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Wildherz

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83 Kapitel - 49.782 Wörter - Erstellt von: Gallop - Aktualisiert am: 2017-12-13 - Entwickelt am: - 2.162 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 2 Personen gefällt es

Ich hörte sie. Sie riefen mich. Mich, die doch ein Zweibeiner war. War, denn nun sollte ein neues Kapitel anfangen. Anfangen, der Beginn von etwas Neuem. Und ich lief los.

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    Regen prasselte gegen meine Fensterscheiben, färbte den Himmel grau und die Pflanzen dunkelgrün. Ich schlief ein. ((cur))Pfoten trampelten über die
    Regen prasselte gegen meine Fensterscheiben, färbte den Himmel grau und die Pflanzen dunkelgrün. Ich schlief ein.

    Pfoten trampelten über die Erde. Irgendwo schrie eine Katze. Ich musste helfen. So schnell mich meine Pfoten trugen, rannte ich in Richtung des Kampfes. Mein Clan brauchte mich. Jemand lachte hinter mir, auf eine Art und Weise, die mir das Fell zu Berge stehen ließ. Aber ich hielt nicht an. Die Erde unter mir fühlte sich nass an und ich wusste, ich hätte vorsichtiger sein müssen, als ich in vollem Tempo ausrutschte und zu Boden fiel.

    Ich wachte auf. Es war nun schon dunkel und das Gewitter hatte längst aufgehört. "Charly!" "Ja, Mama?", rief ich zurück. "Essen ist fertig!"

    Als ich im Esszimmer ankam, saßen meine Schwester Rose, Mama und Papa schon am Tisch. Rose war schon immer in allem besser gewesen als ich; sie war beliebter, sie war schöner, sie war netter. Ich nicht. Ich las nur Bücher. Vorzugsweise Fantasy, aber Thriller gingen auch. "Es gibt Spaghettie", sagte Mama, lächelte dabei ihr Perfektes-Familie-Lächeln und holte mich wieder zurück in die Wirklichkeit. Unsere Katze Nena lag auf der Fensterbank und warf mir einen freundlichen Blick zu. Irgendwie beneidete ich sie um diese blauen Augen und das elegante, dunkelgraue Fell mit hellen Pfoten. Ich setzte mich, lächelte eisig, um keine Probleme zu bekommen. "Toll." In Wahrheit mochte ich keine Nudeln, Fisch oder Steak war mir lieber. Letztes Jahr in Japan in den Sommerferien hatte ich sogar einen Frosch probiert und so schlecht wie sie aussahen, waren sie gar nicht. Zumindest fand ich das so. Meine Eltern hatten mich die ganze Zeit mit diesem Dringend-zum-Psychiater-Blick angesehen und Rose hatte nur auf ihrem Handy herumgetippt.
    Nachdem wir eine Weile über das schlechte Wetter (dabei fand ich es gar nicht so schlimm), Schule, Handys, Klamotten und zu guter Letzt über die Anschaffung eines Welpen geredet hatten, durfte ich endlich aufstehen. Die Spaghetti hatte ich nicht angerührt.

    Oben in meinem Zimmer ging ich erst einmal zu meinen zwei Bücherregalen. Ich hatte fast alles an Fantasy. Survivor Dogs, Seekers, Harry Potter, Herr der Ringe, Magnetic Valley, Nightmares, Weltenspringer, Magic Girls, The School for Good and Evil, Clan der Wölfe, Spur der Donnerhufe.

    Warrior Cats.

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    Manchmal tat ich Dinge, die nicht viel Sinn ergaben. Dann wurde ich immer komisch angeguckt, aber wenn man WhatsApp schrieb, ging das ja nicht so leic
    Manchmal tat ich Dinge, die nicht viel Sinn ergaben. Dann wurde ich immer komisch angeguckt, aber wenn man WhatsApp schrieb, ging das ja nicht so leicht. Also machte ich einen Versuch.

    Wenn ich die Chance gehabt hätte,
    Hätte ich Geißel gerettet.
    Tigerstern eigenhändig getötet.
    Blaustern aus dem Fluss gezogen.
    Mit Wieselpfote gekämpft.
    Rabenpfote zurückgeholt.
    Aschenpelz getröstet.
    Distelblatt davon abgehalten, ihn zu töten.
    Sturmpfote und Federpfote selbst beschützt.


    Ich hatte Mina, meiner engsten Freundin geschrieben. Die Antwort war nicht weiter wunderlich.



    Sie konnte das nicht verstehen. Nur wahre Warrior Cats konnten das. Bei TesteDich.de war ich deshalb auch inzwischen bei mehr als zehn Rollenspielen dabei. Dort hatte ich echt viele Namen, ich liebte Warrior Cats-Namen einfach. Sturmgeflüster. Rosenblut. Rabenfluch. Knochenpfote. Seetätzchen. Es waren sehr viele! Und es war auch schon mehr als einmal vorgekommen, dass ich abends im Bett gelegen und mit dem SternenClan geredet hatte. Natürlich hatte man mir nicht geantwortet, aber gut tat es immer.

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    ((cur))Ein majestätischer, feuerroter Kater kam auf mich zu. Seine smaragdgrünen Augen blitzten, aber er konnte mich dennoch nicht sehen. Das Kampfg
    Ein majestätischer, feuerroter Kater kam auf mich zu. Seine smaragdgrünen Augen blitzten, aber er konnte mich dennoch nicht sehen. Das Kampfgeschrei hatte aufgehört, es war Frühling, das merkte ich daran, dass alles so grün war und die Vögel schon wieder angefangen hatten, zu singen. Neben dem roten Kater erschien ein dunkelbraun gestreifter Kater und miaute eindringlich: "Wir können nicht länger bleiben. Die Zweibeiner kommen immer näher und bald werden es noch mehr Tote sein! Wir können nicht mehr auf Graustreif warten!" "Ich weiß.", seufzte der Erste. "Ich weiß..."

    Ich wachte auf, als es draußen laut donnerte. Ein Blick auf meinen türkisen Wecker mit den kleinen Herzchen verriet mir, dass es kurz nach Mitternacht war. Es blitzte und gleißendes Licht erhellte kurz mein mit Postern gespicktes Zimmer. Hauptsächlich waren es Bilder von meinen Lieblingsbuchreihen, aber einige waren auch selbst gemalt. Auf dem neben meinem Bett sah man Feuerstern, wie er gegen Tigerkralle kämpfte, um Blaustern zu beschützen. Trotzdem hatte ich es ihm nie verziehen, dass er Geißel getötet hatte und würde es auch nie tun. Schon seit der schwarze Kater das erste Mal in den Büchern aufgetaucht war, hatte er eine seltsame Anziehungskraft auf mich ausgestrahlt. Ich hatte sogar einmal mit Mina darüber geredet.

