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3 Kapitel - 3.258 Wörter - Erstellt von: XMarie - Aktualisiert am: 2017-09-27 - Entwickelt am: - 60 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Ich rannte und rannte. Rannte ohne ein wirkliches Ziel vor Augen zu haben. Ich rannte einfach, um nicht da bleiben zu müssen. Um nicht mit ansehen zu müssen, wie ich alles was ich bisher hatte, verlor. Wie er mir es nahm. Die Gedanken kreisten in meinem Kopf herum, doch fanden keinen richtigen Mittelpunkt. Sie jagten nur sinnlose Tränen in meine Augen.

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    ,, Bitte Oscar, ich weiß, du bist kein Monster. Wie kannst du überhaupt mit soviel Menschenleben auf dem Gewissen, leben?“, flehte ich und merkte
    ,, Bitte Oscar, ich weiß, du bist kein Monster. Wie kannst du überhaupt mit soviel Menschenleben auf dem Gewissen, leben?“, flehte ich und merkte wie mir Tränen in die Augen stiegen und überliefen. Ein misslungener Versuch, nicht zu heulen. Ich hoffte darauf, dass er mich einfach in Ruhe lassen würde. Mitten auf der Straße in der Nacht. Ich saß ein weiteres mal in der Klemme und hoffte durch meine Überredungskünste mein Leben zu retten. Mein Hund kauerte ebenfalls ängstlich an meiner Seite und knurrte Oscar mit gefletschten Zähnen an, der gerade seine Knarre auf mich gerichtet hatte und dessen Finger schon fast auf dem Auslösknopf zitterte.,, Wieso musst du anderen unschuldigen Menschen Leid antun, wenn es dir selbst schadet?“, wimmerte ich dann und merkte wie meine Hände leicht anfingen zu zittern und das im Rhythmus meines unregelmäßigen Herzschlags.,, Wieso?“, wiederholte ich, als er nicht antwortete. Wie erbärmlich und hilflos ich wohl aussehen musste. Ich musste mich beherrschen, ihm nicht in die Fresse zu schlagen.
    So stand ich nun da, vollkommen unbewaffnet, nur mit meinem Taschenmesser in der Hosentasche und meinem Hund an meiner Seite. Umringt von drei Männern, einer mit einer Knarre bewaffnet.
    ,, Du bist aber alles andere als unschuldig“, zischte er nun und kam mit der Knarre näher an mich heran. Ich wisch zurück, doch der Kreis von den drei, die mich umzingelten, schloss sich enger zusammen und ich seufzte. Dann wischte ich mir die gespielten tränen von den Wangen und funkelte Oscar weiter mit zitternden Händen an.
    ,, Das vielleicht nicht, aber,..., ich bin jung. Bin gerade erst achtzehn geworden und das ist zu früh um so zu sterben. Erschossen von einem ehemaligen Freund, weil ich im Auftrag meiner Gang einmal Drogen gestohlen habe. Und wenn du mich jetzt tötest, droht dir selbst die Todesstrafe“, protestierte ich und tat auf klein und unschuldig.,, Wir waren niemals Freunde“, fauchte Oscar nun und ich merkte, wie er direkt auf meinen Kopf zielte und näher kam. Jetzt musste ich schielen, wenn ich die Waffe sehen wollte. Doch ich funkelte ihn weiterhin ungerührt an.,, Ich habe schon oft meine Beute erlegt, und doch wurde ich nie erwischt.“ Das kalte Metall der Waffe spürte ich auf der Haut an meiner Stirn und ich schloss kurz die Augen um nicht in Panik zu verfallen. Alles ist gut. Jetzt hast du ihn dran. Jetzt kannst du entkommen.
    ,, Aber denk doch mal nach. Ich bin die Vize meiner Gang. Es wäre ziemlich dumm von dir, mich jetzt zu erschießen, wenn du weißt, dass mein Meister sich rächen wird. Und ich weiß Dinge, die deiner Crew von Nutzen sein könnten“, beschützte ich mich und ich musste ein Grinsen auf meinen Lippen unterdrücken, das sich langsam zu meinen Mundwinkeln stahl. Jetzt bist du gerettet, dachte ich mir erleichtert, denn er senkte die Waffe und wich meinem triumphierenden Blick aus.
