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Asche im Osten 2

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2 Kapitel - 2.160 Wörter - Erstellt von: Oona - Aktualisiert am: 2017-10-29 - Entwickelt am: - 119 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Sesha, ihr Vater und andere Ostlinge sind unterwegs zu Gehöften in Dunland, um Beute zu stehlen. Allerdings läuft nicht alles nach Plan und die Geschehnisse nehmen eine dramatische Wendung...

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    ((cur))Was bisher geschah:((ecur)) Mit einigen ihres Volkes brach Sesha, erpresst vom Orkgeneral Nedrash, der ihre Mutter und Schwester gefangen hält
    Was bisher geschah:

    Mit einigen ihres Volkes brach Sesha, erpresst vom Orkgeneral Nedrash, der ihre Mutter und Schwester gefangen hält, aus Nurnen auf, wo sie seit Jahren leben, entführt aus ihrer angestammten Heimat. Die junge Kriegerin und ihr Vater stehen unter enormem Druck - sollten sie leer ausgehen, ergeht es ihrer Familie schlecht.

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    Kapitel 2

    Nachdem wir durch das Morgul-Tal Mordor verlassen hatten, warteten wir zwischen den Sträuchern und Bäumen Nord-Ithiliens den Einbruch der Dämmerung ab. Dadurch verloren wir Zeit, liefen aber nicht Gefahr, entdeckt zu werden. Sobald die Sonne untergegangen war, verliessen wir unsere Deckung und eilten weiter. Die unglaubliche Ausdauer der Männer kam uns zu Gunsten, ohne sie hätte nur ich überhaupt Gondor verlassen. Nachdem wir sieben Tage lang durchgehen gereist waren, schmerzten uns alle Gliedern, umso erleichterter waren wir, als wir beim Ende des siebten Tages Dunland erreichten. Verstreut gab es hier Höfe und kleine Ansiedlungen, perfekt für eine Gruppe, die schnelle Beute machen will. Innerhalb kurzer Zeit war ein Bauerndörfchen dem Erdboden gleichgemacht, keine Zeugen, niemand hörte die Angegriffenen schreien. Still und leise wie Marder liessen wir Valania am Rande unseres Ziels stehen – einer kleinen Gruppe von Gehöften – und schlichen selbst in die Häuser. Die ersten Schreie verstummten so schnell wieder, wie sie erklungen waren. Während dem fünf der Männer von Haus zu Haus gingen, eine Spur des Todes hinter sich lassend, ihre Klingen nach kurzer Zeit rot glänzend im kalten Licht der Sterne, stahlen ich und die andern was nur so Platz hatte: Werkzeuge, Saatgut, Lebensmittel. Vater fand drei Pferde in einer Scheune und führte sie aus dem Stall hinaus. Zu guter Letzt zündeten wir die Häuser an. Eins nach dem andern begann, lichterloh zu brennen. Das Stroh auf den Dächern fing so schnell Feuer, das ein einziger Funke genügte. „Nun lass uns verschwinden!“, rief Vater, als die Flammen höher an den Wänden hochzüngelten und die Nacht erhellten. Dies war verräterisch in der Dunkelheit, bald würden die ersten in der Umgebung merken, dass etwas am Horizont nicht stimmte. Wir ergriffen die Stricke der Pferde und einer der Männer wollte soeben die Taschen wieder auf ihre Rücken laden, da riss er plötzlich die Augen auf, keuchte und sank zu Boden. Erschrocken sahen wir alle, was in seinem Rücken steckte: Silbern glitzerte ein dünner Pfeil im Mondlicht, die Spitze tief zwischen des Mannes Schulterblättern. „Elben!