    Wir gingen über den Pausenhof, Mina hatten ihren Kopf schon das gefühlte hundertste Mal ins Physik-Buch gesteckt. Ich seufzte sichtlich genervt. "Lass es. In fünf Minuten ist die Pause um, dann kannst du sowieso nichts mehr machen." Sie schnaubte. "Dabei bist du es doch immer, die ihren Kopf in Fantasy-Kram steckt. Sag bloß noch, du magst diese Warrior-Dingsdabumsta-Charaktere!" "Tu ich auch!", fauchte ich ziemlich Dunkelstreif-like und bekam dann einen schwärmenden Unterton. "Geißel mag ich aber am allerliebsten! Er ist so...so...so geheimnisvoll und düster und hat sein Schicksal eigentlich gar nicht verdient!" Mist, schon wieder hatte ich Tränen in den Augen. Mina starrte mich an. "Hallo? Geht's dir gut? Das sind KATZEN! Die gefühlt langweiligsten und feigsten Lebewesen dieses Planeten!" "Sag das noch einmal!" Ich knurrte schon fast. Ängstlich riss sie die Auge auf. "Mensch, Charly, krieg dich ein! Sind doch nur Bücher." Ich sagte nichts mehr dazu.

    Wieder donnerte es laut und Wasser klatschte gegen die Fensterscheiben als wolle der SternenClan unser Haus vernichten. So ziemlich wie Tigerstern Feuerstern. Oder anders herum. Es knarzte.
    Ich zuckte. Was war das? Schon wieder quietschte es laut und deutlich. Vielleicht war es Rose? Ich hatte meine Schwester schon öfters dabei erwischt, wie sie sich nachts einen Schokopudding oder Erdbeerjoghurt holte. Alle anderen Joghurts mochte sie nicht. "Rose?", flüsterte ich. Niemand antwortete. Natürlich nicht, wie sollte man mich bei diesem Krach da draußen hören? Jetzt fauchte jemand oder etwas und es klirrte. Jetzt reicht's. Ich gehe nachsehen. Möglichst leise schlich ich die Treppe herunter. Die Geräusche mussten aus der Küche gekommen sein.

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    Jemand flüsterte: "Du solltest nicht hier sein!" Eine Weile war es still. Ich wagte es nicht, um die Ecke zu sehen und mein Herz klopfte wi
    Jemand flüsterte: "Du solltest nicht hier sein!" Eine Weile war es still. Ich wagte es nicht, um die Ecke zu sehen und mein Herz klopfte wie das von Kaninchen auf dem WindClan-Territorium, wenn sie gerade Riesensterns Geruch bemerkt hatten. Dann miaute (MIAUTE!) eine zweite Stimme: "Vielleicht. Aber der SchattenClan braucht Nahrung. Und wenn wir sie uns von dreckigen Zweibeinern holen müssen!" Es war wieder still und draußen tobte es. "Was, wenn die anderen Clans das erfahren?" "Werden sie nicht. Und jetzt gib's her!" Ganz langsam blickte ich um die Ecke. Zwei kleine Gestalten kauerten in einer Ecke der Küche. Eine der beiden erkannte ich sofort. Es war Nena. Ihre Umrisse waren mir so vertraut wie für andere ihre Kuscheltiere. Ich hatte so etwas noch nie gemocht. Die andere war mir allerdings unbekannt. Es war ein massiger Kater, aber mehr konnte ich auch nicht sehen. Da fuhr Nena herum, ihre blauen Augen blitzten auf vor Schreck. "Schnell, lauf, Schwarzstern!" Wie der Blitz draußen schoss die Katze an mir vorbei ins Wohnzimmer. Ich rannte hinterher. Eines der Fenster dort aber war geöffnet und ehe ich in die Reichweite unseres Besuchers kam, war er auch schon in der stürmischen Nacht verschwunden. Ich machte das Fenster zu und ging zurück in die Küche. Nena lag auf den Fließen wie immer und ich seufzte. In letzter Zeit hatte ich eindeutig zu wenig geschlafen. Meinen Eltern würde ich aber nichts von den Ereignissen erzählen. Nicht, dass sie mich wirklich noch zum Psychiater brachten. Als ich wieder ins Bett ging, fiel mir trotzdem auf, wie Nena mir folgte und mich von meiner Zimmertür aus mit wissendem Blick beobachtete. Ich brauchte dringend Ruhe.

    Dieser "Zwischenfall", wie ich ihn nannte, war nun drei Wochen her. Ohne dass ich es wirklich gewollt hätte, hatte ich ab und zu in der Nacht Augen und Ohren aufgehalten und war zu dem Ergebnis gekommen, mir dringend ein bisschen Ruhe gönnen zu müssen. Auf meinem Handy, das ich erst vor knapp zwei Monaten zum Geburtstag bekommen hatte, besaß ich auch eine Krieger-Playlist, also legte ich mich an einem goldenen Samstagabend ins Bett, scrollte durch meine Playlists und beobachtete aus den Augenwinkeln das helle, schirmende Licht an der gegenüber liegenden Wand beim Spielen. Da hatte ich sie. Viele der Songs kamen selten oder gar nicht im Radio, weshalb ich sie nur umso mehr schätzte.

    My Demons (Nightcore)

    Ich ließ meine Gedanken schweifen, mein Blick fiel auf die dritte Staffel, die ordentlich im Regal darauf wartete, erneut gelesen zu werden. Es kostete mir eindeutig mehr Überwindung als gut war, um nicht aufzustehen und anzufangen, zu blättern. In die Buchstaben einzutauchen. In die Welt der Clans. Weg von Perfektes-Familie-Lächeln. Kuscheltieren. Hunden. Ich wusste nicht warum, aber ich konnte diese wolfsähnlichen Wesen nicht leiden.

    Mrs. Potato Head (Melanie Martinez)

    Der Welpe schlich sich mir in die Gedanken, wie ein listiger Räuber. Zum ersten Mal dachte ich wirklich darüber nach, was passieren wird, wenn wir Pluto erst einmal geholt haben. Was wird mit Nena geschehen? Mir war nicht wohl bei dem Gedanken, sie mit einem wilden, kräftigen Hund in einem Raum sehen zu müssen.

    Troublemaker (Olly Murs)

    Was würden Feuerstern, Brombeerkralle, Blaustern, Tüpfelblatt, Ahornschatten und Tigerstern denken, wenn sie von den Büchern wussten. Wenn sie in Erfahrung bringen würden, dass sie nicht echt sind. Würden sie die Erins mögen oder sie verbannen, dafür dass sie ihre Welt zum Entertainment der Kinder gemacht haben? Ich wusste nicht einmal, ob auch Erwachsene Warrior Cats lasen. Wahrscheinlich waren sie sich zu erwachsen dafür.

