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Deep Grey | Attack on Titan-AU | Mikaani Fanfcition | Teil 2

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2 Kapitel - 4.212 Wörter - Erstellt von: Kiara Fenyx - Aktualisiert am: 2017-10-19 - Entwickelt am: - 195 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Annie ist Kunststudentin und könnte kein langweiligeres Leben haben.
Nachdem allerdings eine neue Mitbewohnerin in ihre WG zieht, beginnt sich alles zu verändern.
Nach diversen Abenteuern auf Parties, Neid, seltsamen Gefühlen und Schmetterlingen im Bauch scheint Annie Welt zusammenzubrechen... und das nicht nur aufgrund dieser mysteriösen neuen Bekanntschaft!

Teil Eins (Kapitel Eins bis Drei):
http://www.testedich.de/quiz49/quiz/1497120660/Deep-grey-Attack-on-Titan-AU-Mikaani-Fanfiction

Dieser Teil enthält die Kapitel Vier bis Sechs.

Nächstes Update am 20 Dezember! (ja, dauert noch lange. Sehr lange. Bitte habt Geduld! Bis Weihnachten habe ich noch so viel zu tun...)

Das Cover hat die Tumblr-Nutzerin thiefofstars gemalt, ihr könnt sie unter thiefofstars.tumblr.com supporten, wenn es euch gefällt!

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    „Du magst sie. Diese Mikasa“. Hitch stellte zwei Kaffeebecher auf die Theke, die Kunden verabschiedeten sich, die Türglocke läutete. Als mir dä
    „Du magst sie. Diese Mikasa“. Hitch stellte zwei Kaffeebecher auf die Theke, die Kunden verabschiedeten sich, die Türglocke läutete. Als mir dämmerte, was meine Kollegin damit sagen wollte, erstarrte ich. Unschuldig fragte ich: „Was willst du damit sagen?“.
    Es war nun zwei Tage her seit Sashas Party stattgefunden hatte, später Nachmittag und Hitch hatte mit mir Schicht im Sakura. Sie war meine beste Freundin seit der Mittelschule und studierte mit mir Kunst.
    „Naja, glaubst du man merkt nicht was für eine Atmosphäre zwischen euch herrscht? Ganz zu schweigen davon, dass du ganz offensichtlich etwas dagegen hast, dass Jean auf sie steht“.
    „Ach, was weißt du schon über solche Sachen“.
    Ein triumphierendes Grinsen erschien auf dem Gesicht der Blondine. „Du bestreitest es. Ein klares Anzeichen für...“. „Weißt du was, Hitch? Manchmal bist du echt unerträglich“.
    Ein weiterer Kunde trat ein und nahm in einer Ecke des Cafés Platz-ich nutzte die Gelegenheit und eilte zu ihm herüber um ihm unsere waldgrüne, mit Blumen bemalte Getränkekarte zu geben. Allerdings waren die gut zwanzig Sekunden die ich dafür brauchte nicht genug um meine Freundin von ihren unangenehmen Feststellungen abzulenken, denn sie wartete bereits begierig darauf, weiterzureden.
    „Gib´s doch zu!“. „Was soll ich zugeben? Ich darf daran erinnern, dass Reiner die Idee dazu hatte“. „Aber unangenehm scheint es ja keiner von euch gewesen zu sein“.
    Sie wartete auf meine Reaktion und ich starrte sie mit meinem eisigsten Todesblick an.
    Der Mann mit der Karte hatte eine Hand gehoben, was wohl heißen musste, dass er sich entschieden hatte. „Echt witzig, Hitch. Und nur um das klarzustellen, bloß weil ich jemanden mehr oder weniger unfreiwillig geküsst habe, muss das noch lange nichts heißen“. „Mehr oder weniger? Du gibst es also zu?“. Statt einer Antwort kam ein entnervtes Stöhnen meinerseits.
