Springe zu den Kommentaren

In Worlds of Magic 2

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
1 Kapitel - 14.358 Wörter - Erstellt von: Alexa2187 - Aktualisiert am: 2017-09-22 - Entwickelt am: - 233 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Hier der 2. Teil meiner Harry Potter- Fanfiktion. Viel Spaß!

    1
    *Zeitsprung* März 1979
    /Alice, Frank, Lily, die Rumtreiber und ich sind Mitglieder im Orden des Phoenix. Ich habe eine Heilerausbildung begonnen, doch im Moment sind Ferien und ich bin auf dem Weg zu Alice, die sich zusammen mit Frank eine Wohnung in Nottingham gekauft hat. /
    Ich sitze im Bus und schaue immer wieder auf den Brief von Alice, in dem sie mir ihre Adresse geschickt hat. So, diese Haltestelle müsste es sein. Mühsam hieve ich meinen Koffer aus dem Bus und sehe mich auf dem Bordstein um. Okay, Nummer 12 also… ich klingle an der Tür. Keiner öffnet… ich schaue kurz nach links und rechts, doch die Straße ist Menschenleer. Also ziehe ich meinen Zauberstab aus meinem Dutt und halte ihn auf das Schloss. Leise flüstere ich: „Alohomora!“ Dann betätige ich die Klinke und trete ein. „Alice? Frank?“ Keine Antwort… Ich stelle meine Sachen im Flur ab und gehe in den nächsten Raum. Es ist das Wohnzimmer, wie man Alice kennt, ist es komplett aufgeräumt. Nur auf dem Couchtisch liegt ein Zettel. Mein Name steht darauf. Mit gerunzelter Stirn nehme ich ihn und drehe ihn um. Darauf finde ich eine Nachricht in Alice‘ geschwungener Handschrift.
    Liebe Kate,
    erstens: ich wusste, dass du einfach reinkommen würdest…
    Tja, sie kennt mich… ungeduldig und neugierig…
    Frank und ich sind noch schnell einkaufen, aber wir kommen bald wieder. Bedien dich ruhig am Kühlschrank und wenn du willst, kannst du auch schon mal nach oben in dein Zimmer. Es ist die Treppe hoch, die erste Tür rechts. Das Bad ist nebenan.
    Alice
    Ich habe keinen großen Hunger, deshalb nehme ich meinen Koffer und lasse ihn die Treppe hinaufschweben. Als ich in das Zimmer eintrete, zeichnet sich sofort ein Lächeln auf meine Lippen. Es hat ein großes Fenster und das Bett ist breit und schnell sind alle meine Sachen in die Schränke daneben geräumt. Meine ganzen Bücher lege ich auf den ovalen Schreibtisch. Dann schmeiße ich mich auf das Bett und schließe die Augen. Diese Muggel-Fahrzeuge… so eine Reise ist schon ziemlich anstrengend… Nach ein paar Minuten höre ich Schlüsselgeklimper von unten. Das müssen sie sein. Ich gehe die Treppe hinunter und Alice bemerkt mich sofort. „Hey, Kate!“ ich drücke sie schnell und gebe Frank die Hand. „Hallo Frank!“ „Und hattest du eine gute Anreise?“, fragt er und ich nicke. „Ja, ich bin mit dem Bus von der Zugstation aus hergefahren. Oh man, das dauert vielleicht lange… naja, jetzt bin ich jedenfalls da.“ „Super! Du hast dein Zimmer schon gefunden?“ „Jip es ist wunderschön!“ „Hab mir doch gedacht, dass es dir gefällt!“, sagt Alice und schwingt ihren Zauberstab. Sofort räumen sich die Einkäufe von allein in die Küche. Ich lasse mich in einen Sessel im Wohnzimmer fallen. Frank geht nach oben, um zu lesen und Alice setzt sich auf das Sofa gegenüber von mir. „Und wie läuft das Studium?“, fragt sie. „Ganz gut eigentlich, allerdings habe ich immer noch nichts gegen das hier gefunden.“ Ich deute mit meinem Kinn auf meine linke Schulter. „Hm… Also wenn es weh tut, dann sag sofort Bescheid, okay?“ ich nicke und Alice beginnt mit ihrem Ring zu spielen. Moment mal… ein Ring? Fragend sehe ich sie an und ihre Mundwinkel verziehen sich zu einem begeisterten Lächeln. „Frank hat mir einen Antrag gemacht!“, platzt es nun aus ihr hinaus. Sofort springe ich auf und falle ihr um den Hals. „Aww… das ist ja wunderbar! Wow, meine Freundin heiratet tatsächlich ihre Jugendliebe…“, quieke ich erfreut. „und wann? Und wie hat er den Antrag gemacht? Und hast du schon ein Kleid? Wer ist eingeladen? Und…“ Die Fragen sprudeln so aus mir hinaus und Alice unterbricht mich mit einem warmen Lachen. Ich falle sofort mit ein. „Du, bevor ich es vergesse, Lily hat gesagt, du kannst sie auf jeden Fall besuchen kommen, wenn du willst. Für die Aurorenausbildung müssen Frank und ich ja nächstes Wochenende weg. Also von Donnerstag bis Samstag.“ „Okay, dann schreibe ich Lily mal. Darf ich deine Eule…“ „Klar!“
    *Zeitsprung* nächster Donnerstag (15. März 1979)
    Ich stehe vor dem kleinen Haus, dessen Adresse Lily mir beigelegt hat und drücke auf die Klingel. Es dauert nicht lange, da öffnet ein Mann mit etwas längeren, dunklen Locken die Tür. Einen Moment lang starre ich nur in seine grauen Augen, dann blinzle ich gefühlt 20 Mal. Lässig hebt er die Hand. „Hi Kate, lange nicht gesehen!“ „Ähm ja…hi…ich wollte eigentlich zu Lily.“ Sirius geht einen Schritt zur Seite und macht eine einladende Geste. Ich will zu meinem Koffer greifen, doch er kommt mir zuvor und trägt sie für mich. Etwas verdutzt trete ich ein und Lily kommt aus der Küche. Sie umarmt mich fest und Sirius kuckt mit einem Lächeln zu. „Hey Kate! Komm rein, es gibt Kuchen!“ „Hi, Lily!“ Wir gehen in die Küche und ich begrüße James mit Handschlag. Ich setze mich an den Tisch und sofort kommt ein Teller mit einer Gabel und Kuchen angeflogen und stellt sich vor mir auf den Tisch. „Wie geht’s dir?“, fragt Lily. „Ganz gut. Dir?“ „Mir auch. Wie läuft das Studium?“ „In Ordnung, aber ich hab‘ jetzt Ferien, also keine weiteren Details.“ Sirius schmunzelt „Ähm Kate, also es ist so, dass wir noch keine zwei Gästezimmer haben, also müsstest du auf der Couch…“ „Oh, das ist kein Problem... ich kann auf dem Sofa schlafen.“ „Super!“ „Hey, ich hab‘ einen Muggel-Film dabei. Ähm also der heißt, Star Wars‘ und wurde vor zwei Jahren in Amerika gedreht und…“ „Worum geht es denn?“, fragt James. „Es spielt im Universum, in einer anderen Galaxie mit Raumschiffen und so.“ „Klingt doch gut!“, wirft Sirius ein. „Find ich auch!“, sagen Lily und James gleichzeitig. Ich lächle. „Schön, dann können wir den ja heut Abend schauen. Ihr habt doch einen Fernseher mit einem Kassettenspieler, oder?“ „Ja, James wollte diese Kiste. Sie steht im Wohnzimmer.“, antwortet Lily.
    - Sirius‘ Sicht -
    Wow, der Film war super! Sie hat einen tollen Geschmack. Es ist nachts und ich kann irgendwie nicht schlafen. Sie hier zu treffen hatte ich nicht erwartet. Sie offenbar auch nicht, so wie sie mich angestarrt hat. Langsam schleiche ich dich Treppe hinunter, um noch etwas zu trinken. Ich gehe in die Küche und hole mir ein Glas Wasser. Dann setze ich mich auf einen der Stühle und starre auf den Tisch. Sie hat sich nicht gefreut mich zu sehen, oder? Hm… sie hat ja kaum ein Wort rausgebracht, so hab‘ ich sie noch nie gesehen… Ich sehe durch die Glastür, die ins Wohnzimmer führt und sehe sie dort friedlich schlummern. Augenblicklich muss ich lächeln. Ihr langes, braunes Haar hängt fast bis zum Boden, doch plötzlich dreht sie sich unruhig um. Ihre Augen sind zusammengekniffen und ihr Atem wird unruhig. Mit gerunzelter Stirn gehe ich ins Wohnzimmer und knie mich vor das Sofa. Sie zuckt zusammen und murmelt etwas vor sich hin. „Kathrine? Hey, alles in Ordnung!“, flüstere ich beruhigend. Ich beobachte, wie ein Schimmer durch von ihrem Kopf durch ihre Haare und ungläubig starre ich die Längen. Ihr Haar ist Kirschrot! Aber wie…? Ich schüttle den Kopf, doch es war keine Einbildung. Ihre Haare haben sich verfärbt, einfach so!