    Snow (Snow Patrol)

    Die Sonne schien auf ein selbst gemaltes Bild von mir. Es war das Erste, das ich gemacht hatte, nachdem ich mit In die Wildnis begonnen hatte, weshalb man sich wohl denken konnte, wen es zeigte. Natürlich war es Sammy gewesen, wie er den Wald beobachtete. Ich hatte den Wind fühlen gekonnt, hatte die raschelnden Blätter und Gräser vernommen, wie sie nach mir riefen. Komm nach Hause, kleiner Kater. Das ist es schon immer gewesen... Meine Tür schwang auf und ich machte die Musik aus.
    Es war Nena, die mit eleganten Bewegungen das Zimmer betrat und sich neben mir niederließ. "Von Türen zumachen, hast du wohl noch nie etwas gehört, was?", scherzte ich und grinste. Nena sprang wieder auf und stemmte sich gegen das Holz, bis es einrastete. Mein Grinsen gefror. Nenas Augen funkelten belustigt, als sie sich wieder umdrehte und sie miaute: "Stimmt. Sicher ist sicher, nichts, dass uns jemand belauscht. Obwohl Rose sowieso nur die ganze Zeit auf ihr Handy starrt und die Großen eh beim Einkaufen sind." Ich wusste nicht, über was ich mehr schockiert sein sollte. Dass Nena das Geschehen im Haus besser kannte als ich? Oder dass sie gerade GEREDET HATTE! Ich atmete einmal tief ein und wieder aus. Blinzelte. Nena sprang wieder an meine Seite. "Wir müssen reden."

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    Das tat sie doch schon. Trotzdem nickte ich. Langsam aber immerhin. Sorgsam ringelte die sprechende Katze ihren dunkelgrauen Schweif um ihre Pfoten un
    Das tat sie doch schon. Trotzdem nickte ich. Langsam aber immerhin.
    Sorgsam ringelte die sprechende Katze ihren dunkelgrauen Schweif um ihre Pfoten und begann: "Du kannst mich hören." Ach ne.
    Ich nickte.
    Sie schnurrte. "Du hockst da wie ein versteinertes Kaninchen bei Fuchsjagd! Ich tu dir schon nichts! Seit wie lange kennen wir uns schon? Zehn Jahre? Oder sind es schon elf?" Erst jetzt fiel mir auf, wie betagt unsere Nena schon war. Kein Wunder, dass meine Eltern bereits ein neues Haustier planten. Anders als in der Welt der Clans wurde hier in der Welt der Zweibeiner Trauer nicht geduldet. Sie zerstörte das perfekte Weltbild. Die Ilusion.
    Sie fuhr fort: "Hast du mich schon oft sprechen gehört?"
    Diesmal schüttelte ich den Kopf. Aber ich wollte nicht weiter als Kaninchen da stehen und krächzte: "Nein. Das erste Mal ist es passiert, als dieser Kater da war. Er hat vom SchattenClan geredet." Ich machte eine kurze Pause. "Warum?"
    Langsam nickte sie, ihre Augen nahmen einen dunklen Glanz an. "Es sind schwere Zeiten für die Clans. Vor allem jetzt, wo der Herbst sich dem Winter zuneigt." Wieder wurde es kurz still? Worüber unterhielt man sich mit einem sprechenden Haustier?
    Doch Nena gab mir gar nicht erst die Chance weiter darüber nachzugrübeln. "Du wirst mich heute Abend begleiten, damit ich dir meine Freunde vorstellen kann." "Schwarzstern?", flüsterte ich fast lautlos. Der Besucher war schon längst kein Rätsel mehr. Aber sie verneinte. "Keine Clan-Katzen. Zumindest nicht die, die du meinst. Aber sie werden dir helfen können." Wozu brauchte ich überhaupt Hilfe? "Warum?" Sie sah mir tief in die Augen. Dann machte sie einen Satz, kratzte kurz an der Tür, wie normale Katzen es taten, und ich ließ sie gehen. Katzengespräch Nummer 1 beendet. Oh SternenClan.

    "Wach auf!" Eine Katzenpfote schlug mir direkt auf die Nase und ich richtete mich, nein, sprang auf. Ich hätte schwören können, Nena lächelte. "Folge mir. Aber sei bloß leise!" "Meine Eltern..." "Schlafen. Rose auch. Komm jetzt!" Und weil ich außer Schlafen sowieso nichts besseres vor hatte, schlich ich mich einfach Nena hinterher.

    Erst als wir aus dem Haus waren, fingen wir wieder an, zu reden. "Wohin gehen wir?" "Keine Ahnung, wie ihr Zweibeiner diesen Ort nennt." "Gib mir ein paar Anhaltspunkte." "Hmm. Stickig. Dunkel? Dreckig. Überall Sofas und Abfall." Ich blieb kurz stehen. "Der alte Schrottplatz?" "Kann sein." Ich seufzte. Warum war ich nicht einfach im Bett geblieben. "Weil du zu etwas anderem bestimmt bist.", antwortete Nena und bog wieder rechts ab. Ich werde niemals im Leben jemals wieder eine Katze unterschätzen.
    Tatsächlich erreichten wir bald den Schrottplatz. Er lag sehr außerhalb der Stadt und es war zu gleichen Teilen beruhigend und gruselig. Obwohl, doch eher unheimlich. Ob es hier Ratten gab. "Gibt es nicht." Ab diesem Zeitpunkt versuchte ich möglichst wenig zu denken.

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    "Rauchvogel!" Ich zuckte zusammen, als hätte mich jemand geschlagen, als ein kleiner, rabenschwarzer Kater mit runden, grünen Augen hinter
    "Rauchvogel!" Ich zuckte zusammen, als hätte mich jemand geschlagen, als ein kleiner, rabenschwarzer Kater mit runden, grünen Augen hinter einem ausrangierten Kühlschrank hervortrat. Nena schnurrte und eilte auf die andere Katze zu. Zögerlich folgte ich ihr. Der Kater kam mir bekannt vor.
    Nena stellte mich vor. "Hab keine Angst. Das hier ist Charly, aber sie kann uns verstehen." Sie klang stolz. "Sie ist auserwählt!" Empört sträubte der Schwarze das Fell. "Ich hab keine Angst!"
    "Guten Abend, Rauchvogel, Schwarzherz." Ein weiterer Besucher kam aus Richtung Tor auf uns zu. Er war hellbraun getigert und sein Schweif buschig und mit Dutzenden Distels bestreut. Nena, falsch, Rauchvogel wollte etwas sagen, aber der zweite Kater unterbrach sie ruhig: "Vorstellen tun wir später. Froschfell muss jeden Moment mit Anna da sein, wir sollten schon einmal zum Lager."

