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In Worlds of Magic

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1 Kapitel - 9.984 Wörter - Erstellt von: Alexa2187 - Aktualisiert am: 2017-09-14 - Entwickelt am: - 460 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 3 Personen gefällt es

Eine, zugegeben, sehr lange Fanfiktion, über Kathrine Croft, ein außergewöhnliches Mädchen, die die Geschichte von Harry Potter vom Anfang bis zum bitteren Ende durchlebt.

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    "Potter, Black!", rufe ich laut, ziehe meinen Zauberstab aus meinem Haar, welches mir nun in großen, hellbraunen Wellen über die Schulter fällt und laufe auf die Rumtreiber zu. Sie ärgern schon wieder Severus und drehen sich jetzt endlich zu mir um. "Croft! Ich hab‘ mich schon gefragt, wie lange es noch dauert, bis du wieder Schniefelus verteidigst." James spöttischen Ton kenne ich schon und ignoriere ihn gekonnt. "Ach, du hast auf mich gewartet? Wie liebreizend und nett von dir." Sirius lächelt schelmisch. "Klar doch, nur für dich, Liebste!" "Hör bloß auf so zu grinsen! Und lasst Snape in Ruhe!" "Oh, beschützt du deinen Freund, Croft?" "Zwing mich nicht dich zu verhexen, Potter!", zische ich und meine grünen Augen blitzen. "Sollte ich jetzt Angst bekommen?" "Keine Ahnung...ich denke, das kommt ganz drauf an, ob du jetzt den Fluch von Severus nimmst oder nicht!" Er lacht gestellt. Er weiß, dass ich ebenfalls ein 'O' in VgddK habe und nicht davor scheue, einen von ihnen einen Fluch aufzuhalsen. Langsam senkt er den Zauberstab und dreht sich zu Severus um. "Krone, willst du jetzt wirklich aufgeben?" Jetzt ist es Sirius, dem ich meinen Zauberstab direkt an's Kinn halte. Auch er hat seinen auf mich gerichtet. "Leute, wollen wir vielleicht einfach aufhören und uns einigen, dass ihr euch voneinander fernhaltet, Tatze und Kate?" "Akzeptiert, wenn sie aufhören andere Schüler zu ärgern." "Schniefelus hat es verdient, okay?" Ich verdrehe die Augen. Die beiden sind ein hoffnungsloser Fall... Ich schiebe Sirius und James einfach zur Seite und löse der Zauber, der auf Snape liegt selbst auf. "Impedimenta!" "Protego!" Den Fluch wehre ich ab und drehe mich zum Angreifer um. "Wag es nicht noch einmal mich anzugreifen, Black!" Severus rennt sofort weg und auch die Zuschauer werden weniger. "Ach komm...!" Sirius stößt mich an der linken Schulter leicht zurück und ich zucke zusammen. Ich will gerade etwas erwidern, da bemerke ich Remus' entsetzten Blick und folge ihm: an meinem Arm läuft Blut entlang! Oh nein... Deshalb hat es so geschmerzt. Schnell wische ich es weg und renne zurück ins Schloss. Hoch in den Gryffindorturm und in meinen Schlafsaal. Ich ziehe mein T-Shirt aus und betrachte die Wunde. Zum Glück ist sonst keiner hier, sonst hätte ich jetzt Erklärungsnot...In meiner Zaubertranksammlung suche ich nach etwas Diptam, um den Schnitt zu heilen. Wo ist es nur? Ah, da, jetzt aber schnell. Ich träufle etwas von der Essenz auf die blutenden Stellen, die von meinem Hals, über die Schulter bis an den Oberarm reicht. Ich verziehe das Gesicht, da Diptam zwar schnell wirkt, aber ziemlich brennt. Die Wunde schließt sich langsam und mein Gesicht entspannt sich. Es klopft an der Tür. Schnell verstaue ich alle Fläschchen wieder in meinem Schrank und ziehe mir mein T-Shirt wieder über. Ich gehe zur Tür, doch schlage sie gleich wieder zu, als ich sehe, wer dasteht. "Hey, warte! Bitte, kann ich reinkommen?" Sirius öffnet die Tür von außen und schielt zu meinem Arm. "Nein!" "Bist du okay?" "Ja und jetzt geh! Wie kommst du überhaupt hier hoch?" "Remus hat..." "Ich bring ihn um...", knirsche ich hervor. Als Vertrauensschüler hat er natürlich Zugang zu den Mädchenschlafsälen. Er rührt sich nicht von der Stelle. Im Gegenteil, er kommt in den Schlafsaal und setzt sich auf mein Bett links von mir. "War ich das?" Ich versuche auf dumm zu machen. "Was?" "Na, du hast geblutet!" "Ich weiß nicht, was du meinst." "Ach komm schon, jeder hat das Blut an deine Arm gesehen. Also war das meine Schuld?" Ich seufze. "Die Verletzung hatte ich schon vorher. Du hast sie nur wieder zum Bluten gebracht." "Zeig mal her!" "Nein, warum sollte ich?" Er verdreht die Augen. "Woher kam die Wunde denn?" "Ist doch egal...", nuschle ich leise. "Nein, mir ist es nicht egal. Remus auch nicht.", fügt er hinzu und ich drehe mich zu ihm um und sehe in seine grauen Augen. "Du denkst, du hast eine schlimme Familie, stimmt‘s? Du glaubst, DU hast es schwer, aber du weißt gar nichts! DU weißt nicht wie es ist, richtig schlecht behandelt zu werden, zu Dingen gezwungen zu werden, die nicht in Ordnung sind.", sprudelt es aus mir hinaus. "Und du weißt es?" "Ich wünschte nicht...aber du hast keine Ahnung! Sie zwangen mich andere Menschen, meist Muggel zu foltern, oder gar umzubringen, aber ich habe nie auch nur einen der unverzeihlichen Flüche verwendet. Dir schreien sie, Blutsverräter' hinterher, tja mir einen Crutiatus-Fluch." Sirius reißt die Augen auf und mir treten Tränen in die Augen. Stopp! Ich werde jetzt bloß nicht emotional! Ich schiebe das Oberteil von meiner Schulter und gebe Sirius freie Sicht auf den Schnitt. Scharf zieht er die Luft ein. "Das hier ist eine nette Erinnerung...an meine Mutter! Sie hat mich gehasst, aber mein Vater noch viel mehr. Ich war immer schon das einzige Gryffindor-mädchen, das einzige ihrer Kinder mit Mitgefühl und Loyalität. Ich bin ausgezogen! Vor einem Jahr, da war ich 14!", sprudelt es alles aus mir hinaus. Ich habe das noch nie jemand anderen außer Alice, meiner besten Freundin, erzählt. Und jetzt weiß es ... Black! Außgerechnet... warum musste ich genau bei ihm die Fassung verlieren! "Du erzählst das keinem, oder?" "Soll das ein Witz sein? Man du wurdest gefoltert! Weiß Dumbledore davon?" "Nein! Bei Merlin, nein!" "Sollte er aber! Deine Eltern müssen bestraft werden!" Ich greife nach meinem Zauberstab und sage laut und deutlich: "Obliviate!" Für einen Moment schaut Sirius ins Leere, dann blinzelt er einige Male. Als er merkt, dass ich ihn anschaue, fragt er: "Tut mir leid, hast du etwas gesagt?" "Äh nein... nein...du wolltest nur eigentlich gerade gehen..." "Oh...ja klar. Tut mir leid. Also Ciao." Er steht auf und geht. Hat es funktioniert? Keine Ahnung! Hoffentlich wurden keine anderen Erinnerungen gelöscht...oh, verdammt!
    Alice betritt den Schlafsaal und ich will ihr gerade erzählen, was passiert ist, da fängt sie an zu reden. "Du, Sirius hat unten ganz komischen Zeug geredet, von wegen er wäre gerade in unserem Schlafsaal gewesen und hat keine Ahnung, wie er da reingekommen ist, oder was er hier wollte." "Gut, dann hat es funktioniert." "Was funktioniert?" "Es hat angefangen zu bluten und... naja er wollte sehen, ob ich okay bin, da bin ich aus meiner Haut gefahren und naja hab ihm von meiner Familie erzählt und so. Er wollte es Dumbledore erzählen, da hab‘ ich sein Gedächtnis gelöscht..." Alice lässt sich neben mir auf's Bett fallen und sagt: "Wollen wir hoffen, dass der Zauber nicht zu viel gelöscht hat..." "Ja, wollen wir's hoffen..."