    - Kathrines Sicht -
    Ich wache auf, weil die Sonne mir direkt ins Gesicht scheint. Langsam erhebe ich mich von der Couch und reibe mir die Augen. Etwas träge gehe ich in die Küche, aus der ich die Stimmen der anderen höre. „Morgen! Wie viel Uhr ist es?“ Ich bekomme keine Antwort. Lily und James starren mich entgeistert an und Sirius macht einen, Hab’s euch doch gesagt‘ Blick. Fragend schaue ich zu Lily und sie deutet auf meine Haare. Ich sehe an mir herunter und bemerke die rote Farbe. Betreten lasse ich die Schultern fallen und schaue zu Boden und murmle: „Metamorphmagus…“ Eine Zeit lang sagt niemand etwas, dann fragt James: „Seit deiner Geburt? Aber in der Schule…“ „Ich… in meiner Familie wurde es als Schande angesehen. Ich durfte nicht so sein, also hab‘ ich gelernt es zu kontrollieren…“ „Darf ich es mal sehen?“, fragt Lily neugierig. „Wieso… euch ist das egal?“ Ungläubig sehe zwischen den Dreien hin und her. „Ja, sollten wie dich jetzt deswegen hassen, oder wie?“ „Nein, es ist nur so… also ich dachte immer… danke Leute!“ „Zeigst du es mir mal bitte?“, wiederholt Lily. Ich stelle mich vor den Wandspiegel. „Welche Farbe?“ „Ich hätte gerne… kannst du so aussehen wie ich? Ich wollte früher immer einen Zwilling haben!“ Ich verdrehe die Augen. „Okay, ich versuch’s.“ Ich schaue mir Lily genau an und schließe dann die Augen. Als ich sie wieder öffne, strahlt sie mich an. Bis auf die Klamotten sehen wir tatsächlich zum Verwechseln gleich aus. Lily nimmt meine Hände und flüstert mir kichernd ins Ohr: „Mal schauen, ob die Jungs uns auseinander halten können…“ Ich muss schmunzeln und sie zieht mich aus der Küche. „Also dann…“ Sie zückt ihren Zauberstab und einen Moment später habe ich ihren Schlafanzug an. Sie schiebt mich zurück in den Raum und James sieht zwischen uns beiden hin und her. „Und wer von euch ist jetzt Lily?“, fragt er ratlos. Ich schaue zu ihr und sie zwinkert. „Na ich!“, antworten wir gleichzeitig. James dreht sich hilfesuchend zu Sirius, der sich lässig durch’s Haar streicht. „Also ich könnte dir sagen, wer wer ist…“, sagt er langgezogen. „Woher willst du das denn wissen?“, frage ich herausfordernd und er lächelt. „Ganz einfach…Kathrine!“ Er zeigt auf mich. „Und Lily…“ Ich verschränke die Arme. „Nur, weil ich schlagfertiger bin…“, doch dann beginne ich auch zu lachen und meine Haare färben sich wieder braun. James geht zu Lily, wirbelt sie in der Luft herum und küsst sie. Ich verdrehe die Augen und schaue übertrieben genervt zu Sirius. Dieser deutet etwas wie, ist doch süß‘ an und ich ziehe eine Augenbraue hoch. Dann schüttelt er aber den Kopf und grinst. Ich nicke zum Wohnzimmer, weil Lily und James anscheinend nicht mehr voneinander loskommen. Sirius und ich verlassen die Küche und lassen uns auf das Sofa fallen. „Also falls ich jemals so etwas mache, dann hol sofort einen Heiler!“ „Das hast du schon mal gemacht.“, sagt Sirius mit rauer Stimme. Ich runzle die Stirn. „In der Fünften…“ Ich sehe zu Boden. Das war dieses Spiel… „Ich weiß bis heute noch nicht warum…“ Er dreht sich zu mir und ich rutsch ein Stück von ihm weg. „Du hast Lily nicht gefragt?“ „Nein!“ „Warum nicht?“ „ich wollte und will es aber von dir hören!“ Soll ich es ihm sagen? Ich weiß nicht… eigentlich ist es doch jetzt auch egal, oder… „Na gut… ich verstoße zwar gegen die Regel, aber ich glaub‘ Lily wird mich nicht dafür umbringen. Es war nur ein Spiel, also naja du kennst, Pflicht oder Pflicht‘?“ Er nickt und muss schmunzeln. „Und du hast dich nicht geweigert?“ „Nein! Das letzte, was ich will, ist so ein Spiel auch noch zu verlieren, weil ich zu feige bin!“ Er lächelt ein wenig. Schnell versuche ich das Thema zu wechseln… warum musste er auch jetzt unbedingt damit angefangen. „Ähm ich sollte mir vielleicht mal etwas Anderes anziehen…“ Er sieht an mir hinunter und zuckt mit den Schultern. „Ich find dir steht Lily’s Gammellook.“ Ich nehme ein Kissen und schlag es ihm auf den Kopf. Sofort fangen wir an zu lachen. Ich gehe zu meinem Koffer und suche mir etwas Passendes zum Anziehen raus. Dann verschwinde ich im Bad und als ich wieder rauskomme, steht ein fertiges Frühstück auf den Tisch. Plötzlich fällt mir etwas ein. „Hey, hab‘ ich euch eigentlich schon das Neuste erzählt? Also ich weiß nicht, ob es schon offiziell ist, aber auch kann ich es sicher erzählen. Also Alice wird… heiraten!“ Lily quiekt laut auf und auch James und Sirius sind sichtlich erfreut. „Wann denn? Oh und wer hat wen den Antrag gemacht? Hat sie schon ein Kleid?“ Lily ist ganz aufgeregt und ich muss lachen. „Genauso ging es mir auch, als sie es mir erzählt hat. Also alles was ich weiß, ist, dass Frank ihr den Antrag gemacht hat. Sie hat gesagt, dass es total romantisch abends am Ufer eines Sees war. Ein Kleid hat sie noch nicht, ist ja auch erst ein paar Wochen her. Ich glaube sie haben Juli geplant, also von da her ist noch ein bisschen Zeit, damit wir das ändern können!“ „Wow, und er hat ihr wirklich bei Mondschein den Antrag gemacht? Wie romantisch…“ Verträumt schaut Lily ins Nichts und James nickt langsam. Fragend ziehe ich eine Augenbraue hoch und er wird leicht rot. Sirius trinkt einen Schluck Kaffee und mein Grinsen vertieft sich. „Mensch Sirius, du müsstest doch inzwischen wissen, dass man mit Bart keinen Milchschaum trinkt…“ Er verdreht die Augen und schnappt sich eine Serviette. Lily ist inzwischen wieder aus ihrer Träumerei aufgewacht und wir beginnen mit dem Frühstück. Fertig mit dem Essen, räumen Lily und ich die Küche auf und setzen uns auf das Sofa, um zu plaudern. Sirius und James sind derweil... Wo sind sie überhaupt? Ach egal… sie wollten irgendwas erledigen… „Ich freu mich, dass du uns endlich mal besuchen kommst. Sonst treffen wir uns ja eher unter nicht ganz so friedlichen Umständen…“ „Stimmt. Ich bin auch froh, dass wir uns einfach mal so sehen und quatschen können.“ Sie nickt. „Oh ähm, da fällt mir ein… wegen Severus… er schreibt mir immer noch Briefe, damit ich dir sage, dass es ihm sehr Leid tut… Willst du ihm nicht einfach verzeihen? Ich meine es ist doch schon so lange her und…“ Lily seufzt leise. „Ich denk drüber nach, okay?“
    James und Sirius kommen erst spät zurück und legen sich dann, wie Lily und ich, schlafen. Als ich aufwache, ist es noch sehr früh. Ich stehe auf und trinke erst mal einen Kaffee in der Küche. Mein Blick fällt auf den Kalender: 17. März 1979. Es ist 6.30 Uhr. Oh man… was mache ich denn jetzt, bis die anderen wach sind? Ich sehe aus dem Fenster und ein Lächeln wird auf mein Gesicht gezaubert. Schnell schnappe ich mir einen Zettel und schreibe eine kurze Nachricht an Lily:
    Ich bin etwas spazieren… Komme bald wieder. Wartet mit dem Essen nicht auf mich,
    Kate
    Ich lasse das Papier auf dem Esstisch liegen und gehe nach draußen. Mein Ziel ist der Wald, den ich durch das Fenster gesehen habe. Als ich zwischen den Bäumen bin, schließe ich erstmal die Augen und atme die frische Luft der Natur ein. Ach, ich liebe es, draußen zu sein… Ich gehe tiefer in den Wald und verwandle mich in einen Wolf. Ich weiß nicht genau, wie lange ich herumstreife, aber nach einiger Zeit kehre ich wieder zu Lilys und James‘ Haus. Als ich vor der Tür stehe, tippe ich kurz mit meinem Zauberstab kurz auf das Türschloss und trete leise ein. Sirius sitzt in der Küche und begrüßt mich, als ich durch die Tür gekommen bin. „Hi, Kate! Wo warst du?“ „Hi ähm…ich war draußen... im Wald…“ Er nickt und ich setze mich zu ihm an den Tisch. Nach einer Weile fragt er: „Du gehst wieder zu Alice, oder?“ „Ja genau. Da bin ich dann noch eine Woche und gehe dann zurück nach London.“ „Stimmt…Studium.“ „Jip. Ich bin bald fertig…kurz vor den Prüfungen… was machst du so?“ „Ach ich…ich werd‘ auch bald wieder nach Hause gehen. Und dann… naja, Dumbledore teilt mich bestimmt wieder zu ein paar Missionen ein.“ „Ah… wo wohnst du denn?“ „In Watford, das ist ein Vorort von London.“ Ich ziehe die Augenbrauen hoch. „Was?“, fragt er. „Es ist bloß… ich wohn da in der Nähe… Etwas näher an Zentrum, weil da ja das St. Mungos ist, aber das ist nur so 20 Minuten von Watford.“ Er beginnt zu lächeln. „Wirklich? Dann sehen wir uns ja vielleicht mal.“ „Mhm…“
    Etwa um 12 Uhr stehen alle meine Sachen gepackt im Flur und ich verabschiede mich von den Anderen. „Also bis bald, Kate und schreib mir!“ „Mach ich, Lily!“ Ich löse mich aus der Umarmung und James drückt mich kurz. „Wir seh’n uns…“, sagt er und ich drehe mich zu Sirius. Etwas unschlüssig stecke ich ihm erst die Hand hin, dann winke ich aber nur kurz, packe dann meinen Koffer und verlasse das Haus. Ich nutze wieder Muggel-Transportmittel und stehe etwa eine Stunde später vor Alice Haus. Schnell zücke ich meinen Zauberstab und öffne damit die Tür. Ich hieve meinen Koffer über die Türschwelle und ein mehrstimmiges: „Überraschung“ kommt mir entgegen. Ich runzle die Stirn. Im Flur wurde ein großes Banner mit der Aufschrift: „Happy Birthday, Kate!“ aufgehängt und Alice fällt mir schwungvoll um den Hals. Es dauert einen Moment, bis ich die Situation erfasst habe, da drückt mir Alice ein Päckchen in die Hand und ich strahle. Es stimmt, ich habe Geburtstag, aber ich hatte nicht erwartet, dass meine Freunde eine Party für mich veranstalten. Ich sehe mich im Raum um und da stehen Alice, Frank, James, Sirius, Remus und sogar Peter ist gekommen. Nacheinander drücke ich alle einmal kurz und alle überreichen mir ihre Geschenke. „Danke, Leute! Vielen Dank, dass ihr alle gekommen seid!“ Alice hat auch einen Kuchen gebacken, den wir schnell verspeisen. Danach packe ich die Geschenke aus. Von Lily und James bekomme ich ein crèmefarbenes Kleid mit einem Paar glitzernden Ohrringen. „Lilys Idee…“, mein James zwinkernd. Remus schenkt mir ein Buch über Flüche und Gegenflüche. Alice‘ Geschenk ist ein eingerahmtes Bild von uns beiden in der vierten Klasse. Zu dem Zeitpunkt des Fotos waren meine Haare blond, wie sie auch jetzt sofort wieder werden, als ich mir das Bild ansehe. Remus, Peter und Frank starren mich entgeistert an. „Oh, euch hatte ich es ja noch gar nicht erzählt…also dann… ich bin ein Metamorphmagus.“ Diese Nachricht überrascht die drei zuerst, doch nach kurzer Zeit haben sie es dann verstanden. Von Peter bekomme ich ein paar Schokofroschkarten und zuletzt reicht mir Sirius eine kleine eingepackte Schachtel. Ich entferne das Papier und öffne die Schatulle. Augenblicklich sprießt eine Pflanze empor und ich lächle. Aus meinem Zauberstab lasse ich einen Blumentopf entstehen und setze sie schnell hinein. „Es ist eine Belladonna! Danke schön!“ Der Nachmittag verläuft prima. Wir alle setzten uns in Alice‘ und Franks großes Wohnzimmer und reden, scherzen und lachen. So gegen 17.30 Uhr verabschiedet sich Peter, doch wir feiern weiter.
