mich fast ebenso sehr wie die Furcht um sein stolzes Volk. Warum nur musste ich diese Schmerzen erleiden, wenn ich versuchte, anderen zu helfen? Was hinderte mich daran, Leben zu retten? Niemand hatte mir Antworten auf diese Fragen geben können.
Die ersten Jahrhunderte meines Lebens hatte ich vor allem in den Bergen verbracht wobei ich stets einen seltsamen Sog verspürte. Etwas in dem Lande Aman rief nach mir, mal laut und fordernd, dann wieder flehentlich, fast schon verzweifelt. In meinen Träumen sah ich eine dunkelhaarige junge Elbin, die meine Zwillingsschwester sein könnte. Ich wusste mittlerweile auch ihren Namen und kannte ihre Herkunft. Findis war die älteste Tochter von Finwe und Indis. Aus irgendeinem Grund war sie sehr unglücklich und fühlte sich zerrissen, als ob ihr etwas oder jemand fehlte. Ihre Tränen berührten mich tief in meinem Herzen und ich sehnte mich danach sie zu trösten. Wieso ich mich einer so fremden Elbin verbunden fühlte, vermochte ich nicht zu sagen. Tatsache war aber, dass Findis Leid in mir schwache Erinnerungen wachrief an eine Zeit, in der ich nicht allein gewesen oder unter Menschen lebte. Verschwommene Eindrücke von älteren Brüdern und einer Schwester, die sich an mich drängte um Trost oder Wärme zu suchen tauchten flüchtig auf. Es war müßig diesen Gespinsten hinterher zu jagen oder zu versuchen, ihre Bedeutung zu ergründen. Ich hatte weder mit Galadriel noch mit Elrond über diese Bilder gesprochen. Wahrscheinlich hielten sie mich ohnehin schon für verrückt. Was brachte es also, über seltsame Träume zu sprechen die keinen Sinn ergaben? Beide Elben wussten, dass ich von einer menschlichen Heilerin aufgezogen wurde und daher auch eine tiefe Bindung zu diesen sterblichen Wesen fühlte. Es war zwar schmerzhaft, den Liebsten beim Altern und Sterben zusehen zu müssen, aber ich hatte es längst akzeptiert. Als ich den damals noch ungebunden Elendil kennenlernte, hatte ich mich heftig verliebt. Ich hatte versucht, meine Unsterblichkeit aufzugeben, aber die Valar verweigerten mir diese Gnade. Stattdessen war mein Schicksal mit dem Ring und den Nachkommen meines geliebten Königs eng verflochten wurden. Bis ein wahrer König, der prophezeite Elessar den Thron beanspruchte, die Königreiche Arnor und Gondor wieder vereinte sowie die Schwäche der Menschen überwand, konnte nichts mich töten oder verletzen. Geschweige denn war es mir möglich Mittelerde zu verlassen. Die Ketten die mich festhielten mochten unsichtbar sein – aber sie waren wirkungsvoller als jene aus Metall. Es fühlte sich wie ein Fluch an und es gab keine Möglichkeit zu entkommen. Die Nachkommen Isildurs würden kommen und gehen – aber mir selbst war der Tod weiterhin verwehrt.
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Varanérë - die Melodie des Herzens
Varanérë - die Melodie des Herzens
Seit sie denken kann, kann Varanérë das Schicksal aller die sie berührt voraussehen und weiß, auf welche Art sie sterben werden. Doch woher diese unheimliche Fähigkeit stammt weiß sie nicht. In jener schicksalshaften Schlacht, in der Isildur dem Ri...
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2017-11-29
402C
Herr der Ringe

Kommentare (5)

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Sarah Laureen ( von: Sarah Lauree)
vor 11 Tagen
Und ein weiteres Kapitel...
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 14 Tagen
Tolles Kapitel:)Ich hatte Bauchschmerzen vor Lachen,als ich die Stelle mit den Spitznamen gelesen habe-wenn ich jetzt noch einmal Herr der Ringe lese werde ich immer Elfinchen statt Elrond lesen xD
Sarah Laureen ( von: Sarah Laureen)
vor 14 Tagen
Kapitel 1 ist online
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 16 Tagen
Die Idee ist wieder super und ich war wieder von Anfang an gefesselt.Schreib unbedingt weiter:)
Sarah Laureen (18496)
vor 17 Tagen
Wenn keine Interesse von euch an einer Fortsetzung in diesem Forum besteht, werde ich sie woanders uploaden und weiter schreiben... Nein Scherz! Aber mich würde eure ehrliche Meinung schon interessieren