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Flowers Of Spring Are Dreams Of Winter

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4 Kapitel - 6.649 Wörter - Erstellt von: Lydia - Aktualisiert am: 2017-08-25 - Entwickelt am: - 258 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Die Blumen des Frühlings sind die Träume des Winters – Khalil Gibran, Halil Cibran

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    ((bold))Prolog:((ebold)) ((cur))6. April 2983 des dritten Zeitalters((ecur)) Die Frau wiegte die beiden Neugeborenen in ihren Armen. Ein Junge und ein
    Prolog:
    6. April 2983 des dritten Zeitalters
    Die Frau wiegte die beiden Neugeborenen in ihren Armen. Ein Junge und ein Mädchen! Welche Freude! Die beiden sahen sich sehr ähnlich und doch waren die Gesichtszüge des Mädchens ein klein wenig zierlicher als die des Jungen. Mit strahlenden Augen drehte sich ihr Mann zu ihr um. „Wie sollen wir die beiden nennen?“, fragte er. Bella lächelte. Ihr Mann, Hamfast Gamdschie, war einer der fröhlichsten Hobbits im ganzen Auenland und das mochte etwas heißen. Sie liebte ihn sehr und war froh ihn geheiratet zu haben. „Sam ist ein wunderbarer Name“, antwortete sie lächelnd. „Und damit Leute wie die Sackheim-Beutlins sich über etwas anderes das Maul zerreißen können, sagen wir Samweis“, meinte er immer noch strahlend. Dass er für alles eine Lösung zu finden schien, war ein weiterer Grund dafür, dass sie ihn so liebte. Sam. Der Name spuckte immer noch in ihrem Kopf herum. „Und wie sollen wir sie nennen?“, fragte er. Sam. Sam. „Samantha“, sagte sie lächelnd. Er lachte. „Sam und Sam“, rief er und küsste seine Frau liebevoll auf die Lippen.
    2989 des dritten Zeitalters (6 Jahre später)
    Das Mädchen und der Junge tollten auf der Wiese. Der Junge blieb stehen um eine besonders schöne Blume zu betrachten. „Komm schon Sam!“, rief sie quengelnd. „Schau dir mal diese Blume an…“, sagte er träumerisch. „Blumen sind was für Mädchen!“, sagte sie abwertend. „Du bist doch ein Mädchen“, sagte der Junge unschuldig. „Na warte!“, rief sie und stürzte sich auf ihren Bruder. Er versuchte ihre Hände zu packen, aber sie war stärker als er. Sie nahm ihn erbarmungslos in den Schwitzkasten. „Nimm das zurück!“, fauchte sie. „Nagut, Nagut! Ich nehm’s zurück!“, sagte der Junge keuchend und sie ließ ihn los. „Hab dich!“, rief sie dann und rannte kichernd davon. Der Junge rannte hinter ihr her. „Kinder!“, rief ihre Mutter und kam über die Wiese. „Kommt! Es ist Essenszeit!“ Die Kinder rannten zur ihr. „Samantha!“, sagte die Mutter entsetzt, als sie das Kleid ihrer Tochter sah. „Das ist ja ganz schmutzig!“ „Wir haben Fangen gespielt!“, sagte das Mädchen vergnügt, „Mama, warum darf ich keine Hosen tragen, so wie Sam?“ „Das machen Mädchen nun mal nicht“, sagte ihre Mutter seufzend. Das Mädchen schob die Lippe vor und schmollte. „Dann will ich kein Mädchen sein“, sagte sie trotzig. „Du bist aber eins“, sagte ihr Bruder. „Nimm das zurück!“, kreischte sie und wollte wieder auf ihn losgehen, doch ihre Mutter nahm sie bei der Hand. „Na, Na, Na!“, sagte sie streng, „Jetzt wird gegessen!“ „Au ja! Essen!“, sagte der Junge begeistert.
    2999 des dritten Zeitalters (weitere 10 Jahre später)
    Das hochgewachsene (für einen Hobbit jedenfalls) Mädchen schritt über den Markt. Sie trug tatsächlich eine braune Hose und eine weiße Bluse. Jedes Mal, wenn sie in diesem Aufzug in der Öffentlichkeit auftrat, zerrissen sich die Damen darüber ihre Münder, doch es schien sie nicht zu kümmern. Die meisten hatten sich bereits daran gewöhnt. Auch schien sie die glühenden Blicke vieler Jungen nicht zu bemerken, die auf ihr ruhten. Sie war eines der schönsten Mädchen, doch viele hielten sie für wunderlich. Sie verrichtete Arbeiten wie das Holzfällen und ritt des Öfteren auf einem recht großen Pony aus. Das war für Hobbits mehr als nur verwunderlich. Doch all das Geschwätz interessierte sie nicht und wenn eine der Damen zu übermütig wurde und einen Kommentar zu ihrem Aufzug machte, antwortete sie stets mit einer kecken Antwort. Viele der Damen bewunderten sie heimlich und sehr viele Männer.