“, schrie Vater und löste Panik aus, ebenso wie das erschallende Rufen und Hufgetrappel, das immer näher kam. Die nächsten Pfeile hagelten auf uns nieder, zwei weitere Männer fielen zu Boden und wurden sogleich von den Flammen verschluckt. Vater rannte zu mir und packte mich, jeder von uns hielt den Strick eines Pferdes in der Hand. Wir schwangen uns auf die Rücken der Tiere, bereit zu flüchten. Hilfsbereitschaft untereinander bestand nicht mehr, sobald Gefahr heraufzog. Die einzigen Bande die einem dann noch beschützten, waren die der Familie. Wie auf ein Stichwort galoppierten beide Pferde an, als der Nächste tot umstürzte und ich musste mich an Valanias Mähne festhalten, um nicht von ihrem nackten Rücken zu gleiten. Adrenalin flutete durch meinen Körper, meine Finger kribbelten und waren bereit, im Notfall sofort an meine Dolche zu schiessen. Hinter uns gellten Schreie durch die Nacht, doch nicht die der Dorfbewohner, sondern die unserer eigenen Männer. Ein weiterer hatte es auf ein Pferd geschafft, doch er kam nicht weit: Schon rutschte seine durchstochene Leiche vom Rücken des Tiers, welches verängstigt alleine weiterrannte. Valania spitzte die Ohren, als erwartete sie Unheil, und im nächsten Augenblick erklang ein surrendes Geräusch. Mein warnender Ruf kam zu spät, Vaters Pferd warf den Kopf hoch und wieherte, als er getroffen hinabstürzte. „Nein!“, kreischte ich und wendete Valania, welche einen scharfen Bogen machte und neben Vater anhielt. Ich sprang auf den Boden und liess mich neben dem zuckenden Leib auf die Knie fallen. „Vater!“, keuchte ich und besah, mit einem Mund so staubtrocken wie die Winde Mordors, die Pfeilspitze, die im Rücken eingedrungen war und blutverschmiert unterhalb des Herzens wieder austrat. Es war eine tödliche Wunde, das wusste ich, auch wenn ich es nicht wahrhaben wollte. Wie glühend heisse Nadelstiche vergingen die Sekunden, die Zeit rann ihm davon, die Sand zwischen den Fingern. „Sesha!“, wimmerte Vater und hustete, wobei einige scharlachrote Tropfen aus seinen Mundwinkeln rannen. „Nicht bewegen, sonst…“ Ich wagte es nicht auszusprechen, auch wenn die Tatsache wie eine Drohung in der Luft hing. Alles verschwamm und heisse Tränen flossen meine russgeschwärzten Wangen hinunter. „Sesha, versprich mir, dass Hada und Rasha das hier unversehrt überleben!“ Ich schluckte. „Vater, ich…“ „Versprich es!“, forderte er, seine Augen traten hervor, rote Äderchen verfälschten das gutmütige Dunkelbraun in ihnen. „Ich verspreche es!“, schwor ich und legte für eine Sekunde meine Stirn an seine. „Gut. Und jetzt geh!“, keuchte er und schob mich sanft weg. Harsch schüttelte ich den Kopf. „Ich lasse dich nicht allein!“, schluchzte ich. „Geh!“, rief er, diesmal lauter und forscher und stiess mich von sich. Kurz taumelte ich, dann erhob ich mich und sprang auf Valanias Rücken. Sofort machte die Stute einen Satz weg von meinem Vater und galoppierte los. Ein letztes stummes Schluchzen erschütterte meine Brust, dann war es leer in mir drin. Es gab jetzt keine Zeit, um meinen Vater zu trauern. Jetzt galt es, ihm nicht ins Reich der Toten zu folgen. Valania beschleunigte und schnaubte bei jedem Sprung, den sie tat. Ihre Hufe donnerten über den Boden und das Geräusch mischte sich unter das von andern Pferden. Wir wurden verfolgt. Alarmiert jagte ich Valania eine Anhöhe hinauf. Plötzlich erschien etwas Weisses in meinem Blickfeld. Ein weisses Pferd mit Reiter stand nur wenige Meter vor uns und bäumte sich bedrohlich auf. Die schwarze Stute unter mir stoppte aus vollem Tempo, was mich schwungvoll von ihrem Rücken hob. Mit einem dumpfen Knall schlug ich, das Gesicht gegen unten, auf dem harten Grund auf. Alle Luft wurde mir aus den Lungen gepresst und als ich versuchte aufzustehen, landeten Stiefel neben mir auf dem Boden. „Aufstehen!“, sagte eine klare Stimme.