    „Oh man, Leute, das ist der schönste Geburtstag meines bisherigen Lebens! Ich wusste gar nicht, wie das ist, Geburtstag zu haben…“ „Was? Aber du wirst doch wohl mit deinen Eltern…“ ich schnaube. „Meine Eltern… sie haben mich gehasst, warum sollten sie mit mir Geburtstag feiern?“ Entsetzte Gesichter blicken mir entgegen. Ich seufze. Warum musste das jetzt aus mir herausplatzen? Dann beginne ich zu erzählen… „Es hat schon mit meiner Geburt angefangen. Die Jüngste von Dreien. Meiner Mutter hat es, glaub ich, einfach nicht gefallen, dass ich ihre Metamorphmagusfähigkeit geerbt habe… Sie wollte nicht, dass andere mich als etwas Besonderes abstempeln, also durfte niemand etwas davon wissen. Ich musste lernen, niemals mein Aussehen zu verändern, wenn ich es nicht will. Von dem Tag an war ich eben brünett mit grünen Augen. Sie hat mir eingetrichtert, dass es etwas Schlechtes ist, so zu sein wie ich. Deshalb war ich auch so überrascht, als Alice es so leicht akzeptiert hat. Wir sind nach Schottland gezogen, als ich elf war. Es hat ewig gedauert, bis mein Vater zugestimmt hat, dass wir nach Hogwarts dürfen, schließlich gehen da auch Muggelgeborene hin… Meinen Eltern ist der Blutsstatus sehr wichtig… naja, als ich dann nach Gryffindor und nicht wie meine Brüder nach Slytherin gekommen bin, wurde ich endgültig als Schande abgestempelt. Mein Vater hat versucht aus mir eine dieser Bestien zu machen, die meine Brüder und mein Vater es waren, ist aber gescheitert. Als er bemerkt hat, dass er mich nicht einfach so umerziehen kann, hat er mit der harten Tour angefangen. Er zwang mich dazu, Muggel oder Muggelgeborene zu verfluchen, zu verletzten, zu foltern, oder gar zu töten… Es war schrecklich. Ich hab‘ mich aber geweigert! Dafür hat er mich natürlich bestraft. Und nicht mit Hausarrest. Nein, ich glaube ihr könnt euch vorstellen, was ich meine…“ Ich zeige ihnen den Schnitt auf meiner linken Schulter und Lily beginnt sofort an zu schluchzen. Wenn es um ihre Freunde geht, ist sie eben nah am Wasser gebaut. Mit versteinerten Gesichtsausdruck fahre ich fort: „Meine Mutter hat irgendwann auch angefangen, mich zu foltern. Ich hab‘ mich nicht gewehrt. Sie war betrunken… Ich glaub nicht, dass sie das ohne den Einfluss von meinem Vater und Alkohol gemacht hätte, aber so… Ich hab‘ niemals gemacht, was sie gesagt haben, das hat dann eben zum Cruciatus-Fluch geführt. Als ich 14 war, hat sie mich dann fast umgebracht. Ich deute auf den Schnitt und Remus schlägt erschrocken die Hand vor den Mund. „Es… es war ein verfluchtes Messer. Deshalb ist es immer noch nicht verheilt…“ Ich greife an mein linkes Handgelenk. Mein Blutdruck ist ziemlich flach. Es tut nicht gut, darüber zu reden… Ich spüre schon, dass ich keine Kraft mehr in der Hand habe. Ich beiße mir auf die Unterlippe. „Das war das Letzte, was sie mir angetan hat. Ich bin von zuhause abgehauen. Seit dem habe ich sie nicht mehr gesehen…“ Sirius Mundwinkel zucken kurz, dann fragt er: „Wo bist du hin?“ Ich antworte nicht. Alice springt für mich ein, als sie merkt, dass ich nicht weiter darüber reden sollte. Es legt meinen Blutkreislauf lahm. „Sie hat in Hogwarts gewohnt. Deshalb ist sie auch nie mit dem Express gefahren. Habt ihr wahrscheinlich gemerkt.“ „Ernsthaft? Unsere Schule war dein Zuhause? Ist bestimmt ganz schön so in den Ferien, oder nicht?“, fragt James. Ich muss schmunzeln. „Es wird ziemlich langweilig, wenn niemand da ist. Ich hab‘ mich oft mit den Hauselfen in der Küche unterhalten. Die haben ja auch extra für mich dann Essen gemacht. Ansonsten hab‘ ich gelesen, oder war bei Hagrid. Jetzt aber genug davon…“
    Der Abend wurde dann doch noch wieder ziemlich witzig. Die Stimmung lockerte sich eigentlich relativ schnell auf, doch jetzt ist es Zeit, für die Anderen zu gehen. Remus drückt mich fest und gebe ihm Küsschen auf die Wangen. Lily umarmt mich auch noch schnell, dann sind sie und James auch schon disappariert. Remus verschwindet auch und nur noch Alice, Sirius und ich stehen im Flur. „Also…“, fange ich an. „Also?“ „Also tschüss und danke, dass du gekommen bist.“ Er lächelt und umarmt mich fest. Etwas zögerlich drücke ich ihn auch, da löst er sich schon wieder. Einen Moment starren wir uns einfach an und ich kann meinen Blick einfach nicht abwenden. Es ist, als würde er mich festhalten und ich schließe die Augen, um den Kontakt abzubrechen. Dann schaue ich auf den Boden und er hebt die Hand. „Also bis bald, Kate! Alice!“ und schon ist er disappariert. Regungslos stehe ich immer noch da und schaue auf die Stelle, auf der er gerade noch stand. Das war gerade ziemlich seltsam… „Was sollte das denn?“, fragt Alice mit hochgezogenen Augenbrauen. „Keine Ahnung…“
    *Zeitsprung* Alice‘ Hochzeit (Juli 1979)
    / James und Lily sind inzwischen verlobt. Meine Prüfungen habe ich absolviert und erfolgreich bestanden. Arbeiten tue ich aber nicht im St..Mungos, da ich immer mehr Aufträge für den Orden des Phoenix ausführe. /
    Alice zieht den Vorhang zur Seite und ich halte die Luft an. Sie sieht in dem Kleid so wundervoll aus! „Du bist wunderschön!“, hauche ich und sie dreht sich einmal im Kreis. Alice‘ Hochzeitskleid ist strahlend weiß und super elegant. Es hat einen schmalen, schlichten Rock, der bis zum Boden reicht. An der Taille ist ein crèmefarbenes Muster aufgenäht. „Danke schön! Das Kleid ist einfach perfekt!“ „Finde ich auch!“ Ihre kurzen Haare sind schnell gestylt und ich beginne mit ihrem Make-up. Eine halbe Stunde später betreten ihre Eltern in Kleid und Anzug den Raum. „Oh, hallo, Mr. und Mrs. Cooper!“, begrüße ich die beiden. „Hallo Kathrine, Liebes! Seid ihr fertig?“, fragt ihre Mutter. „Ja, Mum, ich bin gleich soweit.“ Ich platziere schlussendlich den Hut auf ihrem Kopf und Alice erhebt sich von dem Stuhl vor dem großen Spiegel. Begeistert gehen ihre Eltern auf sie zu, um sie zu umarmen, doch ich stelle mich in den Weg. „Zu spät! Niemand zerstört jetzt noch Alice‘ perfektes Styling!“, sage ich streng. Alice verdreht die Augen und ihre Eltern müssen schmunzeln. „Nein ernsthaft! Wehe, jemand wagt es mein Meisterwerk zu ruinieren!“ „Ist verstanden!“, erwidert Alice mit erhobenen Händen. „Gut! Ich mach mich dann auch mal fertig. Wir sehen uns dann da?“ „Okay, bis dann!“ Damit verlassen die Coopers den Raum und ich schlüpfe in mein Kleid. Es ist violett mit einem silbernen Muster von der linken Schulter bis zur Hüfte. Meine Haare mache ich für die Hochzeit goldblond und halb hochgesteckt.
    Alle Köpfe drehen sich zu dem Tor der Kirche und da steht sie. Den Arm in dem ihres Vaters eingehakt. Langsam schreitet Alice durch den Gang zum Altar, wo Frank schon aufgeregt wartet. Alles ist perfekt!
    Als die beiden sich endlich das Ja-Wort gegeben haben und die Zeremonie vorbei ist, beginnt die Feier. Strahlend läuft Alice auf mich zu und umarmt mich fest. „ich hab’s getan!“, quiekt sie aufgeregt. „Ja, hast du! Ich bin so unendlich stolz auf dich! Und natürlich wünsche ich euch alles Gute, aber das weißt du ja.“ Lily kommt zu uns und zieht uns beide in eine lange Umarmung. In ihren Augen glitzern Freudentränen. „Es war wundervoll romantisch! Ich hab‘ fast geweint. Alles, alles Gute, Alice!“, murmelt sie in Alice Schulter. „Danke schön! Echt, danke Leute, dass ihr so viel mitgeholfen habt.“ „Ist doch selbstverständlich! Die beste Freundin heiratet schließlich hoffentlich nur einmal.“ Alice und auch Lily lächeln breit. „Hoffe ich auch.“ Remus gesellt sich zu uns. „Herzlichen Glückwunsch, Alice!“ Förmlich reicht er ihr die Hand. Sie drückt sie höflich und er umarmt mich kurz. „HI, Kate! Du siehst klasse aus!“ „Danke…“ „Nein, wirklich! Blond steht dir. Ihr zwei seht natürlich auch toll aus!“ Lily und Alice schmunzeln und gehen zum Sektempfang. „Wie geht’s dir, Remus?“ Ich weiß, dass vor drei Tagen Vollmond war, deshalb frage ich… Er zuckt mit den Schultern. „Keine negativen Besonderheiten…“, antwortet er leise. Ich beuge mich ein bisschen zu ihm vor. „Hey, ähm tut mir leid, dass ich nicht da war. Ich hatte hier viel zu tun und…“ „Das macht nichts… ist schon okay… du musst dieses Schicksal nicht mit mir teilen…“ „Danke… Hey, willst du tanzen?“ Er nickt und ich ziehe ihn auf die Tanzfläche. Anfangs ist er sehr angespannt, doch nach einiger Zeit lachen wir ununterbrochen, weil weder er, noch ich besonders gut tanzen kann. Ein falscher Schritt und huch…schon stolpere ich und bin hingefallen. Moment, nein, bin ich nicht! Jemand hat mich geschickt aufgefangen und ich blicke in leuchtende, graue Augen. Sirius zieht mich wieder auf die Beine und mit einem schelmischen Lächeln an Remus, fragt er höflich: „Darf ich abklatschen?“ Remus grinst nur und Sirius hält mir förmlich die Hand hin. Lächelnd nehme ich sie an und sage: „Aber ich muss dich warnen: Ein Tanz mit mir ist gefährlicher als ein Duell gegen Bellatrix!“ Er erwidert nur: „Es wäre barbarisch, wenn ich mehrere Kämpfe gegen meine Cousine überstehe und jetzt auf einer Hochzeit an deiner Tanzunfähigkeit verunglücke. Und wenn doch, ist ja ein Heiler in der Nähe…“ Er zwinkert und ich verdrehe die Augen.
    Am Ende des Abends bin ich gefühlt 20 Mal gegen ihn gefallen, gestolpert, oder auf seinen Fu0 getreten, aber er kommentiert das alles nur mit einem warmen Lächeln. Völlig außer Puste lasse ich mich auf eine Bank fallen und Sirius setzt sich neben mich. „Willst du Sekt?“, fragt er, doch ich verneine. „ich trinke kein Alkohol. Hab‘ ich noch nie!“ „Noch nie?“ ich schüttle den Kopf. „Dann probier‘s doch mal!“ „Nein, danke!“ „Komm schon…“ „Nahein! Ich muss später noch apparieren, okay? Du weißt, ich wohne nicht gerade nebenan!“ Er sieht mich wieder mit dem Bettelblick an und ich muss lächeln. „Ich wusste, du würdest das wieder machen!“ Er schmunzelt. „Naja, dann hol ich mir etwas, in Ordnung?“ „Klar!“ Er steht auf und ich sehe mich ein wenig um. Die meisten sind schon gegangen, nur noch der innere Freundeskreis und die Eltern von Braut und Bräutigam sind noch da. Ein ruhiges, romantisches Lied wird gespielt und Frank und Alice tanzen eng umschlungen. Lily und James stehen knutschend in einer Ecke es Pavillons. Remus unterhält sich derweil mit einem alten Schulfreund von Frank, doch als er sieht, dass hier rumsitze, unterbricht er das Gespräch und kommt zu mir. „Na, nettes Mädchen, das lächelnd den Blick durch den Raum schweifen lässt, wo hast du denn Sirius gelassen?“ „Der holt sich etwas zu trinken…“ „Du nicht?“ „Ich trinke nicht…“ Er nickt. „Wow, schon ziemlich spät…“ „Wie viel Uhr ist denn?“ „Ähm...0.23 Uhr.“ „WAS! Oh nein…“ „Wieso? Hast du noch etwas vor?“ „Ja, Dumbledore hat mich ins Hauptquartier gebeten. Um 7 Uhr morgens. Es muss wichtig sein, sonst hätte er nicht Fawkes persönlich geschickt, um mir zu sagen, dass ich da auftauchen soll.“ „Oh, dann solltest du schnell ins Bett und noch eine Mütze Schlaf holen…“ „Hm… Also dann, Remus, wir sehen uns beim nächsten Ordenstreffen?“ „Ja, ich denke schon.“ „Gut, dann richte Sirius noch bitte aus, dass ich früher gehen musste, okay?“ „Klar! Gute Nacht…“ Ich drücke ihn kurz und gehe dann zu Alice. „Tut mir wirklich leid, aber ich muss gehen…“ Sie dreht sich zu mir um und runzelt die Stirn. „Oh, okay…warum denn?“ „Entschuldigung, aber Dumbledore hat mich morgen früh ins Hauptquartier beordert und ich würde davor gerne noch ein bisschen schlafen…“ „Hm… verstehe ich! Dann gute Nacht und schreib mir, oder wir sehen uns…“ Erleichtert nicke ich und umarme sie. „Danke! Bis bald!“ Schnell greife ich nach meiner Tasche, verabschiede mich von Lily und James und disappariere. In meinem Schlafzimmer braucht es nur eine schnelle Zauberstabbewegung und schon stehe ich im Pyjama da. Ich schlüpfe unter die Bettdecke und schlafe auch ziemlich bald ein. Allerdings nicht lange… etwa sechs Stunden später klingelt mein Wecker und ich stehe stöhnend auf. Nach einer kurzen, kalten Dusche und einem kleinen Frühstück ist dann auch schon 7.00 Uhr und ich appariere ins Hauptquartier. Dumbledore scheint mich schon zu erwarten und reicht mir die Hand zur Begrüßung. „Miss Croft, schön, dass Sie kommen konnten.“ „Klar! Also Sie wollten etwas mit mir besprechen?“ „Allerdings! Es ist ein ernstes Thema. Setzen wir uns lieber.