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    Für S

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    ((bold))1. Kapitel((ebold)) ((cur))3001 des dritten Zeitalters (Der Tag von Bilbos Abschiedsfest)((ecur)) Ich ritt gerade mit meiner Stute Renia über
    1. Kapitel
    3001 des dritten Zeitalters (Der Tag von Bilbos Abschiedsfest)
    Ich ritt gerade mit meiner Stute Renia über die Wiesen, als ich ein mir nur allzu gut bekanntes Lied hörte. Ich galoppierte los, als ich auf Frodo traf. „Samantha!“, rief er. Ich zog die Zügel an und Renia blieb stehen. „Ich glaube, ich habe Gandalf gehört!“, rief er strahlend. Ich grinste. „Komm!“, forderte ich ihn dann auf und reichte ihm eine Hand. Er nahm sie. Meine Hand kribbelte, wie bei einem Schlägchen. „Au!“, rief ich lachend, „Du hast mir ein Schlägchen gegeben!“ „Wirklich?“, fragte er verwirrt, lachte dann aber. Ich schüttelte den Kopf und half ihm hoch. „Gut festhalten“, sagte ich noch, dann galoppierte ich los. Frodo war einer der wenigen, der keine Angst vor dem Reiten hatte. Renia war das schnellste Reitpferd im Auenland, allerdings auch das einzige. Den Namen hatte ich von Bilbo, er ist auf Elbisch, Sindarin um genauer zu sein, und bedeutet Fliegen. Als die Straße in Sicht kam, bremste ich nicht ab, im Gegenteil, ich spornte Renia an und sie machte einen Sprung hinunter. „Ho!“, rief der Zauberer und hielt sein Pferd an. „Du kommst recht spät!“, sagte Frodo hinter mir vorwurfsvoll. „Ein Zauberer kommt nie zu spät, Frodo Beutlin.“, sagte dieser, „Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wann er es beabsichtigt.“ Wir starrten ihn. Er starrte zurück. Bis wir alle in Gelächter ausbrachen. „Was für eine Freude dich zu sehen, Gandalf!“, rief Frodo und sprang von Renia und umarmte Gandalf. Wir lachten alle. Auch ich sprang auf den Wagen um Gandalf zu umarmen. „Nor na adab“, rief ich Renia zu und sie folgte dem Befehl. (Übersetzung: Lauf nach Hause.) „Ich hätte doch niemals Onkel Bilbos Geburtstag vergessen!“, sagte Gandalf gerade lachen zu Frodo. „Was tut sich draußen in der Welt?“, fragte ich Gandalf. „Du musst uns alles erzählen!“, meinte Frodo. „Was, alles! Hm..., ihr seid viel zu neugierig für Hobbits. Höchst ungewöhnlich.“, meinte Gandalf, „Tja, was soll ich euch erzählen? Das Leben in der weiten Welt verläuft genauso wie im vergangenen Zeitalter. Ein ständiges Kommen und Gehen. Kaum jemand ist sich bewusst darüber, dass es die Hobbits überhaupt gibt. Wofür ich sehr dankbar bin.“ „Hast du mir wieder etwas mitgebracht?“, fragte ich ihn interessiert. Gandalf guckte sich um, dann reichte er mir einen wunderschönen, gebogenen Dolch. Jedenfalls war es für ihn ein Dolch, doch er war so lang wie mein Arm. „Oh Gandalf!“, hauchte ich, „Der ist wunderschön!“ „Damit du eure Vogelscheuche nicht mehr mit einem langen Stock malträtieren musst“, sagte Gandalf. Mein Gesicht brannte, so rot wurde ich. „Woher weißt du…?“ „Ich habe die Vogelscheuche und den Stock gefunden, den Rest konnte ich mir zusammenreimen“, antwortete er. Da fuhren wir an der Wiese vorbei, auf der bereits die Vorbereitungen auf das Fest getroffen wurden. „Oh, das langerwartete Fest!“, murmelte Gandalf, „Und, wie geht‘s dem alten Tunichtgut? Wie ich hörte, soll es eine ganz besonders prächtige Feier werden!“ Ich ließ Frodo antworten, ich war immer noch in die Betrachtung des Dolches versunken. „Du kennst Bilbo doch! Hier sind alle schon gewaltig aus dem Häuschen!“, antwortete Frodo. „Hm, das ist doch genau nach seinem Geschmack!“, sagte Gandalf. „Er hat das halbe Auenland eingeladen, und der Rest kommt sowieso.“, sagte Frodo. Dann jedoch meinte er besorgt: „Um die Wahrheit zu sagen, Bilbo ist seltsam in letzter Zeit. Ich meine, seltsamer als gewöhnlich. Er schließt sich neuerdings in sein Arbeitszimmer ein. Stundenlang brütet er über alten Landkarten, wenn er glaubt, dass ich nicht hinsehe.“ Ich ließ meinen Dolch sinken. „Und ständig faselt er etwas von einem Schatz“, fügte ich hinzu, „Seinem Schatz.“ „Du liebes Bisschen!“, murmelte Gandalf. „Irgendwas hat er vor!“, meinte Frodo. „Hhm.“, machte Gandalf. „Na schön, behalte deine Geheimnisse für dich!“, lachte Frodo. „Was?“, fragte Gandalf scheinheilig. „Aber ich weiß, dass du damit etwas zu tun hast.“ „Ach du liebes Bisschen.“, murmelte Gandalf wieder. „Du weißt genau was ich meine! Bevor du aufgetaucht bist, waren wir Beutlins angesehene Leute.“, sagte Frodo. „Allerdings.“, meinte Gandalf. „Wir waren nie in Abenteuer verstrickt und taten nichts Unvorhergesehenes.“, erzählte Frodo weiter. „Falls das eine Anspielung auf den Vorfall mit dem Drachen sein soll, daran war ich kaum beteiligt.“, beteuerte Gandalf, „Ich habe deinem Onkel lediglich einen kleinen Schubs zur Tür hinausgegeben.“ „Egal, was du getan hast, du bist jetzt offiziell als Störer des Friedens bezeichnet worden.“, erklärte Frodo. „Ist das so?“, fragte Gandalf und ich kicherte. „Gandalf! Gandalf! Gandalf!“, riefen mehrere Stimmen und ich drehte mich um. Die Kinder standen hinter dem Wagen und guckten enttäuscht. „Ooooh, kein Feuerwerk!“, jammerten sie. Frodo und ich sahen Gandalf an. Da explodierten plötzlich mehrere Raketen und Feuerwerkskörper. „Jaaaa!