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Warrior Cats Blattsees Wunsch

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20 Kapitel - 23.238 Wörter - Erstellt von: Phoenix1410 - Aktualisiert am: 2017-11-06 - Entwickelt am: - 1.423 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 3 Personen gefällt es

Dies ist eine inoffizielle Übersetzung vom englischen Buch "Leafpool's Wish".

    1
    Bild vom See-Territorium
    Bild vom See-Territorium

    2
    Grafisches Bild vom See-Territorium
    Grafisches Bild vom See-Territorium

    3
    HIERACHIE - DONNERCLAN

    Anführer:
    FEUERSTERN - attraktiver Kater mit feuerfarbenem Fell

    Zweiter Anführer:
    BROMBEERKRALLE - dunkelbraun getigerter Kater mit bernsteinfarbenen Augen

    Heiler:
    BLATTSEE - hellbraun gestreifte Kätzin mit bernsteinfarbenen Augen und weißen Pfoten

    Krieger (Kater und Kätzinnen ohne Jungen):

    BORKENPELZ - dunkelbraun getigerter Kater

    SANDSTURM - kleine, gelbbraune Kätzin mit grünen Augen

    WOLKENSCHWEIF - langhaariger, weißer Kater mit leuchtend blauen Augen

    FARNPELZ - goldbraun getigerter Kater; Mentor von WEISSPFOTE

    DORNENKRALLE - goldbraun getigerter Kater

    LICHTHERZ - weiße Kätzin mit goldbraunen Flecken und vernarbtem Gesicht

    ASCHENPELZ - hellgrauer Kater mit dunkleren Flecken und dunkelblauen Augen; Mentor von BIRKENPFOTE

    REGENPELZ - dunkelgrauer Kater mit blauen Augen

    EICHHORNSCHWEIF - dunkelrote Kätzin mit grünen Augen

    SPINNENBEIN - langgliedriger, schwarzer Kater mit bernsteinfarbenen Augen

    GRAUSTREIF - langhaariger, grauer Kater

    Schüler (über sechs Monde alt, in der Ausbildung zum Krieger):

    WEISSPFOTE - weiße Kätzin mit grünen Augen

    BIRKENPFOTE - hellbraun gestreifter Kater

    Königinnen (Kätzinnen, die Junge erwarten oder aufziehen):

    RAUCHFELL - hellgraue Kätzin mit dunkleren Flecken und grünen Augen; Mutter von BORKENPELZS JUNGEN

    AMPFERSCHWEIF - schildpattfarbene Kätzin mit bernsteinfarbenen Augen; Mutter von RUSSJUNGES, MOHNJUNGES, HONIGJUNGES und MAULWURFJUNGES

    MINKA - Kätzin mit langem, cremefarbenem Fell vom Pferdeort;
    Mutter von BEERENJUNGES, MAUSJUNGES und HASELJUNGES

    Älteste (ehemalige Krieger und Königinnen, jetzt im Ruhestand):

    GOLDBLÜTE - Kätzin mit hellem, goldbraunem Fell

    LANGSCHWEIF - Kater mit hellem Fell und schwarzen Streifen; früh im Ruhestand, weil fast blind

    MAUSEFELL - kleine, schwarzbraune Kätzin



    4
    HIERACHIE - SCHATTENCLAN

    Anführer:
    SCHWARZSTERN - großer, weißer Kater mit riesigen, pechschwarzen Pfoten

    Zweiter Anführer:
    ROSTFELL - dunkle, goldbraune Kätzin

    Heiler:
    KLEINWOLKE - sehr kleiner, getigerter Kater

    Krieger:
    EICHENFELL - kleiner, brauner Kater; Mentor von RAUCHPFOTE

    ZEDERNHERZ - rotbrauner Kater

    ESCHENKRALLE - goldbrauner Kater

    BERNSTEINPELZ - schildpattfarbene Kätzin mit grünen Augen

    Schüler:
    RAUCHPFOTE - dunkelgrauer Kater

    Königinnen:
    MOHNBLÜTE - langbeinige, hellbraun gescheckte Kätzin

    Älteste:
    KIESELSTEIN - magerer, grauer Kater

    5
    HIERACHIE - WINDCLAN

    Anführer:
    KURZSTERN - braun gescheckter Kater

    Zweiter Anführer:
    ASCHENFUSS - graue Kätzin

    Heiler:
    RINDENGESICHT - brauner Kater mit kurzem Schwanz

    Krieger:
    FETZOHR - getigerter Kater

    SPINNENFUSS - dunkelgrau getigerter Kater

    KRÄHENFEDER - dunkelgrauer, fast schwarzer Kater mit blauen Augen

    EULENBART - hellbraun getigerter Kater

    NACHTWOLKE - schwarze Kätzin

    RENNPELZ - rotbrauner Kater mit weißen Pfoten und blauen Augen

    Königinnen:
    HELLSCHWEIF - kleine, weiße Kätzin

    Älteste:
    MORGENBLÜTE - schildpattfarbene Kätzin

    BLITZSCHWEIF - hellbrauner Kater

    6
    HIERACHIE - FLUSSCLAN

    Anführer:
    LEOPARDENSTERN - ungewöhnlich getupfte, goldfarbene Kätzin

    Zweiter Anführer:
    NEBELFUSS - blaugraue Kätzin mit blauen Augen

    Heiler:
    MOTTENFLÜGEL - schöne, golden gestreifte Katze mit bernsteinfarbenen Augen; Mentorin von MAULBEERPFOTE

    MAULBEERPFOTE - sehr hellgrau
    getigerte Kätzin mit grünen Augen

    Krieger:
    SCHWARZKRALLE - rauchschwarzer Kater

    FELDZAHN - kleiner, braun gestreifter Kater

    SCHWALBENSCHWEIF - dunkelbraun getigerte Kätzin

    KIESELBACH - grauer Kater

    SCHILFBART - schwarzer Kater; Mentor von KRÄUSELPFOTE

    Schüler:
    BUCHENPFOTE - hellbrauner Kater

    KRÄUSELPFOTE - dunkelgrau getigerter Kater

    Königinnen:
    MOOSPELZ - schildpattfarbene Kätzin mit blauen Augen

    MORGENBLUME - hellgraue Kätzin

    7
    STAMM DES EILENDEN WASSERS
    BACH WO KLEINER FISCH SCHWIMMT (BACH) - braun getigerte Kätzin

    STURMPELZ - dunkelgrauer Kater mit bersteinfarbenen Augen

    ANDERE TIERE
    SOCKE - muskulöser, grau-weißer Kater; lebt in der Scheune vom Pferdeort

    MOLLY - kleine, helle, grau-weiße Kätzin; lebt am Pferdeort

    PIP - schwarz-weißer Terrier, der mit seinen Zweibeinern in der Nähe des Pfedeorts lebt

    MITTERNACHT - eine Sterne beobachtende Dächsin, die am Wassernest der Sonne lebt

    8
    Kapitel 1

    »Bleib ruhig, Birkenpfote! Wenn du nicht aufhören, zu zappelt, muss Borkenpelz auf dir sitzen!«
    Blattsee rette das gefallene Moos mit einem Zischen und hält es erneut über das Auge des Schülers.
    »Es brennt!« Birkenpfote protestierte.
    »Was, es ist schlimmer als eine Dachsklauen?«
    Blattsee miaute skeptisch.
    Sie zerquetschte das Moos zwischen ihren Pfoten und ein Tropfen des grünen Saftes fiel in der Mitte von Birkenpfotes halb geschlossenen Augen.
    Birkenpfote zuckte zusammen, aber Blattsee platzierte schnell ihre Pfote auf seine Augenlider um sie geschlossen zu halten, während der Saft die Infektion behandelte.
    Unweigerlich, überfluteten die Erinnerungen an den Dachsangriff ihren Rücken: der Anblick ihrer Clangefährten, die um ihr Leben kämpften, als sie und Krähenfeder am Eingang der Höhle standen; der Klang der behaarten Kleinkörper, die dumpf auf in den Boden prallten durch gigantische schwarz-weiße Tatzen; das knurrende Grollen der Dachs unter den Schreien der Krieger.
    Birkenpfote war glücklich, mit nichts Ernsteres als mit einem gekrallten Auge zu entkommen.
    Schlammfell ist getötet worden, und so hatte Rußpelz die Heiler-Katze, verzweifelt versucht Ampferschweif zu schützen, als sie ihre Jungen gebar.
    Blattsee fühlte eine neue Welle des Schmerzes, scharf wie immer, als sie an ihre Mentorin dachte, die ohne sie starb.
    Rußpelz hatte Angst um die Zukunft des DonnerClan ohne eine Heiler-Katze, aber sie weigerte sich immer noch Ampferschweifs Seite zu verlassen.
    Ich kam zurück, Rußpelz, und ich blieb, Blattsee flüsterte laut, in der Hoffnung, dass ihr Mentor sie im SternenClan hören konnte.
    »Du redest mit dir selbst, nicht wahr?«
    Farnpelz mauzte, als sie im Eingang des Baus erschien.
    Blattsee schüttelte die Erinnerungen aus ihrem Kopf.
    »Nur Erinnerung an etwas wichtiges«, antwortete sie.
    »Ist alles okay, Farnpelz?«
    »Äh, kann ich jetzt gehen?«
    Birkenpfote zwitscherte, blickte zu ihr mit seinem verletzten Auge, das geschlossen war, und weinte mit Saft.
    Blattsee nickte.
    »Natürlich, aber du darfst noch nicht aus dem Bau! Ich will, das keine Brombeerranke dein Auge verletzt, bevor es vollständig geheilt ist.«
    Birkenpfote trabte und murmelte leise.
    Farnpelz schnippte den Schüler mit seiner Schweifspitze an, als er vorbeiging.
    »Einige Katzen sollten sich dran erinnern, glücklich darüber sein, dass sie überlebt haben«, brummte er.
    Blattsee neigte den Kopf.
    »Und diejenigen, die Gefallen sind, sollten nicht vergessen werden.«
    Farnpelz duckte sich um den Bau zu betreten.
    Wie die meisten von Blattsees Clangefährten blickte er nervös auf das Dach und wundert sich, wie es das Gewicht aushalten kann.
    »Ampferschweif schickt mich«, maunzte er.
    »Rußjunges ist ein paar Flöhe gefunden und sie überlegte, ob du irgendetwas hast, das gegen die Bissen hilft.«
    Blattsee schaute auf die winzige graue Katze, die an ihrem flauschigen Fell kratzt.
    »Ich bin mir sicher, dass ich helfen kann«, schnurrte sie.
    »Sag Ampferschweif, ich werde etwas vor Sonnenhoch rüber bringen.«
    Farnpelz verengt, seine Augen.
    »Es gibt keine Eile. Du siehst müde aus, Blattsee. Gibt es etwas, was ich tun kann?«
    Blattsee schüttelte den Kopf.
    »Mir geht es gut. Hier ist es immer besetzt, nach einer Schlacht, und eine Kinderstube voller Jungen hilft nicht!«
    Sie machte eine Pause.
    »Nicht das ich mich nicht freue, das Junge im DonnerClan geboren werden«, fügte sie hinzu.
    Farnpelz Blick wurde weich.
    »Sie sind alle wertvollen«, stimmte er zu.
    Er ging aus dem Bau und Blattsee folgte ihm zum Eingang, wo sie in einer Welle von wässrigen Sonnenlicht stand.
    Auf der gegenüberliegenden Seite der Lichtung teilte ihre Schwester Eichhornschweif eine Maus mit Brombeerkralle, ihr dunkelroter Körper rollte zu seinem.
    Blattsee spürte eine Drehung des Anliegens in ihrem Bauch.

    Sieht so aus, als hätte Eichhornschweif endlich ihre finale Entscheidung zwischen Aschenpelz und den breitschludrigen, dunklen Tigerkater getroffen.
    Blattsee würde die Spannung zwischen den beiden Kriegern, während Eichhornschweif sich entschieden hatte, aber sie wünschte mit ganzem Herzen, dass ihre Schwester anders gewählt hatte.
    Wie konnte Blattsee ihr erzählen, dass sie von dem Wald der Finsternis geträumt hatte und Tigerstern in Brombeerstern im Geheimen ausbildete und seinen Sohn in den schrecklichsten Weisen trainierte, einen Feind zu töten und zu verletzen?
    Doch oft sagte Blattsee zu sich selbst, dass Brombeerkralle ein loyaler DonnerClan-Krieger war, aber keine Katze konnte leugnen, dass sein Vater einer der gefährlichsten Katzen war, die jemals in den Clans leben.
    Und doch war da die Vision von Sternen über dem See, als Blattsee bei Sonnenuntergang allein gewesen war.
    Zwei sternenklare Formen, unverkennbar Eichhornschweif und Brombeerkralle, die nebeneinander über den Himmel gingen, ihre Schweife miteinander verschlungen.
    Was könnte das bedeuten, außer dass diese beiden Krieger dazu bestimmt waren, zusammen zu sein?
    Widerwillig hatte Blattsee ihrer Schwester gesagt, was sie gesehen hatte.
    Es war nicht die Pflicht eines Heilers zu wählen, welche Vorzeichen und Visionen geheim zu halten.
    Blattsee wusste, dass dies Eichhornschweif geholfen hatte sich zwischen Brombeerkralle und Aschenpelz zu entscheiden.
    Und als Blattsee Brombeerkralles Verletzungen behandelte, die nur in seinen Träumen von Vater kamen konnten, sagte sie trotzdem nicht zu ihrer Schwester.
    Sie hoffte nur, dass Brombeerkralle seine eigene Entscheidung treffen würde, die Verbindung mit Tigerstern hinter sich zu lassen und nur von seinen lebenden Clangefährten lernen sollte.
    Rußjunges Flohbissen wurden leicht mit einigen beruhigenden Ringelblumenblättern behandelt, die in ihr Spinnweben-weiches Fell gerieben wurden.
    Die winzige Katze wand sich so sehr, dass Blattsee vermutete, dass ihre Wurfgeschwister auch eine gute Dosis bekommen sollten.
    Ampferschweif blinzelte dankbar zu ihr, glücklich durch Pflege und Halten kleine Familie in der Kinderstube.
    Blattsee atmete den süßen, milchigen Duft der Kinderstube ein und ließ sich einen Augenblick trösten.
    Sie hielt sich an die Erinnerung daran, als sie sich in dieser Nacht in ihr Nest setzte. Der Bau schien noch zu leer zu sein, ohne dass Rußpel neben ihr schlief, die Schatten kalt und dick gegen die raue Steinmauern.
    Blattsee steckte ihre Nase unter ihren Schwanz und atmete tief ein.
    Heute Abend wollte sie wieder im Wald der Finsternis spazieren gehen.
    Sie musste wissen, ob Brombeerkralle noch von seinem Vater betreut wurde.
    Sie wachte in einem dichten, grünen Wald auf, der von einem unsichtbaren Mond schwach beleuchtet und durch eine flüsternde Brise gerührt wurde.
    Sie fühlte den vertrauten Schauer des Schreckens bei dem Gedanken an tote Katzen, die vom SternenClan in den Büschen versteckt waren, und beobachtete sie mit wütenden gelben Augen.
    Aber sie zwang sich, den Weg zu gehen, der zwischen den moosigen Stämmen schwankte, überzeugt, dass sie ihren Herzschlag hören konnte, der unter den Bäumen hallte.
    Plötzlich blieb Blattsee stehen.
    Drei Katzen standen ein wenig mit dem Rücken zu ihr.
    Sie erkannte zwei von ihnen sofort - aber das waren keine Wald der Finsternis Krieger.
    Ihr Pelz glitzerte mit Sternenlicht, und Silberbalken bündelten sich um ihre Pfoten, als wären sie im Wasser.
    Einer von ihnen wandte sich an Blattsee, und sie spürte, wie ihr Herz mit Freude hob. Blaustern!
    »Kommst du, Blattse«, die SternenClan Katze miaute.
    »Wir haben auf dich gewartet.«
    Blattsee ging vorwärts, bis sie den Duft von Wind und Sternen auf dem Pelz der alten Anführerin riechen konnte.
    »Du hast dir Zeit genommen«, grunzte Gelbzan.
    Blattsee wusste nicht, wer die dritte Katze, ein breitschultriger, goldene Tigerkater, war.
    Er hat ihm den Kopf getaucht.
    »Hallo, Blattsee. Mein Name ist Löwenherz. Ich war bei Blaustern, als dein Vater Feuerstern zum ersten Mal in den Wald kam.«

    »Ich fühle mich geehrt, dich zu treffen«, miaute Blattsee.
    »Aber wo bin ich. Warum habt ihr mich hierher gebracht?«
    Sie hatte noch nicht von diesem Ort geträumt, aber es konnte nicht der Wald der Finsternis sein, nicht wenn SternenClan Katzen hier waren.
    »Komm mit«, befahl Blaustern, drehte sich um und ging tief in den Wald.
    Sie führten sie zu einer mondbeschienenen Lichtung, und die Bäume, die schon einmal unheilvoll waren, waren anmutig und begrüßend, und waren mit den Gerüchen der Beute gefüllt.
    Im klaren Himmel haben drei winzige Sterne heller geglänzt als andere, mit dem Silberlicht pochend.
    »Blaustern, war ist das?« Blattsee flüsterte.
    Blaustern antwortete nicht.
    Stattdessen ist sie ins Zentrum der Lichtung gegangen und hat mit ihrem Schwanz zu Blattsee gewunken, um sich zu setzen.
    Blattsee blickte noch einmal hinauf, aber die drei Sterne waren verschwunden. »Habt ihr ein Zeichen für mich?«
    Fragte sie.
    »Nicht genau«, antwortete Blaustern.
    »Aber wir haben dir sagen, dass sich der Pfad deines Leben sich auf verborgene Weisen drehen wird.«
    »Ja«. Gelbfang klang angespannt, als ob es mehr gab, dass sie sagen wollte, aber eine Art unausgesprochener Versprechung hat sie daran gehindert.
    »Du wirst einen Pfad beschreiten, den wenige Heiler vorher hatten.«
    Blattsee hat einen Stoß der Warnung gefühlt.
    »Was meinst du?«
    »Es gibt Katzen, die du noch treffen musst«, miaute Blaustern.
    »Aber ihre Pfoten werden deine Zukunft gestalten.«
    Was war das? Löwenherz legte seinen Schwanz auf ihre Schulter ausruhend, und sein Geruch machte sie tapfer und beruhigte sie.
    »Wir sind gekommen, um dir Kraft zu geben«, murmelte er.
    »Was auch immer passiert, denk daran, dass wir immer bei dir sind«, murmelte Blaustern.
    Ihre blauen Augen glitzerten vor Sorge und Güte, aber Blattsee hatte immer noch keine Ahnung, was das alles bedeutete.
    Ihr Leben war jetzt in Stein gesetzt, wie ihr Bau unter den Klippen.
    Sie wäre DonnerClans Heiler, bis die Zeit kommt, mit diesen Katzen in den SternenClan zu gehen.
    Was hatte sie mit Krähenfeder ... alles, was vorbei war, vergessen, ein Teil ihres Lebens, das in der Zeit zu nichts verblassen würde.
    »Ich verstehe nicht«, flüsterte sie.
    »Kannst du mir nicht mehr erzählen?«
    Blaustern schüttelte den Kopf.
    »Auch der SternenClan kann nicht alles sehen, was passieren wird. Der Weg vor dir verschwindet in Schatten - aber wir gehen mit dir jeden Pfote Schritt des Weges, das verspreche ich.«
    Blattsee ließ sich von den Worten von Blaustern trösten.
    Wenn der SternenClan neben ihr ging, konnte nichts Schreckliches passieren.
    Als sie ihren Clan mit Krähenfeder verlassen hatte, hatte sie sich gefühlt, als hätten ihre Ahnen sie für immer aufgegeben.
    Aber sie hatte ihr Herz zurück zum DonnerClan gefolgt, und jetzt waren sie neben ihr wieder, schützten sie und führten sie und hielten sie sicher.
    Ich habe die richtige Entscheidung getroffen - nein, die einzige Entscheidung - als ich wieder in den Bau kam.
    Nichts wird meinen Platz im DonnerClan wieder bedrohen.

