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Asche im Osten 7

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2 Kapitel - 1.482 Wörter - Erstellt von: Oona - Aktualisiert am: 2017-11-29 - Entwickelt am: - 102 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Sesha verfolgt nun die Gruppe der Reisenden. Ihre Unternehmung steht auf Messers Schneide, immer muss sie damit rechnen, entdeckt zu werden. Und die Strapazen, die die Wildnis ihr abverlangen, sind gewaltig.

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    ((cur))Was bisher geschah: Nachdem Sesha ihren neuen Entschluss gefasst hat, geht es ihr wieder besser. Sie hat ein neues Ziel. Jedoch verpasst sie di
    Was bisher geschah:
    Nachdem Sesha ihren neuen Entschluss gefasst hat, geht es ihr wieder besser. Sie hat ein neues Ziel. Jedoch verpasst sie die Abreise der Gruppe. Und Bruchtal zu verlassen, fällt ihr schwerer als erwartet.

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    Kapitel 12

    Kurz nachdem ich die Gruppe erreicht hatte, hielten sie an. Mond und Sterne waren bereits aufgegangen und schenkten uns kühles, silbernes Licht. Ein Stück abseits des Weges stiegen die Reisenden ab, banden ihre Pferde an und begannen, ein Feuer zu schüren. Keine besonders strikten Vorsichtsmassnahmen. Ruhig verharrte ich noch, bis alle am brennenden Feuer sassen und sich die Glieder wärmten, dann stieg ich auch ab. Meine Beine knickten ein, woraufhin ich nicht gerade elegant in einem Gestrüpp landete. Zum Glück war ich genug weit weg, sodass man das Rascheln durchaus für Wind hätte halten können. Mit den Lippen stumme Flüche bildend, rappelte ich mich auf und suchte mir eine trockene Stelle auf dem Waldboden aus. Dort legte ich mich hin, den Umhang wie eine Decke um die Schultern gewickelt. Valania nagte an einigen Zweigen, während dem ich versuchte, gegen die Erschöpfung anzukämpfen. Hoffnungslos verfiel ich jedoch bald der zärtlichen Umarmung des Schlafes, bis die Nacht um mich zu verschwimmen begann und ich wegdämmerte.

    Schon früh wachte ich wieder auf, was mir gerade recht kam. Hätte ich länger geschlafen, wäre die Gruppe vermutlich wieder abgereist, ohne dass ich es gemerkt hätte. Die Sonne war noch nicht aufgegangen und unter mir schliefen noch alle. Wie verwundbar sie aussahen, wie einfach jemand sie jetzt hätte überwältigen können. Die wehrlosesten Gegner waren jene, die man im Schlaf überraschte. Noch müde, waren sie langsam und schwach. Ein Grund, weshalb ich nie länger schlief als nötig. Das Feuer war im Laufe der Nacht ausgegangen und seine Überreste glühten im morgendlichen Zwielicht. Feiner Nebel hing an den Farnen und Gebüschen am Boden und Tau bedeckte glimmernd jegliche Oberflächen. Es war kalt, sobald der Schlaf von mir abfiel, begann ich zu schlottern und mit den Zähnen zu klappern. Was für eine Jahreszeit war es? Frühherbst? Mordor kannte keine Jahreszeiten. Winter glich Sommer, weder fiel Schnee, noch zeigte sich je die Sonne. In Nurn war jegliches Zeitgefühl verschwunden, das einzige, das ich wahrnahm, war der Wechsel zwischen Tag und Nacht. Mehr gab es nicht. Das mochte seltsam klingen, aber als ich so frierend am Boden sass, wurde ich mir zum ersten Mal bewusst, dass ich zur Maschine geworden war. Ebenso willenlos und teilnahmslos wie Waffen, die man wegschmiss, wenn sie kaputt waren. Mit einem Kopfschütteln scheuchte ich diese Gedanken weg. Das brachte mich nur davon ab, was getan werden musste. Erleichtert beobachtete ich zwischen den Büschen, wie Leben in die liegenden Körper unter mir kam. Der Waldläufer wachte als Erster auf. Er sah sich misstrauisch um und gesellte sich dann stillschweigend zu einem jungen dunkelbraunen Pferd, das wohl seines sein musste. Er tätschelte dem Wallach den Hals und legte seine Hand auf seine Nüstern, dann stiess er den Djàrf an, um ihn zu wecken. Der alte Zwerg erhob sich schwerfällig, jedoch ohne zu Murren und rief die andern wach. Ohne mich zu regen, hockte ich in meiner Deckung und verfolgte, wie der Reihe nach alle die Augen öffneten. Eorod mit grimmiger Miene, als hätte er schlecht geträumt, Aramon mit verschlafenem Ausdruck. Elenion warf Farin ein Stück Brot zu, welches dieser mit einem leichten Nicken entgegennahm und sich zwischen die Zähne schob. Sie sattelten ihre Pferde: Elenions Apfelschimmel Faniel, des Waldläufers dunkelbraunen Wallach, Aramons rotbraunen Hengst, Eorods grossen Fuchs und Djàrfs kleine mausgraue Stute. Ich wartete, bis sie alles in den Satteltaschen verstaut hatten, aufgestiegen und losgeritten waren. Dann stand ich – immer noch zähneklappernd – auf und schwang mich auf Valanias Rücken. Ihre Ohren lagen flach an und sie hob die Vorderbeine; sie war wütend. Wütend, dass sie in dieser Kälte festsass, wütend, dass sie seit Tagen nicht richtig zur Ruhe hatte kommen können. Ich konnte es ihr nicht verdenken, mir ging es ähnlich. Hunger nagte an meinen Gedärmen und die Kälte machte meine Finger steif, sodass ich sie kaum in Valanias Mähne krallen konnte. Widerwillig setzte sich die schwarze Stute in Bewegung, als hätte sie entschieden, dies möglichst schnell hinter sich zu bringen.