    Alice geht dann auch bald wieder, weil sie noch einen Wahlkurs belegt hat, der heute stattfindet. Das Abendessen lasse ich heute ausfallen, ich hab‘ so wie so keinen Hunger. Und auch keine Lust, Remus und den anderen den Blutzwischenfall zu erklären...Ich beschließe mich, meine Zaubertranksammlung zu sortieren, was eine Weile dauert, nach der ich mir dann ein Buch schnappe und lese. Es ist ein Buch über einen Metamorphmagus, der sich entschlossen hatte jeden Tag anders auszusehen. So war sie montags immer blond mit grünen Augen, hatte mittwochs eine schwarze Kurzhaarfrisur und so weiter... Ich muss schmunzeln bei dem Gedanken, das auch tun zu können, aber die Zaubergemeinschaft mag Metamorphmagi nicht so gerne...sie werden eigentlich ausgestoßen. Ja, ich bin ein Metamorphmagus, aber nur Alice weiß darüber Bescheid. Sie ist anders als die meisten Schüler in meinem Alter. Wir sind schon seit dem ersten Jahr hier in Hogwarts, meinem Zuhause, befreundet. Sie versteht mich und sie mag mich, so wie ich bin.
    Inzwischen ist es Abend geworden und auch Alice und die anderen Mädchen aus meinem Schlafsaal haben sich schlafen gelegt, nur ich bin noch wach. Es wundert mich eigentlich, dass man aus dem Gemeinschaftsraum keinen Partylärm mehr hört. Normalerweise lassen die, Rumtreiber' wie sie sich nennen, jeden Freitagabend eine Fete steigen, aber heute scheinen sie keine Lust dazu zu haben. Ich gehe noch mal sicher, dass die anderen alle schlafen, dann schleiche ich mich aus dem Schlafsaal. Tatsächlich ist im Gemeinschaftsraum von Gryffindor niemand mehr aufzufinden...kein Wunder...der Vollmond steht schließlich schon hoch am Himmel. Ich schlüpfe durch das Portraitloch und mache mich auf den Weg in den Wald. Ich liebe es, dort einen kleinen Nachtspaziergang zu machen. Natürlich ist mir bekannt, dass man nachts das Schloss nicht verlassen soll, aber was wäre ein Leben ohne Risiko? Im Schatten der hohen Bäume verwandle ich mich dann in meine Animagusgestalt. Es ist ein großer, weißer Wolf mit flauschigem Fell. Langsam gehe ich tiefer in den Wald hinein. Ich kenne mich hier relativ gut aus, schließlich ist das nicht das erste Mal, dass ich durch den verbotenen Wald streife. Ich erreiche nach einiger Zeit eine kleine Lichtung und will gerade aus dem Dunklen treten, da erkenne ich Umrisse. Sie stammen von einem Hirsch und einem ... Hund, die auf der Lichtung stehen. Was bei Merlins Bart tun ein Hirsch und ein Hund zusammen bei Vollmond auf einer Waldlichtung? Plötzlich tritt noch ein weiteres Geschöpf aus dem Schatten. Es ist ein Werwolf!
    Sofort schrecke ich zurück, doch ich laufe nicht weg. Die Neugierde hat mich gepackt und ich will unbedingt wissen, wer das ist! Der Werwolf streift knurrend über das Gras. Ist es ein Schüler von Hogwarts? Oder doch ein Lehrer! Aber nein… das kann nicht sein… oder doch?
    Der Hirsch und der Hund sind dann Animagi, wie ich oder was? Sie legen sich hin, um sich auszuruhen und auch ich mache es mir hier im Schatte gemütlich. Man, ich will jetzt verdammt noch mal wissen, wer das ist!
    Gelächter reißt mich aus dem Schlaf. Ich bin bei der Observation wohl doch eingeschlafen… Ich richte meinen Wolfskörper auf und erkenne vier Jungs auf der Lichtung. Der Himmel ist rot und die Sonne offenbar gerade aufgegangen. Als ich genauer hinsehe, erkenne ich die Jungen… es sind Potter, Black, Pettigrew und … Remus! Bei Merlin! Jetzt schlendern sie auf mich zu und ich verkrieche mich im Unterholz. „Ist doch alles gut gegangen, Moony, reg dich ab!“ Remus zuckt mit den Schultern. „Das macht mich echt verrückt, dass ich mich an nichts erinnern kann!“ James legt ihm die Hand auf die Schulter. „War alles bestens!“ Peter grinst und zeigt seine ekligen Vorderzähne. Moment mal… REMUS kann sich an nichts mehr erinnern? Dann…also das bedeutet, ER…ist der Werwolf! Und ich dachte immer, er ist der einzig normale unter den Rumtreibern… Langsam wird es heller. Ich sollte auch lieber ins Schloss zurückkehren… Als ich das Ende des Waldes erreicht habe, verwandle ich mich wieder in einen Menschen. Ich schleiche in den Turm und schlüpfe schnell durch das Portraitloch und betrete den Gemeinschaftsraum. Dort allerding sitzen die Vier und sehen mich etwas verwundert an. „Wo warst du denn?“, fragt Sirius und Remus sieht leicht ängstlich aus, doch ich starre ihn nur leicht entsetzt an und gehe schnell hoch in meinen Schlafsaal. Ich kann’s immer noch nicht glauben… Er soll ein Werwolf sein? Das ist bestimmt nicht einfach für ihn… es würde auch erklären, warum er immer so ernst ist. Ich kenne ihn ja eigentlich nicht so gut. Manchmal haben wir uns in der Bibliothek gesehen und dann zusammen gelernt, aber sonst…
    Nach dem Frühstück haben wir Zaubertränke. Es eigentlich mein Lieblingsfach, aber heute hab‘ ich nicht wirklich Lust darauf. Links von mir ist Alice, aber rechts neben mir ist noch ein Platz frei. Plötzlich wird eine Tasche an eben diesen Platz geschleudert und jemand stellt seinen Kessel neben meinen. Es ist ein Mädchen mit langen, roten Haaren. Ich glaube, ihr Name ist Lily. Normalerweise sitzt sie hinten neben Severus, aber es sieht so aus, als hätten sie sich wieder gestritten. „Hey, kann ich hier sitzen?“, fragt sie höflich. „Ja, klar. Ich bin Kathrine.“ Ich strecke ihr die Hand hin und sie ergreift sie lächelt. „Lily Evans, danke.“ Der Unterricht beginnt und Slughorn labert viel zu lang. Sieht so aus, als würden wir heute leider nur Theorie machen… Immer wieder drehe ich mich nach rechts hinten, wo Remus sitzt. Er sieht ziemlich erschöpft aus, kein Wunder, nach so einer Nacht… Seine Gesichtszüge sind ernst und konzentriert. Oh man, er tut mir wirklich leid! Es muss schwer sein, ein so großes Geheimnis mit sich herumzutragen, jeden Tag und dann, einmal im Monat verwandelt er sich in etwas, das er nicht kontrollieren kann. In diesem Zustand würde er töten. Wie viel Angst wird er wohl um seine Freunde haben? So wie ich ihn kenne, hat er da niemals zugestimmt, aber Sirius und James sind halt stur wie noch was…
    Lily stößt meinen Arm. Schnell drehe ich mich wieder um. „Bezoar.“, flüstert Lily mir leise zu. Slughorn sieht mich erwartungsvoll an und unsicher sage ich: „Bezoar?“ Der Lehrer nickt zufrieden. „Richtig, Miss Croft. Bezoar ist ein…“ „Danke!“, flüstere ich und Lily nickt nur. Wieder drehe ich mich zu Remus, da bemerke ich, dass Sirius mich beobachtet. Ich richte meinen Blick auf ihn und er zieht fragend eine Augenbraue hoch. Ich tue es ihm gleich und er verdreht die Augen. Dann dreht er sich zu James und sagt ihm etwas ins Ohr. Ich richte mich nach vorne und wende mich dem Unterricht zu. Was auch immer Black wollte, es kann nicht wichtig sein… also dann, Bezoar…
    Nach dem Unterricht, gehe ich in die Bibliothek. Lily und ich haben uns verabredet, um gemeinsam einen Aufsatz für Kräuterkunde zu schreiben. Da sie noch nicht da ist, suche ich allein schon mal ein paar Bücher, aus dem denen wir die Informationen bekommen könnten. Dabei entdecke ich Remus, der alleine an einem Tisch sitzt und liest. Etwas unsicher setz ich mich zu ihm. „Hey!“, mache ich auf mich aufmerksam. Erst jetzt sieht er auf und bemerkt mich. „Oh hi. Hab‘ dich gar nicht bemerkt…“ „Macht nichts. Was liest du da?“ „Ach nichts.“ Schnell lässt er das Buch in seiner Tasche verschwinden und fragt: „Was machst du hier?“ „Ich warte auf Lily. Wir wollten Kräuterkunde machen.“, antworte ich. „Ah.“ Ich vernehme Getuschel hinter mir und drehe mich um. Da steht Sirius mit James und Peter. Ich verdrehe die Augen. Remus hat sie auch bemerkt und steht auf. „Ähm sorry, aber ich muss los, die anderen warten auf mich.“ „Hab ich gemerkt… Ciao!“ „Hm. Ciao!“ „Na endlich, Moony.“, meint James ungeduldig. Moony, was für ein ironischer Spitzname… „Bin ja jetzt da, Krone.“ Krone…Krone…ein Hirsch und ein Hund… Klar! Dann ist James der Hirsch…passt auch zu ihm, schließlich ist sein stolz mehr als ausgeprägt. Und Peter soll dann der Hund sein? Nein, zu ihm passt schon eher eine Spinne oder so etwas. Sirius? Ich weiß zwar nicht, was Sirius mit dem Hund gemeinsam hat, außer, dass er schwarz war und das ist ja bekanntlich sein Nachname, aber sonst… ist ja auch egal…
    *Zeitsprung* nächster Vollmond (Samstagabend)
    /Lily und ich sind inzwischen eigentlich ziemlich gute Freunde geworden und sie hat sogar beschlossen in unseren Schlafsaal umzuziehen, weil bei uns eh noch ein Bett frei war. Wenn man genau hinsieht, merkt man schon irgendwie, dass Remus Angst vor diesem Tag hat/
    Es wird schon dunkel draußen. Armer Remus, muss alles jetzt wieder durchleben…Ich würde ihm ja gerne beistehen, aber ich habe keine Lust Black und Potter von meiner Animagusgestalt zu erzählen, also sitze ich hier auf meinem Bett und sehe aus dem Fenster. Außerdem bin ich ja auch nicht seine beste Freundin, vielleicht würden die mich sogar verpfeifen, weil ich nicht registriert bin… Alice hat wieder ein Date mit Frank und wird vermutlich ziemlich spät wiederkommen, also bin ich allein im Schlafsaal.