    Kapitel 3

    Immer noch um Atem ringend drehte ich mich auf den Rücken und sah der Person ins Gesicht, die über mir stand. Ein grossgewachsener Elb hatte einen Bogen gespannt, dessen Pfeilspitze direkt auf meine Brust zielte. Das Haar des Elben war wie flüssiges Gold, das seine Schultern hinunterfloss, seine Augen sahen unschlüssig zu mit hinunter. Unschlüssig darüber, wie er entscheiden sollte. Seine Entscheidung würde eine über Leben und Tod sein. Kurz blinzelte er, spannte die Sehne noch etwas weiter, als würde er gleich loslassen. Tief atmete ich durch und machte mich für den Schmerz bereit, den das Metall verursachen würde, wenn es meinen Brustkorb durchschlug und sich tief in meine Lunge bohrte. Dann begegnete der Elb abermals meinem Blick und senkte den Bogen. „Verzeiht, ich hielt euch für einen der Attentäter…“, entschuldigte er sich und reichte mir die Hand. Erstaunt ergriff ich sie und liess mich von ihm hochziehen. Langsam erkannte ich, was vorging und weshalb er mich nicht erschoss. Er hielt mich nicht für eine der Angreifer. Zum ersten Mal in meinem Leben dankte ich dem Schicksal, dass ich eine Frau war. „Wurdet ihr von den ruchlosen Schlächtern überrascht?“, fragte der blonde Elb und steckte den Pfeil zurück in seinen Köcher. Kurz dachte ich mir etwas aus, bevor ich antwortete. „Ich wurde von einem Schrei geweckt. Als ich das Haus verliess, brannten sie bereits alles nieder. Mit knapper Not konnte ich das Pferd meines Vaters aus dem Stall holen und fliehen…“, log ich und blickte mit gespielter Furcht zurück zu den brennenden Dächern in einiger Entfernung. Der Elb senkte sein schönes Haupt und murmelte: „Es tut mir leid, aber ich fürchte dass keiner überlebt hat.“ Diesmal echte Tränen in den Augen nickte ich. Nein, niemand hatte überlebt. Auch nicht meine Leute. „Wie lautet euer Name?“, wollte der Elb wissen. Ich fasste mich wieder und antwortete: „Mein Name ist Sesha.“ Er nickte und ein leichtes Lächeln erschien auf seinem Gesicht. „Ich heisse Elenion.“ Er senkte seinen Kopf und legte eine Hand an seine Brust. Ich sah in mir etwas genauer an. Er hatte spitze Ohren wie alle Elben und ein leichter rötlicher Schimmer lag über seinen blonden Haaren und liess es scheinen wie mit Kupferstaub bestreut. Elenion war von schlanker aber kräftiger Statur, er wirkte geschmeidig und stark wie ein Löwe. Jedoch machte er einen sehr ruhigen und sanften Eindruck auf mich, was dazu führte, dass ich mich beruhigte. „Sagt mir, Sesha, kann ich euch irgendwie helfen? Habt ihr Verwandte, einen Ort, wo ihr Zuflucht finden könnt?“ Seine Frage überraschte mich. Er sorgte sich um ein Mädchen, das er nicht kannte? „Nein, ich habe keine Verwandten. Ich weiss nicht, wohin ich gehen soll…“, antwortete ich ehrlich und sah zu Boden. „Dann komm mit mir. Ich bin auf dem Weg nach Bruchtal, zu einer Versammlung. Bis dahin kannst du mit mir reisen, wenn du willst!“, schlug er vor und trat einen Schritt auf mich zu. Ein Gedanke kam mir. Eine Hoffnung, die in mir keimte wie ein Spross. Was, wenn ich nicht zurückkehrte? Was, wenn ich nie wieder nach Nurnen ging, wenn ich das Leben in Sklaverei hinter mir liess? Würde man mich suchen, oder mich einfach für tot erklären? Aber nein, so einfach war das nicht. Die Hoffnung, die ich für einen Moment gehabt hatte, starb, verwelkte, als ich an Mutter und Rasha dachte. Sie waren gefangen, in den Händen von Nedrash. Der Ork war zu Gräueltaten fähig, ich hatte nur zu oft gesehen, was er mit Rebellen anstellte. Erinnerungen an Blut, Schreie und verstümmelte Körper blitzten vor meinem inneren Auge auf. Nein, ich konnte dem nicht einfach den Rücken kehren. Irgendwie musste ich es schaffen, nicht mit leeren Händen nach Nurnen zurückzukommen, um meiner restlichen Familie Willen. Aber fürs erste war es besser, mit dem Elben zu gehen. Es war verdächtig, wenn ich mich einfach ins Blaue aufmachte. Und lebensmüde. Ich hatte keine Vorräte, keine Richtung, keinen Plan. Elenion sah mich immer noch an, einen eigenartigen Ausdruck auf dem Gesicht. Sein Blick war auf meine Dolche gefallen. „Ihr seid schwer bewaffnet für eine Bauerstochter!“, bemerkte er, und versuchte nicht, sein Misstrauen zu verstecken. Gehetzt liess ich meine Augen kurz über die Umgebung schweifen. Mehr Elben waren zu uns gestossen – mindestens ein halbes Dutzend. Genug, um eine unvorbereitete Gruppe von Rhunländern zu besiegen, genug um mich ihnen nachzuschicken. „In Zeiten wie diesen kann man nicht bewaffnet genug sein“, erwiderte ich und sah demonstrativ zu den lodernden Flammen. Meine Antwort schien Elenion zu befriedigen, sein Ausdruck entspannte sich. „Geht ihr auf mein Angebot ein? Herr Elrohir wird euch mich Sicherheit wohlgesonnen empfangen. Er hilft jenen in Not!“ Kurz zögerte ich, dann nickte ich jedoch. Elenion ordnete einige Dinge in einer anderen Sprache an. „Fair! Na Imladris. Boe northa lim!“, befahl er den Elben, die um uns herum auf Pferden sassen. Elenion selbst schwang sich auf sein eigenes Tier, das im Dunkel der Nacht zu leuchten schien. Valania stand immer noch etwas hinter mir, sie hatte sich verwirrt nicht vom Fleck gerührt. Nun trat ich neben sie, griff über ihren ungesattelten Rücken und zog mich hoch. Meine Schultern taten mir vom Aufprall etwas weh, weshalb ich es nur mit Mühsal schaffte und vor den Elben keine Szene machte. Auf keinen Fall wollte ich schwach wirken. „Geht es?“, fragte Elenion besorgt, seine Augenbrauen gerunzelt. Beinahe trotzig nickte ich. Der Elb wendete sein Pferd. „Ma!“, sagte er und ritt los. Mit den andern setzte ich mich in Bewegung und verliess den Schauplatz des nächtlichen Gemetzels.