“, jubelten die Kinde. Wir lachten vergnügt. „Gandalf, es ist so schön, dass du wieder da bist!“, sagte ich und sprang vom Wagen. „Wir freuen uns, dass du wieder da bist!“, sagte auch Frodo und sprang ebenfalls vom Wagen. „Ich mich auch, mein lieber Junge. Ich mich auch.“, hörte ich Gandalf murmeln. „Und danke für den Dolch!“, rief ich ihm noch hinterher. „Was machst du jetzt noch?“, fragte Frodo mich und wir machten uns auf den Weg zurück. „Rosie hat mich gebeten ein paar Stunden vor dem Fest zu ihr zu kommen, ich hoffe nur, dass sie mich nicht zwingt ein Kleid anzuziehen!“, sagte ich. Frodo lachte auf. „Ich sehe grauenvoll aus in Kleidern“, jammerte ich weiter. „Ich finde du siehst in allem gut aus“, sagte Frodo leichthin. Seine Hand streifte meine und wieder fühlte es sich an, als bekäme ich ein Schlägchen. „Bis später“, verabschiedete er sich und ging. Völlig verdattert starrte ich ihm nach. Wie lange ich so dastand, wusste ich nicht, bis mir siedend heiß einfiel, dass Rosie ja auf mich wartete. Ich sprintete los und kam bei ihr an. Ehe ich klopfen konnte, riss sie die Tür auf. „Da bist du ja!“, sagte sie vorwurfsvoll. „Tschuldige. Ich hab-“ „Jajaja! Komm jetzt!“, meinte sie und zog mich ins Haus. „Im Bad steht eine Wanne, da kannst du den Pferdegeruch abwaschen“, rief sie und war verschwunden. Da Widerstand bei ihr zwecklos war, ging ich seufzend ins Bad und wusch mich in der Wanne ab. Danach wickelte ich mich in ein Handtuch und ging in ihr Zimmer. „Da bist du ja! Wo ist dein Kleid?“, fragte sie. „Äh, ich hab keins“, antwortete ich überrumpelt. Fassungslos sah sie mich an. „Du. Hast. Kein. Kleid?“, fragte sie und betonte dabei jedes Wort. Ich nickte nur. „Himmel! Gar keins!“ Ich nickte eingeschüchtert. So gut ich mit meinem Dolch umgehen konnte, Kleider und Frisuren und der ganze Mist machten mir mehr Angst, als die Vorstellung ans andere Ende von Mittelerde zu reisen. Sie seufzte deprimiert und öffnete dann ihren Kleiderschrank. Mir klappte der Mund auf. Wozu zum Henker brauchte man so viele Kleider! Sie wühlte in ihrem Kleiderschrank, dann zog sie ein dunkelblaues Kleid hervor und hielt es vor mich. Dann schüttelte sie den Kopf und warf es in eine Ecke. Das wiederholte sich knapp zehnmal mit allen erdenklichen Farben, bis sie schließlich ein tiefrotes Kleid hervorholte. Sie hielt es vor mich und nickte. „Das ist es!“, sagte sie. Es sah recht schlicht aus, also zog ich es an. Bis ich mich im Spiegel betrachtete. Mir klappte der Mund. „Rosie!“, protestierte ich. „Was denn?“, fragte sie unschuldig. Zugegeben, ich sah gut aus, doch der Ausschnitt war gewagt. Insgesamt saß das Kleid recht eng und brachte an mir Kurven zum Vorschein, von denen ich geglaubt hatte, sie nicht zu besitzen. „Meins hat den gleichen Schnitt“, sagte sie schulterzuckend, was immer das auch bedeuten mochte. Ich wollte wieder anfangen zu protestieren, doch sie sagte nur: „Setzen!“ und nickte zu ihrem Schminkspiegel. Seufzend ließ ich mich auf dem Stuhl nieder und ließ sie meine Haare frisieren. Währenddessen plapperte sie über den neuesten Klatsch und Tratsch von Hobbingen. Das meiste blendete ich aus. So verschieden Rosie und ich auch waren, keine hätte ohne die andere gewusst, wie sie überleben sollte. Dank mir, wurde Rosie nicht mehr von schmierigen Typen im Grünen Drachen angepöbelt und ich wusste dank ihr, wer mich in Wirklichkeit seltsam fand und wer nicht. Kurz gesagt, sie war die beste Freundin in ganz Mittelerde. Dann schlug sie plötzlich ein anderes Thema. „Wird dein Bruder auch kommen?“, fragte sie. „Klar, er ist schließlich Frodos bester Freund“, sagte ich. „Weißt du, ob er auf irgendeine ein Auge geworfen hat?“, fragte sie. „Ja“, sagte ich. „Wer?“, fragte sie entsetzt. „Dich“, sagte ich. „Ach hör doch auf!“, meinte sie und wurde rot. „Es gab da nämlich das Gerücht, dass irgendjemand ihn mit Arabella Stolzfuß gesehen hat.“ Ich lachte auf. „Meinen Bruder! Ich schätze derjenige muss sturzbetrunken gewesen sein!“ Sie nickte nur. Dann begann sie zu grinsen und fragte: „Und du? Wirst du mit Frodo tanzen?“ „Warum?“, fragte ich sie verwirrt. „Ach, komm schon! Es sieht doch jeder wie verknallt ihr seid!“ „Wir sind nur Freunde“, sagte ich entschieden, doch ein winziger Teil in mir, wurde bei den Worten traurig, was mich völlig verwirrte. „Ich an deiner Stelle würde mich beeilen. Lobelia Sackheim-Beutlin hat ihre Tochter auf Frodo angesetzt, um doch noch in Beutelsends Besitz zu kommen.“ Diese Worte machten mich unglaublich wütend, was mich dann restlos verwirrte. Als Rosie endlich fertig war, sah ich in den Spiegel und fragte mich für einen Moment, ob ich das Porträt einer Elbenprinzessin vor mir hatte. Es hatte mir vorerst die Sprache verschlagen. Meine rötlich-blonden Haare fielen in Locken auf meine Schultern, meine Augen strahlten, meine Lippen waren dunkelrot, meine Wangen zeigten einen Hauch Röte. Ich wusste nicht, wie Rosie das geschafft hatte, doch ich war ihr zutiefst dankbar. Wie Frodo das wohl finden würde?, fragte ich mich, was mich gleich darauf wieder verwirrte. Warum interessierte es mich? Nein, das tat es nicht! Ich sah zu Rosie, die strahlte. Ich starrte sie immer noch mit offenem Mund an, doch sie schien es zu verstehen.