    9
    Kapitel 2

    Das Moos unter Blattsees Pfoten knirschte vor Frost, als sie in Feuersterns Bau schlüpfte.
    Ein Mond war seit ihrem Traum von den drei kleinen Sternen vergangen, und der Blattfall ging der kältesten Jahreszeit nach.
    Blattsee bauschte ihr Fell auf und erinnerte sich daran, Weißpfote zu bitten, frisches Moos bis zur Hochnase zu bringen.
    Feuerstern musste warm und trocken gehalten werden, während er sich vom Verlust eines Lebens erholte.
    Blattsee schauderte, als sie sich an die blutrünstigen Ereignisse des Vortages erinnerte, als sie ihren Vater mit einer Zweibeiner-Falle um seinen Hals gefunden hatte, und Brombeerkralle, der über dem Körper von Habichtfrost stand, der tot im See lag.
    Es war schon viele Monde her, seit der SternenClan ihr die seltsame, unerkennbare Warnung geschickt hatte: Blut wird Blut vergießen und rot in den See fließen, erst dann kehrt Frieden ein.
    Dieser Tag war gekommen, als Habichtfrost versuchte, den Anführer vom DonnerClan zu töten, indem er ihn in eine Fuchsfalle lockte.
    Brombeerkralle hatte das Leben von Feuerstern gerettet, indem er den hölzernen Pfahl, der die Falle hielt, aufschlug und dann Habichtfrost zum Tode kämpfte - sein eigener Halbbruder, ein anderer Sohn von Tigerstern.
    Brombeerkralle war das Blut, das Blut verschüttete.
    Blattsees Vision von einem Brombeerranken, die den DonnerClan schützten, und Feuersterns Entscheidung, Brombeerkralle-Stellvertreter anstelle von Graustreif zu machen, schien das Gewicht vom SternenClan jetzt zu tragen.
    »Bist das du, Blattsee?« Feuerstern krächzte aus den Schatten.
    »Ruhig, rede nicht«, befahl Blattsee.
    Sie beugte sich über das Nest ihres Vaters und schnüffelte.
    Es gab kein Anzeichen einer Infektion, danke SternenClan, und die Wunde, die von der Falle um Feuersterns Hals zurückgelassen wurde, war flach und würde schnell heilen.
    Seine Kehle würde für einige Zeit wund sein, aber Blattsee hatte ihren letzten Vorrat an Honig dazu gebracht, ihn zu beruhigen, zusammen mit einem Mohnsamen, um ihm zu helfen, sich auszuruhen.
    »Iss das«, flüsterte sie und entfaltete die Blattwicklung, die sie gebracht hatte, um den klebrigen Honigpaket mit einem kleinen schwarzen Samen zu enthüllen.
    »Mir geht es gut«, protestierte Feuerstern.
    Er stützte sich auf, sein rotes Fell war grau im Halbdunkel.
    »Regt dich nicht auf.«
    »Ich werde so viel Aufsehen machen wie ich will«, erwiderte Blattsee.
    »Du hast gestern ein Leben verloren, vergiss das nicht.«
    Die grünen Augen ihres Vaters glänzten.
    »Das werde ich nicht vergessen, keine Sorge. Aber ich habe einen Clan zu führen. Unsere Clangefährten müssen sehen, dass es mir gut geht, und es gibt Patrouillen zu organisieren.«
    »Brombeerkralle hat schon die Jagdpatrouillen ausgesandt«, sagte Blattsee.
    »Ich habe es allen gesagt dass es dir gut geht. Jetzt leg dich hin, oder ich hole Mausefell, um dir Geschichten zu erzählen, bis du eingeschlafen bist.«
    Feuerstern gab ein schwaches Schnurren von sich, als er sich unter den Federn zusammenzog, die sein Nest auskleideten.
    »Der Mohnsamen kann das für mich tun, danke. Alles klar, Blattsee, ich werde tun, was du sagst.«
    Er blinzelte sie zärtlich an.
    »Ich muss mich daran erinnern, dass du nicht nur meine Tochter bist, du bist auch meine Heilerkatze.«
    Ja, dachte Blattsee, als sie sich den felsigen Hang hinunterstieg, nachdem sie Feuerstern den Honig und den Mohnsamen gegeben hatte.
    Ich bin DonnerClans Heiler.
    Nichts anderes zählt, außer meine Pflicht für meine Clangefährten.
    Sie fing an, durch eine Liste von Spät-Saison-Kräutern zu laufen, die sie vor dem Frost finden wollte, die die zarten Blätter nippten, und fragte sich, ob es irgendeinen Honig im alten Bienen-Nest nahe der Oberseite des Kamms gab.
    Ein Blitz des weißen Fells, der aus dem Bau der Schüler herauskam, fing ihr Auge
    »Weißpfote!«, rief Blattsee und trat auf den festen Erdboden der Lichtung. »Bitte könntest du noch etwas Moos für Feuersterns Nest holen? Stell sicher, dass es völlig trocken ist.«

    »Sicher!« Die Schülerin nickte.
    »Das kann ich vor dem Training machen.«
    Sie wischte herum und schob sich durch die Dornen, die den Eingang zum Bau schützten.

    »Klaust du meinen Schüler?« Kam eine leise Stimme hinter Blattsee.
    Sie drehte sich um, um zu sehen, wie Farnpelz sie beobachtete.
    »Nur für einen Moment«, versprach sie.
    »Feuersterns Polster ist heute morgen etwas frostig.«
    Der goldene Tigerkater verengte seine Augen.
    »Wie geht es ihm?«
    »Gut«, genäht Blattsee.
    »Aber ein Leben zu verlieren ist ein größeres Geschäft, als Feuerstern ausmacht, also habe ich ihm gesagt, dass er heute in seinem Nest bleiben soll.«
    Farnpelz nickte.
    »Ganz recht. Brombeerkralle kann die Patrouillen verwalten.«
    Blattsee studierte den Krieger.
    »Glaubst du, dass Feuerstern die richtige Entscheidung getroffen hat, Graustreif als tot zu erklären und Brombeerkralle an seinen Platz zu ernennen?«
    Der Krieger hat seinen Schwanz geschlagen.
    »Ein Clan ohne Stellvertreter ist ... eine seltsame Sache. Ich habe immer das Gefühl, dass es uns anfällig gemacht hat.«
    Er bückte sich und berührte seine Schnauze an die Spitze von Blattsees Kopf.
    »Aber es gibt einige Abwesenheiten, die uns noch ungeschützter machen. Ich bin froh, dass du zurückkamst, Blattsee. Ohne einen Heiler glaube ich nicht, dass der DonnerClan überleben würde.«
    Blattsee wurde gerettet, von einer Flut von Pfote aus der Kinderstube. »Farnpelz!«, quietschte Beerenjunges.
    »Schau diesen Trick, den Dornenkralle mich gelehrt hat!«
    Er rutschte vor dem Krieger.
    »Ich brauche keinen weiteren Mond zu warten, bevor ich ein Schüler werde«, zwitscherte er.
    »Ich kann meinen Clan jetzt verteidigen!«
    Er hockte auf seinen Hüften und starrte auf eine Ameise, die sich über den Boden versetzte und dann mit ausgestreckten Vorderbeinen in die Luft sprang.
    Er landete in einem Haufen cremiger Pelz, während die Ameise unbeschädigt unter einem Stein lag.
    »Du bist fast fertig, Kleiner«, sagte Farnpelz, holte Beerenjunges an den Nacken und stellte ihn wieder auf die Pfoten.
    »Übe weiter!«
    Minka erschien am Eingang der Kinderstube, ihr Fell war zerzauste.
    »Beerenjunges! Hör auf, Farnpelz zu belästigen! Komm her, damit ich dich beenden kann!«
    Beerenjunges Wurfgeschwister Haseljunges und Mausjunges knallten ihre Köpfe neben ihrer Mutter.
    »Ja, Beerenjunges«, meinte Haseljunges.
    »Du bist so unartig, Feuerstern wird dich an den Dachs füttern!«
    Minka sah entsetzt aus.
    »Feuerstern würde so etwas nicht machen! Geht zurück, ihr zwei, es ist viel zu kalt hier draußen.«
    Sie führte ihre Jungen zurück in die Kinderstube.
    »Minka scheint ein wenig überwältigt zu sein«, kommentierte Blattsee mit einem amüsierten Schnurren.
    Farnpelz schickte Beerenjunges mit einem sanften Schubs auf den Weg.
    »Die Kinderstube ist auch mit Ampferschweifs Jungen ziemlich überfüllt. Ich erinnere mich nicht daran, dass wir jemals so viele vor dem Blattfall hatten.«
    Blattsee nickte.
    »Minkas Junge werden zumindest bald mit der Jagd helfen können.«
    Farnpelz kippte den Kopf auf die Seite.
    »Hilfe - oder behindern«, rief er.
    Dann richtete er sich auf.
    »Aber wenn der SternenClan uns die Gabe von so vielen Jungen gegeben hat, müssen unsere Vorfahren wissen, dass wir uns um sie kümmern können. Das ist doch unsere Pflicht.«
    Er schritt weg und rief zu Aschenpelz, dass sie ihre Schüler herausnehmen würden, sobald Weißpfote zurückkehrte.
    Es gab ein Rauschen von Zweigen am Eingang der Kinderstube und vier winzige Bündel hüpften heraus.
    »Kannst mich nicht fangen!«, quietschte Maulwurfjunges und lud über die Lichtung auf seinen stumpfen Beinen auf.
    »Wette ich kann es!« paffte seine Schwester Honigjunges, als sie nach ihm rannte.
    Mohnjunges und Rußjunges folgten langsamer und legten jede Pfote zart auf das frostige Gras.
    »Ooh, es ist kalt!«, murmelte Mohnjunges und flog ihr Schildpattfell auf.
    Rußjunges sah sich um, und Blattsee spürte, wie der blaue blaue Blick der kleinen Katze auf ihr lag.
    »Schau mal, da ist Blattsee!«, zischte Rußjunges.
    Sie trabte zur Heilerin, ihr kurzer grauer Schwanz war gerade in die Luft.

    »Wie geht es Feuerstern?«, murmelte sie.
    »Wir haben gehört, dass es einen schrecklichen Unfall gab.«
    »Ja, ein Unfall«, hallte Blattse.
    Die weise Ampferschweif war das wahre Entsetzen der Ereignisse von ihren Babys geheim.
    »Es geht ihm gut«, schnurrte sie.
    »Er wird für einen Tag in seinem Nest bleiben, dann wird er wieder aufstehen.«

    »Gut«, murmelte Rußjunges.
    »Ein Clan braucht seinen Anführer.«
    Blattsee starrte auf die winzige Katze. Was war mit ihr, sie schien so anders als andere Jungen zu sein?
    Manchmal klang sie so viel älter als ein Mond, und Blattsee hatte sie beobachtet, wie sie ihre Clangefährten anblickte, als ob sie von weit, weit weg, mit der Kenntnis einer Katze in dem SternenClan schaute.
    Auch gab es etwas, das über ihren Duft vertraut war, mehr als der milchige Trost der Kinderstube und Ampferschweifs warmer Geruch.
    Blattsee war im Begriff, sich zu beugen und schnüffelte an Rußjunges Pelt wieder, als Ampferschweif aus der Kinderstube drückte, ihr Bauch immer noch los und von der Geburt geschwollen war.
    »Jungen!«, rief sie.
    »Belästigt nicht die Krieger!«
    »Wir doch nicht!«, quietschte Honigjunges.
    »Ich und Maulwurfjunges üben unser Sprinten.«
    »Ja, und ich bin noch schneller als du«, beharrte ihr Bruder.
    Er streckte eine vordere Pfote aus
    »Schau mal, meine Beine sind länger!«
    »Aber meine sind schneller!«, schüttelte Honigjunges und schlüpfte in einer Unschärfe von hellbraunem Pelz.
    Ampferschweif zuckte zusammen, als ihre Tochter fast Weißpfote von ihren Füßen klopfte.
    Die Schülerin war halb verborgen hinter einem Bündel Moos, das sie durch den Eingang geschleppt hatte.
    »Oh Honigjunges, schau, wohin du gehst!«, sperrte Ampferschweif.
    Sie wandte sich an Blattsee und rollte die Augen.
    »Ich weiß nicht, wie der SternenClan dachte, ich könnte mit vier von ihnen fertig werden!«
    Aber ihre Stimme war warm und liebevoll.
    Blattsee fing ihren Atem an, während ihr Bauch um ein starkes Winden empfindte. Es war nicht das erste Mal, dass sie es gefühlt hatte, aber es machte immer noch, das sie zuckte .
    Sie hatte vor einen halben Mond herausgefunden, was die Vision von drei kleinen Sternen bedeutete.
    Blaustern, Gelbzahn, Löwenherz: Sie hatten alle den schattigen Weg kennengelernt, den Blattsee begehen mussre.
    Und jetzt war es so, als ob die Jungen in Blattsee sie herausfordern würden, aufzuhören, sich selbst an zu lügen, ihre Existenz akzeptieren und sich auf die Zukunft vorzubereiten.
    Meine Jungen! Nicht nur Blattsees Jungen - auch Krähenfeders.
    Und sie würden im nächsten Mond ankommen.
    Oh, was soll ich tun?
    »Geht es dir gut?« Ampferschweif guckte sie an.
    »Fühlst du dich krank?« Blattsee wandte sich ab.
    Sie wollte nicht, daß Ampferschweif sie zu sehr ansah; wenn irgendeine Katze wusste, wie eine werfende Kätzin aussah, war es diese erfahrene Königin.
    »Mir geht es gut«, keuchte sie.
    »Nur ein kleine Bauchschmerzen. Muss die harte alte Spitzmaus gewesen sein, die ich gestern gegessen habe.«
    Sie sah sich um und sah, wie Brombeerkralles Schweif in den Bau der Krieger schlüpfte.
    Seine Jagdpatrouille war zurückgekehrt.
    »Ich muss Brombeerkralles Wunden überprüfen«, meinte Blattsee und eilte davon.
    Sie fühlte den Blick von Ampferschweif in sie, aber sie drehte sich nicht um.
    Brombeerkralle lag in seinem Nest und leckte seine Pfoten.
    Seine Klauen waren zerschlagen, als er die Fuchsfalle auszugrabte, und er war von Kratzern bedeckt, die von Habichtfrost kamen, aber er hatte darauf bestanden, wie üblich auf Patrouille zu gehen.
    Er sah müde aus, und Blattsee konnte durch die Art und Weise sehen, dass er sich schrecklich fühlte.
    Er hat das auf sich gebracht! Ich sah ihn im Wald der Finsternis mit Tigerstern und Habichtfrost! Sie müssen zusammen geplant haben, um Feuerstern in der Falle zu fangen.
    Blattsee konnte sich nicht erklären, warum Brombeerkralle beschlossen hatte, Feuerstern zu befreien und Habichtfrost zu töten; Sie nahm an, dass etwas mit dem Plan schief lief.
    Aber ich sah den Kreis der Dornen um die Höhle herum und hielt uns sicher! Warum kann ich Brombeerkralle jetzt nicht vertrauen?
    »Lass mich deine Pfoten sehen«, murmelte sie und beugte sich über ihn.
    Brummig, zeigte Brombeerkralle seine Pfote und erhob jede Pfote nacheinander.

    Einige seiner Krallen waren gefährlich locker, und Blattsee vermutete, dass sie das nächste Mal herausfallen würden, wenn er auf etwas stürzte, aber es gab keinen Geruch von Infektionen.
    »Sie würden schneller heilen, wenn du dich ausruhst«, kommentierte sie.
    Brombeerkralles zuckte die Achseln.
    »Ich schicke Weißpfote mit Ringelblumensaft", fuhr Blattsee fort. "Reibe es in jede Pfote, und auch in die Wunden deines Fells. Wenn du Schwierigkeiten hast zu schlafen, kann ich dir einen Mohnsamen geben.«
    »Ich brauche das nicht«, murmelte Brombeerkralle.
    Blattsee wandte sich ab, eifrig, den verkrampften, muffigen Raum und ihre beunruhigten Gefühle über den verletzten Krieger zu verlassen.
    Sie spürte, wie Brombeerkralles bernsteinfarbener Blick in ihr Fell brannte. »Du kannst mir jetzt vertrauen, Blattsee«, murmelte er.
    Blattsee sah ihn an.
    »Es ist nicht meine Aufgabe, über dich zu urteilen.«
    »Ich weiß, dass du mich im Wald der Finsternis mit Tigerstern und Habichtfrost gesehen hast.«
    Blattsee zuckte zusammen.
    »Ich kann nicht so tun, als wäre es nicht passiert«, flüsterte sie.
    Brombeerkralle schüttelte den Kopf.
    »Nein, und ich werde es nicht leugnen. Aber ich verspreche, dass es nicht wieder passieren wird. Gestern hat sich alles verändert. Habichtfrost ist tot wegen mir! Und ich weiß, wo meine Loyalität jetzt liegt. Ich bin der Stellvertreter vom DonnerClan, und mein Clan ist das einzige, was zählt.«
    Plötzlich traten die Jungen und drängten sich an Blattsees Flanken so hart, dass sie taumelte.
    Brombeerkralle setzte sich auf.
    »Blattsee, was ist los?«
    »Nichts«, zischte Blattsee durch gebissene Zähne.
    »ICH . . . Ich verschluckte eine Mäusegalle versehentlich, als ich Mausefells Zecken behandelte, das ist alles.«
    »Du siehst aus, als hättest du frische Luft nötig«, sagte Brombeerkralle.
    »Mach weiter, mir geht es gut. Schicke Weißpfote mit dem Ringelblumen-Saft, wenn du dich besser fühlst. Und hol die Schüler um Zecken zu behandeln!«
    Blattsee stolperte aus dem Bau und schluckte die kalte, saubere Luft, als wäre es Wasser.
    Beerenjunges, Haseljunges und Mausjunges wurden in der Mitte der Lichtung aufgestellt, wobei er abwechselnd auf einen Stock stürzte. »Hab dich, SchattenClan Krieger!«
    Mausjunges spuckte und biss mit seinen winzigen weißen Zähnen.
    Beerenjunges streckte seine vorderen Pfoten in der Mitte des Zweiges und drückte hinunter, bis es schnappte.
    »Tod für den Feind!«, quietschte er.
    Haseljunges wurde von ihrem Vater, Spinnenbein, abgelehnt.
    »Das ist der wirkliche Feind!«, zwitscherte sie und sprang auf den Schwanz des schwarzen Kriegers.
    Spinnenbein ließ das Stück Frischbeute, das er trug, fallen und herumfuhr.
    »Was machst du?«, schnappte er und schlug mit dem Schwanz aus dem Weg.
    Haseljunges Schultern sanken. »Nur spielen«, murmelte sie.
    Minka schaute aus der Kinderstube. »Störe deinen Vater nicht!«, rief sie.
    Spinnenbein brummte und nahm seine Beute wieder auf.
    Blattsee sah, dass Minka ihre Augen verengte, als das langgestreckte schwarze Kater wegging.
    Krähenfeder wäre immer bereit, mit unseren Jungen zu spielen.
    Der Gedanke flog in Blattsees Kopf, bevor sie es aufhalten konnte.
    Sie stellte sich den dunkelgrauen Krieger vor, der von drei winzigen Formen umgeben war, und ließ sie auf seinen Schwanz stoßen und seine Schnurrhaare knabbern.
    In ihrem Kopf war der Hintergrund verschwommen, und sie konnte nicht sagen, ob er von Klippen oder dem offenen Moor umrahmt wurde, wo WindClan ihre Heimat hatte.
    Was kümmerte es, wo sie leben, solange ihre Jungen glücklich waren?

