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Der Tag, an dem meine Schwester ging

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5 Kapitel - 1.117 Wörter - Erstellt von: MiauWauWolf - Aktualisiert am: 2017-10-08 - Entwickelt am: - 29 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

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    Ich betrachte mich im Spiegel.
    Ich zittere, stütze mich am Waschbecken ab.
    Ich atme tief ein und aus, versuche das, was passiert ist, zu verarbeiten.
    Ich stelle mir einige Fragen, um einen klaren Kopf zu bekommen. Wer ich bin, Wie ich heiße, sowas.
    Ich höre draußen Stimmen, die sich aufgeregt unterhalten.
    Ich starre mein Spiegelbild an, sehe mir direkt in meine grauen, ausdruckslosen Augen. Ich muss mich entspannen, locker werden, einfach so tun, als ob ich nichts damit zutun habe. Alles vergessen.
    Wo ich bin, wo ich herkomme. Was ich hier mache.
    Die Stimmen kommen näher. Ich zittere wieder. Meine Lieblingsfarbe, was ich gerne esse, meine besten Freunde... Meine beste Freundin.

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    Ich ging runter in die Küche. Ein ganz normaler Morgen; meine Mutter war noch im Badezimmer, mein Vater trank schon genüsslich seinen Kaffee, meine Schwester schlief noch und ich Schnappte mir wie immer einen ungetoasteten Toast.
    Mein Vater behielt mich die ganze Zeit im Blick, schaute mich über die Brillengläser an und machte ein lautes Schlürfgeräusch, welches förmlich nach Aufmerksamkeit schrie.
    Ich drehte mich zu ihm um und ging an, den Toast zu essen. Er starrte mich immer noch an. „Was?“ Fauchte ich genervt. Er grinste, schon seine Brille zurecht. „Nicht so kratzbürstig, bitte!“, äffte er meine Mutter nach. „Hemmi, bitte. Iss was richtiges.“
    Ich schon mir den Rest des Toasts in den Mund und drehte mich wieder weg.
    Er verstand es einfach nicht. Morgens konnte ich ums verrecken nichts essen. Meine Eltern hatte es sowieso viele Überredungskünste und Drohungen gekostet, dass ich überhaupt einen Toast aß. Also schnappte ich mir ohne zu antworten meinen Rucksack und warf ihn mir über die Schulter, um kurz darauf das Haus zu verlassen.

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    Das erste, was passierte, als ich das Klassenzimmer betrat, war, dass ich ein Papierknäul an den Kopf geworfen bekam, da ich genau vor dem Mülleimer stand. Ich starrte in die Richtung, wo das unbekannte Fluggeschoss hergekommen war und blickte verärgert zu einem Mädchen, was sich erschrocken die Hände vor den Mund hielt. Es brauchte einen Moment, bis sie hastig zu mir angehüpft kam und das Papierknäuel aufhob. „Tut mir leid“, sagte sie geknickt. „Kein Problem“, antwortete ich knapp. Ich war eher damit beschäftigt, wer dieses Mädchen war und warum sie hier war, denn ich hatte sie noch nie gesehen. Sie wuschelte sich durch ihre Schulterlangen, blonden Haare und lächelte leicht. „Ich-“, fing sie an, doch ich unterbrach sie. „Du bist neue hier?“ Ich zog eine Augenbraue hoch und wartete die Antwort ab. Sie nickte. „Genau. Ich heiße Annabelle und bin neu hier hergezogen.“ Ich nickte leicht desinteressiert und ging auf meinen Platz zu. Genauergesagt ging ich einfach irgendwo hin und liest dort dann meinen Rucksack auf den Stuhl fallen. Da die Sommerferien gerade aufgehört hatten und die Schule wieder gegangen, musste ich später vermutlich um diesen Sitz Platz kämpfen, denn dieser hier war ganz hinten im Klassenraum und direkt am Fenster, und sowieso wollten alle immer nur das, was sie nicht haben konnten.