    Das Lager war ein großer Bretterschupfen mit haufenweise Kissen und Sofas, aus denen die Füllung herausquoll. Eine kleine Glühbirne in der Ecke spendete ein wenig Licht, konnte aber die düsteren Schatten dennoch nicht verdrängen. Es kamen noch weitere Katzen und auch ein Mädchen und ein Junge. Dann fingen wir an, wieder zu reden. Hier eine kleine Beschreibung der Hierarchie:

    Rauchvogel (Nena)
    Dunkelgraue Kätzin mit hellen Pfoten, blaue Augen

    Schwarzherz (Draco)
    Kleiner, schwarzer Kater, giftgrüne Augen

    Streifensturm (Merlin)
    Hellbraun getigerter Kater, sehr groß, Disteln im Schweif, dunkelgrüne Augen

    Froschfell (Daisy)
    Hellgraue, schöne Kätzin mit dunklen Augen

    Rattensprung (Claire)
    Schwarz-weiße Kätzin, dunkelbraune Augen

    Sonnenblumenschweif (Toby)
    Dunkelbrauner, langhaariger Kater, grellgelbe Augen

    Nachtblüte (Lucy)
    Schwarze, schlanke Kätzin, bernsteinfarbige Augen

    Wolkenblatt (Diamond)
    Pummelige, weiße Kätzin, grüne Augen

    Rostpelz (Jumper)
    Tiefdunkelroter Kater, große Narbe am Hinterbein, bernsteinfarbige Augen

    Maulwurfkralle (Rufus)
    Alter, grauer Kater, hellblaue Augen (Wahrscheinlich blind)


    Die Vorstellung bestand eigentlich nur daraus, dass jeder seinen Namen sagte.
    Außer mir gab es noch ein Mädchen und einen Jungen. Ich glaube, ich spinne. JUNGS lasen auch Warrior Cats! Das wäre ja, als gäbe es Feuerstern wirklich! Dass ich trotzdem nicht mehr als ihre Namen erfuhr, war bedauerlich. Anna und Tobi. Dann schwiegen wir wieder alle. Dieses ganze Nicht-wissen ging mir allmählich echt auf den Wecker! Also fragte ich einfach: "Was wird das?" Nena, falsch, Rauchvogel bedachte mich mit einem missbilligenden Blick und ich biss mir auf die Lippe. "Entschuldigung." Meine Stimme war kaum mehr als ein Murmeln. Da aber meldete sich Anna zu Wort: "Ich will es auch wissen!" "Ich auch!", flüsterte Tobi, hörte sich aber eher nicht so an. Maulwurfkralle sprang auf eine Kiste in der Mitte des winzigen Hauses und sagte: "Nun, da der Mond seinen hellsten Punkt erreicht hat, können wir beginnen!" Verwirrt wollte ich schon fragen, als Anna das für mich tat: "Wir haben euch etwas gefragt." Maulwurfkralle nickte. "Das habe ich und sicher auch die anderen gehört. Es ist aber bei uns Tradition, dass erst gesprochen wird, wenn der Mond dafür bereit ist." "Zweibeiner haben nicht den dafür notwendigen Instinkt.", sagte Rattensprung und blickte zu Anna und mir. Okay. Und wie sollten wir dann wissen, wann es so weit ist? "Das werdet ihr, sobald ihr Teil der Clans seid.", antwortete Schwarzherz und warf mir einen giftigen Blick zu. Launischer Kater.

    Moment, WAS?

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    "W...was hast du gesagt?" Katzen konnten sprechen. Eine Sache. Manche von ihnen hielten nachts heimlich Versammlungen ab. Okay. Ab und zu na
    "W...was hast du gesagt?" Katzen konnten sprechen. Eine Sache. Manche von ihnen hielten nachts heimlich Versammlungen ab. Okay. Ab und zu nahmen sie auch Zweibeiner mit und machten sie zu Clan-Tieren. Was?

    Maulwurfkralle meldete sich wieder zu Wort: "Ich bin sicher, dass das nicht einfach für euch ist. Aber unter den Zweibeinern ist kein Platz für euch. Der Wald der Finsternis würde euch holen und töten." "Was unterscheidet uns denn von den anderen Menschen?", fragte Anna. "Entschuldigung. Zweibeinern." Sonnenblumenschweif sagte: "Ihr kennt doch die Erins?" Wir drei nickten. "Es gibt Katzen, die in den Büchern vorkommen. Die anderen aber kennt ihr nicht. Sie leben nicht dort, wo der DonnerClan, der WindClan, der FlussClan oder der SchattenClan wohnt. Sie wohnen im Wald jenseits dieser Zweibeinersiedlung. Über sie wird in den Büchern nicht geschrieben, aber es gibt sie." Wolkenblatt fuhr fort: "Wenn diese Katzen sterben, werden sie zu Hauskätzchen oder in seltenen Fällen zu Zweibeinern." Anna schnappte nach Luft, auch ich hielt den Atem an. "Heißt das?" "Ja.", beantwortete Sonnenblumenschweif die Frage. "Die Erins sind Clan-Katzen." "Und was ist mit den Katzen aus den Büchern?", fragte ich und blickte unsicher in die Runde. "Sie wissen von nichts. Weder von den Büchern, noch von den anderen Katzen.", miaute Rauchvogel. Ich nickte. "Und was hat das mit uns zu tun?", fragte Anna. Maulwurfkralle seufzte. "Ihr seid Katzen-Junge. Diejenigen, die zu früh von ihrer Welt gegangen sind und als Zweibeiner-Babys wiedergeboren wurden." Schock breitete sich in mir aus, raubte mir den Atem, alle meine Sinne. "Nein." Schwarzherz fauchte: "Doch!" Maulwurfkralle sagte: "Und unsere Aufgabe ist es, euch einzusammeln und wieder nach Hause zu bringen."

    "Es funktioniert so:", miaute Maulwurfkralle, der wohl der Anführer war und durchbohrte mich mit seinen blicklosen Augen. "In den Augen der Clan-Katzen seid ihr tot. Ihr werdet genau zu dem Zeitpunkt zurückkehren, an dem ihr gestorben seid. Aber als Katzen im Schüleralter. Ihr werdet irgendwo in der Nähe der Territorien auftauchen, vielleicht auch in ihnen." "Aber..." "Kommt mit." Schwarzherz sprang auf und führte uns zu einem kleinen, von Müll umlagerten Hügel. Die Sonne erhob sich schon am Horizont. "Tretet hier her und rührt euch nicht."

    Rauchvogel trat auf mich zu.
    "Mit dieser Energie gebe ich dir den Mutterinstinkt.
    Beschütze jedes Kind mit deinem Leben, so wie ich selbst dich alle Jahre im Auge behalten habe!"
    Sie trat weg.

    Schwarzherz trat auf mich zu.
    "Mit dieser Energie gebe ich dir Geschicklichkeit.
    Nutze sie für das Gute in allen Katzen und lass dich nicht unterkriegen, egal, was geschieht!"
    Er trat weg.

    Streifensturm trat auf mich zu.
    "Mit dieser Energie gebe ich dir Mut.
    Helfe den Schwachen und sag den Starken, wo es langgeht!"
    Er zwinkerte.
    Dann trat er weg.

