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In Worlds of Magic 4

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1 Kapitel - 11.712 Wörter - Erstellt von: Alexa2187 - Aktualisiert am: 2017-10-08 - Entwickelt am: - 95 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Der Krieg steht kurz vor der Tür. Der vierte und letzte Teil meiner Harry Potter Fanfiktion.

    1
    Ich stehe im grellen Sonnenlicht auf einer Wiese. Ich kenne diese Wiese, sehr gut sogar. Sie ist in New Orleans in Amerika. Hier bin ich immer hingegangen, wenn ich nachdenken wollte. Ich mochte sie schon als kleines Kind, als ich noch hier ganz in der Nähe gewohnt habe. Warum bin ich hier? Wie bin ich hierhergekommen? Ich sehe an mir hinunter. Ich trage ein schneeweißes, langes Kleid und meine langen, braunen Haare wehen im Wind. Ich drehe mich im Kreis und sehe mich um, als eine hallende Stimme in meinem Kopf ertönt. „Du bist besorgt.“ Sofort beginnt mein Herz schneller zu schlagen. „Ja.“, antworte ich schlicht. „Warum?“, fragt die Stimme. „Wo bist du?“ „Überall und nirgends zugleich.“ „Ich verstehe das nicht, das kann nicht sein!“, rufe ich. Er ist nicht hier. Er ist tot! Er ist woanders, bei James und Lily. „Stimmt. Es ist nicht wahr. Alles ist nur eine Lüge, eine Wahnvorstellung.“, meint die Stimme, da erscheint eine Person vor mir. Es ist Sirius! Ich schüttle heftig den Kopf. „Das ist nicht wahr! Es ist nicht echt!“, flüstere ich immer wieder. Er lächelt mir zu. „Hör auf! Geh weg! Du kannst nicht hier sein! Verschwinde aus meinem Kopf!“, befehle ich mir selbst.
    Ich wache auf. Mein Herz schlägt schnell, viel zu schnell. Mein Atem ist unruhig. Alles ist unruhig in mir. Langsam stehe ich auf und fahre mir durch die Haare. Diese Art von verwirrenden Träumen jagt mich schon die ganzen Ferien über. Ich brauche dringend Ablenkung.
    Ich gehe in die Küche. Remus‘ Küche. Ich wohne bei ihm, schon seit fast zwei Monaten. Ich konnte einfach nicht im Grimmauldplatz wohnen, wo es doch sein Haus ist. Wo dort doch so viel Erinnerung ist, so viel Vergangenheit. Ich trinke etwas und gehe dann wieder in mein Zimmer. Da ziehe ich mich dann um und gehe nach draußen. Früher wäre ich jetzt in den nächsten Wald gegangen und wäre als Wölfin herumspaziert, doch das bin ich nicht mehr. Mit ernstem Gesicht streife ich durch die leeren Straßen und bleibe dort, bis die Sonne schon einen hohen Stand erreicht hat. Dann erst gehe ich zurück und koche etwas zu Mittag. Remus ist nicht da, schon seit einigen Tagen nicht mehr. Ich weiß nicht, was er macht, ich wollte es nicht wissen. Er ist halt nicht da, das macht ja nicht, habe ich mir gesagt. Geht mich auch nichts an und so… Lustlos stopfe ich das Essen in meinen Mund, als mein Blick auf meinen Zauberstab fällt. Mir kommt eine Idee und ich hole ihn und schließe die Augen. Ich habe es noch nicht hinbekommen, immer noch nicht, aber jetzt werde ich. „Expecto Patronum!“, flüstere ich. Nichts passiert. „Expecto Patronum!“, sage ich lauter. Ein wenig blau-silberner Rauch steigt aus der Spitze meines Zauberstabs auf. „Expecto Patronum!“ Da, der Dampf nimmt langsam Gestalt an. Mit gerunzelter Stirn beobachte ich, wie sich langsam eine kleine Schwalbe bildet. Es ist also immer noch ein Vogel. Warum ist es immer noch ein Vogel? Ich hatte ehrlich gesagt etwas anderes erwartet... Ich hatte mich doch verändert. Anscheinend nicht! Lächelnd folge ich dem Tier mit den Augen, wie es vor mir hin und her schwirrt und fasse einen Entschluss. Ich werde nicht länger hier vergammeln. Ich greife nach meinem Beutel und stürze voller Elan vor die Tür. Ja! Ich, ich bin Kathrine Croft, niemand anderes, als das Mädchen, dass gut drauf ist, obwohl sie allen Grund zum Kotzen hat! Das bin ich und das war ich auch schon immer! Mit einem Lächeln auf den Lippen appariere ich zum Fuchsbau. Keine Ahnung warum da hin, aber ich habe Lust sie zu besuchen und ich bin mir sicher, dass sie sich freuen. Also spaziere ich auf den Turm zu und klopfe an der Tür. Es dauert einen Moment, bis jemand die Tür öffnet. „Bill!“, begrüße ich und er lächelt etwas verwirrt. „Kathrine, komm doch rein!“ Dankend trete ich ein und er meint: „Es ist eine Weile her, nicht? Du warst nicht bei den Ordenstreffen, es gab schon Gerüchte, du würdest aussteigen…“ „Was? Nein, das habe ich doch gar nicht vor, ich musste nur eine Weile allein sein…“, rechtfertige ich mich, als eine junge Frau mit langen, beinahe silbernen Haaren die Treppe runterkommt. „Fleur! Darf ich vorstellen, Kathrine Croft. Kathrine, das ist Fleur, meine Freundin.“ Sie lächelt mir höflich zu und ich sage: „Es ist mir eine Freude.“ Dann läuft sie zu Bill und gibt ihm einen kurzen Kuss. Sofort erstarrt meine Miene und ich starre auf den Boden. Jetzt reiß dich aber mal zusammen, Kate! Freu dich doch für sie! „Möchtest du etwas trinken?“, bietet mir Fleur mit einem starken Französischen Akzent an und ich nicke. „Ja, gerne! Wo sind denn die anderen?“, frage ich Bill, während Fleur mir einen Tee aufsetzt. „Mum und Dad sind mit Ron, Ginny, Harry und Hermine in der Winkelgasse, um die Sachen für’s neue Schuljahr zu besorgen. Ähm Fleur und ich planen gerade die Hochzeit.“, erklärt er die vielen Magazine und Prospekte auf dem Tisch. Hochzeit also… Ja, vor dem Krieg noch heiraten, falls man keine Möglichkeit mehr dazu haben wird, kenn ich. Krieg. Schmerz. Verlust. Das ist, was auf uns alle zukommt. „Du lebst bei Lupin, richtig?“ „Ja, er ist aber nicht viel da.“ „Stimmt, er ist im Untergrund, die Werwölfe schließen sich aber trotzdem Voldemort an…“, meint Bill deprimiert. Ich seufze, tja, Fudge hat viel falsch gemacht, Werwölfe so aus der Gesellschaft zu stoßen, vielleicht ist dieser Scrimgeour ja besser… „Was läuft denn gerade so im Orden?“, frage ich, um endlich wieder auf den neusten Stand der Dinge zu kommen, nachdem ich die ganzen Sommerferien nur bei Remus zuhause war. „Nun, Kingsley ist der Sekretär des Muggelministers geworden, um ihm Schutz zu bieten.“ Dankend nehme ich die Tasse an, die Fleur mir hinstellt und verschlucke mich sofort. „Kingsley soll Sekretär sein?“, meine ich prustend. Bill grinst. „Kann man sich nicht so richtig vorstellen, nicht wahr?“ Ich nicke beteuernd und Bill setzt seine Erzählungen fort.
    Es ist schon etwas später am Abend, als auf einmal auf einer Uhr mit allen Familienmitliedern der Weasleys die Zeiger von Molly, Arthur, Ron und Ginny auf unterwegs umspringen. „Ah, sie kommen.“, meint Bill und ich stehe auf. Harry wird mit ihnen kommen! Es ist einen Monat her, dass ich ihn gesehen habe, hoffentlich ging es ihm bei Lilys Schwester einigermaßen gut, ich habe ja schon Horrorgeschichten über die Dursleys gehört… Die Tür geht auf und allen voran kommt Mr. Weasley ins Haus. Er hat den Zauberstab gezückt. Dann räuspert er sich. „Bill, was… Kathrine?“, unterbricht er sich selbst. Ich nicke und begrüße alle. Dann hebt er erneut den Zauberstab. „Kathrine, was haben wir bei der letzten Ordensversammlung besprochen?“ „Ich weiß es nicht genau, ich war nicht anwesend.“, antworte ich klar und er lächelt. „Sehr gut! Schön, dich zu sehen, was machst du denn hier?“, fragt Molly und umarmt mich kurz. „Ich dacht, ich besuche euch mal, Bill hat mich beschäftigt, weil ihr nicht da ward.“ Sie nickt und alle legen ihre Umhänge ab. „Harry Potter!“, begrüße ich ihn und er lächelt mich an. „Kathrine. Wie geht’s dir?“ „Äh in Ordnung, dir?“ „Auch gut, ich bin ja jetzt hier.“ „So schlimm?“ Er zuckt mit den Schultern. „Ist jetzt auch egal…“ Nein, ist nicht egal! Ich habe meine Kindheit bei meiner Familie immer aufgeben müssen, sie war einfach nicht da und ich wünsche keinem anderen dieses Schicksal! Kurz versinke ich in Lilys… seinen Augen, gehe dann aber zur Seite und lasse sie in die Küche. „Hallo, Hermine, Tag, Ron!“, begrüße ich schließlich auch die anderen. „Na, dann mache ich jetzt mal etwas zu essen.“, ruft Molly und lädt mich ein. Nach kurzem Zögern nehme ich an und essen mit ihnen zu Abend.
    *Zeitsprung* 1. September 1996
    „An was denkst du denn?“, frage ich Harry, als wir in King’s Cross angekommen sind. Aus den Gedanken gerissen sieht er mich fragend an. „Na, ich seh‘ doch förmlich, wie es in deinem Kopf rattert!“ Er winkt aber nur ab, da kommt Molly und umarmt ihn fest. Dann packt ihn einer der Auroren, die zum Begleitschutz gekommen sind, doch Harry entwindet sich aus dem Griff und geht allein durch die Absperrung. Ich hebe noch die Hand zur Verabschiedung, doch er bemerkt es nicht. Als alle Kinder durch sind, seufze ich und verabschiede mich von Mr. Und Mrs. Weasley. Langsam verlasse ich den Bahnhof und gehe zurück zu Remus‘ Wohnung. Ich lege meinen Beutel ab und setze mich auf das Sofa. Remus ist nicht da, wie auch die letzten Wochen nicht… Ich kaue auf meiner Unterlippe herum, unwissend, was ich tun soll, da fällt mein Blick auf den Kalender. Vielleicht habe ich ja noch Genug Zutaten, um einen neuen Wolfsbanntrank aufzusetzen. Ich habe eigentlich genug, aber naja… Also öffne ich meinen Beutel und lege ihn auf den Boden. Ich setze beide Füße hinein und steige die Hölzerne Leiter hinunter in mein „Labor“ Ich habe hier einfach alles, was man zum Brauen braucht. Die Wände bestehen quasi aus Schränken, indem unzählbar viele Bücher sind. Außerdem noch Kartons, die ich eigentlich schon längst ausräumen wollte, leere und gefüllte Fläschchen und Violen und ein paar Zutaten, in denen ich jetzt nach den für Wolfsbanntrank nötigen suche. Mensch, ich habe ja echt so gut wie nichts mehr! Damit kann man nicht mal die leichtesten Zaubertränke machen! Ich habe also eine Beschäftigung gefunden! Besorge ich doch einfach mal ein paar Sachen, Ingwerwurzeln zum Beispiel, wachsen im Wrest Park. Ich rühre noch einmal schnell den Trank, der noch im Kessel verweilen muss, um und steige dann wieder aus meinem Beutel. Mit dem Zauberstab in der Hand verlasse ich Remus Wohnung und bin disappariert.
    Als ich wieder erfolgreich zurückkehre und vor der Haustür stehe, sehe ich, dass innen Licht brennt und hebe den Zauberstab. Dann trete ich ein und gehe lautlos ins Wohnzimmer. Als ich sehe, dass Remus sich dort auf das Sofa gesetzt hat und anscheinend eingenickt ist, muss ich lächeln. Ich werde noch paranoid, ist doch klar, dass Remus in seine eigene Wohnung kommt! Ich packe die Wurzeln schnell in meinen Beutel und mache dann das Licht aus, damit er in Ruhe weiterschlafen kann. Dann schleiche ich in sein Zimmer und ziehe mich um, bevor ich mich auch hinlege. Normalerweise schlafe ich auf der Couch, aber wenn er unbedingt will…
    Am nächsten Morgen ist mein Freund schon wach, als ich noch müde in die Küche komme. „Guten Morgen!“, begrüßt er mich munter und ich umarme ihn. „Morgen!“ „Wo warst du gestern Abend?“ „Wo warst du die ganze letzte Woche?“, gebe ich zurück und mache mir einen Tee. „Immer noch kein Erfolg mit den Werwölfen?“, frage ich und setze mich an den Tisch. Er seufzt leise. „Ich hab’s aufgegeben. Ich versuche schon seit 6 Wochen sie zu überreden, sie werden sich uns nicht anschließen, sie sind auf Voldemorts Seite im Krieg. Woher weißt du das überhaupt?“ Das war ganz klar eine Anspielung auf meine Bocklosigkeit die letzten Wochen. Ich war ja auch nicht bei den Treffen, also kann ich gar nicht wissen, was für Aufträge er hat. „Ich hab‘ mich eben informiert. Es tut mir leid, dass ich mich hängen hab’ lassen… Ich mach alles wieder gut, versprochen!“ Remus lächelt etwas erleichtert und ich trinke einen Schluck Tee. „Freut mich! Wir treffen uns heute Abend wieder bei Molly, du solltest auch kommen!“ „Werde ich!“, stelle ich klar fest und entlocke ihm erneut ein Lächeln.
    Es ist schon dunkel, als das Treffen beginnt und wir zum Fuchsbau gehen. Außer Remus und mir sind noch Tonks, Mad-eye, Kingsley, natürlich Molly und Arthur, Bill und Fleur und Dumbledore anwesend. „Kathrine, schön, dass du da bist!“, meint er zur Begrüßung, bevor die Versammlung beginnt. „Also, in der Muggelwelt ist einiges los!“, fängt Kingsley mit den ernsten Themen an. „Brücken stürzen ein, öffentliche Orte werden angegriffen, die Todesser machen immer weiter mit dem Terror.“ Ich seufze. Das kann ja was werden, geht jetzt alles wieder von vorne los? Wie im ersten Zaubererkrieg? „Wir hatten heute zum Beispiel einen Anschlag auf ein Café in London.“, meint Arthur. „Es gab eine riesige Explosion und viele Muggel wurden verletzt.“ „Und wurde das Café schon wiederaufgebaut?“, schalte ich mich ein. Mad-eye grummelt: „Nein, bei Muggel dauert das ‘ne Weile…“ „Ich weiß, aber wir könnten doch helfen, oder nicht?“ „Wie, ohne das Geheimhaltungsgesetz zu brechen?“, fragt Bill und Fleur nickt ihm zustimmend zu. Stimmt schon, aber irgendwas müssen wir doch tun, oder nicht? „Ich finde trotzdem, dass wir helfen sollten. Ich meine, es wurde durch Zauberei zerstört, dann soll es auch durch Zauberei wiederaufgebaut werden!“ „Kate, ich freue mich ja, dass du wieder dabei bist, aber wir können nichts machen, ohne dass ein Haufen Nichtzauberer das mitbekommen!“, sagt Molly und ich lasse den Kopf in den Nacken fallen. Dann obliviieren wir sie eben… wozu haben wir einen Zauberstab? Ich weiß, dass es nicht geht, aber… Nein, Kate, füge dich wieder den Regeln! „Kathrine, du hast eine vollständige Heilerausbildung, richtig?“, fragt Dumbledore und ich nicke schlicht. „Nun, das St.-Mungos hat es sehr schwer in letzter Zeit, vor Allem, da auch Muggel nun dort behandelt werden müssen, könntest du dir vorstellen, dort zu arbeiten?“ Ich stutze und alle Blicke haften auf mir, das hatte ich nicht erwartet. Dann hebe ich die Schultern langsam. „Ähm… ja, warum nicht, ich weiß nur nicht, ob sie mich da nehmen und…“ „Ich denke, wenn ich ihnen von deinem Umgang mit Menschen, deinen Künsten mit dem Zauberstab und deiner Kenntnisse über Zaubertränke erzähle, werden sie nicht abschlagen können.“ Ich spüre, wie mir das Blut in die Wangen schießt und ich lächle ein wenig verlegen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich all das wirklich noch so gut kann… „Sehr schön, ich werde noch heute Nacht eine Eule schicken!“, schließt Dumbledore mit dem Thema ab und wendet sich Kingsley zu. „Und wie läuft der Sekretär-Job?“ Mehr von dem Gespräch bekomme ich nicht mit, meine Gedanken schweifen vollkommen ab. Im Mungos arbeiten? Ich wusste noch nie, was ich davon halten soll…