    - Einige Zeit später im verbotenen Wald -
    „Krone, bleib lieber ein Hirsch!“, aber James hat seine Animagusgestalt schon aufgehoben. Schlagartig dreht der Werwolf sich um „Okay Pad, jetzt läuft es gewaltig schief!“ Die Kreatur heult laut und geht dann auf James los. Sofort greift der Hund ein und hält den Werwolf in Schacht. Er knurrt einmal laut und verpasst dem Wesen einige Schrammen auf die Schnauze. Dabei belässt er es aber nicht und es kommt zu einem blutigen Kampf, die der Hund schließlich gewinnt. Der Werwolf geht zu Boden und krümmt sich zusammen. „Pad!“, schreit James, der sich neben ihn gekniet hat. „Er ist ohnmächtig!“ Der Hund verwandelt sich in seine Menschengestalt und gesellt sich zu den beiden. „Wow, Sirius, du hast ihn richtig erwischt.“ Aus einem tiefen Kratzer quer über den Bauch läuft viel Blut. „Das sieht nicht gut aus.“ Auch Sirius ist nicht unverschont geblieben, doch er ist nur leicht verletzt. „Weißt du noch einen Heilzauber?“, fragt dieser nun, doch James schüttelt den Kopf. „Nein, Mist! Ich hab‘ auch keinen Zauberstab hier… Geh und hol Kathrine!“ „Was?“ „Sie ist in allem gut! Hast du sie mal zaubern sehen?“ „Aber sie hasst uns, warum sollte sie uns helfen?“ „Remus hasst sie nicht!“ „Aber wenn sie mir nicht glaubt?“ „Boa jetzt geh endlich Sirius!“ „Okay…“
    - Im Schloss -
    Alice ist, als sie zurückgekommen ist, sofort ins Bett gefallen…aber ich kann nicht schlafen. Wie lange der Mond wohl noch scheinen wird? Hoffentlich geht es Remus soweit gut. Ich verlasse leise den Schlafsaal und gehe in den Gemeinschaftsraum und rolle mich auf dem Sofa zusammen. Ich glaub es zwar nicht, aber vielleicht kann ich ja hier schlafen… Plötzlich kommt jemand durch den Tunnel und streicht sich die Haare aus dem Gesicht. Es ist Sirius. „Kathrine?“, fragt er vorsichtig und ich richte mich sofort auf. „Ein Glück, dass du hier unten bist!“ „Was willst du, Black?“ „Ich brauch deine Hilfe! Remus… er ist verletzt.“ „WAS! Wo ist er?“ „Im Wald. Kannst du ihn heilen?“ „Vielleicht… was für Wunden hat er?“ „Bisswunden und tiefe Kratzer.“ „Ok, du wartest hier, klar?“ Er nickt. „Beeil dich!“, ruft er mir hinterher, als ich zu den Mädchenschlafsälen gehen. Ich sprinte die Treppen hoch und öffne dann leise die Tür. Schnell greife ich nach einer Jacke und stecke meinen Zauberstab und etwas Diptam hinein, dann komme ich schon wieder in den Gemeinschaftsraum. „Ich hab‘ alles. Bringst du mich zu ihm?“ Sirius stimmt zu und ich folge ihm in den Wald. Er rennt. Ich renne. Äste peitschen mir ins Gesicht, aber es ist mir egal. Nach einiger Zeit bleibt er stehen und sieht sich um. „Black? Was tust du?“ Keine Antwort. „Hast du dich jetzt verlaufen, oder was?“ „Ich könnte sie suchen, aber dafür müsste ich …“, murmelt er vor sich hin. Etwas lauter sagt er dann: „Also gut, hör mir zu, ich… nicht erschrecken, aber ich…bin ein Animagus.“ Leicht genervt erwidere ich: „Ja und?“ „Ich müsste mich verwandeln, um zu schauen, wo Remus ist.“ „Ja dann tu‘s doch bitte!“ Ungeduldig laufe ich hin und her. Er ist ziemlich verdutzt, verwandelt sich dann aber und beginnt, nach Remus und James zu schnüffeln. Wusste ich doch, dass er der Hund ist. Sirius bellt und folgt einer Fährte. Ich versuche ihm zu folgen, aber als Hund ist er definitiv zu schnell für mich. Er hat mich fast abgehängt, da bleibe ich kurz stehen und atme tief durch. Ich muss mich verwandeln! Also tue ich das und springe dem Hund hinterher. Er bleibt bei James stehen und legt seine Animagusgestalt ab. „Wo ist sie?“ „Kommt gleich…“ Die beiden staunen nicht schlecht, als statt mir ein großer, weißer Wolf aus dem Dickicht kommt und sich neben Remus stellt. Er ist wirklich übel zugerichtet. Ich verwandle mich zurück und hole meinen Zauberstab aus der Jackentasche. Entgeistert starren die Jungs mich an. „Was? Denkt ihr, ihr seid die einzigen Regelbrecher, die zu so was im Stande sind?“ Ich knie mich hin und sehe mir die Wunden genauer an. „Du warst das, stimmt‘s?“ Sirius sieht zu Boden. „Er hat mich beschützt. Ich hab‘ mich zurückverwandelt und naja… war eine blöde Idee.“, sagt James. „Also gut, er atmet noch, aber er hat viel zu viel Blut verloren. Verdammt, wir hätten schneller sein müssen!“ Ich öffne die Diptam-flasche und träufle etwas von der Essenz aus die Wunden, dann richte ich mich wieder an James. „Potter, er braucht einen Blutbildenden Trank, sobald er sich zurückverwandelt hat. Ich weiß nicht, ob er es bis dahin schafft, aber mehr kann ich jetzt auch nicht machen. Slughorn hat so was vielleicht, also gehst du ins Schloss und suchst in seinem Labor, okay?“ „Alles klar!“, antwortet er und schon ist er in der Dunkelheit verschwunden. Ich drehe mich wieder zu Remus um und beginne mit meiner Jacke das Blut von seinem Wolfskörper zu wischen. „Ich bin froh, dass du gekommen bist.“, sagt Sirius nach einiger Zeit. „Ja, ich auch.“ „Wie lange bist du schon ein Animagus?“ „Ungefähr ein Jahr. Ich hab‘ es zuhause gelernt. Ihr?“ „Erst seit kurzem. Wir haben das mit Remus‘, Krankheit‘ rausgefunden und uns dann beigebracht, uns in Animagi zu verwandeln, um ihm beistehen zu können. Darf ich es einmal sehen?“ „Was? Ich bin doch kein Pausenclown, der…“ Ich sehe Sirius‘ Bettelblick und muss lächeln. „Wenn ich jetzt, ja‘ sagen, dann wird sich das in dein Hirn einprogrammieren und du wirst das immer versuchen, wenn du etwas von mir willst.“ Er grinst. „Was sollte ich in Zukunft denn von dir wollen?“ Ich verdrehe die Augen. „Bitte?“ Fast schon genervt stehe ich auf. „Na gut…“, sage ich langgezogen und verwandle mich. Sirius betrachtet meine Gestalt genau und staunt nicht schlecht über das weiche, glänzend weiße Fell. Schnell verwandle ich mich wieder zurück und setze mich wieder. Erst jetzt bemerke ich, dass auch er einiges abbekommen hat und ich ziehe wieder meinen Zauberstab. „Was wird das jetzt?“, fragt er, als ich zu ihm rutsche und mit dem Stab direkt auf seine Nase ziele. „Ich heile deine Nase, falls du nichts dagegen hast.“ „Ach was, ist doch nicht schlimm.“ Ich ziehe eine Augenbraue hoch und er verdreht die Augen. „Aber ich hab‘ natürlich nichts dagegen.“ Ich muss schmunzeln und räuspere mich. „Episkey!“ und sofort entfernt sich das Blut. „Danke!“ Eine Weile schweigen wir, dann fragt er: „Glaubst du, er kommt durch?“ Er nickt zu Remus. „Ich hoffe. Wenn Potter den Trank findet…Ohne den müsste er sofort in den Krankenflügel und dann haben wir … naja ein Problem.“ Wieder herrscht Stille. Mir fallen fast die Augen zu, da kommt James wieder. „Ich hab‘ ihn gefunden!“ Er reicht mir ein Fläschchen und setzt sich zu uns. „Super!“, erwidere ich müde. Ich wäre beinahe eingeschlafen, wenn der Werwolf nicht auf einmal angefangen hätte, leicht zu winseln. Ich beuge mich über seinen grauen Körper. „Er ist aufgewacht!“, stellt Sirius fest „Ach was?“, gebe ich zurück. Er zuckt mit den Schultern. James will den Trank nehmen und dem Tier einflößen, doch ich halte ihn zurück. „Ich kenne mich mit der Wirkung nicht so gut aus. Es könnte sein, dass der Trank nur bei Menschen wirkt. Wir sollten bis zu seiner Zurückverwandlung warten.“ Ich sehe ihn entschuldigend an und er lässt die Schultern fallen. „Es dauert ja nur noch ein paar Stunden…“ Die Jungs nicken und ich rutsche zu einem Stein. Darauf lege ich meinen Kopf und kurze Zeit später bin ich auch schon eingeschlafen.