    Kapitel 13

    Drei Tage lang folgte ich dem Weg und den Reisenden, stets im Schutz des Waldes. Versteckt zwischen den Bäumen entdeckten sie mich nicht, auch nicht Elenion. Ob aufgrund von Unachtsamkeit oder Glück meinerseits, konnte ich nicht sagen. Es spielte auch keine Rolle. Solange sie unbehelligt weiterritten, war alles in Ordnung. Bald plagte mich Hunger immer mehr, denn das einzige, was ich zu Essen fand, waren Beeren. Beinahe wäre ich nachts ins Lager geschlichen, um ihnen ein Stück Brot oder so zu stehlen, was ich dann aber doch lieber bleiben liess. Die Gruppe folgte weiterhin dem Bruinen, der sich wie eine breite Schlange durch die Landen schlängelte. Valanias Laune verbesserte sich so wenig wie meine, aber sie schien sich ihrem Schicksal ergeben zu haben. Und dann kam der Moment, vor dem ich mich gefürchtet hatte. Erst wurde der Wald weniger dicht, die Bäume standen immer weiter auseinander. Ich liess mich weiter zurückfallen, um nicht gesehen zu werden. Aber wie ich befürchtet hatte, stand ich bald vor dem Ende des Waldes. Zuerst blinzelte ich, um sicher zu gehen, dass ich nicht wahnsinnig geworden war. Doch nichts veränderte sich an der Landschaft vor mir: flach wie ein Schild, Kiesufer und vereinzelt grössere Steine neben dem wilden Wasser des Flusses. Keinerlei Deckung, keine Möglichkeiten, sich zu verstecken. Nervosität und Panik frassen sich durch meine Brust und drohten, mich zu überrollen. Was nun? Mich ihnen zeigen? Keine Option, zu riskant. Aufgeben? Niemals! Aus meiner Not hinaus entschied ich mich dazu, zu warten, bis die Reisenden nur noch ein Punkt am Horizont waren. Nun galt es, zu hoffen, dass sie sich nicht umdrehten.

