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Asche im Osten 5

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2 Kapitel - 1.859 Wörter - Erstellt von: Oona - Aktualisiert am: 2017-11-21 - Entwickelt am: - 106 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Im Rat von Elrohir herrscht Zwietracht: Nicht alle sind begeistert von den Plänen und ungeahnte Meinungsverschiedenheiten bringen Seshas Pläne gefährlich ins Wanken...

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    ((cur))Was bisher geschah: Sesha hat es geschafft: Ihr wurde erlaubt, am Rat teilzunehmen. Ihre Pläne scheinen bis jetzt aufzugehen. Allerdings ist d
    Was bisher geschah:
    Sesha hat es geschafft: Ihr wurde erlaubt, am Rat teilzunehmen. Ihre Pläne scheinen bis jetzt aufzugehen. Allerdings ist die Stimmung im Rat gespannt und könnte schnell umschlagen...

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    Kapitel 8

    Die Stimmung im Rat sank. Eorod hatte Zwietracht gesät, und Zweifel begann, sich in die Mienen der Versammelten zu stehlen. Aredhel erhob sich und sprach laut und deutlich: „Wir wissen nicht, um was es sich hier handelt. Wir wissen nicht, wie es sich entwickeln wird. Was, wenn dies grössere Ausmasse erreicht? Mit Mühe schlugen wir die Ostlinge einst zurück, sollen wir nun zulassen, wie Ihresgleichen Bauern abschlachtet, Pferdeherr? In euren eigenen Landen hat es begonnen, doch ihr bliebt untätig! Werdet ihr nun Mühen scheuen, um das wieder gutzumachen?“ Die Worte der Elbin hatten Eorod offenbar an einem wunden Punkt getroffen, er sank etwas in seinen Stuhl zurück. Nichtsdestotrotz knurrte er noch: „Ihr könnt nicht einfach Krieger ins Ungewisse schicken!“Aredhel schenkte ihm einen vernichtenden Blick und sah dann Elrohir vielsagend an. Dieser verkündete: „Dies wird Mut brauchen und ich fordere niemanden dazu auf, sich anzuschliessen, ebenso wenig werde ich jemanden dazu zwingen. Wer ist bereit, dies Wagnis einzugehen?“ Für eine viel zu lange Zeit herrschte Stille, niemand traute sich, etwas zu sagen. Schliesslich fasste Elenion sich ein Herz und stand auf. „Ich habe gesehen, was diese Bastarde anrichten. Da werde ich nicht tatenlos rumsitzen!“ Elrohir nickte. Der graubärtige Zwerg sprang von seinem Stuhl hinunter, raffte seine Hose und grummelte mit einer Stimme wie ein alter Baum: „So ungern ich das auch sage, ihr Spitzohren habt recht. Dann sei es so, ich gehe mit nach Osten!“ Die beiden dunkelhaarigen Elben grinsten, Aredhel verdrehte die Augen. Nun kam wieder etwas Leben in die Versammelten. Der Ruhige neben mir, der mit dem Zwerg gesprochen hatte, richtete sich auf. „Jenen in Not zur Hilfe zu eilen ist ein edler Zweck. Dafür ist mir auch mein Leben nicht zu schade!“ Er legte eine schmutzige Hand auf einen seiner zwei Langmesser. Ein junger Mann, der bisher nur geschwiegen hatte, stand langsam auf. Er hatte nussbraune Haare, einen kurzen Bart und Gesichtszüge, die von Unschuld und Güte durchzogen waren. „Wenn ich helfen kann, dann tue ich es. Ich stelle euch Gondors Streitkräfte zur Verfügung, sollten sie von Nöten sein!“ Der Blick des Zwerges fiel auf Eorod, dessen Miene wie versteinert einen Ausdruck von Missgunst zeigte. „Hört, hört. Ein Waldläufer ist bereit, sein Leben für die Hilflosen zu opfern, der Bruder des Königs von Gondor seine ganze Armee, und ihr, Eorod, seid zu feige? Wie tief ist Rohan gesunken, dass sein eigener Thronerbe die Unterstützung einer solchen Fahrt untersagt?“, spottete er, wobei sich seine buschigen Augenbrauen zusammenzogen. War das eine Taktik, den Menschen aus seiner Reserve zu locken, oder einfach nur eine endlos dumme Art, sich ein Veilchen zu holen? Eorod stand auf und für einen kurzen Augenblick dachte ich, er würde dem Zwerg wirklich eine reinhauen. Eine Ader an seiner linken Schläfe pochte bedrohlich und er ballte die Hände zu Fäusten, doch er zischte nur: „Hütet eure Zunge, Djàrf. Ich schätze jedes Leben, auch das der Geringeren. Deshalb werde ich nicht versäumen, euch zu helfen!“ Der Zwerg schmunzelte. Nun vermutete ich, dass er genau gewusst hatte, wie viel er sagen durfte. Elrohir neigte den Kopf und öffnete den Mund, als ich ihm ins Wort viel. „Ich will mit euch gehen!“