    „Croft? Kathrine, hey.“ Ich blinzle und blicke in haselnussfarbene Augen. „Moin Potter…“ Ich richte mich auf und sehe kurz in den Himmel. Es ist kurz vor der Morgendämmerung. Sirius schläft noch. Ich sehe zu dem Werwolf, der zusammengekrümmt im Gras liegt. „Black? Aufwachen!“ Ich rüttle ihn wach und sieht mich verschlafen an. „Morgen.“ „Ja, guten Morgen, Black! Also gut sobald er wieder ein Mensch ist braucht er sofort den Trank. Potter?“ Er nickt. „Remus muss ihn so schnell wie möglich trinken. Wir zwei müssen helfen ihm auf die Beine und stützen ihn. Wir müssen schnell wieder zurück ins Schloss. Alles verstanden?“ Die beiden bestätigen.
    Die Verwandlung erfolgt und zum Glück läuft alles nach Plan. Remus, immer noch etwas verwirrt, stolpert mir Sirius und mir als Stütze durch den Wald. James geht voran und zeigt uns den Weg. Erst jetzt erkennt der Verwundete mich. „Kathrine? Was? Wie…?“ „Später Remus, später!“ So kommen wir schließlich in Hogwarts an und schleichen leise zum Portrait der fetten Dame. „Du liebe Güte. Macht ihr schon wieder verbotene Ausflüge? Und dann gibt es auch noch Verletzte dabei…Nun gut…Ich werde es niemand erzählen, aber wenn das noch einmal Verletzte bringt, dann seid ihr schneller in Dumbledores Büro, als ihr denken könnt! Also dann… Passwort?“ „Everatona.“ Wir treten ein und legen Remus auf das Sofa. Er will sich aufrichten, doch ich drücke ihn bestimmt wieder zurück. „Du bist noch ziemlich schwach. Ich werde mir eine Ausrede für dich einfallen lassen, damit dich später niemand in Hogsmeade vermisst, okay?“ „Ja, danke, aber warum warst du überhaupt da?“ „Ich denke, dass kann dir Black besser beantworten als ich. Also dann ... ich für meinen Teil, werde noch einmal ins Bett gehen. Es ist ja Sonntag und, der frühe Vogel‘ ist mir nicht halb so wichtig, wie mein Schlaf. Bis dann.“ Ich zwinkere Remus noch einmal zu und verschwinde dann im Mädchenschlafsaal. Lily und Alice schlummern noch friedlich vor sich hin und ich ziehe meine blutverschmierte Jacke in den Schrank. Dann schlüpfe ich unter meine Bettdecke und lasse meinen Kopf in das Kissen fallen. Was für eine Aufregung. Remus hat eigentlich gut überstanden. Er ist zäher als ich gedacht habe. Hoffentlich erzählt Black ihm keinen Unsinn von mir… Ich werde ihnen so wie so sagen müssen, dass ich sie letzten Monat beobachtet habe. Ich meine, Black hat richtig seltsam geglotzt, als ich keine Reaktion auf den Werwolf gezeigt habe. Und dass ich mich auch nicht gewundert habe, dass Remus nachts verletzt mitten im Wald liegt… Sirius‘ und James‘ Stelle würde ich mich auch wundern. Oh man, bei so vielen Gedanken kann doch kein Mensch schlafen! Außerdem ist es viel zu hell. Mein Bett ist direkt am Fenster und die Sonne ist inzwischen schon vollständig aufgegangen. Ich richte mich auf und schnappe mir einfach ein Buch. Es geht darin um Heil- Und Verteidigungszauber. Die Zeit vergeht und endlich höre ich ein Rascheln. Es kommt von Lilys Bett und tatsächlich: Sie ist aufgewacht. „Morgen Lily!“ Sie gähnt. „Guten Morgen! Wir viel Uhr ist es?“ „Ähm Moment… 8.11 Uhr.“ „Oh, danke.“ Sie reibt sich die Augen und steigt aus ihrem Bett. Wenn Lily jetzt schon wach ist, dann muss ich auch nicht mehr hier gammeln. Ich stehe auf und beschließe, kalt zu duschen. Danach ist die Müdigkeit wie weggepustet. Frisch gestylt gehe ich eine halbe Stunde später hinunter in den Gemeinschaftsraum. Sirius sitzt in einem der Sessel und steht auf, als er mich bemerkt. Schnell kommt er auf mich zu und sagt: „Hey, ich hab‘ noch eine Frage…“ „Schön und?“ „Warum hast du kein bisschen Reaktion gezeigt? Ich meine, du fandst es kein bisschen komisch, als ich dir gesagt habe, Remus liege verletzt im Wald. Dass ist ein…“ Er senkt die Stimme. „Ein Animagus bin, hat dich auch nicht überrascht und als du Remus in Werwolfsgestalt gesehen hast, schien es, als hätte du es nicht anders erwartet. Warum?“ Ich verdrehe die Augen. „Könnt ihr nicht einfach froh sein, dass ich mich nicht aufgeregt habe?“ „Nein! Remus wird noch verrückt, weil ich ihm gesagt habe, dass du es weißt. Und offenbar auch schon vorher wusstest.“ „Oh, ja. Ich wusste es schon vorher. Seit dem letzten Vollmond, weil ich euch da im Wald gesehen habe.“ So, jetzt ist es raus. „Du hast was?“ „Ich hab‘ euch gesehen. Als Werwolf und Animagi. Ich muss dann auch wieder los.“ Lily wartet schon genervt auf mich und ich sehe sie entschuldigend an. Ich drehe Sirius den Rücken zu und will zu ihr gehen, aber Black hält mich am Arm fest. „Du wusstest von all dem und hast es niemanden erzählt?“ „Ja… Ihr wärt von der Schule geflogen! Also nicht, dass mich das bei dir und Potter stören würde, aber Remus hat mir halt leidgetan.“ Ich entwinde meinen Arm aus seinem Griff und gehe zu Lily. „Sorry, ich weiß auch nicht, was Black für ein Problem hat…“ Zusammen verlassen wir den Gryffindorturm und gehen nach draußen zum See. Auf dem Weg dahin treffen wir auch Severus und er schließt sich uns an. Ich kenne ihn nicht so gut, aber er ist ein Freund von Lily, also ist es okay, wenn er bei uns ist.
