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Asche im Osten 6

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2 Kapitel - 2.285 Wörter - Erstellt von: Oona - Aktualisiert am: 2017-11-27 - Entwickelt am: - 45 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Obwohl Sesha die Mitreise untersagt wurde, fasst sie einen neuen Entschluss. Wenn auch schlechten Gewissens, bricht sie Hals über Kopf auf, um die Gemeinschaft, deren Abreise sie verpasst hat, einzuholen und ungesehen zu verfolgen.

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    ((cur))Was bisher geschah: Die Zwiespälte im Rat haben dazu geführt, dass Sesha nicht erlaubt wurde, die Gruppe nach Edoras zu begleiten. Die Verzwe
    Was bisher geschah:
    Die Zwiespälte im Rat haben dazu geführt, dass Sesha nicht erlaubt wurde, die Gruppe nach Edoras zu begleiten. Die Verzweiflung ist gross, als sie nicht mehr weiterweiss. Jedoch findet sie schnell eine neue Lösung für ihr Problem.

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    Kapitel 10

    Der Abend kam rascher als erwartet. Ehe ich es mir versah, färbte sich der Himmel orange-rot und die Sonne verabschiedete sich mit einigen letzten goldenen Strahlen von uns. Zum Essen versammelten sich offenbar alle, die an der Reise teilnahmen. Am selben Tisch, an dem ich gestern schon gespeist hatte, waren nun acht Personen versammelt, mich nicht mitgezählt. Elenion, Eorod, Djàrf, der Königsbruder aus Gondor und der Waldläufer, und Elladan, Elrohir und Aredhel. Als ich an den Tisch trat, verstummten jegliche Stimmen. Ein peinliches Schweigen herrschte, bis ich mich gesetzt hatte. Der Gondorianer sprach mich mit freundlicher Stimme an. „Seid ihr wohlauf?“ Verwirrt über diese Frage nickte ich und langte nach einem Apfel – eins hatte mir mein Aufenthalt in Imladris gezeigt: nirgends gab es besseres Obst. Das Obst, das wir in Nurnen manchmal zu essen bekamen, war matschig und schmeckte nach Fäulnis. „Aramon, sie sieht wie eine starke junge Frau aus. Sie wird das schon verkraften!“, meinte Eorod und lachte. Seine Aussage war auf eine perfide Art zweideutig. Einerseits deutete er ein Kompliment an, andererseits klang es in meinen Ohren wie ein Vorwurf. Schon wollte ich zu einem schnippischen Gegenkommentar ansetzen, da zwinkerte Eorod auf eine Weise, die mir zeigte, dass er es für einmal nicht feindselig gemeint hatte. Dies tat ich mit einem kurzen, schiefen Lächeln ab und biss in mein Essen, um in kein Gespräch verwickelt zu werden. Während dem die andern sich den Wein schmecken liessen, lehnte ich diesen ab. Mir war nicht nach der burgunderroten Flüssigkeit, die sowieso nur einen bitteren Nachgeschmack hinterliess. Nachdem ich satt war, wollte ich mich eigentlich vom Tisch stehlen und leise in mein Zimmer schleichen. Allerdings wurde dieses Vorhaben von Elrohir vereitelt. „Ihr wollt uns schon verlassen?“, staunte er. Meine Wangen wurden rot und meine Antwort fiel fadenscheinig aus. „Ich bin immer noch ziemlich erschöpft von all den Geschehnissen.“ „Aber haltet Ihr es noch etwas länger aus? Ich habe euch schon gestern eine kleine Führung durch mein Haus versprochen!“, erwiderte Elrohir und bohrte mit einem bittenden Ausdruck seine grauen Augen in meine Schwarzen. „Na gut!“, entfuhr es mir und bevor ich es mir versah, liess ich mich vom dunkelhaarigen Elben wegführen. Sobald wir ausser Sichtweite der andern waren, begann ich zu sprechen. „Was gedenkt ihr denn eigentlich zu unternehmen? Wisst ihr überhaupt, was ihr tut?“, fragte ich unverschämt. Elrohir war überrascht, genau, was ich wollte. „Ich kann und darf dir keine Informationen geben, selbst wenn ich es wollte. Belass es dabei!“, antwortete er etwas harsch. Das schreckte mich nicht ab, im Gegenteil. „Eins verstehe ich nicht, was ist so gefährlich, dass ich nicht mitkommen darf?“, provozierte ich den Elben. Er atmete müde aus und meinte: „Sesha, in was für einer Dimension lebst du, dass du das nicht verstehst. Orks streifen immer noch durch unsere Lande und diese Ostlinge sind noch irgendwo. Wir wissen nicht genau, mit was wir es zu tun haben. Deshalb!“ Er klang weder zornig noch enttäuscht, einfach nur müde. „Dann wäre dieses Unterfangen für eine Gruppe von nur fünf Männern aber auch zu riskant. Es ist ein weiter Weg bis Edoras, und ich will behaupten, dass es auch nicht der Sicherste ist.“ Elrohir schloss kurz die Augen. Seine Erwiderung fiel etwas informativer aus. „Sie setzen auf Geschwindigkeit. Sie werden schnell und zügig reiten, mit wenig Gepäck. Und ausserdem leben wir nicht mehr zur Zeit des Ringkriegs. Sie tragen keine so kostbare Fracht und sind dadurch uninteressant.“ Ein bitteres Lachen hallte durch meinen Kopf. Wenn er nur wüsste, dass sein Unterfangen schon längst ins Visier von andern geraten war. Ich wollte den Mund bereits öffnen, um eine weitere Frage zu stellen, aber Elrohir bedeutete mir mit einem endgültigen Blick, dass er nicht weiter darüber sprechen wollte. Ergeben schwieg ich. Eigentlich hatte ich ja alle Informationen, die ich brauchte. Eine Weile sagten wir beide nichts und ich versuchte, mich auf meine Umgebung zu konzentrieren. Es klappte nicht, meine Gedanken schweiften immer weiter von den Häusern, Balkons und Brücken ab. Licht und Gegend veränderten sich, bis nichts von Bruchtal mehr übrig war…