    *Zeitsprung* 24. September 1996

    Wieder streiche ich mir ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht, die sich aus meinem Pferdeschwanz gelöst haben und laufe weiter. Mein Zauberstab in der einen, ein Klemmbrett mit Notizen in der anderen Hand, rausche ich in das nächste Behandlungszimmer und gehe zu einem der Patienten. „Einfacher Ellenbruch, richtig?“, rattere ich herunter. Die etwa 32 Jahre alte Frau nickt und ich lege das Klemmbrett zur Seite. Dann schwinge ich den Zauberstab und mit einem kurzen Knacken ist sie geheilt. Ungläubig starrt sie mich an. „Wie haben sie…?“ Ich verdrehe die Augen. Stimmt ja, sie ist ein Muggel… Ich werfe ein Blick auf meine Unterlagen, klar und deutleich steht ein, O‘ neben dem Namen und der Verletzung der Patientin. Bedeutet wohl, dass ich sie nachhause bringen und obliviieren muss und das wegen einem einfachen Armbruch. Dumbledore hat nicht übertrieben, die Situation im Mungos ist mehr als hektisch. „Folgen Sie mir bitte!“, sage ich höflich zu der Frau, doch sie bewegt sich leider noch immer keinen Millimeter, sonder starrt mich weiter ungläubig an. Mir entfährt ein Seufzer und ich nehme die Patientin am Arm und ziehe sie dann durch die vielen Gänge. Sie stolpert mir unbeholfen hinterher, bis wir am Ausgang angekommen sind. Ich gehe mit ihr durch die Glasscheibe und noch bevor wir auf der anderen Seite Gestalt angenommen haben, sind wir disappariert. Wir befinden uns in ihrem Wohnort, das stand zumindest in ihren Unterlagen. Sie hält sich den Bauch und sieht sich verängstigt um. Sie würde mir ja leidtun, wenn ich mehr Zeit hätte, aber ich hebe nur den Zauberstab. „Obliviate!“, sage ich leise und nehme ihr die Erinnerung an Magie, ihren Unfall, die Behandlung, all das verschwindet aus ihrem Kopf und ich nutze den Moment, indem sie kurz weggetreten ist und appariere zurück ins Krankenhaus.
    Mein weißer Kittel flattert hinter mir her, so schnell laufe ich zurück in das Zimmer, indem mein Klemmbrett liegt und hake die abgeschlossene Aufgabe ab. Nur noch einen einfachen Verbandswechsel, dann bin ich für heute fertig. Wird auch langsam Zeit, meine Arbeitszeit ist eigentlich schon seit einer Stunde vorbei.
    Ich habe nicht einmal Zeit schnell in meine neue Wohnung in London zu gehen, deshalb ziehe ich mich mit einer Zauberstabbewegung um und appariere in eine Telefonzelle in der Nähe des „la Piazza Restaurants“. Ich bin hier mit Remus zum Essen verabredet du bereits 10 Minuten zu spät, doch als ich das Restaurant betrete, sitzt er noch an einem der runden Tische und wartet. Als er mich sieht, steht er auf und ich umarme ihn kurz. „Tut mir echt leid, ich war bis eben im Mungos, wir sind vollkommen überfüllt im Moment…“ „Oh… naja, macht nichts, dass du zu spät bist…“ „Danke!“ Ich setze mich und lehne mich erst mal zurück. „Das wären dann 27 Überstunden, seit ich angefangen habe.“ Remus wirkt überrascht, dass es so viel ist, hatte er wohl nicht erwartet. „Tja, ich kann ja auch nicht einfach gehen, Merle bekommt das ja nie in der Nachtschicht allein hin. Wir müssen einfach so viele behandeln, auch wenn es nur leichte Verletzungen sind, wenn sie von Zauberei kommen, sind wir dafür verantwortlich, wenn sie damit in Muggelkrankenhäuser gehen würden, wäre das Geheimhaltungsgesetz gebrochen.“ Remus nickt verständnisvoll, da fällt mir etwas ein. „Es ist schon in drei Tagen, oder?“ Er nickt erneut und ich beiße mir auf die Unterlippe. Außer dem Trank kann ich nicht für ihn machen, auch wenn ich alles tun würde, um die schmerzvolle Verwandlung zu verhindern. „Tonks geht es gar nicht gut.“, wechselt er das Thema und ich blicke auf. Für Tonks hatte ich die letzten Wochen gar keine Zeit, es geht ihr nicht gut? „Sie ist verschlossen geworden und hat keine Kontrolle mehr über ihr Aussehen…“, antwortet Remus auf meinen Blick hin. Moment mal, man kann seine Metamorphmagusfähigkeiten verlieren? Eine Falte bildet sich auf meiner Stirn und ich blicke nachdenklich auf den Tisch. „Wie kann das gehen?“ Er hebt nur die Schultern und ein Kellner kommt zu uns.