    Ich lief um die Theke herum, schlängelte mich zwischen den Tischen hindurch und nahm die Bestellung des schwarzhaarigen Kerls mit Undercut auf. Noch im selben Moment kam noch jemand herein-eine Frau mit rotblonden kurzen Haaren, die nur ein bisschen kleiner war als ich. Und ich bin ziemlich klein, keine 1,60 Meter.
    Sie ging zu dem Gast hinüber und setzte sich zu ihm an den Tisch. Schnell sagte sie: „Für mich bitte dasselbe wie für ihn!“. „Sicher“, knurrte ich.
    Hinter mir küssten sich die beiden zur Begrüßung und ich latschte, während ich mich noch fragte was das für ein seltsamer Start für ein Date war, zu Hitch hinüber. „Zwei schwarze Tees ohne Zusatz. Kein Zucker, keine Milch“.
    Hitch holte Teeblätter und begann die Getränke zuzubereiten.
    „Annie, ich kenne die beiden. Petra, sie studiert Anglistik und Germanistik und Levi studiert Chemie. Ich hatte keine Ahnung, dass sie zusammen sind“. „Wow? Interessant?“, sagte ich ironisch. Es ist wirklich erstaunlich wie gerne Hitch tratscht.
    Aber ich war froh dass die beiden aufgetaucht waren und unser Gesprächsthema in eine andere Richtung gedreht hatten.
    Plötzlich fühlte ich etwas in meiner Hosentasche vibrieren-jemand rief mich an.
    Wenn Yumi schon wieder mit dem Auto irgendwo hängengeblieben ist..., schwor ich mir, werde ich nicht wieder ihren Wagen zur nächsten Tanke schieben!.
    Aber es war nicht Ymir, sondern Tina.
    Sie war die Frau mit der mein Vater ausgegangen war, seitdem meine Mutter bei meiner Geburt starb. Sie war ganz in Ordnung.
    „Hitch, ich muss kurz in die Küche, es könnte wichtig sein“.
    Ich verschwand in dem kleinen Raum den wir die „Küche“ nannten, in dem wir Reserve Vorräte aufbewahrten und uns in unsere Betriebs-shirts umzogen und ging ran.
    Ich verlies den Raum bis zum Ende meiner Schicht in fünfzehn Minuten nicht mehr und als Hitch begann, sich Sorgen um mich zu machen, fand sie mich aufgelöst am Boden hocken und bekam mich mit keinem schönen Wort mehr auf die Beine.


    Zwei Tage zuvor.
    „Das sieht doch cool aus, oder?“. Ymir drehte sich vor dem Spiegel. Anders als wir anderen, die unsere Party Kleidung noch schnell irgendwo gekauft hatten, hatte die sommersprossige Marokkanerin sich eine Kombination aus weißem, bauchfreien Trägertop, Hotpants und einer langen Kette an der ein Traumfänger hing zusammengewürfelt.
    Ich hatte meine zwei silbernen Piercings eingesteckt, die weiter oben an meinem Ohr gestochen worden waren, nachdem ich eine Wette auf der Highschool verloren hatte, und meine Haare wie üblich zurückgebunden. Dazu schwarze Kniestrümpfe, ein paar Oxford Schuhe, ein roter Rock und ein weißer Pollunder über einem Flannelhemd.
    „Ymir, bist du dir sicher dass du nicht frieren wirst? Das ist ein Sommerhaus, kaum isoliert und keine Heizung. Und alt“.
    „Ich friere nie. Hast du mal meine Beinbehaarung gesehen?“.
    „Annie hat schon recht“, kicherte Historia, die gerade aus ihrem und Ymirs Schlafzimmer kam. Ihr Partyoutfit ähnelte meinem, allerdings sah sie darin irgendwie sehr niedlich aus, während ich-obwohl ich kaum größer war als sie-irgendwie wie eines dieser Skateboard Kids aussah. Trotz Oxford Schuhen und Pollunder. Naja, egal.
    „Mikasa?“, rief Ymir vom Badezimmer in Richtung der Zimmertür der Neuen. „Biste dann auch soweit?“.