    Der Sonntag vergeht wie im Flug und wir sind wieder in unserem Schlafsaal. Zusammen mit ein paar anderen Mädchen spielen Lily, Alice und ich, Pflicht oder Pflicht‘ und irgendwie sind alle schon ziemlich angetrunken. Sogar Lily konnte jemand drängen mal zu probieren und schwupps ist sie nicht mehr ganz bei sich. Sie dreht die Flasche und sie zeigt auf mich. „Pflicht oder flicht? Was für eine unnötige Wrage…“, lallt sie und ich verdrehe die Augen. „Ja echt unnötig. Ich nehme Pflicht.“ „Hm… schwierig, schwierig… ich hab’s! Küss Sirius!“ Ein breites Lächeln macht sich auf ihrem Gesicht breit. Ich reiße die Augen auf. Das hat mich jetzt wachgerüttelt. „WAS?“ „Küss Sirius! Morgen Nachmittag und es muss echt aussehen!“ ich lasse den Kopf hängen und stöhne. Na super…
    Der Unterricht ist vorbei und die Schüler stürmen aus den Klassenräumen. Mir graut es davor raus zu gehen, obwohl es tolles Wetter und für März ziemlich warm ist. Lily nimmt mich am Arm und zieht mich auf die Wiese. Ich setze mich in die Sonne und beginne mit den Hausaufgaben. Lily nervt mich die ganze Zeit, mit der, Sache‘, die ich noch zu erledigen habe. Als wir dann alles erledigt haben, kann ich es nicht mehr hinauszögern und Lily schubst mich in Richtung Rumtreiber. Black sitzt im Schatten eines Baumes und unterhält sich mit Potter. „Sirius?“ Meine Stimme hat einen zuckersüßen Unterton. Er dreht den Kopf und als er mich erkennt, steht er auf und kommt auf mich zu. „Ja?“ Ich sehe ihm tief in die Augen und mache noch einen Schritt auf ihn zu, lege meine rechte Hand in seinen Nacken und ziehe in zu mir, bis sich seine Lippen auf meine legen. Genießerisch schließe ich die Augen. Oh man, ich glaub mir wird schlecht… ich küsse gerade den mit Abstand arrogantesten Typen der ganzen Schule! Mal von James abgesehen… Wie sehr das sein verdammtest Ego stärken wird, wenn ich, mit Lily die einzige, die ihm Einhalt gebietet auf einmal so etwas abzieht. Okay… wie lange dauert so ein Kuss, damit er echt aussieht? Noch einen Moment…ich vergrabe meine linke Hand in seinen Locken. Gut, das reicht jetzt aber langsam. Ich versuche langsam mich zu lösen, doch Black hat seine Hände auf meine Taille gelegt und hält mich fest. Was soll das den jetzt? Jetzt beginnt er den Kuss zu erwidern und ich bin völlig überrumpelt. Verdammt! Wenn ich jetzt aufhöre, dann hat das mit echt aussehen gar nichts mehr zu tun. Endlich lässt er etwas lockerer und ich schiebe seine Hände von meiner Hüfte. Ich mache einen Schritt zurück und blinzle ihn an. Meine Mundwinkel zucken und ich muss mich echt zusammenreißen, um nicht los zu lachen, beim Anblick seines Gesichtsausdrucks. Schnell drehe ich mich um und verschwinde in einer Traube tuschelnder Mädchen. Weitgehend versuche ich die verwunderten Blicke der Rumtreiber und auch der umstehenden Schüler zu ignorieren und schnell nehme ich Lilys Hand und wir gehen zum See. Sie strahlt über das ganze Gesicht. „Und, küsst er gut?“ „Ganz falsches Thema!“, antworte ich und verdrehe die Augen. Sie zieht eine Augenbraue hoch und ich zucke mit den Schultern. „Kann schon sein…“ „Du kannst mir glauben, es sah klasse aus! Du könntest glatt Schauspielerin werden…und Sirius‘ Blick…“ „Ja, zugegeben, sein verdutztes Gesicht war wirklich amüsant. Oh man, er wird mich löchern mit Fragen und die anderen auch…“ Ich stöhne und Lily muss lachen. Ich falle mit ein und auch Alice gluckst leise, als sie sich zu uns gesellt. „Kate, das war genial! Hast du gemerkt, wie alle gekuckt haben?“ Sie prustet laut los und ich muss grinsen. Ja, es war schon irgendwie witzig, außer natürlich, dass ich Black küssen musste. Erst als wir am See angekommen sind, hören die anderen auf zu lachen und wir bleiben stehen. „Und was soll ich jetzt sagen, wenn mich jemand fragt, was das sollte?“ frage ich mit gehobenen Augenbrauen. Denn selbstverständlich gab es eine Regel, die besagt, dass ich nicht einfach zugeben kann, dass alles nur ein Spiel war… Unschuldig antwortet Lily: „Keine Ahnung…dir fällt dann schon was ein.“ Ich schnaube verächtlich, verdrehe die Augen und setze mich ins Gras. Lily legt sich neben mich und auch Alice kniet sich hin. Ich schließe die Augen und lasse den Wind durch meine Haare streifen. „Ach ja, eigentlich ist es doch ganz schön hier, oder? Ich meine, wenn wir kein Unterricht hätten, dann würde ich glatt hier wohnen wollen. Also im Prinzip wohne ich ja schon hier, aber ich meine so richtig…ach egal…“ Irgendwie kann ich mich im Moment nicht so richtig ausdrücken, aber Lily hat schon verstanden, was ich meine. „Ja, ich finde es auch schön hier. Ich meine die Burg und der See,“ „Der Wald und die Ländereien“, löst Alice sie ab und ich nicke. „Genau!“ Eine Weile Schweigen wir, da höre ich Schritte aus uns zu kommen. „Kathrine?“ Ich verziehe das Gesicht. Hätte ich mir das nicht noch einen Moment länger ersparen können? „Black!“ Ich stehe auf und drehe mich zu ihm, Auch Alice und Lily erheben sich. „Hey. Lily, wolltest du mir nicht noch etwas zeigen?“ „Hä, was…?“ „Na die Sache, die du mir noch zeigen wolltest!“ „Ach so ja klar…“ Die beiden zwinkern sich verschwörerisch zu und verabschieden sich dann. „Das meinst du… also bis dann, Kate!“ Und damit sind sie abgezischt. „Aber…“, rufe ich ihnen noch hinterher, doch sie laufen kichernd davon. „Was willst du?“, frage ich genervt. „Ja, fragen, was das sollte?“ „Dann frag doch!“, erwidere ich keck. Er verdreht die Augen. „Also, was sollte das?“ „Gar nichts…“ Ich schaue an ihm vorbei und erkenne, wie ein Kopf mit schwarzen Haaren hinter einem Baum verschwindet. Es war James! „Oh man, glauben deine Freunde echt, ich würde nicht bemerken, dass sie uns belauschen? Also ernsthaft, Leute ihr hattet schon bessere Ideen als sich hinter einem Baum zu verstecken!“ Sirius dreht sich um und ruft: „Krone, Wurmschwanz, lasst das! Wir seh’n uns im Gemeinschaftsraum.“ James und Peter kommen hinter der Eiche hervor und trotten davon. Sirius wendet sich wieder zu mir. „Okay also gar nichts“ „Ja!“ „Wegen gar nichts küsst man aber nicht seinen Feind.“ „Ach du bist mein Feind?“ „Man, du weißt doch, was ich meine. Oft genug zoffen wir uns allemal und du hast schon klargemacht, dass du mich uns James nicht ausstehen kannst.“ „Ich habe nie gesagt, dass ich euch hasse, aber eure Angewohnheit andere Schüler zu ärgern geht mir halt gegen den Strich!“ „Meine Güte, sag‘ mir einfach wieso!“ „Hab ich doch! Einfach so.“ Mit diesen Worten lasse ich ihn stehen und gehe. Ich betrete die Bibliothek und hoffe Lilys Rotschopf irgendwo zu erkennen und tatsächlich: zusammen mit Alice sitzt sie lachend an einem der Tische und ich hole mir einen Stuhl und setzte mich dazu. „Und? Was hast du ihm gesagt?“, fragt Alice. „Ich bin ihm um den Hals gefallen und hab ihm gestanden, dass ich unsterblich in ihn verliebt bin. Ganz gerührt hat er dann gesagt, dass er mich auch liebt und wir sind jetzt offiziell ein Paar.“, antworte ich mit leuchtenden Augen. Und mir blicken zwei geschockte, entsetzte und verwirrte Gesichter entgegen. „Hast du nicht gemacht!“, sagt Lily immer noch baff. Das reicht! Ich pruste laut los. „Nein, hab‘ ich nicht!“ Und Alice fragt: „Aber was hast du denn jetzt gesagt?“ „Gar nichts.“ „Und damit hat er sich zufriedengegeben?“ „Nein, natürlich nicht! Es ist Sirius Black, okay? Ich hab‘ ihn halt ein bisschen auf die Folter gespannt und bin dann weg gegangen.“ Alice lacht leise. „Du weißt aber schon, dass er nicht lockerlassen wird.“, meint Lily ernst und das Grinsen aus meinem Gesicht stirbt. „Ja, ich weiß.“
    Die nächsten Tage geht das immer so weiter… Ich verbringe möglichst wenig Zeit im Gemeinschaftsraum, oder in der Bibliothek, weil ich dort immer wieder nervige Fragen gestellt bekomme. Ich versuche dem einfach auszuweichen. Nach dem Unterricht bin ich meistens die erste, die das Klassenzimmer verlässt und nicht wie gewohnt aus die Wiese oder in die Bibliothek, sondern in den Schlafsaal gehe. Es ist lästig!