    Froschfell trat auf mich zu.
    "Mit dieser Energie gebe ich dir Angst.
    Sie wird dich am Leben halten, selbst, wenn der Mut dich längst verlassen hat!"
    Sie trat weg.

    Rattensprung trat auf mich zu.
    "Mit dieser Energie gebe ich dir Demut.
    Siehe, wer du bist, aber lass nicht zu, dass der Stolz dich einholt. Das ist dein Tod!"
    Sie trat weg.

    Sonnenblumenschweif trat auf mich zu.
    "Mit dieser Energie gebe ich dir Trauer.
    Sie wird dich stärker und mutiger machen, als Freude es je gekonnt hat!"
    Er trat weg.

    Nachtblüte trat auf mich zu.
    "Mit dieser Energie gebe ich dir Liebe.
    Ich selbst verlor sie vor langer Zeit im Kampf. Lass nicht zu, dass dir dasselbe passiert. Es wird dich vernichten!"
    Sie trat weg.

    Wolkenblatt trat auf mich zu.
    "Mit dieser Energie gebe ich dir Zukunft.
    Du hast hiermit die Macht, alles zu verändern. Nutze sie für uns, denn wir haben sie nicht!"
    Sie trat weg.

    Rostpelz traf auf mich zu.
    "Mit dieser Energie gebe ich dir Hoffnung. Sie ist das Licht, das "Bleib!" ruft, wenn die Dunkelheit näher kommt und so lange du sie hast, werden wir bei dir sein!"
    Er trat weg.

    Maulwurfkralle trat auf mich zu.
    Erst jetzt erwachte ich aus meiner Trance, was passierte hier, ich musste weg! Tränen rannen mir über die Wangen, ich schluchzte. Langsam ließ sich der graue Kater vor mir nieder und sprach die letzte Formel:
    "Wir sind der SternenClan. Mit aller Macht schicken wir dich in dein neues Leben. Du wirst Großes vollbringen, wichtiger sein, als Blaustern, Feuerstern und Riesenstern zusammen. Vergiss uns niemals. Nur dann wirst du stark genug sein. Und mit dieser Energie bestimme ich deinen neuen Namen: Wildpfote!"


    Alles drehte sich. Verzweifelt versuchte ich mich irgendwo festzuhalten, aber es gelang mir nicht. Ich stürzte zu Boden. In mein neues Leben.

    8
    Ich wachte auf. Helles Tageslicht fiel auf mich und wärmte mein Fell. Was? Ich stöhnte, vorsichtig richtete ich mich auf. Maulwurfkralle. Rauchvogel
    Ich wachte auf. Helles Tageslicht fiel auf mich und wärmte mein Fell. Was? Ich stöhnte, vorsichtig richtete ich mich auf. Maulwurfkralle. Rauchvogel. Wo waren sie? Neben mir ertönte ein erschrockenes Fauchen und ich drehte mich um. Es war Tobi. Nein, das konnte nicht sein. Anstelle von Tobi stand dort ein hellbrauner Kater mit einem Stich ins Sandfarbene und weit aufgerissenen grauen Augen. "Wer...wer bist du?", keuchte er und wich vorsichtig vor mir zurück. "Das ist Charly, du Dummkopf!", fauchte eine dunkelbraun getigerte Kätzin mit grünen Augen neben mir und betrachtete mich kurz. "Wo sind wir?" "Ich weiß es nicht." Das war auch die Wahrheit. Wir befanden uns in einem Wald mit dichtem Blattwerk und viel Moos. Ein Tümpel lag nur ein paar Fuchslängen von uns entferng und eine Amsel saß auf einem Ast über dem Wasser, beobachtete uns und ergriff dann die Flucht.
    Erschrocken sprang Tobi auf und wäre wohl weggerannt, wenn ich ihn nicht rechtzeitig am Nackenfell gepackt hätte. "Keine Angst, Tobi, das war nur ein Vogel!" Ich wollte mich nach Anna umdrehen, aber die Kätzin war längst im Wald verschwunden. "Ich heiße nicht mehr Tobi.", meinte der Kater und ich lockerte meinen Griff; lodlassen tat ich aber erst, als Tobis Nackenfell auch wieder flach anlag.
    "Wie heißt du jetzt?", fragte ich und Tobi lächelte. "Sonnenpfote." "Ich bin Wildpfote." Er taxierte mich eine Weile, dann nickte er. "Das passt!" Verlegen schnurrte ich und sah mich um. "Anna hat uns einfach alleine gelassen!" Beruhigend strich Sonnenpfote mit dem Schweif über meinen Rücken. Kleine dunkelbraune Punkte befanden sich in ihm.
    "Sie heißt jetzt Eulenpfote.", miaute er, als plötzlich ein spitzer Schrei durch die Luft flog. "Tobi!" Ich hatte es gewusst. Der Kater war geflohen. Ich musste aber helfen! "Halte durch!", schrie ich und rannte los.

    Ein kleines Katzenjunges baumelte über einem ungefähr eine Schwanzlänge breiten Spalt und blickte mich mit großen, grünen Augen flehentlich an. "Hilfe!"
    Ich sprang los, packte das Junge am Nackenfell und setzte es sicher auf die Erde. "Ist alles okay?"
    Der Kleine zitterte, seine rostroten Flanken senkten und hoben sich. "D...danke."
    Ich schüttelte den Kopf. "Keine Ursache."
    In diesem Moment bebte die Erde und ein Geruch machte sich bemerkbar, es roch ein wenig wie das kleine Kind, aber viel durchdringender. Instinktiv rannte ich los. "Hey!", brüllte jemand, aber ich hielt nicht an.
    Plötzlich riss mich ein Gewicht zu Boden, Zähne gruben sich in meinen Nacken und ein anderer knurrte: "Wen haben wir denn da?" Langsam hob ich meinen Blick. Vor mir befand sich der größte Kater, den ich jemals gesehen hatte. Sein Fell war pechschwarz und seine Augen von einem tiefen Dunkelgrün.
    "Niemand rührt die Jungen des FuchsClans an!"
    Krallen fuhren quälend langsam meine Flanke entlang und ich schrie laut vor Schmerz.
    In diesem Moment hörte ich eine andere Stimme.
    "Hey, was macht ihr da? Lasst sofort das arme Kätzchen los!"
    Mein Angreifer hob mich am Nackenfell in die Luft und der schwarze Zweite trat vor mich, so, dass ich nicht sehen konnte, wer gesprochen hatte.
    "Vogelstern, was machst du hier? Du bist ziemlich nahe an der Grenze!", fauchte der Schwarze und der, der mich hielt nickte schwungvoll, mit der Folge, dass ich wild hin und her geschwungen wurde.
    "Sie hat blaue Augen.", knurrte der Schwarze. "Gehört sie zu euch?"
    Vogelstern knurrte: "Lass das arme Junge los!"
    Mein Angreifer schnurrte rumpelnd und ließ mich auf die Erde fallen. "Besser?"
    Im nächsten Moment wurde der Schwarze vorbeigefegt und ein junger, rostroter Kater mit strahlend blauen Augen erschien vor mir. Ich dachte schon, er wollte mir das Gesicht zerfetzen, aber Vogelstern zielte höher und traf meinen Wächter an der Stirn. Heulend taumelte er ein paar Schritte zurück und als ich herumwirbelte sah ich, dass es ein hellweißer Kater mit grausam zusammengekniffenen grünen Augen war. Sein Fell war lang und buschig und schien und doppelt so groß aussehen zu lassen.