    Frodos Sicht:
    Ich saß neben Sam auf einer Bank und trank mein zweites Bier. „Du Sam, kommt deine Schwester eigentlich noch?“, fragte ich ihn dann. „Müsste, ja.“, antwortete er. Ich nickte nur. Dann kippte ich den Rest meines Biers runter. „Hallo Frodo!“, sagte eine Stimme hinter mir. Mit einem gezwungenen Lächeln drehte ich mich um. Es war Rosetta Sackheim-Beutlin, die Tochter von Lobelia Sackheim-Beutlin. Zugegeben, sie sah nicht schlecht aus, aber sie nervte fürchterlich mit ihrem Gequatsche über Kleider und anderen Schnick-Schnack. „Hallo Rosetta“, sagte ich. „Hast du Lust zu tanzen?“, fragte sie und klimperte dabei gekonnt mit den Wimpern. „Äh, warum nicht?“ „Toll!“, sagte sie, nahm meine Hand und zog mich mit sich und ehe ich mich versah, war ich von meinem schönen Bier weg. Wäre es Samantha, hätte ich damit kein Problem. Moment! Wie kam ich jetzt auf den Gedanken? Verwirrt trat ich Rosetta auf den Fuß. „Rechts herum, Liebster“, säuselte sie und ich war restlos verwirrt. Dann ging plötzlich ein Murmeln durch die Leute, die Musik verstummte du die Tanzenden blieben stehen. Es waren noch zwei Gäste angekommen. Rosie Hüttinger und das schönste Mädchen dieser Erde. Ich musste zweimal hinsehen, bis ich Samantha erkannte. Ich keuchte vor Überraschung auf. Verlegen senkte sie ihren Blick. Ich wollte zu ihr gehen, doch Tom Rubers kam mir zuvor. „Dürfte ich um diesen Tanz bitten?“, fragte der Widerling säuselnd. Schüchtern nahm sie seine Hand und die Musik spielte wieder auf. Sie tanzte besser, als ich gedacht hatte. Ich behielt sie die ganze Zeit im Auge. Als der Tanz endete wollte ich erneut zu ihr gehen, doch ein anderer kam mir zuvor und so ging es knapp fünf Mal, bis sie plötzlich verschwand. Ich musste grinsen. „Entschuldige mich“, sagte ich zu Rosetta und ließ sie stehen. Ich lief hinter die Zelte zum See und da saß sie. „Hallo“, sagte ich schließlich. Sie sah auf und sagte ebenfalls: „Hallo“ Ich setzte mich neben sie.
    Samanthas Sicht:
    Er setzte sich neben mich. „Das war ja ein ziemlicher Auftritt“, meinte er. Ich lachte. „Dürfte ich um diesen Tanz bitten“, äffte er Tom Rubers säuselnd nach und ich lachte erneut. „Was hälst du von meinem Aufzug?“, fragte ich dann. „Wie ich heute Mittag schon sagte, du siehst in allem wunderschön aus“, meinte er leichthin und gab mir dann einen Kuss auf die Wange. Dann stand er auf und ließ mich verdattert und glückselig zurück.
    Frodos Sicht:
    Ich war ganz zittrig. Ich hatte mich tatsächlich getraut, sie auf die Wange zu küssen! Ob ich es Sam erzählen sollte? Vielleicht nicht, immerhin war sie seine Schwester. Immer noch strahlend wollte ich zum fest zurückkehren, als jemand sagte: „Hallo Frodo!“ ich drehte mich um und da war Rosetta Sackheim-Beutlin. „Was ist Rosetta?“, fragte ich sie. „Weißt du, Frodo“, sagte sie, „Du bist ein sehr netter Junge und ich hab dich sehr gern. Ich weiß nicht, vielleicht könnten wir ja irgendwann Mal mehr sein als nur Freunde.“ Während sie das gesagt hatte, war sie immer nähergekommen und ehe ich es verhindern konnte, drückte sie ihre Lippen auf meine.
    Samanthas Sicht:
    Immer noch strahlend lief ich zurück zum Fest, als ich zwei gestalten in der Dunkelheit sah. Ich versteckte mich hinter einem Zelt und sah die beiden genauer an. Es waren Frodo und Rosetta Sackheim-Beutlin. Ich keuchte auf. Sie drehten sich um und sahen mich, doch bevor sie etwas sagen konnten, rannte ich davon. Bestürzt fiel mir auf, das Tränen meine Wangen hinabrannen. Ich pfiff und Renia kam angetrabt. Ich schwang mich auf ihren Rücken und ritt los, fort, fort von diesem fest, fort von Rosetta Sackheim-Beutlin, fort von Frodo Beutlin.
    Frodos Sicht:
    Ich stieß Rosetta von mir weg und rannte ihr hinterher, doch natürlich hatte ich gegen sie keine Chance. Schon früher hatte sie unsere Wettrennen immer gewonnen. Keuchend blieb ich stehen. Verflucht sei Rosetta Sackheim-Beutlin, verflucht sei sie und ihre Tricks. Sie hatte dafür gesorgt, dass das Mädchen das ich liebte mich hasste! Plötzlich hielt ich inne. Das Mädchen das ich liebte? Ja, das Mädchen das ich liebte. Frustriert ging ich zurück zum Fest um mich volllaufen zu lassen.
    Samanthas Sicht:
    Ich lenkte Renia nicht, sie ritt selbst und so überraschte es mich, dass wir plötzlich wieder am See waren. Ich hatte doch eigentlich weg von diesem Fest wollen, aber was sollte es. Ich stieg ab und starrte ins Wasser. Ich tätschelte Renia und sie trabte davon. Ich hing meinen Gedanken an Frodo nach. Er akzeptierte mich immer so wie ich war und war wahrscheinlich der einzige. So in Gedanken hörte ich nicht, wie jemand hinter mich trat. „Hallo meine Schöne“ Biergestank drang mir in die Nase und jemand packte mich an den Oberarmen. „Au!“, fauchte ich, doch er war stärker als ich. „Nanana! So was gehört sich nicht!“, tadelte er mich. „Tom Rubers!“, rief ich entsetzt. Bevor ich um Hilfe schreien konnte, presste er seine Lippen gewaltsam auf meine. Ich versuchte mich loszureißen, doch er biss mich in die Lippe. Ich schmeckte Blut, vermischt mit Biergestank. Mir wurde übel. Ich hörte ihn lachen, als er den Verschluss meines Kleides packte und aufriss. Ich war starr vor Entsetzen und er griff mir ins Dekolleté. „So eine Schönheit sollte nicht allein sein, in der Nacht“, säuselte er. „Lass sie in Ruhe!“, schrie da jemand und riss Tom Rubers um. „Lass deine dreckigen Griffel von ihr!“ Ich schluchzte vor Erleichterung auf. Es war Sam. „Rosie! Hol Frodo!“ „Ich bin schon da! Was ist passiert?“ „Dieser Widerling hat Samantha belästigt!“ Ich hörte einen Schlag und wie Tom aufheulte. Ich begann zu zittern. Mir war auf einmal eiskalt. Ich umklammerte meine Oberarme und wimmerte. „Samantha. Sieh mich an“, sagte Rosie sanft, „Es ist alles gut. Setzt dich erst mal hin.“ Ich folgte ihrem Befehl kaum freiwillig, meine Knie gaben einfach nach. „Samantha! Samantha geht’s dir gut?“ Das war Sam. Ich brachte nur ein Wimmern zustande. „Lass sie erst mal, sie steht unter Schock. „Wo ist Tom“, brachte ich flüsternd hervor. „Frodo schlägt ihn zusammen, ich mach auch gleich mit.“ Ein erneutes Wimmern kam über meine Lippen. „Sam!“, tadelte Rosie ihn. „Er hat es nicht anders verdient“, sagte Sam schlicht. „Tut mir leid wegen deinem Kleid“, flüsterte ich Rosie zu. Die zuckte nur mit den Schultern. „Ich hab noch andere“, sagte sie. „Komm“, sagte sie nach einer Pause, in der ich nur hin und wieder rein Wimmern ausgestoßen hatte und half mir hoch. „Ich bring dich zu mir und du ziehst deine Sachen an, dann bist du wieder Sam“ Ich musste tatsächlich lächeln. Darum mochte ich Rosie so sehr. Sie half mir auf.

