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Von Wünschen, Träumen und Ängsten -Oneshots

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3 Kapitel - 2.295 Wörter - Erstellt von: Monster... - Aktualisiert am: 2017-11-06 - Entwickelt am: - 135 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Hier werden euch, in unregelmäßigen Abständen kürzere, oder längere Oneshots, meistens zu den Themen "Wünsche","Träume" und "Ängste", erwarten. Lest euch doch mal rein.

    1
    -Wunschgedanken-

    Es war eine dunkle, aber lebendige Sommernacht, als er sich durch die Straßen und Gassen quetschte. Es war voll geworden, verdammt voll, um genauer zu sein. Die Rufe der Verkäufer schallen vom Marktplatz hierher. Er verschnellte sich, rannte. Ein Fuß vor den anderen setzte er und wich den, ihm entgegenkommenden Menschen aus, kam aber nie ins Stolpern. Gleichmäßig hallten seine Schritte durch die träge Nacht und als unser Marathonläufer endlich am Marktplatz ankam, da stieg ihm der Duft allerlei Dinge in die Nase. Gewürze, Obst, Rauch. So vieles, dass es glatt unbeschreiblich war. Er lehnte sich kurz keuchend an eine Wand, ehe er sich aufrichtete und langsam über den Markt schlenderte, ein Schritt nach dem anderen. Er sah sich um und fuhr sich langsam mit den Handrücken über die Stirn. Schweiß. Aber davon durfte er sich nicht beeindrucken lassen, er musste weiter. Er nahm seine Beine wieder in die Hand und sprintete los. Der Wind, der eine angenehme Abwechslung zu der stehenden und heißen Luft bot, fuhr ihm durch das Haar, er jauchzte vor Freude, ehe er sich wieder dem Sprinten hingab. Rennen, dass war es, was ihm das Gefühl gab frei zu sein. Sich von seinen Beinen an einen fernen Ort tragen. Laufen bis zur totalen Ermüdung, er liebte es. Es verging etwas Zeit, ehe er seinen Zielort erreichte. Erschöpft lehnte er sich gegen die kalten Mauern, des Doms. Für einen Moment studierte er die Mauern seines Zielortes. Alles war so, wie beim letzten Mal. Wirklich alles. Er überflog die Umgebung mit ein paar kurzen Blicken. Alles stand immer noch an seinem Platz. Es war wundervoll und unglaublich zugleich, aber...nur ein Wunschgedanke.
    Stumm rollte er mit dem Rollstuhl zu seiner Tür und hängte die Jacke an ihren Platz, am Kleiderhaken. Er rollte langsam ins Wohnzimmer zu seiner Fensterfront und sah hinaus. Die Spitze des Doms war noch in der Ferne zu erblicken, etwas verschwommen, aber sie war da. Wie er das nur vermisste. Das Rennen, die Sommernächte, die ganzen Gerüche und vor allem seinen Lieblingsplatz, den Dom. Sein Blickfeld verschwamm langsam. Er sah weg und schloss langsam die Augen, ehe er sie wieder öffnete. Eine salzige, heiße Träne rollte langsam über seine faltige Wange. Er sah zu seiner Katze, die es sich in ihrem Körbchen gemütlich gemacht hatte. "Gott, was bin ich alt geworden", sprach er leise.