    10
    Kapitel 3

    Blattsee verfluchte ihre Ohren, fühlte Wut und Schande kämpfen in ihr.
    Halt! Warum denkst du so was?
    Du kannst diese Jungen nicht haben!
    Sie hatte schon einmal den DonnerClan verraten, indem sie ihn verließ, als die Dachse angegriffen.
    Als Rußpelz starb, weil Blattsee sich entschieden hatte, mit Krähenfeder wegzugehen, Blattsee hatte einen Gelübde zum SternenClan gemacht, dass sie ihre Aufgaben niemals aufgeben würde.
    Wo immer du bist, Rußpelz, wenn du mich hören kannst, ich verspreche, dass ich unseren Clan nie wieder verlassen werde.
    In ihrem Bauch drückten ihre Jungen im Protest. Was ist mit uns? schienen sie zu sagen.
    Blattsee drehte sich um sich herum und drückte ihre Schnauze gegen ihre Seite, als sie erkannte, dass Minka sie beobachtete, sie zwang sich, gerade aufzustehen und trabte zur Hochnase.
    Es gab nur einen Ort, wo sie klardenken konnte.
    »Feuerstern, ich muss den Mondsee besuchen.«
    Der DonnerClan-Anführer sah überrascht aus.
    »Ja, wirklich? Kannst du nicht bis zum Halbmond warten? Oder ist da was, was du mir nicht erzählen willst?«
    »Natürlich gibt es da nichts«, lachte Blattsee.
    »Aber es ist wichtig.«
    »Dann musst du gehen«, mähte Feuerstern.
    Er streckte seine Vorpfoten über die Seite seines Nestes.
    »Lichtherz kann sich um Brombeerkralles Wunden kümmern, während du weg bist.«
    Blattsee öffnete den Mund um zu wiedersprechen, aber er fuhr fort, mit einem Schimmer in seinem Auge,
    »Und ich verspreche, in meinem Bau für den Rest von Heute zu bleiben. Obwohl ich vermute, dass ich meinen Kopf für frische Luft rausstrecken darf?«
    Blattsee schnurrte.
    »Nur deinen Kopf, nichts mehr!«
    Der Gedanke, zum Mondsee gehen zu dürfen machte sie schwindelig vor Erleichterung.
    Die SternenClan-Krieger würden ihr den Weg nach vorne zeigen, erinnere sie sich daran, dass sie nicht allein war und dass alles in Ordnung wäre.
    Feuerstern schnippte mit den Ohren.
    »Du musst jetzt gehen, wenn du den Mondsee vor Einbruch der Dunkelheit erreichen willst. Gehe gut und bleib sicher.«
    Blattsee blinzelte ihn dankbar an.
    »Danke, Feuerstern. Ich werde so schnell wie möglich zurückkehren.«
    Sie lief den Sturz der Felsen hinunter zur Lichtung, vorsichtig, dass sie durch das Gewicht der Jungen nicht hinfiel.
    Sie fand Lichtherz am Frischbeutehaufen und sagte ihr, dass sie für einen Tag weg sein würde, nicht mehr.
    Lichtherz stimmte zu, Brombeerkralles Verletzungen zu überprüfen, obwohl es einen Blitz von Alarm in ihrem einzigem, blauen Auge gav.
    »Ist alles in Ordnung, Blattsee? Gibt es ein Omen?«
    »Alles wird gut werden«, sagte Blattsee zu ihr.
    Eichhornschweif zog eine Amsel in den Haufen.
    »Gehst du irgendwo hin?«
    »Zum Mondsee. Ich muss mit dem SternenClan sprechen.«
    Eichhornschweif sah auf den dunkelgrauen Himmel auf.
    »Es ist ein Sturm auf dem Weg. Bist du dir sicher, dass du alleine hingehen solltest?«
    »Natürlich«, miaute Blattsee .
    »Der SternenClan wird meinen Weg erleuchten.«
    Ihre Schwester nickte der Amsel zu.
    »Möchtest du etwas essen, bevor du gehst?«
    »Nein, ich will dort bei Einbruch der Dunkelheit sein.«
    Blattsee berührte mit ihrer Schnauze Eichhornschweif und drehte sich um weg, bevor die Katzen weitere Fragen stellen könnten.
    Trotz der Schwere in ihrem Bauch, fühlten sich ihre Schritte leicht und schnell an.
    Der SternenClan würde ihr zeigen, was sie tun muss! Der Sturm traf genau wie Blattsee den felsigen Aufstieg auf die Hohle, wo der Mondsee lag.

    Ein eisiger Wind schlug ihr Pelz und warf scharfe Pellets von Hagel zu ihr, bis ihre Haut eingeweicht und wund war.
    Blattsee senkte den Kopf und drückte weiter und sank ihre Klauen in den Schlamm zwischen den Felsen, damit der Wind sie nicht vom Pfad wegwehen würde.
    In ihr schienen sich die Jungen in Angst zu locken.
    Habt keine Angst, ihr Kleinen.
    Ich halte euch sicher.
    Blattsee zitterte so sehr vor Kälte und Erschöpfung, als sie die Oberseite der Höhle erreichte, daß ihre Pfoten sie kaum den abgedruckten Spiralweg tragen konnten.
    Sie stolperte an den Rand des Mondsees, zerlumpt und schwarz im Halbdunkel, und ließ ihren Körper auf den harten Stein falten.
    Wellen spritzten gegen ihre Schnauze.
    Zu müde, um ein Gebet zum SternenClan auszusprechen, stürzte Blattsee in den Schlaf.
    Sie öffnete ihre Augen in einem warmen grünen Wald, mit Sonnenlicht, das zwischen den Zweigen schien.
    Es war der Duft der Beute in der Luft, und das Rauschen eines kleinen pelzigen Tieres in einem nahen Farnfang.
    Blattsee sah sich nach den SternenClan-Kriegern um, die sie sehen wollte - und sah eine schlanke, graue Katze, die sie mit dem Kopf auf der einen Seite beobachtete.
    »Du bist dran, Blattsee«, sagte er.
    Er stieß eine Mooskugel mit seinem Vorgesetzten an.
    »Erinnere dich, was ich dir beim Sturz gezeigt habe.« Krähenfeder!
    Dann war sie nicht im SternenClan, sondern wieder in einer Erinnerung an die Zeit, die sie mit dem WindClan-Krieger verbracht hatte, im Wald jenseits der DonnerClan-Grenze.
    Blattsee schob seinen Schwanz
    »Hab keine Angst vor Moos!«, neckte er.
    »Kaninchen haben Zähne und Krallen, um mit ihm zu kämpfen, aber das wird dir nicht weh tun.«
    Blattsee hockte sich nieder und kroch zum Moos.
    Sie flog ihre Ohren, verlagerte ihr Gewicht auf ihre Hüften und sprang mit ausgestreckten Beinen vor.
    Im letzten Augenblick rollte Krähenfeder den Ball aus Moos weg mit der Pfote und Blattsees Klauen, die an der Luft lauerten.
    »Oh nein!«, rief Krähenfeder. »Es ist entkommen!«
    Blattsee wirbelte herum und sprang auf das Moos und zerriß es zu Fetzen. »Nimm das!«, zischte sie.
    »Du wirst nicht von mir wegkommen!«
    Sie sah zu dem dunkelgrauen Kater auf, Lachen, das in ihr sprudelte.
    »Ich habe dieses Spiel nicht gespielt, seit ich ein Junges war!«, murmelte sie.
    Krähenfeder verengte seine Augen.
    »Ich kann sagen!«
    Blattsee startete ihn an und klopfte ihn auf die gefallenen Blätter.
    »Denkst du, ich kann nicht jagen, hmmm? Ich kann dich jederzeit fangen, wenn ich will!«
    Sie stand über ihm und blickte in seine blauen Augen.
    »Ich würde niemals von dir weglaufen«, flüsterte Krähenfeder.
    »Ow!«
    Blattsee sprang rückwärts.
    »Habe ich dich verletzt?«
    Krähenfeder saß auf und leckte an der Basis seiner Wirbelsäule.
    »Nein, ich glaube, ich lag auf einer Distel.«
    »Lass mich sehen.«
    Blattsee schob seine Schnauze weg und trennte die Haare auf dem Rücken.
    »Es ist ein winziges Stacheln in dir. Still halten ... «
    Sie beugte sich näher und ergriff das Ende des Dorns mit den Zähnen.
    Es rutschte leicht frei, und Blattsee rieb sich die Stelle mit ihrer Pfote.
    »Da wohnst du!« Krähenfedet schmeckte ihre Wange.
    »Danke dem SternenClan hatte ich eine Heilerin, um mich zu retten!«
    »Lass uns einen Baum klettern!«, schlug Blattsee vor.
    Sie ging zu einer moosbedeckten Eiche und starrte auf die Zweige.
    Krähenfeder kam, um sich ihr anzuschließen.
    »Ich verstehe nicht, warum können wir nicht auf dem Boden bleiben«, murmelte er.
    »Wir sind Katzen, keine Eichhörnchen!«
    »Komm schon«, drängte Blattsee.
    »Du weißt, es ist nicht so hart wie es aussieht, und die Aussicht von oben ist es wert!«
    Sie sprang auf den untersten Zweig und benutzte ihre Vorderpfoten, um sich auf den nächsten zu schleppen.
    Krähenfeder folgte, bewegt sich sorgfältiger als Blattsee, aber leicht-füßig und flink dank seiner schlanken Gestalt.
    Die Äste waren stark und trocken, mit tiefgezogener Rinde, die es leicht machte, mit ihren Klauen zu greifen.
    Blattsee war kaum außer Atem, als sie die Spitze der Eiche erreichte und die Blätter durchbrachte.

    Krähenfeder tauchte neben ihr auf und klammerte sich so schwer an den schlanken Zweig, dass Blattsee fühlten konnte, wie es unter ihnen schwankte.
    »Es ist okay«, murmelte sie.
    »Ich werde dich nicht fallen lassen.«
    Krähenfeder blinzelte
    »Keiner von uns hat Flügel, Blattsee, also musst du mir verzeihen, wenn ich es nicht mag, dass wir so hoch sind.«
    »Aber schau, wie weit wir sehen können!«
    Sie waren auf der anderen Seite des Kamms vom See, aus den Augen eines der Clan-Territorien.
    Vor ihnen lag das Land in Dips und Kurven bis zur dunklen Linie der Berge am Horizont.
    Hier und da gruppierten sich Zweibeiner dicht in kleinen rötlichen Gruppen, aber meistens war die Ansicht leer.
    Blattsee schlurfte näher an Krähenfeder und lehnte den Kopf an seine Schulter. Sein Pelz roch nach Gras und der Brise, mit einem schwachen Hauch von Kaninchen darunter.
    »Es gibt so viel Land jenseits unserer Lager«, flüsterte sie.
    Krähenfeder rieb sich das Kinn auf den Kopf.
    »Irgendwo da draußen ist ein Ort, an dem wir die ganze Zeit zusammen sein können. Du weißt das, nicht wahr, Blattsee?«
    Noch immer gegen ihn, nickte sie.
    »Ich frage mich, ob wir es jemals finden werden«, murmelte sie.
    Sie spürte, wie die dunkelgraue Katze neben ihr lag.
    »Ich würde meinen letzten Atem versuchen«, sagte er.
    Plötzlich wehte ein Windstoß gegen die Spitze des Baumes.
    In einem Herzschlag wurde Krähender vom Ast geworfen.
    Blattsee kreischte vor Entsetzen, als sein Körper nach unten stürzte.
    Sie versuchte, hinter ihm herabzuspringen, aber der Wind war so heftig, dass der Ast sprang und unter ihr hockte.
    Sie klammerte sich an, flog ihre Ohren, als der Regen gegen sie und den Wald pelzte und die Ansicht verschwand in der Verwirrung der Dunkelheit.
    »Hilfe!«, jammerte sie.
    »Krähenfeder!«
    Der Zweig unter ihren Pfoten verschwand und ihre Klauen kratzten vor kaltem Stein. Der Wind verblaßte und Blattsee erkannte, dass sie neben dem Mondsee stand.
    Ein paar Augen glänzten im Schatten und ein vertrauter Duft kam um sie herum.
    »Tüpfelblatt!«, murmelte sie erleichtert.
    Die Schildpatt-Katze ging vorwärts.
    Ihr Fell glühte mit Sternenlicht und ihre Augen waren wie kleine gelbe Monde.
    Blattsee spürte ihre Jungen kalt und unbeweglich in ihrem Bauch.
    Hatte die Reise durch den Sturm sie verletzt?
    »Sind meine Jungen in Ordnung?«, bat sie.
    »Ja, ihnen geht's gut«, miaute Tüpfelblatt.
    Ihre Stimme knackte vor Schmerz.
    »Oh, Blattsee, was hast du gemacht? Du törichte Katze!«
    Blattsee zuckte zusammen und spürte die Peitsche von Tüpfelblatts Zunge wie einen Schlag.
    »Aber ich ...«
    »Du kannst keine Ausreden machen«, warnte Tüpfelblatt.
    »Es ist zu spät dafür, denkst du nicht?«
    »Tüpfelblatt, Ruhe!«
    Eine dickkugelige graue Katze schlug über den Stein.
    Ihre abgeflachte Schnauze und gefärbte Zähne leuchteten mit demselben Licht wie ihre Clangefährtin.
    »Blattsee weiß, was sie getan hat.«
    Tüpfelblatt verengte ihre Augen.
    »Wenn du einen Ausweg davon sehen kannst, bist du eine klügere Katze als ich, Gelbzahn.«
    Die alte Heilerin zuckte ein mattes Ohr.
    »Weisheit kommt in vielen Formen. Jetzt lass uns in Ruhe.«
    Sie zeigte mit der Nase in die Schatten.
    Tüpfelblatt sah noch einmal zu Blattsee, dann hockte sie sich zu Blattsee auf dem Boden und wagte es nicht, sich zu bewegen.
    Sie wartete auf Gelbzahn, um ihr zu sagen, wie rücksichtslos sie gewesen war, wie sie irgendwelche Heiler entehrt hatte.
    Aber zu ihrer Überraschung fühlte sie eine grobe Zunge, die ihren Kopf leckte. Schütteln, Blattsee ließ sich sich gegen die alte Katze erholen.
    »Oh, du Arme«, fuhr Gelbzahn, »es tut mir so leid.«

    »Es ist kaum deine Schuld«, betonte Blattsee, ihre Stimme murmelte von Gelbzahns Pelz.
    »Du weißt, du bist nicht die erste Heilerin, die das passieren muss«, murmelte die alte Katze.
    »Wirklich?« Blattsee glaubte ihren Worten nicht.
    Gelbzahn nickte, ihr Kinn bürstete Blattsees Ohren.
    »Es ist mir schon vor langer Zeit passiert.«
    Blattsee setzte sich so schnell auf, dass ihr Kopf gegen Gelbzahns Schnauze knallte.
    »Was?«
    Die grau-füllige Katze seufzte und wandte sich ab, um am Rande des Mondsees zu sitzen.
    Das Wasser war noch jetzt, schwarz und sternenleuchtend wie der Himmel.
    »Hast du von Braunstern gehört?«, fragte sie.
    »Natürlich«, mischte Blattsee.
    »Anführer vom SchattenClan vor Nachtstern und Schwarzstern. Er versuchte, den DonnerClan mit Hilfe von Steunern zu zerstören.«
    Gelbzahn nickte.
    »Er war mein Sohn.«
    Blattsee fiel fast um.
    »Hat das eine Katze gewusst?«
    »Nie. Es war ein schrecklicher Fehler, und ich wurde von meinem Geheimnis jeden Tag meines Lebens bestraft.«
    »Ist . . ist das was mit meinen Jungen passieren wird?«
    Blattsee flüsterte.
    »Sind sie auch ein schrecklicher Fehler?«
    Gelbzahn schloss ihre rheumösen Augen.
    »Sag das nie wieder. Das Leben ist immer kostbar. Es ist, für was wir so hart kämpfen, mit jedem Atemzug nehmen wir.«
    »Aber Heilern ist es verboten, Junge zu haben. Was ich getan habe, ist falsch.«
    Blattsee hockte auf dem Stein und spürte, wie sich die Kälte in ihre Pfoten sickerte.
    »Falsch nach einem Gesetz, aber es gibt noch andere Möglichkeiten zu beurteilen, was wir tun«, kicherte Gelbzahn.
    »Wir dürfen keine Jungen haben, denn wir sollen alle unsere Clangefährten gleichermaßen lieben, und die ersten Clan-Katzen hatten Angst, dass wir unsere eigenen Verwandten vor anderen anderen behandeln könnten. Aber wenn deine Jungen geboren sind, Blattsee, wirst du erfahren, dass dein Herz Platz hat, um mehr zu lieben, als du dir vorstellen kannst. Liebe an deine Junge bedeutet nicht, dass du weniger Liebe für deinen Clan hast.«
    »Dann sollte das Gesetz anders sein?«, fragte Blattsee hoffnungsvoll.
    Gelbzahn peischte mit ihren Schwanz.
    »Das habe ich nicht gesagt. Das Gesetz der Heiler ist da, um uns an unsere Pflichten zu erinnern. Wir können es nicht ändern, mehr als wir die Jahreszeiten ändern können.«
    Blattsee fühlte ein leises Rühren in ihrem Bauch, und sie kräuselte ihren Schwanz schützend um ihre Flanke.
    »Gibt es eine Chance, dass meine Clangefährten diese Jungen akzeptieren werden?«
    »Der DonnerClan lebt und atmet nach dem Gesetz der Krieger. Ich kann nicht versprechen, dass sie dir verzeihen werden. Aber deine Clangefährten haben so viele Monde gelitten, nichts sollte dir mehr wichtig sein als bei ihnen zu bleiben.«
    Der Blick der alten Katze wurde weich.
    »Deine Jungen müssen nicht dem gleichen Weg folgen wie meine. Wenn sie glauben, dass sie von dem Moment an, wo sie ihren ersten Atemzug nehmen, gewollt und geliebt werden, werden sie eine Chance haben, zu starken, loyalen, freundlichen Kriegern zu werden.«
    Sie sah auf ihre Pfoten.
    »Mein Fehler war, Braunstern einer Kätzin zu geben, die ihn nicht liebte, die jeden Schluck Milch, den er von ihr nahm, ärgerte.«
    »Bitte hilf mir!« Bat Blattsee.
    »Ich möchte meinem Clan dienen, aber ich kann diese Jungen nicht verschwinden lassen!«
    Blattsee stand auf und ging zurück zu den Schatten.
    »Du musst schlauer sein als ich, das ist alles.«
    Blattsee öffnete den Mund, um zu protestieren.
    Aber es war ein Schuss von Wind und Dunkelheit, und als sie ihre Augen öffnete, lag sie neben dem Mondsee mit ihren Babys, die in ihr zappelten, als ob sie müde waren, auf dem kalten Boden zu liegen.
    Blattsee hob sich zu ihren Pfoten.
    Der SternenClan hatte deutlich gesprochen: Ihre Pflicht war es, als DonnerClans Heiler da zu bleiben.
    Aber wie, wenn es keine Möglichkeit gab, diese Jungen geheim zu halten?
    Blattsee wusste, dass sie sich einer lebenden Katze anvertrauen musste.

    Und da war nur eine, den sie sich vorstellen konnte: eine Katze, aus der Liebe und Glück verschwunden waren.
    Sicherlich würde es genug zu entbehren zu geben, für einige hilflose Jungen?
    Und das war die Katze, die Blattsee ihrem ganzen Leben am nächsten war, auch wenn sie weit auseinander waren. ...

    11
    Kapitel 4

    »Eichhornschweif, hast du einen Moment? Ich muss mit dir reden.«
    Die dunklerote Kätzin drehte und sah Blattsee an.
    »Kann das nicht warten?«
    Ihr Fell war gerafft und ihre grünen Augen leuchteten vor Temperament.
    »Brombeerkralle will, dass ich getränktes Moos für den Kinderstube hole, obwohl es eine Schüleraufgabe ist. Er hat nicht aufgehört, Befehle zu erteilen, da Feuerstern ihn zum Stellvertreter gemacht hat!«
    »Ich könnte mit dir kommen«, bot Blattsee an.
    Eichhornschweif zuckte mit ihren Ohren.
    »Okay, wenn es wirklich nichts Wichtigeres gibt, was du tun musst.«
    Sie waren auf dem Weg zu Mausefell.
    Die ältere Katze betrachtete Blattsees Bauch.
    »Viele Mäuse waren im Mondsee? Du siehst plump aus, Blattsee!«
    Blattsee zuckte zusammen und versuchte, in ihre Flanken zu stecken.
    »Der SternenClan ist großzügig mit Beute bei diesem Blattfall«, mähte sie und beschleunigte sich.
    Sobald sie sich durch die Dornen geschoben hatten, sah Eichhornschweif Blattsee an.
    »Wow, das war unhöflich von Mausefell! Sie hat aber recht. Hast du mehr als deinen Besuch gehabt?«
    Ihr Ton war sanft und amüsiert, aber Blattsee fühlte sich heiß unter ihrem Fell.
    »Das würde ich nie tun«, miaute sie.
    Sie stürzte sich in die Farne und ging den Hang hinunter zum See.
    Die kühlen Wedel strichen an ihre Seiten und ließen sie sich wieder ruhig fühlen. Hinter ihr murmelte Eichhornschweif.
    »Was denkt Brombeerkralle, wer er ist, behandle mich wie als wäre ich noch nass hinter meinen Ohren? Kater sind so schwierig! Du weißt nicht, wie glücklich du bist, Blattsee, sich keine Sorgen um Dinge wie diese zu machen.«
    Sie brach ab, als sie neben ihrer Schwester war.
    »Nun, ich weiß, es gab Krähenfeder. ...«
    Blattsee sagte nichts.
    Sie kamen aus den Bäumen in den Rand des Seeufers.
    Kiesel knirschten unter ihren Pfoten, und vor ihnen streckte der See, flach und silbern.
    Eichhornschweif trabte weiter.
    »Hier ist ein gutes Büschel Moos«, rief sie.
    »Es wird nicht lange dauern, um etwas zu nehmen und es zurück zum Lager zu bringen. Ich versuche, es in Brombeerkralles Nest zu bringen«, fügte sie unter ihrem Atem hinzu.
    Blattsee wartete, bis ihre Schwester von einem gefallenen Baum gestoppt hatte und bei dem dicken Wachstum des Moos stolperte.
    Ihr Herz klopfte und ihr Fell fühlte sich seltsam und stachelig an.
    In ihr waren die Jungen immer noch so, als würden sie warten.
    Ich habe keine Wahl, erinnerte sich Blattsee.
    »Ich brauche deine Hilfe, Eichhornschweif«, begann sie.
    Die rote Kätzin hielt inne und blickte auf.
    »Sicher. Willst du, dass ich dir Kräuter hole?«
    Sie zog ein Gesicht.
    »Du brauchst mich nicht, um Galle zu sammeln, oder?«
    »Nein, nicht so etwas.«
    Eichhornschweifs Augen weiteten sich.
    »Willst du, dass ich eine Nachricht an Krähenfedet sende? Blattsee, du weißt, dass ich das nicht machen kann!«
    Blattsee zuckte zusammen und schloss die Augen für einen Augenblick.
    Das ist etwas, das Krähenfeder niemals herausfinden darf!
    Steine ​​rollten unter Eichhornschweifs Pfoten, als sie ihr Gewicht verlagerte. »Was ist das, Blattsee? Es ist offensichtlich wichtig.«
    Sie stieß einen Seufzer aus.
    »Ich habe immer gewusst, was du denkst, aber vor kurzem. . . seit der Krähenfeder-Sache - es ist, als ob du dich vor mir versteckst. Stimmt etwas nicht? Was ist so schrecklich, dass du es mir nicht sagen kannst. Ich bin deine Schwester!«
    Blattsee blickte über den See hinaus.
    Drei winzige Lichtpunkte tanzten auf dem Wasser, obwohl der Himmel oben grau und voller Wolken war.