    „Klar“.
    Die Tür ging auf und Mikasa trat auf den Gang. Einen Moment lang herrschte Stille. Es war keine Stille die man erwartet hätte, wenn etwas unvorstellbar peinliches geschieht. Es war eine Stille, in der jeder Gelegenheit hatte, seinen weit offenen Kiefer zu richten.
    Als Mikasa wiederum alle fragend anstarrte: „Wollen wir dann gehen, oder?“ .
    Die Schwarzhaarige trug tiefroten Lippenstift, der ihr Gesicht noch heller erscheinen lies als es ohnehin war. Ihren Hals schmückte eine schlichte Silberkette und sie hatte ein knielanges rotes Kleid und schwarze Netzstrümpfe an.
    Sie sieht umwerfend aus.
    Als mir meine eigene Wortwahl peinlich wurde, fühlte ich mir die Röte ins Gesicht steigen.
    „Nanü“, brach Ymir schließlich die Stille. „Wir gehen doch nicht etwa auf einen Ball ohne dass ich es weiß?“.
    „O Yumi, im Gegensatz zu dir weiß Mikasa sich zu kleiden. Sie sieht genial aus!“, bemerkte Historia mit einem breiten Lächeln.
    „Lasst uns gehen, sonst kommen wir noch zu spät“, warf die Halbasiatin ein und ihr war anzusehen, dass sie solch eine Aufmerksamkeit nicht gewohnt war.
    Und so gingen wir das Treppenhaus hinunter-Historia eine Schachtel mit Nutellakuchen vor sich her tragend und Mikasa etwas langsamer als die anderen, da ihre neuen Sohlen nicht auf den Stufen abrutschen durften.
    Wir quetschten uns in Ymirs winzigen Gebrauchtwagen und fuhren los in Richtung der Adresse, die Sasha uns zusammen mit der Einladung geschickt hatte. Wie letztes Jahr feierten wir im Sommerhaus ihrer Tante, das ungefähr eine halbe Stunde Autofahrt außerhalb der Stadt lag. Als wir von der Autobahn auf eine breite Landstraße bogen, begann es bereits dunkel zu werden und schließlich war es zappenduster zwischen den Bäumen am Rand des Weges, ehe wir die Riesenhütte erreichten.
    Dumpfe Musik dröhnte durch die geschlossenen Wagentüren zu uns durch und wir warfen uns noch schnell Jacken über, ehe wir ausstiegen.
    „Krasse Stimmung“, stellte Mikasa fest, nachdem sie sich umgesehen hatte-und sie hatte Recht. Zwischen den Bäumen waren Lampions aufgehängt worden, die den Vorgarten des Hauses in buntes Licht tauchten. An einem Lagerfeuer röstete ein Haufen Jugendlicher in unserem Alter Marshmallows und durch die weit offenstehende Haustür konnte man eine volle Tanzfläche sehen.
    Es schien so als hätte Sasha tatsächlich den halben Abi-Jahrgang eingeladen.
    „O, dort drüben ist Sasha!“, rief Ymir und deutete zur Veranda, wo Sasha sich munter mit Jean unterhielt.
    „Kleine Erinnerung noch, dass wir spätestens gegen zwei nach Hause fahren und jeder der noch bleiben will sich eine andere Mitfahrgelegenheit suchen darf“, warf Historia ein und wir gingen zu den beiden herüber.
    Sasha begrüßte uns mit ihrem strahlendsten Lächeln. „Wie schön, dass ihr kommen konntet! Und Hisu, du bist ein Engel, so viel Aufwand hättest du dir wegen des Kuchens doch gar nicht machen müssen!“. „Aber er schmeckt allen, also war´s das wert...“.
    Während wir uns umarmten und ihr einen schönen Geburtstag wünschten, fiel mir etwas Unangenehmes auf.