    ,, Du widerst nicht an“, giftete er und wendete sich ab.,, Wie heißt du?“ Er kam wieder auf mich zu. Doch meine Lippen waren verschlossen.,, Wie heißt du?“ Diesmal richtete er wieder die Knarre an meine Stirn und ich schielte sie erschreckt an.,, Yuki, mehr musst du nicht wissen“, sagte ich dann ganz knapp und ich spürte, wie mein Hund, ihn fast in sein Bein gebissen hätte. Ich war dankbar, dass er es nicht gemacht hatte. Er wendete sich ein weiteres mal ab und wollte die Waffe in seinen Hosenbund stecken, da wirbelte er ein weiteres mal herum und ein lauter Schuss ertönte gefolgt von einem hohen und schmerzerfüllten Jaulen.,, Bist du verrückt? F*ck! Spinnst du? Du hast meinen Hund getötet!“, schrie ich und wieder musste ich mich zusammenreißen, um ihn nicht tot zu prügeln. Ich sank neben meinem reglosen Hund zusammen und rüttelte an ihm.,, Rose! Rose, du darfst nicht tot sein! Dieser Wi***er, darf dich nicht getötet haben! Lass mich jetzt nicht allein!“, kreischte ich und merkte, wie echte Tränen flossen. Solche Tränen hatte ich all die Jahre nicht mehr geweint. Mein Herz schien sich zusammenzuziehen. Dieser Hund hatte mich jegliche male beschützt und mein leben gerettet und ich brachte es nicht einmal zustande ihn einmal zu retten. Und dann starb er auch noch durch mich. Weil ich ihn nicht retten konnte. Ich legte meinen Kopf in sein Fell und streichelte seinen Rücken, der immer noch warm war. Aber ich fühlte kein leben mehr in ihm. Er war tot. Meine Tränen flossen in sein Fell. Ich schloss Rose in meine Arme und bettelte, dass das nur ein Traum war. Das war alles nur, weil ich mein leben vermasselt hatte. Weil ich nichts aus meinem leben gemacht hatte. Und jetzt musste meine einzige Freundin sterben. Nur wegen mir. Doch neben der Trauer, die alles auszublenden schien, verspürt ich so abgrundtiefen Hass, dass es schwer war, ihn in Worte zu fassen. Ich wollte sie alle töten. Alle.
    Ich vernahm ein ziemlich schadenfrohes Lachen und mein Magen rumorte vor Hass. Sie lachten darüber, dass ich um meinen Hund weinte... Ich rappelte mich auf, meine Augen waren bestimmt rot und angeschwollen vom ganzen Weinen, das in in den letzten Minuten erleiden musste. Mein Zorn spiegelte sich in meinen Augen. Ich hob meinen Zeigefinger, schritt auf Oscar zu und bohrte ihm meinen Finger in die Brust. er wich zurück und eine Hand schnellte zu seinem Hosenbund. Sollte er mich einfach erschießen! Das war ich Rose schuldig. Aber ich würde nicht sterben, ohne ihn mit ins Grab zu nehmen.

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    ,, Du dreckiger Wi***er! Wie kannst du es wagen meinen Hund zu töten? Glaub mir, mein Meister wird sich rächen, und dann kannst du froh sein, wenn e
    ,, Du dreckiger Wi***er! Wie kannst du es wagen meinen Hund zu töten? Glaub mir, mein Meister wird sich rächen, und dann kannst du froh sein, wenn er dich einfach nur erschießt!“, schrie ich ihm entgegen, doch ich wurde zurückgeschubst. Und zwar so heftig, dass ich nach hinten fiel und mich zwei kräftige Arme packten.
    ,, Zügle dein Mundwerk gefälligst! Du musstest etwas daraus lernen, sonst wäre das hier öfters vorgekommen, Yuki“, sagte Oscar immer noch ziemlich belustigt, doch das trieb mich umso mehr in diese Hasswelle hinein, die mich gerade durchflutete. Er hatte meine Eltern getötet und jetzt auch noch meinen Hund. Wegen ihm hatte ich all dieses Leid zu tragen. Wegen ihm hatte ich überall Schulden.
    Ich versuchte mich nicht hineinzusteigern, sondern schloss einfach die Augen.
