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Wind und Asche 3

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2 Kapitel - 1.326 Wörter - Erstellt von: Torden! - Aktualisiert am: 2017-11-29 - Entwickelt am: - 46 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Nach den Ereignissen in Seoul und Sibirien kehrt Team Shadow zum Fort zurück. Tayo, Hjördis, Kallik und Aaron sind tot, grauer Schnee fällt und weitere Katastrophen bahnen sich an. 
Léandra zieht es aufs Dach zurück und Tulio sehnt sich in seiner Zelle nach dem Himmel. 

Der Nachfolger von World of Mystik.

    1
    Aus jedem Traum muss man aufwachen. Das vertraute Quietschen der Stahlklappe reißt mich aus dem Wald in die bittere Realität. Mit dem Quietschen wir
    Aus jedem Traum muss man aufwachen.

    Das vertraute Quietschen der Stahlklappe reißt mich aus dem Wald in die bittere Realität. Mit dem Quietschen wird das Licht aufgedreht. Ich habe die Augen geschlossen, trotzdem sticht es unangenehm grell.

    „Archer?", frage ich in den Raum hinein.

    Keine Antwort, nur ein kratzendes Geräusch als das Tablett mit dem Essen durch die Klappe geschoben wird. Wie immer also.

    Ich öffne die Augen, nachdem der Unbekannte vor der Tür verschwunden ist und mit ihm dieser kleine Spalt zur Außenwelt.

    Sie reden nie mit mir, nicht das kleinste Wort. Bevor ich die erste Tür gesprengt hatte, haben sie wenigstens ein „Guten Morgen" gemurmelt. Aber das Inventar zu zerstören, wird wohl nicht gerne gesehen und so wurde ich die letzten Tage angeschwiegen. Oder Wochen. Genau kann ich es nicht sagen.

    Was dort oben wohl los war? Vielleicht wundert sich Hibiko, wo ich abgeblieben bin und die anderen drei, warum ich mich nicht melde. Obwohl letzteres unwahrscheinlich ist. Sie sind es gewohnt, dass ich wochen-, manchmal monatelang ohne ein Wort des Abschieds verschwinde. Habe ich jetzt halt davon.

    Während ich aufstehe und zur Tür schlurfe, auf deren Ablagefläche ein graues Tablett steht, mache ich mir aber am meisten um Léandra Sorgen. Sie hat alles verloren und nichts als ihre Trauer. Seit ich sie vom Springen abgehalten habe, habe ich immer ein Auge auf ihr gehabt. Es ist albern, aber ich war immer kurz davor, ihr im Speisesaal die Messer aus der Hand zu schlagen.

    Auf dem Tablett ruht ein weißer Plastikteller und ein blauer Plastikbecher. Es ist nicht dieses dünne Plastik aus den Hunderterpacks im Supermarkt, sondern festes Plastik, das schwerer zu zerstören ist und stumpf splittert. SIA riskiert keine scharfen Kanten.

    Das Essen hier ist fade und hat die noble Bezeichnung Essen nicht verdient. Pappe trifft es besser. Jeden – ich sage mal – Morgen gibt es das Gleiche. Zwei Scheiben Brot, daneben zwei perfekt quadratische Scheiben Käse. Das alles schmeckt in etwa so wie die tägliche Ration Toilettenpapier, die ebenfalls auf dem Tablett liegt.

    Im Ernst: Wer denkt sich so etwas aus? Quadratischer Käse und diese seltsame halbovale Brotform passen nicht zueinander! Egal wie man es dreht und wendet, immer steht Brot über. Aber das kann ich SIA kaum vorwerfen, schließlich gab es bereits elliptische Brotscheiben und quadratischen Käse, bevor dieser tugurio gegründet worden ist.

    Dennoch mache ich mich hungrig über das „Frühstück" her. Meinen Hungerstreik habe ich mangels Willenskraft bereits vor einiger Zeit aufgegeben. Zu verhungern gehört zu den unangenehmsten Todesarten und falls sie Medikamente hineinmischen, bitte, daran sterben werde ich kaum. Wohl bemerkt bezweifle ich, dass ich verhungern kann, aber die letzte Erfahrung damit würde ich ungern wiederholen. Außerdem ist es ein Wunder, dass SIA seine Gefangenen überhaupt versorgt. Nach den Leichenteilen und den Protokollen zu urteilen, gehen sie nämlich nicht sehr zimperlich mit Paras um. Womöglich hat Archer aber auch gar nicht gelogen ...

    Archer. Noch immer weiß ich nicht, was er von mir will. Klar, ich bin ein wertvolles Forschungsobjekt, aber bis jetzt haben sie noch keine Anstalten gemacht, mich aufzuschlitzen und meine Organe zu wiegen. Was Paras zu Paras macht.

