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Ich sehe was, was du nicht siehst!

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1 Kapitel - 3.562 Wörter - Erstellt von: Juna Itlethiel - Aktualisiert am: 2017-10-14 - Entwickelt am: - 113 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Das kleine Elben Mädchen Tia hat sich verlaufen. Findet sie einen Weg zurück?

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    „Ich sehe was, was du nicht siehst.“
    ________________________________________
    von Juna Itlethiel
    Junas Sicht:
    Ich ließ meinen Blick über die Ebene gleiten und sah Heidegras. Viel Heidegras und ein paar rohirische Pferde. Diese waren der Grund, warum meine Schwester Calina und ich von unserer Herde hierhergereist waren. Diese Herde hier war mit einigen unserer Regeln nicht ganz zufrieden und wir mussten das jetzt klären. Naneth und Adar mussten bei unserer Herde bleiben, da bald eine unserer Stuten ein Fohlen bekam. Das war unter Mearas etwas ganz Seltenes. Nun mussten Calina und ich uns also mit einer Herde störrischer Rohan-Pferde herumschlagen. Als ich meinen Blick weiter über die Ebene wandern ließ, sah ich noch mehr Heidegras, noch mehr Heidegras, noch mehr bockige Pferde, ein paar Büsche, Bäume, einen Fluss und … Moment! Lag da nicht etwas bei den Büschen? Ich drehte mich um, gab meiner Schwester kurz telepathisch Bescheid und galoppierte los, in Richtung der Büsche. Als ich näher kam sah ich, dass das Etwas anscheinend ein Kind war und noch lebte. Die Betonung lag auf „noch“, da es anscheinend schwer verwundet war. Etwas weiter erkannte ich noch ein „Etwas“, was ich aber ohne Probleme als Ork erkennen konnte. Tja, manchmal war eine Pferdenase doch ganz praktisch. Der Ork war allerdings tot. Das Kind hatte lange, dunkelbraune, fast schwarze Haare und trug so etwas wie eine Art Reitkleid für Kinder. Ich verwandelte mich in einen Menschen und kniete mich neben das Mädchen, welches sich zu meinem Erstaunen als Elbin entpuppte. Sie hatte einige Schmarren und Kratzer und eine Fleischwunde am Oberarm. In ihrer Hand hielt sie ein langes Messer und hatte sich anscheinend eher schlecht als recht gegen den Ork verteidigt. Sie hatte ihn zwar besiegt, war aber vom Blutverlust und der Anstrengung ohnmächtig geworden. Ich hob das Kind vorsichtig auf, verwandelte mich in einen Zentauren und galoppierte mit ihr an eine geschützte Stelle am Fluss, an der die Herde auch gerade trank. Langsam legte ich das Mädchen auf den Boden und kramte einige Heilkräuter und Verbände aus meiner Tasche. Ich lief kurz zum Fluss um Wasser zum Auswaschen der Wunde
    zu holen und machte mich dann daran, ihr Verletzungen zu versorgen. Die komischen Blicke der anderen Pferde ignorierte ich gekonnt. Danach wickelte ich die Kleine in meine Decke und erklärte erst einmal den neugierigen Pferden, warum ich die Kleine zur Herde gebracht hatte.

