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Asche im Osten 3

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2 Kapitel - 1.960 Wörter - Erstellt von: Oona - Aktualisiert am: 2017-11-06 - Entwickelt am: - 119 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Zusammen mit dem Elben Elenion reitet Sesha nach Bruchtal. Angekommen in Imladris werden sie von Elrohir begrüsst - der sich ebenfalls von Sesha täuschen lässt und sie willkommen heisst. Aber kann sie wirklich Erholung finden, wenn die Zeit so sehr drängt?

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    ((cur))Was bisher geschah: Der Streifzug der Rhunländer ist missglückt: Überrascht von Elben hat keiner überlebt - auch nicht Seshas Vater. Sie wi
    Was bisher geschah:

    Der Streifzug der Rhunländer ist missglückt: Überrascht von Elben hat keiner überlebt - auch nicht Seshas Vater. Sie wird als einzige von Elenion, dem Anführer der Elben, nicht erkannt und mit nach Bruchtal genommen

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    Kapitel 4

    Wir passierten die Furt des Bruinen nachdem wir schier unendlich lange zwischen den Nebelbergen und den Lautwassern geritten waren. Kurz bevor ich dachte, tot vom Pferd zu fallen, sah ich das Schimmern der Wellen am Horizont und hörte das ferne Rauschen. Mit unendlicher Erleichterung atmete ich auf. Langsam begannen meine Beine zu krampfen von dem ewigen Festhalten und meinen Hintern fühlte ich seit langem schon nicht mehr. Valanias Rücken unter mir war nass geschwitzt und sie begann, zu schlurfen. Mein Griff um den Strick, den ich mittlerweile als Ring um ihren Hals gebunden hatte, wurde bereits lockerer, meine steifen Finger vermochten nicht mehr lange, sich festzuhalten. Elenion wirkte immer noch wach und überhaupt nicht erschöpft, aber sein Pferd schnaubte bei jedem zweiten Schritt genervt. Es war ein grossgewachsener Apfelschimmel mit glänzendem Fell und einer glatten grauen Mähne. Seine Augen glitzerten im gleichen Blau wie das Wasser. Ein wunderschönes Tier - Faniel war ihr Name, hatte Elenion mir gesagt. Wenige Minuten später erreichten wir die Furt, eine seichte Stelle im schier brodelnden Bruinen. Dies war ein gefährlicher Fluss, und selbst an der Stelle, an der wir ihn zu überqueren wagten, lauerten Stromschnellen unter der trügerisch ruhigen Oberfläche. Valania beäugte das Ufer misstrauisch, während dem die Elben begannen, auf den Kiesstrand auf der anderen Seite zuzureiten. Faniel zögerte ebenfalls, nahm sich dann jedoch ein Herz und trabte vorwärts. Valania wieherte und hob die Vorderbeine vom Boden. Sie hatte wirklich Angst. Selten hatte sie so schnell fliessendes Wasser gesehen und schon gar nie hatte sie es überqueren müssen. Sie schüttelte den Kopf, sodass ihre pechschwarze Mähne herumwirbelte. „Komm schon!“, murmelte ich und hielt mich besser fest, für den Fall, dass sie springen würde. Die schwarze Stute trat vor und setzte einen Fuss ins Wasser, dann noch einen. Sie spürte, dass dieses Gewässer voller Tücken steckte. Schliesslich wagte sie sich in die Fluten und watete durch das eisige Wasser. Vorsichtig zog ich meine Beine hoch, sodass sie nicht nass wurden – Valania stand bis zur Brust im Fluss. Als letzte erreichten wir das steinige Ufer, wo die Elben auf uns warteten. „So, jetzt ist es nur noch ein Steinwurf bis Bruchtal! Dort könnt ihr schon das Schimmern der Dächer sehen!