“ Ich nicke und wir nehmen an dem langen Tisch platz, der immer zu den Besprechungen dient. „Also, was ist wichtiges Vorgefallen, dass Sie nur mit mir besprechen wollen?“, frage ich und er antwortet leise: „Es geht um ihre Eltern…“ Ich runzle die Stirn. „Was? Was ist passiert?“ „Sie haben sich dem dunklen Lord angeschlossen.“ Ich lasse die Schultern fallen. „Ja, das hatte ich schon befürchtet.“, erwidere ich mit rauer Stimme. „Jetzt ist meine Frage, ob Sie weiterhin im Orden tätig bleiben möchten.“ „Ich kann ihnen versichern, dass ich trotz dieses Vorfalls weiterhin kämpfen werde. Falls dies bedeutet, dass gegen meine Eltern kämpfen muss, dann ist das so. Sie sind keine Familie für mich!“ „Sind sie sicher?“ „Absolut, Sir. Ich verspreche, ich werde sie, sollte es zum Kampf kommen, nicht anders behandeln, als andere Todesser.“ „Das kann ich nicht von Ihnen verlangen!“ „Sollten Sie aber! Es ist das Beste für alle…“ „Nicht für Sie…“ Ich schließe die Augen. Ich bezweifle, dass ich stark genug bin, gegen meine Mutter zu kämpfen, aber ich muss es versuchen. Für den Orden! „Das ist nicht wichtig!“ „In Ordnung, aber Kathrine, vergiss nicht, dass dich niemand zu dieser Stärke zwingt.“ „Danke, Sir.“ Er erhebt sich und ich stehe ebenfalls auf. „Das wäre dann alles. Noch einmal vielen Dank, dass Sie so früh Zeit hatten, Sie wissen, dass ich wieder nach Hogwarts zurückkehren muss.“ Ich nicke und sage: „Danke ihnen, für ihre Benachrichtigung und bis zum nächsten Treffen.“ Er lächelt und appariere nach Hause. Ich pfeffere meine Tasche in die Ecke und ein lautes Klirren ertönt. Verdammt! Da waren ja auch die Tränke drin. Schnell überprüfe ich den Schaden und atme erleichtert auf. Es ist nur eine leere Flasche zu Bruch gekommen. Ich lasse mich auf das Sofa fallen und vergrabe mein Gesicht in einem Kissen. Warum tun meine Eltern mir das an? Reicht es nicht, dass sie meine Vergangenheit ruiniert haben? Warum müssen sie jetzt auch noch… Es klingelt an der Tür. Ich ziehe die Augenbrauen zusammen und gehe zur Tür. Plötzlich taucht eine Person direkt vor mir auf und ich zucke zusammen. Dann funkle ich ihn genervt an: „Das ist mal wieder typisch Black! Erst klingeln und dann reinapparieren… warum hab‘ ich den Apparierschutz nicht schon längst gemacht…“ „Wow, da ist aber jemand schlecht gelaunt…“, sagt Sirius in leicht belustigtem Ton. „Es ist einfach so, dass man klingelt um reingelassen zu werden, und nicht um einfach ohne Erlaubnis rein zuspazieren!“ „Ist ja schon gut…“ Er räuspert sich. „Besitzen Sie die Freundlichkeit, mich eintreten zu lassen, Miss Croft?“ „Natürlich, Mr. Black.“ Ich mache einen Schritt zur Seite und er geht ins Wohnzimmer. „Warum bist du schon wach?“ Er lacht. „Was heißt schon, noch!“ Ich ziehe die Augenbrauen hoch. „Kaffee?“, biete ich ihm an, doch er winkt ab. Er setzt sich auf das Sofa und ich lasse mich neben ihn fallen. „Warum bist du hier?“ „Es tut mir leid, dass wir uns gestern nicht richtig verabschieden konnten.“ „Das war doch nicht deine schuld! Mir tut es leid, dass ich gehen musste.“ „Das war doch nicht deine schuld! Dumbledore hat dich schließlich ins Hauptquartier geholt.“ Er grinst herausfordernd und sieht mich spielerisch an, doch ich verdrehe die Augen. „Was wollte er überhaupt?“, fragt er nach einer kurzen Stille. „Persönlich…“ Er dreht sich zu mir. „Soll das heißen, es geht mich nichts an?“, fragt Sirius und zieht eine Augenbraue hoch. Ich tue es ihm gleich. „Womöglich…“ Beleidigt verschränkt er die Arme. „Stimmt ja, wir kennen uns ja nicht schon seit dem ersten Jahr…“ „Es war…“ Ich breche ab… Bei Merlin! Immer kriegt er es hin… Ein verspieltes Lächeln zeichnet sich auf sein Gesicht. „Was?“, fragt er fordernd und ich schlage auf das Sofa, muss dann aber lachen. „Also…?“ Ich seufze. „Du hast gewonnen… Es war wegen meinen Eltern…“ „Was ist passiert?“ „Sie sind Todesser geworden…“ Er beißt sich auf die Lippe und sieht mich mitleidig an. „Das tut mir leid!“ ich drehe den Kopf von ihm weg und seufze: „Mir auch…“ Eine Weile sagt niemand etwas, dann springe ich auf und halte ihm die Hand hin. Er ergreift sie und ich ziehe ihn auf die Beine. „Wir gehen jetzt raus!“, sage ich bestimmt. „Okay und wohin?“ „Ich weiß wo, bereit?“ Er zuckt mit den Schultern und ich disappariere und nehme ihn Seite an Seite mit. Nicht mal eine Sekunde später stehen wir auf einer großen, grünen Wiese und augenblicklich muss ich lächeln. „Es ist wirklich schön hier.“ Ich nicke und zeige in den Himmel. Die Sonne geht gerade auf und Sirius runzelt die Stirn. „Wo sind wir?“ „Amerika, New Orleans.“ „Okay…“ Ich laufe los. Einfach geradeaus in den Sonnenaufgang. Nach ein paar Metern mache ich zwei Räder hintereinander und lasse mich dann ins Gras fallen. Hier gibt es keine Traurigkeit.
    *Zeitsprung* November 1979
    /Lily und James‘ Hochzeit hat kurz nach Alice‘ und Franks stattgefunden. Auch sie war unglaublich und super romantisch. /
    Ich lande knapp auf der obersten Stufe vor der Haustür von Lily und James und suche nach Gleichgewicht. Okay… alles grad so gut gegangen. Ich klingle an der Tür. Einen Moment später öffnet Lily die Tür und lässt mich schnell rein. Sie scheint ziemlich nervös, wie sie den Tee eingießt. Tatsächlich verschüttet sie etwas und holt schnell ein Küchentuch. „Hey, Lily… lass mich das mal machen!“, beruhige ich sie, als sie wieder zu der Kanne greift. „Danke…“ „Was ist denn los?“, frage ich, als ich ihr die Tasse reiche. Sie trinkt schnell einen Schluck und kaut dann auf ihrer Unterlippe herum. „Naja, also ich…“ Ich setze mich neben sie auf das Sofa und sehe, wie ihre Hände zittern. „Du…?“ „Ich bin schwanger.“ Ich reiße die Augen auf. „Du auch?“ Jetzt ist es sie ´, die mich entsetzt anstarrt. „Aber du…“ „Nein nein, doch nicht ich! Also von dem Vater hätte ich dir erzählt. Nein, ich meine Alice!“ „Sie ist…?“, beginnt sie, doch ich unterbreche. „Genau wie du…“ Dann falle ich ihr um den Hals und drücke sie fest an mich. „Meine beiden besten Freundinnen sind schwanger… ich fass es nicht…“, murmle ich in ihre Schulter. „Seit wann denn?“, frag ich, als wir uns voneinander gelöst haben. „Ich weiß es erst seit ein paar Tagen…“, antwortet sie und starrt auf den Boden. „James?“ „Ich weiß nicht, wie ich es ihm sagen soll…“ „Einfach durch!” „Meinst du?“ „Erzähl ihm, dass er Vater wird, er wird sich bestimmt freuen!“ „O…okay!“ „Jetzt gleich!“, fordere ich sie auf und Lily nickt langsam. Dann geht sie die Treppe nach oben ins Schlafzimmer. Dort sitzt James und liest. Ich bleibe an der Tür stehen und meine Freundin tritt ein. „James?“ Ohne von seinem Buch aufzusehen antwortet er: „Was ist denn, Schatz?“ „Ich wir… also wir…“ Er legt das Buch weg. „Was denn?“ Lily atmet tief durch. „Wir werden eine Familie!“ Fragend legt James den Kopf schief. Er checkt es einfach nicht! Hilfesuchend sieht Lily zu mir, doch ich nicke nur zu ihrem Mann. „Du wirst… Vater!“ Jetzt reißt James die Augen auf und steht auf. Ängstlich wartet Lily auf seine Reaktion, a läuft er auf sie zu und küsst sie. „Das ist wundervoll, Lily!“ Lächelnd gehe ich wieder nach unten. Ich hatte keine andere Reaktion erwartet…
    *Zeitsprung* Juli 1981
    / Harrys Geburtstag ist in etwa einer Woche. Der dunkle Lord wird aber immer stärker und jagt immer mehr Auroren und Ordens Mitglieder. Das Problem ist, dass das Ministerium und einfach nicht richtig unterstützen will… /
    Ich sitze an dem langen Tisch im Hauptquartier und warte. Die Versammlung hätte schon längst anfangen sollen, doch es fehlen noch ein paar Mitglieder. Remus ist auch schon genervt und scharrt nervös mit dem Fuß auf dem Boden. Plötzlich haucht ein silbriger Patronus in Kaninchengestalt durch die Wand und spricht in Marlene McKinnons ängstlicher Stimme: „Hilfe! Todesser! Sie kommen zu mir nach Hause! Beeilt euch! Helft auch!“ Sofort springe ich auf und sage: „Ich war schon einmal bei ihr! Ich kann einige sofort hinbringen! Remus steht auf und greift nach meinem Arm. Sirius, Mad-eye Moody und Alice tun es ihm gleich. Erwartungsvoll blicke ich zu Dumbledore. „Es könnte eine Falle sein. Seit vorsichtig!“ Ich nicke und appariere in den Osten Schottlands. Marlene wohnt in einem hohen Turm, doch er hat einen Apparierschutz, deshalb müssen wir einige Meter zur Tür rennen. Man hört Kampfgeräusche aus dem achten Stock und ich sprinte die Treppe hoch. Plötzlich erleuchtet ein grüner Blitz die Nacht und ich bleibe stehen. „Nein…“, hauche ich, dann laufe ich weiter. Weiter hoch… noch ein Stück… ich erreiche einen komplett verwüsteten Raum, der sich über die ganze Etage streckt. Alle Möbel sind zertrümmert und liegen verstreut auf dem Boden Scherben von einem kaputten Fenster ergänzen das Gesamtbild. In der Mitte des Raums liegen drei leblose Körper auf dem Boden. „Marlene…“ Daneben sieht man einen Schatten in der Dunkelheit verschwinden. Es war Lord Voldemort. Dieser Feigling! Ich ziehe meinen Zauberstab und halte ihn auf die fünf Todesser, die aus dem Schatten treten. Sie tragen dunkle Kleidung und Masken. Eine von ihnen sagt nun in arrogantem Ton: „Noch ist es Zeit aufzugeben, Kinder!“ ich zucke zusammen…ich kenne diese Stimmer, aber… Nein! Es ist meine Mutter! „Für euch ebenso!“, erwidert Sirius und eröffnet das Feuer. Fassungslos stehe ich da. Ich kann nicht… wie gelähmt tue ich einfach nichts, während um mich herum in riesiges Chaos ausbricht. Flüche sausen über mich hinweg, doch ich starre nur auf die eine Todesserin, die sie gerade ein Duell mit Sirius liefert. Mit weit aufgerissenen Augen beobachte ich, wie ein roter Schockzauber direkt ihren Bauch trifft und sie langsam taumelt. Benommen stolpert sie ein paar Schritte nach hinten und stürzt aus dem Fenster. „NEIN!“, kreische ich und springe hinterher. „Arresto Momentum!“, rufe ich im Sturz und fange mich kurz vor dem Boden ab. Die letzten Meter zu ihr stolpere ich und falle neben ihr auf die Knie. Ihr langes Haar ist in Blut getränkt und ich weiß, dass sie diesen Sturz nicht überleben wird. „Kathrine?“ Ihre Stimme ist schwach und zerbrechlich. „Ich bin hier, Mum!“, antworte ich und hebe ihren Kopf leicht. Sie greift nach ihrem Zauberstab und zeigt auf meine linke Schulter. Dankend nehme ich ihn an und drücke ihre Hand. Mit letzter Kraft stöhnt sie: „Verzeih mir, Liebes! Ich war… auf der falschen … Seite!“ Jetzt kann ich die Tränen nicht mehr zurückhalten und flüstere weinend. „ich verzeihe dir!“ Für einen Moment scheint es, als würde ein letztes bisschen Farbe in ihrem Haar leuchten, doch dann verlässt jegliches Leben ihren Körper und ihr Kopf kippt zurück, ihre Haare färben sich grau. Mein Gesicht in den Händen vergraben, weine ich leise weiter bis ich Stimmen hinter mir vernehme. „Kate? Kate! Da ist sie!“ Es sind Remus und Alice. Schnell wische ich mir die Tränen von den Wangen und werde auf die Beine gezogen. „Ist alles in Ordnung?“ Stumm nicke ich. „Sicher? Was ist den passiert? Du hast uns einen riesen Schrecken eingejagt, als du da einfach aus dem Fenster gesprungen bist!“, sagt Alice. Immer noch still zeige ich auf die Leiche meiner Mutter. „Wer ist das?“ Sirius ist ebenfalls zu uns gekommen und ich klammere mich an Remus‘ Schulter. „Was ist? Hey, was ist passiert?“, fragt Sirius. „Sie ist tot.“ Ist das einzige, das ich über die Lippen bekomme. „Oh, hast du sie gekannt?“, fragt Remus. Ich schniefe und Alice nimmt mich in den Arm. Sirius legt seine Hand auf meine Schulter und versucht mich zu beruhigen: „Hey, alles in Ordnung!“ Ruckartig drehe ich mich zu ihm um. „Alles in Ordnung?“, rufe ich. „Nichts ist in Ordnung! Es ist alles, aber nicht in Ordnung!“ Es ist nicht nur Trauer, die in mir hochkommt, nein, es ist Wut. Wut auf Sirius, weil er… keine Ahnung warum... „Aber…“ „Nein, kein aber!“, platzt es aus mir hinaus und als Remus einschreitet wird es nur noch schlimmer. „Kate, ähm…“ „Lasst mich einfach in Ruhe!“ Mit diesen Worten appariere ich in mein Schlafzimmer und lasse mich auf das Bett fallen. Ich weiß nicht, wie lange, aber ich verkrieche mich unter meine Bettdecke und starre vor mich hin. Meine Mutter, umgebracht von Sirius Black! Gut, das klingt vielleicht ein bisschen hart, aber ist es nicht so? Er hat schließlich den Schockzauber abgefeuert, der sie aus dem Fenster geworfen hat.