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1508950524
Asche im Osten 2
Asche im Osten 2
Sesha, ihr Vater und andere Ostlinge sind unterwegs zu Gehöften in Dunland, um Beute zu stehlen. Allerdings läuft nicht alles nach Plan und die Geschehnisse nehmen eine dramatische Wendung...
http://www.testedich.de/quiz51/quiz/1508950524/Asche-im-Osten-2
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2017-10-25
402C
Herr der Ringe

Kommentare (15)

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Oona ( von: Oona)
vor 3 Tagen
Asche im Osten 5 ist online, wenn auch in der falschen Kategorie...
Oona ( von: Oona)
vor 7 Tagen
Hey, gerade habe ich den nächsten Teil fertiggestellt und hochgeladen. Demnächst solltet ihr ihn lesen können! Danke für die vielen netten Kommentare! :-)
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 7 Tagen
Hey!
Hoffe,dass sich alles wieder beruhigt hat!!!Freue mich schon auf den nächsten teil!
Tiria (06654)
vor 7 Tagen
Dein Schreibstil ist der Hammer!!
Oona ( von: Oona)
vor 8 Tagen
Tut mir leid, dass so lange nichts mehr gekommen ist, ich hatte schulisch Stress. Im Moment bin ich dran, den 5. Teil zu beenden.
Galadriel (50992)
vor 9 Tagen
Selten so eine gute FF gelesen! Schreib unbedingt weiter!!!
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 11 Tagen
WOW!!!!!Das Kapitel ist sehr gut geschrieben und man fühlt richtig mit Sesha mit,wenn sie darüber nachdenkt,wie sie ihre Familie retten kan!!!Schreib unbedingt weiter!!!!
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 13 Tagen
Ich warte gespannt auf den neuen Teil!!!xD
Tiria (20074)
vor 13 Tagen
Hallo! Ich hab es noch nicht ganz durch, aber es gefällt mir^^
Könntest du bitte bei meinem RPG vorbeischauen?
Oona ( von: Oona)
vor 14 Tagen
Voila, der vierte Teil ist soeben fertig geschrieben. Es dauert wahrscheinlich noch, bis er auf testedich drauf ist, aber er sollte bald kommen!
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 15 Tagen
Der neue Teil ist voll cool!!!!Ich kann mir alles bildlich vorstellen und diese Idee ist schon so schön...Bitte schreib schnell weiter!!!
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 18 Tagen
Danke ich freu mich schon :)
Oona ( von: Oona)
vor 18 Tagen
Hey, lost_hope! Ich habe vor kurzem den dritten Teil geschrieben, er sollte demnächst online gehen! Viel Spass dabei! ;-)
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 18 Tagen
Hey Oona,endlich habe ich Zeit einen längeren Kommentar zu schreiben...😉
Deine FF ist (wie schon im vorigen Kommentar geschrieben) sehr spannend und auch die Idee ist außergewöhnlich (auf die gute Art xD).
Ich mag deinen Schreibstil und du beschreibst alles sehr gut und man kann sich alles bildlich vorstellen.Ich fand die Stelle,an der Seshas Vater gestorben ist,auch traurig (bei so was bin ich sehr emotional xD)...Also bitte schreib weiter,ich würde gerne wissen,wie es weitergeht!
LG lost_hope
lost_hope ( von: lost_hope)
vor 23 Tagen
eine tolle und sehr spannende Geschichte ich würde mich freuen wenn du weiterschreibst