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Sieben Worte für ein Wunder - Die Künstlerin

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1 Kapitel - 652 Wörter - Erstellt von: Smoke_ - Aktualisiert am: 2017-11-08 - Entwickelt am: - 47 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Mein Beitrag zu torden! 's Schreibwettbewerb im November...

http://www.testedich.de/quiz44/quiz/1475077173/Sieben-Worte-fuer-ein-Wunder-Ein-Schreibwettbewerb

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    Die Künstlerin

    Reglos steht sie vor der weißen Leinwand. Weiß, eine Farbe die es zu bezwingen gilt. Mit Rot und Blau und Grün, mit Schwarz und Gelb und Grau. Mit Kohle, Öl und Acryl. Mit Wasserfarbe und Pinseln. Sie tritt vor, malt langsam einen Kreis aus smaragtürkiser Farbe in das Weiß. Behutsam. Als fürchte sie die Leinwand könne reißen. Dann tunkt sie den Pinseln in ein weiteres Gefäß, sie stehen überall, ein Meer, ein Ozean aus Dosen voll eingetrockneter Farben. Ein sonnenblumengelber Strich zieht sich nun durch das Türkis. Der Strich ist schief. Zwei weitere kommen dazu, pfefferminzschnapsgrün und waldmeistereisgrün. Es gibt keine Reihenfolge. Alles ist ein Durcheinander. Ein buntes Durcheinander. Verwirrende Muster. Farben wie Töne. Eine notenlose Musik, das Bild spielt seine eigene Melodie. Eine Melodie die man nur herausfinden kann wenn man ganz genau hinhört. Denn sie ist leise, schleichend. Sie hebt den Arm und setzt einen grauen Fleck in die andere Ecke der Leinwand, dann wartet sie bis die Farbe verlaufen ist. Ein kleiner oranger Tupfen ziert das Grau. Ein Pinguin. Ein kleiner, schutzloser Pinguin in den kalten, gnadenlosen Weiten des ewigen Eises. Daneben erscheint ein hellblauer Ring, kleine, nachthimmelblaue Spritzer vermischen sich zu einer stürmischen See, ein mächtiges Meer, getrieben von unzähmbaren Winden. Ein Eisbär schwimmt im Meer, ein Eisbär den nur sie, die Künstlerin sehen kann. Ein Eisbär und ein Pinguin nebeneinander in friedlicher Eintracht. Aber das ist falsch. Sie dürfen nicht zusammensein. Sie leben an verschiedenen Orten, verschiedene Leben. Sie presst den Pinsel zwischen die Beiden. Rot tränkt die Leinwand. Der Eisbär und der Pinguin ertrinken im Blut. Blut ist rot. Das Blut des Eisbären und des Pinguins. Das Blut aller Tiere. Das Blut der Menschen. Auf gewisse Weise sogar das Blut der Bäume. Warum ist Menschenblut wertvoller als Tierblut? Wo doch beides rot ist... rot war.. heute nicht mehr. Heute haben manche Menschen goldgelbes und andere staubgraues Blut in den Adern. Grau und Gold mischen sich in der Mitte der weißen Fläche die nun nicht mehr ganz weiß ist. Es ist nicht schön, ihr Bild, denn es erzählt die Wahrheit, und Wahrheit existiert nicht mehr auf einem Planeten wo es graues und goldenes Blut gibt. Grau wie Flaumen eines kleinen Pinguins. Gold wie sonnenbeschienende Fell eines stolzen Löwen. Sie blinzelt die Farben an, sie schmerzen in den Augen. Vielleicht sollte sie mal zum Augenarzt... später... Jetzt malt sie. Der Pinguin und der Eisbär sind verschwunden. Das Blut hat sie vertrieben. Sie lässt den Pinsel durch das Rot fahren, die Borsten hinterlassen einen breiten schwarzen Steifen. Sie ist ein Mensch. Sie muss den Menschen treu sein. Doch sie ist auch eine Künstlerin. Sie sollte nur der Kunst treu sein. Auch durch das Grau und das Gold läuft ein schwarzer Streifen. Das Blut ist unwichtig. Es sind die Augen die zählen. Kastanienbraune Augen und salzseegraue Augen. Doch welche sind besser? Tier- oder Menschenaugen? Grün und Braun, verschwommene Wirbel im Weiß, ein Wald, ein Wald der durch das Weiß wächst. Lavendelviolette Sprenkel zwische den Bäumen. Blumen. Auch sie können bluten. Vielleicht ist Blut doch wichtig.....

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