    ,, Nehmt sie mit. Der Boss entscheidet, was wir mit der Kleinen machen. Aber eins ist sicher“, er nahm mein Kinn zwischen die Finger und zwang mich, ihn anzusehen,,, wir werden jede Menge Spaß zusammen haben.“ Das widerte mich an. Ich machte keine Anstalten mich zu bewegen, auch als mir jemand einen schwarzen Sack über den Kopf zog und meine Arme hinter meinem Rücken verschränkte. Ich saß immer noch da auf den Knien und verkrampfte mich.,, Geh!“, bestimmt einer seiner zwei Freunde, der mich gepackt hielt.,, Nein, ich find's gemütlich hier. Geht schon mal ohne mich“, antwortete ich und hoffte, dass das keine Folgen für mich haben könnte. Ich wollte sie provozieren. Ich wollte sie vernichten. Oscar, der inzwischen schon hinter der nächsten Straßenecke verschwunden war, streckte seinen Kopf wieder um die Ecke und schrie seinem Freund zu:,, Schaffst du es nicht einmal, ein Mädchen mitzunehmen?“ Ich grinste unter dem Sack und wusste dass es klappen würde. Ich war eben immer noch gerissen und heckte jetzt schon meinen Racheplan aus.Dann hörte ich Schritte und als Oscar's Hand mich am Kragen packte, wehrte ich mich. Ich sprang auf, riss meine Arme los und stieß Oscar mit aller Kraft mein Knie in die Mitte (wenn ihr wisst was ich meine). dann zog ich mir den Sack vom Kopf und setzte ihn Oscar auf. Meine Hand schnellte zu seiner Waffe, die ich packte und einsteckte. Seine beiden Freunde waren so überrascht, dass ich den Vorsprung genoss und weglief. Es versetzte mir einen Stich, als ich Rose's Leiche zurückließ und eine stumme Träne rann meine Wange hinunter. Ich rannte so schnell, wie ich noch nie in meinem Leben gerannt war.,, Fangt sie wieder ein!“, hörte ich einen zornigen Schrei hinter mir, aber ich wusste, dass der Vorsprung zu groß war, um mich irgendwie einzufangen. Ich versuchte das Tempo zu halten und lief durch den strömenden Regen davon. Meine Haare waren inzwischen komplett durchnässt, doch es kümmerte mich nicht. Ich wusste nicht wieviel Zeit ich in meinem Leben jemals mit rennen verbracht hatte. Ich rannte fast ständig vor irgendjemandem weg. Und das konnte ich im Moment nicht mehr ändern.

    Vor zwei Jahren wurden meine Eltern in ihrer Wohnung getötet. Da sie nie wirklich viel Geld hatten, schaffte man es nicht mich irgendwo unterzukriegen und ich landete auf der Straße. Mit zwanzig Euro in der Hosentasche und dem Hund meiner Eltern zog ich dann durch die Straßen und lebte unter Brücken. Doch dann plagten mich Geldprobleme. Ich hatte kein Geld für Essen oder Hundefutter und ich wurde mehrmals beim Stehlen erwischt. Aber eines Tages fand mich ein Mann, er nannte sich selbst Robin Jones. Und er bot mir an, mich aufzunehmen. Aber unter einer einzigen Bedingung: Ich musste für ihn arbeiten. Robin war der Anführer einer Gang aus Verbrechern, Dealern und Mördern, genannt Dark Ravens. Sie verdienten ihr Geld mit Drogen, Mordaufträgen oder Diebstahl. Und ich half mit. Ich war zwar das einzige Mädchen und auch die jüngste, aber Rose und ich hatten ein Dach über dem Kopf, Essen und Freunde. Es war schwer vorstellbar, dass alle diese freundlichen Typen Schwerverbrecher waren, denn sie waren so nett und warm zu mir, dass ich glaubte, im Paradies zu leben. Und zuerst hatte ich auch kein Problem mit den Aufträgen die ich erledigen musste, doch dass ich unter Verbrechern lebte, brachte mich ziemlich in Probleme. Und die Dark Ravens waren im Konflikt mit einer anderen Gang, den Blue Nightmares. Der Vize dieser Gang war Oscar. So nannte jeder ihn jedenfalls. Und dann wurde ein Mann aus unserer Gang erschossen. Von den Blue Nightmares. Und so brach der Krieg aus, ich verstrickte mich immer mehr in diese Verbrechen. Einmal sollte ich Drogen stehlen, einmal ermorden und so weiter. Das machte mir ziemlich Probleme, da ich Pferds auf der Straße verfolgt wurde. Aber ich hatte mit der Zeit eine gewisse Gabe entwickelt. Ich war so eine gute Schauspielerin geworden, dass ich mich überall herausreden konnte. Das änderte sich jetzt. Robin ernannte mich nach zwei Jahren Dienst zu seiner Vize, da der alte verstorben war und ich bekam Respekt gegenüber den anderen. Aber da ich nun eine höhere Position in der Hierarchie hatte, versuchten mich Leute von den Blue Nightmares zu töten. Bis jetzt hatte ich noch immer Glück und wurde nicht getötet, doch ich fürchtete, dass ich das nicht mehr länger halten könnte.