    2
    -Goldwert-

    Es war ein unerwartet düsterer Sommertag und, sobald sie auch nur einen Schritt vor die Tür setzte, konnte sie den, im Vergleich zur abgestandenen, heißen Luft, kalten, Regen auf ihrer Haut spüren. Die kühlen Tropfen ließen sie erschaudern, schnell wieder ins Haus treten und die Türe schließen. Hier konnte man nur noch die abgestandene, heiße Luft wahrnehmen und schon wünschte sie sich den Winter wieder herbei.
    Der Winter war ihr von allen anderen Jahreszeiten die Liebste. Sie mochte es, wenn die Gegend ins ebenmäßige weiß gehüllt wurde und man sich dick einpacken konnte.
    Sie liebte die Kälte und verabscheute die Wärme.
    So ein wunderbarer Winter war schon goldwert.
    Der Gedanken kam so schnell, wie er verschwunden war, denn schon hatte sie sich an ihrem Fenster verloren.
    Sie blickte in den wolkenverhangenen Himmel und in die immer dicker werdenden Tropfen.
    Ein wunderschöner und doch wahrlich ungemütlicher Regen.
    Sommerregen.
    Für die Pflanzen und Bäche war er bestimmt goldwert.
    Schon wieder dieses Wort.
    Goldwert.
    Wie konnte etwas den Wert von Gold besitzen, wenn es kein Gold war?
    Freihlich, wenn man genug Silber hatte, so würde man irgendwann auch den Wert von einem Goldbarren erreichen, aber man würde mehr Silber benötigen, als Gold für den Goldbarren.
    Sonderbar.
    "Goldwert", das Wort hörte sich gesprochen ebenso sonderbar an.
    Welche Bedeutung hatte "goldwert" nun wirklich?
    War es spezifisch für den Wert des Goldes vorgesehen, oder zum Vergleichen eines Wertes.
    Aber man konnte doch keinen Regen mit Gold vergleichen, oder?
    Oder doch?
    Oder nicht?
    Was denn nun?
    Wieso war alles im Leben immer so kompliziert?
    Eine Lösung wäre jetzt wirklich goldwert.
    Schon wieder.
    Sie raufte sich die Haare und schüttelte sich.
    Es konnte doch nicht sein, dass sie es einfach nicht verstehen wollte.

    3
    -Von überfliegenden Verlierern-

    Vergangenheit:

    Prachtvoll und tänzelnd war er an der Anbindestange angebunden.
    Die Sonne schien auf sein Fell und brachte das sonst eher matte Schwarz zum glänzen. Er riss den Kopf aufgeregt in die Höhe und verkündete mit einem lautem Wiehern seine Anwesenheit. Seine Reiterin lächelte ihn an und strich über seine Stirn. "Vertrauen beruht auf Gegenseitigkeit. Vertraust du mir vertraue ich dir. Wir müssen einander vertrauen, denk daran", sie sprach diese Worte kaum hörbar, aber wie als hätte der tiefschwarze Rappe sie verstanden, sah er sie durchdringend an und schnaubte und genau da wusste sie, wo sie hingehörte, zu wem sie gehörte und das die Beiden es schaffen würden.

    Gegenwart:

    Stumm sah sie um sich und versuchte einen halbwegs guten Überblick von dem überfüllten Platz zu bekommen. Wieder und wieder sah sie auf den Parcours. Schwer, aber nicht zu schwer. Die vorgegebene Zeit war zu schaffen, aber Fehlerfrei zu bleiben war durchaus schwer. Es knisterte und knackte, darauf hörte man ein taktloses brummen und dann endlich konnte man die knarrende Stimme des Sprechers vernehmen. Wie immer begann alles mit einer ellen langen Begrüßungsrede und dann folgte die Startreihenfolge. Sie sah zu ihm, dem schneeweißen Schimmel, der angebunden war, aber jetzt nervös die Nasenlöcher aufbließ und zu den anderen Reitern sah. Sie musste lächeln, wobei etwas Anspannung von ihr abfiehl. Stumm und mit zitternder Hand löste sie den Strick. Ja, sie war wieder da, aber für was? Sie schluckte schwer, als die Erinnerrungen an den tiefschwarzen Rappen hochkamen, doch sie unterdrückte alles in sich drin und führte den schneeweißen Schimmel in Richtung Abreiteplatz. Sie schritt durch den Eingang zum Platz und saß auf, direkt entspannte sie sich und es war wie, als wäre sie durch ein Portal in eine andere Welt gereist. Langsam fing sie an und wurde sicherer, sodass sie irgendwann auf den Übungssprung zugaloppierte. Der Sand unter ihnen wurde aufgewirbelt und die Hufe des schneeweißen Schimmels donnerten in regelmäßigen Abständen zu Boden. Der Schimmel beschleunigte eigenhändig und drohte ihr nach der Seite hin auszubrechen, aber sie zügelte ihn und nahm etwas Tempo raus. Gerade noch rechtzeitig gab sie ihrem schneeweißen Schimmel das Absprungsignal und sie flogen über das Hindernis.