    Meine Bitte brachte einen Moment des Schweigens in den Rat. Alle Augen waren auf mich gerichtet, was mich erneut zittern liess. Eorod fasste sich als Erster wieder und sprach mich nun direkt an. „Du würdest uns nur aufhalten!“, stellte er klar, und es war ein Hauch von Spott in seiner Stimme. „Nein, würde ich nicht. Ich kann reiten und auf mich aufpassen!“, widersprach ich dem Menschen mit einem trotzigen Nasenrümpfen. „Nichts für ungut, aber die Wildnis ist nichts für junge Frauen!“, fügte Djàrf hinzu, was mich sauer machte, obwohl er es keineswegs herablassend meinte. „Denkt ihr, ich würde tatenlos rumsitzen? Es geht darum, was meiner Familie angetan wurde!“, rief ich und merkte, wie meine Worte einen wütenden, aber zugleich flehenden Unterton annahmen. Drohte mein Plan jetzt schon zu scheitern? Elenion legte mir eine Hand auf die Schulter. „Sesha, lass gut sein. Er hat Recht. Sie meinen es nur gut!“, versuchte er, mich zu beschwichtigen, was nicht funktionierte. Erneut einen Kloss im Hals, stiess ich seine Hand weg und drehte mich ab, um meine feucht werdenden Augen zu verbergen. Das alles war so demütigend und frustrierend zur selben Zeit. „Du hast viel durchgemacht. Ruh dich erst ein paar Tage aus und schau dann, dass du nach Hause kommst!“, schlug Elrohir vor. Da brachen meine Nerven endgültig zusammen. „Ich habe kein Zuhause mehr!“, schrie ich und hastete weg. Weg von allen. Wie Elenion meinen Namen rief, hörte ich bereits nicht mehr richtig.