    *Zeitsprung* Harrys erster Geburtstag (31. Juli 1981)
    / Alice und Remus haben mir diesen Wutanfall zum Glück schnell verziehen. Sirius versucht immer wieder, mit mir zu reden, aber ich ignoriere ihn so gut ich kann. /
    „Happy Birthday, Harry!“, sage ich und überreiche ihm sein Geschenk. „ich hoffe es gefällt dir! Ich muss dann wieder, Lily…“ „Jaja, wir sehen uns…“ ich nicke, packe meine Tasche und appariere nach Hause. Schlapp hänge ich meine Jacke an die Garderobe und will gerade in die Küche gehen, da bemerke ich Sirius in meinem Wohnzimmer. Ich erschrecke mich total und hätte fast ein Bild von der Kommode geworfen. „Was tust du hier?“, fahre ich ihn wütend an. Ruckartig dreht er sich um und antwortet: „ich wollte mit dir reden.“ „Tja, ich will aber nicht mit dir reden! Außerdem dürftest du gar nicht hier sein. Ich denke du hast einen Auftrag für den Orden!“ „Jetzt benutz den Orden nicht als Vorwand, um mich los zu werden, Kate!“ „Für dich immer noch Kathrine!“, fauche ich. Er schluckt. „Also ich wollte mich entschuldigen. Ich wusste nicht, dass das deine Mutter ist, sonst hätte ich mich natürlich anders verhalten…“ Ich starre trotzig zu Boden. Wer sagt denn, dass ich deshalb versuche von ihm fern zu bleiben? „Und ich möchte, dass du weißt, dass ich nicht wollte, dass sie stirbt und…. Dass ich verstehe, dass du mich für ihren Tod verantwortlich machst und auch, dass du nicht mehr mit mir reden willst…“ „Das ist doch überhaupt nicht das Problem! Ich weiß, dass es keine Absicht war, glaub mir, dann ging es dir jetzt ganz anders!“ „Warum schneidest du mich dann?“ Ich antworte nicht. Er macht einen Schritt auf mich zu und streicht mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Ich schlage seine Hand weg. „Lass das!“, zische ich. Er runzelt die Stirn und hebt mein Kinn und zwingt mich, ihm in die Augen zu sehen. Nach einer Weile fragt er: „Wovor hast du Angst?“ „Ich weiß nicht was du meinst…“ Er zieht eine Augenbraue hoch und ich weiche seinem Blick aus. Langsam nickt er und ich sehe wieder in seine Augen. Wieder starren wir uns eine Weile nur an, dann lehnt er sich ein wenig zu mir vor und ich halte die Luft an. Seine Mundwinkel zucken und er zieht mich zu sich heran. Jetzt vernichtet er den letzten Abstand zwischen unseren Gesichtern und legt seine Lippen auf meine. Einen Moment tue ich nichts, dann fasse ich mich wieder und drücke ihn von mir weg. Das Gesicht, das ich daraufhin sehen muss, versetzt mir einen solchen Stich, dass ich mich abwenden muss. „Tut mir leid!“, flüstere ich. „Aber?“, fragt er. „Aber es geht nicht! Ich kann nicht!“ „Warum nicht?“ „Weil… wir leben im Krieg, Sirius! Sieh den Tatsachen ins Auge! Täglich riskieren wir unser Leben… immer und immer wieder! Das hier ist eine harte Welt, komm dorthin zurück!“ Er schließt die Augen und nickt dann leicht. „Also soll ich jetzt einfach gehen?“ „Ja…“, antworte ich nach ein paar Sekunden. „Ich soll das einfach vergessen und …“ Ich vollende seinen Satz: „Und wir halten uns voneinander fern. Ja genau!“ Er lässt die Schultern fallen. „Das kann ich nicht!“ Ich atme tief durch und straffe meine Haltung. „Dann wirst du es lernen müssen.“ Er schluckt und dreht sich dann um. Er verlässt die Wohnung und ich raufe mir die Haare. Was hab‘ ich nur getan… dann schüttle ich den Kopf und gehe in die Küche. Dort fällt mein Blick auf die Wanduhr und ich zucke zusammen. Oh verdammt! Ich hab‘ ja noch diese Besprechung im Ministerium…
    Nach dem Tod meiner Mutter muss ich zum Zauberminister, um die Frage um mein Erbe zu klären. Zwar bezweifle ich, dass ich irgendwas bekomme aber naja… Wahrscheinlich steht in ihrem Testament so etwas wie: Mein Besitz wird unter meinen zwei Söhnen aufgeteilt (Nein, meine Tochter bekommt nichts!) Schnell schnappe ich mir also meinen Zauberstab und appariere nach London. Von dort aus durch den Besuchereingang ins Zaubereiministerium. Mir wurde gesagt, ich solle mich im ersten Stock mit dem Minister treffen und ich begebe mich deshalb zu den Aufzügen. Sofort bemerke ich, dass ich verfolgt werde. Vorsichtig schiele ich nach links, doch gehe weiter geradeaus. Schnell hechte ich in einen leeren Aufzug und als ich mich umdrehe, erkenne ich Yaxley fluchend am anderen Ende des Tunnels. Sofort zücke ich meinen Zauberstab und flüstere: „Expecto Patronum!“ Eine blau- silberne Schwalbe flattert aus der Spitze des Stabes und umkreist mich, bevor er mit meiner Nachricht durch die Wand flitzt. „Todesser im Ministerium! Ich brauche eure Hilfe! Sie warten im ersten Stock auf mich, beeilt euch!“ Den Zauberstab fest umschlossen atme ich tief durch. Die Aufzugtür öffnet sich und ich trete in den Gang. Unauffällig sehe ich mich um und gehe langsam in Richtung des Büros des Zauberministers. Erneut bemerke ich Schritte hinter mir. Es sind mindestens vier. Nach kurzer Zeit entfernen sich zwei davon. Wo gehen die hin? Ich biege in einen Nebengang, doch bleibe ruckartig stehen. Direkt vor mir stehen zwei Todesser. Ich blicke über meine Schulter und auch von dort grinsen mich zwei zufrieden aussehende Maskengesichter an. Ich schließe die Augen und atme tief durch. Die anderen kommen sicher gleich… ich schaff das schon… langsam hebe ich den Zauberstab. „Das würde ich lieber lassen…“ ´, sagt einer der Todesser hochmütig. „Ja, du bist ja auch ein feiger Verrückter!“, erwidere ich frech. Wütend zückt der Mann seinen Zauberstab, doch er wird von seinem Komplizen beruhigt. „Du wirst sie nicht töten! Wir brauchen die Informationen von ihr!“ Ich runzle die Stirn, als ein anderer Todesser das Wort ergreift. „Wenn du einfach jetzt schon alle Fragen beantwortest, könnten wir uns das Blutvergießen sparen…“ „Da habt ihr so was von Recht, Schade nur, dass ich nicht ganz so schnell lerne!“ „Das werden wir sehen…“ „Ja, werdet ihr… Stupor!“ Ich feure den ersten Zauber und bekomme eine sofortige Antwort. In diesem ständigen hin und her behaupte ich mich eigentlich ganz gut, bis mich plötzlich von hinten ein Fluch trifft und ich auf den Boden gezwungen werde. Ich spüre noch, wie mein warmes Blut über meinen Rücken läuft, da verliere ich das Bewusstsein.
    Ich finde mich in einem dunklen Raum wieder und richte mich langsam auf, als ein junger Mann durch die Tür tritt. „Wo bin ich?“ Er ignoriert meine Frage komplett und kommt auf mich zu. Durch einen Zauber kann ich weder meine Beine, noch meine Arme bewegen und er hebt mein Kinn. „Erzähl mir etwas über den Orden.“ Sein Mundgeruch ist schrecklich und ich sage trotzig: „Ein Orden ist eine Vereinigung von Menschen, die an die gleichen Rechte glauben, oder ein gemeinsames Ziel verfolgen. Es geht auf das lateinische Wort…Ah!“ Brutal tritt er mir ins Gesicht und meine Nase beginnt zu bluten. Wutentbrannt zischt er: „Deine Frechheit geht mir langsam auf die Nerven! Ich will Informationen zum Orden des Phoenix!“ Ich schweige. „Besser du gibst sie mir, sonst muss ich leider…“ Er tut, als würde er mir mit einem Messer den Hals durchschneiden und grinst dabei schief. „Tu nicht so, als würde dir das leidtun… bitte sehr, dann töte mich! Lieber das, als dass ich meine Freunde verrate!“ „Crucio!“ Ich schreie laut auf. Es ist, als würden tausende von Nadeln durch mein Fleisch stechen und mich von innen verbluten lassen. Je länger er mich foltert, desto weniger Luft bekomme ich und ich keuche. Ich kann förmlich spüren, wie meine Knochen langsam zu brechen drohen und jede Sehne reißt. Plötzlich lässt der Schmerz nach und nur etwa fünf Meter von mir entfernt findet eine große Explosion statt. Wieder wird mir schwarz vor Augen.
    „Kate?“ ich blinzle ein paar Mal und brauche erst einen Moment, um mich an das Licht zu gewöhnen. Um meine Liege herum sitzen Alice und Remus mit besorgten Gesichtern. „Hey, Leute!“ „Du bist wach…“, sagt Alice. „Meine Güte, Mädchen, mach das nie, nie wieder, okay?“ Ihre Stimme ist halb streng, halb erleichtert. „Wer war das?“ Remus macht ein fragendes Gesicht. „Was?“ „Die Explosion?“ „Na Sirius, wer sonst?“, antwortet Alice, da betritt Dumbledore den Raum. „Wie schön, dass es ihnen wieder bessergeht, Miss Croft.“ Ich lächle ein wenig und lege mich wieder zurück in mein Kissen.
    *Zeitsprung* Neuigkeiten (3. November 1981)
    Mit zitternden Händen setze ich meinen Namen unter den Brief und binde das Pergament zusammen. Gerade setze ich wieder mit der Feder an, da klopft es an meinem Fenster. Eine Eule mit einem Brief am Bein sitzt da und wartet darauf, reingelassen zu werden. Verwundert stehe ich auf um das Fenster zu öffnen. Eine Eule? Wer würde mir hier eine Eule schicken? Und das gerade jetzt? Ich befinde mich in einer Art Ferienwohnung in Irland, um zu dort lebenden Hexen und Zauberern Kontakt aufzunehmen, weil wir dringend Unterstützung im Kampf gegen Lord Voldemort brauchen können. Nun ja, ich öffne also das Fenster und lese den Brief.