    »Ich erwarte Junge.«
    »Du tust was?«
    Eichhornschweif sprang vom gefallenen Baum herunter und stand vor ihrer Schwester.
    »Sind sie Krähenfeders?«
    »Natürlich sind sie's«, schnappte Blattsee.
    »Ja, natürlich.«
    Eichhornschweif starrte sie erschrocken an.
    »Willst du wieder gehen? Ich werde dich so vermissen! Wer wird stattdessen unsere Heiler-Katze?«
    Blattsee hob den Kopf.
    »Ich bin DonnerClans Heiler«, miaute sie.
    »Nichts ist wichtiger als das. Eichhornschweif, du musst mir helfen, einen Weg zu finden, diese Jungen groß zu ziehen und immer noch meinen Clan zu dienen!«
    Eichhornschweif machte einen Schritt zurück.
    »Das ist nicht möglich!«
    »Ohne mich wird der DonnerClan keinen Heiler haben«, beharrte Blattsee.
    »Es gibt nicht genug Zeit, um einen Schüler auszubilden, und es gibt noch Wunden, die von dem Dachs-Kampf behandelt werden müssen!«
    Eichhornschweifs Augen waren beunruhigt.
    »Andere Katzen können deine Pflichten übernehmen. Lichtherz kennt Kräuter, nicht wahr? Du musst keine Heilerin sein, Blattsee. Jeder wird sich schließlich an die Idee daran gewöhnen. Es ist nicht so, als ob unsere Clangefährten nicht über dich und Krähenfeder Bescheid wissen.«
    »Der DonnerClan braucht mich, um dessen Heilerin zu sein. Ich kann diese Jungen nicht haben!«
    Eichhornschweif sah Blattsees geschwollenen Bauch an.
    »Ich glaube nicht, dass du jetzt eine Wahl hast.«
    Sie näherte sich und Blattsee spürte die Wärme ihres Schwesterns Atem gegen ihre Wange.
    »Ich werde dir so viel helfen wie ich kann, ich verspreche es«, murmelte Eichhornschweif.
    »Alles wird gut.« Blattsee blickte auf die winzigen Lichtpunkte, die auf den See geworfen wurden, zerbrechlich und von den Wellen gekrümmt.
    Oh, Eichhornschweif, du verstehst es nicht.
    Nichts wird jemals wieder in Ordnung sein.

    12
    Kapitel 5

    Blattsee blickte auf, als Beerenjunges in die Kinderstube hinkte.
    »Was ist es diesmal?«, murmelte sie.
    Haseljunges Kopf tauchte hinter ihrem Bruder auf.
    »Er stand auf einer riesigen Distel!«, quietschte sie.
    »Seine Pfote ist voller Stacheln!«
    Beerenjunges hielt sie elend hin.
    Er verschränkte die Augen und verdrehte den Kopf.
    »Werde ich jemals jagen können?«, wimmerte er.
    Blattsee studierte den kleinen rosa Fuß. Sie konnte nur die Spitze eines Dorns sehen, nicht größer als ein Schurrhaar einer Maus, in seiner Pfote.
    »Ich glaube, du wirst in Ordnung sein«, miaute sie.
    »Kann ich hereinkommen?«, rief eine Stimme vom Eingang.
    Es war Lichtherz und rollte ein Bündel von Spinnweben vor ihr.
    »Hier bist du«, paffte sie und steckte sie in eine kleine Spalte in der Steinmauer.
    »Ich fand Lasten unter einem Stück alte Rinde am Ufer.«
    »Danke«, genähte Blattsee.
    »Wenn du hier bist, würdest du gern einen gigantischen Dorn aus diesem tapferen kleinen Krieger herausziehen?«
    Lichtherz blinzelte.
    »Sicher, wenn du es willst.«
    Sie blickte auf Beerenjunges Pfote.
    »Wow, das ist riesig! Okay, halte dich still.«
    Beerenjunges lehnte sich gegen Haseljunges, als Lichtherz über seinen Fuß gebeugt und das Kribbeln herauszog.
    Sie spuckte es auf ein Blatt und richtete sich auf.
    »Alles getan«, erklärte sie.
    »Hat es weh getan?«, fragte Haseljunges.
    Beerenjunges nickte.
    »Ein bisschen. Aber ich bin fast ein Krieger, also habe ich nichts dagegen. Danke, Lichtherz!«
    Mit einem Flick seines stumpfen Schwanzes trabte er mit der Schwester aus dem Bau.
    Lichtherz beobachtete sie, dann wandte sie sich an Blattsee.
    »Gibt es etwas, das du mir erzählen willst?«
    Sie miaute, ihr einziges Auge breit mit Sorge.
    Im Halbdunkel des Maus glühten die orangen Flecken des Fells gegen ihren weißen Fell.
    Blattsee zuckte zusammen.
    »Was meinst du?«
    »Bisher habe ich heute eine infizierte Zecken-Wunde bei Mausefell behandelt, den letzten unserer Schafgarben aussortiert, Spinnweben gesammelt und nun den kleinsten Dorn entfernt, den ich je gesehen habe. Du weißt, ich habe nichts dagegen, dir zu helfen, Blattsee, aber jede Katze würde denken, du wolltest, dass ich dein Schüler bin!«
    »Wie würdest du darüber denken?«
    Blattsee murmelte leise.
    Lichtherz schnurrte.
    »Ich bin geschmeichelt, gefragt zu werden, aber was ist mit Wolkenschweif und Weißpfote? Ich bin eine Mutter und eine Gefährtin, und ich will das nicht aufgeben. Nein, Blattsee, du hast eine mutige Entscheidung getroffen, deinem Schicksal zu folgen, besonders nach dem ... dem Krähenfeder-Vorfall. Aber ich bin sehr glücklich darüber, wie es ist. Ich liebe es dir zu helfen und ich hoffe das ändert sich nie, aber du musst auf diese neuen Würfe nach einen Schüler schauen. Mit so vielen von ihnen wird es nicht schwer sein!«
    Sie stellte sich unter den Brombeerranken am Eingang und verschwand in den kalten Sonnenschein.
    Blattsee stand mitten in ihres Baus.
    Sie hatte sich in ihrem Leben nie mehr allein gefühlt.
    Dann rührten sich ihre Jungen in ihr, und sie erinnerte sich, dass das Problem war, dass sie nicht allein war.
    Sie spürte einen Zorn über ihre ungeborenen Jungen.
    Warum musstet ihr kommen?
    Euer Vater weiß nicht einmal, dass ihr existiert.
    Ihr werdet alles ruinieren!
    Drei Sonnenaufgänge verstrichen. Schlaflos und fiebrig vor Angst, beobachtete Blattsee, dass jeder über den Gipfeln der Bäume schaute.
    Sie fühlte sich erschöpft, von ihrem schweren Bauch und erschrocken, zu viel Zeit außerhalbs ihres Baus zu verbringen, falls ihre Clangefährten erkannten, was los war.
    Insbesondere versteckte sie sich vor Mausefell und schickte Lichtherz in den Bau der Ältesten, um die Infektion der alten Katze zu überprüfen.

    Sie hatten noch nicht über die Frage eines neuen Schülers nachgedacht.
    Blattsee zählte ihre Mohnsamen, als es in der Lichtung einen Aufruhr gab.
    Sie steckte den Kopf aus und sah, wie Wolkenschweif Weispfote noch blasser Körper auf den Schultern trug.
    Der Rest der Morgenpatroullie um sie herum.
    Dornenkralle brach weg und stolperte.
    »Blattsee, komm schnell! Weißpfote ist verletzt!«
    Lichtherz flog aus dem Bau der Krieger
    »Was ist los?«
    Sie half Wolkenschweif, ihre Tochter zu Boden zu senken.
    »Weißpfote, Aufwachen!«
    Blattsee lief vorbei.
    »Bleib zurück, Lichtherz«, meinte sie sanft.
    »Lass mich sie sehen.«
    Lichtherz trat weg und drückte sich gegen Wolkenschweif.
    »Unser Baby!«, wimmerte sie.
    Die kleine weiße Katze lag sehr still, ihr Atmen flach und ihr Herzschlag schwach.
    Blattsee blickte zu Farnpelz auf, der seine Schülerin in Not anstarrte.
    »Sag mir genau, was passiert ist«, bestellt sie.
    Der goldbraune Krieger verengte seine Augen.
    »Sie hat für ihre abschließende Beurteilung geübt. Ein Hase überquerte die WindClan-Grenze und Weißpfote rannte hinterher. Sie fing ihn, aber er kämpfte und entwischte. Als ich sie erreichte, war sie so.«
    Seine Stimme zitterte.
    Ampferschweif legte sich hinter ihm auf, hörte die Aufregung aus der Kinderstube und legte den Schwanz auf die Schulter, um ihn zu trösten.
    »Es war nicht deine Schuld«, murmelte sie.
    Blattsee verfolgte den Umriss von Weißpfotes Körper mit ihren Pfoten, um gebrochene Knochen zu finden.
    Es war eine Schwellung an Weißpfotes Kiefer, die sich heiß anfüllte.
    »Hat der Hase ihr ins Gesicht geschlagen?«
    Dornenkralle nickte.
    »Ja, ich glaube schon.«
    »Das ist, was hat sie ausgeknockt«, mähte Blattsee.
    »Ich vermute, es war ein großes Tier?«
    »Massiv«, bestätigte Farnpelz.
    »Ich kann nicht glauben, dass Weißpfote dachte, sie könnte es fangen.«
    Lichtherz ließ einen Atemzug raus.
    »Mein armes mutiges Junge!«
    Blattsee setzte ihre Überprüfung fort.
    Sie hoffte, dass Weißpfote alleine aufwachen würde, aber sie musste überprüfen, ob es irgendwelche anderen Verletzungen gab.
    Ihre Beine schienen gut zu sein, aber es war etwas falsch mit dem Winkel ihres Schwanzes. ...
    »Ich glaube, sie hat ihren Schwanz ausgerenkt«, gab Blattsee bekannt.
    Wolkenschweif blinzelte.
    »Ist das möglich?«
    »Es ist selten, aber ich habe davon gehört, dass so etwas passiert ist.«
    Blattsee stieß die Basis von Weißpfotes Wirbelsäule an und spürte das beiderseitige Knirschen.
    Weißpfote rührte sich.
    »Sie wacht auf!«, rief Lichtherz.
    »Das heißt, sie hat Schmerzen?«
    Blattsee nickte.
    »Den Schwanz zurückzuziehen wird sehr weh tun.«
    »Dann musst du ihr etwas zu schlafen geben!«
    Lichtherz bestand darauf.
    »Soll ich Mohnsamen holen?«
    Blattsee dachte einen Moment nach.
    Mohnsamen würden Weißpfote tiefer schlafen lassen, und wenn sie schon ausgeknockt wäre, wäre das gefährlich? Sie wollte, dass der Schüler so schnell wie möglich aufwachte und anwies, ob sie ihr irgendwo anders schmerzte.
    »Nein«, hat sie endlich gepeitscht.
    »Der Schmerz wird nicht lange dauern, und wenn es hilft, Weißpfote zu wecken, könnte das eine gute Sache sein.«
    Lichtherz ließ einen Schrei von Bestürzung aus, aber Blattsee ignorierte sie.
    »Dornenkralle, hol einen Stock und steck ihn zwischen Weißpfotes Kiefer, falls sie beißt. Farnpelz, halte ihr Hinterleib fest.«
    Sie demonstrierte, indem sie ihre Pfoten fest auf Weißpfotes Hüften legte.
    Die kleine Katze stieß ein Murmeln aus.
    Farnpelz knirschte mit den Zähnen und folgte den Anweisungen von Blattsee.
    »Du musst ganz stark sein«, warnte Blattsee.
    »Ihr Schwanz könnte nicht leicht zurückgehen.«
    Sie erkannte, dass ihre Pfoten zitterten.

    Sie versuchte, die Skelette von Spitzmäuse und Kaninchen sich vorzustellen, die Rußpelz benutzt hatte, um den Weg zu zeigen, wie Knochen zusammengebracht wurden.
    Für einen Moment zögerte sie, erschrocken, dass sie die Schülerin noch mehr beschädigen würde.
    Farnpelz murmelte in ihrem Ohr:
    »Ich weiß, dass du das tun kannst, Blattsee. Mach weiter.«
    Blattsee atmete tief ein und legte eine Pfote über Weißpfotes Schwanz, in der Nähe der Spitze.
    Sie legte ihre andere Pfote auf die Unterseite der kleinen Katzes Wirbelsäule.
    Mit Farnpelz, der die Hüften fest hielt, fing Blattsee an, den Schwanz zu drehen.
    Weißpfotes Augen blieben geschlossen, aber sie ließ ein schreckliches Schreien aus.
    Lichtherz zog vorwärts, aber Wolkenschweif hielt sie zurück.
    Farnpelz keuchte mit der Bemühung, Weißpfote noch zu halten.
    Blattsee hielt den Druck aufrecht, bis sie einen kleinen Klick unter dem Pelz von Weißpfote fühlte.
    Plötzlich entspannte sich der Schwanz in ihrer Pfote und Weißpfote gab einen kleinen Seufzer.
    »Du hast es getan!«, atmete Lichtherz.
    Weißpfote zitterte und öffnete ihre Augen.
    »Wo bin ich?«, murmelte sie.
    »Du bist sicher«, sagte Lichtherz.
    Sie lief ihre Pfote über Weißpfotes Kopf.
    »Blattsee hat deinen Schwanz fixiert.«
    »Mein Mund tut weh«, wimmerte Weißpfote.
    Die Schwellung auf ihrem Kiefer machte es ihr schwer, zu sprechen.
    »Vielleicht beim nächste Mal, wenn du einen Hasen siehst, wirst du ihn weglaufen lassen«, meinte Blattsee.
    »Du wirst einen bösen Stoß dort für eine kleine Weile haben, aber ich kann dir etwas geben, um die Schmerz zu lindern. Dornenkralle, Farnpelz, tragt Weißpfote in meinen Bau. Ich schicke Birkenpfote, um sauberes Moos und Federn für dein Nest zu holen.«
    Dornenkralle beruhigte sich sorgfältig und hilfte Weißpfote auf die Schultern ihres Mentors und sie hielt mit Lichtherz fest, sie machten sich auf den Weg in die Spalte im Felsen.
    »Du hast es sehr gut gemacht, mein Liebe«, kommentierte eine Stimme hinter Blattsee.
    »Sandsturm!«, miaute sie.
    Sie hatte nicht bemerkt, dass ihre Mutter sie beobachtet hatte.
    »Ich bin so stolz auf dich«, murmelte Sandsturm, ihre grünen Augen glühten.
    »Du hast es sogar geschafft, Lichtherz zu beruhigen.«
    »Keine Königin will ihre Jungen voller Schmerzen sehen«, sagte Blattsee.
    »Natürlich nicht«, stimmte Sandsturm zu.
    Sie machte einen Schritt vorwärts und ließ ihre Schwanzspitze Blattsees Flanke fallen.
    »Auch wenn ihre Jungen erwachsen sind, ist eine Kätzin immer eine Mutter.«
    Ihr Atem war warm und süß duftend.
    »Ist alles in Ordnung, Blattsee?«, murmelte sie.
    »Du wirkst im Moment abgelenkt, als ob dich etwas beunruhigt. Du kannst mir alles erzählen, weißt du.«
    Nein, ich kann nicht!
    Blattsee spürte einen winzigen Köcher in ihr, und plötzlich wollte sie aus dem Felsenkessel, weg von Sandsturms zu engen Fragen, aus dem Wissen ihrer Mutter, wie eine werfende Katze aussah und roch.
    »Ich muss frische Schafgarbe holen«, miaute sie.
    »Sag Lichtherz, dass sie neben Weißpfote bleiben soll, aber sie darf ihr keine Mohnsamen geben. Ich werde nicht lange brauchen.«
    Sandsturm nickte und sah erschrocken aus, aber sie versuchte nicht, sie aufzuhalten.
    Blattsee drehte sich um, um ihren Weg durch den Dornentunnel zu gehen.
    Ohne zu denken, ging sie den Hang hinauf zum Kamm.
    Es gab Schafgarbe näher am Lager, neben dem See, aber ihre Pfoten trug sie zu den Pflanzen, die am Rande des Baches an der Grenze zum WindClan wuchsen.
    Sie atmete die Düfte von Moor und Kaninchen ein und spürte, wie sich die Jungen in ihr verlagerten.
    Wisst ihr, woher ihr Vater kommt?
    Sie hatte gerade einen fleischigen Schafgarbenhalm gefunden, als sie die Geräusche von Katzen hörte, die sich auf der anderen Seite des Baches näherten.
    Eine WindClan-Patrouille!
    Blattsee schob ihren Kopf hoch, um vier Katzen zu sehen, die über das Gras liefen.
    Krähenfeder führte, sein dunkelgraues Fell flitzte wie ein Schatten über den Boden.
    Eine schwarze Katze lief dicht neben ihm und passte zu seinem Schritt.
    Blattsee verzog sich vom Bach und duckte sich hinter einer Stechpalme.