    Nachdem ich mich bei Rosie umgezogen und meine Haare wieder zu einem Knoten in meinem Nacken zusammengebunden hatte, spazierte ich nach Hause. Das mag vielleicht seltsam klingen, aber vorher war ich zu verwirrt um mich verteidigen zu können und außerdem trug ich jetzt meinen Dolch bei mir. Ich kam gerade an Beutelsend vorbei, als ich laute Stimmen hörte. Ich zögerte einen Moment, dann ging ich durch das Tor und hockte mich unter das Fenster. „Er ist zu mir gekommen!“, rief Bilbo. „Du brauchst nicht zornig zu werden!“ Das war Gandalf. „Wenn ich es bin, ist es deine Schuld! Es ist meiner, mein Eigen, mein Schahaatzzsss!“, fauchte Bilbo. Worüber die wohl redeten. „Dein Schatz? So ist er schon früher genannt worden, doch nicht von dir!“, sagte Gandalf. „Grr, was geht es dich überhaupt an, was ich mit meinen Sachen mache!“, fauchte Bilbo. „Du hast den Ring wirklich lange genug gehabt!“, meinte Gandalf streng. „Du ... du willst ihn nur für dich selber haben!“, rief Bilbo anklagend. „Bilbo Beutlin!“ Gandalf Stimme klang knapp drei Oktaven tiefer und ich zitterte, weil selbst ich draußen die Macht des Zauberers spürte. „Halte mich nicht für jemanden, der mit faulem Zauber arbeitet! Ich will dich nicht berauben!“ Dann ließ die Dunkelheit abrupt nach. „Ich will dir helfen.“, sagte Gandalf. Ich hörte Bilbo wimmern und lugte über den Fenstersims. Die beiden umarmten sich. Schnell duckte ich mich wieder. „All die Jahre waren wir Freunde. Vertrau mir, so wie früher, gib ihn auf!“, riet Gandalf Bilbo. „Du hast Recht, Gandalf, der Ring muss an Frodo gehen! Es ist schon spät und der Weg ist lang. Ja, ich muss aufbrechen.“, sagte Bilbo und packte währenddessen seine Sachen. Er ging schon an die Tür und ich hechtete in einen Busch. „Bilbo!“, meinte Gandalf. „Hm?“, machte dieser. „Du hast ja den Ring immer noch in der Tasche!“, sagte Gandalf. „Ah... ja...“, sagte Bilbo und ich sah durch die zweige des Sommerflieders wie er einen Ring aus der Tasche zog. Plötzlich spürte ich einen stechenden Schmerz in der Brust und sah ein riesiges, von Feuer umrandetes Auge. Ich schnappte nach Luft. Ich kannte den Ring. Aber woher? Mit aller Macht versuchte ich mich an etwas zu erinnern, doch es gelang mir nicht. „Mir ist ein hübscher Schluss für mein Buch eingefallen: Und dann lebte er vergnügt bis ans Ende seiner Tage.“, hörte ich Bilbo sagen. „Und ich bin sicher, das wird er mein Freund.“, meinte Gandalf. „Leb wohl, Gandalf!“, verabschiedete sich Bilbo. „Leb wohl, lieber Bilbo!“, sagte auch Gandalf. „Die Straße gleitet fort und fort, weg von der Tür wo sie begann...“, sang Bilbo und verschwand in der Dunkelheit. „Bis zu unserem nächsten Treffen!“, murmelte Gandalf. Er bückte sich, um den Ring aufzuheben, doch da zuckte erneut dieser Schmerz durch meine Brust und erneut sah ich das von Flammen umrandete Auge. Gandalf ging zurück ins Haus. „Bilbo! Bilbo!“ Diese Stimme würde ich unter tausenden erkennen! Frodo hob den Ring auf und ging zu Gandalf ins Haus. Ich nahm erneut unter dem Fenstersims Stellung. „Er ist weg, hab ich Recht?“, fragte Frodo, „Er hat so lange davon geredet, dass er fortgeht. Ich hätte nie gedacht, dass er es wirklich tut. Gandalf?“ „Hmm, Bilbos Ring! Er hat sich zu den Elben aufgemacht und dir Beutelsend hinterlassen“, sagte Gandalf, „Mit all seinem Besitz! Der Ring gehört jetzt dir. Tu ihn irgendwo hin, wo ihn niemand sieht!“ „Wohin willst du?“, fragte Frodo und ich hörte Gandalf seine Sachen zusammenpacken. „Es gibt Dinge, um die ich mich kümmern muss.“, meinte Gandalf. „Was für Dinge?“, fragte Frodo. „Fragen, Fragen, die nach einer Antwort verlangen.“, antwortete Gandalf. „Du bist doch gerade erst angekommen! Das versteh´ ich nicht!“, meinte Frodo. „Ich auch nicht. Halte ihn geheim, bewahre ihn gut!“ Mit diesen Worten ging Gandalf zur Tür und ich hechtete wieder in den Sommerflieder um nicht entdeckt zu werde. Keine Sekunde zu früh, denn im nächsten Moment war Beutelsend verschwunden und ich war in einem Verließ wo grauenhafte Geschöpfe ein Wesen folterten. „Aaah, nein! Auenland, Beutlin!“, schrie es unter Qualen. Dann war das alles wieder verschwunden und ich sah eine riesige Festung aus dessen Tor neun Schwarze Reiter galoppierten. Ich schnappte nach Luft. Über mir sah ich den Sternenhimmel. Ich war in Beutelsend und lag im Gras. Ich setzte mich auf und brauchte einen Moment um die Bilder und das Gehörte zu verdauen. Dann stand ich auf und schlich mich nach Hause.