    Tías Sicht:
    Als ich wiedererwachte, fühlte ich, dass mein Arm nicht mehr so weh tat. Ich sah mich um und fand mich in eine Decke gehüllt an einem Flussufer mitten in einer Herde von Pferden liegen. Pferde? Was machten die hier und warum starrten die mich so komisch an? Sie guckten nämlich alle äußerst neugierig und eines rannte weg, um wenig später mit einem Mädchen wiederzukommen. Sie war keine Elbin wie ich, wie konnte sie dann eine so enge Verbindung zu Pferden haben? Sie kniete sich vor mich hin und lächelte als sie sagte: „Hallo. Mein Name ist Juna. Ich habe dich vorhin dort hinten gefunden und deine Wunden versorgt. Wie heißt du?“ Sie war das also, die mich hierhergebracht hatte. Die Pferde konnten es ja auch kaum gewesen sein. Schüchtern erwiderte ich: „Ich bin Tía.“ Lieber nicht zu viel verraten. Vielleicht war sie ja auch eine von den Bösen, die mich entführen wollen, von denen Papa mir erzählt hatte? Sie guckte mich aber nett lächelnd an und ich beschloss, dass ich sie mochte. Sie fragte: „Warum warst du denn hier draußen, so ganz alleine?“ Ich antwortete: „Ich wollte mir die Gegend angucken und hab meinen Adar verloren und dann war da dieser Ork und ich hab den Ork kaputt gemacht und dann warst du da!“ Ja, ich war sehr stolz auf mich! El und Ro, meine Cousins, haben mir mal erzählt, dass sie ihre ersten Orks mit 10 getötet hatten und ich war ja erst 4. Und Legolas, mein anderer Cousin, hatte noch gar keinen Ork getötet. Von meiner Schwester und meinem Bruder, brauchte ich gar nicht erst reden. Die hatten bestimmt noch nie einen Ork gesehen. Juna lächelte nur wieder und fragte: „Wo kommst du denn her? Dann kann ich dich zu deinem Adar zurückbringen?“ Ich überlegte, wo Adar jetzt sein könnte. Bei Daernaneth oder Zuhause? Dann kam mir ein ganz anderer Gedanke. Wollte ich zurück? Juna war nett und hier war niemand, der mich in doofe Kleider zwingen würde oder wo ich Stunden lang stillsitzen musste. Hier war auch niemand, der mich immer von Abenteuern abhielt. Nein, ich wollte nicht zurück! Erstmal wollte ich hierbleiben. „Ich weiß es nicht.“, antwortete ich deshalb leise auf Junas Frage. Irgendwie hatte ich jetzt etwas Angst, dass sie mir nicht glauben würde, aber sie meinte nur: „Das ist nicht schlimm. Wir finden deine Familie schon.“

    Junas Sicht:
    Es ist schon blöd, dass Tía nicht wusste, wo sie herkam, aber nicht zu ändern. Dann mussten wir halt in den Elbenreichen nachfragen, ob jemand sie kannte. Das wäre sowieso spannender, als mit bockigen Pferden zu verhandeln und für mich die perfekte Ausrede mich vor den elendig langweiligen Gesprächen zu drücken. Tía begann auch gleich, mich mit kindlicher Neugierde auszufragen, während ich mich um ihr Wunden kümmerte und ihr das Blut aus den Haaren wusch.
    Ich merkte schnell, dass die Kleine eine eigene Meinung hatte und die auch jedem ins Gesicht sagen würde. Irgendwann fragte sie dann: “Duhu? Juna? Wie alt bist du eigentlich?“ Na, toll. Die schwerste Frage überhaupt. „Wie erklärst du das jetzt einem kleinen Kind?“, dachte ich. Ich holte etwas weiter aus, hoffend, dass sie es verstand: „Du weißt doch, das Illuvatár Mittelerde geschaffen hat? Zuerst schuf er das Land, die Gebirge, das Meer und die Pflanzen. Danach die Tiere. Unter ihnen die Pferde, geführt vom König der Pferde, Schattenfell, und seiner Königen Itleth. Es gab sehr viele Pferde, aber nur 99 Mearas in ganz Mittelerde. Und es konnten nur neue Fohlen geboren werden, wenn eines der Alten starb. Daher blieben es immer gleich viele. Neue Fohlen waren etwas ganz besonderes, da die Mearas nur durch Wunden sterben konnten, oder wenn sie es wollten. Lange Zeit, bevor die Elben nach Arda kamen, bekam dann die Königin Itleth ein Fohlen. Es hieß Calina, und sie sorgte sich immer um ihr Volk und war ihnen eine würdige Prinzessin. Allerdings kümmerte sie das Belangen anderer Völker nicht. Dann, nach vielen Jahre, bekam die Königin noch ein Fohlen. Allerdings war dieses etwas ganz besonders! Es hieß, es wäre ein Geschöpf der Valar. Geboren, um Kontakt zu den bald folgenden Elben und Menschen aufzubauen und sie in diese Welt einzuweisen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Das Fohlen wurde als Zentaurin geboren, konnte aber auch die Gestalt eines Pferdes und die eines Menschen annehmen. Bis heute half sie immer, wo sie konnte, blieb aber meistens unerkannt. Bei manchen Völkern mag es Legenden über das Kind der Pferde geben, aber nur wenige wissen, dass das alles wahr ist. Ich bin dieses Kind der Pferde und somit, um auf deine Frage zurück zu kommen, älter als die Zeitrechnung der Elben oder Menschen. Und da uns Pferde Zeit nicht kümmert, kann ich dir mein Alter auch nicht nennen.“ Die Kleine schaute mich verblüfft und ehrfürchtig an, als ich mich einmal in alle meine Formen verwandelte. Danach schien sie begeistert und textete mich noch mehr zu. Irgendwann begann auch ich zu fragen und erfuhr, das Tía 4 Jahre alt war und mit ihrem Vater auf dem Weg war ihre Großeltern zu besuchen.
