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Die Perlen von Wounded Knee II

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2 Kapitel - 3.727 Wörter - Erstellt von: Nolawen Moredhel - Aktualisiert am: 2017-11-14 - Entwickelt am: - 38 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Hier sind Kapitel 3 und 4 der Westerngeschichte...

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Kapitel 3 Am nächsten Tag war sie pünktlich um acht Uhr im Saloon. Robert las bereits Zeitung, legte sie aber erleichtert weg als er Rose sah. Ansch
Kapitel 3

Am nächsten Tag war sie pünktlich um acht Uhr im Saloon. Robert las bereits Zeitung, legte sie aber erleichtert weg als er Rose sah. Anscheinend war der Inhalt der Zeitung nicht wirklich fesselnd.
Das Frühstück bestand aus ein paar trockenen Brötchen mit Käse und Wurst und Milch oder alkoholischen Getränken, letzteres wurde aber weder von Robert noch von Rosalie getrunken. Rose trank eigentlich nie Alkohol. In London hatte sie erst dreimal etwas Alkoholisches getrunken. Zweimal Wein an ihren Geburtstagen und einmal Sekt zur Neujahrswende auf 1889, vor nicht ganz einem Jahr.
Nach dem Essen erläuterte der Sir Rosalie den Tagesplan. Sie würden sich Pferde mieten und die Gegend erkunden.
Robert hatte sich umgehört und erfahren, dass sich in der Nähe ein freundlich gesinnter Sioux-Stamm niedergelassen hatte. Besser gesagt, war den Indianer hier ein Reservat zugeteilt worden.
Währenddessen hatte Rose ganz andere Sorgen. Sie war noch nie geritten. Als sie ihren Vorgesetzten darauf aufmerksam machte, sagte er, dass es bestimmt nicht schwer war und sie das schon hinkriegen würden. Rosalie hörte heraus, dass der Sir ebenfalls noch nie auf einem Pferd gesessen hatte.
Etwas aufgeregt liehen sie sich Pferde und verließen Wounded Knee. Das erste Problem war das Aufsteigen. Natürlich trug Rosalie kein Kleid oder Rock, aber sie war ohnehin zu klein um ohne Hilfe auf das Pferd, ein geschecktes Paint Horse, zu kommen. Nachdem sie sich irgendwie auf den Rücken der ruhigen Stute gezogen hatte, bemerkte sie, dass der Sattel ganz anders war als die Sättel, die sie von den Pferderennen in London kannte. Der Sattel hier war viel größer und nicht im Geringsten so filigran wie Dressursättel, die Rose kannte.
Natürlich nicht, schalt sie sich. Die Cowboys waren oft sehr lange unterwegs und brauchten einen bequemen Sitz. Das half den beiden Engländer gerade aber auch nicht viel.
Robert hatte ebenfalls Schwierigkeiten. Immer wenn er versuchte aufzusteigen, tänzelte das Pferd im Kreis herum und der Sir wurde mitgezogen.
So wackelten sie an den letzten Häusern von Wounded Knee vorbei und versuchten sich auf den Pferden zu halten.
Vier Gestalten, ebenfalls auf Pferden, kamen ihn entgegen.
„Nein, nicht die!“, stöhnte Robert genervt. Die Cowboys ritten zu ihnen und umkreisten sie dann grinsend.
„Sie scheinen nicht sehr begabt im Reiten“, stellte Abraham überflüssigerweise fest.
Der Sir sagte nichts, also antwortete Rosalie.
„Wir sind noch nie geritten.“
„Noch nie?“, entfuhr es Jake erstaunt. „Reitet man in London nicht?“
„Doch, schon“, meldete Robert sich zu Wort. „Aber wir haben halt noch nie auf einem Pferd gesessen.“
„Und zu Hause reitet man anders“, fügte Rose hinzu. Ihr Blick glitt bewundernd über die lockere Haltung der Männer. „Nicht so. In London gibt es viele Pferderennen und die werden gewiss nicht freihändig durchgeführt“, meinte sie mit einem Blick zu Jonathan, dessen Hände vor der Brust verschränkt waren. Er lächelte und löste den Griff.
„Was wollen Sie?“, fragte Robert direkt. „Wollen Sie uns zum Gespött von Wounded Knee machen?“
„Genau das wollten wir verhindern“, sagte Vince leise.
Roses Vorgesetzter sah den ältesten der Cowboys misstrauisch an. „Was wollen Sie denn machen?“
„Wir dachten daran, Ihnen das Reiten beizubringen. Aber wenn Sie unsere Hilfe nicht benötigen…“ Vince ließ sein Pferd um Robert reiten und wollte wieder abwenden.
„Doch, natürlich brauchen wir Ihre Hilfe“, bat Rosalie. Vince lächelte und sein Pferd kehrte zurück.
„Steigen Sie einmal ab.“ Verwirrt folgte Rosalie dem Befehl, während Robert stur auf dem Pferd sitzen blieb. Rose schwang ein Bein über das Pferd. Zumindest versuchte sie es. Denn blieb sie im Steigbügel hängen und strauchelte. Sie zog die Stute mit, aber vermutlich folgte ihr das Pferd eher freiwillig. Die Engländerin schaffte es endlich mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen.
„Wie sind Sie überhaupt auf May gekommen?“, schmunzelte Vince.
„May?“
„Ihre Stute. Wounded Knee ist klein. Man kennt hier nicht nur alle Bewohner, sondern auch ihre Tiere.“
Abe und Jonathan stiegen ebenfalls ab. Sehr viel eleganter als Rosalie.