    Die stacheligen Blätter streiften ihr Pelz, als sie aus den Augen kroch.
    Sie wusste, dass sie nichts falsch gemacht hatte, keine Grenzen überschritten hatte, nichts genommen, was dem WindClan gehörte, aber sie war nicht bereit, ihre Nachbarn zu sehen, nicht so bald.
    Sie hörte die WindClan-Katzen pausieren, um Duftmarken zu erneuern, dann fuhren sie auf dem Hügel fort.
    Blattsee wartete ein paar Augenblicke, dann zog sie sich aus ihr Versteck und schüttelte Zweige aus ihrem Pelz.
    Sie kehrte zum Bach zurück und zerrte den abgebissenen Halm vom Ufer weg, als eine Stimme sie erschreckte.
    »Hast du gedacht, dass ich dich nicht bemerkt habe? Ich würde deinen Duft immer erkennen!«
    Blattsee ließ den Stiel fallen, der mit einem Spritzer in den Bach fiel.
    »Krähenfeder! Was machst du hier? Wo ist deine Patrouille?«
    »Ich habe sie weggeschickt, um die Markierungen über dem Kamm zu überprüfen.«
    Krähenfeders blaue Augen waren riesig und untersuchten sie.
    »ICH . . . Ich wollte sehen, wie es dir geht.«
    Blattsee machte einen Schritt von der Böschung zurück.
    »Es geht mir gut. Beschäftigt, wie du sehen kannst.«
    Plötzlich sprang Krähenfeder über den Bach.
    Sein Duft wehte über Blattsee und die Nähe von ihm ließ sie gegen seine Schulter drücken und die Wärme seines Fells spüren.
    »Ich habe dich vermisst«, flüsterte er, so nah konnte sie seinen Atem auf ihre Schnauze spüren.
    »Ich brauche dich bei mir. Ich wünschte, die Dinge könnten anders sein.«
    »Ich wünschte das auch«, meinte Blattsee.
    »Mehr als du vielleicht ahnst.«
    Sie stellte sich vor, dass Weißpfotes zerbrechlicher Körper in der Lichtung lag, Mausefells sickernde Zeckenwunde, Beerenjunges stachelige Pfote.
    Das waren die Katzen, die sie wirklich brauchten.
    Sie richtete sich auf.
    »Aber wir können nichts ändern, Krähenfeder. Es ist aus. Ich bin DonnerClans Heiler bis zum Tag, an dem ich dem SternenClan beitrete.«
    Sie fühlte, wie sie Krähenfeder wegzerrte und er starrte sie an.
    Hatte er gedacht, er könnte auf die Art und Weise zurückkehren?
    Was auch immer geschieht, ist mein Schicksal und mein allein.
    Er kann nicht dabei sein!
    »Ich glaube du sollst gehen«, miaute sie.
    »Deine Patrouille wird dich bald suchen. Möchtest du, dass sie deine Loyalität noch einmal bezweifeln?«
    Krähenfeder blinzelte.
    »Ich dachte, dass es uns egal war, was unsere Clangefährten über uns denken.«
    »Nun, das tue ich«, miaute Blattsee.
    »Geh zurück zu deinem Clan, Krähenfeder. Ich werde dich nicht mehr ruinieren lassen.«
    Es war, als hätte sie dem WindClan-Krieger einen physischen Schlag verpasst.
    Er zuckte mit Schmerzen in den Augen.
    »Wenn es das ist, was du wirklich willst«, murmelte er.
    »Das ist es«, knurrte Blattsee.
    In ihr wand sich die Jungen so heftig, dass Blattsee überzeugt war, dass Krähenfeder sie sehen würde. Können sie mich hören, dass ich ihren Vater wegschicke?
    Oh, Kleine, welche Wahl habe ich?
    Wenn ich meinen Platz im DonnerClan verliere, werden wir nichts haben!
    Krähenfeder sprang über den Bach.
    Er blickte zurück und öffnete den Mund, um zu sprechen, aber der Klang von schnellen Tatzenstufen ließ sie den Hügel hinaufschauen.
    Seine Patrouille rannte auf sie zu.
    Blattsee schleuderte herum und tauchte unter die Stechpalme.
    Sie guckte heraus, um die Patrouille neben Krähenfeder, zu sehen.
    Die schwarze Kätzin drückte zu ihm und drehte den Schwanz mit seinem.
    Als sie sprach, erkannte Blattsee sie als Nachtwolke, eine WindClan-Kriegerin, die niemals freundlich war zum DonnerClan.
    »Ist alles in Ordnung?«, fragte Nachtwolke.
    »Mit wem hast du gesprochen?«
    »Mit niemanden wichtiges«, knurrte Krähenfeder, und Blattsee spürte, wie ihr Herz knackte.
    »Komm schon, lasst uns die Patrouille beenden.«
    Die WindClan-Katzen verschwanden.
    Blattsee kroch aus ihrem Versteck. Niemand wichtiges.
    Nun, es sieht so aus, als wäre Nachtwolke die Wichtige.

    Hatte Krähenfeder gelogen, warten um zurück zu kehren, wie die Art und Weise der Dinge waren?
    Sein Leben schien schon weiterzulaufen, und seine Clangefährten schauen nicht so aus, als ob sie an seiner Loyalität zweifelten.
    Blattsee war allein mit ihren Jungen - nach Wahl oder Unfall.

    Die SternenClan-Katzen sagten, sie könnten mir nicht sagen, was zu tun ist, aber Gelbzahn muss etwas wissen, was helfen könnte.
    Ich gehe zurück zu ihr, erinnere sie daran, dass sie es selbst erlebt hat, und um Rat bitten.
    Ich kann das nicht alleine machen!

    13
    Kapitel 6

    Lichtherz blieb die ganze Nacht bei Weißpfote, was den Bau ein wenig überfüllte, aber Blattsee war froh über die Hilfe, als die Schülerin in Schmerzen vor ihrem Kiefer und dem dumpfen Schmerz in ihrem Schwanz erwachte.
    Sie wagte es immer noch nicht, Weißpfote irgendwelche Mohnsamen zu geben, so dass Lichtherz sich um ihre Tochter kräuselte und die Oberseite ihres Kopfes leckte und sie wieder einschlafen ließ.
    Bei Sonnenaufgang dösten beide Katzen, also zog Blattsee sich aus dem Bau, um ihnen etwas vom Frischbeutehaufen zu holen, falls sie hungrig aufwachten.
    Eichhornschweif und Brombeerkralle kehrten gerade mit der Morgenpatroullie zurück und schnurrten vor Vergnügen, was Regenpelz gesagt hatte.
    Es sah aus als wär ihr Streit längst vergessen.
    Blattsee schloss sich ihrer Schwester an, als Brombeerkralle zur Hochnase sprang, um Feuerstern zu berichten.
    »Wirst du mit mir zum Mondsee kommen?«, fragte Blattsee.
    »Ich muss mit dem SternenClan sprechen und ich will nicht alleine gehen.«
    Blattsee riskierte einen Blick auf ihren schwerfälligen Bauch.
    »Natürlich.«
    Eichhornschweif nickte.
    »Alles klar, ich komme. Möchtest du jetzt gehen?«
    »Wenn wir können. Lichtherz kann sich heute um Weißpfote kümmern.«
    »Lass mich mit Feuerstern und Brombeerkralle zuerst sprechen.«
    Eichhornschweif trabte die Felsen hoch und verschwand im Bau des Anführers.
    Blattsee spürte, wie die Jungen in ihr hingen und dachte mit Furcht vor dem langen Marsch bis zum Mondsee.
    Eichhornschweif erschien erschienen.
    »Alles ist gut. Komm schon.«
    Sie sah zum Himmel auf.
    Es war bewölkt, aber so bleich wie eine Taubenschwinge.
    »Wenigstens sollten wir nicht nass werden.«
    Sie hatte recht, es regnete nicht, aber die Reise war härter als Blattsee es jemals zuvor gefunden hatte.
    Jeder Stein schien, von ihren Pfoten weg zu rollen, jeder Brombeerstrauch, verfang sich in ihren Pelz, und das Gewicht ihres Bauches ließ sie zu Atem schnappen.
    Eichhornschweif verlangsamte ihr Tempo, um neben ihr zu gehen, drängte sie über die Felsen und trieb sie an, wenn Blattsee wollte sich hin zulegen und sich auszuruhen.
    Endlich erreichten sie den Weg, der zum Mondsee führte.
    Blattsee starrte in die Mulde erstaunt.
    Die Dämmerung fiel, und Stacheln des Sternenlichts fingen an, auf dem ruhigen Silberwasser zu erscheinen.
    »Es ist schön!«, flüsterte sie.
    Anders als im Alten Wald besuchten die Schüler nicht mehr den besonderen Platz der Heilerkatzen als Teil ihrer Ausbildung. Das war Eichhornschweifs erster Anblick vom Mondsee, und Blattsee spürte eine Freude über die Reaktion ihrer Schwester.
    »Nicht wahr?«, stimmte sie zu.
    »Kannst du die Spuren im Weg fühlen?«
    Eichhornschweif rieb ihre Pfoten über den Grübchenstein und nickte.
    »Das sind die Tatzendrucke aller Katzen, die hier vor uns gekommen sind«, erklärte Blattsee.
    »Wir sind nicht die ersten Katzen, die von diesem besonderen Ort wissen.«
    »Wow«, atmete Eichhornschweif.
    »Ich fühle mich so geehrt, hier zu sein.«
    »Ich weiß, was du meinst«, miaute Blattsee.
    »Folge mir. Ich muss am Wasser liegen.«
    Sie ging über den Spiralweg mit ihrer Schwester.
    Die Sterne funkelten heller im Teich, als sie erschienen.
    Blattsee sank mit einem Ächzen der Erleichterung auf den kalten Stein.
    »Was passiert jetzt?«, fragte Eichhornschweif und setzte sich hin und sah sich um.
    »Ich werde im Schlaf mit dem SternenClan Zungen teilen. Du solltest auch schlafen, wenn du kannst. Es ist ein langer Spaziergang nach Hause«
    Eichhornschweif setzte sich nieder und murrte um die Härte des Bodens. Allmählich verlangsamte sich ihre Atmung.
    Blattsee stieß ein wenig näher, um die Wärme des Schwanzes ihrer Schwester zu genießen, dann schloss sie die Augen.

    Sie öffnete sie, um zu sehen, wie Gelbzahn über sie stand.
    Der graue Pelz der alten Katze war so krumm wie ewig, und ihr Atem war so laut, dass es von den Wänden der Höhle widerhallte.
    »Wieder hier?«, grinste Gelbzahn.
    Blattsee kämpfte auf ihre Pfoten.
    »Bitte hilf mir, Gelbzahn. Alles scheint so dunkel. Ich kann überall keinen Weg finden.«
    Die alte Katze setzte sich mit einem Seufzer.
    »Es tut mir leid, dass du so fühlst, Blattsee. Wenn du nur an die Konsequenzen dessen gedacht hättest, was du getan hast.«
    »Nun, das habe ich nicht!«
    Blattsee blitzte zurück.
    »Ich kann sagen, das es mir leid tut, bis der See trocken läuft, aber das wird nichts ändern. Bitte hilf mir mich zu entscheiden, was zu tun ist! Es gibt niemand sonst kann ich fragen!«
    Zu ihrer Überraschung antwortete Gelbzahn nicht.
    Stattdessen beugte sie sich vor und stieß Eichhornschweif mit einer Pfote an.
    Eichhornschweif hob leise den Kopf.
    »Ist es Zeit zu gehen? Ich habe gerade meine Augen geschlossen.«
    Ihr Blick fiel auf Gelbzahn.
    »Oh! Du bist vom SternenClan, nicht wahr?«
    Gelbzahn zuckte ihre Ohren, die mit Sternenlicht glühten.
    »Es scheint so zu sein. Weißt du, wer ich bin?«
    Eichhornschweif legte den Kopf auf die eine Seite.
    »Ich vermute, du bist Gelbzahn. Ich habe viele Geschichten über dich gehört.«
    Sie studierte das mattierte, staubige Fell der alten Katze und ihre Nase zuckte.
    »Ich würde dich überall erkennen.«
    »Ich bin geschmeichelt«, kommentierte Gelbzahn trocken.
    Eichhornschweif stand auf und sah von Gelbzahn nach Blattsee und wieder zurück.
    »Warum bin ich hier? Gibt es eine Möglichkeit, wie ich Blattsee helfen kann, ihre Jungen aufzuziehen?«
    »Ja«, murmelte Gelbzahn.
    »Du kannst sie nehmen und sie als deine eigenen heben.«
    Eichhornschweif sah entsetzt aus.
    »Was? Wie soll ich das machen? Ich müsste Feuerstern, alle meine Clangefährten und Brombeerkralle belügen!«
    Die alte Heilerin blinzelte.
    »Wenn eine Lüge ist, was es braucht, um diese Jungen zu retten, so sei es.«
    Eichhornschweif schritt in einem engen Kreis.
    »Es tut mir Leid. Ich weiß einfach nicht, wie ich das machen könnte. Es ist zu viel.«
    »Ich kann dich nicht dazu bringen, etwas zu tun, was du nicht willst«, kicherte Gelbzahn.
    »Ich verstehe, warum du nicht so eine große Verantwortung willst - nicht, dass ich es nicht schätzen würde, natürlich, eine Heilerin zu sein.«
    Blattsee versteifte sich.
    Also wollte Gelbzahn Eichhornschweif über ihre eigene schreckliche Geschichte erzählen?
    »Aber ich habe dich beobachtet, Eichhornschweif«, fuhr Gelbzahn fort, ihre Stimme war kaum lauter als der Wind gegen den Stein.
    »Ich weiß, du würdest eine ausgezeichnete Mutter sein.«
    Ihr bewölkter gelber Blick fiel auf den Mondsee, der in die Wellen durch die Brise gepeitscht wurde.
    Ihre Ohren stachelten, als hätte sie etwas im Wasser gesehen.
    Sie blinzelte und wandte sich dann wieder an Eichhornschweif.
    »Es tut mir so leid«, flüsterte sie.
    Eichhornschweif starrte sie großäugig an.
    »Entschuldigen für was?«
    Die alte Katze seufzte.
    »Ich wünschte, die Sterne hätten mir diese Nachricht nicht geschickt, um sie weiterzugeben. Aber es ist meine Pflicht. Eichhornschweif, du wirst niemals eigene Junge haben.«
    Blattsee schluckte.
    Was?
    Ihre Schwester schaukelte rückwärts auf ihre Hüften.
    »Bist du sicher? Woher kannst du das wissen?«
    »Stellst du den SternenClan infrage?«, zischte Gelbzahn.
    Dann flachte sie ihren Pelz wieder ab.
    »Blattsee bietet dir deine Chance, Mutter zu sein. Und Brombeerkralle wird ein großer Vater sein. Eines Tages wird er der Anführer vom DonnerClan sein! Er braucht Junge, um in seinen Pfotenschritten zu treten, nicht wahr?«
    Blattsee hielt den Atem an.

    Eichhornschweif stand auf und ging zum Rand des Mondsees, wo sie auf das Sternenlicht, das auf die Oberfläche plätscherte, blickte.
    Gelbzahn folgte ihr.
    »Ich weiß, wie schwer das zu hören ist. Komm und entspann dich. Du wirst die Dinge klarer sehen, wenn du aufwachen.«
    Sie führte Eichhornschweif zurück zu dem warmen Fleck von Stein, wo sie vorher gelogen hatte.
    Eichhornschweif kräuselte sich, so still und gehorsam wie ein Bausatz, und ließ Gelbzahn sie mit langen, glatten Lecken über ihren Kopf schlafen.
    Blattsee wartete, bis ihre Schwester schnell einschlief, dann stand sie auf.
    »Der SternenClan hat noch nie die Zukunft im Mondsee gesehen«, murmelte sie leise.
    »Hast du die Wahrheit gesagt?«
    Gelbzahn hielt den Blick auf den Kopf von Eichhornschweif.
    »Die Wahrheit ist, dass Eichhornschweif eine weit bessere Mutter für diese Jungen wäre, als du, Blattsee. Das ist das einzige, was jetzt zählt.«
    Blattsee versuchte zu sprechen, aber eine federweiche Dunkelheit zerrte an ihr und zog sie wieder in den Schlaf.
    Sie legte sich hin und ließ ihre Augen schließen, als Gelbzahns glühende Gestalt verblasste.
    Als Blattsee erwachte, stand Eichhornschweif neben dem Mondsee.
    Ohne sich umzusehen, murmelte sie:
    »Erinnerst du dich an unseren Traum?«
    »Ja«, flüsterte Blattsee.
    Ihre Beine zitterten.
    Würde Eichhornschweif sich wirklich um ihre Jungen kümmern?
    Wenn es bedeutete, dass sie im DonnerClan bleiben konnten und ihre Jungen groß werden, während sie Heiler blieb, vielleicht ist das die einzige Möglichkeit.
    Eichhornschweif drehte sich zu ihr um, und ihre Augen waren weich vir Traurigkeit.
    »Ich liebe dich, Blattsee, und ich werde mein Versprechen halten, dir zu helfen. Aber ich kann Brombeerkralle nicht für den Rest seines Lebens anlügen, weder Feuerstern, Sandsturm oder all unsere Clangefährten. Es tut mir so leid, aber das kann ich nicht für dich tun.«

    14
    Kapitel 7

    Der Himmel hatte so viel erleichtert, wie es zu der Zeit ging, als Blattsee und Eichhornschweif den Felsenkessel erreichten.
    Blattsee fühlte sich schwindelig vor Müdigkeit und hatte sich für die meisten der Reise auf die Schulter ihrer Schwester gelehnt.
    Sie musste aber selbst auf die Lichtung gehen.
    Sie konnte nichts von ihren Clangefährten riskieren, wie schwach und atemlos sie war.
    Sie ging gerade zu ihrem Bau und war erleichtert, Weißpfote zu finden, die friedlich schlief.
    Lichtherz saß neben ihrer Tochter und rollte die neu getrockneten Schafgarbenblätter hoch.
    »Sie hat heute weniger Schmerzen«, kommentierte sie.
    Sie blickte auf Blattsee.
    »Du siehst abgenutzt aus. Du brauchtest nicht über Nacht zurückgekommen. Ich hätte heute nach Weißpfote sehen können.«
    Blattsee sank in ihr Nest.
    »Ich weiß, aber wir wollten nicht auf dem Berg schlafen. Warum gehst du denn jetzt nichts essen?«
    Die Katze blickte sie noch einmal an und verließ dann den Bau.
    Blattsee streckte sich so flach aus, wie sie konnte, mit ihrem Bauch, der unbeholfen neben ihr stand.
    Keine weiteren Reisen zum Mondsee, Kleinen.
    Der SternenClan hat so viel getan wie er konnte.
    Vielleicht hatte Gelbzahn recht und euch Eichhornschweif zu geben, war der einzige Weg, um uns hier zu halten.
    Aber wenn Eichhornschweif nicht will, dann müssen wir unseren eigenen Weg finden.
    Sie glättete ihre Pfote über die unbequeme Schwellung.
    Sie wusste, dass die Jungen im nächsten Viertelmond kommen würden.
    Sie müsste das Lager rechtzeitig verlassen, um einen sicheren Ort zu finden, um zu gebären.
    Danach hatte sie keine Ahnung, was passieren würde.
    Wenn ihre Clangefährten sich weigerten, ihre Jungen zu akzeptieren, musste sie ihren Platz im DonnerClan für immer aufgeben.
    Andere Katzen waren gegangen, also wusste Blattsee, dass sie überleben konnte.
    Es wäre schwer, Nahrung zu jagen, während sie die Jungen immer noch pflegte, aber Blattsee konnte mit einer hungrigen Hingabe umgehen.
    Sie würde so viel essen, wie sie konnte, vom Frischbeutehaufen, bevor sie ging und hoffte, dass keiner ihrer Clangefährten sie zu genau beobachtete.
    Durch den folgenden Sonnenaufgang saß Weipfote in ihrem Nest und beschwerte sich stark darüber, dass sie nicht aus dem Bau durfte.
    Es war das beste Zeichen so weit von ihrer Erholung.
    Lichtherz wusste es besser, als über ihre Tochter aufzurütteln und stattdessen sie aus der Ferne zu beobachten und mit Nahrung und eingeweichtem Moos zwischen den Beschwerden zu schauen.
    Blattsee winkte Lichtherz weiter in den Bau mit einem Zucken ihres Schwanzes.
    »Würde es dir etwas ausmachen, wenn ich das Lager für eine Weile verlasse?«, fragte sie.
    Lichtherz einzelnes Auge breitete sich aus.
    »Stimmt etwas nicht?«
    »Ich . . . Ich bin auf der Suche nach einem Kraut, das nicht in unserem Gebiet wächst. Der SternenClan hat mir gesagt, ich solle gehen, als ich den Mondsee besuchte.«
    »Werden wir von diesem Ameisehaufen geschlagen werden?«, murmelte Lichtherz besorgt.
    Blattsee schüttelte den Kopf.
    »Nicht das habe ich gehört. Wirst du auf meine Pflichten achten, während ich weg bin?«
    »Natürlich«, murmelte die Katze.
    »Aber bleib nicht zu lange weg, Blattsee. Wir brauchen dich hier.«
    Feuerstern war weniger leicht zu überzeugen.
    »Ist der SternenClan sich sicher, dass wir dieses Kraut brauchen?«
    »Ganz sicher.«
    Blattsee spürte, wie ihr Fell kroch.
    Sie hasste es, irgendjemand von ihren Clangefährten zu belügen, vor allem aber ihrem Vater, der ihr vertraute, die Zeichen von ihren Vorfahren zu deuten.
    Sie fragte sich, ob der SternenClan ihr verzeihen würde, dass sie sie ausgenutzt hätte.
    »Dann musst du natürlich gehen«, brannte Feuerstern.
    »Hat der SternenClan gesagt, wie lange es dauern könnte, diese Pflanze zu finden?«