    Ich stand zwischen mächtigen Bäumen, deren Kronen sanft im kühlen Wind hin und herschaukelten. Die heiseren Rufe einer Elster schallten weit durch den Wald. Leichter Nebel waberte am Boden entlang und schüchternes Sonnenlicht tauchte die Welt in ein mysteriöses Licht. Geruch nach Holz und Kräutern hing in der Luft. Gierig sog ich ihn ein und schloss die Augen. Mein ganzer Körper kribbelte und dennoch war ich ganz ruhig. Etwas Vertrautes liess mich sicher fühlen, obwohl in der Ferne das melancholische Geheul eines einzelnen Wolfes erklang. Hoch reckten die Kiefern ihre Äste in die Luft und schirmten das Reich unter ihren Nadeln ab. Jemand rief meinen Namen und als ich mich drehte, erschienen zwei Menschen zwischen den Bäumen. Eine schlanke Frau mit schmalen Schultern lief anmutig über den Boden, wobei ihre nackten Füsse kaum die Erde zu streifen schienen. Ihre schwarzen Locken waren bereits von dünnen, silbernen Strähnen durchzogen, aber ihr Gesicht strahlte trotz den sanften Falten eine unglaubliche Kraft aus. Das Mädchen, das sie an den Händen hielt, war zierlich und von jugendhafter Erscheinung. Sie besass grosse Rehaugen und zart glitzernde schwarze Haare. „Mutter! Rasha!“, lachte ich fröhlich und ging auf die beiden zu. Bei ihnen angekommen, nahm ich sie beide in den Arm. Wärme flutete durch meine Adern und unendliches Glück machte sich in mir breit. „Komm nach Hause!“, flüsterte Mutter mir ins Ohr und strich mir über den Rücken. Gerade als ich antworten wollte, löste sich der Wald um mich herum auf. Angsterfüllt packte ich meine Familie fester, wollte sie nicht loslassen. Doch die zwei warmen Körper, gerade noch so real und wirklich, verschwanden wie Zeichen im Sand. Ich wollte nach ihnen rufen, aber nichts kam aus meiner Kehle…

    Starke Arme hielten mich fest, und auch wenn es nicht die meiner Mutter waren, fühlte ich mich sicher. Sanft wurde ich hin und hergeschaukelt, jemand trug mich. Wäre ich nicht so müde gewesen, dann hätte ich die Augen geöffnet und meinen Helfer von mir gestossen. Jetzt aber hielt Erschöpfung mich davon ab, auch nur mit den Lidern zu zucken. Eine Tür wurde geöffnet, woraufhin ich vorsichtig auf ein weiches Bett gelegt wurde. Für einen Moment verweilte derjenige, der mich getragen hatte, an der Bettkante, dann tat er einen Schritt weg. Bevor ich erneut in den Schlaf hinüberglitt, flüsterte ich: „Le hannon.“ Die Schritte stoppten, er drehte sich um. „Fuin vaer!“, erwiderte Elrohirs Stimme. Eine Hand legte sich kurz auf meinen Arm. Dann entfernten sich Schritte und die Tür wurde geschlossen.