    Liebe Kate,
    es ist etwas Schreckliches passiert… Details dazu lieber persönlich, sobald du kommen kannst. Den Auftrag des Ordens kannst du abbrechen! Beeil dich! Es geht um Lily und James…
    hektische Grüße,
    Remus
    Sofort schnappe ich mir meine Tasche und stecke meinen Zauberstab in mein Haar. (Ja, das mache ich immer, damit ich ihn sofort griffbereit habe…) und stürze vor die Tür. Dann appariere ich vor Remus‘ Wohnung. Er erschrickt, als ich in seine Wohnung stürme, umarmt mich aber sofort, als er mich erkennt. „Kathrine! Gut, das du so schnell kommen konntest…“ „Was ist passiert?“ Er weicht meinem Blick aus und murmelt: „Voldemort…“ Ich schüttle heftig den Kopf. „Nein…. Nein! Das… aber…“ Ich muss mich an der Wand abstützen und Tränen schießen in meine Augen. „Wie hat er sie gefunden?“ Er hält mir die Hand hin und dankend nehme ich sie, er führt mich in die Küche, wo ich mich auf einen Stuhl fallen lasse. „Sirius, er hat…“ „Nein! Das würde er nie tun!“, unterbreche ich Remus. Er seufzt und schiebt mir eine Zeitung zu. Ich zucke zusammen, als ich Sirius auf einem Bild erkenne. In Fesseln gelegt, schreit er verrückt geworden in die Kamera und ich lese den dazugehörigen Artikel durch. Schon nach dem ersten Satz kullert eine Träne meine Wange hinunter. Immer wieder flüstere ich: „Nein, nein… das ist völlig unmöglich!“ Doch nach einiger Zeit sehe ich ein, dass es stimmen muss. Er war der Geheimniswahrer von Lily und James‘ Aufenthaltsort. Niemand sonst hätte Voldemort verraten können, wo sie sind. Als sich dann herausstellt, dass er außerdem noch 12 Muggel und Peter Pettigrew umgebracht hat, reißen bei mir alle Stricke. Ich zerknülle den Tagespropheten und zerreiße ihn. Dann lasse ich meinen Kopf auf die Tischplatte fallen und atme unruhig ein und aus. Ich schmecke das Salz der Tränen, die mir auf die Zunge laufen. Remus ist aufgestanden und legt tröstend seinen Arm um mich. „Tut mir leid! Es ist bloß… es tut so weh!“ „Ist in Ordnung!“ „Danke schön!“ Er lächelt schwach und ich stehe auf, ziehe ihn zu mir und schließe ihn in meine Arme. Leise wimmere ich in seine Schulter und er drückt mich fest an sich. Ein paar Minuten später löse ich mich von ihm und wische mir die Tränen vom Gesicht. „Was ist mit Harry?“, frage ich mit zerbrechlicher Stimme. „Er, ich weiß nicht genau wie, aber er hat überlebt. Er wurde noch in derselben Nacht nach Privat Drive in Little Whinging zu Lilys Schwester Petunia gebracht.“ Ich nicke ein wenig. „Wie? Wie kann ein Baby einen Angriff von Lord Voldemort persönlich überleben, wenn seine Eltern dabei sterben mussten?“ „Ich weiß es nicht! Der dunkle Lord ist verschwunden!“ Mit zusammengezogenen Augenbrauen drehe ich mich wieder zu ihm um. „Das verstehe ich nicht! Was heißt verschwunden? Ist er besiegt?“ „Offenbar… Allerdings gibt es immer noch einige Todesser, die nach Askarban gehören!“ „Stimmt… Damit werden wir fertig, oder?“ Er lächelt schwach und ich lege meinen Kopf auf seine Schulter. „Wie geht es dir?“, frage ich etwas später. Ich habe schließlich gemerkt, dass sein Gesicht noch fahler als sonst und es muss ihn ja auch getroffen haben… „Gar nicht gut, wenn ich ehrlich bin.“ „Mir auch nicht…“ Seine Augen werden ganz glasig und ich nehme ihn in den Arm. „Sie sind weg…“, murmelt er in meine Schulter und auch mir läuft wieder eine Träne über die Wange. „Ja, sind sie…“, hauche ich und kralle mich an Remus‘ Umhang.
    *Zeitsprung* Die Beerdigung (10. November 1981)
    Stumm und mit geröteten Augen schreite ich langsam hinter den anderen her. Alle schwarz gekleidet gehen wir zu Lily und James‘ neuen Grab und sehen zu, wie der Sarg der Beiden in der Erde versenkt wird. Fest drücke ich Alice‘ Hand und auch sie hat Tränen in den Augen, als der Pfarrer noch ein paar Worte sagt. Ehrlich gesagt verstehe ich kein Wort von dem, was aus seinem Mund kommt. Alles ist wie durch einen dunklen Schleier von mir getrennt und ich lese die Schrift auf dem Grabstein: Lily Potter & James Potter (1960-1981). So merke ich auch nicht, wie alle anderen wieder gehen und starre auf die Jahreszahlen. Sie sind tot… TOT! „Kathrine?“, flüstert Alice und holt mich wieder ins Jetzt zurück. „Komm!“ Langsam löse ich meine Augen von dem Grab und folge ihr. Remus, Frank, Alice, Bathilda und ich gehen noch in ein Restaurant um etwas zu essen. Abwesend nehme ich auf der Bank neben Remus platz und ziehe meinen Mantel aus. Starr schaue ich auf den Tisch und tue als würde ich die dort liegende Speisekarte lesen. „Weißt du schon was du essen willst, Kate?“, fragt Remus, doch ich schüttele den Kopf und antworte ohne den Blick vom Tisch zu wenden. „Kein Hunger!“ „Sicher?“ „Hm…“ „Na gut, ich glaube ich…“ und schon wieder schweife ich von der Realität ab… es ist, als würde ich allein dasitzen. Ich nehme die anderen kaum noch war. Als wären sie unendlich weit weg, höre ich nur dumpfe Geräusche anstatt normaler Sätze. Immer wieder sehe ich den Tagespropheten vor mir… Sirius, der Mörder von 12 Muggeln, der wie ein Verrückter in die Kamera brüllt, Lily und James glücklich Hand in Hand über der Anzeige, dass sie ermordet wurden und schließlich die Tatsache, dass Lord Voldemort besiegt wurde und ich die Zusammenhänge verstanden habe…
    Jemand tippt mir auf die Schulter. Langsam, wie in Zeitlupe drehe ich den Kopf nach links und sehe in Remus‘ besorgtes Gesicht. „Tut mir leid, was hast du gesagt?“, frage ich und schüttle den Kopf um wieder richtig anzukommen. „Ich wollte wissen, ob alles in Ordnung ist.“ „Oh ähm… ja, schon…mir geht’s gut, wirklich… äh alles okay!“ Er lächelt und sagt: „Gut…“ „Naja auf jeden Fall…“, fährt Bathilda fort. Normalerweise mag ich ihre Geschichten, aber heute kann ich einfach nicht lachen. Ich höre auch eigentlich nur mit halben Ohr zu.
    Etwa zwei Stunden später machen sich alle zum Gehen auf. Auch ich erhebe mich. „Tschüss, Alice! Bis bald…“ Sie lächelt und drückt mich kurz zum Abschied. Dann verlassen sie und Frank das Restaurant. „Remus?“ „Ja?“ „Kann ich noch… mit zu dir kommen?“ „Klar…“ „Danke…“ Ich ziehe mir den Mantel über und greife meine Tasche. Dann gehe ich zusammen mit Remus zu ihm nach Hause. Dort lasse ich mich auf das Sofa fallen und er setzt sich neben mich. „Geht es dir wirklich gut?“, fragt Remus und ich lasse die Schultern fallen. „Ich kann es nur immer noch nicht richtig glauben… ich will es nicht glauben… es ist einfach nur… jetzt können wir nichts mehr ändern.“ Remus erlaubt mir, bei ihm in der Wohnung zu übernachten, doch ich kann nicht schlafen. Genau genommen hatte ich die komplette letzte Woche nur etwa vier Stunden Schlaf… Unter Kopfschmerzen schleife ich mich in die Küche. Um Remus nicht zu wecken, lasse ich das Licht aus und taste mich langsam zum Regal, in dem die Gläser stehen. Vorsichtig hole ich mir eins heraus, drehe mich um und kreische kurz auf. Das Glas zerspringt auf dem Boden und ich zucke zusammen. Tief atme ich ein und aus… es ist nur ein Bild… Schwach beleuchtet, durch ein schmales Fenster, grinsen mir die Rumtreiber entgegen. James, mit seinen verstrubbelten Haaren lächelt schelmisch und seine haselnussbraunen Augen leuchten vor Glück. Den Arm auf seiner Schulter, wirft Sirius neben ihm einen leicht arroganten Blick in die Kamera und seine schwarzen Locken fallen ihm elegant ins Gesicht. Eine Träne läuft mein Gesicht hinunter und trotzdem muss ich lächeln. Er sah einfach irgendwie schon immer bei allem was er tat gut aus… Ein Stück weiter links steht Remus. Glücklich strahlt er, doch seine Augen hatten schon immer einen ernsten Ausdruck. Neben ihm Peter… er scheint sichtlich stolz zu sein mit Sirius und James abhängen zu dürfen, aber er hat auch etwas Unangenehmes an sich. Schon damals in der fünften hatte er mausgraues Haar und verbogene Zähne.
    Das Licht geht an und ruckartig drehe ich mich um. Remus steht im Türrahmen und lächelt mir zu. „Das waren schöne Zeiten, was?“ Ich wische mir die Träne weg und nicke. Er holt seinen Zauberstab hervor und repariert mit einer schnellen Bewegung das Glas. „Ich wollte dich nicht aufwecken. Tut mir leid…“ Remus zuckt nur mit den Schultern und setzt sich an den Tisch. Auch ich nehme Platz und sage: „Meinst du, weil man damals zu viele Hausaufgaben und eine Gruppe dummer Jungs, die andere Schüler ärgern als großes Problem angesehen hat?“ Er lacht kurz auf. „Ja, genau!“ Nach einer kurzen, nachdenklichen Stille, sage ich: „Ich glaube, ich habe es gewusst… dass wir Opfer bringen müssen…ich habe nur nicht gedacht, dass es ein so großer Verlust sein wird, der uns zum Sieg verhilft… dass Freunde zu Feinden werden…“ „Er war mehr als ein Freund für dich, stimmt‘s?“ Ich senke den Blick und ein kalter Schauer läuft mir den Rücken hinunter. „Das ändert auch nichts mehr…“ „Es tut mir wirklich sehr leid! Wenn ich irgendwas tun kann…“ „Da gibt es etwas… versprich mir, dass du für mich da bist, wenn ich dich brauche, mir Zeit zu geben, wenn ich allein sein muss und, dass du diesen Kampf überlebst!“ Er lächelt. „Ich versprech’s!“ Ich stehe auf und umarme ihn. „Danke!“ Und zum ersten Mal in dieser Woche nehmen meine Haare eine andere Farbe als schwarz an.