    Blattsee verschluckte sich.
    »Ich könnte für mehr als einen Mond weg sein.«
    Der rote Kater blinzelte.
    »Ein Mond? Dieses Kraut muss sehr wichtig sein.«
    Sandsturm trat in den Bau des Anführers ein, um mit zu hören.
    »Musst du gehen, Blattsee? Kann es nicht warten, bis nach der Blattleere?«
    Ihre Stimme war sanft, aber die Worte verbrannten Blattsee Pelz.
    Weiß sie, warum ich gehen muss?
    »Nein, es kann nicht warten«, beharrte sie. Sie blickte auf ihren Vater.
    »Der SternenClan würde mich nicht wegschicken, wenn es eine Gefahr für meine Clangefährten gäbe. Ich verspreche, dass ich bald wieder kommen werde.«
    Feuerstern zuckte mit dem Schwanz.
    »Und du musst alleine gehen, oder?«
    Blattsee nickte, aber in diesem Augenblick brach Eichhornschweif in den Bau.
    »Nein, das tut sie nicht! Ich gehe mit ihr!«
    Blattsee starrte ihre Schwester an.
    Eichhornschweif fuhr fort:
    »Ist es wahr, was Lichthetz gesagt hat? Dass du den DonnerClan verlässt?«
    »Nur für eine Weile«, flüsterte Blattsee.
    »Dann komme ich mit dir«, sagte Eichhornschweif.
    »Ich wäre glücklicher, wenn du nicht alleine wärst«, gab Feuerstern zu.
    »Meine ich auch«, murmelte Sandsturm.
    »Du kannst gehen, wenn du Eichhornschweif mit dir nimmst«, sagte Feuerstern, als wäre das seine endgültige Entscheidung.
    Blattsee blickte auf ihre Schwester, deren Kiefer in Entschlossenheit stieß und nickte.
    »Sehr gut. Danke, Feuerstern.«
    Er legte seine Schnauze kurz auf den Kopf und sah sie dann aus dem Bau.
    An der Unterseite der Hochnase ​​wandte sich Blattsee an Eichhornschweif.
    »Du weißt, warum ich gehe, nicht wahr?«
    Eichhornschweif nickte.
    »Ja, und ich halte mein Versprechen, dir zu helfen, wie ich kann.«
    »Hast du es Brombeerkralle gesagt?«
    »Dass ich mit dir für eine Weile weggehe? Ja.«
    Eichhornschweif kräuselte ihre Lippe.
    »Er hat versucht, mich zu überreden, hier zu bleiben und Dornenkralle oder Regenpelz gehen zu lassen, aber ich sagte, dass du mich gefragt hast.«
    Blattsee fühlte sich plötzlich von den Lügen, den Halbwahrheiten, dem Gewicht des Geheimnisses, das in ihren Bauch zog, erschöpft.
    »Ich bin froh, dass du kommst«, murmelte sie.
    Eichhornschweif berührte Blattsees Ohr mit der Spitze ihres Schwanzes.
    »Ich könnte dich das niemals alleine durchstehen lassen.«
    Sie gingen kurz vor Sonnenschein, nicht, dass die Sonne durch die dichten gelben Wolken sichtbar war, die über den Gipfeln der Bäume hingen.
    Brombeerkralle kräuselte seinen Schwanz mit Eichhornschweifs und schien zu versuchen, sie zu überreden, ihre Meinung zu ändern.
    Aber Eichhornschweif zuckte mit den Schultern.
    »Ich bin sicher, dass du die Patrouillen ohne mich organisieren kannst«, neckte sie ihn.
    Aber ihre Stimme war hoch gespannt, und Blattsee wusste, dass ihre Schwester Angst hatte von dem, was vor uns lag.
    Es gab nichts, was sie sagen konnte, um Eichhornschweif zu beruhigen.
    Die Zukunft gähnte vor ihr wie eine bodenlose Kluft.
    Der Weg vor ihr führte direkt in die Dunkelheit.
    Sie gingen zum Kamm über die Mulde und überquerten die DonnerClan-Grenze, sobald sie konnten.
    Jetzt, wo sie auf dem Weg waren, hatte Blattsee einen seltsamen Drang in ihr, so weit von ihrem Zuhause weg zu kommen, wie sie konnte, als ob sie das Flüstern ihrer Clangefährten noch um sie herum hören konnte.
    Trotz ihres geschwollenen Bauches ging sie schnell, und Eichhornschweif hatte manchmal Schwierigkeiten, um mit ihr zu mithalten.
    »Wozu die Eile?«, keuchte sie.
    Blattsee sah sie nur an.
    Eichhornschweif hatte ihren Kopf vor Verlegenheit gepinnt.
    »Okay, lass uns weiter gehen.«

    Das dichte Unterholz und frische junge Bäume, die Blattsee mit dem DonnerClan-Territorium verband, gaben spärlichere, ältere Bäume, ihre Stämme silbrig und mit Flechten skaliert.
    Der abgesperrte Farn und das weiche Gras lag unter der Beine.
    Sie konnten sich hier schneller bewegen, aber Blattsees Pfoten fingen an zu schmerzen und stattdessen verlangsamte sie sich.
    Eichhornschweif sagte nichts, passte gerade ihr Tempo an und blieb nahe genug, um Blattsee mit ihrer Schulter zu unterstützen, als die Heilerin stolperte.
    Als sie durch den See zu den Bäumen blickte, dachte Blattsee, dass sie inzwischen zusammen fast beim SchattenClan-Territorium waren.
    Sie hoffte, dass die Brise ihren Duft nicht über die Grenze tragen würde.
    Sie saßen ein Dickicht von Holunderbüschen, als Eichhornschweif einen weichen Schrei ausstieß.
    »Schau! Hier ist ein altes Zweibeinernest!«
    Sie lief vorwärts und schlüpfte in den stürmischen Haufen rötlicher Steine.
    Blattsee studierte es.
    Wenn Zweibeiner jemals hier gelebt hätten, war es schon lange her.
    Es gab Löcher im Dach, und Efeu wuchs aus den Steinen, als ob die Höhle versuchten, sich selbst zu falten.
    Eichhornschweif erschien am Eingang.
    »Wir könnten hier die Nacht verbringen«, murmelte sie.
    »Es ist trocken, und es gibt einen guten Geruch von Maus.«
    Blattsee ging hinein und spähte in die Höhle.
    Es war voller Schatten, aber es fühlte sich warm an ohne den ständigen Zug des Windes.
    Eichhornschweif trabte an ihr vorbei und begann, durch einen Stapel altes Stroh zu stoßen.
    »Du weißt, das würde ein großartiger Platz sein, um deine Jungen zu bekommen. Es ist sauber genug und trocken, es gibt viel Beute, und wir sind nicht allzu weit von den Clans, wenn etwas schief geht.«
    Blattsee schneide sie mit einem Zischen ab
    »Wir können keine Clan-Katze um Hilfe bitten! Und das ist viel zu nah an den Territorien; wir könnten gesehen oder gehört werden. Nein, wir können nicht hier bleiben.«
    Mit einem Gefühl der Panikschwellung in ihr, und ihre Jungen, die sich in Not drehten, lief sie vom verlassenen Nest weg.
    Eichhornschweif folgte ihr, ohne zu streiten.
    Blattsee war dankbar für die Stille ihrer Schwester.
    Sie konnte die seltsamen, heftigen Gefühle nicht erklären, die in ihr herankamen, je näher sie zu ihren Jungen kam.
    Alles, was sie wusste, war, dass der Drang, ihren Instinkten zu folgen, zu stark war, um zu kämpfen.
    Die Bäume zum See wurden dünner und Blattsee sah die Strecke des offenen Grases, wo Zweibeiner während der Blattgrüne kamen.
    Die Katzen erreichten einen schmalen, steilen Strom, der ans Ufer sprudelte.
    Eichhornschweif hielt inne an der Bank.
    »Ich glaube, du kannst es nicht überspringen?«, murmelte sie.
    Blattsee schüttelte den Kopf, atemlos zu sprechen.
    Eichhornschweif verengte ihre Augen.
    »Du kannst nicht viel weiter gehen. Komm, wir werden tiefer in den Wald gehen und irgendwas finden, um die Nacht zu verbringen.«
    Sie drehte sich um und führte den Weg entlang des Baches.
    Als die Bäume um sie herum verdickten, starben die Geräusche der Vögel und das Rascheln, und Blattsee fühlte sich, als wären sie die einzigen Lebewesen im Wald.
    Es fing an zu regen, sanft zuerst, aber dann härter, bis die Katzen auf die Haut getränkt wurden.
    Blattsee zitterte unkontrolliert, und das Geräusch ihrer klappernden Zähne konkurrierte mit den Regentropfen, die um sie herum verspritzten.
    Plötzlich hielt Eichhornschweif an und witterte in der Luft.
    »Ich rieche Kaninchen«, verkündete sie. Sie wandte sich vom Rand des Stromes ab und stürzte sich in die tropfenden Farne.
    »Folge mir, Blattsee«, rief sie über ihre Schulter.
    »Ich lasse dich nicht alleine!«
    Blattsee war zu müde und unbequem um zu streiten.
    Sie stolperte hinter ihrer Schwester her entlang dem schwachen Duft.
    Sie tauchten aus den Farnen in einer sandigen Lichtung auf, die mit Löchern punktiert war.
    Kaninchenbaue!
    Blattsee sah Eichhornschweif ihre Lippen in Erwartung auf die Jagd lecken.
    Aber da war noch ein Duft, stärker als Kaninchen, nur halb verkleidet durch den Regen.
    Kein Kaninchen aber ...

    »Fuchs!«, schnappte Eichhornschweif und wirbelte herum.
    »Schnell, lass uns hier verschwinden!«
    Es war zu spät.
    Vor ihnen schüttelte sich der Hirten heftig und zerrte auseinander, um es zu enthüllen - kein Fuchs, sondern das spitze, gestreifte Gesicht eines Dachs, kleine Augen, die glänzten, und die Kiefer trennten sich, um die schweren Zähne zu verraten.
    Es knurrte, als es die Katzen sah.
    Eichhornschweif sprang vor Blattsee.
    »Warte, bis es mich angreift, dann lauf!«, zischte sie.
    Blattsee hockte, bereit zu fliehen.
    Ihre Jungen wanden sich in ihrem Bauch, als könnten sie ihren Schrecken fühlen.
    Blattsee fühlte einen solchen Anstieg der Liebe für ihre Babys, dass sie auf ihre Pfoten schaukelte.
    Sie starrte den Dachs an und spürte, wie sich ihre Lippe vor Wut kräuselte.
    Wenn sie nicht wegkomme, dann würde sie bleiben und kämpfen.
    Dachse beinhalten keine Angst für sie jetzt.
    Du wirst meinen Jungen nicht schaden!

    15
    Kapitel 8

    Der Dachs machte einen Schritt vorwärts und senkte den Kopf, bereit anzugreifen.
    Plötzlich war ein wildes Gebrüll hinter ihnen und Blattsee sah sich um, und sah, wie ein großer roter Fuchs aus dem nächstgelegenen Bau platzte.
    Für einen Moment wartete Blattee darauf, zwischen Fuchs und Dachs zerdrückt zu werden.
    Dann gab es einen Ansturm von stinkender Luft, als der Fuchs über ihren Kopf sprang und den Schwarz-Weiß-Eindringling angriff.
    Eichhornschweif warf sich gegen Blattsee und bündelte sie in die nächste Höhle.
    Um sie herum schüttelte sich der Boden zu und Sand fiel von den Wänden, als die beiden Tiere draußen kämpften.
    Die Katzen krochen tiefer in die Höhle und senkten sich in eine Ecke, die mit Schrecken überfüllt war, zu verängstigt, um zu sprechen.
    Endlich hörten sie das Fuchsbellen des Triumphs, und das Geräusch des Dachs, das verstummte.
    Blattsee begann aufzustehen, aber Eichhornschweif hielt sie fest.
    »Warte«, drängte sie flüsternd.
    »Wir werden nicht in der Lage sein, im dunkeln Schutz zu finden, und es regnet immer noch. Es ist trocken, und der Tunnel ist zu klein für den Fuchs, um uns zu folgen. Ich glaube, wir sollten hier für die Nacht bleiben.«
    Blattsee starrte ihre Schwester alamiert an.
    Schlafen neben einem Fuchsbau?
    Hatte Eichhornschweif ihren Verstand verloren?
    Aber dann sah sie die Erschöpfung in den Augen ihrer Schwester und wusste, dass Eichhornschweif keinen weiteren Schritt machen konnte.
    Von dem Duft des Blutes, der den Bau hinuntertreibt, vermutete sie, dass der Fuchs schwer verletzt worden war, hoffentlich genug, um das Interesse an der Jagd auf ein paar Katzen zu verlieren.
    »Okay«, flüsterte sie und ließ sich wieder hinlegen.
    »Lass uns Ruhe finden.«
    Eichhornschweif schlief fast sofort ein und fing an, sanft zu schnarchen, nur hörbar über dem Regenschauer.
    Die Jungen in Blattsees Bauch waren wach, zappelten und rangen, um die Position zu wechseln, und der Schlaf schien weit weg zu sein.
    Mit einem Grunzen zog Blattsee sich zu ihren Pfoten.
    Wenn sie hier blieb, um zu wälzen und zu zucken, würde sie Eichhornschweif stören.
    Eine kalte Brise flüsterte die Höhle hinunter und ließ Blattsee zögern, nach draußen zu gehen.
    Stattdessen wandte sie sich tiefer in den Tunnel und prüfte sorgfältig mit ihren Schnurrhaaren, um zu sehen, wo die Wände waren.
    Ein winziger Mondschein strahlte durch ein Loch im Dach vor ihr und warf einen silbrigen Schimmer auf den Sand unten. Blattsee stand auf und fand sich bei dem Eingang zu einem viel größeren Bau.
    Der Duft des Fuchses schickte sie fast zurück in die freie Luft, aber sie setzte sich fest und spähte ins Halbdunkel.
    Der große Fuchs war hier, er roch nach Blut und Zorn, aber legte sich schnell Schlafen.
    Ihr Körper war um drei Jungen gekräuselt, jeder nicht viel größer als ein Junges.
    Trotz ihrer Wunden hatte die Füchsin sie in die Nähe ihres Bauches gesteckt, und als einer der Jungen sich rührte, streckte sie sich aus und stieß sie auf die Wärme ihres Pelzes zurück.
    Blattsee spürte ein seltsames Gefühl der Freude, das in ihr zu schwellen begann.
    Ich weiß, wie sich diese Füchsin fühlt.
    Selbst im Schlaf, ist sie immer noch dessen Mutter.
    Bald werde ich selbst eigene Jungen haben, um sie mit meinem Leben zu bewachen, um sie mit jedem Schlag meines Herzens zu lieben.
    Mit einem Blick auf die Füchsin, diesmal mit einer Mischung aus Bewunderung und Neid, wandte sich Blattsee und zog sich zurück zu ihrer Schwester.
    »Blattsee, wach auf! Es ist Licht draußen. Wir sollten gehen, bevor der Fuchs uns wittert.«
    Eichhornschweif holte Blattsee mit ihrer Pfote.
    Blattsee rollte sich um und öffnete die Augen.
    Ihre Jungen hatten sich endlich eingelebt, und sie war schlafen geträumt von sanften Füchsen und Milch-duftenden Höhlen.
    Sie stand auf und keuchte, als ihr Bauch unter ihr schwang.
    Eichhornschweif sprang auf ihre Seite.
    »Was ist los mit dir?«

    Blattsee fand ihr Gleichgewicht und atmete tief ein.
    »Ich denke, die Jungen werden heute kommen«, murmelte sie.
    Sie wartete darauf, dass ihre Schwester in Panik verfiel, aber Eichhornschweif sah ruhig und entschlossen aus.
    »Okay. Nun, du kannst sie nicht hier bekommen! Wir müssen dich so weit von diesem Fuchsloch wie möglich weg bringen und Schutz finden.«
    Sie half Blattsee den sandigen Tunnel hinauf und in die kalte, klare Luft.
    Es hatte aufgehört zu regnen, und der Wald war ruhig, außer für tropfende Blätter.
    Blattsee hörte, wie Eichhornschweifs Bauch voll Hunger rumpelte, aber sie war erleichtert, als ihre Schwester nicht vorschlug, zu jagen.
    Blattsee dachte nicht, dass sie einen Schluck essen könnte.
    Sie wollte nur einen sicheren Platz finden, um ihre Babys zu bekommen.
    Eichhornschweif schnüffelte an einem Ackerhaufen und steckte den Kopf hinein.
    »Es sieht hier trocken aus«, rief sie, ihre Stimme dämpfte.
    »Nicht wenn es wieder regnet«, antwortete Blattsee.
    Sie stolperte weiter, fast fiel sie, als eine Brombeerranke ihren Pelz hielt.
    »Was ist mit diesem Dickicht?«, fragte Eichhornschweif, als sie Blattsee frei von der stacheligen Ranke half.
    »Willst du, dass meine Jungen voller Dornen sind?«
    Blattsee miaute.
    Eichhornschweif sagte nichts, und ging einfach weiter.
    »Wie wär's mit dem umgefallenen Baum?«
    Sie zeigte mit ihrem Schwanz auf eine Eiche, die auf der Seite lag.
    Blattsee runzelte die Nase.
    »Es riecht schlecht.«
    Sie konnte sagen, dass Eichhornschweif im Begriff war vor Wut zu explodieren.
    Dann stolperte sie zum Stillstand, als ein Krampf des Schmerzes ihren Bauch ergriff.
    »Oh! Ich glaube, sie kommen!«
    In einem Augenblick wurde Eichhornschweif gegen sie gedrückt.
    »Noch nicht, Blattsee! Wir müssen noch einen sicheren Ort für sie finden.«
    Blattsee blickte auf und sah einen knorrigen Baum vor ihnen, so alt und verdreht, dass sie nicht sagen konnte, ob es eine Eiche oder eine Ulme, zum Anfang, war.
    Es war in Efeu erstickt, und ein dunkler Schatten, der seine Länge herunterlief, zeigte, dass es durch eine Blüte von Blitz vor vielen Monden ausgehöhlt worden war.
    Sie fühlte einen Zug zu ihm, als ob es herausgekommen wäre, und ihren Nacken packte.
    »Das ist der Ort«, flüsterte sie, als eine andere Welle der Qual sich durch sie risselte.
    »Das ist es, wo meine Jungen geboren werden.«

    16
    Kapitel 9

    Blattsee schleppte sich in den hohlen Baum und brach mit einem Stöhnen auf den Blattmulch zusammen.
    Sie war sich bewusst, dass Eichhornschweif um sie herum flatterte und mehr getrocknete Blätter unter sie schob und ein Bündel tropftes Moos in die Nähe ihres Kopfes legte.
    Blattsee fühlte sich, als wäre die ganze Welt auf die Dimensionen ihres Körpers geschrumpft, eine Welt, die voller scharlachroter Schmerzen und pochender Angst war.
    Es war ein ziehendes Gefühl unter ihrem Schwanz und Blattsee schrie in Alarm.
    »Sag mir, was ich tun soll!«
    Eichhornschweif zischte in Blattsee Ohr.
    »Ich kann ein Junges sehen!«
    Blattsee knirschte die Zähne gegen den nächsten Puls der Qual.
    »Warte, bis es frei ist, dann öffne den Sack um dessen Körper. Schieb es auf mich zu, damit ich es lecken kann.«
    Sie schrie auf eine Welle von scharfen, stechenden Schmerzen über ihren Bauch.
    Sie hob den Kopf und sah eine kleine, schlammbedeckte schwarze Form auf den Blättern.
    Eichhornschweif zog den transparenten Sack weg, der dessen Kopf bedeckte und Blattsee versteifte sich, als ein Klagelaut die Luft durchbohrte.
    Eichhornschweif stieß das Junge näher an Blattsees Bauch und Blattsee kräuselte sich um ihn herum.
    Ihre Welt erweitert sich gerade genug, um dieses schöne, perfekte Junge zu umschließen.
    Sie fing an, ihren Pelz sauber zu lecken, als sie spürte, wie ihre winzige Mundklinke auf sie zu schnappte.
    Dann wand sich sie, als ein anderer Krampf ihren Körper zerriß, stärker als je zuvor.
    Sie wartete auf die Welle der Schmerzen, um zu sterben, als sich das Junge in ihr verlagerte, aber das Pochen ging weiter. In dem roten Nebel der Qual, fühlte sich Blattsee in Panik.
    Etwas läuft falsch!
    »Ich kann ein anderes Junge sehen!«, rief Eichhornschweif.
    »Aber es bewegt sich nicht! Drück fester!«
    Blattsee hatte keinen Atem zum Sprechen.
    Sie versuchte, ihre Pfoten gegen ihren Bauch zu drücken, das Junge so zu manipulieren, wie sie es wäre, wenn sie einer Königin in derKinderstube half.
    Aber ihre Beine flogen schwach zu Boden.
    Sie fühlte, wie Eichhornschweif versuchte, zu helfen, zu stupsen und mit ihren eigenen Pfoten zu stoßen, aber sie war nicht ausgebildet worden, und Blattsee hatte keine Kraft, ihrer Schwester zu erzählen, was sie tun sollte.
    Dunkle Schatten gruppierten sich um sie und sie fühlte sich selbst abklingen.
    Sie wusste, dass Katzen sterben könnten, wenn ein Junges stecken blieb.
    Hilf mir, SternenClan...
    Dann rührte sich die Luft neben ihr, und ein neuer, vertrauter Duft füllte den hohlen Baum.
    Blattsee fühlte starke Pfoten, die sich auf ihre Flanken drückten, und das Junge in ihr begann sich zu drehen.
    Sie öffnete ihre Augen und sah die schwache Umrisse einer sternenleuchtenden Katze, graues Fell und flache Schnauze.
    Gelbzahn!
    Eichhornschweif stand neben Blattsee, großäugig und klaffend.
    »Mach dich nützlich«, befahl Gelbzahn, und ihre Stimme klang wie der Wind zwischen den Sternen.
    »Gib Blattsee etwas Wasser, und reibe etwas Wärme in dieses schwarze Junge.«
    Eichhornschweif rollte das Moos näher an Blattsee, so dass sie trinken konnte, dann fing sie an, auf die winzige Form neben ihrem Bauch einzutrommeln, bis die kleine Katze quietschte.
    Blattsee fühlte, wie Gelbzahn einen Stock zwischen ihre Zähne schob.
    »Das tut weh«, grunzte die alte Katze.
    Sie lehnte sich auf Blattsee Bauch mit einer Kraft, die zum Protest schrie.
    »Hab ein wenig Glauben«, zischte Gelbzahn.
    Mit einem Ruck wurde das Junge geboren, ein riesiger goldener Tigerkater mit breiten Schultern und einem ohrenbetäubenden Jaulen.
    Eichhornschweif zerrte ihn neben dem schwarzen Junge und Blattsrr starrte ungläubig auf den Kater.
    Mein Sohn!
    Sie fühlte, wie er anfing zu saugen und ließ ihren Kopf auf die Blätter fallen.
    Sie war noch nie so erschöpft in ihrem Leben.
    Sie fühlte sich, als wäre sie nach innen gedreht worden und wollte nichts mehr als für einen Mond schlafen.
    Aber Gelbzahn schüttelte sie grob wach.
    »Bleib bei uns, Blattsee«, krächzte sie.
    »Es gibt noch ein Junges, das geboren werden muss.«