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    ((bold))2. Kapitel((ebold)) ((cur))28. September 3018 des dritten Zeitalters((ecur)) Ich saß bei Sam und unserem Vater im Grünen Drachen und trank e
    2. Kapitel
    28. September 3018 des dritten Zeitalters
    Ich saß bei Sam und unserem Vater im Grünen Drachen und trank ein Bier. Merry und Pippin sangen ein Trinklied:
    „He, he, he!
    An die Buddel geh.
    Heil dein Herz,
    ertrink dein Weh.
    Falle Regen oder Schnee,
    lang ist der Weg,
    den ich noch geh.
    Zärtlich klingt des Regens Laut
    und das Rieseln des Baches im Wiesenkraut.
    Doch nimmer tut Regen und Bach so gut,
    wie´s ein Krug Bier diesem Tuk dort tut!“
    Wir mussten alle herzlich lachen. „Es sollen jetzt n´ paar seltsame Gestalten durchs Auenland ziehen. Zwerge und andere Dinge, auch nicht richtig schmecken.“, meinte gerade einer der Freunde meines Vaters. „Wenn das mal nicht nach Krieg riecht.“, meinte ein anderer. „In den Bergen wimmelt es nur so von Orks.“, sagte ein Dritter. „Ammenmärchen und Kindergeschichten! Mehr ist da nicht dran. Langsam redest du schon wie der alte Bilbo Beutlin. Nicht ganz richtig war der.“, sagte ein weiterer abwertend. „Der junge Herr Frodo hier, der ist goldrichtig.“, sagte Vater, als Frodo gerade die Bierkrüge für die Typen auf den Tisch stellte. „Und ich bin stolz drauf. Prosit Ohm.“, sagte Frodo und prostete Vater zu. Wir hatten uns seit Bilbos Abschiedsfest nicht mehr geküsst, geschweige denn berührt. Wir redeten nur das nötigste miteinander und das war mir nur recht. „Jaja, es geht uns überhaupt nichts an, was sich außerhalb unserer Grenzen abspielt.“, sagte einer der Typen, „Wenn du deine Nase aus dem Ärger raushälst, dann kriegst du auch keinen Ärger.“ So ging es den Abend weiter und ich trank noch zwei Krüge. Ich versuchte nicht über Sam zu lachen, der die ganze Zeit Rosie anstarrte und sich nicht traute mit ihr zu reden. Schließlich, als es schon spät war, machten wir uns auf den Heimweg. „Gute Nacht, Jungs! Gute Nacht, Samantha!“, verabschiedete uns Rosie an der Tür. „Gute Nacht.“, sagte Sam zu ihr. Das hatte ihn sicher Überwindung gekostet. „Gute Nacht, süße Maid des goldenen Tropfen!“, machte Tom Rubers Rosie gerade an. „Pass bloß auf, wen du da ansäuselst!“, knurrte Sam. „Keine Angst, Sam, Rosie erkennt einen Idioten, wenn sie einen vor sich hat.“, meinte Frodo. „Tut sie das?“, fragte Sam eher ängstlich. „Gute Nacht, ihr beiden!“, verabschiedete sich nun auch Frodo von uns. „Gute Nacht, Herr Frodo!“, sagte Sam, ich schwieg. Schweigend liefen wir weiter, bis ich plötzlich wieder diesen stechenden Schmerz in der Brust. Ich keuchte auf. „Samantha?“, fragte Sam, doch seine Stimme klang wie durch tiefes Wasser. Da war wieder das von Feuer umrahmte Auge. „Folgeeeee iiiiihhhhm! Auuuenlaand! Beeuuuutliiin!“, röchelte die grauenvollste Stimme die ich je gehört hatte. „Samantha? Samantha!“ Sam schüttelte mich. Ich schnappte nach Luft. „Was? Was ist passiert!“, stammelte ich. „Geht’s dir gut?“, fragte Sam entsetzt. „Komm!“, sagte ich zu ihm und rappelte mich auf. Wir schlichen uns in den Garten von Beutelsend und nahmen unter dem Fenstersims Stellung, wie ich vor gefühlt ewigen Zeiten. „Was siehst du? Kannst du irgendwas erkennen?“, fragte jemand. Das war Gandalf! „Gar nichts, da ist nichts.“, antwortete Frodo. Gandalf seufzte erleichtert. Was machte er bloß hier? „Warte, da sind feine Linien. Es sind elbische Buchstaben, ich kann sie nicht lesen.“, sagte Frodo. „Das können nur wenige. Es ist die Sprache von Mordor, die ich hier nicht aussprechen will.“, sagte Gandalf bekümmert. Als er Mordor sagte, fuhr ein Prickeln durch meinen Körper. Ich wusste nicht, ob es vor Angst oder vor Freude war. „Mordor?“, fragte Frodo. „In unsere Sprache übersetzt heißt es:
    Ein Ring, sie zu knechten,
    sie alle zu finden,
    ins Dunkel zu treiben
    und ewig zu binden.“
    Ich spürte gar nicht, wie meine Lippen sich bewegten und gleichzeitig mit Gandalf diese Worte flüsterte. Sam starrte mich perplex an und ich schlug mir die Hand vor den Mund. Woher kannte ich das? „Dies ist der Eine Ring. Geschmiedet vom dunklen Herrscher Sauron in den Feuern des Schicksalsberges.“, sagte Gandalf und erneut durchfuhr mich dieses Prickeln, „Isildur schnitt den Ring von Saurons Hand und nahm ihn für sich.“ „Bilbo hat ihn gefunden, in Gollums Höhle!“, sagte Frodo entsetzt. „Ja, 60 Jahre lang befand sich der Ring in Bilbos Gewahrsam. Er verlängerte sein Leben und ließ ihn nicht altern. Aber das ist jetzt vorbei. Das Böse rührt sich in Mordor. Der Ring ist erwacht. Er hat den Ruf seines Meisters gehört.