    *Zeitsprung* 15. November 1981
    Stumm starre ich auf den langen Tisch im Hauptquartier, als Dumbledore das Wort erhebt. „Schön, dass alle soweit anwesend sind. Es gibt gute Neuigkeiten. Mit Hilfe eines Spions konnten wir einen weiteren Todessertreffpunkt ausfindig machen.“ Einige am Tisch beginnen zu tuscheln und auch meine Neugierde ist geweckt. „Ruhe bitte! Ich übergebe das Wort an Severus Snape. Er ist ehemaliger Todesser und kann uns deshalb genau nennen, wie wir dorthin gelangen und worauf wir achten müssen.“ Langsam mit steifer Haltung, betritt mein ehemaliger Schulkamerade den Raum und lässt seinen unbeeindruckten Blick durch den Raum schweifen. Dann erkennt er mich und für einen kurzen Moment scheint sich etwas wie ein Lächeln in seinem Gesicht abzubilden. „Wer glaubt, diese Mission wäre einfach, kann es sich sofort aus dem Kopf schlagen! Der Treffpunkt ist von einigen Schutzzaubern umgeben, einer davon verbietet es euch, dorthin oder wieder weg zu apparieren. Falls es also Probleme gibt, müsst ihr einen anderen Weg finden, um da lebend wieder raus zu kommen. Außerdem muss ich euch warnen, ihr werdet auf einige Todesser treffen. Sie kommen in letzter Zeit immer öfter zusammen. Sie sind bestens ausgebildet, dem dunklen Lord immer noch immer treu untergeben und sie werden wissen wollen wo er ist.“ Alice erhebt sich von ihrem Stuhl. „Als ausgebildete Aurorin, möchte ich mich für diese Mission bereiterklären.“ Frank ergreift ihre Hand und stellt sich neben sie. „Und ich werde sie begleiten!“ Die beiden lächeln sich an und ich stehe auf. „Dann lasst mich mitkommen!“ „Nein, Kate! Jemand muss auf Neville aufpassen. Und ich will nicht, dass du dich in eine solche Gefahr begibst!“, wiederspricht Alice und ich setze mich wieder hin. Nach der Besprechung werde ich von Dumbledore gebeten, noch bei ihm zu bleiben, doch ich möchte zuerst mit Alice sprechen. „Ich bin in einer Minute bei ihnen!“ Er nickt und ich gehe zu meiner Freundin. „Alice, komm bitte heil wieder, okay?“ „Dann versprich mir eins! „Alles!“ „Pass auf Neville auf und… flick mich wieder zusammen, falls nötig!“ Ich lache kurz und sage: „Ich versprech‘s! Viel Glück!“ Fest drücke ich sie noch einmal, dann geht sie mit Frank und einigen anderen, um den Treffpunkt zu säubern. Ich seufze und begebe mich wieder in den Besprechungsraum. „Miss Croft, ich möchte mit ihnen über Mister Black unterhalten!“ Kalt erwidere ich: „Ich will nicht darüber sprechen! Außerdem wüsste ich nicht, was es da noch zu bereden gibt. Er hat bekommen, was er verdient, dieser Verräter!“ Erwartungsvoll sehe ich Dumbledore an und er sagt: „Ich möchte ihnen mein Beileid aussprechen. Ich kann mir vorstellen, wie sie sich gerade fühlen.“ „Wie denn?“ „Verloren, hintergangen, ihnen wurde jemand genommen, den sie liebten - eine Freundin. Und das auch noch auf kosten eines anderen Bekannten.“ „Ein Bekannter… ich kannte Sirius seit dem ersten Jahr auf Hogwarts! Klar, wir haben uns in die Haare gekriegt, aber ich habe mir bei weitem nicht vorstellen können, dass er zu so etwas im Stande wäre. Wir sind Freunde geworden und dann… da ist man mal kurz im Ausland und schon zeigt er, was er schon immer gewesen ist: ein Verräter!“ „Sie sollten sich da jetzt nicht reinsteigern…“, erwidert er mit seiner viel zu ruhigen Stimme. „Ach nein? Warum nicht? Denken Sie, ich habe keinen Grund sauer zu sein? Sie haben eben noch gesagt, Sie würden verstehen, wie ich mich fühle.“ „Das tue ich, aber glauben Sie mir, sich darüber aufzuregen, führt nicht zu einer Lösung. Ich spreche da aus Erfahrung!“ Ich nicke langsam. „Wenn sie mich nun bitte entschuldigen würden… ich müsste mich etwas ausruhen.“ „Natürlich Miss! Einen schönen Tag noch.“ Ich lächle und verlasse das Hauptquartier. Das mit dem Ausruhen war zwar einerseits richtig, andererseits ist Neville jetzt schon eine Weile allein zu Hause und ich hab‘ versprochen, dass ich mich um ihn kümmere.
    Leise schleiche ich in die Wohnung, um den Kleinen nicht aufzuwecken, wenn er denn überhaupt schläft, doch schon bald höre ich ein fröhliches Glucksen und betreten erleichtert sein Kinderzimmer. Da sitzt er, mit einem glücklichen Lächeln in seinem runden Gesicht und spielt mit einem Plüschtier-Mini-muff. Nur ein kurzer Wink mit dem Zauberstab und es fliegt in die Luft. „Dja!“, lacht er und versucht begeistert sein Tier wieder zu fangen. Augenblicklich muss ich lächeln und gebe ihm das Spielzeug zurück. „Hi, Neville!“, flüstere ich setze mich auf den Sessel um etwas zu lesen. Offenbar bin ich eingenickt, denn plötzlich finde ich mich in einem großen, dunklen Raum wieder. Dann treten zwei Figuren aus dem Schatten. Es sind Lily und Sirius. „Lily, ich…“ Sie wirft mir einen abweisenden, hasserfüllten Blick zu und ich breche ab. „Was ist?“, frage ich. „Was ist? Du hast mich im Stich gelassen!“ „Aber…“ „Du warst nicht da, als ich dich am meisten gebraucht habe!“ „Ich… ich war in Irland, ich habe die Nachricht erst ein paar Tage später erhalten und… ich schwöre, ich… wenn ich da gewesen wäre, hätte ich alles dafür getan, dass…“ „Du warst aber nicht da! Tja, jetzt bin ich nicht mehr hier! Komm damit klar!“ Dann wird sie wieder eins mit der Dunkelheit. Mit Tränen in den Augen drehe ich mich zu Sirius um. „Wie konntest du nur…“ „Nur was?“ „Sie an Voldemort verraten, die Freundschaft zerstören, mein Leben ruinieren, sie dem Tode überlassen! Er lässt ein hämisches Lachen hören. „Du bist so ein naives Kind! Glaubst du wirklich noch an das, Gute‘ im Menschen, das nie existiert hat?“ Verunsichert mache ich ein paar Schritte rückwärts. „Es ist wirklich amüsant, dir zuzusehen, wie du täglich für diese Gesellschaft kämpfst, ohne daran zu denken, dass es keine Hoffnung mehr dafür gibt. Die Welt ist zerrüttet, Kathrine, denk darüber nach!“ Wieder ertönt ein grässliches Lachen und ich falle auf die Knie. Nach einiger Zeit öffne ich die Augen und sitze wieder auf dem Bett von Alice und Frank. Mit schiefgelegten Kopf und einem mitleidigen Blick sieht Neville mich an und ich wische mir eine Träne aus den Augenwinkeln. „Alles in Ordnung, Neville, spiel schön weiter, ja?“, sage ich mit erstickter Stimme. Tief ein und ein ausatmen… es war nur ein Traum… langsam stehe ich auf, um mich ein wenig abzulenken. Also beschließe ich mich, das Haus zu putzen. Neville wird bald einschlafen, schließlich ist es schon 21 Uhr. Leider ist es schon ziemlich aufgeräumt, also gibt es nur ein paar Möbel, die ich abstauben kann. Da sowas mit dem Zauberstab viel zu schnell gehen würde, mache ich es in Handarbeit. Beim durchstöbern der Bücherschränke finde ich eine Version der, Märchen von Beedle dem Barden‘ und beschließe Neville etwas daraus vorzulesen, wenn er noch nicht schlafen kann. Als ich das Zimmer betrete, spielt er allerdings immer noch. Also schalte ich das Deckenlicht aus und mache mir mit dem Zauberstab genug Licht um zu lesen. Das Märchen von dem Brunnen des wahren Glücks ist als Kind immer meine Lieblingsgeschichte gewesen also lese ich dieses Märchen vor:
    Hoch auf einem Hügel, in einem verzauberten Garten, umgeben von hohen Mauern und geschützt durch starke Magie, sprudelte der Brunnen des wahren Glücks. Einmal im Jahr, zwischen er Stunde des Sonnenaufgangs und der des Sonnenuntergangs, bekam ein einziger Unglücklicher die Möglichkeit, sich bis zu dem Brunnen durchzukämpfen, in seinem Wasser zu baden und für immer wahres Glück zu empfangen…
    Und schon ist der kleine Junge eingeschlafen… mit einem seligen Lächeln auf den Lippen liegt er da und atmet gleichmäßig. „Knox!“ Und das Leuchten, das von meinem Zauberstab ausgeht, erlischt. „Süße Träume, Neville!“, flüstere ich und verlasse das Schlafzimmer. Im Wohnzimmer lese ich dann den dicken Wälzer weiter, den ich vorhin begonnen habe und die Zeit vergeht. Etwa 300 Seiten später lege ich das Buch zur Seite und gehe in die Küche. Bevor ich versuche zu schlafen, möchte ich noch etwas essen und mache mir ein Toast. Nachdenklich schlendere ich zur Treppe, als Remus‘ Patronus in den Raum schwirrt und sagt: „Kate, du musst sofort kommen! Alice und Frank sind verletzt! Ich hoffe, du weißt, was zu tun ist…“ Sofort umschließe ich den Zauberstab mit der Hand. Es ist bestimmt nicht so schlimm…, versuche ich mich zu beruhigen und appariere ins Hauptquartier. Dort warten alle schon auf mich. Schnell führt Remus mich in einen Nebenraum, wo einige besorgte Gesichter hoffnungsvoll zu mir aufsehen. Ich knie mich neben Alice und Frank, die beiden keuchend und halbwegs verarztet auf einer Liege liegen. Mit einem Griff an ihre Handgelenke und einem kurzen, fachkundigen Blick kann ich mir sofort ein Bild des Zustands machen. Ich fahre mit meinem Zauberstab über alle blutenden Stellen und die Wunden schließen sich. „Und?“, kommt es von hinter mir. „Ich kann hier nicht viel für sie tun! Sie müssen ins St.-Mungos, sofort! 4. Obergeschoss für Fluchschäden und Zauberunfälle!“ Zwei Mitglieder des Ordens übernehmen diese Aufgabe und bringen sie ins Krankenhaus. Ich wiederum bleibe sitzen, unfähig mich zu bewegen, sehe ich zu, wie sie disapparieren und starre weiter auf die Stelle, an der sie verwunden sind. „Warum in den 4. Stock?“, fragt eine durchdringliche Stimme. „Weil sie gefoltert wurden…“ „Woher willst du das wissen?“ Ich drehe mich um und blicke in Severus‘ schwarze Augen. „Weil es das einzige ist, das Sinn ergibt. Die… diese Wunden stammen nicht von einem Unfall.“ Er nickt langsam. „Ich bin noch gar nicht dazu gekommen, dir das zu sagen Severus, aber ich freue mich, dass du einen Weg aus diesem Loch gefunden hast. Und ich hoffe, dass du nie wieder dort hineinfällst.“ Eine Weile starrt er in meine, ich in seine Augen, dann dreht er sich wortlos um und verlässt den Raum. Tief atme ich ein und aus, dann stehe ich auf und gehe zu Remus. „Denkst du, sie kommen durch?“ „Ich hoffe… ich werde morgen nach ihnen sehen. Bis dahin werd‘ ich mich um Neville kümmern.“ Er nickt und sagt: „Gute Nacht, Kate!“ „Gut‘ Nacht!“ und ich gehe zurück zu Alice‘ und Franks Wohnung. Nach der restlichen, unruhigen Nacht, gehe ich mit Baby-Neville ins St.-Mungos. Schließlich kann ich ihn nicht einfach allein zuhause lassen und außerdem werden Alice und Frank sicher froh sein, ihn wiederzusehen. Ich bin mir sicher, dass die beiden wohl auf sind! Im St.-Mungos gibt es die besten Heiler und außerdem kann man durch den Cruciatus-Fluch nicht sterben, also was soll schon passiert sein?