    Vogelstern postierte sich vor mich und ein zweiter Kater, ein hellbraun getigerter, dem man sein hohes Alter schon ansehen konnte, sprang an mir vorbei und eilte seinem Anführer zu Hilfe.
    Da packte mich jemand am Nacken und zerrte mich ein paar Schritte zurück. Ich schrie.
    "Ganz ruhig!", knurrte die Stimme und ich wusste, dass es eine Kätzin war. Nachdem sie mich losgelassen hatte, konnte ich auch ihr hellgraues Fell und ihre dunkelgrauen Pfoten sehen. Sie hatte mittellanges Fell und genauso wie Vogelstern blaue Augen. Als sie bemerkte, wie ich sie anstarrte, musste sie schnurren. Sie war wahrscheinlich noch nicht lange Kriegerin, sie wirkte so lebendig. "Ich bin Taubenschweif, meine Kleine. Du brauchst keine Angst zu haben. Vogelstern, Nusspelz und auch ich werden nicht zulassen, dass dir etwas passiert!"

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    Nusspelz schrie. Der Schwarze hatte sich drohend über den am Boden liegenden Kater aufgebaut, während Vogelstern im Hintergrund immer noch mit meine
    Nusspelz schrie. Der Schwarze hatte sich drohend über den am Boden liegenden Kater aufgebaut, während Vogelstern im Hintergrund immer noch mit meinem Angreifer kämpfte und blitzschnell seinen wirbelnden Pfoten auswich. Knurrend machte Taubenschweif einen Satz nach vorne, wurde aber plötzlich von einer riesigen Kätzin mit Fell wie der große Kater umgestoßen. Sie musste sich im Gebüsch versteckt und darauf gewartet haben, dass Taubenschweif angriff!
    Ich schoss nach vorne und warf mich auf die Schultern des Schwarzen. Hinter mir schrie die schwarze Kätzin: "Achtung, Pestfluch!" Doch der Kater riss überrascht die grünen Augen auf und ich wusste, er hatte nicht mit meinem Eingreifen gerechnet. Fauchend und schnappend hielt ich mich auf seinem Rücken, allem Springen, Rennen und Wälzen zum trotz und dachte nicht einmal daran, einen Moment locker zu lassen.
    Da schubste mich eine braune Pfote mit eingefahrenen Krallen zur Seite und ich landete auf der Erde. Nusspelz hatte sich wieder erholt und bearbeitete Pestfluch mit beiden Vorderpfoten.
    Taubenschweif rief: "Vogelstern, Nachtigallenherz ist weg! Sie wird Verstärkung holen!" Vogelstern nickte und wich einem Pfotenschlag seines Gegners aus. "Wir verschwinden!" Mit einer geschickten Wendung brachte er sich vor der Schulter des Katers in Sicherheit und sprang über den Graben. Nusspelz, Taubenschweif und ich folgten ihm.

    Zum Glück folgte uns niemand. Unterwegs schnaubte Taubenschweif zornig: "So etwas habe ich noch nie erlebt! Noch nicht einmal dem FuchsClan hätte ich das zugetraut! Einfach ein kleines Junges angreifen." Vogelsterns Augen funkelten. Auch er schien aufgebracht, sagte aber nichts. Nusspelz stimmte zu: "So etwas darf niemand machen. Auch nicht Nachtigallenherz, Pestfluch und Nadelsprung!" "Wie...wie geht es jetzt weiter?", fragte ich so leise, dass man es fast gar nicht höhrte. Ich hatte Tränen in den Augen. Was für ein Chaos! In den Büchern hatte immer alles so einfach gewirkt! Aber das war es nicht. Meine rechte Schultet schmerzte und bei meinem Sturz hatte ich mir wohl sämtliche Pfoten aufgeschürft. Wie empfindlich Ballen doch waren! Beruhigend fuhr mir Vogelstern mit der Zunge über ein Ohr, Wärme trat nun in seinen Blick. "Wir bringen dich ins Lager und Rosenwolke wird sich deine Wunden ansehen. Niemand wird dir etwas tun! Versprochen." Wir gingen schweigend weiter. Der Kampf verband uns.

    "Taubenschweif!" Eine hysterische, kleine, weiße Kätzin kam uns in großen Sprüngen entgegen und machte erst kurz vor uns halt. "Das halbe Lager sucht nach euch!" Sie drehte sich zu Vogelstern und Nusspelz. "Man hat sich schon Sorgen gemacht!" Ein leichtes Lächeln umspielte Nusspelz' Lippen. "Jetzt ist alles wieder in Ordnung, Federfell. Es gab nur ein paar...Komplikationen beim FuchsClan." "Habt ihr etwa gekämpft?", schrie Federfell. "Nusspelz, du bist Ältester! Du solltest nicht mehr so schwere Arbeiten erledigen! Ich bringe euch alle gleich zu Rosenwolke." Abwartend sahen Taubenschweif und Nusspelz zu Vogelstern; er nickte.
    Dann miaute er an mich gewandt: "Aber zuerst will ich dir das Territorium zeigen, bevor du dich noch aus Versehen zu den anderen Clans verirrst." Stumm nickte ich, erst jetzt nahm ich meine Umgebung genauer wahr.
    Federfell ging mit Nusspelz und Taubenschweif weiter, auch Vogelstern setzte sich wieder in Bewegung, allerdings in eine andere Richtung. Mit gespitzten Ohren und prickelnden Pfoten folgte ich ihm.
    Wir waren in einem angenehm schattigem Nadelwald mit wenig Deckung auf dem Boden. Das Moos kühlte unsere Pfoten und der süßliche Geruch von Baumharz lag in der Luft. Es roch nach...Freiheit.
    Vogelstern sagte: "Taubenschweif, Federfell, Nusspelz, noch einige andere und ich gehören zum LibellenClan. Pestfluch, Nachtigallenherz und Nadelsprung sind Teil vom FuchsClan. Du hast sicher den breiten Spalt im Boden bemerkt, das ist die Grenze. Das andere Territorium, das an uns grent, gehört dem RobbenClan. Bei ihnen gibt es fast gar keine Bäume, nur Sand, eine Klippe und vereinzelt ein paar Sträucher. Ich zeige dir die Grenze." Er trabte zu einem kleinen Holzzaun und sah mir in die Augen. Irgendwo kribbelte es in mir. "Das ist das Holzgespann. Es ist sehr deutlich zu sehen, es sollte also keine Verwirrungen geben." Zögerlich fragte ich: "Gibt es denn noch andere Clans?" Vogelstern nickte. "Allerdings. Aber davon brauchst du noch nichts zu wissen. Im Lager sollte schon irgendetwas zu finden sein, was dich satt macht, und es wird dunkel. Ich will nicht, dass du stolperst und ich dich dann ins Lager tragen muss." Wir kehrten um.