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    Ich hoffte tief in meinem Inneren, dass mein ganzes Leben nur sein Traum sei, denn ich war völlig auf die falsche Bahn geraten. Ich wünschte mir eine Pausentaste für mein Leben, die ich jetzt aktivieren würde, um meinen Vorsprung zu vergrößern. Ich wusste dass Oscar und seine Crew längere Beine als ich hatten und daher schneller waren, aber die Angst und der blinde Hass trieben mich an wie eine Dampfmaschine und meine Füße fühlten sich an, als könnten sie Meilen laufen ohne das Tempo zu drosseln.
    Inzwischen hatte ich den Waldrand erreicht, der einen stockfinsteren und matschig rutschigen Pfad beherbergte, der mich zum Hauptquartier führen würde. Ich hielt einen Moment inne und mein Hirn schrie alarmierend auf. F*ck.
    Ich würde sie direkt zum Hauptquartier führen! Langsam stieg die Panik doch wieder in meinen Magen und ich bog ab und lief quer den Rand entlang. Sogar hier, wo der Weg noch einigermaßen gepflastert war, war es förmlich eine Kunst nicht auszurutschen. Doch diesen Weg war ich so oft langgelaufen, dass ich jede Schlammpfütze kannte. Ich hatte nichts übersehen und hatte meine Starre überwunden. Und keine Sekunde zu früh! Oscar’s Stimme, die fluchte und mich beleidigte, wirkte um einiges näher als in der Stadt.
    Schlamm spritzte in mein Gesicht und brannte in meine Augen, doch ich rannte weiter, bis meine Lungen schmerzten und meine Beine sich anfühlten, als würden sie mein Gewicht nicht mehr tragen. Vor weniger als einer halben Stunde war Rose noch an meiner Seite gelaufen, doch das hätte nun wohl ein Ende.
    Wie weit würden sie mich denn noch verfolgen? Aber bald würde der Wand an meiner rechten Seite dichter werden und ich konnte schnell hinter der großen Eiche untertauchen, bevor sie mich sehen konnten. Der mächtige Baum, der seine Krone mit vollem Stolz in den grauen Himmel reckte, tauchte in meinem Blickfeld auf und ich war erleichtert, dass die Rennerei endlich ein Ende hatte. Ich wagte einen Blick über die Schulter, doch konnte niemanden sehen. Das ließ mein Herz hüpfen, denn ich rollte mich blitzschnell und geschickt über einen Busch, kam mit beiden Füßen im ätsch auf, drehte mich herum und nun stand ich im Schutz des Waldes, mit dem Rücken gegen den Stamm der Eiche gepresst und mit bebender Brust. Ich zwang mich, mein Keuchen zu unterdrücken und strich mir eine durchnässte braun-rote Strähne hinter mein Ohr.
    Dann kniete ich mich auf den Boden, meine Knie versanken im Schlamm und riss ein paar Pflanzen beiseite um einen Blick auf den Waldrand werfen zu können. Jeden Moment würden sie hier vorbeilaufen. Ich wartete. Wartete auf den triumphierenden Moment, wenn ihnen bewusst wurde, dass ich sie ausgetrickst hatte. Doch auch nach einer halben Minute war nichts ungerührt. Dann vernahm ich patschende Schritte in der Ferne und ich kauerte mich zusammen, zog mir meinen Pulli über die Handrücken und lauschte weiter angestrengt. Bald kamen auch zwei Silhouetten in mein Sichtfeld. Beide, mit durchnässten Kleidern und Haaren, die ihnen an der Stirn klebten. Aber es waren nur zwei? Wo war Oscar? Mein Herz hüpfte ein weiteres mal auf und ab, doch meine Frage beantwortete sich von selbst. Plötzlich spürte ich ruckartig eine Hand vor Schlamm in meinem Gesicht, dann einen Griff und jemand riss mich hoch und schleuderte mich gegen den stamm der Eiche. Mir wurde die Luft aus den Lungen gepresst, doch ich hatte keine Zeit, zu atmen, denn Schlamm tropfte mir von meiner Nasenspitze in meinen Mund und versaute mir meine Kleider. Ich kniff die Augen zusammen, denn der körnige Matsch entfachte in meinen Augen ein Feuer. Ehe ich wirklich begriff, dass Oscar mich verfolgt hatte, versperrte mir zwei Arme den Weg, die sich an meinen Seiten, rechts und links gegen den Stamm stemmten. Und nun war ich froh, dass ich meine Augen nicht geöffnet hatte, denn sonst würde ich in Oscar’s Gesicht blicken müssen. Noch niemals hatte mich jemand überlistet. Dann spürte ich dass er mir mit seiner rechten Hand über das Gesicht wischte. Mir blieb nichts anderes übrig als die Augen zu öffnen.