“, verkündete Elenion und lächelte fröhlich. Erleichterung machte sich in mir breit, als der Boden etwas anstieg und ich die ersten Häuser erkennen konnte. Auf einmal wurde die Luft etwas wärmer und war erfüllt vom Zwitschern vieler Vögel. Die sinkende Sonne schien rötlich durch die Bögen und Kuppeln der Gebäude und färbte den hellen Stein der Mauern orange. Felswände ragten auf beinahe allen Seiten Bruchtals in den Himmel empor und schirmten es so gegen Feinde ab. „Ein wahrlich wunderbarer Ort!“, staunte ich und war über meine eigenen Worte überrascht. Elenion wandte mir einen Blick zu. „Ja, das ist es. Vater war mit mir oft hier, bevor Mutter…“ Er brach ab und senkte den Kopf. Eine bedrückende Stimmung machte sich breit. Es war offensichtlich, dass Elenion nicht darüber sprechen wollte. Schweigend ritten wir weiter, bis wir schliesslich eine schmale Brücke erreichten, über die wir ritten. Auf der anderen Seite wartete das eindrückliche Haus Elrohirs. Sofort endete die schwermutige Stille und das Glitzern kehrte in Elenions Augen zurück. „Das hier, Sesha, ist Imladris!“, verkündete er voller Stolz und trabte uns voran durch das gebogene Tor. Wir wurden bereits erwartet; ein hochgewachsener Elb mit langen, dunkelbraunen Haaren und grauen Augen kam ruhig auf uns zu. Je eine Strähne an seiner Schläfe war zu einem Zopf geflochten. Sein Körperbau war kräftig aber dennoch geschmeidig – der Körper eines Elben. Er trug ein silbernes Gewand mit blauen Stickereien und ging voller Anmut. Elenion neigte kurz den Kopf und sagte mit klarer Stimme: „Mae govannen, Elrohir!“ Der dunkelhaarige Elb neigte ebenfalls den Kopf und erwiderte: „Gin suilon, Elenion!“ Zwar verstand ich kein Wort, aber ich konnte klar erkennen, dass Elrohir uns willkommen hiess. Die Elben stiegen von ihren Pferden und ich tat das gleiche. Meine Beine gaben schier nach, als sie den Boden berührten – noch nie war ich so lange am Stück geritten. Elenion fasste meinen Arm und sah mich besorgt an. „Seid ihr in Ordnung?“ „Ja, nur ein wenig erschöpft“, versicherte ich und deutete ein Lächeln an. Elrohirs Blick fiel auf mich und seine Augen schienen mich zu durchbohren. Das Funkeln tausender Sterne lag in ihnen und trotzdem wirkten sie wie von einem Schatten überzogen, als würden Sorgen den Elben plagen. „Man i eneth lîn, firiel?“, fragte er und fixierte mich genauer. Als er meine ratlose Miene bemerkte, übersetzte er: „Wie ist euer Name, sterbliches Mädchen?“ Auf einmal war mein Mund trocken, doch ich antwortete. „Ich bin Sesha.“ Elrohir stellte den Kopf schief und schien nachzudenken. „Du bist nicht aus diesen Gefilden, oder?“ Sein Blick wanderte an mir hinunter und besah alles. Mein Gesicht, meine Kleidung, meine Statur. Elenion erklärte für mich: „Sie gehörte einer Familie von Bauern aus Dunland an. Ihr Dorf wurde bis auf die Grundfesten niedergebrannt, kein Mensch am Leben gelassen. Mit knapper Not konnte sie fliehen.“ Elrohir nickte. „Dunland?“, sagte er, als müsste er den Klang des Wortes erproben. Fast dachte ich, er würde mir nicht glauben, was nicht zu verdenken war – ich sah nun wirklich nicht aus wie eine Dunländerin. Aber Elrohir fuhr unbeirrt fort. „Nun, jeder in Bedrängnis ist willkommen in meinem Hause! Ruht euch aus! Ich werde euch die Ställe und eure Zimmer zeigen.“