    „Ich möchte zu Alice und Frank Longbottom.“, sagt ich zu der Dame am Empfang. „Es tut mir leid, aber der zuständige Heiler hat angeordnet keine Besucher zu ihnen zu lassen, da sie dringen Ruhe brauchen.“ „Entschuldigt, wenn ich da wiederspreche, aber ich selbst bin ausgebildete Heilerin und glaube kaum, dass ich Alice und Frank die selbstverständlich nötige Ruhe nehmen werde!“ „Sie können sich gerne mit dem zuständigen Zauberer unterhalten, aber ich habe meine Anweisungen.“ Ich schnaube und begebe mich zu den Aufzügen. Einen Moment später bin ich im vierten Stock angelangt und laufe zu einem Behandlungszimmer. Sofort stellt sich mir ein Heiler in den Weg. „Sie dürfen hier nicht eintreten!“ „Befinden sich Alice und Frank Longbottom in diesem Zimmer?“ „Ja, aber Sie können sie jetzt nicht besuchen!“ „Warum nicht? Ich möchte jetzt etwas über ihren Zustand erfahren!“ „Der frühste Besuchertermin ist in etwas drei Tagen. Es tut mir leid!“ Ich schüttle den Kopf und schiebe den Mann kurzerhand einfach zur Seite. Dann betrete ich das Zimmer und sehe Alice am Fenster stehen. Sie sieht nachdenklich nach draußen. Sie trägt einen Verband an ihrem rechten Arm und hat Pflaster im Gesicht. Frank sitzt auf einem Sessel und starrt auf den Boden. Auch er ist an der Hand verbunden und trägt eine Kompresse am Bein. „Alice, Frank, geht es euch gut?“ Keiner der beiden rührt sich. Sanft setze ich Neville auf den Boden und er krabbelt sofort los. „Hallo? Ist alles in Ordnung?“ Ich tippe Alice auf die Schulter und langsam, wie in Trance dreht sie sich um. Dann mustert sie mich einmal von oben bis unten, zuckt mit den Schultern und blickt wieder aus dem Fenster. „Hey, ich bin’s Kathrine, was ist passiert?“, frage ich verzweifelt. Niemand antwortet und ich raufe mir die Haare. Der Heiler tritt ein und ich laufe aus ihn zu. „Was ist mit ihnen?“ Er seufzt. „Die Folter hat sie wohl den Verstand gekostet… sie erkennen nichts und niemanden wieder… sie sprechen kaum und sind, wie es scheint sind sie einfach komplett in ihrer Welt versunken.“ Ich reiße die Augen auf und ich hauche: „Sie erkennen nichts wieder? Nicht mal ihren Sohn?“ „Sie können sich an nichts erinnern.“ Ich schüttle den Kopf… das kann nicht sein… das… „Nein! NEIN!“, rufe ich verzweifelt, doch da ist noch etwas Anderes… nicht nur Trauer und Verlust, auch etwas Anderes… etwas Starkes! Meine rechte Hand umschließt meinen Zauberstab, die andere formt sich zu einer Faust. Das waren die! Das ist alles ihre Schuld! Ich kneife die Augen zusammen und disappariere. Im Hauptquartier treffe ich wie erwartet auf Severus und leise zische ich: „Wo ist es?“ Er zieht fragend eine Augenbraue hoch. „Das Haus, in dem sich die Todesser treffen!“ „Wallstreet, London, warum?“ Ich reagiere nicht auf seine Frage, breche ein kurzes „Danke!“ zwischen den Zähnen hervor und verschwinde. „Bombarda!“, rufe ich und die Tür der Todessertreffunkts fliegt aus den Angeln. Wachsam schleiche ich hinein und bald schon bin ich von drei Todessern umgeben. „Lernt ihr wirklich nie dazu?“, fragt der eine von ihnen und die Frau lacht schallend und verrückt. „Ich bin nicht ganz so schnell!“, zische ich und bin im nächsten Moment in einen Kampf verwickelt. Es dauert nicht lange und -keine Ahnung wie- entwaffne ich die beiden Männer und sie stürzen bewusstlos zu Boden. Nur noch Bellatrix, Sirius‘ Cousine steht mir gegenüber. Mit einem fiesen Grinsen auf dem Gesicht fragt sie provokant: „Wie geht es Alice und Frank Longbottom?“ „Wie kannst du es wagen, so von ihnen zu sprechen?“, rufe ich und sie lacht kurz auf. „Und ihrem kleinen Baby Neville?“ „Du wirst ihn nicht anrühren!“, funkle ich sie an und mein Haar färbt sich rot. Für einen Moment scheint sie verwirrt, dann lächelt sie wieder. „Ach ja, wir haben hier ja die liebe Croft Junior. Deine Mutter war eine richtige Versagerin… nicht einen Auftrag konnte sie ausführen, ohne…“ „Reducto!“ Mit einer geschickten Bewegung wehrt sie den Zauber ab und zeigt ein hämisches Grinsen. Sie hebt den Zauberstab und das Duell beginnt. Von Wut getrieben wehre ich jeden Fluch ab, den die Verrückte auf mich feuert und reagiere mit starken Kontern. Einige Zeit später scheint sie etwas außer Puste zu kommen, was ich gnadenlos ausnutze. „Expelliarmus!“ und ihr Zauberstab fliegt in hohem Bogen davon. Ein entsetzter Gesichtsausdruck findet sich auf ihrem Gesicht, doch ich beachte dies nicht. „Everte Statum!“ Sie kracht mit einer solchen Wucht gegen die Betonwand, dass Blut aus ihrer Schläfe läuft und sie das Bewusstsein verliert. Erst jetzt erwache ich aus meinem Wutrausch und atme auf. Ich wische gerade das Blut von ihrem kantigen Gesicht, da höre ich Schritte. Sofort richte ich den Zauberstab auf den Eingang, von dem die Geräusche kommen, doch es ist nur Remus. „Was tust du denn hier?“, frage ich mit gerunzelter Stirn. Er antwortet völlig außer Puste: „Snape hat gesagt, … du bist hier her und … da dachte ich, du könntest vielleicht Unterstützung brauchen.“ Ich lächle schief und umarme ihn. Dann fällt sein Blick auf die Todesser, die regungslos auf dem Boden liegen. „Sind sie…“ „Tot? Nein, natürlich nicht, ich bin doch nicht verrückt!“ „Aus Wut tun Menschen furchtbare Dinge, das weißt du!“ Ich nicke. „Sie werden vor’s Zaubergarmot gebracht, da werden sie ihre gerechte Strafe bekommen!“, sage ich kalt. Remus nickt und zieht den einen, es ist Rudolphus Lestrange, auf die Beine und legt den schlappen Arm um seine Schulter, um ihn zu stützen zu können. Ich tue es ihm gleich und trage Bellatrix. Ein Blick zu Remus und wir beide apparieren ins Hauptquartier, wo ich die Todesserin unsanft auf den Boden fallen lasse. „Ich hol den anderen, okay?“ und schon bin ich wieder disappariert. Aber als ich wieder in dem verwüsteten Haus ankomme, wartet eine Überraschung auf mich. „Verdammt!“, fluche ich, als ich merke, dass der dritte Todessser nicht mehr da ist. Schnell hebe ich den Zauberstab und durchsuche den Treffpunkt, doch er ist nirgendwo zu finden. Sauer gebe ich die Suche auf und gehe zurück ins Hauptquartier des Ordens. Dort werde ich sofort von Mitgliedern umringt. „Wie hast du das gemacht?“ und „Wow, gleich drei auf einmal!“ kommt es von allen Seiten. Ich seufze und gehe zu Remus. „Er ist weg!“, sage ich auf seien fragenden Blick hin und er runzelt die Stirn. „Was hast du denn allen erzählt, dass die so tun, als wäre ich eine Heldin?“, frage ich lächelnd „Ich habe bloß gesagt, dass du alle drei Todesser allein fertiggemacht hast.“ Ich verdrehe die Augen. „Das hättest du auch geschafft…“ Er zieht eine Augenbraue hoch und ich stöhne. „Ach… ich hab‘ echt keine Ahnung wie ich das gemacht habe… Ich war einfach so wütend und geladen, wegen Alice und Frank.“ „Was ist denn jetzt mit ihnen?“, fragt Remus. „Sie naja…. Sie werden wohl nie wieder dieselben sein.“ „Was haben die Todesser ihnen nur angetan?“ „Die Folter hat sie -mit den Worten des Heilers- den Verstand gekostet. Körperlich ist alles in Ordnung, aber stundenlager Schmerz hat sie wohl in den Wahnsinn getrieben. Sie… erkennen nichts wieder…“ Entsetzt schlägt Remus die Hand vor den Mund und stottert: „Aber… ich meine könnte… es nicht nur vorübergehend sein, ich mein, dass … sie ihr Gedächtnis zurückbekommen?“ ich lasse die Schultern fallen. „Ich weiß es nicht! Die Chance besteht zwar, aber sie ist leider sehr klein. Sie haben ihr kompletten Erinnerung verloren! Ich glaube nicht, dass sie wieder normal werden. Neville wird dann wohl…“ Ich schlage gegen meine Stirn. „Was?“, fragt Remus. „Neville! Ich hab‘ ihn im Krankenhaus gelassen… ich hole ihn sofort!“ Er nickt und ich appariere ins St.-Mungos.
    *Zeitsprung* 22. November 1981
    - Remus‘ Sicht -
    Die Klingel meiner Wohnung ertönt und langsam gehe ich zur Tür. Davor steht eine junge Frau. Ihre schwarzen Haare sind kurz, ihr Gesicht schmal und ihre glasblauen Augen sind bedrückt auf den Boden gerichtet. Es ist bereits dunkel und der heutige Sonntag enthält einige Schauer, weshalb die Frau vor der Tür leicht durchnässt ist. „Entschuldigung, kennen wir uns?“, frage ich vorsichtig und sie runzelt die Stirn. Dann scheint ihr ein Licht aufzugehen und sie schüttelt den Kopf. Augenblicklich werden ihre Haare lang und braun und ihre Augen nehmen eine warme, grüne Farbe an. „Besser? Tut mir leid, ich bin nicht gerade gut drauf!“ Ich schlage gegen meine Stirn und gehe ein Schritt zur Seite. „Nicht schlimm! Komm rein, Kate!“ Sie geht in den Flur und legt ihre Jacke dort ab, bevor wir das Wohnzimmer betreten. „Und was gibt’s Neues?“, frage ich, als wir uns auf das Sofa setzen. „Bellatrix und Rudolphus Lestrange sind zu lebenslanger Haft nach Askarban verdonnert worden und… Alice und Frank können sich immer noch nicht erinnern…“ Ich seufze leise. „Gib die Hoffnung nur nicht auf!“ „lenk mich lieber ab, ja?“ Eine Weile schweigen wir, dann stehe ich langsam auf. „Ach ja, ich wollte dir noch etwas geben!“ Fragend legt sie den Kopf schief und ich hole ein Foto aus dem Schrank. Ich reiche es ihr und beobachte, wie sich ein Lächeln auf ihr Gesicht zeichnet. „Erinnerst du dich daran?“, frage ich und sie nickt. „Ja, Alice hat es damals gemacht!“ „Stimmt! Ich habe gehofft, es würde dich an die schönen Zeiten erinnern…“ Ich setze mich wieder neben sie und betrachte das Bild. Es ist aus dem Jahre 1977 und wir alle, also wir Rumtreiber, Kathrine und Lily stehen vor dem Schloss Hogwarts. Das war ein paar Wochen vor unserem Abschluss und wir alle waren glücklich, bald mit der Schule fertig zu sein. „Wie fröhlich wir waren…“, sagt sie. „Danke, Remus! Du hast Recht, es erinnert mich an die schönen Zeiten. „Aber ebenso an die Schlechten, richtig?“ Sie schließt die Augen und atmet laut aus, dann nickt sie und haucht: „Ja, das tut es!“ Ich lege meinen Arm um sie und sie lächelt gezwungen. „Hey, Kate, du weißt, ich will, dass du glücklich bist, aber ich zwing dich doch nicht dazu, so auszusehen, als wärst du es!“ Sie muss schmunzeln und eine Weile sitzen wir einfach so nebeneinander. Dann fragt sie: „Remus, was machst du denn jetzt?“ ich runzle die Stirn. „Was meinst du?“ „Was wirst du mit deinem Leben noch anstellen?“ „Hm… ehrlich gesagt weiß ich es nicht.“ Sie beißt sich auf die Lippe. „Hast du schon einmal in Erwägung gezogen, einfach von hier wegzugehen?“ „Ja, natürlich, aber ich hab‘ mich dagegen entschieden.“, antworte ich. „Warum?“ „Naja…“ „Was hält dich hier?“ „Also erstens bist du hier und…“ Sie unterbricht mich: „Abe was, wenn ich nicht mehr hier wäre?“ Entsetzt starre ich sie an. „Du willst gehen?“ Kurz schaut sie auf den Boden, dann sieht sie mich mit geröteten Augen an.

Kommentare (3)

autorenew

Alexa2187 (31639)
vor 44 Tagen
Hey... so, *lang ausatmen* das war's. Und ich denke eigentlich, dass man das nicht extra sagen muss, aber nehmt sie euch nicht als Vorbild. Also das Ende, das hat nichts heldenhaftes oder was auch immer. Naja auf jeden Fall noch einmal Danke, dass ihr so lange durchgehalten habt.
Liebste Grüße,
Alexa2187
rosa einhorn (92025)
vor 52 Tagen
Bitte schreib weiter das ist voll spannend❕❕❕
Saphira (98127)
vor 60 Tagen
Wann schreibst du weiter???