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Sieben Worte für ein Wunder - Wer war Alice?

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1 Kapitel - 745 Wörter - Erstellt von: Aquila - Aktualisiert am: 2017-08-30 - Entwickelt am: - 152 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Mein Beitrag zu Tordens Schreibwettbewerb im Monat August.

Inspiriert durch / Basierend auf dem / das Lied Living next door to Alice / Who the fuck is Alice?
Tolles Lied übrigens. Für alle die es nicht kennen: Unbedingt mal anhören^^

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    Er stand am Fenster als die Schwarze Limousine in der Einfahrt des Hauses nebenan parkte. Er stand fünfzehn Minuten darauf, als vier ernst schauende
    Er stand am Fenster als die Schwarze Limousine in der Einfahrt des Hauses nebenan parkte.
    Er stand fünfzehn Minuten darauf, als vier ernst schauende Männer ihren Leichnam zum Auto trugen, immer noch dort.
    Und auch als das Auto sich wieder von seinem Haus entfernte, die Straße entlangfuhr und an der nächsten Kreuzung rechts abbog, stand er dort.
    Stand dort und starrte aus dem Fenster.
    Hoffte, dass der Anruf heute morgen nicht Realität gewesen ist, auch wenn er wusste, dass er das war.
    Alice war tot. Seine Sandkastenfreundin.
    Sie waren gemeinsam im Kindergarten gewesen, in der Schule, ja, sie hatten sogar gemeinsam studiert.
    Dass all das jetzt plötzlich vorbei sein sollte konnte und wollte er nicht akzeptieren.

    Er ging nicht zur Beerdigung. Er wusste, er hätte es nicht geschafft.

    Still rührte er in seiner Tasse Tee herum, der vermutlich schon längst kalt geworden ist.
    Zwei Wochen waren seit Alices Tod bereits vergangen. Irgendwann musste er ihr Grab besuchen. Warum also nicht heute? Die Blumen, die man traditionsgerecht zum Friedhof mitnahm, lagen griffbereit vor dem Mann auf dem Tisch. Nichts hinderte ihn daran, das Haus zu verlassen.
    Seufzend stand er auf und nahm seinen Mantel vom Kleiderhaken. Er konnte sich nicht ewig davor drücken, das wusste er.

    Ihr Grab bestand aus einem verschnörkelten Metallkreuz und einem kleinen Blumenbeet mit Narzissen. Ihre Lieblingsblumen.
    Er verstand bis jetzt noch nicht den Grund, warum sie sich umgebracht hatte. Vermutlich würde er ihn nie herausfinden.
    Er dachte an die eine Nacht, als Alice und er sich -unerlaubterweise- mit zwei Sitzsäcken auf das Dach des Doms geschlichen hatten und von dort aus den Ausblick über die schlafende Stadt genossen hatten. Sie hatte ihm damals von ihren Problemen erzählt, dass ihr Vater Alkoholiker war und er sich meistens täglich mit ihrer Mutter stritt. Mittlerweile waren ihre Eltern geschieden, aber der junge Mann bezweifelte, dass sie deshalb Suizid begangen hatte.
    Irgendwie machte es ihn traurig, dass sie ihm nichts von ihren Gedanken erzählt hatte. Hatte die Jahrelange Freundschaft ihr etwa nichts bedeutet? Hatte sie ihm etwa nicht blind vertraut, so wie er ihr?
    Er hatte wirklich gedacht, er hätte Alice gekannt. Er hatte gedacht, er wäre ihr beste Freund gewesen, und andersherum.
    Je länger er hier vor ihrem Grab stand, desto stärker drängte sich eine Frage in seine Gedanken: Wer war Alice überhaupt?
    Wenn ihn jemand gefragt hätte, was das Lieblingsessen ihrer Katze war, er hätte antworten können. Er hätte aufzählen können, was ihre Kindheitsträume waren, ihre glücklichsten Erinnerungen, was sie später einmal von Beruf werden wollte.
    Aber er konnte nicht erklären, warum sie sich umgebracht hatte.
    Wie schon so oft in den letzten Tagen dachte er an all die Momente, die er mit ihr erlebt hatte. Ihr Lachen schallte in seinen Ohren nach und es hörte sich so lebendig an, als würde sie direkt vor ihm stehen. Einen kurzen naiven Augenblick schaute er geradeaus, nach links, nach rechts, als erwarte er, sie würde plötzlich irgendwo dort auftauchen. Tat sie nicht. Natürlich nicht.
    Langsam aber bestimmt legte er schließlich die Blumen auf ihren Grabstein. Dann wandte er sich ab und ging. Tränen benebelten seine Sicht.

    »Ich werde mich nie daran gewöhnen, nicht mehr Tür-an-Tür mit Alice zu wohnen. Nein, ich werde nie darüber hinwegkommen, dass ich nicht mehr neben Alice wohne.«


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Sieben Worte für ein Wunder - Wer war Alice?
Sieben Worte für ein Wunder - Wer war Alice?
Mein Beitrag zu Tordens Schreibwettbewerb im Monat August. Inspiriert durch / Basierend auf dem / das Lied Living next door to Alice / Who the fuck is Alice? Tolles Lied übrigens. Für alle die es nicht kennen: Unbedingt mal anhören^^
http://www.testedich.de/quiz50/quiz/1503680675/Sieben-Worte-fuer-ein-Wunder-Wer-war-Alice
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2017-08-25
40SB
Schreibwettbewerb

Kommentare (5)

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Ella ( von: _Estrella_)
vor 18 Tagen
Sehr pfiffig! :D
Aquila ( von: Aquila)
vor 18 Tagen
Das war auch der Plan, höhö.
Danke^^
_Estrella_ ( von: _Estrella_)
vor 18 Tagen
Schöne Geschichte,ich musste die ganze Zeit an die FF-Alice denken. XD
Aber ziemlich gut,und eine gute Idee!^^
Aquila ( von: Aquila)
vor 24 Tagen
Dankeschön. Hach ja, damals..
Paradise ( von: Paradise)
vor 25 Tagen
Oh, Himmel, tolle Geschichte und hach, diese Who the fu--ck is Alice-Zeit bei LdMid *-*