    Kapitel 5

    Erleichtert atmete ich aus und beobachtete, wie Elenion etwas zu seinem Gefolge von Elben sagte. Daraufhin schwangen sie sich auf ihre Pferde und ritten davon. Etwas verdutzt flüsterte ich ihm zu: „Warum gehen sie?“ „Ab hier muss ich das alleine weiterziehen!“, erwiderte er und warf mir einen vielsagenden Blick zu. Fragend runzelte ich die Stirn und folgte Elrohir, Elenion neben mir. Der blonde Elb erklärte: „Morgen findet hier eine Versammlung statt, an welcher ich teilnehme!“ Elrohir beäugte Elenion kurz misstrauisch. „Elenion, sie ist nicht eingeweiht!“ „Sie hat denjenigen Schrecken erlebt, den wir zu bekämpfen versuchen! Sie sollte es wissen!“, entgegnete Elenion. Elrohir wandte sich ab und ging etwas schneller. Valania und Faniel wurden in einem grossen, offenen Stall untergebracht, in dem noch weitere Pferde standen, hauptsächlich Schimmel. Dann führte Elrohir uns zu einem höher gelegenen Gebäude, dessen Gänge durchflutet vom goldenen Licht des Abends waren. Die erste Tür stand offen und gab den Blick auf ein helles Zimmer mit einem grossen Schrank, einem schlichten aber edlen Bett mit weissen Vorhängen und einem kleinen Tisch mit dazugehörigem Stuhl frei. „Dein Zimmer, Elenion!“, sagte Elrohir und wies hinein. Mich leitete er zu dem Raum direkt daneben und öffnete die Tür. „Ihr könnt hier schlafen! Ich hatte nicht mit einem weiteren Gast gerechnet, aber freie Zimmer sind hier keine Mangelware!“ Dankbar nickte ich dem dunkelhaarigen Elben zu und sah mich um. Das Zimmer war ähnlich eingerichtet wie das von Elenion, jedoch hatte das Bett keine Vorhänge, dafür lehnte ein grosser Spiegel an der Wand neben dem Fenster. Elrohir trat wieder auf den Gang hinaus und verkündete: „Wascht euch und zieht euch um, wenn ihr fertig seid, werden wir auf dem Balkon speisen! Danach kann ich euch mein Haus zeigen, wenn ihr mögt!“ Der Elb nickte mir freundlich zu und verliess uns daraufhin. Voller Verwunderung sah ich all den Luxus an, der in dem einen Raum versammelt war. Als ich den Schrank öffnete, hingen dort auf einer Seite Kleider in allen möglichen Farben und Schnitten, auf der anderen Seite lagen Hosen, Hemden und Umhänge. In einer Schublade fand ich einen leichten, ledernen Harnisch, lederne Armschoner und Stiefel aus demselben Material. Nach kurzweiliger Überlegung nahm ich ein Kleid aus dem Schrank, legte es aufs Bett und streifte meine dreckigen Sachen ab. Schmutz klebte stellenweise auf meiner Haut und Blut färbte in Tropfen oder dünnen Striemen meine Handflächen und mein Gesicht teils rot. So konnte ich unmöglich in das frische Kleid rein! Neben der Tür war ein kleines Waschbecken, wo ich mithilfe meiner Finger das Gröbste wegrubbelte. Auf einer Kommode lag eine Bürste, mit der ich meine Haare so gut es ging bürstete. Danach zog ich das Kleid an und betrachtete mich im Spiegel. Ein anderer Mensch sah mir entgegen. Das Gewand war von einem natürlichen Laubgrün, ging mir bis zu den Knöcheln und hatte silberne Stickereien am Saum der Ärmel, des Ausschnittes und am Saum unten am Kleid. Um die Brust herum war das Kleid enger, die Ärmel wurden etwas weiter und reichten bis zur Mitte meiner Elle. Ungläubig berührte ich mein Gesicht, um sicherzugehen, dass das Spiegelbild echt war. Wäre meine Mutter hier gewesen, hätte sie gesagt, dass ich bildhübsch aussähe. Ich betrachtete mich genauer. Pechschwarze, wellige Haare flossen mir bis zur Brust hinunter und glänzten wie das Gefieder eines jungen Raben. Ein ovales Gesicht, in dem zwei mandelförmige nachtschwarze Augen mit einem goldenen Rand um die Pupillen sassen, wurde von ihnen eingerahmt. Reine, ebenmässig und südländisch gebräunte Haut überzog einen athletischen Körper. Ich schien mir gänzlich unbekannt zu sein, irgendwie waren die ungekämmten Haare und der Dreck auf der Haut zu dem geworden, was mich ausmachte. Langsam fuhr ich mit den Fingern durch mein dunkles Haar. Keine Knoten oder Knöpfe hielten sie auf. Es war ein ungewöhnliches Gefühl, als hätte man mich vollständig erneuert. Ein Lächeln auf dem Gesicht drehte ich mich einmal und ging dann zur Tür. Als ich auf den Gang hinaustrat, stand Elenion bereits dort und wartete. Er trug ein Gewand, das einen Blauton hatte, der beinahe schon weiss war. Mit einem erstaunten Ausdruck sah er mich an, als könnte er nicht glauben, dass ich dasselbe Mädchen war, das er in Dunland gefunden hatte. „Ci bain!“, sagte er und lächelte. „Ich bin untröstlich, aber ich spreche kein Elbisch!“, lachte ich und schüttelte den Kopf. „Nun, wenn ich es euch beibringen würde, dann könntet ihr mich verstehen!“, schmunzelte der Elb und zwinkerte verschwörerisch. Mit diesen Worten wandte er sich ab und ging. Die Brauen runzelnd, die Mundwinkel aber nach oben geneigt, folgte ich ihm.