    Jean-der etwas abseits getreten war um dem Geburtstagskind die Bühne zu überlassen-starrte etwas zu lange auf Mikasas... nun ja, alles von ihr. Als wolle er sie von oben bis unten scannen.
    Irgendwas in meinem Bauch sagte mir, dass mich das unheimlich wurmte. Ich hatte keine Ahnung warum, aber ich trat ihm trotzdem ins Sichtfeld.
    Perversling.
    Wir zerstreuten uns ein wenig und während Mikasa erstmal allen vorgestellt wurde, gesellte ich mich zu meinen Freunden Bertolt und Reiner nach innen.
    „Wie ist die Neue?“, begrüßte mich Reiner. „Dir auch einen Guten Tag. Lange nicht gesehen. Und sie ist in Ordnung“.
    „Jean scheint sie jedenfalls zu mögen“. Er unterdrückte ein Lachen und ich zuckte die Achseln
    „Kann sein“. Kann die Pferdefresse eigentlich einen noch größeren Hehl daraus machen, was er wirklich von ihr will?
    Ich schnappte mir einen Plastikbecher und goss mir Cola ein.
    „Habt ihr in meiner Abwesenheit irgendjemand neues kennengelernt? Eine Freundin, vielleicht?“.
    Reiner nahm einen tiefen Atemzug und fasste sich dramatisch an die Brust. „Meine eine und einzige ist und bleibt Historia“. „Die bereits vergeben ist“. „Und doch schlägt mein Herz nur für sie“.
    Nun mischte sich der introvertierte Bertolt ein. „Reiner, nun tu doch nicht so. Es ist jetzt ein Jahr her seit sie dich abserviert hat. Und es gibt genug Auswahl hier und eigentlich überall wo du hinsiehst“.
    „Hmhm“. Ich nickte spaßeshalber. „Wer könnte deiner Football-Player Figur schon wiederstehen“.
    „Historia, zum Beispiel?“. „Schon mal an irgendjemand anders gedacht als sie?“, versuchte ich von der kleinen Blondine abzulenken „Wen denn zum Beispiel? Eren etwa?“.
    „Wer ist das?“.
    Bertolt erklärte schnell: „Jeans neuer Mitbewohner. Ziemlich Hitzköpfig. Als wir mit ihm, Jean und seinem Freund Armin in eine Bar gegangen sind, haben sie sich in die Haare bekommen. Ziemlich“.
    Er wandte sich an Reiner: „Das eine Mal als ihr euch geprügelt habt hättet ihr glatt als streitendes Pärchen durchgehen können“.
    Ich kicherte.
    Jetzt wurde mein blonder Freund sichtlich unruhig. „Na gut. Wie wäre es wenn ich Eren zu einem Paartanz ausführe?“. „Klingt gut. Oh, da ist er ja schon!“, stellte ich hämisch fest. Ich hatte eigentlich scherzen wollen, da ich Eren noch nie gesehen hatte, aber tatsächlich standen offenbar Eren und jemand der Armin sein konnte, in der Ecke uns gegenüber. Als Reiner mir einen fragenden Blick zuwarf gab ich ihm das erbarmungsloseste Pokerface das ich aufsetzen konnte.
    „Nur zu. Es war deine Idee“, forderte ich ihn auf.
    „Hoffen wir mal, dass er schon genug Bier getrunken hat“, murmelte mein schlaksiger Kumpane mir zu, als Reiner bereits auf die zwei zuging.
    „Wen von den zweien meinst du?“, wollte ich wissen. „Beide“, antwortete er. „Denn das wird sehr seltsam werden und ich glaube nicht, dass irgendeiner der Beteiligten sich später daran erinnern will“.
    Wir beobachteten wie die drei jungen Männer sich eine Weile unterhielten, als Bertolt plötzlich vorschlug, rauszugehen.
    Da es trotz Dauerbelüftung durch die Haustür und die sperrangelweit offenen Fenster ziemlich muffig hier drin war, nahm ich an und wir verschwanden durch die Hintertür.