    Am nächsten Morgen begann dann unsere Reise. Zuerst verlief es friedlich und das einzig Unterhaltsame war Tía auf meinem Rücken, die ungemeinen Spaß daran gefunden hatte, meine Haare, egal als ob Mensch oder Pferd, zu flechten und mich nebenbei Löcher in den Bauch zu fragen.
    Da wir am Rand des Nebelgebirges, in Richtung Bruchtal wanderten, war es nur eine Frage der Zeit, bis wir diesen scheußlichen Kreaturen des Bösen, auch genannt Orks, begegneten. Als der Tag kam lief ich wieder mit Tía auf dem Rücken über eine kahle Ebene, als ich am Horizont eine Bande dieser Scheusale ausmachen konnte. Ich mahnte Tía zur Vorsicht: „Hey, Tía, da kommen einiger dieser bösen Orks, die dir weh getan haben. Ich kümmere mich um sie, keine Angst, aber du musst unbedingt auf meinem Rücken bleiben! Und nimm am besten noch dein Messer in die Hand! Hau einfach drauf!“ Sie befolgte meinem Rat, klammerte sich mit der linken Hand an meine Schulter und hielt mit der rechten ihr kleines Messer fest, obwohl ich sie murmeln hörte: „Ich und Angst! Das glaubst auch nur du!“ Ich schoss mit meinem Bogen die ersten Orks aus der Entfernung ab, bis nur noch etwa 10 weitere standen und ich zu nahe dran war zum Schießen. Ich holte mir mit meiner rechten Hand mein Schwert dazu, behielt in der linken aber den Bogen, da ich zum Verstauen keine Zeit mehr hatte und er auch an beiden Enden über scharfe Klingen verfügte. Ich zertrampelte dem ersten Ork den Schädel und säbelte dem zweiten mit der Klinge meines Bogens den Kopf ab. Ich parierte einen Schwerthieb von Nummer 3 und stach währenddessen Nummer 4 mit der hinteren Klinge des Bogens in den Bauch, dem Tía mutig mit ihrem kleinem Messer in den Arm gehackt hatte. Während ich Nummer 3 abmurkste, trat ich mit meinem Hinterlauf nach Nummer 5, musste dann aber einen Schritt zurücktreten um einem Schwerthieb von Nummer 6 zu entgehen. Ich stieg auf die Hinterbeine und zerquetschte so Nummer 6, der Nummer 7 mit unter sich begrab. 8,9 und 10 erledigte ich noch mit meinem Schwert und dem Bogen, wobei Tía mir tatkräftig half. Am Ende waren alle Orks tot und wir hatten nicht mal einen Kratzer.