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1509570591
Asche im Osten 3
Asche im Osten 3
Zusammen mit dem Elben Elenion reitet Sesha nach Bruchtal. Angekommen in Imladris werden sie von Elrohir begrüsst - der sich ebenfalls von Sesha täuschen lässt und sie willkommen heisst. Aber kann sie wirklich Erholung finden, wenn die Zeit so sehr dr...
http://www.testedich.de/quiz51/quiz/1509570591/Asche-im-Osten-3
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2017-11-01
402C
Herr der Ringe

Kommentare (15)

autorenew

Oona ( von: Oona)
vor 3 Tagen
Asche im Osten 5 ist online, wenn auch in der falschen Kategorie...
Oona ( von: Oona)
vor 7 Tagen
Hey, gerade habe ich den nächsten Teil fertiggestellt und hochgeladen. Demnächst solltet ihr ihn lesen können! Danke für die vielen netten Kommentare! :-)
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 7 Tagen
Hey!
Hoffe,dass sich alles wieder beruhigt hat!!!Freue mich schon auf den nächsten teil!
Tiria (06654)
vor 7 Tagen
Dein Schreibstil ist der Hammer!!
Oona ( von: Oona)
vor 8 Tagen
Tut mir leid, dass so lange nichts mehr gekommen ist, ich hatte schulisch Stress. Im Moment bin ich dran, den 5. Teil zu beenden.
Galadriel (50992)
vor 9 Tagen
Selten so eine gute FF gelesen! Schreib unbedingt weiter!!!
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 11 Tagen
WOW!!!!!Das Kapitel ist sehr gut geschrieben und man fühlt richtig mit Sesha mit,wenn sie darüber nachdenkt,wie sie ihre Familie retten kan!!!Schreib unbedingt weiter!!!!
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 13 Tagen
Ich warte gespannt auf den neuen Teil!!!xD
Tiria (20074)
vor 13 Tagen
Hallo! Ich hab es noch nicht ganz durch, aber es gefällt mir^^
Könntest du bitte bei meinem RPG vorbeischauen?
Oona ( von: Oona)
vor 14 Tagen
Voila, der vierte Teil ist soeben fertig geschrieben. Es dauert wahrscheinlich noch, bis er auf testedich drauf ist, aber er sollte bald kommen!
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 15 Tagen
Der neue Teil ist voll cool!!!!Ich kann mir alles bildlich vorstellen und diese Idee ist schon so schön...Bitte schreib schnell weiter!!!
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 18 Tagen
Danke ich freu mich schon :)
Oona ( von: Oona)
vor 18 Tagen
Hey, lost_hope! Ich habe vor kurzem den dritten Teil geschrieben, er sollte demnächst online gehen! Viel Spass dabei! ;-)
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 18 Tagen
Hey Oona,endlich habe ich Zeit einen längeren Kommentar zu schreiben...😉
Deine FF ist (wie schon im vorigen Kommentar geschrieben) sehr spannend und auch die Idee ist außergewöhnlich (auf die gute Art xD).
Ich mag deinen Schreibstil und du beschreibst alles sehr gut und man kann sich alles bildlich vorstellen.Ich fand die Stelle,an der Seshas Vater gestorben ist,auch traurig (bei so was bin ich sehr emotional xD)...Also bitte schreib weiter,ich würde gerne wissen,wie es weitergeht!
LG lost_hope
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 23 Tagen
eine tolle und sehr spannende Geschichte ich würde mich freuen wenn du weiterschreibst