    Das Lager war nicht am Boden. Echt nicht. Stattdessen befand es sich in den Baumkronen mehrerer nebeneinander wachsender Tannen und war so fantastisch vor Zweibeinern, Füchsen und Dächsen getarnt. Ich staunte nicht schlecht. Trotzdem versuchte ich vor Vogelstern einigermaßen cool rüberzukommen und sagte nicht besonders viel. Wie es wohl gerade Eulenpfote ging? Oder Sonnenpfote.
    Hoffentlich hatte ihn nicht Pestfluch erwischt! Mir wurde ganz schwarz vor Augen, wenn ich nur daran dachte, was er Tobi antun könnte.
    "Hey!" Vogelstern rief mich zu sich, er saß neben einem breitem Stamm mit vielen Ästen. Ich lief zu ihm. Bei ihm fühlte man sich seltsam geschützt und geborgen. Ob er vielleicht deshalb so jung Anführer geworden war?
    "Bist du schon einmal auf Bäume geklettert?", fragte er und betrachtete meine kleinen, zierlichen Pfoten. Sie waren schwarz. Wie ich wohl als Katze aussah? Auf einmal wollte ich es unbedingt wissen. "Äh...gibt es hier irgendwo...Wasser? Oder etwas, in dem man sich selbst sehen kann?", stammelte ich und meine schwarzen Pforen prickelten vor Verlegenheit. Ich traute mich nicht, Vogelstern in die blauen Augen zu sehen. Er legte den Kopf schief und musterte mich nun besorgt: "Tut dir etwas weh? Wir können auch sofort zu Rosenwolke gehen, sie ist die Heilerin des LibellenClans und kennt sich wirklich gut mit Verletzungen aus. Du brauchst dich auch nicht zu schämen, Wunden gibt es hier oft." Ich schnurrte. "Das ist es nicht. Es ist so ein...Streuner-Ding." "Okay." Er wirkte erleichtert. Mit dem Schweif deutete er auf ein paar Lerchen. "Dahinter sind manchmal ein paar Pfützen. Aber pass auf, manchmal ist es dort schlammig, dann kann man leicht ausrutschen."
    Dankbar nickte ich und verschwand hinter den Bäumen. Tatsächlich hatte sich dort Wasser vom letzten Regen angesammelt. Erst jetzt bemerkte ich, wie stark ich zitterte. War ich hässlich?
    Vorsichtig spähte ich in die Pfütze.
    Zwei dunkelblaue Augen mit kleinen silbernen Splittern sahen zurück. Sie waren groß, aber nicht zu groß. Vom Körperbau war ich eher zierlich und mein Fell war schwarz wie Pestfluchs und glänzte seidig. Mein Schweif war ein wenig buschig, aber nicht zu auffällig. Ich fand mich hübsch.
    Zufrieden und beruhigt ging ich zu Vogelstern zurück. Noch immer schüchterte er mich ein bisschen ein, aber ich musste mich ja für nichts schämen und das half schon. "Also, wie klettert man?"
    Vogelstern musste schmunzeln und seine Augen funkelten freudig. "Es ist recht einfach. Du musst dich dicht am Stamm halten und gut an der Rinde festkrallen. Diese Tanne hat die meisten Äste, sie ist für Anfänger am besten geeignet." Ich fuhr die Krallen aus. Wenn ich eine Clan-Katze sein wollte, würde ich mir auch die Pfoten schmutzig machen müssen.
    Insgesamt kam ich mehr schlecht als recht in der Baumkrone an und auch nur mit Vogelsterns Hilfe. Er lobte mich dennoch und meinte, für einen Anfänger hätte ich mich echt gut geschlagen. Eine Flamme entstand in meiner Brust und wärmte mich von innen. Stolz hob ich den Kopf. Statt mehreren Bäuen gab es Nester, welche gut mit Erde, Steinen, Moos oder Ästen und Blättern geschützt waren. Ich hatte noch nie Höhenangst gehabt und fühlte mich sofort wohl.
    Mit der Aufmerksamkeit aller Katzen hatte ich aber nicht gerechnet.
    Ohne zu zögern, ging Vogelstern auf das höchste aller Nester zu und setzte sich. Mit dem Schweif deutete er mir, zu ihm zu kommen. Dann miaute er laut und deutlich:

    10
    ((navy))"LibellenClan, versammle dich!((enavy)) Heute haben Nusspelz, Taubenschweif und ich den Angriff auf ein Junges im FuchsClan-Territorium m
    "LibellenClan, versammle dich!
    Heute haben Nusspelz, Taubenschweif und ich den Angriff auf ein Junges im FuchsClan-Territorium mitbekommen und eingegriffen, wie es das Gesetz der Krieger von uns verlangt."