    Kapitel 9

    Mit tränenverschmiertem Gesicht machte ich erst wieder Halt, als meine Lungen brannten und ich drohte, umzuknicken. Ich war zwischen einigen Bäumen etwas abseits des Haues gelandet. Um mich herum zirpten die Vögel, als würden sie den noch jungen Tag besingen. Für mich war er bereits verloren, sowie jegliche Hoffnung. Was sollte ich machen, wenn sie mich nicht dabeihaben wollten? Da gäbe es die Option, heimlich mitzureisen, was jedoch riskant war. Erschöpft und erdrückt von all den Sorgen und Ängsten sank ich zu Boden und lehnte mich an den harten Stamm einer Eiche. Ein letztes Schniefen entkam meiner Kehle, dann atmete ich tief durch. Demut, Frust und Verzweiflung strömte durch meine Adern, wie eisiges Wasser und drohte, mich einzufrieren. Mit einem Schlag war alles Wunderbare aus Bruchtal verschwunden, was blieb war die Kälte in mir drin. So viel war bereits verloren. Nicht nur Zeit. Würde ich überhaupt noch rechtzeitig in Nurnen ankommen? Die eigentlich beruhigenden und fröhlichen Geräusche um mich herum führten mir nur wieder vor Augen, was mir bevorstand. Eine Stimme schreckte mich auf. „Sesha!“, rief jemand. Schritte näherten sich und da erschien auch schon Elenions besorgtes Gesicht zwischen den Stämmen. „Da bist du! Geht es dir gut?“, sprach er mich an, eine Falte zwischen den Augenbrauen. Zuerst wollte ich ihn anschreien, dass er sich wegscheren soll, aber dann verrauchte mein ganzer Zorn auf einmal. Elenions waldgrüne Augen zeigten wahres Bangen. Ich schwieg und sah weg. „Sesha, bist du wirklich in Ordnung?“, fragte er nach, erneut schwieg ich. „Du hast Mut bewiesen, aber überlass den Rest uns! Dass du lebst ist viel, setz das nicht aufs Spiel!“, meinte er mit einem schwachen Zucken seiner Mundwinkel. Mein Widerstand begann zu bröckeln. Der Elb hielt mir eine Hand entgegen und sah mich auffordernd an. Etwas in mir drin schrie und kämpfte dagegen an, aber schliesslich nahm ich sie und liess mich von ihm hochziehen. Elenion lächelte ermutigend und erklärte: „Elrohir tut es leid, aber er will deine Sicherheit auch nicht so fahrlässig aufs Spiel setzen!“ Sofort wich ich etwas zurück. „Was soll denn so gefährlich sein, dass ich nicht mitkommen kann?“, forderte ich zu wissen und bemerkte, wie ich mein Kinn trotzig hob. Elenion stiess ein kurzes Lachen aus. „Du bist ein zähes Ding, Firiel!“ Beinahe hätte ich auch begonnen, zu lachen, aber ich besann mich eines Besseren und stutzte stattdessen über Elenions Ausdruck. „Firiel? Warum nennst du mich so?“, wollte ich wissen und runzelte die Augenbrauen. Der Elb schmunzelte und meinte: „Das ist Sindarin für ‚sterbliches Mädchen‘.“ Ich verdrehte die Augen und verschränkte die Arme. „Kommst du wieder mit? Es machen sich schon alle Sorgen!“ Für einen Moment dachte ich darüber nach, ob ich überhaupt noch zurück wollte, aber das war wohl unerlässlich. Es war besser, wenn ich noch in Bruchtal blieb und vielleicht mehr über die Reise hinausfand. Auf einmal begann ich, mich für meinen Zusammenbruch zu schämen. Mit einem Nicken begleitete ich Elenion aus dem kleinen Wald hinaus. Firiel. Der Name ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Kurz erwischte ich mich dabei, wie sich ein Grinsen in meine Miene schlich. Sofort wischte ich es mir aus dem Gesicht und nahm wieder einen monotonen Ausdruck an. Auf keinen Fall durfte ich vergessen, warum ich hier war. Auf keinen Fall durfte ich beginnen, mich zu wohl zu fühlen. Firiel