    Es ist Freitagmorgen und wir haben in der ersten Stunde Zaubertränke. Ich bin ein bisschen spät dran, um möglichst wenigen Schülern über den Weg zu laufen. Ich gehe um die Ecke und plötzlich greift jemand meinen Arm und ich werde unsanft gegen die Wand gedrückt. „Au!“ Ich will mir an den Kopf fassen, aber meine Arme werden festgehalten. „Das ist Kidnapping!“, rufe ich empört und blicke auf. Jetzt erkenne ich die Person 30 Zentimeter vor mir. „Black!“, zische ich und er muss lächeln. „Croft!“ „Das du so weit gehst, nur um Antworten zu bekommen…“ „Sag mir einfach was der verdammte Kuss bedeutet hat!“ „Bei Merlin, ich darf es dir nicht sagen… frag Lily, die kann dir mehr Antworten geben!“ „Warum Lily?“ „Frag sie einfach!“ „Ich will es jetzt wissen! Man, du machst mich echt verrückt! Weißt du, wie viele Leute mich schon gefragt haben, was da läuft? „Es läuft gar nichts zwischen uns, klar! Der Kuss hatte nichts mit dir zu tun! Wenn du mich jetzt bitte loslässt, ich würde gerne zum Unterricht gehen!“ Er lässt locker und schnaubt. Dann rauscht er ab in Richtung der Kerker. Nach kurzer Zeit folge ich ihm. Oh nein, was werden die anderen bloß denken, wenn Sirius und ich zu spät kommen? Ach verdammt! Als ich den Raum betrete, steht Sirius noch und Professor Slughorn scheint sich ziemlich aufzuregen. „…so spät sind, Mr. Black?“ Sirius dreht sich zu mir um, als die Tür ins Schloss fällt und Slughorn unterbricht seine Standpauke. „Oh, Miss Croft. Geht es ihnen besser?“ Verwirrt schaue ich zu Lily und Alice, die beide auf ihren Kopf deuten. „Ähm…ja, die…Kopfschmerzen“ Meine beiden Freundinnen nicken heftig, „sind weg.“ Der Lehrer lächelt und ich lasse mich auf meinen Stuhl fallen. „Nun zu Ihnen, Mr. Black, ich ziehe Gryffindor fünf Punkte ab, wegen Zuspätkommen und Sie werden selbstverständlich eine Zusatzarbeit…“ „Nein!“, falle ich ihm ins Wort. „Es war meine Schuld, Professor. Bitte, er hat mir geholfen, als ich zusammengebrochen bin. Bitte bestrafen sie ihn nicht.“ Sirius starrt mich entgeistert an und ich zucke mit den Schultern. „Stimmt das?“, fragt Sughorn und Sirius nickt langsam. „Na, wenn das so ist, werde ich natürlich von einer Strafarbeit absehen und keine Punkte abziehen. Im Gegenteil, zehn Punkte für Gryffindor wegen Hilfsbereitschaft und aufopferungsvollem Handeln.“ Grad noch einmal gut gegangen…
    Als die letzte Schulstunde um ist, packe ich meine Tasche und verlasse das Zimmer von VgddK. Ich laufe schon in Richtung Gryffindorturm, aber jemand packt mich am Arm. Ich setze gerade dazu an, Black klar zu machen, dass er mich in Ruhe lassen soll, doch es ist Remus. „Hey Kate, wollen wir später zusammen Hausaufgaben machen?“ Ich lasse die Schultern fallen. „Komm schon! Du warst die ganze Woche nicht in der Bibliothek. Lass uns doch wenigstens den Aufsatz für Slughorn schreiben.“ „Na gut, dann sehen wir uns in … sagen wir zehn Minuten in der Bibliothek, okay?“ „Super!“ Er lächelt mich an, lässt mich dann los und geht zu James. Remus hat ja Recht… ich kann mich nicht ewig in meinem Zimmer verkriechen… Lily kommt aus dem Raum und ich gehe zu ihr. „Hey Lily! Ich gehe in die Bibliothek mit Remus, okay?“ „Oh, klar! Ich sag’s Alice. Wir treffen uns dann später, du weißt wo…“ „Jap, bis dann.“ Ich zwinkere ihr zu und mache mich auf den Weg in die Bücherei.
    Ich trete ein und atme den Geruch von Pergament tief ein. Oh ich liebe Bücher! Wie habe ich es nur so lange ohne ausgehalten? Ich erkenne Remus etwas weiter hinten in der Bibliothek und will gerade auf sie zu gehen, doch er unterhält sich mit Black. Ich mache einen Schritt hinter ein Bücherregal, weil ich nicht will, dass er mich sieht. Ach egal! Ich trete wieder in den Gang und gehe auf Remus zu. Er sieht mich und unterbricht das Gespräch. Jetzt macht er Sirius auf mich aufmerksam und dieser dreht sich um. Als er mich erblickt, verabschiedet er sich von Remus, läuft wortlos an mir vorbei und verlässt die Bibliothek. Ich sehe ihm hinterher, zucke dann mit den Schultern und gehe zu Remus. Zur Begrüßung umarme ihn. Das hab‘ ich vorher noch nie gemacht, aber heute ist mir danach. Er ist auch erst verwirrt, drückt mich dann aber auch. „Hi!“, begrüße ich ihn. „Hey! Also hast du deine Sachen dabei?“, fragt er. „Wie? Wir machen jetzt etwas für die Schule? Hä, aber ich dachte…“ „Wir wollten doch den Aufsatz…“, beginnt er etwas verdutzt. Ich unterbreche ihn mit Lachen. „Nur ein Scherz, Remus. Also worüber sollten wir schreiben?“ Jetzt muss auch er lachen. „Du hast echt kein bisschen aufgepasst, oder?“ „Naja hör mal … ich bin kurz vor dem Unterricht zusammengebrochen!“, sage ich gespielt empört. „Ja, stimmt!“ Seine Stimme trieft vor Ironie. „Was genau ist eigentlich passiert?“ Ich stöhne. „Musst du auch noch damit anfangen?“ „Tatze wollte es mir nicht sagen. Keine Ahnung, er meinte nur, dass du ihn nicht leiden kannst.“ „Was? Das habe ich doch gar nicht gesagt! Es ist nicht so, dass ich ihn hasse. Es ist bloß, dass er immer andere Schüler, also vor allem Snape, ärgert, ist nicht okay!“ „Naja eigentlich fängt James ja meistens an, Snape zu ärgern.“ „Womöglich, aber er macht mit und hat seinen Spaß dabei…“ „Hm…naja, wollen wir anfangen?“ „Jip. Worum ging es?“
    Zwei Stunden später gehe ich nach draußen und treffe Alice am See. Sie läuft begeistert auf mich zu. „Hey, Kate! Du, die Termine für die Berufswahlbesprechung hängen aus. Warte, ich hab’s mir aufgeschrieben… Wir sollen in der Woche nach den Osterferien zu McGonnagall. Du bist am Dienstag um 14.30 Uhr dran.“ „Oh, okay, danke! Hast du dir schon überlegt, was du mal werden willst?“ „Nein, aber ich habe eine Menge Flyer dabei!“ „Cool, dann lass mal sehen!“ „Ja, sie sind unten in meiner Tasche. Komm! Lily wartet dort.“ „Hi, Kate!“, begrüßt sie mich und ich lasse mich neben ihr ins Gras fallen. „Habt ihr den Propheten gelesen?“ „Ne, was ist den passiert?“, frage ich. „Hier!, Anthony Gregor, Anne Sherbourg und Jessica Newlines spurlos verschwunden! Diese drei muggelstämmigen Zauberer und Hexen werden seit zwei Wochen vermisst. Man vermutet, dass sie entführt wurden. Die Familien sind in Angst und Trauer!‘ Das ist doch echt krass!“, liest Lily vor. „Ja, allerdings!“, bestätigen Alice und ich synchron. Ich muss schmunzeln, doch dann befasse ich mich wieder mit dem Artikel.