    »Ich kann nicht«, wimmerte Blattsee, ohne die Augen zu öffnen.
    »Ich bin nicht stark genug.«
    »Du musst es sein«, sagte Eichhornschweif, ihre bernsteinfarbenen Augen in der Dunkelheit heftig.
    »Komm schon!«
    Sie stützte Blattsees Kopf an ihre Schulter und hielt sie fest, als ein weiterer Krampf durch Blattsees Körper rollte.
    Diesmal schlug das Junge leicht aus, ein blassgrauer Tiger noch kleiner als seine Wurfgeschwister.
    »Ein weiterer Kater«, verkündete Gelbzahn, der den Sack effizient abschöpfte und das wimmernde Bündel an Blattsees Bauch lieferte.
    »Zwei Söhne und eine Tochter. Glückwunsch, Blattsee.«
    Es war Wärme in ihrer Stimme, und Blattsee fing einen Funken der Emotionen glänzend in den Augen der alten Katze.
    »Danke«, flüsterte sie.
    Sie beugte sich über ihre Babys und fing an, die Klebrigkeit von ihrem Pelz zu lecken.
    Sie hörte, wie Gelzahn Eichhornschweif erzählte, dass sie beide zu Ruhe bekommen mussten, dann konnte Eichhornschweif Beute und mehr Wasser holen.
    »Warte auf die Augen der Jungrn, bevor du wieder zum Felsenkessel gehst«, murmelte sie.
    Es war eine Pause.
    »Wenn du zurückkommst.«
    Als sie in die Stille des Schlafes schlüpfte, dachte Blattsee, dass sie für immer in diesem hohlen Baum bleiben könnte.
    Alles, was mir in der Welt wichtig ist, ist hier.
    Sie wachte zu einem starken, fleischigen Duft unter ihrer Nase.
    Blinzelnd ihre Augen auf, sah sie Eichhornschweif, der einen Spitzmaus zu ihr drückte.
    »Du hast zwei Sonnenaufgänge nichts gegessen«, murmelte ihre Schwester.
    »Komm, teilen wir es uns.«
    Blattsee setzte sich halb auf, und hatte ein leeres Gefühl in ihrem Bauch.
    Sie schaute hinunter und sah ihre drei Jungen sich fest gegen sie legen und schliefen fest ein.
    Ihr Herz schwoll mit Liebe, heftiger als alles, was sie zuvor gefühlt hatte.
    Ich würde für euch sterben, dachte sie. Die Höhle war kalt und es war ein seltsames weißes Licht, das durch den schmalen Eingang fuhr.
    Blattsee krallte sich den Hals und sah dicke Flocken, die vom Himmel herabstürzen, um sich auf dem Waldboden niederzulassen.
    »Es schneit!«
    Eichhornschweif murrte.
    »Es wird die Jagd erschweren, aber zumindest wird es unseren Duft verbergen.«
    Sie beobachtete, wie Blattsee in die Spitzmaus steckte.
    Die schwarze Kätzin zappelte frei von ihren Brüdern und weinte, als sie kalte Luft auf ihrem Fell spürte.
    Sofort hörte Blattsee auf zu essen und steckte ihre Tochter sanft zurück in ihren Bauchpelz.
    »Siehst du?«
    Eichhornschweif schnurrte.
    »Du weißt genau was zu tun ist! Ich wusste, du würdest eine brillante Mutter sein.«
    In ihrer Stimme gab es einen Ring von Traurigkeit, und Blattsee erinnerte sich an die Prophezeiung von Gelbzahn, dass Eichhornschweif niemals eigene Jungen haben wird.
    Sie fühlte einen Stich der Schuld, dass sie jemals daran zweifelte, dass diese Jungen geboren werden sollten.
    Sie waren einen Segen, wie Farnpelz gesagt hatte.
    Danke, SternenClan, flüsterte sie. Eichhornschweif kräuselte ihren Körper um Blattsees und blockierte den Zug vom Eingang aus.
    Blattsee spürte den Schwung ihrer Schwester auf dem Nacken, als sie in den Schlaf gingen.
    Eine leichte Verschiebung in der Luft machte Blattsee ihre Augen.
    Außerhalb des Waldes war still und still unter dem Schnee.
    Sie hörte die winzigen Atemgeräusche ihrer Jungen, gedämpft gegen ihren Bauch und stetig Schnarchen von Eichhornschweif.
    Und etwas anderes ...
    Ein glitzernder Umriss erschien in einem Schein von Sternenlicht.
    Warme Augen glühten von den Schatten, und Blattsee entdeckte einen schwachen, halb erinnerten Duft.
    Nicht Gelbzahn dieses Mal.
    Federschweif!
    Die blasse silberne Katze trat vor und sah zu den Jungen hinunter.
    Ihr Schnurren knurrte gegen den hohlen Baum, und Eichhornschweif rührte sich.
    Blattsee spürte, wie ihre Schwester überrascht war.
    »Federschweif!«, keuchte sie.
    Sie kletterte zu ihren Pfoten und versuchte, sich gegen die starre Gestalt zu drücken, ihr Schwanz kletterte über den Rücken.
    »Ich hätte nie gedacht, dass ich dich hier sehen würde! Bist du gekommen, um Blattsees Junge zu sehen? Sind sie nicht erstaunlich?«

    Eichhornschweif brach weg und lehnte sich über Blattsee.
    Sehr sanft bewegte sie die Kits nacheinander.
    »Eine schwarze Kätzin und zwei Kater, einer mit goldenem Tigerfell und einer mit grauem. Ich habe noch nie etwas Schöneres in meinem Leben gesehen.«
    Ihre Stimme knackte.
    Federschweifs blaue Augen waren voller Liebe.
    »Sie sind perfekt. Krähenfeder wäre so stolz.«
    Mit einem Ruck erinnerte sich Blattsee daran, dass Federschweif Krähenfeders Gefährte war.
    Hatte sie den ganzen Weg vom Stamm der ewigen Jagd gekommen, um Blattsee zu erzählen, dass Krähenfeder es verdient zu wissen, dass er Vater geworden war?
    Als ob sie sagen könnte, was Blattsee dachte, schüttelte Federschweif den Kopf.
    »Diese Jungen sind kostbarer als man es vielleicht wissen könnte«, mischte sie sanft.
    »Katzen werden von ihnen sprechen für viele Blattwechsel zu kommen. Sie müssen im DonnerClan bleiben, um alle Clans Willen, mit einer Mutter und einem Vater, die stolz sein können auf sie, die sie mit ihren Clangefährten teilen können, um als starke, loyale Krieger erhoben zu werden.«
    Blattsee öffnete den Mund, um zu protestieren, dass dies unmöglich war, ihre Clangefährten würden Krähenfeder niemals als ihren Vater akzeptieren und sie auch ablehnen, weil sie wussten, dass ihre Heilerin das Gesetz gebrochen hatte.
    Aber Federschweif sah Eichhornschweif an.
    »Ich weiß, wie sehr Blattsee diese Jungen liebt«, murmelte sie.
    »Aber du musst ihre Mutter sein und sie im DonnerClan mit deinem Kopf hoch erheben.«
    Eichhornschweif starrte auf die Sternenkatze.
    »Wie kannst du das sagen?«, flüsterte sie.
    »Du verlangst mich, jede Katze zu belügen, die ich liebe.«
    Federschweif legte ihre Pfote sehr leicht über den Rücken der schlafenden Jungen.
    »Weil ich diese Jungen so sehr liebe wie du. Sie sind Krähenfeder: Wie könnte ich nicht? Ich möchte, dass sie das beste Leben haben, niemand hat außerhalb der Clans gelebt, in Scham und Exil.«
    »Wünschst du, sie wären deine?«, flüsterte Eichhornschweif.
    Die silberne Katze blinzelte ohne aufzusehen.
    »Das meine ich nicht. Das Schicksal dieser Jungen beginnt jetzt, und du hast die Macht, alles zu ändern, Eichhornschweif. Bitte glaube mir, wenn ich sage, dass Blattsees Jungen im DonnerClan bleiben müssen.«
    Sie fing an zu verblassen, bis die Rinde des hohlen Baumes hinter ihr zu sehen war.
    Eichhornschweif blickte auf Blattsee, und die Heilerin sah Wasser, das in den Augen ihrer Schwester glänzte.
    »Federschweif hat recht«, flüsterte Eichhornschweif.
    »Ich liebe diese Jungen, und ich möchte, dass sie das beste Leben haben, das sie kriegen können - was auch immer vor ihnen liegt.«
    Sie atmete tief ein.
    »Ich werde sie als meine und Brombeerkralles, als wahre Katzen vom DonnerClan, aufziehen.«
    Blattsee schloss die Augen.
    Es ist das Beste für meine Babys, sagte sie sich.
    »Danke«, murmelte sie.
    In diesem Augenblick zappelte der goldene Tigerkater und begann zu mauen.
    Blattsee legte ihn auf ihren Bauch, aber er schien keinen Hunger zu haben; Er wollte nur seine Stimme testen.
    Seine Schwester grub tiefer in Blattsees Pelz mit einem Quietschen, während der blassegraue den Kopf hob, dessen Augen immer noch fest waren, als wollte er herausfinden, woher der Lärm kam.
    »Ich muss ihnen Namen geben«, rief Blattsee und staunte über die Art und Weise, wie diese kleinen Katzen schon so anders schienen, so stark und voller Leben.
    Sie studierte den goldene Kater.
    Sein Hals war mit dicken Flaum umrandet, und sein Mund öffnete sich weit, um dorn-stachelige, weiße Zähne zu enthüllen.
    »Er sieht aus wie ein Löwe!«, kommentierte sie.
    »Ich glaube, ich werde ihn Löwenjunges nennen.«
    Eichhornschweif nickte.
    »Die Augen sind so grün wie Disteln. Vielleicht Disteljunges für sie?«
    Blattsee zögerte.
    Meine Tochter ist das Ebenbild von Krähenfeder.
    Sollte sie nicht nach ihrem Vater benannt werden, auch wenn er die Wahrheit niemals erfährt?
    Ihre Schwester beobachtete sie genau.

    »Blattsee«, mähte sie, so sanft wie der Schnee fiel.
    »Ich werde diese Jungen als meine eigenen ausgeben. Sicherlich sollte ich bei ihren Namen mitbestimmen dürfen?«
    Blattsee fühlte einen Schmerz in ihrem Bauch, der schärfer war als Geburtswehen.
    Meine kostbaren Jungen!
    Ein paar Schneeflocken trieben durch den hohlen Baum und setzten sich auf Löwenjunges Pelz.
    Blattsee kämpfte um den Drang, die Jungen mit ihrem Körper zu bedecken, sie vor Schnee zu schützen, Regen, Hagel, Dachs, Füchse, alles, was einem Haar auf ihren Pelzen schaden könnte.
    Dann fuhr der Duft von Federschweif um sie herum, und sie wusste, dass ihr Weg bereits gewählt worden war.
    Was auch immer sie sich fühlte, aber viele bedauern die Zukunft, das einzige, was zählte, war die Schaffung des besten Lebens für diese drei perfekte Babys.
    Eichhornschweif drückte ihre Schnauze gegen Blattsees Schulter.
    »Der DonnerClan braucht dich, um ihre Heilerin zu sein«, sie mähte.
    »Ich werde diese Jungen lieben, als wären sie meine eigenen. Ich tu es bereits! Ich werde sie niemals aus dem Clan nehmen, du wirst sie die ganze Zeit sehen, und sie werden wissen, dass du meine Verwandtschaft bist, also werden sie immer in deiner Nähe sein. Denk daran, was Federschweif sagte: Diese Jungen verdienen Eltern, die auf sie stolz sein können, die sie unter ihren Clangefährten als feine Krieger aufwerfen können. Brombeerstern und ich können das machen. Und das Geheimnis ihrer Geburt wird mit mir sterben, das verspreche ich.«
    Aber ich bin ihre Mutter!
    Blattsee weinte leise.
    In ihrem Herzen wusste sie, dass Eichhornschweif recht hatte.
    Sie konnte diese Jungen nicht anheben, ihre Mutter eine Heilerin, ihr Vater ein WindClan-Krieger, der schon eine neue Gefährtin gefunden zu haben schien.
    »Disteljunges ist ein guter Name«, murmelte sie taub.

    17
    Kapitel 10

    Sonnenaufgänge rollten in einem schneelosen Dunst vorbei.
    Die Jungen wuchsen schneller, als es Blattsee für möglich hielt, und fast über Nacht schien der hohle Baum zu klein, um sie zu halten.
    Nach fünf Tagen führten sie und Eichhornschweif die kleinen Katzen nach draußen.
    Sie stolperten auf winzigen Beinen in den dichten Schnee, die Schwänze direkt hinter ihnen.
    Löwenjunges und Disteljunges hatten bereits ihre Augen geöffnet - Bernstein und Grün, und erinnerten Blattsee an Laub und Wärme und die Gewissheit, dass der Schnee nicht für immer bleiben würde.
    Das kleinste Junge war immer noch ungenannt und seine Augen waren fest geschlossen.
    Als Blattsee ihn aus einer Schneewehe fischte, blinzelte er und Blattsee wurde von einem leuchtenden Blau geblendet.
    »Wie die Schwinge eines Hähers!«, keuchte sie.
    Eichhornschweif umkreiste, Schnee klebte an ihrem Bauchfell und blickte auf den Kater hinab.
    »Dann sollten wir ihn Häherjunges nennen, meinst du nicht?«
    Blattsee nickte.
    Und eines Tages wirst du Häherfeder sein, wie dein Vater.
    Häherjunges rannte in einem Kreis und stolperte geradewegs zurück in die Schneewehe.
    Eichhornschweif hackte ihn mit einem amüsierten Schnurren aus.
    »Du kannst jetzt sehen, wo du hin gehst, da deine Augen offen sind!«, neckte sie ihn.
    Löwenjunges quietschte und Häherjunges schwankte in Richtung des Geräusches.
    Blattsee sah sich nach ihrer Tochter um. Sie rang mit einem Blatt, beißte es mit ihren winzigen Zähnen und kratzte an den Rändern.
    »Komm schon, wilde kleine Kriegerin«, rief Blattsee.
    »Zurück zum Nest zum Aufwärmen!«
    Die Jungen blieben nur lange genug bei Blattsee, um ihr Fell sauber zu lecken, bevor sie aus dem Nest stürzten und anfingen, das Innere des Baumes zu erkunden.
    Löwenjunges fand den trockenen Moosklumpen, den Blattsee während der Geburt getrunken hatte, und begann ihn mit wütenden Knurren in der Kehle herumzureißen.
    Disteljunges sah einen Moment lang mit dem Kopf auf der einen Seite zu, bevor sie zu ihm rannte.
    Moosstücke flogen auf, als sie sich mit ihrer Beute herumschlugen.
    Blattsee bemerkte, wie Häherjunges durch die Höhle marschierte.
    Plötzlich rutschte er auf einem nassen Blatt aus und stieß mit der Nase gegen die Rindenwand.
    Blattsee war bereit, ihn zu trösten, aber der kleine Kater schüttelte den Kopf, wechselte dann die Richtung und machte sich stattdessen auf den Weg zum Moosspiel.
    Disteljunges hörte auf zu spielen, lehnte sich zurück und ließ ihn den Ball zerreißen.
    Es war nicht mehr viel übrig als ein paar Fetzen, nachdem Löwenjunges ihn mit den Zähnen durchgeschüttelt hatte.
    Blattsee verspürte einen Ansturm von Liebe zu ihrem tapferen, starken Sohn und ihrer sanften, nachdenklichen Tochter.
    Aber es gab einen besonderen Platz in ihrem Herzen für ihr kleinstes Junges, die im Vergleich zu seinen Wurfgeschwistern seltsam verletzlich wirkte.
    Ein halber Mond verging.
    Der Schnee fing an zu schmelzen und die Katzen saßen in einem unerwarteten und willkommenen Sonnenstrahl außerhalb des hohlen Baumes.
    Vor ihnen schoben Löwenjunges, Disteljunges und Häherjunges Wedel von totem Farn auf einen Haufen und sprangen dann von einem grasbewachsenen Büschel in die Mitte.
    »Ich kann am höchsten springen! Guckt zu«, miaute Löwenjunges.
    Er sprang mit ausgestreckten Vorderbeinen in die Luft und stürzte sich in die Farne.
    »Und ich!«, quiekte Häherjunges.
    Er sprang von dem Büschel, und ein gedämpfter Schrei ertönte, als er auf seinem Bruder landete, der sich noch immer zappelte.
    »Häherjunges, pass auf!«, piepste Disteljunges.
    Sie schnurrte amüsiert.
    »Du bist so doof!«
    Die kleinen Kater kletterten aus dem Adlerfarn, und ihr Fell war voller stacheliger brauner Stacheln.
    »Ich glaube, wir haben gerade fliegende Igel gesehen«, scherzte Eichhornschweif.
    »Komm her, ihr zwei. Lasst euch putzen.«