    Der Rest der Reise nach Bruchtal verlief ereignislos, obwohl ich mit Tía von jetzt an, dank ihres Bettelns und Flehens, wenn wir rasteten, den Schwertkampf und den Kampf mit dem Langmesser übte. Schließlich überquerten wir die Furten des Bruíns und erreichten Bruchtal nach einem Monat am frühen Nachmittag. Vor den Toren Bruchtals hielt ich kurz an, nahm Tía von meinem Rücken und verwandelte mich in einen Menschen. Ich mochte es nicht, wenn zu viele von meiner anderen Gestalt wussten. Wir wurden auf dem Vorplatz traditionell von Lindír begrüßt. Ich erkundigte mich gleich nach dem Verbleib von Herrn Elrond und erklärte den Grund unseres Kommens. Das war aber nicht mehr nötig, als zwei Elben die breite Vortreppe herunterschritten, mich erstaunt musterten und sich kurz darauf auf dem Hosenboden sitzend wiederfanden. Ich hörte den Grund sogleich, den Tía rief mit lauter Stimme: „EL! RO! Ich bin wieder da! Ich war mit Adar auf dem Weg zu Oma und Opa, aber ich habe Papa verloren und dann hat mich Juna gefunden und wir haben zusammen Orks gematscht und jetzt sind wir hier!“ Ich hatte mich ja mittlerweile an Tías Gebrabbel gewöhnt und auch die Söhne Elronds schienen nach kurzer Denkpause verstanden zu haben, was die Kleine da von sich gab. Ich erklärte es ihnen dann trotzdem noch mal etwas langsamer. Auch mir wurden später die Hintergründe erklärt. Thalia, Tías richtiger Name (den sie aber nicht leiden konnte), war mit ihrem Vater hier zu Besuch gewesen und die beiden Elben samt Eskorte hatten sich wenig später auf den Weg nach Loríen gemacht, um Tías Großmutter, die hohe Herrin Galadriel (die ich als einen weiteren meiner Schützlinge ansah, denen ich hin und wieder half), zu besuchen. Die Familienverhältnisse verstand ich noch nicht so ganz, da mir das alles zu kompliziert war. Wir machten uns nach einigen Absprachen mit Lord Elrond auf nach Mondtal, ein sehr verstecktes Elbenreich, um Tía zurück zu bringen. Die war darüber nicht so erfreut, da sie ihre Mutter und ihre Schwester nicht so recht leiden konnte. Das würde ich aber nach ihren Schilderungen bestimmt auch nicht. Ich hasste ebenfalls Leute, die einen bemutterten oder in Kleider stecken wollten!
    Nach einer Woche brachen Tía, die Zwillinge Eladan und Elohir, genannt El und Ro, und ich dann wieder auf. Die Zwillinge und ich zu Pferd, und Tía wechselte von einem zum anderen. Ich ritt auf einem Pferd, da ich nicht wollte, dass die Brüder mich als Zentauren sahen. Sie wussten bestimmt von der Legende über „den Zentaur“, das Geschöpf der Valar. So hatte ich wenigstens ein paar Freunde, die mich nicht verehrten. Bei Tía was das anders, dazu war sie einfach noch zu klein. Die Zwillinge würden mich aber anders behandeln als sie es tat. Ich ritt also auf einer Schimmelstute, die zu meinem Pech sehr redselig war und mich die ganze Zeit telepathisch zutextete. Ich bedankte mich mehrmals, dass ich sie reiten durfte, aber sie wollte davon nichts wissen und behandelte mich sehr ehrfürchtig. Tía währenddessen hatte eine neue Beschäftigung gefunden. Da ihr keine Fragen mehr für mich über Pferde einfielen, fragte sie die Zwillinge alle 5 Minuten, ob wir bald da seien, wie lange es noch dauern würde, wie oft wir noch traben würden und, und, und. Die Zwillinge wurden allmählich ziemlich genervt. Aber ich sah, dass Tía nur Spaß machte, denn wenn die Zwillinge nicht zu ihr sahen, wenn sie versuchten, sie konsequent zu ignorieren, dann konnte Tía ihr Grinsen nicht immer