    Irgendjemand knutschte gerade zwischen den Bäumen herum und als das bunte Licht von drinnen auf die zwei fiel, ploppten sie schnell auseinander und stoben wie vom Wolf gejagt in Richtung Vordertür davon.
    „Kennst du die?“, fragte ich. „Nö. Aber irgendwie kennt nichtmal Sasha sie alle, von daher...“.
    Wir spazierten ein wenig im Kreis und ich hakte mich bei ihm unter, während wir über dies und jenes redeten. Studium, Vorlesungen und Lernmethoden waren die Hauptthemen. Bertolt war ein Streber und ich tat gerne auch mal so als ob, selbst wenn ich vergessen hatte, das Statuenbuch zu ende zu lesen.
    Irgendwann-nach einer Viertelstunde vielleicht-hockten wir uns einfach auf die Betonstufe vor dem Hintereingang und quatschten weiter.
    Bis er einen Arm um mich legte.
    An sich habe ich nichts gegen Körperkontakt, vor allem nicht unter Freunden-aber in diesem Moment hatte ich das Gefühl, dass Bertolt versuchte mir zu vermitteln, dass es nicht unbedingt eine freundschaftliche Geste war, sondern etwas ganz anderes, was mich mit einem Mal ganz unangenehm frösteln lies, obwohl mir nicht kalt war.
    „Bertie?“. „Hm?“. „Was... machst du da?“.
    Er tat ganz überrascht. Ich hasse es, wenn Leute sich vor mir verstellen.
    „Tut mir leid“. Er lies schnell los und ich konnte nicht anders, als ein bisschen von ihm abzurücken und meine Knie wie einen schützenden Käfig vor meiner Brust anzuwinkeln. Es herrschte plötzlich Totenstille.
    Ich fühlte mich ganz seltsam. Klar, ich mochte Bertolt echt gern, aber wollte ich sowas?
    Mit einem Mal hatte ich eine Vision vor Augen, wie ich und er das Pärchen waren, das wir vor kaum einer halben Stunde beim rummachen aufgeschreckt hatten. Ein Schauder lief mir über den Rücken und ich fühlte eine Spannung zwischen uns beiden steigen, die kaum überbrückbar war.
    Als ein paar Sekunden später jemand ums Haus gelaufen kam und schrie: „Da seid ihr ja! Kommt, wir spielen Wahrheit oder Pflicht!“, fühlte ich unheimliche Erleichterung in mir aufkeimen.
    „Sind wir nicht schon zu alt für sowas?“, fragte ich Ymir, denn sie war es gewesen, die mich gerettet hatte. „Man ist nie für etwas zu alt“, erklärte die sommersprossige Marokkanerin und wir folgten ihr in den Vorgarten.
    Ich stellte mich zu den anderen in eine Art Halbkreis um den bereits angetrunkenen Armin, der erkoren worden war die erste Aufgabe zu stellen und sichtlich verloren wirkte.
    „Also... gibt es irgendwen der nicht mitspielen will?“. Keiner meldete sich.
    „Ok, dann mache ich den Anfang... Wahrheit oder Pflicht an...“. Sein Blick wanderte über die gut sechzig Gesichter im Kreis.
    „...Jean“. Erwartungsvolles Gemurmel und Gekicher zog durch die Gruppe und ich fühlte mich wieder fast wie auf der Grundschule, wo wir als Aufgabe Türrahmen und Fenster und Wasserhähne abknutschen mussten. Und noch einige andere Dinge die im Jugendheim gerade in Reichweite waren.
    Ich lehnte mich zu Ymir hinüber und sagte: „Trinkspiel: für jede Pflicht-Aufgabe die was mit Knutsche zutun hat müssen wir einen Schluck Bier trinken“.
    „Klingt gut. Aber mach lieber drei Schlucke“.
    Wir besorgten uns die Getränke und stellten uns etwas abseits. Tatsächlich erstaunte es mich, dass meine Flasche noch eine ganze Weile unberührt blieb-obwohl es genug Grund gab, auf die Dummheiten der anderen Gäste anzustoßen.