    Löwenjunges ignorierte sie.
    »Das hat Spaß gemacht! Lass uns das noch einmal machen!«
    Er huschte zurück zu dem Büschel.
    »Warte auf mich!«, zwitscherte Häherjunges.
    Blattsee schüttelte den Kopf.
    »Sie haben so viel Energie!«, rief sie aus.
    »Sie wachsen schnell«, stimmte Eichhornschweif zu.
    Es gab eine Pause, und es schien Blattsee, als wartete der ganze Wald.
    »Du weißt, wir sollten sie zurückbringen«, murrte Eichhornschweif.
    Blattsee schloss die Augen.
    »Ich wünschte, wir müssten es nicht«, flüsterte sie.
    »Sie sind so glücklich hier.«
    »Ich weiß. Aber wir haben keine Wahl. Wenn wir hier länger bleiben, erinnern sich die drei vielleicht zu sehr. ... «
    Blattsee starrte ihre Jungen an, als würde sie sie nie wiedersehen.
    Werden sie sich an diese Zeit erinnern?
    Sie wunderte sich.
    Wird es immer einen Teil von ihnen geben, der die Wahrheit kennt?
    Sie wusste, dass Eichhornschweif sie lieben würde, aber was ist mit Brombeerkralle?
    Und durch Brombeerkralle Tigerstern?
    Weiß er, dass diese Jungen geboren wurden?
    Blattsee starrte Löwenjunges alarmiert an.
    Wird Tigerstern sie auch in den Wald der Finsternis locken?
    Plötzlich gab es ein Heulen, und Blattsee erkannte, dass Häherjunges verschwunden war.
    Löwenjunges und Disteljunges standen mit dem Rücken zu den Katzen auf dem Büschel und schauten nach unten.
    »Häherjunges ist in ein Loch gefallen!«, rief Löwenjunges an.
    »Ich denke, er ist steckengeblieben.«
    »Häherjunges ist ein Mausehirn!", miaute Disteljunges.
    »Ruhig«, tadelte Blattsee und sprang hinüber, um einen Blick darauf zu werfen.
    Der kleine graue Kater war in der Lücke verschwunden, wo ein Schössling gestanden hatte, bevor er von einem Sturm aus dem Boden gerissen wurde.
    Nur die Spitzen seiner Ohren waren gegen die braune Erde sichtbar.
    »Hilfe!«, heulte er.
    Blattsee sätzte ihre Hinterpfoten in den losen Boden und lehnte sich in das Loch.
    »Auf diese Weise wackeln, Häherjunges«, keuchte sie.
    Sie spürte, wie sein federweicher Pelz gegen ihre Schnauze streifte, und griff nach unten, um sich die Kruste zwischen den Zähnen zu packen.
    Mit einem Schwung schleppte sie sich zurück und zog ihn aus dem Loch.
    Häherjunges hockte sich hin, schüttelte sich und ließ die Erde fliegen.
    Er starrte mit seinen Augen so klar wie der Himmel zu Blattsee hinauf.
    »Danke, dass du mich gerettet hast!«, zwitscherte er.
    »Das war ein wirklich großes Abenteuer, nicht wahr?«
    »Ja, das war es«, schnurrte Blattsee.
    Sie schaute in die Augen ihres Sohnes. Sie waren so wunderschön, und doch ... Sie schaute über ihre Schulter.
    »Dort drüben ist ein großes Blatt, Häherjunges«, miaute sie.
    »Bitte kannst du es mir holen, damit ich den Schlamm von meinem Fell wischen kann?«
    »Ich werde es bekommen!«, bot Disteljunges an und sprang vom Büschel herunter.
    »Es ist in Ordnung, Häherjunges kann es schaffen«, miaute Blattsee.
    Sie sah zu, wie ihr Sohn von ihr trottete. Er hielt inne, als seine Pfoten auf die Kante eines toten Blattes knirschten.
    »Ist es das?«, rief er.
    »Finde das größte Blatt, das du sehen kannst, bitte!«, sagte Blattsee zu ihm.
    Häherjunges senkte die Schnauze und strich sich die Schnurrhaare über das Blatt unter den Pfoten.
    Er bewegte sich zur Seite und machte dasselbe mit dem nächsten Blatt.
    Mit einem zufriedenen Grunzen hob er das zweite Blatt auf und trug es zu Blattsee zurück, wobei es beinahe über die Unterkante stolperte.
    »Danke, mein Kleiner«, lobte ihn Blattsee.
    »Das wird mich sehr sauber machen.«
    Sie sah ihn zurück zu seinen Wurfgeschwistern gehen.
    »Worum ging es überhaupt?«, fragte Eichhornschweif.
    »Bereitest du ihn auf Schüleraufgaben vor?«
    Blattsee schüttelte den Kopf.
    »Er hat nicht das größte Blatt gewählt«, murmelte sie.

    »Und hast du gesehen, wie er nur aufgehört hat, als er auf ihnen stand, und wie er mit seinen Schnurrhaaren die Größe der Blätter gemessen hat?«
    Eichhornschweif sah sie neugierig an.
    »Merk ich etwas nicht?«
    Blattsee holte tief Luft.
    »Ich denke Häherjunges ist blind.«
    »Blind? Bist du dir sicher?«
    Blattsee nickte.
    Eichhornschweif starrte auf das graue Bündel, während er sich gegen Löwenjunges drängte und knurrte wie der kleinste Dachs.
    Löwenjunges drehte sich um und schlug ihn mit seiner Pfote sehr sanft.
    »Armes kleines Ding«, murmelte Eichhornschweif.
    »Was für ein Leben wird er haben?«
    »Natürlich wie das seiner Wurfgeschwister«, schnappte Blattsee.
    Die Augen von Eichhornschweif waren beunruhigt.
    »Aber blinde Katzen können keine Krieger sein! Langschweif musste sich den Ältestenbau anschließen, als er das Augenlicht verlor. Welcher Ort ist in einem Clan für eine Katze, die nicht sehen kann?«
    »Es gibt einen gleichen Platz für Häherjunges wie jede dieser Jungen!«, zischte Blattsee.
    »Ich werde mich vergewissern, auch wenn du es nicht willst. Schaue ihn dir an! Er weiß nicht, dass er etwas anderes ist!«
    Die Katzen beobachteten, wie die drei Jungen auf das feuchte Gras fielen.
    Als Häherjunges zu nahe an ein Stück Brombeerstrauch heranrollte, stieß Disteljunges ihn von den Dornen weg und stieß sich dann mit einem Quietschen auf den Schwanz.
    »Seine Wurfgeschwister wissen bereits, wie man auf ihn aufpasst«, stellte Blattsee fest.
    Ihr Herz schmerzte.
    Sei mutig, mein kleiner Sohn.
    Ich werde immer neben dir gehen, das verspreche ich.

    18
    Kapitel 11

    Sie verließen den hohlen Baum beim nächsten Sonnenaufgang.
    Es war kalt und ruhig, aber Schneewehen lagen noch immer unter den Bäumen in den dichtesten Teilen des Waldes.
    Die Jungen waren voller Begeisterung, wurden aber schnell müde, als ihre stumpfen Beine in den Schnee sanken und ihr Fell verstopft und schwer wurde.
    Auch Blattsee fühlte sich erschöpft, unangenehm voll von Milch und mit stechendem Schmerz tief in ihrem Bauch.
    Eichhornschweif schoss von einem zum anderen, hievte die Jungen aus den Schneeklumpen und stupste Häherjunges an, als er sich hinsetzte und sich weigerte, sich zu bewegen.
    Beim Sonnenhoch fand Blattsee einen geschützten Fleck von Farnen und bestellte die Jungen, um sich auszuruhen.
    Eichhornschweif schoss ins Unterholz, um nach Beute zu suchen.
    Disteljunges und Häherjunges kuschelten sich an Blattsees Bauch, um sich zu wärmen und Milch zu trinken, aber Löwenjunges saß kerzengerade, seine sonnengelben Augen waren neugierig.
    »Wohin gehen wir?«, miaute er.
    »An den Ort, an dem der DonnerClan lebt«, sagte ihm Blattsee.
    »In einer großen Höhle voll von warmen Baus und Orten zum Spielen. Es wird viele andere Katzen geben und einen großen See, um deine Pfoten abzukühlen, wenn es heiß wird.«
    Für einen Moment sah Löwenjunges zweifelnd aus.
    »Aber ich mochte es, in dem hohlen Baum zu leben.«
    »Ich weiß. Aber du wirst zu groß, um für immer dort zu bleiben! Du bist eine DonnerClan-Katze, Löwenjunges, und du musst deinen Clangefährten beitreten.«
    »Werden sie mich mögen?«
    »Sie werden dich lieben«, schnurrte Blattsee.
    Eichhornschweif kehrte mit einer ziemlich dürren Maulwurf zurück, die sie mit Blattsee teilte.
    Als sie die letzten Knochen zerquetscht hatten, entwirrte Blattsee vorsichtig ihre Reste aus ihrem Fell.
    »Komm schon, ihr Kleinen. Zeit zu gehen.«
    »Ich will nicht mehr gehen«, heulte Häherjunges.
    »Meine Pfoten tun weh!«
    »Kletter auf meine Schultern«, murmelte Eichhornschweif und duckte sich, damit er weiter rennen konnte.
    »Ich werde dich für eine Weile tragen.«
    »Das ist nicht fair!«, grummelte Disteljunges.
    »Nur weil Häherjunges nicht sehen kann, heißt das nicht, dass seine Beine nicht funktionieren!«
    »Aber seine Beine sind viel kürzer als unsere«, erklärte Löwenjunges und sah auf seine flauschigen Vorderpfoten.
    »Wir können im Schnee besser zurechtkommen als er. Gehen wir zu diesem Baum, Disteljunges!«
    Blattsee sah zu, wie ihr Sohn und ihre Tochter vorsprangen und Schneeflecken von ihren winzigen Pfoten verursachten.
    Sie sind mir schon so nahe, meine drei schönen Jungen.
    Solange sie einander haben, können sie alles überleben.
    Sie folgten dem steil aufragenden Bach, bis sie die offene Grashalde sahen, die zum See hinabführte, dann wandten sie sich um und gingen den Kamm über der Grenze des DonnerClans entlang.
    Der Schnee war hier geschmolzen, und alle drei Jungen trotteten dahin und schnüffelten die neuen Düfte.
    »Wir müssen bald die Grenze überqueren«, murrte Eichhornschweif.
    Blattsee nickte.
    Sie war krank vor Furcht.
    Eine kleine Pfotenstufe würde alles verändern, sie in ihr Leben als Heilerkatze zurückwerfen, als sie gerade Mutter geworden war.
    Sie verlangsamte die Fahrt, ihre Pfoten waren so schwer wie Steine, und Eichhornschweif hielt mit ihr Schritt und legte ihren Schwanz leicht auf Blattsees Rücken.
    Löwenjunges war auf einen umgestürzten Baum geklettert.
    »Ich kann den See von hier aus sehen!«, jaulte er.
    »Es ist so groß wie die Welt!«

    »Lass mich sehen!«, keuchte Disteljunges und versuchte sich hochzuziehen.
    Ihre kratzenden Pfoten stießen Löwenjunges aus dem Gleichgewicht und er fiel mit einem Aufschrei vom Stamm.
    Blattsee wollte gerade zu ihm rennen, als sie aufhörte.
    Sie sah Eichhornschweif an.
    »Geh vor«, miaute sie.
    »Sie müssen lernen, dass du ihre Mutter bist.«
    Die Worte klebten wie Dornen in ihrer Kehle und die Bäume verschwammen um sie herum.
    Der Blick von Eichhornschweif war warm und voller Trauer.
    »Bist du dir sicher?«, fragte sie leise.
    »Ich weiß, worüber wir uns geeinigt haben, aber du kannst deine Meinung noch ändern. Ich werde alles tun, was ich kann, um dir zu helfen, egal, wie du entscheidest.«
    Blattsee lehnte sich für einen Moment an die Schulter ihrer Schwester.
    Ich wünschte, alles wäre anders!
    Oh, meine Jungen, es tut mir so leid!
    Dann richtete sie sich auf.
    »Ich bin mir sicher. Sei gut zu ihnen. Liebe sie mehr als das Leben.«
    »Das werde ich«, versprach Eichhornschweif.
    Blattsee rieb etwas von ihrem Milchgeruch auf Eichhornschweifs Fell, dann sah sie zu, wie ihre Schwester zum Baumstamm trottete, um Löwenjunges zu retten, der unversehrt war, aber auf der anderen Seite empört quietschte.
    Als Eichhornschweif Löwenjunges aus den Farnen zog, drängten sich Häherjunges und Disteljunges um sie.
    »Kannst du uns allen helfen hinaufzuklettern?«, murrten sie.
    »Wir wollen den See sehen!«
    Eichhornschweif kräuselte den Schwanz um sie herum.
    »Natürlich kann ich, meine Lieblinge«, schnurrte sie.
    »Einer nach dem anderen, kein Schubsen!«
    Blattsee zwang sich, sich abzuwenden und ins Unterholz zu gehen.
    Sie musste ein paar Kräuter finden, die ihre Milch stoppen konnten.
    In der Nähe der Grenze wuchs ein Stück wilder Petersilie.
    Sie tastete vorsichtig durch den Adlerfarn, entdeckte die frostgepeitschten Pflanzen und pflückte die Blätter.
    Manche aß sie sofort und zuckte bei dem scharfen Geschmack zusammen, und den Rest rollte sie zusammen, um sie zu ihrem Bau zurückzubringen.
    Ich bin die Heilerin des DonnerClans, sagte sie sich.
    Meine Schwester hat drei Jungen, und ich könnte nicht entzückter sein.
    Sie überquerten die Grenze in der Nähe eines Tunneleingangs und begannen, den Hang zur Mulde hinabzusteigen.
    Disteljunges blieb bei dem Tunnel stehen und spähte hinein, ihr Fell durch den kalten Wind abgeflacht.
    »Bleib weg von dort!«, warnte Eichhornschweif.
    »Es ist nicht sicher für Katzen, hinein zu gehen.«
    Löwenjunges rümpfte die Nase.
    »Wer würde das wollen? Es ist alles dunkel und gruselig!«
    Häherjunges schnüffelte an einem Moospolster.
    »Ich kann Katzen riechen!«, quietschte er.
    »Das stimmt, Kleiner«, murrte Eichhornschweif.
    »Das sind deine Clangefährten.«
    Disteljunges trottete hinüber und stieß den Bauch von Eichhornschweif an.
    »Ich habe Hunger! Wo ist die ganze Milch geblieben? Du riechst gleich, aber ich kann nichts zu essen finden!«
    Blattsee beobachtete, wie Eichhornschweif Disteljunges mit ihrem Schwanz streichelte.
    »Es tut mir leid, Schätzchen. Meine Milch ist weg, aber da ist eine schöne Katze namens Minka, die reichlich für dich hat.« Disteljunges schmollte.
    »Aber ich will deine Milch!«
    Blattsees Bauch schmerzte heftiger als die Geburt ihrer Jungen.
    Sie blieb zurück, als Eichhornschweif sie den schmalen Pfad neben der Mulde entlangführte.
    Sie konnte nicht riskieren, dass die Jungen den Milchduft aufnahmen, der immer noch an ihr klebte.
    Als sie tiefen Schnee zwischen den Wurzeln eines Baumes bemerkte, blieb sie stehen und rollte sich hinein, um die letzten Spuren vom Duft der Jungen zu entfernen.
    Dann rieb sie sich an einem Stück feuchter Farne und bedeckte ihr Fell als weitere Tarnung mit scharfen grünen Aromen.
    In der Ferne hörte sie Eichhornschweif, die den Jungen alles über den DonnerClan erzählte, wie sie zu großen Kriegern heranwachsen würden, stark und geschickt in der Jagd und im Kampf sein würden.
    »Ich kann schon kämpfen!«
    Löwenjunges rühmte sich.

    »Schau euch das an!«
    Er stürzte sich auf einen Ast, der auf den gefallenen Blättern lag, und stolperte dann zurück, als ein Zweig ihm in die Augen stach.
    »Au!«
    »Komm schon, kleiner Krieger«, murmelte Eichhornschweif.
    »Mal sehen, ob wir dich in einem Stück nach Hause bringen können!«
    »Warum gehst du nicht mehr mit uns?«, piepste eine kleine Stimme neben Blattsee.
    Sie sprang auf und sah auf Häherjunges blendend blaue Augen hinab.
    »Ich ... Ich musste ein paar Kräuter holen«, erklärte sie, nachdem sie die Laubhülle auf den Boden gelegt hatte.
    »Ich bin die Heilerkatze für den DonnerClan, verstehst du?«
    Häherjunges legte den Kopf auf die Seite.
    »Du warst in dem hohlen Baum, nicht wahr?«
    »Stimmt. Ich bin die Schwester deiner Mutter. Ich bin gekommen, um nach ihr zu sehen, während sie dich geboren hat.«
    »Warum ist sie nicht im Clan geblieben, um uns zu bekommen?«, fragte Häherjunges.
    Blattsees Herz begann schneller zu schlagen.
    »Weil wir zusammen auf eine Reise gehen mussten«, miaute sie.
    »Und ihr bist unerwartet gekommen. Aber es ist meine Pflicht, sich um all unsere Clangefährten zu kümmern, wenn sie krank oder in Schwierigkeiten sind, also hattest du Glück, dass ich dort war, um mich um deine Mutter zu kümmern.«
    Häherjunges blinzelte mit seinen schönen Augen.
    »Heißt das, du kannst mich sehen lassen?«, miaute er.
    »Disteljunges und Löwenjunges können Dinge sehen, ich weiß. Und ich denke, du und meine Mutter können es. Warum ich nicht?«
    Blattsee spürte, wie ihr Herz knackte.
    »Ich weiß es nicht«, flüsterte sie.
    »Es tut mir Leid. Ich kann dich nicht sehen lassen. Ich würde es tun, wenn ich könnte, versprochen.«
    Häherjunges zuckte mit seinen winzigen Schultern.
    »Okay«, zwitscherte er.
    Er wirbelte herum und huschte den Hang hinunter, genau in den Pfötchentreppen seiner Wurfgeschwister.
    Er griff nach Disteljunges Schwanz, als er vorbeiging, und sie kreischte.
    Die Dornenbarriere tauchte vor ihnen auf. Eichhornschweif zögerte, und Blattsee sah, wie sie tief einatmete.
    Sie wusste, dass sie so viel von ihrer Schwester verlangte, nicht zuletzt, dass sie den Rest ihres Lebens damit verbrachte, die Katze anzulügen, die sie vor kurzem als ihre Gefährtin ausgewählt hatte.
    Ich weiß, dass diese Jungen es wert sind!
    Denk daran, was Federschweif sagte, dass ihr Schicksal die Zukunft aller Clans bestimmen wird.
    Eichhornschweif sah auf die kleinen Katzen neben ihr hinab.
    »Seid ihr bereit, eure Clangefährten zu treffen?«, fragte sie.
    »Und euren Vater?«
    Die drei kleine Köpfe nickten kräftig.
    »Wann kann ich ein Krieger werden?«
    Löwenjunges quietschte.
    Eichhornschweif leckte sich den Kopf.
    »Schon bald«, versprach sie.
    Sie blickte über die Schulter zu Blattsee.
    »Das ist es«, murmelte sie.
    »Danke«, flüsterte Blattsee.
    Eichhornschweif schob die Drei in die Dornen und hielt die stacheligen Ranken mit ihrem Krallen beiseite.
    Löwenjunges und Disteljunges gingen zu beiden Seiten von Häherjunges, um ihn durchzuleiten.
    Die Zweige bewegten sich um sie herum und verschluckten sie.
    Es gab einen Moment der Stille, als sie auf die Lichtung traten, dann hörte Blattsee einen Stimmenchor.
    »Eichhornschweif! Du bist zurück!«
    »Mit Jungen? Ich wusste nicht einmal, dass du es erwartest!«
    »Danke, SternenClan. Blattsee war mit dir! Geht es dir gut? Sie sehen gut aus!«
    »Brombeerkralle, schau! Du bist Vater geworden!«
    Blattsee stand vor der Dornenbarriere und schloß die Augen.
    Drei winzige Gestalten erfüllten ihren Geist, drei Augenpaare - Bernstein, Grün und Blau - leuchteten aus den Schatten. Lebt wohl, meine Lieblinge.
    Ihr werdet immer in meinem Herzen sein.

    19
    Mein eigenes Cover für "Leafpool's Wish" aka. "Blattsees Wunsch"
    Mein eigenes Cover für "Leafpool's Wish" aka. "Blattsees Wunsch"

    20
    Das englische Orginalcover von "Leafpool's Wish" aka. "Blattsees Wunsch"
    Das englische Orginalcover von "Leafpool's Wish" aka. "Blattsees Wunsch"

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1504355270
Warrior Cats Blattsees Wunsch
Warrior Cats Blattsees Wunsch
Dies ist eine inoffizielle Übersetzung vom englischen Buch "Leafpool's Wish".
http://www.testedich.de/quiz50/quiz/1504355270/Warrior-Cats-Blattsees-Wunsch
http://www.testedich.de/quiz50/picture/pic_1504355270_1.jpg
2017-09-02
406A
Warrior Cats

Kommentare (4)

autorenew

Phoenix1410 ( von: Phoenix1410)
vor 150 Tagen
Meine neuste Arbeit - Der Manga am Schluss von "Brombeersterns Aufstieg"

https://youtu.be/WDuwXy1JfAw
Sonnenfell (91646)
vor 224 Tagen
Hui das ist super! Danke! Ich finde es immer mega cool wenn man endlich ein neues WaCa buch lesen kann... Ich selbst würde teile aus dem ultimative Guide übersetzen, ok?
Aber du musst aufpassen denn erlaubt ist es nicht...
Ich finde es zwar enorm super aber pass trotzdem auf...
Carmen HaRo ( von: Carmen HaRo)
vor 227 Tagen
Es tut mir sooooo mega leid, dass ich nicht mitgearbeitet habe. Meine Eltern haben es mir verboten. Ich hoffe du kannst mir verzeihen.
Deine Carmen HaRo💖💎
Mondlicht (39800)
vor 228 Tagen
yay! Das ist voll gut! Mch den "Job" bitte sofort weiter!