    In der nächsten Woche erscheinen immer wieder Anzeigen von vermissten Muggeln und Muggelstämmigen… außerdem gab es einen Anschlag auf ein Café in der Winkelgasse. Die Täter wurden noch nicht gefasst. Es ist Sonntag und morgen beginnt die letzte Woche des Trimesters. Dann geht es in die Osterferien.
    *Zeitsprung* Berufsberatung (Dienstagnachmittag)
    „Nun, Croft, haben Sie sich schon einmal überlegt, was Sie nach der Schule machen möchten?“, fragt McGonnagall und es klingt ziemlich nach einem Standartsatz, muss ich sagen. „Natürlich, Professor! Ich bin mir allerdings noch nicht sicher. Ich würde gerne Aurorin werden, oder eine Ausbildung zur Heilerin machen. Ob ich aber tatsächlich im St.-Mungos arbeiten will, weiß ich nicht.“ „Interessant. Also egal für was Sie sich entscheiden, würde ich Ihnen definitiv ein Utz in Zaubertränke und Zauberkunst empfehlen. Ich möchte aber, dass Sie wissen, dass keine dieser Ausbildungen einfach ist. Ah, hier sehe ich, dass sich die restlichen Utz-Erwartungen ebenfalls relativ gut decken. Sie brauchen sowohl für den Beruf Heiler, als auch den Beruf Auror Utze in Verteidigung gegen die dunklen Künste und Verwandlung. Bei all den Prüfungen dürfen Sie nicht einmal unter die Note, Erwartungen übertroffen‘ sein. Um Heilerin zu werden müssen Sie außerdem noch das Fach Kräuterkunde belegen. Das kann ich ihnen aber auch für die Aurorenausbildung empfehlen.“ „Das passt ja prima! Vielen Dank Professor!“ Schnell kritzle ich mir die Namen der Fächer, die ich belegen will auf ein Blatt Papier und erhebe mich von meinem Stuhl. „Schön, wenn ich ihnen helfen konnte, auf Wiedersehen!“, verabschiedet sie mich. „Auf Wiedersehen!“ Ich verlasse das Büro und strahle in mich hinein. Es passt perfekt! In Zaubertränke und VgddK habe ich im Moment ein, O‘. Es sind ja auch meine Lieblingsfächer. Und der Rest der Fächer fällt mir auch relativ leicht. Ich bin so wie so in keinem Fach schlechter als, E‘
    „Und, welche Fächer nimmst du?“, fragt mich Alice einige Zeit später im Innenhof. „ich hab‘ VgddK, Zauberkunst, Verwandlung und Kräuterkunde.“ „Ich auch, bis auf Kräuterkunde. Ich hab‘ stattdessen … genommen. Aber sonst sind wir für die Utz überall zusammen nächstes und übernächstes Jahr!“ Sie strahlt und legt ihren Arm um mich. „Das heißt, wenn ich die ZAGs gut genau sind. Ich muss mich in Verwandlungen echt anstrengen!“ „Ja, wir schaffen das schon. Ich helf‘ dir gerne bei Verwandlung, wenn du willst.“ „Danke, Kate!“
    *Zeitsprung* ZAG-Prüfung VgddK
    Wieder lese ich mir meine Antworten durch, doch ich kann einfach keinen Fehler finden. Mit der Bearbeitung der Fragen bin ich schon ewig fertig und ich warte auf das Prüfungsende. Ich lasse meinen Blick durch die große Halle wandern. Ein Platz neben mir sitzt Remus. Er starrt mit gerunzelter Stirn konzentriert auf das Fragenblatt. Links vor mir hat Sirius die Arme hinter dem Kopf verschränkt und ist mit dem Stuhl etwas von seinem Tisch weggekippt, sodass er nur noch auf zwei Beinen steht. Das Mädchen hinter ihm beobachtet ihn mit glasigen Augen, worauf ich nur die Augen verdrehe. Zwei Plätze links von ihm sitzt Alice. Sie schaut gelangweilt auf den Boden vor ihrem Tisch. Peter hingegen kaut nervös auf seinen viel zu langen Fingernägeln herum und scheint verzweifelt nachzudenken. Jetzt dreht Alice sich um und ich zwinkere ihr zu, als Flitwick ruft: „Federn weglegen, bitte! Das gilt auch für Sie, Stebbins! Bitte bleiben Sie sitzen, während ich ihre Pergamente einsammle. Accio!“ Ich hebe den Arm vom Tisch, sodass auch mein Pergament nach vorne fliegt. „Vielen Dank…vielen Dank! Nun gut, Sie dürfen jetzt alle gehen!“ Ich springe von meinem Stuhl auf, schnappe mir den Fragebogen und laufe zu Alice. „Und?“, frage ich. „Ich fand es eigentlich ganz gut. Frage 17 habe ich nicht ganz verstanden.“ Ich blättere in den Prüfungsbogen und beginne die Frage vorzulesen: „Welcher…“ Ich werde von Lily unterbrochen, die auch zu uns stößt. „Hi, Leute! Wie fandet ihr die Prüfung?“ „Eigentlich ziemlich einfach.“, antworte ich. Wir treten auf das Gelände. „Lass uns wieder zum See gehen! Mir ist es hier zu warm.“, schlägt Alice vor. „Gute Idee!“ Wir gehen hinaus zum Wasser und ich schmeiße meine Tasche auf den Boden. Dann ziehe ich meine Schuhe aus und steige barfuß in den seichten, kühlen See. Alice tut es mir gleich. Ich beuge mich zum Wasser und spritze sie ein bisschen nass. „Das du es wagst meine Klamotten zu ruinieren…“, beschwert sie sich in übertrieben bedrohlichen Ton. Ich pruste los und falle ihr lachend um den Hals. „Ich liebe es hier!“ „Ja, es ist wunderschön! Tja, bald sind Ferien… meine Eltern haben mir übrigens geschrieben, dass du uns gern wieder besuchen kannst.“, erzählt Alice. „Danke, aber ich will euch keine Arbeit machen.“ „Das tust du nicht. Meine Mum mag dich so gern, du könntest glatt die ganzen Ferien bleiben.“ „Nein!“, sage ich bestimmt. „Nein! Das ist zu viel Aufwand. Ich komm dich besuchen, vielleicht ein oder zwei Wochen, okay?“ „Na gut, aber ich schreib dir!“ Ich zucke mit den Schultern und wir stapfen aus dem Wasser, um uns auf das Gras zu legen. Ich schließe die Augen und lass die Sonne auf mein Gesicht scheinen.
    Plötzlich höre ich ein lautes Rufen: „Du machst mich KRANK!“ Ich fahre herum. Das war eindeutig Lily! Ich hab‘ gar nicht gemerkt, dass sie gegangen ist… ich sehe eine Traube Schüler und zische: „Potter!“ Sofort stehe ich auf und renne wütend den Hügel hinauf „Kate, Kate, warte!“ Alice hält mich am Arm fest. „Deine Haare…“ Verdammt! Ich sehe meine Haarlängen an. Sie sind rot…Feuerrot! Schnell schüttle ich den Kopf und sie werden wieder braun.
    Ich drängle mich durch die Zuschauerreihen und sehe, wie Lily verärgert wegrennt. Ich suche Alice‘ Blick und nicke zu Lily. Sie versteht und folgt ihr schnell in das Schloss. Ich richte mich an James. „Wer will sehen, wie ich Schniefelus die Unterhose ausziehe?“, sagt dieser gerade entzürnt. „Niemand, Potter!“ Severus häng kopfüber an einem Baum. James verdreht die Augen. „Croft…“ Er richtet den Zauberstab auf mich. Verdammt! Meiner liegt noch untern bei meinen Sachen „Hör mir erstmal zu, okay? Nur weil Lily dich abblitzen lässt, heißt das nicht, dass du deine Wut an Snape auslassen darfst! Weißt du, sie könnte dich sogar mögen…sie verabscheut dich nur, weil du glaubst jeden verhexen zu können!“ Für einen Moment scheint er zu überlegen und das nutze ich. Ich mache einen Bodengang nach hinten, wobei ich ihm mit dem Fuß den Zauberstab aus der Hand schlage. Diesen fange ich dann wieder auf, als ich auf den Füßen stehe. „Expelliarmus!“ und auch Sirius‘ Zauberstab fliegt zu mir. Die beiden sehen sich verdutzt an und ich hebe den Fluch auf Severus auf. Er fällt auf den Boden und ich reiche ihm die Hand. Doch er nimmt sie nicht an und zischt nur: „Lass mich in Ruhe, Blutsverräterin!“ Diese Bemerkung ignoriere ich und werfe Sirius und James ihre Zauberstäbe wieder zu. „Nur so ein Tipp, Potter. Auroren solltet ihr Zwei besser nicht werden.“ Remus schmunzelt und ich zwinkere ihm zu. Offenbar findet er es amüsant, wie Potter und Black mal zurechtgewiesen werden. Ich drehe mich um, hole meine und Alice‘ Sachen und gehe dann ins Schloss. Wo würde Lily hingehen? Bibliothek? - Nein, zu viele Leute. Schlafsaal? -Auch nicht. Sie ist nicht die Art von Mädchen, die sich unter der Decke verkriecht… Vielleicht auf den Astronomieturm… Ich sprinte also die Treppenstufen zur Aussichtsplattform hoch und finde Lily tatsächlich mit Alice auf dem Turm. Etwas außer Atem frage ich:“ Was ist passiert?“ „Severus, er hat … ich wollte ihm helfen, aber er hat mich Sch... Schlammblut genannt.“ Ich schlage die Hand vor den Mund und lege dann meinen Arm um sie. „Vielleicht hat Potter ja Recht…“, nuschelt sie. „Hat er nicht! Egal, was Snape getan hat, gibt Potter nicht das Recht ihn zu verletzen!“ „Hmm“ Nach einiger Zeit löse ich mich aus der Umarmung. „Wir haben jetzt noch Verwandlung…“ Alice stöhnt. „Ach komm, du schaffst das!“, ermutige ich sie. „Dann lasst und gehen…“, murmelt Lily und geht zur Treppe. Ich zucke mit den Schultern und folge ihr.