    Dieser Satz klebt in meinem Hirn wie Kaugummi unter einem Schultisch. Das ultimative Rätsel und SIA hat es nach eigener Aussage gelöst. Die Folgen sind unvorhersehbar. Aber zur Zeit ist alles unvorhersehbar, also beschäftige ich mich erst einmal mit der Frage wie ich hier herauskomme. Man sollte nämlich nicht unter der Tischplatte entlangtasten, denn sonst wartet eine ekelhaft Überraschung auf einen.

    Kauend sehe ich mich im Raum um. Weiße Fliesen, schwarze Fugen, das weiße Licht der Leuchtstoffröhren, ein Bett mit Stahlgestell, ebenfalls weißen Laken, ein weißes Kissen. Eine Decke gibt es nicht. Die Stahltoilette in einer Ecke und daneben ein winziges Waschbecken, ein Abfluss genau in der Mitte des Raumes, zwei Kameras, ein Lautsprecher und einige Belüftungsschlitze: Dies ist meine Zelle.

    Gemütlich, oder?

    Nicht zu vergessen die Stahltür mit der Klappe, die sich nur von außen öffnen lässt.

    Jedenfalls sehe ich nichts, dass mir zur Flucht verhelfen könnte. Ich glaube, sie haben aus dem Fluchtversuch gelernt und überprüfen den Luftdruck in der Zelle. Die Augen der Kameras wiegen schwer. Ein falscher Windzug im Raum und hier wimmelt es vor SIA-Agenten mit Betäubungspfeilen. An ihnen ist der Fluchtversuch grandios gescheitert. Meine Schulter schmerzt an dieser Stelle noch immer, obwohl die Wunde längst verheilt ist.

    17 Fliesen in die Vertikale, 42 in die Horizontale; das macht 714 Fliesen pro Wand. Rechnet man de neun Fliesen hohe und fünf Fliesen breite Tür heraus, machen das 2811 Fliesen insgesamt. Plus die 1764 Fliesen am Boden und den 1700 an der Decke (Lampen sind keine Fliesen) macht das 6275.

    Ich sterbe hier drinnen vor Langeweile. Oder schlimmer: Ich werde zu Lapis.

    Oh Moment, ich habe die acht Fliesen, die wegen Toilette, Waschbecken und Belüftungsschlitzen wegfallen, vergessen. Und eine Fliese wäre auch noch der Abfluss im Boden.

    Fazit: 6266 Fliesen.

    Womöglich ist das ihre Taktik. Mich solange unbeschäftigt zu lassen, bis ich durchdrehe. Irgendwann fange ich an zu halluzinieren und sie können testen, wie sich ein wahnsinniger Unsterblicher verhält. Ein idiotensicherer Plan. Vor allem, wenn sie zusätzlich noch einen Hurrikan kriegen.

    Ich stelle das Tablett zurück auf die Ablage, lege das Toilettenpapier auf den Rand des Waschbeckens und setze mich mit dem Plastikbecher auf das Bett. Er ist die einzige Farbe im ganzen Raum. Sein Blau erinnert mich an den Sommerhimmel über den Fort. Wie gern würde ich jetzt auf meinem Liegestuhl sitzen, dessen Gelb von den Sonnenstrahlen schon ganz ausgeblichen ist. Vielleicht würde ich mir einen Joint drehen und dabei die Vögel beobachten. Ein Eis würde es aber auch tun. Von unten würden die Trainingsgeräusche emporschallen, jemand würde schreien, weil Lapis ihn getroffen hätte. Aber diese Sommertage sind Geschichte.

    Den letzten dieser Tage hatte ich kurz vor dem Aufbruch der Kids. Ich war nicht zugedröhnt, sondern saß neben Léandra an der Dachkante. Wir haben kein Wort gewechselt.

    An diesem Tag habe ich den Tornado für sie gemacht.

    Bitte Lapis, passe auf sie auf. Du bist die Einzige, der ich das zutraue.

    Ein erneutes Quietschen lässt mich zusammenzucken. Doch diesmal ist es die Tür und nicht die Klappe.

    Die Wölfe sind gekommen.

    2
    Heute mal mit Lücken (hab es aus Wattpad kopiert und bin zu faul sie zu löschen xD).

    Für konstruktive Kritik, Anregungen und Ideen sind wir immer offen.

    Hier der Link zum Original: http://www.testedich.de/quiz40/quiz/1458904529/World-of-Mystik-MMFF

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1511619536
Wind und Asche 3
Wind und Asche 3
Nach den Ereignissen in Seoul und Sibirien kehrt Team Shadow zum Fort zurück. Tayo, Hjördis, Kallik und Aaron sind tot, grauer Schnee fällt und weitere Katastrophen bahnen sich an.  Léandra zieht es aufs Dach zurück und Tulio sehnt sich in seiner ...
http://www.testedich.de/quiz51/quiz/1511619536/Wind-und-Asche-3
http://www.testedich.de/quiz51/picture/pic_1511619536_1.jpg
2017-11-25
40B0
Fantasy Magie

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