“, sagte Gandalf. „Aber er wurde doch vernichtet, Sauron wurde vernichtet!“, meinte Frodo. Ein Wispern ließ uns alle innehalten. „Nein, Frodo, der Geist Saurons lebte weiter.“, sagte Gandalf, „Seine Lebenskraft ist an den Ring gebunden und der Ring blieb erhalten. Sauron ist zurückgekehrt und seine Orks sind noch zahlreicher geworden. Seine Festung Barad-dûr ist wiedererrichtet worden in Mordor. Sauron braucht nur diesen Ring, um alle Länder in eine zweite Finsternis zu hüllen. Er sucht ihn, sucht ihn, all seine Gedanken sind auf ihn gerichtet. Gleichwohl sehnt sich der Ring nach seinem Herrn und will unbedingt zu ihm zurückkehren. Sie sind eins, der Ring und der dunkle Herrscher. Frodo, er darf ihn niemals finden!“ „Also gut, wir tun ihn weg!“, sagte Frodo und wir hörten ihn umherlaufen, „Wir verstecken ihn und sprechen nie mehr ein Wort darüber! Niemand weiß, dass er hier ist, hab ich Recht? Hab ich Recht Gandalf?“ „Es gibt noch jemanden, der wusste, dass Bilbo den Ring hatte.“, sagte Gandalf, „Ich habe überall nach dem Geschöpf Gollum gesucht, aber der Feind hat ihn zuerst entdeckt. Ich weiß nicht, wie lange sie ihn gefoltert haben. Aber unter endlosem Schreien und Gestammel hörten sie zwei Wörter deutlich heraus: Auenland. Beutlin.“ Ich dachte an die Vision dich ich hatte und an das gefolterte Geschöpf. Das musste Gollum gewesen sein. „Auenland, Beutlin! Aber das wird sie herführen!“, sagte Frodo entsetzt. „Nimm du ihn, Gandalf, nimm ihn!“, drängte Frodo Gandalf. „Nein, Frodo!“, sagte Gandalf entsetzt. „Du musst ihn nehmen, hier!“, flehte Frodo den Zaubrer an. „Du kannst ihn mir nicht anvertrauen!“, sagte Gandalf geradezu panisch. „Ich gebe ihn dir!“, flehte Frodo. „Versuche mich nicht Frodo!“, sagte der Zauberer, jetzt panisch, „Ich wage es nicht. Nicht einmal ihn zu verwahren. Verstehst du Frodo? Ich würde den Ring aus dem Wunsch heraus Gutes zu tun einsetzen, aber durch mich würde er eine zu große und entsetzliche Macht besitzen.“ „Aber hier kann er nicht bleiben, im Auenland!“, sagte Frodo. „Nein! Nein, kann er nicht.“, bestätigte Gandalf ihn. „Was muss ich tun?“, fragte Frodo nahezu resigniert. „Du musst fort von hier und zwar so schnell es geht!“, sagte Gandalf und wir hörten, wie sie Sachen packten. „Wohin, wo soll ich hin?“, fragte Frodo. „Verlasse das Auenland! Am besten du gehst nach Bree.“, riet Gandalf ich. „Bree! Und was ist mit dir?“, fragte Frodo. „Ich werde dort auf dich warten, im Gasthaus zum Tänzelnden Pony.“, antwortet der Zauberer. „Und da ist der Ring sicher, ja?“, fraget Frodo. „Ich weiß es nicht Frodo. Ich kann es dir auch nicht sagen. Ich muss mich an den Obersten meines Ordens wenden. Er ist weise und mächtig. Vertrau mir Frodo, er weiß Rat.“, sagte Gandalf, „Du wirst den Namen Beutlin ablegen müssen. Außerhalb des Auenlandes ist er zu gefährlich. Reise nur am Tage und halte dich von der Straße fern!“ „Ich geh ganz einfach abseits der Wege!“, meinte Frodo. „Mein lieber Frodo! Hobbits sind doch wirklich erstaunliche Geschöpfe! In einem Monat kann man alles Wissenswerte über sie lernen und doch können sie einen nach 100 Jahren noch überraschen!“, lächelte Gandalf. Sam drehte sich zu mir um und da raschelten die Blumen in dem Kübel über unseren Köpfen. Wir erstarrten. „Duck dich!“, zischte der Zauberer Frodo zu. Ich presste mich gegen die Hauswand. „Au!“, entfuhr es Sam plötzlich und er wurde hochgehoben. Ich hätte fast gekichert. „Bei meinem Barte! Samweis Gamdschie! Hast du etwa gehorcht?“, fragte Gandalf Sam. „Ich gehorche immer aufs Wort, ehrlich! Ich hab nur das Gras unter dem Fenster geschnitten, wenn Ihr mir folgen könnt.“, versuchte Sam sich rauszureden. „Es ist ein wenig spät, um Gras zu schneiden, findest du nicht?“, fragte Gandalf. „Ich hab lauter Stimmen gehört.“, gab Sam zu. „Was hast du gehört? Sag es!“, drängte Gandalf meinen Bruder. „N... nichts Wichtiges. Ich hörte allerlei über einen Ring und über einen dunklen Herrscher und über den Untergang der Welt, aber ... bitte, Herr Gandalf, tut mir nichts! Verwandelt mich bitte nicht in ein Ungeheuer!“, flehte Sam und ich musste alle Kraft anwenden um nicht loszuprusten. „Nein, vorrausichtlich nicht. Mir ist etwas Besseres für dich eingefallen! Du wirst Frodo begleiten!“, sagte Gandalf. Stille. Bevor Sam etwas sagen konnte, stand ich auf und fragte: „Kann ich auch mit?“ Blitzschnell wich ihm dem Stab aus, den Gandalf wohl aus Reflex nach mir gestoßen hatte. Munter kletterte ich über den Fenstersims nach drinnen und klopfte mir Erde und Gras von der Hose. „Sam und Sam“, meinte Gandalf kopfschüttelnd, „Ich hätte wissen müssen, das du auch da bist.“ Ich grinste nur.