    Elenion führte mich in eine kleine Bibliothek nahe unseren Gemächern. Elrohir, Elladan und Aredhel sassen auf Sesseln an einem Feuer und unterhielten sich gedämpft. Als sie mich erblickten, unterbrachen sie ihr Gespräch und erhoben sich. Elrohirs Blick wanderte an mir hinauf und unwillkürlich strich ich mein Kleid glatt. „Es tut mir sehr Leid dafür, was beschlossen wurde, aber es ist das Beste für dich!“, beschwichtigte der dunkelhaarige Elb mich und bedeutete mir, mich zu setzen. Zuerst dachte ich darüber nach, einfach stehen zu bleiben, was ich jedoch wieder verwarf. Elrohir trug keinerlei Schuld. Mit einem Seufzen liess ich mich auf einem der Sessel nieder. Aredhel sah mich durchbohrend an, als suchte sie etwas an mir. „Wir haben darüber nachgedacht, was mit dir geschehen soll…“, begann Elrohir und sein Zwillingsbruder fuhr fort. „Hier kannst du auf Dauer nicht bleiben, so gern wir dir Obdach bieten würden. Du musst zurück in deine Heimat.“ Heimat… Der Klang dieses Wortes löste in mir ungeahnte Sehnsucht aus. Ich besass nur blasse Erinnerungen an das Land, aus dem ich stammte. Nur flackernde, bereits verblassende Bilder von weiten Ebenen, nebelverhangenen Bergen und dichten Wäldern. Ein leises Räuspern von Elladan brachte mich zurück. „Wie?“, stotterte ich verlegen. „Wenn du bei Kräften bist, werden ich und Elladan dich bis Dunland begleiten, von wo aus wir weiter nach Lorien reisen“, erläuterte Aredhel, was ich überhört hatte. Eine Eskorte nach Dunland? Trauten sie mir so wenig zu? Aber ich hatte bereits andere Pläne. Ich würde nicht nach Dunland zurückgehen, jedenfalls nicht von ihnen begleitet. Ich war schnell und geschickt. Und mit etwas Glück würde auch Elenions Elbenauge mich nicht entdecken. Mit etwas Glück würden die Reisenden mich nicht bemerken.


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1510766034
Asche im Osten 5
Asche im Osten 5
Im Rat von Elrohir herrscht Zwietracht: Nicht alle sind begeistert von den Plänen und ungeahnte Meinungsverschiedenheiten bringen Seshas Pläne gefährlich ins Wanken...
http://www.testedich.de/quiz51/quiz/1510766034/Asche-im-Osten-5
http://www.testedich.de/quiz51/picture/pic_1510766034_1.jpg
2017-11-15
40B0
Fantasy Magie

Kommentare (8)

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lost_hope ( von: lost_hope)
vor 10 Stunden
Schade... :( Aber ich verstehe es... Auf jeden Fall viel Spaß beim Schreiben;)
Oona ( von: Oona)
vor 11 Stunden
;-) Ich werde wahrscheinlich eine Weile nicht mehr weiterschreiben, ich habe andere Projekte, an denen ich arbeite.
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 8 Tagen
Ich habe erst mal ziemlich lange gebraucht um sie zu finden,bis mir klar wurde,dass sie auch auf deinem Profil angezeigt werden...Die Technik und ich xD
Oona (96630)
vor 9 Tagen
Sorry, ich weiss nicht, weshalb die letzten drei Kapitel 1. in der falschen Kategorie und 2. mit einer andern FF vernetzt erschienen sind!
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 10 Tagen
Sind das die Kommentare zu Asche im Osten?Egal,die letzten beiden Kapitel waren wieder sehr schön,man konnte Seshas Gedanken nachvollziehen und ich mag ihre Entschlossenheit:)
Mach weiter so!;)
Shadow (67719)
vor 575 Tagen
Schreib bitte weiter 0_0 geile ff. 0_0
Roxy Riddle (94771)
vor 614 Tagen
ich hab zwar keine Ideen aber ich finde deine Geschichte echt gut. ich würde mich freuen wenn du weiter schreibst, du schreibst gut und es macht Spaß Geschichte zu lesen. ich hab nur ein paar kleine Rechtschreibfehler in denkt, aber die sind nicht schlimm, ich würde mich freuen wenn du weiter schreibst. sobald ich eine Idee habe schreibe ich sie dir hier rein, mir fällt sicher noch was. bitte bitte bitte schreib weiter.
LG Roxy Riddle
Moon♡ (16483)
vor 619 Tagen
Ich finde die Geschichte, also den Anfang der Geschichte richtig schön. Wenn ich so nachdenke, könnte aus dieser Geschichte ein Fantasy Buch werden. Damit meinte ich, dass es eine gute Idee mit den Stämmen ist und deine Schreibweise ist auch recht gut. Ich würde mich jedenfalls über eine Fortsetzung freuen.
Liebe Grüße
Moon♡