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    Annabelle folgte mir unaufgefordert bis zu meinem Platz und sah sich um. „Kann ich neben dir sitzen?“
    Mit einen vielsagenden Blick schaut sie zu den anderen im Raum. Hier waren beinahe nur Dreiergrüppchen und Vierergrüppchen zu sehen, wie zum Beispiel Alice mit Emily, Selina und Madison. Sie waren diese typische Mädchenklicke wie bei amerikanischen Serien. Alle vier hatten blonde, und wenn nicht, dann zumindest blond gefärbte Haare und blaue Augen, bis auf Madison, sie hatte braune Augen. Diese Tatsachen Schienen ihnen nicht bekannt oder wenigstens nicht bewusst zu sein, jedoch gaben Sie eine herrliche Tratschgemeinschaft ab. Dann gab es da noch die „sportlichen“ Jungs, die damit Angaben, dass sie mindestens zehn mal die Woche Pumpen gingen, jedoch auf die Frage „was sind Hanteln?“ nur ein schwaches Schulterzucken kombiniert mit einem ahnungslosen „Hm“ von sich gaben. Ich persönlich hatte schon die Vermutung gehabt, dass sie nur Proteine in sich rein schaufelten.
    Also. Natürlich gab es bei uns auch die Jungen die von Alice und Co. nur so schwärmten, und die Mädchen, die sich wünschen, so schlank zu sein die Madison, so hübsch wie Sally, den -zugegeben recht zickigen- Charakter von Emily und die Klugheit von Alice zu haben. Aber über sowas verschwendete ich keine Gedanken.

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    „Also“, antwortete ich, „Woanders wäre es ja wohl die Hölle“
    Ich grinste sie an, fest davon überzeugt, dass sie ein aufgezwungenes Lächeln erwiedern und dann abziehen würde- Was sie aber nicht tat.
    Sie grinste auch und ließ ihren Rucksack, der mit einem Regenbogen und dem Schriftzug „Don‘t f*ck my mind, sweetie“ verziert war, auf den Boden sacken und gegen einen Tisch, der direkt neben meinem war, kippen. Ich mochte sie. Eindeutig.


    Dafür, dass es der Erste Schultag war, verging die Zeit sehr schnell. Als das Ende des Kimi Unterrichts in Sicht war, schnappte ich meinen Rucksack und ließ Block und Mäppchen darin verschwinden. Im Gegensatz dazu krallte Emily sich geradezu in ihrem Buch fest, als sie es an sich Riss, um es dann regelrecht in ihren Rucksack zu schmeißen. Dieser gab ein lautes „Dong“ Von sich, als ihr Buch auf den Boden ihres Rucksacks knallte. Aufgescheucht wie ein Rabe sah ich sie an, ich hasse laute Geräusche. Annabell machte es mir nach. Der Lehrer seufzte nur und sagte etwas wie „Musste das sein...“
    Ich grinste bloß und in genau diesem Moment sah Emily zu mir. Sie sah mich giftig an, als könnte ihr Blick mich durchbohren. Hatte sie denn noch nie etwas von einer Hyperbel wie in Geschichten zum Beispiel gehört? Wenn ja, musste sie ist ja nicht an mir mit ihrem möchtegern Blick ausprobieren. Stur hielt ich Blickkontakt, bis sie irgendwann irritiert weg sah. Kurz darauf läutete es und ich stand reflexartig auf, warf mit den Rucksack wie letztes Schuljahr eingeübt über die Schulter und marschierte dann aus dem Klassenzimmer.

Kommentare (2)

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MiauWauWolf ( von: MiauWauWolf)
vor 16 Tagen
Danke dir ^^ ich geb mir Mühe :)
Taui ( von: Tauschweif)
vor 19 Tagen
Richtig gut, bitte schreib weiter :D
Mir gefällt dein Stil echt, wirklich toll! :)