    Mein Herz rutschte mir fast in die Hose. Er war mir schrecklich nah. Unsere Nasenspitzen berührten sich fast und er hatte sich auf meine Augenhöhe gebückt.,, Ich hab alles vorausgesehen, Yuki“, flüsterte er mir ins Ohr und erregte in meinem Körper eine Gänsehaut.,, Auch den Tritt in die Eier?“, fragte ich und wollte hier auf keinen Fall meine Ehre vergraben. Seine giftgrünen Haare klebten ihm im Gesicht und seine grauen Augen funkelten mich wütend an. Regen tropfte mein Gesicht herunter und spülte gleichzeitig noch mehr Flüssigkeit in meine Augen, weshalb ich blinzelte. Meine Augen hatten sich gerade an das Brennen gewöhnt, da erblickte ich wie sich ein dreckiges Lächeln auf seine Lippen stahl. Ich wollte nicht bestraft werden für mein elendes Dasein. Ich wollte nicht auf seine Art bestraft werden. Denn ich hatte keine Ahnung, was er mit mir anstellen würde und ich wollte es auch eigentlich gar nicht wissen, geschweige denn erleben. Er strich mir eine braun-rote Haarsträhne aus dem Gesicht. Ich wollte nicht, dass er meine Angst sah, doch auch wenn ich es vermeiden wollte, ich wusste, dass sich meine Angst in meinen Augen spiegelte.,, Ich werde dir nichts antun, Kleine. Ich werde dir kein einziges Haar krümmen, wenn du dich benimmst“, flüsterte er zwischen diesem Grinsen, das mich komplett verrückt macht. Ich hätte keine Sekunde denken dürfen, er würde mich verschonen, denn gleich darauf spürte ich eine Faust an meiner Wange und mein kopf wurde schmerzhaft herumgerissen. Tränen stiegen in meine Augen, doch ich unterdrückte sie einfach. Ich schmeckte Blut in meinem Mund und fing an zu würgen. Dann spuckte ich ihm eine Mischung aus Matsch und Blut ins Gesicht. Er presste mich noch einmal fester an den Stamm und ich kniff schmerzverzehrt die Augen zusammen. Oscar stöhnte und wischte sich mit dem Ärmel seiner Lederjacke die Spucke aus dem Gesicht. Mir wurde ganz schummerig. Alles vor meinen Augen drehte sich und wackelte und ich hörte Oscar nur noch verschwommen. Mein Schädel brummte und meine Beine würden einfach nachgeben, würde er mich nicht festhalten.,, Du hast es ja förmlich so gewollt, Süße“, lächelte er dann wieder und ich hatte eine leise Vorahnung von dem, was er vorhatte. Aber diesen Gedanken verbannte ich schnell wieder aus meinem Kopf. Ich würde meine Ehre nicht hier zurücklassen. Mein Herz raste, als würde es jeden Moment zerspringen. Ich betete, dass ich einfach nur sterben würde, bevor ich ihm auch nur das kleinste Geheimnis meines Clans erzählen konnte. Momentan schien es selbstverständlich dass ich schweigen würde, aber würde es auch so sein, wenn sie mich foltern würden? Würde Robin die gesamte Gang opfern, nur um mich wieder lebend zurück zu bekommen? Ich hoffte nicht, denn ich hatte genug Schuldgefühle, wenn Rose schon tot war. Ich schwor mir, dass ich schweigen würde, so lange es möglich war. Wenn es sein musste, würde ich mich eigenhändig töten, um zu schweigen. Aber nicht ohne Rose's Tod zu rächen.

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1505748356
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Ich rannte und rannte. Rannte ohne ein wirkliches Ziel vor Augen zu haben. Ich rannte einfach, um nicht da bleiben zu müssen. Um nicht mit ansehen zu müssen, wie ich alles was ich bisher hatte, verlor. Wie er mir es nahm. Die Gedanken kreisten in meine...
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2017-09-18
40J0
Horror, Krimi

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