zurückhalten. Ich erlöste die Zwillinge dann, indem ich das kleine Mädchen vor mich aufs Pferd setzte und mit ihr „Ich sehe was, was du nicht siehst“ spielte. Ein Spiel der Menschen, welches die Kinder in den Straßen spielten. Tía verstand es schnell und im Verlauf unserer Reise wurde es zu ihrem Lieblingsspiel. Immer, wenn ihr langweilig war, spielte sie es mit mir oder den Elbenbrüdern. Nach fünf Tagen war ich mir nicht mehr sicher, ob es eine gute Idee gewesen war, ihr das Spiel beizubringen. Denn kurz vor der Pforte von Rohan überlegten wir, ob wie gleich nach Mondtal oder erst nach Loríen reiten sollten. Tía gängelte so lange, bis wir uns für Mondtal entschieden. Sie wollte partout nicht nach Loríen. Ich fragte sie auch, warum sie mir vorher nicht gesagt hatte, wo sie herkommt. Ihre Antwort rührte mich, da sie meinte, dass sie mich nett finde und nicht von mir weg wollte. Der Blick dabei, wie sie das sagte, war einfach nur niedlich. Was ich ihr aber nie sagen würde, da sie nun unbedingt eine Kriegerin sein wollte und alles, was sie was sie zum Mädchen machte, außer ihrer langen Haare, verabscheute. Zwischendurch versuchte sie mir immer wieder ihren kompletten Stammbaum zu erklären, aber außer, dass sie mit fast jedem berühmten Herrscher verwandt war, verstand ich nichts davon. Das könnte aber auch daran liegen, dass Tía erst vier war und es anscheinend selbst noch nicht ganz verstanden hatte.
    Nach eineinhalb Monaten erreichten wir die Grenzen Mondtals. Tía und ich spielten mal wieder „Ich sehe was, was du nicht siehst“ . „Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist ... rotbraun.“, sagte ich. „Das Eichhörnchen!“, antwortete Tía so schnell wie ein vom Bogen geschossener Pfeil. Wie sah die so etwas? Mal ehrlich! Wir waren hier im Wald! Nun war Tía an der Reihe: „Ich sehe was, was du nicht siehst, und das...glitzert in der Sonne.“ Was glitzert hier denn bitteschön? Ich überlegte noch, als Eladan auf einmal rief: „Die Grenzwache von Mondtal!“ Und schon waren wir umstellt. Tía sagte nur ganz gelassen: „Nicht ganz! Ich meinte einen Helm von ihnen!“ Das konnte auch nur sie bringen. Wir waren umzingelt von etwa 20 der besten Krieger der Grenzwache, und sie war pingelig. Elohir rief den Elbenkriegern zu:
    „Mae govannen! Wir sind Eladan und Elohir ó imladis und Juna. Wir bringen ein Elbenkind zurück, dass auf der Ebene von Rohan verloren gegangen ist.“ Die Elben ließen uns unbehelligt passieren, da die Zwillinge hier anscheinend bekannt waren. Am nächsten Tag erreichten wir die Hauptstadt Mondtals. Es war erstaunlich zu sehen, wie die luftige Bauweiset der Elben mit den Gesteinen und Erzen des Tals kombiniert waren. Es gab Häuser, die komplett aus Stein oder Marmor gebaut waren, während andere hoch oben in den Bäumen gewachsen waren. Mondtal war bekannt als ein Königreich, welches viel vom Abbau von Steinen und der Schmiedekunst, allerdings auch vom Kampf, verstand. Die Edelsteine und Krieger Mondtals galten als die besten der Elben. Tía war wieder fleißig dabei, ihr neues Lieblingsspiel zu spielen. Wir ritten Richtung Palast und überließen einem Stallknecht unsere Pferde. Wir schlenderten also durch den großen Palastgarten, während Tía vor uns herumhüpfte und wieder mit uns spielte. Auif einmal sah sie einen blonden Elb mit besorgtem Gesicht die Vortreppe heruntersteigen und rannte mitten im Satz los. „Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist ... ADAR!