    *Zeitsprung* 3. November 1996

    Mit leerem Gesichtsausdruck starre ich auf den Kalender. Dann wandert mein Blick auf die Uhr, wieder zum Kalender. Es kann einfach nicht sein! 37 Jahre… Ich schließe die Augen und schüttle den Kopf, verdrängen, nicht daran denken! Niemals wieder daran denken, denn es reißt die Wunde in meinem Herzen wieder auf, die ich nun schon seit vier Monaten zu heilen versuche. Es ist mühsam, aber irgendwann werde ich es vergessen. Hoffentlich. Plötzlich tauchen wieder die Bilder in meinem Kopf auf und ich sehe es vor mir. Wie es passiert. Wie alles passiert. Schnell blinzle ich und jemand tippt mir von hinten auf die Schulter. Es ist Merle, eine Heilerin aus dem St. Mungos, mit der ich oft Schicht habe. „Hey, Kate, du bist schon da, es sind noch zwei Stunden bis zu deiner Schicht. Ich räuspere mich und lasse meine Gedanken hinter mir. „Ja, ich dachte, ich helfe dir schon mal, wir haben ja viel zu tun. Und du bist schließlich schon seit gestern Abend hier…“ „Vielen Dank, aber das musst du nicht, ich habe ja einen Haufen Kaffee, das hält mich schon wach. Danke übrigens noch einmal für die Empfehlung!“ Ich erwidere ihr Lächeln, hoffe, dass es nicht zu künstlich aussieht und schnappe mir dann ein Klemmbrett. Wir haben viele Patienten, da fängt man schon einmal um 6, statt um 8 Uhr an, um nicht zu lange in die Nacht zu arbeiten.
    12 Uhr, ich habe bereits einige zusätzliche Notfälle behandeln müssen, mein Zeitplan ist also straff. Allerdings müsste ich es bis zur Mittagspause schaffen, da saust ein silberner Wolf durch die Wand und fliegt einmal um mich herum. „Hey, Kate, ich wollte mal fragen, ob wir uns in deiner Mittagspause treffen wollen, ich denke, du hast sonst viel zu tun…“ Ich schlucke, dann ziehe ich meinen Zauberstab aus meiner lockeren Hochsteckfrisur und schicke schnell eine Antwort. Eine Absage… „Tut mir leid, aber ich bin vollkommen ausgebucht für heute…“ Keine Zeit, das respektiert er vielleicht. Es sei denn… „Miss Croft? Ist alles in Ordnung?“ Ich erschrecke und drehe dann meinen Kopf zu der Richtung, aus der die Stimme kommt. Der Patient, Michael Peppers sieht mich aus seinen freundlichen blauen Augen fragend an und ich nicke. „Jaja, also Sie haben Schmerzen in den Knien, seit dem Unfall?“ „Ja, das ist richtig.“ Ich beiße mir auf die Unterlippe und richte meinen Zauberstab auf Michaels Bein. Dann schließe ich die Augen und murmle die Formel. Einige Sekunden später ist der Zauber auch schon wieder vorbei und ich schlage die Augen auf. „Es tut mir leid, aber ihr Knorpel hat sich abgerieben, es wird eine Weile dauern, bis das wieder nachkommt. Ich werde Ihnen einen Trank zur Regeneration geben, das wird den Prozess beschleunigen, allerdings werden Sie noch einiger Zeit Tapes tragen, ich komme heute Nachmittag wieder und dann werde ich ihnen das alles geben, in Ordnung?“ Er nickt und ich verabschiede mich von dem 70-jährigen.
    13 Uhr, Mittagspause. Ich gehe in die Kantine für Heiler und setze mich an einen Tisch. In einer halben Stunde bekomme ich meine Aufträge für den Nachmittag. Also warte ich bis dahin und bestelle ein wenig Honigmet und lese den Tagespropheten. Was heißt lesen, ich starre die Seiten an, aber trotzdem habe ich von dem Inhalt der Artikel keine Ahnung. Wieder schwirrt ein Patronus herein. „Hey, Kate, lass uns doch reden, was ist denn los?“ Ich beginne zu zittern und schicke eine Nachricht zurück. „Tut mir leid, ich bin einfach gestresst, lass uns das nachholen, okay?“, schon fliegt eine Schwalbe aus meinem Zauberstab und ist verschwunden.
    16 Uhr, ich rausche durch die Gänge, mein weißer Kittel fliegt hinter mir her. Erneut bekomme ich mitten in meiner Arbeit eine Nachricht von Remus. „Kate, tut mir leid, aber ich glaube dir nicht, dass du nur gestresst bist. Kannst du mir sagen, wann du Schluss hast, dann können wir uns treffen.“ So langsam gehen mir seine ständigen Nachrichten auf die Nerven, ich versuche wirklich mich abzulenken, aber wenn er mich die ganze Zeit daran erinnert, dass heute etwas anders ist… Ich schüttle den Kopf und laufe weiter ohne eine Antwort zu schicken. Ich habe zu tun. Und sobald ich mit meinen Aufgaben fertig bin, werde ich mit denen der Nachtschicht weitermachen. Arbeiten bis ich müde ins Bett falle und morgen wird alles wieder anders sein.
    21 Uhr, ich gähne erneut, ich bin seit 17 Stunden wach und so langsam merkt man es mir an. Sehnsüchtig sehe ich auf die Uhr, warum gehe ich nicht einfach nach Hause und… Nein! Ich kann nicht, es gibt noch zu tun. Zwar eigentlich nicht für mich, aber ich habe es jetzt begonnen, also bringe ich meine Zusatzarbeit auch zu ende! Also wende ich mich wieder meinem Klemmbrett zu. Wir haben hier einige Knochenbrüche, eine leichte Arbeit, allerdings sind die meisten davon Muggel, bedeutet nach Hause bringen und Obliviieren ist miteingeschlossen. Dann behandle ich noch einen Patienten mit einem fiesen Ausschlag, der von einem Zaubertrankunglück kommt und werde auch schon in die Notfallaufnahme geordert. So schnell ich kann komme ich in das vierte Obergeschoss, es hat ein blutiges Duell gegeben, also wurden die Patienten sofort auf Station gelegt. Ich bleibe kurz vor einer der Zimmertüren stehen und blicke durch die Glastür, hinter der die Station für Langzeitpatienten liegt. Alice und Frank… Ich schüttle den Kopf und gehe weiter und werde dann auch schon schnell von einem Heiler empfangen. Es dauert eine Weile, doch dann ist auch das für’s Erste geklärt und ich gehe wieder nach unten. Noch vier weitere Behandlungen stehen auf dem Plan, dann kann ich gehen.
    „Kate.“, ertönt eine Stimme hinter mir und ich drehe mich genervt um. „Ich war schon bei Millers, kann…“ Ich breche abrupt ab, als ich merke, wer da gesprochen hat. „Remus, tut mir leid, ich dachte du wärst Mr Chad, er hat mich schon, ach egal, was tust du hier? Es ist spät, du solltest nicht hier sein!“ Er sieht mich vorwurfsvoll an. „Du auch nicht, deine Schicht ist seit Stunden beendet, Kate, seit wann bist du denn bitte hier?“ Ich starre auf die Uhr. „6 Uhr morgens.“ Remus schüttelt den Kopf. „Du arbeitest jetzt schon seit 17 Stunden, ist das dein Ernst?“ „Was soll ich denn machen, Remus?“ Meine Stimme trieft vor Verzweiflung. „Ich muss nur die Augen schließen und sehe es vor mir. Sobald ich dieses Gebäude verlasse, werde ich daran denken und das macht mich kaputt! Es kommt so über mich, ich kann mich nicht dagegen wehren. Ich versuche schon seit Monaten, es zu akzeptieren, aber das kann ich nicht. Nur verdrängen, nicht vergessen.“ „Ich weiß, das ist schwer für dich, aber irgendwann wirst du damit klarkommen müssen, es mit dir herumzutragen.“ „Wie Remus? Wie? Es war meine Schuld, ich hätte es verhindern können, ich hätte es verhindern müssen! Er ist durch den Vorhang gefallen, wäre ich nicht so langsam gewesen, hätte ich ihn davon wegziehen könne, hätte den Zauber aufgelöst und alles wäre gut gewesen! Ich kann das nicht vergessen, erst recht nicht heute! Es ist das erste, was ich sehe, wenn ich in den Spiegel sehe. Ich sehe eine Person, die es hätte verhindern können und es nicht getan hat. Warum? Weil sie zu unfähig war.“ „Ach Kate, hör doch auf, so etwas zu sagen!“, seufzt Remus und nimmt mich in den Arm. Und auf einmal fühlt sich der Schmerz nicht mehr so schlimm an.