    Eine halbe Stunde später hatten wir alle unsere Sachen gepackt und waren aufgebrochen. „Komm schon, Samweis! Nicht trödeln!“, rief Gandalf meinem Bruder zu, „Seid vorsichtig, alle drei! Der Feind hat viele Späher in seinen Diensten, Vögel, Tiere.“ Dann warf Gandalf mir einen durchdringenden Blick zu. Ich wandte das Gesicht ab. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund konnte ich seinem Blick nicht standhalten. Dann ritt der Zauberer davon. „Also los!“, sagte ich gespielt vergnügt und wir liefen los. Ich fragte mich wie ich es finden sollte, das Frodo und ich jetzt so viel Zeit miteinander verbringen mussten. Tja, selber schuld. Wir liefen einige Stunden. Gerade liefen wir durch ein Sonnenblumenfeld, das an ein Maisfeld grenzte, als Sam hinter uns sagte: „Es ist soweit.“ „Was ist soweit?“, fragte Frodo, „Wenn ich noch einen Schritt mache, bin ich so weit von zuhause fort wie noch nie zuvor.“, sagte Sam und ich musste lächeln. „Los komm, Sam!“, ermunterte ihn Frodo und ich lächelte Sam ermutigend zu. Sam machte einen Schritt, dann noch einen und noch einen. „Weißt du noch, was Bilbo immer gesagt hat?“, fragte Frodo ihn, „Es ist eine gefährliche Sache aus deiner Haustür hinauszugehen. Du betrittst die Straße und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen.“ Ich lachte und mein Blick traf seinen und endlich erwiderte ich ihn.

    Es war Abend und wir machten in einem kleinen Wäldchen rasteten. Sam briet ein paar Würstchen und Frodo saß auf einem dicken Baumstamm. Ich hatte mich ein klein wenig weiter nach oben gewagt. Plötzlich fuhr Frodo hoch und rief: „Hört doch! Waldelben!“ Ich sprang von meinem Ast und wir liefen los, zur Quelle des Gesangs. In einem Gebüsch versteckten wir uns und sahen den Zug an. „Sie wollen zu den Häfen jenseits der weißen Türme, zu den Grauen Anfurten.“, sagte Frodo. „Sie verlassen Mittelerde.“, stellte Sam erschüttert fest. „Und sie kehren nie mehr zurück.“, sagte Frodo. „Ich weiß nicht wieso. Und es macht mich traurig.“, sagte Sam niedergeschlagen. Plötzlich überkam mich ein Bild, wie damals im Garten von Beutelsend. Die Waldelben waren tot, sie waren ermordet worden. Ihre hellen Gesichter kalt, die leeren Augen vor Schrecken noch weit aufgerissen. Mich überkam eine Freude, ein köstliches und grausames Glücksgefühl. Ich hatte sie getötet! „Kooohhhmm zzzuuuuhhhh miihhhhr!“, zischte die grauenvolle Stimme wieder und alles in mir schrie dem Befehl Folge zu leisten! Ich wollte zu ihm! „Samantha? Samantha!“ Ich schreckte hoch und hätte um ein Haar meinen Bruder erdolcht. Erschrocken sah er mich an. „Alles in Ordnung?“, fragte er mich, „Du hast uns gerade völlig ignoriert.“ Ich atmete schwer. Ich sah auf, doch der Zug der Waldelben war fort, keine Leichen. Ein Gefühl wallte in mir auf. Enttäuschung. Erneut zuckte meine Hand zu meinem Dolch. „Geht es dir gut?“, fragte Sam erneut. „Ja“, sagte ich, „Kommt, lasst uns zurück zum Lager gehen.“ Ich ließ die beiden stehen. Wieder wallte in mir Enttäuschung auf und entsetzt stellte ich fest, dass es die Enttäuschung darüber war, dass ich die Waldelben nicht getötet hatte! Entsetzt kämpfte ich das Gefühl nieder. Schnell kletterte ich wieder auf meinen Ast, ich hatte keinen Hunger. Ich hörte, wie die beiden unter mir aßen und sich dann hinlegten. Den Wortfetzen, die zu mir hochdrangen entnahm ich, dass Sam lieber in seinem Bett schlafen würde, doch irgendwann verstummten sie beiden. Ich blieb wach, denn ich wollte nicht schlafen. Zu groß war meine Angst, wieder diese grauenvolle Stimme zu hören, die in mir dieses köstliche und tödliche Glücksgefühl auslöste. Angestrengt versuchte ich immer weiter die Augen offenzuhalten, doch schließlich übermannte mich die Müdigkeit.

    Hallöchen ihr Lieben!
    Ich hoffe, dieser Teil hat euch gefallen! Ich danke auch schon Feuerfuchs und Sarah Laureen für ihren lieben Kommentar! Hinterlasst doch auch einen! Bis zum nächsten Mal!
    LG Lydia

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1503401889
Flowers Of Spring Are Dreams Of Winter
Flowers Of Spring Are Dreams Of Winter
Die Blumen des Frühlings sind die Träume des Winters – Khalil Gibran, Halil Cibran
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2017-08-22
402C
Herr der Ringe

Kommentare (4)

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Jenny 6219 (52479)
vor 18 Tagen
Bitte schreibt weiter die Geschichte ist voll schön
Sternenschreiber ( von: Kleeblatt)
vor 18 Tagen
Super Geschichte und sehr,sehr spannend! Bitte schreib weiter. Ich find es schade wenn so gute Geschichten nicht weiter geschrieben werden.
Sarah Laureen ( von: Sarah Lauree)
vor 28 Tagen
Ich liebe deine Geschichte! Bitte schreib weiter!
Feuerfuchs ( von: Feuerfuchs)
vor 28 Tagen
Sehr, sehr gut geschrieben :D Du solltest unbedingt weiterschreiben ;)

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