“ Sie fiel dem Elben um den Hals. Der konnte sich gerade noch auf den Beinen halten. Er strahlte nun und ich war sicher, dass er seine Tochter bestimmt sehr vermisst hatte. Die Zwillinge und ich schritten näher heran und ich bemerkte, dass mir der Elb bekannt vorkam. Nach einem Moment fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Das war der König von Mondtal – Talorion. Doch soweit ich wusste, hatte er nur zwei Kinder. Einen Sohn – Tarion – und eine Tochter – Tasila. Aber die war älter als Tía... Jetzt fiel mir auch die Ähnlichkeit der beiden auf. So wie der König die Kleine in die Arme schloss, musste sie ihm sehr nahe stehen. Täuschte ich mich, oder sah ich da beim König sogar eine Träne der Freude seine Wange hinunterlaufen? Nachdem die Wiedersehensfreude sich bei beiden etwas gelegt hatte, sprach der König zu uns: „Ich danke euch von Herzen, dass ihr mir meine Tochter zurückgebracht habt. Ihr seid auf immer in Mondtal willkommen! Doch erzählt mir bitte, wie ihr meine Tochter gefunden habt.“ Damit führte er uns in eine Art Besprechungsraum und ich erzählte ihm, wie ich Tía gefunden hatte. Er war gar nicht verwundert, als ich berichtete, dass sie mir nicht sagen wollte, wo sie herkam. Er meinte, dass er sich so etwas schon gedacht hatte. Tía hätte halt einen riesigen Sturkopf.
    In den nächsten Tagen blieben wir alle noch in Mondtal, auch weil ich glaubte, dass der kleine Wirbelwind uns nicht gehen lassen würde. In diesen Tagen wurde fast jeder Bewohner Mondtals mindestens einmal pro Tag von Tía genötigt, mit ihr „Ich sehe was, was du nicht siehst“ zu spielen. Es sei denn, sie übte mit den Kriegern den Schwertkampf. Während unserer Reise hatten die Zwillinge und ich immer wieder mit ihr geübt und sie war wirklich gut geworden. Jetzt demütigte sie die Krieger ihres Vaters, gegen die sie immer gewann, weil diese sie einfach unterschätzten. Mich nervte sie am meisten mit diesem Spiel. Ich bereute es langsam wirklich, es ihr beigebracht zu haben. Während unserer gemeinsame Reise und der Zeit in Mondtal hatte ich Tía so ins Herz geschlossen, dass ich Talorions Vorschlag, Tías Patin zu werden, überhaupt nicht ablehnen konnte. Nach zwei Wochen war es dann aber Zeit für uns wieder aufzubrechen. Die Zwillinge wollten nach Hause und mich hatte eine telepathische Nachricht von Calina erreicht. In die Diskussionen mit den rohirischen Pferden wollten sich nun auch Menschen einmischen und sie brauchten mich zur Vermittlung. ich musste Tía tausend mal versprechen bald wieder zu kommen, da sie mich ja nicht besuchen kommen könnte. Nach gefühlt tausend Versprechungen und Tränen verabschiedete sich die Kleine endgültig von mir mit dem Satz: „ Ich sehe was, was gleich nicht mehr da ist, und bald wiederkommt, und das ist ....Juna!“










    Anmerkung der Autorin:
    Diese Geschichte basiert auf den Romanen „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tokien. Ich habe nur die Charaktere Juna und Tía, die Stadt Mondtal und die Legende über die Mearas erfunden, wobei ich versuchte, so nahe wie möglich am Original zu bleiben.

Kommentare (1)

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Sternenschreiber (61489)
vor 34 Tagen
Deine Geschichte ist einfach mega toll! Du hast einen wunderbaren Schreibstill und...mir fehlen die Worte(jetzt ehrlich ich weis nicht was ich schreiben soll😅 ) Auf jedenfall musst du weiter schreiben! Die Geschichte ist zu gut um nicht weiter geschrieben zu werden! Mach weiter so!

Lg Stern