    *Zeitsprung* 15. November 1996
    „Es ist viel schlimmer, als letztes Mal!“, rufe ich geschlagen und Remus nickt nachdenklich. Ich stöhne und lasse den Kopf in den Nacken fallen. „Die Muggel haben sie gesehen, und zwar viele von ihnen. Sie bringen es schon in den Zeitungen, dass etwas nicht stimmt, da muss jemand etwas ändern!“ „Ich weiß, ich weiß…“, unterbricht Remus mich, da er schon ahnt, dass ich aus meinem Redeschwall sonst nicht mehr hinauskomme. „Entschuldigung… Es ist bloß… ich arbeite ununterbrochen, behandle alle möglichen Verletzungen, Dinge, die ich noch nie zuvor gesehen habe, sie werden immer unvorsichtiger und wir können sie langsam nicht mehr in Schacht halten, so viele Todesser, wie er sich jetzt angesammelt hat…“ „Es sind viele, das stimmt, aber noch haben wir ja nicht verloren.“ „Das sag ich ja auch gar nicht, nur, dass ich echt fertig bin…“ Leicht amüsiert lächelt er und mustert mich von oben bis unten. „Was?“, frage ich leicht angesäuert. „Nichts, nichts…“ Ich sehe ihn zweifelnd an und schließe dann die Augen. Ich muss mich dringen ausruhen, aber in einer halben Stunde muss ich wieder mal zur Arbeit, ich habe Nachtschicht, bedeutet wieder keinen Schlaf. Und morgen frei, kommt natürlich auch nicht in Frage. Remus lässt sich neben mir auf das Sofa fallen und legt seinen Arm um mich. Ich lehne mich gegen seine Schulter seufze. Ich spüre, wie Remus Hand durch meine langen, braunen Haare gleiten und winkle die Beine an. Ich könnte jetzt so einschlafen, doch dann fällt mir wieder ein, wie viel ich noch zu tun habe. „Ich werd‘ einen Haufen Kaffee brauchen, wenn ich nicht direkt auf Station einschlafen soll.“, murmle ich und Remus schmunzelt. „Ist dir eigentlich aufgefallen, dass Tonks in letzter Zeit so seltsam ist?“, fragt Remus nach einer Weile. „Ja, sie ist mit ihren Gedanken immer woanders. Ich habe sie mal darauf angesprochen, aber sie gibt mir keine Antwort. Langsam mache ich mir echt Sorgen… Du weißt schon, seine Metamorphmagusfähigkeiten zu verlieren ist nicht normal. Ich hab’s nachgelesen. Das passiert nur in einem seelischen Problemstand.“ „Und das bedeutet was?“ „Na, dass es ihr schlecht geht, weil sie sich selbst, oder jemand anders sie mental fertigmacht.“ „Oh…“ Remus senkt den Blick und ich kneife die Augen zusammen. „Du weißt, was es ist!“ Sofort schüttelt er den Kopf und schaut von mir weg. Ich seufze und mache mich aus seinem Griff frei. Dann stehe ich auf und mache mich fertig für die Arbeit.
    Todmüde komme ich am nächsten Morgen in meiner Wohnung an. Ich schleudere meine Tasche an die Wand und lasse mich in mein Bett fallen. Als ich dann wieder aufwache, ist es bereits Nachmittag.
    - Remus‘ Sicht -
    Mit starrem Blick steht sie vor mir und hebt langsam den Zauberstab. Fast schon provokant wartet sie, bis ich ebenfalls in Kampfposition bin. Schon geht das Feuer los. Ich warte erst einmal ab und blockiere jeden ihrer Flüche und Zauber. Als ich dann in etwa ihre Technik raushabe – ich hatte schon reichlich zu tun, den Schild zu halten – mische ich etwas mit. Meine ersten Zauber kann sie spielend abwehren, doch irgendwann gerät sie außer Puste und ich rufe: „Expelliarmus!“ Ihr Zauberstab fliegt in hohem Bogen aus ihrer Hand und landet einige Meter neben ihr auf dem Boden. Sie beginnt zu lächeln, schüttelt ihr Haar aus und nimmt die Maske ab. Jetzt senke auch ich den Zauberstab und fahre mir durch die Haare. „Respekt Remus! Ich muss aber leider sagen, dass du einen großen Fehler gemacht hast.“, meint sie und im nächsten Moment fliegt mir meine Waffe aus der Hand. Überrascht sehe ich sie an und Kate hebt die Schultern. „Ich habe zwei Zauberstäbe.“ „Ist das nicht gegen die Regeln?“, ärgere ich mich, da weicht ihr Gesichtsausdruck einem extrem Strengen. „Das mag vielleicht nur eine Simulation sein, aber hier geht es um die Realität. Todesser gegen Nichttodesser, da gibt es keine Regeln!“ Ich hebe entschuldigend die Hände und seufze. „Also, was hat Kingsley noch für uns vorbereitet?“ Ich zucke mit den Schultern und wir verlassen den Trainingsraum. „Hat ja ewig gedauert!“, meckert Moody, als wir zu den anderen stoßen. Zum Glück war dies das Ende der heutigen Trainingseinheit, also gehe ich nach Hause. Es ist schließlich schon spät abends.
    - Kathrines Sicht -
    *Zeitsprung* Malfoy
    Ich appariere nach Hogsmeade und laufe durch die Gassen. Es ist eine Ewigkeit her, dass ich hier war... Das kleine Dorf sieht allerdings immer noch so aus, wie ich es in Erinnerung habe! Endlich sehe ich Tonks, der Grund weshalb ich überhaupt hier bin. Was mich allerdings wundert, ist, dass sie ihre Tasche packt und sich jetzt anscheinend auf den Weg zum Schloss macht schnell laufe ich zu ihr. "Tonks, Hey!" Sie dreht sich langsam zu mir um und zwingt sich ein Lächeln auf. "Kate, was tust Du hier?" "Ich wollte dir mal einen Besuch abstatten.", antworte ich wahrheitsgemäß. "Oh, danke, aber ich bin gerade auf dem Weg zu... Äh Dumbledore." "Der ist doch immer noch auf Reisen!" Sie kaut unermüdlich auf ihrer Unterlippe herum und ihre Stimme bricht. "Ich... Du hast Recht, ich wollte den Raum der Wünsche finden..." Ich nicke langsam und meine dann: "Ich begleite dich ins Schloss, okay? Dann würde ich aber gern noch... etwas anderes machen..." Sie beginnt ehrlich zu strahlen. "Danke!" Sofort werde ich angesteckt und zusammen laufen wir auf Hogwarts zu. An dem großen Gebäude angekommen, trennen sich unsere Wege und ich gehe in Richtung Astronomieturm, während Tonks in den siebten Stock will. Als ich oben auf der Plattform angekommen bin, merke ich, dass ich nicht allein bin. Ein großer, schlaksiger Junge mit silberblonden Haaren steht da am Geländer und blickt in die Ferne. Ich trete einen Schritt näher und sofort schreckt er hoch und dreht sich um. Sein Gesicht ist blass, beinahe weiß, seine Augen gerötet und er starrt mich entsetzt an. "Ähm Hallo.", sage ich leise, doch er grüßt nicht zurück. "Wer bist du?", fragt er schneidend. "Kathrine Croft, und du?" Ich versuche höflich zu sein, doch anscheinend hilft das auch nicht. "Was tust Du hier?" "Ich... wollte nur… sie Aussicht genießen. Ist bei dir alles in Ordnung?" Er antwortet nicht. Ich gelte das dann mal als ein Nein. Was war passiert, dass der Junge, dessen Namen ich nicht einmal kannte, total aufgelöst auf dem Astronomieturm weint? "Wie heißt du?", versuche ich es erneut. "Malfoy.", ist alles, was ich aus seinem Genuschel vernehmen kann. Narzissas Sohn. "Draco also...“ Ich stelle mich Links neben ihn. Sofort zieht er seinen Arm weg und presst seine Hand auf ihn. Was soll das denn?
    Moment mal... aber das kann doch wohl nicht wahr sein! Ich strecke die Hand in Richtung seines linken Unterarms aus. Er zuckt heftig zusammen und ich mache reflexartig einen Schritt von ihm weg. "Draco, Warum?" Er starrt mich traurig und ängstlich zugleich an und ich schüttle den Kopf. Das kann einfach nicht wahr sein! "Hör zu, Du musst das nicht machen... Du hast eine Wahl. Wenn du nicht willst, dann kannst du dich wehren." Er kann sich das nicht länger anhören und stürmt mit gesenkten Kopf an mir vorbei zur Treppe. Ich mache keine Anstalten ihn aufzuhalten, sehe ihm nur hinterher, wie er verschwindet. Kann das denn wirklich sein? Vielleicht war es ja auch nur Einbildung... Ausgelaugt lehne ich mich ein wenig aus dem Turm, meine Haare flattern im Wind. Immer mehr, immer mehr Leiten die sich ihm anschließen... Ich seufze und schließe die Augen. Wie kann dieser Ort nur so schön sein? Es ist, als hätte sich nichts verändert, seit ich in meiner Schulzeit das erste Mal hier oben war, aber das ist eine Lüge. Alles hat sich verändert. Es ist nicht so friedlich, wie die Natur es uns vorgaukeln will. Ich wende mich ab und beginne, die Treppen wieder hinunter zu steigen. Ich sollte Tonks suchen…