    Kapitel 11

    Das Erwachen kam abrupt. Zwar wurde wieder nur leise an meine Türe geklopft, das Geräusch erschreckte mich jedoch so sehr, dass ich augenblicklich kerzengerade im Bett sass. Erst nachdem sich das Klopfen schüchtern wiederholte, sprach ich eine Bestätigung aus. Elladans Kopf erschien im Türrahmen, ein sanftes Lächeln im Gesicht. „Seid ihr wohlauf?“, fragte er mit unverfälschtem Interesse. Zur Antwort nickte ich und blinzelte. „Verzeiht, dass ich euch wecke, aber Elenion wollte, dass ich euch von ihm zum Abschied noch viel Glück wünschen!“, erklärte er mit unschuldiger Miene. Für den Bruchteil einer Sekunde setzte mein Herz aus, dann wurden meine Hände kalt und nass. „Zum Abschied?“, wiederholte ich Elladans Worte zitternd, während dem ich wie auf Nadeln sass. Der Elb runzelte seine Augenbrauen und meinte: „Ja, sie sind heute Morgen früh aufgebrochen…“ Schreck schoss durch meinen ganzen Körper wie ein Blitz und sofort sprang ich aus dem Bett. „Wie lange?“, schrie ich panisch, was Elladan dazu brachte, zurückzuweichen. Er gab mir keine Antwort. Hektisch schloss ich die Tür vor seiner Nase und wand mich aus dem grünen Kleid hinaus. Im Schrank hatte ich nützlichere Kleidung gesehen. Ich wühlte solange zwischen zu grossen Hosen und Hemden, bis ich passendes Zeug gefunden hatte. Eine schwarze Hose, ein schwarzes Hemd. In der Nacht würde mir dies grosse Dienste erweisen, also nahm ich noch einen schwarzen Umhang. So schnell es meine noch müden Finger erlaubten, zog ich alles an, schlüpfte in meine Stiefel und band mir den Gürtel mit meinen zwei Dolchen um. Als ich aus meinem Zimmer hinausrannte, war Elladan verschwunden. Adrenalin wie Feuer in meinen Adern, spurtete ich durch die Gänge, bis ich den Stall erreichte. Valania war zuhinterst angebunden und tänzelte nervös, als sie mich erblickte; sie spürte meine Rastlosigkeit. Ohne auch nur für eine Sekunde Sattelzeug zu suchen, band ich sie los und schwang mich auf ihren Rücken. Mit einem heiseren Wiehern und angelegten Ohren schoss sie die Gasse entlang und aus den Stallungen hinaus. Ihre Hufe erzeugten laute Geräusche auf den gepflasterten Wegen, doch ich achtete nicht darauf, unbemerkt zu bleiben. In dem Moment, als ich das Tor erreichte, wurde mein Name gerufen. Ich stoppte mein Pferd, schoss herum und erblickte Elrohir, der die am Rande der Treppen stand. Verwunderung und Überraschung stand ihm ins schöne Gesicht geschrieben, seine grauen Augen schienen mich zu fragen: „Warum?“. Viel zu lange zögerte ich, während dem Valania unbehaglich auf der Stelle trippelte. Elrohir schien auch mit sich zu kämpfen. Schliesslich rief er klar und deutlich, ohne jeglichen Zweifel: „Govado gin galu!“ Ich verstand ihn, auch wenn ich wirklich kein Sindarin sprach. Er liess mich gehen.