„Versuchen Sie noch mal aufzusteigen.“ Jonathan trat zu ihr.
Rosalie griff nach dem Horn vorne am Sattel und stellte ihr rechtes Bein in den Steigbügel. Sie stieß sich ab und setzte sich auf das Pferd. Sie hakte jetzt auch ihren linken Fuß in den Steigbügel und lächelte.
Auch Vince und Jake stiegen von ihren Pferden.
„Setzen Sie sich gerade hin“, sagte Abe von der Seite zu Rosalie. Sie tat wie geheißen und bog den Rücken durch.
„Drücken Sie die Beine an das Pferd.“ Jonathan nahm die Zügel von May und die Stute setzte sich bereitwillig in Bewegung. Sie lief langsam und bedächtig, als würde sie wissen, dass ihre Reiterin jeden Moment herunterfallen könnte.
Während Jonathan und Abe May im Kreis führten und dabei auf Rosalie achteten, wandte sich Vince an Robert.
„Wollen Sie es wirklich nicht versuchen? Sie werden es gebrauchen können.“
Missmutig ließ sich der Sir von Vince und Jake die gleichen Anweisungen wie Rose geben, auch wenn er davor alles mitbekommen hatte.
Rosalie brachte es Spaß. In London hatte sie nie irgendwelchen sportlichen Aktivitäten in dieser Richtung ausführen dürfen. Badminton und Ballett waren ihr erlaubt gewesen, aber beides hatte sie nie interessiert.
„Passen Sie auf“, warnte Jon, dann gab er May einen leisen Befehl und die Stute wurde schneller. Jonathan lief ihr hinterher. Durch die Erschütterung auf den Boden wurde Rosalie auf dem Pferd hin und her geschleudert und Abe lief ihr ebenfalls hinterher. Rose fing sich aber indem sie die Beine an May presste.
„Lenken Sie May!“, rief Jonathan. Rosalie drückte mit dem rechten Bein fester gegen die Stute und zog die Zügel nach rechts. Das Pferd beschrieb einen Bogen und kehrte zu den Cowboys zurück.
Jake und Abe waren mittlerweile wieder auf ihre Pferde gestiegen. Die Hengste waren um einiges größer als May. Aber sie verhielten sich ebenfalls ruhig und hörten auf die Befehle ihrer Reiter.
„Vielen Dank“, meinte Rosalie.
Jonathan grinste. „Sie glauben, dass war schon alles?“
Rose gab keine Antwort. Anscheinend war es ja noch nicht alles.
Das Pferd von Robert trabte davon. Keiner machte sich die Mühe ihm zu folgen, so wie bei Rosalie. Die junge Frau lächelte. Der Sir hatte sich keine Freunde unter den Cowboys gemacht.
Sie verbrachten fast einen halben Tag mit Reitübungen.
Abe preschte an Rose vorbei und hielt sein Pferd dann abrupt an. Ganz gemächlich trottete May hinterher.
Am Mittag brannte die Sonne heiß auf die karge Prärie herab. Es war bald Ende November und in London war es zurzeit bestimmt schon ziemlich kühl und verregnet. Vielleicht schneite es ja sogar schon.
Aber in South-Dakota war das Wetter besser. Viel besser.
Die kleine Gruppe hatte sich etwas von der Ortschaft entfernt und kehrte jetzt zurück, um etwas zu essen und zu trinken.
Rosalie spielte mit dem Gedanken, May zu kaufen. Wer wusste schon, wie oft sie noch reiten musste?
Sie traute sich nicht Sir Robert darauf anzusprechen. Er war ziemlich schlecht gelaunt und Rose wusste, dass es an den Cowboys lag. Robert mochte sie nicht und das beruhte auf Gegenseitigkeit. Sie war ehrlich gesagt, sehr froh, dass die Cowboys ihr beigebracht hatten zu reiten. Natürlich war es nicht perfekt, aber sie hielt sich bei nicht allzu schneller Geschwindigkeit auf dem Pferd.
Nach dem Mittagessen bestehend aus einem zähen Steak, welches Rose nach vielem Abmühen den Cowboys überlassen hatte, und einem Spiegelei, wussten sie nicht so recht was sie machen sollten.
Abe, Vince, Jake und Jonathan verabschiedeten sich, denn sie mussten eine Rinderherde durch das Pine Ridge Reservation leiten.
Robert wollte abermals ausreiten, so wie er es eigentlich geplant hatte, aber Rosalie schlug vor, den Rest des Tages zu genießen.
Der Sir betrachtete sie streng. „Wir haben einen Auftrag, Miss Evans.“
„Aber wir haben auch Zeit“, erwiderte sie mit einem leichten Lächeln.
Ihr Vorgesetzter musterte sie, als wollte er feststellen, was sie gerade dachte. Dann grinste er, wie Rose es noch nie bei ihm gesehen hatte.
„Sie haben recht“, meinte er. „Es ist ja nicht unser Geld.“
Rosalie sah ihn für einen Moment entsetzt an, dann lachte sie.
Anfangs hatte sie gedacht, Sir Robert wäre unerträglich. Aber eigentlich war er es nicht. Trotzdem konnte das den Zwietracht zwischen ihm und den Cowboys nicht lindern.
Der Forscher war schon oft genug herablassend und ließ sich von niemanden etwas sagen, der nicht höher war als er.
Aber er musste lernen, dass das gerade im Wilden Westen keine gute Idee war.
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Die Perlen von Wounded Knee II
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2017-11-10
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