    *Zeitsprung* Die Hochzeit
    „Moment mal, ihr seid seit einem Monat zusammen und wollt heiraten?“, frage ich mit aufegrissenen Augen. „Besser jetzt, als nie…“ Ich seufze und nicke. „Du hast ja Recht, vielleicht sollte ich mir auch einfach irgendjemanden auf der Straße schnappen, nur damit ich in meinem Leben mal einen festen Freund hatte…“ „Kate, das ist doch was ganz anderes!“ Ich hebe abwehrend die Hände und schmunzle. „Weiß ich doch, weiß ich doch, Remus! Ehrlich, ich freue mich ja für euch, ich habe nur nichts zum Anziehen.“ „Ach was kümmert das denn, was du anhast?“ „Mich!“ Und damit verlasse ich den Raum und beginne meinen Kleiderschrank zu durchforsten. Morgen schon, die sind doch verrückt! So eine Hochzeit muss groß sein und gut geplant, aber bei ihnen mache ich eine Ausnahme, schließlich sind wir alle quasi kurz davor draufzugehen, so oft wie ich schon umziehen musste in den vergangenen Monaten. Schön, dass Remus endlich jemanden gefunden hat, mit dem er glücklich ist, auch wenn er es hätte viel einfacher machen können, hätte er nicht immer dieses „Ich bin gefährlich für alle um mich herum“-Bild von sich, auch wenn es irgendwie ja die Wahrheit ist, aber er ist nicht wirklich gefährlicher für mich, als für irgendjemanden, der einfach gerade vorbeiläuft. Egal, irgendwo hier muss doch noch dieses Kleid sein!