    Valania rannte, als würde der Teufel sie jagen. Nachdem Bruchtal aus meinem Blickfeld verschwunden war, fühlte ich mich etwas freier und spornte meine Stute dazu an, schneller zu reiten. Als Elrohir mich so angesehen hatte, hatte ich mich schrecklich gefühlt. Es war ein Missbrauch seiner Gastfreundschaft und Güte gewesen, gleichzeitig auch eine Ausnutzung. Schon jetzt bereute ich es, kein Sattelzeug mitgenommen zu haben, meine Beine nahmen die altbekannte verkrampfte Stellung ein. Zwar würden die Reisenden nicht allzu weit voraus sein und auch nicht so schnell reiten, aber bis Edoras war es weit. Ein eigenartiger Gedanke kam mir. Was, wenn sie mich sahen? Würde ich mich rausreden oder sie gleich töten? Einerseits wäre es riskant, mich erwischen zu lassen und dann so zu tun, als wäre nichts. Andererseits konnte ich schlecht gegen alle gleichzeitig kämpfen. Deshalb würde ich mich ordentlich ins Zeug legen müssen, dass man mich weder sah, noch hörte. Ich würde stets genügend Abstand zu ihnen behalten müssen, damit sie mich nicht bemerkten. Solange sie im Wald unterwegs waren, war das kein Problem, doch ich fürchtete den Moment, in dem sie offenes Gelände betreten würden. Dunland war mir nicht unvertraut, wenn sie diese Route nahmen, würden mir weder die sanften Hügel, noch die spärliche Vegetation Schutz bieten. Bis zum späten Abend ritt ich einen Weg entlang, der dem Bruinen folgte. Zu beiden Seiten wuchsen Bäume hoch in den Himmel hinauf, wofür ich dankbar war. Trotzdem beschloss ich noch vor Sonnenuntergang, den Weg zu verlassen und ihm im Schutz des Waldes weiterhin zu folgen. Weit waren die Reisenden sicher nicht mehr, und die Gefahr war geringer, entdeckt zu werden, wenn ich sie nicht mitten auf der Strasse einholte. Von nun an kam ich langsamer voran. Valania war zwar trittsicher, aber der Untergrund war tückisch, uneben und teils von rutschigen Rinnsalen überzogen. Alle zehn Meter stolperte die schwarze Stute oder verfing sich in Gestrüpp. Der Weg war nun etwas unter uns, noch weiter unter rauschte der Bruinen und überdeckte glücklicherweise das Schmatzen und Stampfen von Valanias Hufen. Als die Dunkelheit einsetzte, hörte ich leises Schnauben von Pferden und kam zu dem Schluss, dass ich die Gemeinschaft eingeholt hatte. Nur wenig von mir entfernt, ritten sie die Strasse entlang, schweigend, den Blick geradeaus gerichtet. Sie waren in einem lockeren Trab unterwegs, Eorod zuvorderst und Djàrf zuhinterst. Im Dämmerlicht konnte ich nicht mehr erkennen als die Silhouetten der Tiere und der Reisenden. Nun galt es, vorsichtig zu sein. Ich liess Valania langsamer laufen und bemühte mich, aufmerksam zu bleiben. Obwohl mich die Sorgen der letzten Stunden müde machten, stahl sich ein Lächeln in mein Gesicht. Ich war auf dem Weg und meinem Ziel einige Meilen näher gekommen.

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1511366844
Asche im Osten 6
Asche im Osten 6
Obwohl Sesha die Mitreise untersagt wurde, fasst sie einen neuen Entschluss. Wenn auch schlechten Gewissens, bricht sie Hals über Kopf auf, um die Gemeinschaft, deren Abreise sie verpasst hat, einzuholen und ungesehen zu verfolgen.
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2017-11-22
40B0
Fantasy Magie

Kommentare (8)

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lost_hope ( von: lost_hope)
vor 2 Tagen
Schade... :( Aber ich verstehe es... Auf jeden Fall viel Spaß beim Schreiben;)
Oona ( von: Oona)
vor 2 Tagen
;-) Ich werde wahrscheinlich eine Weile nicht mehr weiterschreiben, ich habe andere Projekte, an denen ich arbeite.
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 10 Tagen
Ich habe erst mal ziemlich lange gebraucht um sie zu finden,bis mir klar wurde,dass sie auch auf deinem Profil angezeigt werden...Die Technik und ich xD
Oona (96630)
vor 11 Tagen
Sorry, ich weiss nicht, weshalb die letzten drei Kapitel 1. in der falschen Kategorie und 2. mit einer andern FF vernetzt erschienen sind!
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 12 Tagen
Sind das die Kommentare zu Asche im Osten?Egal,die letzten beiden Kapitel waren wieder sehr schön,man konnte Seshas Gedanken nachvollziehen und ich mag ihre Entschlossenheit:)
Mach weiter so!;)
Shadow (67719)
vor 577 Tagen
Schreib bitte weiter 0_0 geile ff. 0_0
Roxy Riddle (94771)
vor 616 Tagen
ich hab zwar keine Ideen aber ich finde deine Geschichte echt gut. ich würde mich freuen wenn du weiter schreibst, du schreibst gut und es macht Spaß Geschichte zu lesen. ich hab nur ein paar kleine Rechtschreibfehler in denkt, aber die sind nicht schlimm, ich würde mich freuen wenn du weiter schreibst. sobald ich eine Idee habe schreibe ich sie dir hier rein, mir fällt sicher noch was. bitte bitte bitte schreib weiter.
LG Roxy Riddle
Moon♡ (16483)
vor 621 Tagen
Ich finde die Geschichte, also den Anfang der Geschichte richtig schön. Wenn ich so nachdenke, könnte aus dieser Geschichte ein Fantasy Buch werden. Damit meinte ich, dass es eine gute Idee mit den Stämmen ist und deine Schreibweise ist auch recht gut. Ich würde mich jedenfalls über eine Fortsetzung freuen.
Liebe Grüße
Moon♡