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Sieben Worte für ein Wunder - Vergeltung

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2 Kapitel - 1.125 Wörter - Erstellt von: Mesel - Aktualisiert am: 2017-10-14 - Entwickelt am: - 68 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Mein Beitrag zu dem Schreibwettbewerb von Torden, Oktober 2017.

http://www.testedich.de/quiz44/quiz/1475077173/Sieben-Worte-fuer-ein-Wunder-Ein-Schreibwettbewerb

    1
    Wörter:

    Würfel
    Weltwunder
    Zwerg
    Sünde
    sieben (Verb)
    feiern
    doppeldeutig

    2
    Jake fluchte. Erneut hatte er sich geschnitten. Blut tropfte auf den Tisch. Schwere rote Tropfen, mit einem leisen Trommeln, als wollten sie seine Arbeit dramatisieren.
    Schnell wickelte er einen Stofffetzen um seinen Finger und wandte sich wieder dem toten Hasen zu der vor ihm lag, und den er gerade am ausweiden war.
    Sein großer Bruder hatte ihn geschossen, er kümmerte sich immer darum. Seit ihr Eltern starben, waren sie allein. Irgendwo im Nirgendwo, in einer einsamen Holzhütte mitten im Wald. Und ihr mühsamer Begleiter namens Alltag war immer derselbe.
    Robb war noch draußen, er versuchte noch etwas zu erwischen, bevor die Dunkelheit alles in ihren Bann zog.
    Er erledigte immer die Arbeit außerhalb der Hütte, Jake kümmerte sich um das Essen, den Haushalt und alle damit verbundenen Aufgaben.
    Er blickte auf und sah aus dem Fenster. Die Dämmerung brach herein, Robb konnte nicht mehr lang brauchen. Und tatsächlich, gerade als Jake diesen Gedanken erfasst hatte, öffnete sich die Tür und Robb kam herein.
    "Na du Zwerg?", lächelte er.
    "Kein Glück?", fragte Jake.
    Robbs Miene verdüsterte sich. "Nein", antworte er, "ich hab nicht mal was gesehen. Ich hab das Gefühl die Tiere sind zu vorsichtig geworden."
    Jake drehte sich wieder zum Hasen um. "Naja", entgegnete er langsam, "vielleicht würde es etwas ändern wenn ich morgen mitkäme."
    Jake konnte Robbs Gesicht nicht sehen, aber er stellte sich schon vor wie sich seine Augenbrauen zusammenzogen, seine Sorgenfalte wieder auf seine Stirn trat.
    "Ich weiß nicht", sagte Robb nun langsam, "du bist doch noch so klein."
    Nun drehte sich Jake doch um. "Robb, ich bin vierzehn. Außerdem kommt es nicht auf die Größe an."
    Robb grinste. "Dass das von dir kommt wundert mich nicht."
    Jake verdrehte die Augen. "Bitte Robb, denk nicht gleich so doppeldeutig", meinte er, "Ich meine es ernst."
    Robbs Mimik wurde wieder ernst. "Ich weiß nicht Jake", find er an, "Ich will nichts riskieren."
    Jake sah in seinem Gesicht, dass er schnellstmöglich nach einem Themenwechsel suchte. "Kannst du mir eine Fackel holen?", fragte er schließlich, "Ich will noch ein wenig Holz hacken gehen."
    "Bist du sicher?", fragte Jake während er zum Schrank ging, "Es wäre ein Weltwunder wenn du jetzt noch etwas sehen könntest."
    "Wird schon schiefgehen", erwiderte Robb und nahm die Fackel entgegen. "Du kannst schon mal anfangen den Dreck aus dem Fleisch zu sieben, ich bin in gleich wieder da."
    Und mit diesen Worten ging er hinaus.
    Jake machte sich an die Arbeit, Robb würde ja gleich zurück sein. Doch langsam wurde es dunkel.
    Jake legte das Sieb beiseite. Vielleicht sollte er doch hintergehen, einfach nur um zu sehen dass Robb auch wieder nach Hause fand. Nach ein paar Sekunden fasste er schließlich einen Entschluss, zog sich Schuhe und Jacke an, nahm eine Fackel in die Hand und machte sich auf den Weg.
    Im Wald war es stockduster, nur durch seine Fackel konnte Jake gerade mal ein paar Meter weit sehen. Von Robb war keine Spur.
    Nach ein paar Minuten war Jake schon mulmig zumute, als er plötzlich einen schwachen Lichtschein durch die Bäume erkennen konnte.
    Erleichtert atmete Jake aus, ging auf das Licht zu, bog ein paar Äste zu Seite und - hielt an.
    Vor ihm lag eine Fackel. Robbs Fackel.
    Jake stockte der Atem. Robb lag direkt daneben, Blut strömte aus seiner Brust.
    Hastig kniete sich Jake neben ihn, versuchte die Blutung zu stoppen, irgendetwas zu tun, doch es war zu spät, der Boden um ihn war rot und Robb blass.
    "Er dachte wohl ich hätte Kleingeld dabei.", sagte Robb langsam.
    Jake schauderte. "Das wird nicht passieren."
    "Hey", lächelte Robb schwach, "Du bist erwachsen geworden. Verzeih meine Zweifel. Tu mir nur einen Gefallen, ja? Verlass diesen Wald. Tu das was ich mich nicht traute. Zieh ins Unbekannte, finde eine fremde Stadt, geh feiern, trinken, was auch immer, aber bitte lass dieses friedlose Leben hinter dir."
    Jake schloss kurz die Augen, dann nickte er langsam.
    "Sieh in meinen Taschen nach", sagte Robb.
    Jake tat wie geheißen. Die linke Hosentasche war leer. In der rechten fand er schließlich etwas, einen kleinen hölzernen Würfel.
    "Der gehörte Vater. Durch ihn waren sie immer bei uns. Und jetzt sind wir alle bei dir."
    Robb blickte Jake an, dann regte er sich nicht mehr.
    Eine Weile blieb Jake wo er war, doch dann hörte er im Dickicht vor ihm ein leises Knacken.
    Langsam nahm er die Axt, die Robb noch immer schwach umklammert hielt, und richtete sich auf.
    Plötzlich schnellte aus dem Gebüsch vor ihm eine Gestalt eines Mannes hoch und rannte davon. In seiner Hand hielt er ein Messer.
    Kurzum rannte Jake hinterher. Der Mann hatte einen leichten Vorsprung, doch er war langsam, zu langsam. Jake kam immer näher, er war nur noch wenige Meter entfernt. Der Mann atmete immer schneller und lauter aus, versuchte zu beschleunigen, doch Jake hatte ihn schon eingeholt und drückte ihn zu Boden.
    Der Mörder blickte zu ihm hoch, Angst stand ihm ins Gesicht geschrieben.
    Jakes Augen waren ohne Mitleid auf ihn gerichtet.
    "Du hast eine Sünde getan", sprach er, "Du hast ein Leben genommen in der Hoffnung dich selbst damit zu bereichern. Dafür wirst du in der Hölle schmoren."
    Dann hob er die Axt.

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