    *Zeitsprung* 30. Juli 1997
    /Als die Nachricht kam, habe ich mich bestimmt Stunden in meinem Schlafzimmer eingeschlossen, obwohl Remus vor der Tür stand und darum gebettelt hat, dass ich herauskomme. Ich konnte es einfach nicht glauben, dass Dumbledore… Ich meine er war Dumbledore! Und was mich bestimmt genauso viel geschockt hat, war sein Mörder. Snape, der verdammte Verräter Snape, ich wollte es einfach nicht glauben, er war doch für uns bei den Todessern, nicht andersrum, oder doch? /
    Ich warte. Eigentlich sollten Ron und Tonks schon längst hier sein! Mir wurde einer der Portschlüssel gegeben, da Fliegen etwas ist, das ich absolut nicht (leiden) kann.
    Als sie dann endlich ankommen, bin ich echt geschockt über ihren Zustand. „Tonks, was bei Merlin… Egal, ihr habt den Portschlüssel verpasst! Kannst du apparieren?“ Sie nickt etwas angeschlagen und geht dann nach draußen. „Was ist mit mir? Ich bin durchgefallen!“, fragt Ron und ich nehme ihn bei der Hand. „Ich nehme dich mit! Ich muss ja schließlich auch zum Fuchsbau.“ Er lächelt mir zu und Tonks disappariert. „Bereit?“, frage ich, doch warte keine Antwort ab und appariere zum Fuchsbau.
    Dort renne ich sofort in den Turm als ich sehe, was passiert ist. „Kate, tu irgendwas!“ Blitzschnell sehe ich mir Georges? Wunden an und stelle leicht verzweifelt fest, dass ich so etwas noch nie gesehen habe. „Ich weiß nicht, also, den Fluch kenne ich nicht, es tut mir leid!“, meine ich und ziehe den Zauberstab um zumindest das Blut zu entfernen. Verdammter Mist aber auch!
    Da George ein taffer Junge ist, kommt er ganz gut damit klar, dass ihm jetzt ein Ohr fehlt und ich glaube ich habe mich an die 100 Mal entschuldigt, dass ich ihm nicht helfen kann.
    Am nächsten Morgen bauen wir alle gemeinsam das Hochzeitszelt auf, in dem Bill und Fleur heiraten wollen. Ich kenne die beiden nicht wirklich, wurde aber trotzdem eingeladen, weil wir ja zusammen im Orden sind. Auch mich überrascht es, als auf einmal der Zaubereiminister auftaucht, um mit Harry, Ron und Hermine zu reden, doch ich bin ein wenig beschäftig, also frage ich nicht weiter nach.
    Als ich mich dann endlich in das Kleid gebracht habe, dass ich auch damals schon auf Lilys und Alice‘ Hochzeit getragen habe und meine Haare dementsprechend goldblond gefärbt habe, gehe ich zur Feier. Ich muss sagen, dass es eine schöne Hochzeit ist, trotz der Umstände, die sich auch bald zu erkennen geben.
    Gerade ist Tonks dabei mir etwas zu erzählen, da wird die party von ein paar unfreundlichen Gästen unterbrochen. Kingsleys Nachricht ist mir natürlich nicht entgangen, es wird immer schlimmer hier! Das Ministerium unter Voldermorts Kontrolle und wir alle in einer Schlacht gefangen. Es dauert nicht eine Sekunde, dann habe ich meine beiden Zauberstäbe aus den Beinbefestigungen gezogen und richte sie auf zwei der Todesser. Nach einem kurzen Duell, schaffe ich es dann, sie zu schocken und renne, so gut das in einem Kleid eben geht, zu Remus. „Ist Harry weg?“, schreie ich praktisch durch den Lärm, während ich einen Schild vor mir aufbaue. „Er ist gerade disappariert mit Ron und Hermine!“, ruft er zurück und ich atme erleichtert aus. Dann aber widme ich mich wieder den Maskengestalten. „Dreckige Biester!“, zische ich und schleudere den einen hochkant aus dem Zelt, während ich den Schockzauber des anderen abwehre. Dann spricht er den Todesfluch und blitzschnell ducke ich mich zu Seite. Verdammt knapp! Schnell richte ich mich wieder auf. „Avadakedavra!“ „Expelliarmus!“, rufen wir gleichzeitig und rot und grün treffen aufeinander. Ich lasse die Verbindung nicht lange bestehen, nur Zeitverswendung und mache einen Satz zur Seite, als einer der Tische neben mir explodiert. „Petrificus totalus!“, spreche ich laut und deutlich und endlich erstarrt der Todesser und kippt um. Dann puste ich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und sehe mich um. Scheint so, als wäre keiner schwerer Verletzt, doch Ginny sieht ziemlich fertig aus. Besorgt gehe ich zu ihr. „Hey, alles okay?“ Sie sieht etwas außer Atem auf. „Was? Ach jaja, alles bestens.“ Erleichterung!
    „Gut!“
    *Zeitsprung*
    Angespannt trinke ich einen Schluck Tee und starre auf den Tagespropheten. Diese Verräterischen und korrupten Journalisten! Gerade bin ich dabei, mich richtig in den Artikel rein zu steigern, da öffnet sich die Tür und sofort greife ich nach meinem Zauberstab. Es ist Remus, der wutentbrannt in meine vorübergehende Wohnung stürmt und ich richte den Zauberstab auf ihn. „Nein, nein, Kate, nicht jetzt!“, meint er in Rage versetzt und ich sehe ihn entschuldigend an. „Tut mir leid, aber ich brauche dein Geburtsdatum. Ist mir irgendwie entfallen, sei nicht sauer, okay?“ Kurz gluckst er, dann antwortet er auf meine indirekte Frage: „10. März! Und deines?“ „17.März! Und jetzt raus mit der Sprache, wer hat es bitte geschafft, dich so sauer zu machen, dem würde ich gerne einen Orden verleihen, das ist absoluter Rekord!“ Tadelnd sieht er mich an und es scheint wieder Wut in ihm hoch zu kochen. „Harry, er ist im Grimmauldplatz. Er hat gesagt… ich wäre feige!“ Meine Augenbrauen schnellen nach oben und gerade will ich etwas sagen, da spricht er schon weiter: „Und er meint, ich würde mich wie ein Draufgänger verhalten und… und würde versuchen, mehr wie Sirius zu sein. Ich meine, warum sollte ich sein wollen wie Sirius, er ist dadurch draufgegangen!“ Meine Augen beginnen zu brennen, doch ich schlucke es herunter. „Er ist ermordet worden, das hatte nichts mit draufgängerisch sein zu tun!“ „Deine Meinung dazu zählt nicht, du bist parteiisch.“ „Natürlich bin ich das, ist doch logisch, ich bin auch parteiisch, wenn jemand dich anklangen würde, genau deshalb bis du ja wohl hier, oder nicht?“ Meine Stimme war unbemerkt ziemlich laut geworden und Remus hebt leicht die Schultern. „Tut mir leid… Also ich kann dich beruhigen, du bist nicht feige und es ist völliger Schwachsinn, dass du sein willst wie Sirius oder so wirkst, aber jetzt interessiert mich, warum Harry einen Grund hätte, so etwas zu sagen.“ Remus sieht zu Boden und ich starre ihn streng an. „Remus! Es ist nicht zufällig etwas passiert, von dem ich wissen sollte?“ „Tonks ist schwanger!“ „Oh!“, entfährt es mir und ich blinzle einige Male. „Das freut mich für euch, aber es so ziemlich der schlechteste Zeitpunkt!“ „Tja, sehe ich so aus, als könnte ich daran etwas ändern?“, herrscht Remus mich an und ich weiche zurück. Dann aber beginne ich zu verstehen. „Remus, was hast du getan, als du es erfahren hast?“, frage ich mit leicht bedrohlicher, aber leiser Stimme. Wieder weicht Remus meinem Blick aus und langsam wird es mir zu bunt.
    „Remus! Du wirst mir jetzt sofort sagen, was passiert ist, denn was Tonks angeht, bin ich auch parteiisch, also!“, befehle ich und drehe ihn zu mir. „Ich habe… naja…“ „Das kann doch nicht dein Ernst sein!“, zische ich kopfschüttelnd, noch bevor er etwas gesagt hat. „Ich hoffe, Remus, das hoffe ich wirklich, dass es dir ordentlich leidtut, was du ihr angetan hast! Und dass du so schnell wie möglich zu ihr gehst, um dich zu entschuldigen!“ Jetzt scheint er langsam Angst vor mir zu bekommen, denn ich bin an die 5 Zentimeter gewachsen und funkle ihn böse an. Als ich das allerdings bemerke, beiße ich mir auf die Lippe. „Oh, das tut mir leid, wollte dich nicht so verschrecken.“ Sofort schrumpfe ich wieder auf meine normale Größe und sehe ihn entschuldigend an. „Ja, ähm macht nichts, mir tut es leid, ich bin ein vollkommener Idiot.“ Ich zucke mit den Schultern. „Kann sein, aber ich bin auch einer. Und Harry nicht zu vergessen, dann hätten wir noch Voldemort, Snape und Sirius! James, Peter, oh ja, Peter ist der Schlimmste von allen, ehrlich!“ Er lächelt gequält. „Jetzt setz dich hin und trink eine Tasse Tee. Ich gehe unterdessen zu Dora. Warte! hier!“ Dann schnappe ich mir meinen Mantel und öffne die Wohnungstür, drehe mich aber noch einmal um. „Ich würde dir empfehlen erst Mal nicht zu Dora zu gehen, zumindest nicht, bis ich sie beruhigt habe und sie 24 Stunden Abstand hatte, sonst bringt sie dich um. Nicht symbolisch gemeint, ich meine Kopf-ab! Ach und Warte hier!“
    Damit schließe ich die Tür hinter mir und disappariere sofort.
    *Zeitsprung* Etwa viele Monate später 😉
    „Es ist mir eine Ehre heute hier zu sein!“, meine ich lächelnd über mich selbst. Es ist quasi wahnsinnig, als gesuchte zum Radio zu gehen, aber… „Mich ehrt es zutiefst, doch es ist nicht viel Zeit für Freude nehme ich an.“, sagt Lee Jordan, der Moderator. „Nein, leider nicht“ „Tja, der Kampf hat begonnen, als Mitglied des Ordens, kannst du uns etwas sagen, dass uns aufmuntert?“ Ich seufze. „Ich wünschte, ich könnte es, wir tun was wir können, doch wir bezieht sich auf nicht mal 20 Leute, also… naja, auf jeden Fall kann ich sagen, dass die Liste der … Zauberer heute kurz ist, nicht?“ „Da hast du Recht, aber wie sieht die Lage im Rest des Kampfes aus, denkst du, mal sollte langsam die Hoffnung…“ Ich lasse ihn gar nicht erst aussprechen. „Auf keinen Fall! Wir haben schon einmal diesen Krieg gewonnen, da können wir es auch ein weiteres Mal! Ja, Voldemort ist stark, und scheint aufs erste unbesiegbar, auf Grund seiner vielen Anhänger, doch auch er ist verwundbar. Wir haben zum Beispiel erst letzte Woche einen Todesser-Stützpunkt zerstören können, daher übrigens die Wunden, … Also, auf gar keinen Fall geben wir jetzt auf, aber trotzdem, unterschätzen sollte man seine Schlagkraft auch nicht.“ „Na das klingt doch mal nach einer Ansage, vielen Dank, Raven!“
    Ein lauter Knall ertönt und die Tür des provisorischen Studios wird aus den Angeln gerissen. „Haben wir euch!“, knurrt einer der in schwarze Umhänge gehüllten Personen, die den Raum betreten haben. Mit einem solchen Ruck erhebe ich mich von meinem Stuhl, dass dieser umkippt und ich greife nach meinem Zauberstab. „Zu spät!“, ruft der Todesser und feuert einen Fluch auf mich, noch bevor ich etwas machen kann, doch Jordan stellt sich mutig vor mich und kann den Zauber abwehren. „Danke!“, sage ich ihm ins Ohr und schon geht eine enormes hin und her los, auf der einen Seite Jordan und ich, auf der anderen drei Todesser. „Expelliarmus!“, ruft einer und ehe ich mich versehe, flieg mir mein Zauberstab aus der Hand. Nein, nein, nein!
    Ich ducke mich unter dem nächsten Blitz weg und gehe dann auf die drei zu. Den ersten verpasse ich einen Tritt ans Knie, sodass ich genug habe, meinen zweiten Zauberstab zu ziehen und schaffe es, ihn zu schocken. Dann kümmere ich mich mit einem schnellen „Stupor!“ um den nächsten und merke, dass Jordon, den dritten ebenfalls erledigen konnte. „Weg hier, würde ich sagen!“, meine ich und er nickt.
    Doch zu spät. Schon ist die Verstärkung eingetroffen und wir befinden uns erneut in einem großen Gefecht. „Raus hier!“, schreie ich dem Jungen zu und er wirft mir einen verwerflichen Blick zu. „Damit du draufgehst?“ „Ich komm klar, mach nur, dass du hier wegkommst, ich tu’s auch!“ Nach einem kurzen Nachdenkmoment, in dem wir noch immer gegen die Maskierten kämpfen, nickt er dann. „Gut!“
    Schnell hebe ich meinen zweiten Zauberstab vom Boden auf, während die Flüche an meinem Kraftfeld, dass ich um mich herum aufgebaut habe, abprallen und stürme auf die Tür zu. Lee tut es mir gleich und wir schaffen es aus der Holzhütte. Ich sehe zu, wie er vor meinen Augen disappariert und denke schnell an irgendeinen Ort, an dem ich niemanden in Gefahr bringe, doch da schließt sich eine Hand um meinen Arm und ich spüre, wie ich jemanden mitnehmen muss. Verdammt!
    Wir tauchen auf einem Friedhof in Nottingham auf (Ja, auf die Schnelle ist mir einfach nichts anderes eingefallen) und sofort gehe ich in Kampfstellung. „Protego!“, rufe ich, als er einen Blitz auf mich feuern möchte und scheuere ihm dann einen Explosionszauber vor die Füße, dass wir beide nach hinten geschleudert werden, doch noch bevor ich auf dem Boden aufkomme, bin ich disappariert und spüre kaltes Moos unter mir.
    Einige Tage, vielleicht sogar Wochen streife ich im Wald umher und übernachte irgendwo in Höhlen oder sonstigem, appariere jeden Tag in einen anderen Wald, bis ich sicher bin, dass mir niemand mehr folgt. Hoffentlich hat Lee Jordon es geschafft…
    Als ich dann sicher bin, dass sie meine Spur verloren haben, beschließe ich zu Bill und Fleurs Haus zu gehen, Sie haben ihr Haus als Hauptquartier angeboten, also war ich schon einige Male dort.
    „Du liebes bis’schen, was ist denn mit dir passiert?“, begrüßt Fleur mich und ich sehe zu meinen zerkratzten Armen und Beinen. „Alles bestens, darf ich reinkommen?“, frage ich und sie tritt sofort zur Seite. „Natürlisch, Bill, Kate ist ‘ier!“ Es rumpelt einige Male, dann steht auch Bill vor mir. „Oh, hallo, ist etwas passiert?“, fragt er besorgt und ich zucke mit den Schultern. „Sagen wir ich bräuchte eine Dusche…“ Fragend legt er den Kopf schief und ich schmunzle. „Naja, ich hab‘ die letzten Nächte im Wald verbracht, weil diese dämlichen Pappnasen mich verfolgt haben. Ich habe wohl aus Versehen DEN NAMEN erwähnt und naja, da standen sie schon vor der Tür.“
    Zum Glück lassen sie mich sofort duschen und Fleur leiht mir sogar Klamotten, in die ich natürlich reinpasse, auch wenn ich jetzt etwas klein für meinen Geschmack bin. Naja, man tut eben was man muss…
    „Harry war gestern hier.“, erzählt Bill, nachdem ich im Bad fertig bin und reicht mir eine Tasse Tee. „Wirklich? Wie geht’s ihm?“, frage ich und er hebt die Achseln. „Ich weiß nicht, ein Freund von ihm, Dobby, ist gestorben, deshalb war er wohl ziemlich geknickt.“ Dobby? Als hätte ich die Frage ausgesprochen, sagt Fleur: „Dobby ist ein ‘auself.“
    Die beiden erlauben mir auch einige Nächte bei ihnen zu übernachten, doch das scheint nicht nötig zu sein, denn noch in dieser Nach bekommen wir eine Nachricht aus Hogwarts. Harry, gekommen um zu kämpfen!