    Nachdem Mikasa in ihren Pumps einen improvisierten Stepptanz vorgeführt, Reiner sich oben ohne mit Softdrinks bespritzen lassen und Jean an einem der umstehenden Bäume eine erstaunlich gute Strip-Vorführung veranstaltet hatte schmerzte den meisten bereits der Bauch vor lachen.
    Irgendwie hatten die Anderen vergessen, dass wir existierten, da wir etwas abseits standen, doch als Reiner nach einer unangenehmen Frage, mit welchem Lehrer er am ehesten eine Affäre haben würde (was zwei Schluck Bier setzte, weil uns langsam langweilig wurde), wurde schließlich ich aufgerufen.
    „Hmm.... Pflicht“, entschied ich mich.
    Reiner grinste. „Eigentlich erstaunt es mich, wie lange man dieses Spiel ohne irgendwelche spontanen Knutscheinlagen fortsetzen kann“.
    Ich hört wie Ymir neben mir die Flasche ansetzte.
    „...deswegen erhältst du hiermit die Ehre Mikasa einen Zungenkuss zu geben“.
    Stille trat ein.
    Ich suchte unterbewusst nach Mikasas Reaktion und sah, dass ihr Gesicht inzwischen fast so rot geworden war wie ihr Kleid. Irgendwie erinnerte sie mich an eine Tomate.
    Bertolt warf plötzlich ein: „Waren Zwischenmenschliche Aufgaben nicht gegen die Regeln?“. Er klang fast entrüstet. Oder etwa.... neidisch? Wieder sank mein Magen auf Kniehöhe. „Gibt es bei diesem Spiel irgendwelche Regeln?“, versuchte ich abzulenken.
    „Lass einfach machen“, erwiderte Mikasa. Inzwischen war ihr Gesicht wieder auf Normalzustand geschrumpft und sie blickte mich erwartungsvoll an, als wäre ihr wieder alles gleich.
    Ein verlegenes Gekicher ging durch die Reihen und am lautesten war Ymir.
    „Alter, wenn das einer von euch filmt und ich euch drankriege!“, knurrte ich und das Lachen wurde lauter, die Handys blieben aber verschwunden.
    Ich ging zu der Schwarzhaarigen hinüber und zuckte die Achseln. „Ist doch bloß ein Kuss“.
    Und ich küsste sie. Ich hatte noch nie jemanden selbst geküsst und es fühlte sich seltsam an, aber ich musste mir deswegen auch keine großen Gedanken machen, denn es war schneller vorbei als ich dachte. Denn ich stolperte und wir fielen beide um.
    Irgendwer lies eine Konfettibombe über uns hochgehen und alle klatschten und lachten plötzlich als hätten wir irgendein Kunststück vollbracht.
    Verlegen rappelte ich mich auf und reichte meiner neuen Mitbewohnerin die Hand.
    „Du bist ganz kalt“, stellte Mikasa nüchtern fest.
    „Meine Hände?“.
    „Dein Mund auch“.
    Ich fasste mir unterbewusst an die Lippen. Tatsächlich war meine Haut ein wenig kühl und als ich sie mit meiner Zunge befeuchtete schmeckte ich ihren Lippenstift. Wie eingefrorene Erdbeeren. Ich merkte, dass sie mich beobachtete und fragte mich ob ich trotz der Stolpereinlage eine gute Küsserin war. Hatte sie mich überhaupt zurückgeküsst? Oder waren wir zu schnell umgekippt? Warum machte ich mir eigentlich so viele Sorgen darüber?
    Keiner hatte unseren knappen Wortwechsel mitbekommen und als der Trubel sich legte stellte ich Historia irgendeine belanglose Frage über ihren ersten Kuss, um eine Entschuldigung zum trinken zu haben.

    2
    -Dies ist nur eine Preview-

    Ihr Mund war kalt. Fror sie denn gar nicht?