    Es erwies sich als äusserst mühselig, ihnen so zu folgen. Ich musste stets ein wachsames Auge auf den Horizont haben. Nie durfte ich zulassen, sie zu verlieren oder ihnen zu nahe kommen. Beides hätte vermutlich das Ende meiner Reise bedeutet. Meine Beine waren mittlerweile taub und nass von Valanias Schweiss. Die Gruppe ritt in zügigem Trab, wir mussten uns sputen, um mit ihnen Schritt zu halten. Dank dem Fluss hatte ich zu trinken, doch ich konnte es mir nur selten erlauben, Halt zu machen. Aber das Glück war mir hold: Niemand schien mich zu entdecken. Je länger ich ritt, desto weniger machte mir Valanias harter Rücken etwas aus. Auch erschien mir die Zeit zwischen morgendlichem Aufbruch und abendlicher Rast immer weniger lang. Ich nahm die Strapazen hin, es war mir gleichgültig. Das Nagen in meinem Bauch fühlte ich nicht mehr, die Kälte in den Stunden der Nacht wurde zu einer Norm, die ich nicht mehr beachtete. Ich wunderte mich, wie lange die Gruppe noch dem Fluss folgen würde. Bis wir am Meer waren? Wohl kaum. Bis zur Schwanenflut, wo sie weiter dem Glanduin entlang nach Osten ritten? Ich vermochte nicht, dies zu sagen. Trotzdem wollte ich vorbereitet sein, wenn sie die Richtung wechselten. Als die Sonne zwischen Zenit und Horizont stand, stieg ich für kurz ab und ging einige Schritte. Meine Knie zitterten, als hätten sie die Fähigkeit verlernt, mein Gewicht zu tragen. Valania trottete - erleichtert, wieder langsamer gehen zu dürfen - neben mir her. Ihr schwarzes Fell war verklebt und ihre Augen zeigten Erschöpfung. Die gleiche Erschöpfung, die auch meine Glieder schwer werden liess. Für einen Moment blieb ich stehen, schloss die Augen und legte den Kopf in den Nacken. Ein Windstoss blies meine schwarzen, welligen Haare zurück. Und dann hörte ich ein lautes Heulen.



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1511635381
Asche im Osten 7
Asche im Osten 7
Sesha verfolgt nun die Gruppe der Reisenden. Ihre Unternehmung steht auf Messers Schneide, immer muss sie damit rechnen, entdeckt zu werden. Und die Strapazen, die die Wildnis ihr abverlangen, sind gewaltig.
http://www.testedich.de/quiz51/quiz/1511635381/Asche-im-Osten-7
http://www.testedich.de/quiz51/picture/pic_1511635381_1.jpg
2017-11-25
40B0
Fantasy Magie

Kommentare (8)

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lost_hope ( von: lost_hope)
vor 7 Tagen
Schade... :( Aber ich verstehe es... Auf jeden Fall viel Spaß beim Schreiben;)
Oona ( von: Oona)
vor 7 Tagen
;-) Ich werde wahrscheinlich eine Weile nicht mehr weiterschreiben, ich habe andere Projekte, an denen ich arbeite.
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 14 Tagen
Ich habe erst mal ziemlich lange gebraucht um sie zu finden,bis mir klar wurde,dass sie auch auf deinem Profil angezeigt werden...Die Technik und ich xD
Oona (96630)
vor 15 Tagen
Sorry, ich weiss nicht, weshalb die letzten drei Kapitel 1. in der falschen Kategorie und 2. mit einer andern FF vernetzt erschienen sind!
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 16 Tagen
Sind das die Kommentare zu Asche im Osten?Egal,die letzten beiden Kapitel waren wieder sehr schön,man konnte Seshas Gedanken nachvollziehen und ich mag ihre Entschlossenheit:)
Mach weiter so!;)
Shadow (67719)
vor 581 Tagen
Schreib bitte weiter 0_0 geile ff. 0_0
Roxy Riddle (94771)
vor 620 Tagen
ich hab zwar keine Ideen aber ich finde deine Geschichte echt gut. ich würde mich freuen wenn du weiter schreibst, du schreibst gut und es macht Spaß Geschichte zu lesen. ich hab nur ein paar kleine Rechtschreibfehler in denkt, aber die sind nicht schlimm, ich würde mich freuen wenn du weiter schreibst. sobald ich eine Idee habe schreibe ich sie dir hier rein, mir fällt sicher noch was. bitte bitte bitte schreib weiter.
LG Roxy Riddle
Moon♡ (16483)
vor 626 Tagen
Ich finde die Geschichte, also den Anfang der Geschichte richtig schön. Wenn ich so nachdenke, könnte aus dieser Geschichte ein Fantasy Buch werden. Damit meinte ich, dass es eine gute Idee mit den Stämmen ist und deine Schreibweise ist auch recht gut. Ich würde mich jedenfalls über eine Fortsetzung freuen.
Liebe Grüße
Moon♡