    Remus hält mir der Zauberstab direkt ins Gesicht und ich lache. „Kathrine Evangeline Croft, geboren am 17. März 1960, 38 Jahre alt, War mit dir in der Schule, weiß seit dem fünften Jahr von deinem Werwolf-dasein, Metamorphmagus, konnte mich mal vor 16 Jahren in einen weißen Wolf verwandeln, bekomme es aber nicht mehr hin. Mein Partronus nimmt die Form einer Schwalbe an, deiner den eines Wolfes.“ Langsam zeichnet sich ein Lächeln auf Remus‘ Gesicht. „Ich war die beste Freundin von Alice, die aber leider dank Bellatrix Lestrange in den Wahnsinn gefoltert wurde, gemeinsam mit ihrem Mann Frank. Auch meine zweite beste Freundin in nicht mehr bei uns, sie starb am 31. 10. 1981 bei dem Versuch ihren einzigen Sohn vor Voldemort zu schützen. Ich habe Jahre in Amerika im Exil verbracht ohne Kontakt zur Magie, bis Dumbledore und du mir einen Brief geschrieben habt. Dann bin ich zurückgekommen, habe bei Sirius im Grimmauldplatz gewohnt unter dem Namen Evangeline, mit blonden Haaren und blauen Augen, bis Sirius gestorben ist. Jetzt fällt mir aber langsam nichts mehr ein, Remus, außerdem haben wir echt nicht so viel Zeit!“ „Ist ja schon gut, ich dachte nur, bevor wir sterben, ist ein bisschen Spaß angebracht.“ Ich lächle. „Du wirst nicht sterben, du bist gut! Ich verspreche es dir, du und Tonks, ihr werdet ein schönes, langes Leben mit dem kleinen Teddy verbringen!“ „Und du nicht?“ „Ich weiß nicht, vielleicht werde ich kaltblütig von hinter ermordet, hoffentlich sterbe ich wenigstens mit Stil.“
    Gemeinsam apparieren wir nach Hogsmeade und schlüpfen sofort wie abgemacht durch die Tür zu Aberforth Dumbledore. Dort sind auch schon die Weasleys, Kingsley, Hermine und Neville. Sofort falle ich letzterem um den Hals. „Neville, tut mir leid, aber du siehst schrecklich aus! Egal, ist alles in Ordnung, also abgesehen davon, dass wir gerade mitten in eine enorme Schlacht rennen?“ Er lacht nur als Antwort und ich wende mich Hermine zu. „Es tut wirklich gut, euch zu sehen!“
    Gemeinsam steigen wir durch den Tunnel und warten im Raum der Wünsche, als auf einmal Harry hereinkommt. Ginny ist gerade dabei, sich ein Blickduell mit ihrer Mutter zu liefern, als auf einmal noch jemand durch den Tunnel kommt. Percy Weasley.
    Endlich versöhnen sich Percy und der Rest seiner Familie wieder und Ginny wird angeordnet im Raum der Wünsche, in dem wir uns befinden, zu bleiben.
    Dann geht es los. Wir begeben uns alle nach oben in die große Halle und bereiten uns auf die große Schlacht vor.
    Kingsley tritt hervor, hoch auf das Podium und beginnt zu sprechen: „Wir haben nur noch eine halbe Stunde bis Mitternacht (die Zeit, auf die Voldemort sich angekündigt hat), deshalb müssen wir schnell handeln! Die Lehrer von Hogwarts und der Orden des Phönix haben sich auf einen Schlachtplan verständigt (Ach ja?) Die Professoren Flitwick, Sprout und McGonagall werden Gruppen von Kämpfern auf die drei höchsten Türme führen – Rawenclaw, Astronomieturm und Gryffindor -, dort haben sie einen guten Überblick und eine hervorragende Ausgangsposition, um Zauber auszuführen. Unterdessen werden Remus, Kate, Arthur und ich Gruppen ins Gelände führen. (Ah, gut zu wissen, dass ihr das mal eben beschlossen habt, egal!) Wir brauchen jemanden, der die Verteidigung der Tunneleingänge zur Schule übernimmt –“ Fred unterbricht ihn und zeigt auf George und sich. „- klingt nach einem Job für uns.“ „Nun denn,“, fährt Kingsley fort. „die Anführer hier hoch, wir teilen die Truppen ein!

    An Remus Seite marschiere ich durch die Gänge bis hinaus auf den Hof. Das wird das Ende! Hoffentlich! Bitte, bitte, sag, dass Harry es hinbekommt, was auch immer er tut. Er schafft es bestimmt und ich einer Woche um die Zeit werden wir alle gemütlich schlafen. Oder auch nicht…
    Ich bleibe stehen, ich weiß nicht warum, ich tue es einfach, halte Remus an der Hand fest und er dreht sich zu mir um, in seinen Augen Hektik und Anspannung. „Wir packen das, oder?“, frage ich unsicher und Remus schließt mich in eine kurze Umarmung. „Ganz sicher!“, antwortet er und ich nicke. „Okay…“
    Wir gehen weiter, mit einem Haufen Schülern im Rücken und ich atme tief durch, da kommt auf einmal jemand aus dem Schloss gerannt. Sie springt Remus in die Arme und reißt ihn dabei beinahe um. Dora. „Du… ich habe dir gesagt, du bleibst zuhause! Was ist denn mit Teddy?“, ruft Remus, doch man hört ein wenig, dass er sich ein bisschen freut. „Tut mir leid, aber ich konnte einfach nicht rumsitzen, während ihr alle euer Leben riskiert. Sie dreht sich zu mir und will mich umarmen, doch ich blicke sie streng an. „Dora, du hast ein kleines Kind, dass dich niemals mehr brauchen wird, als jetzt und du rennst mitten in eine Schlacht, hast du den Verstand verloren!“, schreie ich sie an, drücke sie dann aber fest. „Wehe, du verletzt dich oder sonst was, dann bringe ich dich um, für Teddy!“, sage ich in ihre Schulter und sie lächelt. „In Ordnung!“
    Dann geht es los. Dutzende von Todessern stürmen auf uns zu, über die Brücke und beginnen mit den Flüchen um sich zu werfen. Ein letztes Mal nicke ich Tonks und Remus zu, dann hebe ich den Zauberstab. Sie werden bald schon durch die Schutzhülle gekommen sein!

    Ich schwinge den Stab und aus dem Nichts entstehen viele scharfe Dolche vor mir in der Luft. Die Masse Todesser stürmt auf uns alle zu und ich schleudere die Messer auf sie. Sofort fallen einige zu Boden und schon bald teilen sie sich auf. Einer kommt genau auf mich zu und ich entspanne die Schultern. Du willst ein Duell? - Kannst du haben! Ich beginne, Blitze und Zauber auf ihn zu schleudern, doch als ich merke, dass er alle abwehren kann, rufe ich: „Incendio!“ und bringe den Boden unter seinen Füßen zum Brennen. Dann richte ich mich einem anderen zu und fessle ihn mit „Incarcerus!“
    Ich sehe mich kurz um und stelle mit Zufriedenheit fest, dass alle um mich herum kämpfen.

    Stunden lang kämpfen wir, bald wird die Sonne aufgehen, als eine sehr bekannte Gestalt vor mich tritt. Langsam, provokant, nimmt er die Maske ab und ich lache einen Moment. Unkontrolliert, in dem wahrscheinlich unpassendsten Moment meines Lebens, aber ich kann einfach nicht anders. „Ach das Findest du witzig?“, meint die raue Stimme. „Oh ja, irgendwie schon, Vater!“, zische ich und wische mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Dann hebe ich den Zauberstab und ein verbittertes Duell beginnt. Es scheint eine Ewigkeit zu vergehen, bis ich endlich die Oberhand gewinne und ihm den Zauberstab entnehmen kann. Sofort stolpert er einige Schritte rückwärts. „Tja, sieht so aus, als hättest du verloren!“, schreie ich durch den Kampflärm um mich herum. Langsam, ganz langsam hebt er die Hände. „Du gibst auf! Das ist ja noch feiger, als ich erwartet hätte! Nun, du wolltest doch immer, dass ich es lerne, oder nicht?“ Ich spüre die riesige Wut in mir und sie gilt ganz ihm, nur ihm, diesem Verräter, Mörder und Feigling. „Bitte sehr!“ Und dann spreche ich es aus, etwas, dass ich nur vollkommen unkontrolliert und mitten in einem Rausch gefasst sagen würde: „Avada Kedavra!“ Ein grünes Licht leuchtet auf und trifft direkt in sein Herz. Er hat es verdient, und so stürzt er nach hinten, die Klippe hinunter und teilnahmslos sehe ich zu. Dann drehe ich mich weg und sehe dem Mann hinter mir direkt ins Gesicht. „DU!“, kreischt er und hebt den Zauberstab. Ich tue es ihm gleich, es kümmert mich nicht, dass auch er ein Teil meiner Familie ist. Nein, eigentlich hatte ich nie eine Familie, er ist ein Blutsverwandter, sonst nichts. „Brüderchen, habe dich echt vermisst, wo ist denn dein Zwilling?“, meinte ich provokant und blockiere seinen Angriffszauber. „Komm schon, war das alles?“, nerve ich ihn weiter, als wäre mir mein Leben vollkommen egal. Nach ein bisschen hin und her, führe ich einen Stolperzauber aus, der auch hervorragend funktioniert. Fast muss ich schon wieder Glucksen, wie mein großer Bruder da vor mir liegt und ich ihm den Zauberstab abnehme. „Petrificus Totalus!“, meine ich gleichgültig und er erstarrt. Dann lasse ich ihn schweben und werfe ihn gleich mit die Schlucht hinunter. Soll er bei seinem so geliebten Vater sterben!
    Ich drehe mich wieder zum Großteil des Geschehens und laufe auf einen Todesser zu, der gerade dabei ist, sich mit einem schwer verletzten Schüler zu duellieren, um zu helfen, doch da vernehme ich eine dunkle Stimme: „Defodio!“ Und ich spüre, wie ich unter Gesteinsbrocken begraben werde.