    Interessante Gedanken die man beim ersten Kuss so hat, fuhr es mir durch den Kopf. Naja, was man denn den ersten Kuss nannte. Natürlich hatten Eren, Armin und ich als Kinder mal probiert wie sich das anfühlt weil wir drei damals wirklich alles miteinander gemacht haben-jedenfalls fast alles-aber das hier war dann doch etwas ganz anderes. Ob es gut war wusste ich nicht so richtig und ich hatte auch nicht richtig die Gelegenheit dazu es herauszufinden.
    Annie lehnte sich zu weit vor und wir beide stürzten zu Boden. In einem Regen aus bunten Papierschnipseln half der kleine Yeti mir auf und ich fühlte mir erneut die Röte ins Gesicht steigen. Rasch blickte ich zu Boden.
    „Du bist ganz kalt“.
    „Meine Hände?“.
    „Dein Mund auch“, fügte ich etwas leiser hinzu.
    Ich war mir gar nicht sicher ob sie mich durch das dämliche Gejubel der anderen verstehen konnte, aber sie fasste sich tatsächlich an die Lippen, an denen ich einen blassen Schimmer meines Lippenstifts hinterlassen hatte.
    Hatte sie wenigstens ein bisschen Spaß dabei gehabt? Ich hatte ja selbst keine Ahnung was ich davon halten sollte.
    Nachdem ich zu Eren und Armin zurückgekehrt war und sie mir einen Plastikbecher mit undefinierbarem Inhalt gereicht hatten, entschied ich, dass es gut gewesen war. Wenigstens hatte sie nicht versucht mich anzusabbern, denn dann wäre sie aus einem ganz anderen Grund umgekippt.
    Annie selbst war mit Ymir und einem ansehnlichen Haufen Bierflaschen irgendwohin verschwunden, während ich und mein Bruder über Jean herzogen: er beleidigte so ziemlich alles an ihm was nicht niet- und nagelfest war und ich nickte und „hmhm“-te hin und wieder, während ich ein oder zweimal an meinem Becher nippte.
    Und das undefinierbare Zeug war stark. Ich hatte kaum die Hälfte des Einwegbehälters geleert, als mir selbst das Stehen bereits etwas... schwer viel. Ich würde am nächsten Tag Kopfschmerzen haben, das war so sicher wie... ja was eigentlich?
    Wir hockten uns also hin und beobachteten weiter das Treiben der anderen. Irgendwann lehnte Armin sich an meine Schulter und döste weg, Eren begann eine verbale Auseinandersetzung mit Jean, der mich wohl bloß irgendwas hatte fragen wollen, und ich starrte einfach in der Gegend herum. Den Rest meines höchstwahrscheinlich hausgemachten Cocktails kippte ich in eine Blumenvase. Am nächsten Tag waren die Pflanzen wahrscheinlich nur noch verdorrte, braune Stängel.
    „Hey!“, klang einige Minuten später plötzlich eine vertraute Stimme zu mir rüber. Historia? Ja. Der kleine, blonde Fleck am anderen Ende des Gartens konnte Historia sein.
    Wie betrunken war ich eigentlich, wenn ich sie nur noch als solches erkennen konnte?
    Als sie bei mir war erkannte sie meine Lage sofort. Sie trieb irgendein Sitzkissen auf, auf dem sie Armins Kopf drapierte und half mir mit beiden Händen, aufzustehen.
    Kaum war ich auf den Beinen begann sich für einige endlose Sekunden alles um mich herum zu drehen und ich schwankte wohl ein wenig, denn meine neue Freundin schaltete schnell und half mir nach drinnen zu gehen. Oder viel mehr zu schwanken.
    „Himmel, Mika, was hat man dir den in den Drink gemischt?“, scherzte sie nervös und bugsierte mich zu den Toiletten. Es waren Heimtoiletten, dementsprechend gab es keine Kabinen und wir quetschten uns mit mehreren anderen die entweder am Kotzen oder Schminken waren in einen kleinen Raum mit einem winzigen Waschbecken und einer Badewanne in die irgendwer einen riesigen Berg Leuchtstäbchen gekippt hatte.