    Vergangenheit:
    Der Sprecher hatte sie gerade aufgerufen und stumm ritt sie zu dem Pracours. Auf dem Weg dahin zupfte sie sich nervös ihre Kleidung zurecht. Das Publikum applaudierte und es hatte nicht lange gedauert, da tönte das Bimmeln der Glocke. Ein paar Sekunden hatte sie, um zu dem Start des Parcours zu reiten. Sie beeilte sich, aber blieb trotzdem ruhig. Der tiefschwarz Rappe unter ihr tänzelte und legte sich auf das Gebiss. Er wollte endlich anfangen. Sie parrierte ihn am Start durch und dann gab sie ihm die Sporen. Der tiefschwarze Rappe schoss los und durchbrach die Lichtschranke. Jetzt ging es los. Kein Zurück mehr. Kein Zögern. Sie hatte ihre Mühen das Tempo rauszunehmem, aber sie behielt die Oberhand. Ihr tiefschwarzer Rappe übersprang den ersten Sprung mit Leichtigkeit und auch die Mauer, den zweiten Sprung,  meisterte er ohne zu reißen. Über die Triblebarre flog er genauso und dann, ein paar Sprünge später, steuerten sie auf den vorletzten Sprung zu, die Kombination.

    Gegenwart:

    Die Kombination. Sie schreckte zusammen und lenkte ihren fast im Schritt eingedösten schneeweißen Schimmel vom Platz. Sie durfte sich nicht daran erinnern. Jetzt nicht. Es knisterte und knackte neben ihr und ihr eigener Name wurde ihr nahezu ins Ohr gebrüllt. Es gab kein zurück mehr. Still sah sie ihren schneeweißen Schimmel an und strich über seinen Hals, während sie zum Parcours ritt. "Vertrauen beruht auf Gegenseitigkeit. Vertraust du mir vertraue ich dir. Wir müssen einander vertrauen, denk daran", ganz leise sprach sie diese Worte und sah zum Start. Wieder applaudierte das Publikum, und sie wusste es. Sie war zurück. Die Glocke bimmelte. Sie trabte mit dem schneewe Schimmel zum Startpunkt und trieb ihn sofort an. Der Schimmel verspannte sich unter ihr und flog ziemlich steif und wacklig über den ersten Sprung, aber er riss nicht. Sie entspannte sich und lächelte sogar. Mit jedem Galoppsprung lockerte sich auch der schneeweiße Schimmel mehr und bei dem zweiten Sprung, einem Steilsprung, sprang er mit Leichtigkeit ab und flog darüber. Jetzt kam eine enge Wendung und genau sieben Galoppsprünge. Still zählte sie mit. Eins. Zwei. Drei und Vier. Immer näher auf die dreifache Kombination zu.

    Vergangenheit:

    Sie flog wie auf Wolken zu der Kombination und trieb ihr Pferd an. Es sollten genau neun Galoppsprünge sein. Sie zählte nicht mit, denn sie würde es schaffen, aber siehe da. Der 
    tiefschwarze Rappe, der sonst mit einer Leichtigkeit über die Hindernisse flog, sprang zu früh ab und setzte in einem viel zu lang gezogenem  Sprung über den ersten Sprung, mit der Hinterhand streifte er die Stange, aber sie fiehl nicht. Beim aufkommen strauchelte er leicht und bei dem angrenzendem zweiten Sprung der Dreierkombination verpasst er den Absprung und sprang fast mitten ins Hinderniss. Zwei Stangen vielen zu Boden und nun kam der tiefschwarze Rappe fast direkt vor dem nächsten Sprung auf. Kaum war er am Boden setzte er wieder zum Sprung an. Die junge Reiterin wollte den tiefschwarzen Rappen zum Stehen, oder abbrechen bringen, aber er ließ sich nicht mehr stoppen. Langsam, fast in Zeitlupe stieß er sich vom Boden ab, jedoch fehlte dem tiefschwarzen Rappen die Kraft und er landete mit seiner Reiterin mitten im Sprung, aber als wäre das nicht genug, geriet der tiefschwarze Rappe wieder ins Straucheln und auch pure Panik spielte eine große Rolle in seinen Augen.