    *Zeitsprung* 7. Jahr in Hogwarts (Juni)
    „Du hast WAS?“, rufe ich entsetzt. „Ich hab‘ zugesagt…“, wiederholt Lily verlegen. „Aber… POTTER! Ich … du hast dich wirklich in ihn verknallt, oder?“, frage ich mit einem Seufzer. Sie sieht mit geröteten Wangen zu Boden. Ich fahre mir durchs Haar. „Das ist so klischee!“ „Vielleicht, aber er hat versprochen, dass er aufhört andere zu verhexen…“ „Okay, dann gehst du halt mit James nach Hogsmeade. Ich werde schon eine andere Beschäftigung finden…“ „Alice?“ Ich ziehe spöttisch eine Augenbraue hoch. „Na was denkst du denn…sie geht natürlich mit Frank!“ „Hmm… und wenn du einfach mit uns mitkommst?“ „Nein danke, aber ich habe keine Lust, euch beim knutschen zuzuschauen!“ Paff! Ein Kissen landet in meinem Gesicht. Ich schnappe es mit und werfe Lily damit ab. „Ich werd‘, glaub‘ ich Remus fragen. Wir können ja zu zweit abhängen.“ Jetzt ist es Lily, die neugierig eine Braue hebt. „Was? Man wird ja wohl noch als Freunde ein Butterbier trinken gehen dürfen!“
    Ich gehe runter in den Gemeinschaftsraum und geselle mich zu den Jungs auf die Couch. Inzwischen komm ich ganz in Ordnung mit ihnen klar, zumindest lang genug, um mich mit Remus zu verabreden. „Croft! Na, was machst du am Wochenende?“, fragt Sirius. „Ich weiß zwar nicht, was dich das angeht, aber ich gehe nach Hogsmeade.“ „Ah…“ „Ja, ah… Hey Remus, ich wollte eigentlich nur fragen, ob du vielleicht mitkommen willst.“ Er blickt von seinem Buch auf. Dann sieht er zu Sirius, der uns beide verwundert anschaut. Schließlich antwortet er: „Ähm ja klar! Wieso nicht…“ „Cool, dann, sagen wir 14 Uhr?“ „Jip geht klar!“ Ich steh auf und will mit Lily in die große Halle zum Essen gehen, aber die ist gerade so mit, James anstarren‘ beschäftigt, dass ich nur die Augen verdrehen und gehe.
    Pünktlich um 14 Uhr treffe ich Remus wieder im Gemeinschaftsraum und wir gehen zusammen in die drei Besen. Wir bestellen uns ein Butterbier und setzen uns an den letzten freien Tisch. „Und bist du bereit für die Utzs?“, frage ich. „Hm…ich denke schon. In Zaubertränke muss ich noch ein bisschen üben, aber die Prüfung ist ja auch erst in vier Wochen.“ „Ja, stimmt. Ich glaub‘, ich bin auch ganz gut vorbereitet. Oh man, es ist schon ziemlich krass, dass wir bald mit der Schule fertig sind!“ „Ja, aber wir halten Kontakt. Du, hast du dich jetzt eigentlich schon entschieden, was du studieren willst?“ „Nein…ich weiß es noch nicht. Es ist so, dass eine Heilerausbildung wirklich praktisch wäre, aber ich will nicht wirklich im St.-Mungos arbeiten… Wirst du dem Orden des Phönix beitreten?“ „Ja, werde ich, glaube ich zumindest. Diesem Voldemort und seinen Anhängern müssen Grenzen gesetzt werden! Die können nicht glauben, sie bringen alles unter ihre Kontrolle und keiner tut etwas dagegen! Ich finde es super, dass es Leute gibt, die sich dagegen wehren und ich würde sie gerne unterstützen!“ Ich lächle. Ich mag es, wenn Remus Temperament zeigt. „Sehe ich genauso. Und ich denke, dass ich dem Orden als Heilerin nützen könnte.“ „Stimmt…“
    Sirius betritt die drei Besen und sieht sich etwas verloren um. Remus hat ihn auch bemerkt. „Ist es ok, wenn er sich zu uns setzt?“ Ich zucke mit den Schultern und nicke. Remus hebt die Hand und winkt ihn zu uns. „Hey, Sirius!“, begrüßt Remus ihn. „Setz dich doch!“ „Nein, passt schon. Ich will euch nicht stören.“, sagt dieser bedrückt. „Du störst nicht, komm schon!“, schalte ich mich ein. Endlich lässt er sich auf den Stuhl sinken. „Ich war grad bei James, aber bei dem geknutsche und gesulze hält man es ja keine fünf Minuten aus!“, erzählt er und ich muss schmunzeln. „Ja, seh‘ ich genauso. Ich meine, das ist ja glatte Folter, denen dabei zusehen zu müssen. Oh man, und ich dachte immer, ich könnte zu Lily flüchten, wenn Alice nähesüchtig wird. Tja, so kann man sich täuschen…sieht so aus, als wäre ich die einzig normale in unserem Trio.“ Wir alle beginnen zu lachen und ich hebe mein Butterbierglas. „Auf verrückte Freunde und Freundinnen!“ Klirr! Wir stoßen an, trinken fast synchron etwas Butterbier und stellen die Gläser zurück auf den Tisch. Ein Blick zu Sirius und ich beginne lautlos zu kichern. Er sieht mich fragend an und ich deute auf seine Oberlippe. Etwas peinlich berührt, wischt er sich mit dem Handrücken den Schaum vom Gesicht. Dann fallen er und Remus in mein Lachen ein.
    Severus betritt den Raum, sieht sich kurz um und steuert dann zackig, aber mit hängenden Schultern auf uns zu. „Croft, können wir reden?“ „Warum sollte sie mit dir ihre Zeit verschwenden?“, spottet Sirius. „Hört auf!“, geht Remus dazwischen, bevor Snape etwas erwidern kann. Etwas genervt stehe ich auf und ziehe ihn in eine etwas abgelegenere Ecke. „Was willst du?“, frage ich. „Ich brauch deine Hilfe!“ Ich stöhne. „Ich hab‘ es ja versucht, glaub mir! Aber sie kann halt echt stur sein und um das einfach zu vergessen, hat es sie zu sehr verletzt!“ „Du verstehst das nicht… Sie muss mir einfach verzeihen! Sie war meine einzige Freundin…“ „Ich geb‘ mein bestes, okay?“ „Danke!“
    „Was wollte er?“, fragen Remus und Sirius fast gleichzeitig, als ich wieder zu unserem Tisch gegangen bin. Ich nehme Platz und seufze: „Wegen Lily…“ Sirius stöhnt. „Oh man, Schniefelus hat’s einfach verbockt! So etwas kann man nicht einfach wieder gut machen…“

Kommentare (3)

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Alexa2187 (31639)
vor 42 Tagen
Hey... so, *lang ausatmen* das war's. Und ich denke eigentlich, dass man das nicht extra sagen muss, aber nehmt sie euch nicht als Vorbild. Also das Ende, das hat nichts heldenhaftes oder was auch immer. Naja auf jeden Fall noch einmal Danke, dass ihr so lange durchgehalten habt.
Liebste Grüße,
Alexa2187
rosa einhorn (92025)
vor 51 Tagen
Bitte schreib weiter das ist voll spannend❕❕❕
Saphira (98127)
vor 59 Tagen
Wann schreibst du weiter???