    Wir hockten uns mitten hinein und die ganze Welt schien plötzlich nur noch aus glühendem Zeugs zu bestehen.
    „Was.... warum sind wir noch einmal hierher gegangen?“, säuselte ich gedankenversunken, während ich ein grünes Leuchtstäbchen zwischen Daumen und Zeigefinger drehte. Historia zuckte die Achseln. „Es ist eh bald Zeit zum Abfahren und wenn du in der zwischenzweit kotzen musst sind wir gleich am richtigen Ort“, erklärte Historia und lächelte. Wenigstens glaubte ich das. Mir schwirrte der Kopf. Als würde das Bild vor mir langsamer laden als die Geräusche um mich herum.
    Die Tür schwang erneut auf und spülte zwei weitere Umrisse in den Raum.
    „Yumi, da bist du ja! Und du hast getrunken! Wer soll jetzt fahren!“, regte Historia sich auf. Ihre Freundin hickste statt einer Antwort und hockte sich zu uns in die Wanne. Als sie Hisu auf ihren Schoss zog beruhigte sie uns: „aber Hisu, du trinkst doch eh nie. Du kannst fahren“, nuschelte es hinter der kleineren hervor. „Das wir aber auch immer vollkommen besoffen von Partys zurückkommen müssen“, grummelte diese.
    Ich hatte gar nicht bemerkt, dass Ymir Annie im Schlepptau gehabt hatte. Im Gegensatz zu ihrer Begleitung konnte sie noch richtig sprechen und schien sich im Griff zu haben.
    „Keine Sorge ihr drei, ich bin auch noch bei Bewusstsein“.
    Sie schenkte mir einen interessierten Blick. „Aber du wirst morgen definitiv einen brummenden Kopf haben“, lachte sie schließlich und ich zuckte die Achseln.
    „Wenn du meinst“. Ich bekam einen Schluckauf und musste mir von ihr aufhelfen lassen, damit ich ein paar Schlucke aus dem Wasserhahn trinken konnte.
    „Also ich muss schon sagen“, merkte Ymir an. „Das euer Rumgeknutsche ja schon recht unspektakulär war“.
    Es dauerte ein paar Sekunden ehe ich schaltete, über wen sie redete. Annie schnaubte. „Was hast du denn auch erwartet? Das ich sie aufesse?“.
    „Nun, Reiner wollte einen Zungenkuss. Ihr aber habt einen auf Mittelschule gemacht und euch bloß gestreift“.

    -der Rest kommt, wenn er fertig ist-

article
1505309674
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Annie ist Kunststudentin und könnte kein langweiligeres Leben haben. Nachdem allerdings eine neue Mitbewohnerin in ihre WG zieht, beginnt sich alles zu verändern. Nach diversen Abenteuern auf Parties, Neid, seltsamen Gefühlen und Schmetterlingen im ...
http://www.testedich.de/quiz50/quiz/1505309674/Deep-Grey-Attack-on-Titan-AU-Mikaani-Fanfcition-Teil-2
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2017-09-13
407LR
Attack on Titan

Kommentare (4)

autorenew

Subaru (58847)
vor 34 Tagen
Die Geschichte ist echt interessant 👍
Ich bin gespannt wie es weiter geht.😍 Ich hoffe es geht bald weiter.
LG Subaru ❣😘
Kiara Fenyx ( von: Kiara Fenyx)
vor 57 Tagen
Das fünfte Kapitel verspätet sich um zwei Tage, aber stört wahrscheinlich eh niemanden.
Kiara Fenyx ( von: Kiara Fenyx)
vor 77 Tagen
O, danke! :) Ich gebe mir Mühe!
Miharu (87758)
vor 79 Tagen
Das ist bis jetzt eine wirklich total gute Fanfivtion, ich bin wirklich begeistert :)