    Gegenwart:
    Fünf. Sechs. Sieben. Halt! Acht. Es traf sie wie der Blitz. Acht! Der schneeweiße Schimmel hatte acht Galoppsprünge gemacht und das Hindernis war viel zu nah. Hilflos starrte sie auf das Hindernis und wie gelähmt saß sie auf dem Pferd. Die Zuschauer schrien und stöhnten, hielten sich die Hände vor das Gesicht. Der schneeweiße Schimmel zuckte zusammen, als er mitten in das Hindernis lief und setzte zu einem kläglichen Sprungversuch an, der ihn jedoch ins Stolpern brachte. Die Reiterin riss die Augen auf und sah den näherkommenden Boden an. Nicht wieder. Das konnte nicht sein. Das durfte nicht sein.

    Vergangenheit:
    Die Stangen lagen schon längst am Boden, als der tiefschwarze Rappe näher und näher auf den Boden zukam. Mitten im Stangengewirr konnte er sich kaum mehr halten und so kam es dazu, dass das passierte, was die Reiterin seit dem ersten Sprung der Kombination erwartete. Zusammen landeten sie auf dem Boden. Mitten im Stangengewirr und mittem auf dem Pracours. Beim vorletztem Sprung. Der tiefschwarze Rappe atmete schneller und versuchte sich aufzurichten, als viele andere Leute auf sie zukamen. Die Reiterin lag da mit verzogenem Gesicht und hielt sich das Bein, über das der tiefschwarze Rappe gerollt war, aber ihre Augen lagen panisch auf dem Pferd. Sie zitterte und bald war es um sie herum dunkel.

    Gegenwart:
    Der schneeweiße Schimmel wieherte panisch und seine Reiterin verkrampfte sich, aber sie wusste, was passieren würde. Das Publikum hielt den Atem an und sie tat es auch, nur ein stummer Schrei verließ ihre Lippen, als das Pferd mit ihr zu Boden krachte.
    Schweißgebadet fuhr sie hoch, die Trännen liefen über ihr Gesicht und sie starrte in ihre Lampe . Es war wieder der Traum, der sie schon seit einem Jahr heimsuchte. Der Traum, der sie immer an ihren Fehler mit dem tiefschwarzen Rappen erinnerte. Der Traum, der ihr immer wieder Angst um ihren schneeweißen Schimmel machte. Der Traum, der ihr immer wieder klarmachte, wieso sie nach dem Unfall mit allem aufgehört hatte. Stumm stand sie auf und schlurfte in die Küche. Am Kühlschrank angekommen sahen sie zwei treue Augen an, die Augen ihres tiefschwarzen Rappens. Sie schluckte die erneut aufsteigenden Tränen herunter und wendete den Blick schnell ab. Ruhig öffnete sie ihren Kühlschrank und holte das heraus, was sich noch darinn befand. Sie war tief gefallen.
    Das blinde Vertrauen des tiefschwarzen Rappen hatte sie ausgenutzt.
    Vom Überflieger zum Verlierer.

Kommentare (4)

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Julia✌🏻😍❤️ (45065)
vor 22 Tagen
Hi , ich finde die tests echt klasse ich habe schon fast alle gemacht
Hestiiii ( von: Smoke_)
vor 25 Tagen
XD Stimmt... ich hatte iwi schon ganz schön viele Namen... ich erriner mich grad an deinen Spitznamen "Angel" von Mord durch blut'ge Kralle. Von dem noch mal was gehört? {Und du kannst in Bootcamp mal Vince und Damian als Pärchen eintragen :3}
Monster... ( von: Monster...)
vor 26 Tagen
Danke, dir c:, Hestilein (Egal wie oft du dich umnennst, für mich bleibst du Hesti x3)
Smoke_ ( von: Smoke_)
vor 26 Tagen
Ein Gedanke der dich zum traurigen Lächeln bringt.

Ich mag deine Geschichten^^

BzT Die Spielerin von Vince