    Das kalte Gestein drückt auf mein Gesicht und ich befürchte fast, dass mein Kiefer bricht, da merke ich, dass auf mir keine Last mehr liegt und versuche die Augen zu öffnen. Nach einer Weile gelingt es mir dann, doch ich kann mich noch immer nicht bewegen. Alles an mir schmerzt, als hätte ich mir jeden einzelnen Knochen gebrochen, doch ich setze mich langsam auf. Ich befinde mich in der großen Halle, oder das, was von ihr übrig ist. Überall weinende Menschen, blutende Menschen, tote Menschen. Ich stöhne leise und halte mir den Kopf. Er dröhnt so schrecklich und noch immer tanzen schwarze Punkte vor mir in der Luft herum. Dann aber sehe ich etwas, dass mich alle Schmerzen vergessen lässt und ein gellender Schrei entweicht meiner Kehle. Blitzschnell bin ich auf den Beinen und renne zu den beiden leblosen Körpern meiner Freunde.
    Das kann einfach nicht wahr sein!
    Das ist nicht fair!
    W.. ieso nur mussten die beiden?
    Ausgerechnet Remus und Tonks!
    Ich schlage die Hand vor den Mund und beginne wie eine Verrückte zu weinen und zu schluchzen, bis ich erneut das Bewusstsein verliere.
    Als ich wieder zu mir komme, liege ich noch immer zwischen den beiden und sofort krampft sich mein Bauch zusammen, da merke ich, dass kaum noch jemand in der Halle ist und vernehme lauten Jubel von draußen. Langsam und auf wackligen Beinen mache ich mich auf den Weg nach draußen und glaube meinen Augen kaum. Unmengen von Zentauren waren gekommen und auch Voldemorts Riesen stellten sich nun gegen ihn. Und da noch etwas. Neville.
    Er zieht einen langen silbernen Gegenstand aus dem sprechenden Hut. – Das Schwert von Gryffindor! Und trennt damit der Schlange Voldemorts den Kopf ab. Dann ein lauter Schrei von Hagrid: „HARRY! HARRY! - WO IST HARRY?“ Ich verstehe gar nichts mehr, habe keinen Zauberstab bei mir, muss bei dem ganzen Spektakel zusehen und mein Kopf beginnt erneut zu schmerzen. Er hämmert vor Lärm und und vor Aufregung, denn jetzt erscheinen auch noch Hippogreife und Testrale am Himmel und beginnen zu kämpfen. All das ist viel zu viel für mich, doch bleibe ich wie angewurzelt stehen. Sogar als alle wieder hineingehen, als die riesige Schlacht erneut losgeht, als Harry und Voldemort sich auf Leben und Tod, duellieren, und Voldemorts verfluchter Körper zu Boden fällt, kann ich nur zusehen. Ich verfolge das ganze Geschehen, bin wie geschockt, als stünde ich unter einem Zauber, als alle zu Jubeln beginnen. Ein riesiger Tumult bricht aus und ich blinzle. Endlich erwache ich aus der Starre und sinke sofort wieder zu Boden. Verdammter Dreck noch einmal! Scheint, als hätte ich mir wirklich alles gebrochen. Langsam schleppe ich mich zu einem der Tische, die McGonagall aufgestellt hat und setze mich hin.


    Es ist vorbei!

    Endlich vorbei!



    - Harrys Sicht -

    Nun ist Voldemorts Tod schon eine Woche her, doch es fühlt sich an wie ein Monat. So viel ist passiert, Hogwarts wiederaufgebaut, ein neuer Zaubereiminister gewählt worden, und doch mache ich mir Sorgen. Um eine ganz bestimmte Person, ich habe sie seit der Schlacht nicht ein Wort sagen hören, sie versteckt sich, flieht vor jeglicher Gesellschaft.
    Langsam öffnet er das Tor und tritt auf den Friedhof. Hier wurden viele Opfer der Schlacht begraben und da steht sie. Kaum wiederzuerkennen, schwarze lange Haare, schwarze Augen, einen schwarzen Umhang und Tränenspuren im Gesicht. Ich beschließe, sie allein zu lassen, da zieht sie etwas aus der Tasche. Es ist ein Brief. Wieder entweicht eine Träne ihrem Auge und sie legt den Umschlag auf eines der Gräber. Lass mich raten, welches. Ein letztes Mal atmet sie tief durch, dann ist sie mit einem Knall disappariert.
    Mit zusammengezogenen Augenbrauen tritt Harry näher und stellt sich an das Grab, vor dem auch sie getrauert hat, Remus und Tonks, natürlich! Verstohlen sehe ich mich um und ja, ich weiß, dass man so etwas eigentlich nicht macht, aber die Neugierde übermannt mich und vorsichtig öffne ich den Umschlag. Ungläubig reise ich die Augen auf und schlage die Hand vor den Mund, als ich den Brief lese:

    Lieber Remus,
    ich hoffe es geht dir gut, in einer anderen Welt, ohne Krieg, ohne Verlust. Es tut mir unendlich leid, dass ich mich nicht um Teddy kümmern werde aber ich kann hier nicht leben. Nicht mehr. Ich glaube, ich habe es schon gewusst, als Sirius starb. Es war, als wäre ich in den tiefsten Ozean gestürzt, ohne schwimmen zu können. Habe mich dann an dir festgeklammert und an Tonks, ihr beide habt mich gerade so über Wasser gehalten und nun, da ihr tot seid und Harry meine Hilfe nicht mehr benötigt, werde ich ertrinken.
    Sag es den anderen, Remus, sag ihnen, dass wir uns hoffentlich bald wiedersehen, wenn ich zu euch stoße.
    In Liebe,
    Kate


    - Kates Sicht -

    Die Klinge des langen Messers blitzt im letzten Sonnenstrahlen des Tages auf. Ich atme tief durch und starre in den Himmel. Hier, diese Lichtung war es gewesen, auf der sich mein Leben änderte und jetzt wird es hier enden. Mein Blick wandert über die Baumkronen zum Stamm, bis auf den Boden und ich schließe meine Augen. Dies wird die letzte feige Tat sein, die Kathrine Evangeline Croft jemals vollbringen wird.
    Auf Wiedersehen.
    Ich stoße das lange Messer in meinen Bauch und halte dir Luft an. Der Schmerz ist fürchterlich, doch ich entspanne meine Muskeln. Sinke auf den Boden. Öffne die Augen ein letztes Mal. Mit einem Ruck ziehe ich die blutüberströmte Klinge aus meinem Fleisch und lasse kraftlos meine Hand neben meinen Körper fallen.
    Es ist vorbei.
    Endlich vorbei.
    Es bilden sich schwarze Flecken in meinem Sichtfeld und ich schließe die Augen. Krampfhaft versuche ich mich zu erinnern. An all das Gute, Lily, James, Remus, Dora, Sirius. All die Leute, denen ich nun in den Tod folge und langsam dämmere ich davon.


    *Zeitsprung*

    - Harrys Sicht -

    Bedrück streiche ich über die hölzernen Möbel in Kates Wohnung. Ich kann es einfach immer noch nicht glauben, sie war immer eine Art Vorbild, eine Freundin, ein so fröhlicher Mensch, wie konnte sie…
    Mein Blick bleibt an ihrem Schreibtisch hängen, auf dem geordnet drei Zettel nebeneinanderliegen. Auf dem einen steht mein Name!
    Mit zitternden Fingern greife ich danach und drehe ihn um:

    Lieber Harry,
    Nein, das kann doch jetzt nicht wahr sein!

    Glaub mir, es tut mir unendlich leid, dir diese seelische Last aufzulegen, doch in diesem Fall bin ich mal selbstsüchtig. Wahrscheinlich weißt du es schon längst, dass du meine Stimme nicht wieder hören wirst.
    Verzeih mir diese unmenschliche und feige tat, aber ich gehöre zu meinen Freunden. Und wo sie hingehen, werde ich folgen.
    Bitte versprich mir, ein guter Pate für Teddy zu sein, du musst es versprechen! Ich vertraue dir, Harry!
    Von all meinem Besitz vermache ich dir einen meiner Zauberstäbe. Er ist aus Ulme, meine Mutter gab ihn mir in ihrem letzten Atemzug und jetzt werde ich das selbe mit dir tun. Ich hoffe, er wird dir gut dienen.
    Ach, und gib Draco bitte seinen zurück!

    Unfreiwillig muss ich schmunzeln, lese dann aber ernst weiter.

    Sorg auch dafür, dass Neville und Teddy ihre Briefe erhalten, sie sind hier, direkt neben dir.
    Harry, du hast die Augen deiner Mutter und ich liebe dich so sehr wie sie!
    Auf Wiedersehen in einer anderen Welt!

    Schnell wische ich mir über die Augen, bevor mir eine Träne über die Wange läuft und öffne die Schatulle neben meinem Brief. Darin befindet sich tatsächlich ein Zauberstab, edel und schlicht. Ich klappe die Box wieder zu und atme erst einmal tief durch. Es ist trotzdem nicht berechtigt, dass sie sich selbst das Leben nimmt, egal wie viel sie verloren hat! Ich nicke mir selbst zu, da fällt mein Blick auf eine Pergament-Rolle. Mit gerunzelter Stirn greife ich danach und entferne das Band. Sie scheint schon älter zu sein, die Tinte, mit der darauf geschrieben wurde, ist bereits sehr blass, aber noch lesbar.

    Sirius,
    alles, alles Gute zu deinem 22. Geburtstag. Ich hoffe, du feierst schön mit Lily und James, während ich hierin Irland vergammle…
    Moment mal, 22. Geburtstag? Das müsste dann der 3. November 1981 gewesen sein, zu der Zeit war Sirius bereits in Askarban! Und was tut Kate denn in Irland? Ich wusste nicht einmal, dass sie mit Sirius so viel zu tun hatte!
    Ich schreibe diesen Brief in der Hoffnung, dass du mir verzeihst, du hattest Recht und das weiß ich jetzt auch.
    Ich hätte dich nicht wegstoßen sollen, aber ich kann leider nichts ungeschehen machen. Ich habe mich unmöglich verhalten, während du so ehrlich und zugeneigt warst. Es tut mir wirklich so leid und hättest du mir vor vier Jahren gesagt, dass ich das hier jetzt schreibe, hätte ich dir wahrscheinlich eine geknallt oder dich verhext, aber ich brauche dich!
    Vielleicht gibst du mir ja noch eine Chance, denn ich werde es nie vergessen, wie du mir in die Augen gesehen hast und gesagt hast, dass du dich nicht von mir fernhalten kannst.
    Heute weiß ich eine Antwort darauf:
    Ich liebe dich!
    Kathrine

    Überfordert weiten sich meine Augen. Kathrine Evangeline Croft war verliebt in Sirius Orion Black!

Kommentare (3)

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Alexa2187 (31639)
vor 43 Tagen
Hey... so, *lang ausatmen* das war's. Und ich denke eigentlich, dass man das nicht extra sagen muss, aber nehmt sie euch nicht als Vorbild. Also das Ende, das hat nichts heldenhaftes oder was auch immer. Naja auf jeden Fall noch einmal Danke, dass ihr so lange durchgehalten habt.
Liebste Grüße,
Alexa2187
rosa einhorn (92025)
vor 51 Tagen
Bitte schreib weiter das ist voll spannend❕❕❕
Saphira (98127)
vor 59 Tagen
Wann schreibst du weiter???