    Vogelstern wollte fortfahren, da zerriss ein spitzer Schrei die Luft. Ein paar Schwanzlängen von mir entfernt saß eine junge, seltsam braun getigerte Kätzin mit blauen Augen und starrte mich mit vor Schreck geweiteten Augen an. "Habichtpfote?" Vogelstern klang verwundert. "Was hast du?"
    Die Kätzin atmete schwer. Dann spuckte sie es aus: "SIE wird uns alle verraten. Ich habe von IHR geträumt! SIE wird uns ALLE töten!"
    Erschrockenes Gemurmel breitete sich aus und Vogelstern wollte etwas sagen, als eine schon etwas ältere weiße Kätzin mit rot getigerten Flecken zu uns sprang. Ihre Augn waren blau. Moment mal. Konnte es sein, dass sich die Clans in...Augenfarben unterschieden?
    Jedenfalls wirkte Vogelstern erleichtert, dass die Kätzin eingriff. "Rosenwolke, wovon redet deine Schülerin?", miaute er und sah sie mit einer Mischung aus Beunruhigung und Ärger an. "Ich weiß es nicht.", hauchte Rosenwolke so leise, dass es niemand außer uns hören konnte. "Ich lehre sie erst seit zwei Monden, aber manchmal wird sie ganz seltsam. Vor allem bei der Farbe Schwarz."
    Vogelstern seufzte. "Schatten sind schwarz, genauso wie die Nacht und der Tod. Und Raben. Und Hoffnung."
    Ich blinzelte überrascht. "Hoffnung ist schwarz?"
    Er nickte. "In einiger Entfernung gibt es einen Berg, wir nennen ihn den Mondfelsen. Kurz bevor ein neuer Tag anbricht und die Vögel zu singen beginnen, wirft er seinen Schatten auf unser Territorium und für ein paar Momente wird alles schwarz."
    Rosenwolke fuhr fort: "Aber wir wissen, dass danach die Sonne wieder kommt. Und deshalb hoffen wir in diesem Augenblick."
    Langsam nickte ich. Tatsächlich machte das irgendwie Sinn.
    Nun wandte sich Vogelstern wieder an den Clan: "Es gibt absolut keinen Grund zur Beunruhigung. Habichtpfote, für das Unterbrechen einer heiligen Zeremonie wirst du für den nächsten halben Mond die Nester der Ältesten wechseln."
    Doch Habichtpfote reagierte nicht, starrte noch immer mich mit großen ängstlichen Augen an.
    (Grün = FuchsClan
    Blau = LibellenClan)
    Was gab es sonst noch für Farben?
    (Grau = Unbekannt
    Bernsteinfarbig = Unbekannt
    Gelb = Unbekannt
    Braun = Unbekannt)
    Es gab also noch vier andere Clans!
    "Sie wird für die nächste Zeit hierbleiben, bis ich entschieden habe, was zu tun ist. Hiermit ist die Versammlung beendet.", sagte Vogelstern und die Katzen zerstreuten sich wieder. "Aschenvogel und Pferdesturm? Ich bringt sie zu Rosenwolke und Habichtpfote." Ein hellgrau getigerter Kater und eine dunkelbraune Kätzin drehten sich um und kamen auf mich zu.
    Liebevoll blinzelte Pferdesturm mir zu, Aschenvogel knurrte dagegen nur misstrauisch. "Hier geht's lang!"
    Das Nest der Heiler lag etwas niedriger als das Nest von Vogelstern und ich musste aufpassen, auf den schmalen Ästen nicht herunterzufallen.

    "Wir sind da!", fauchte Aschenvogel und verdrückte sich auch wieder. Pferdesturm blieb. "Denk dir nichts dabei. Habichtpfote ist nur seine Tochter, also..." Wie ein Geist erschien wieder Aschenvogel und rempelte die Kätzin grob mit der Schulter an. Fadt wäre sie vom Ast gefallen! "Ach ja?", knurrte er. "Deine übrigens auch, du Fuchsherz! Und jetzt komm, ich kann dich mit diesem Streuner nicht sehen!" Schweigend verschwanden die beiden zwischen den Nadeln. Aschenvogel war ja richtig handgreiflich geworden! Warum ließ Pferdesturm sich das gefallen?
    Doch weiter kam ich nicht, denn da trat Rosenwolke zu mir und schob mich ins Nest. Die Kräutervorräte lagerten in einer verlassenen Spechthöhle, was ich ziemlich klug fand, und Rosenwolke betrachtete eingehend meine Ballen. "Aufgeschürft, hoffentlich entzündet es sich nicht. Heiliger SternenClan, ich habe noch nie so zarte Pfoten gesehen! Sehen ja aus, als wärst du noch nie gelaufen!"
    Fast wäre es mir herausgerutscht, dass ich das ja auch wirklich noch nie war, aber ich konnte mich zusammenreißen. "Echt?", fragte ich stattdessen und beobachtete eine Elster, die uns ein paar Äste weiter beobachtete. Mein Magen grummelte und ich schämte mich. Rosenwolke rief: "Habichtpfote?" Wie ein Geist saß die Schülerin im Schatten einiger Nadeln und Tannenzapfen, rührte sich nicht. Ich wusste, dass sie mich beobachtete.
    Rosenwolke schien das jedoch nicht zu kümmern und wartete nicht auf eine Antwort: "Hohl der Streunerin ein wenig Frischbeute. Sie hat Hunger."
    Zögerlich nickte Habichtpfote und machte sich langsam auf den Weg.
    Als Rosenwolke mit mir fertig war und ich auch in den Genuss eines Frosches gekommen war (an den Geschmack gewöhnte man sich), miaute die Heilerin: "Du wirst heute Nacht bei Vogelstern schlafen. Ich habe vorhin mit ihm gesprochen, er besteht darauf." Ich nickte, dann kletterte ich zurück zum Nest des Anführers. "Hallo?", flüsterte ich, im Lager war es inzwischen still geworden. Alle schliefen.
    Es raschelte und ein paar glühend blaue Augen sahen zu mir gerab. "Komm hierher, Wildpfote." Warum nannte er mich so?
    Zögerlich legte ich mich zu ihm, das ganze wurde immer gruseliger.
    Er rückte näher zu mir heran.
    Dann fing er an mein Fell zu putzen. Augenblicklich spannte ich mich an, aber er hörte nicht auf.
    "Bitte..." "Ja?" Er sah mich an. Ich wollte nicht unhöflich sein. "Nichts."

    11
    Grillen zirpten und irgendwo schwebten zwei Glühwürmchen durch die Luft. Es war kühl und ich fröstelte. "Was?" Jemand hatte mich am Nack
    Grillen zirpten und irgendwo schwebten zwei Glühwürmchen durch die Luft. Es war kühl und ich fröstelte. "Was?" Jemand hatte mich am Nackenfell gepackt und musste mich heimlich aus dem Lager getragen haben!
    Ich schrie: "Hey, lass mich ja los! Ich kann kämpfen!"
    Sofort ließ mich der fremde Kiefer fallen und ich wirbelte herum. Ein schuldbewusster Sonnenpfote stand mir gegenüber. Langsam glättete sich mein Nackenfell wieder. "Du bist es. Wie geht es dir? Hast du etwas von Anna gehört? Wo sind wir?"
    Beruhigend leckte mir Sonnenpfote über die Schulter. "Du brauchst keine Angst zu haben, wir sind immer noch in deinem Territorium. Du kannst jederzeit wieder ins Lager, wenn du willst. Eigentlich wollte ich dir auch gar nicht folgen, aber da habe ich dich schreien gehört und als ich mich endlich getraut habe nachzusehen, war es schon dunkel und alle weg. Deshalb bin ich zu euch ins Lager gekommen. Ich wollte die Nacht nicht alleine verbringen." Beschämt senkte er den Blick.
    "Ist schon gut.", tröstete ich ihn und lächelte. "Ich weiß, wie du dich fühlst. Hast du schon deinen Clan gefunden. Ich weiß, dass ist echt verrückt, aber ich denke, sie unterscheiden sich durch ihre Augenfarbe."
    Verdutzt sah Sonnenpfote mich an. "Echt jetzt?"
    Ich kicherte leise. "Kein Witz!"
    Plötzlich wurde er wieder traurig und seine Ohren hingen nachdenklich herab. "Du hast blaue Augen. Meine sind nicht blau, oder?"
    Ich seufzte. "Sie sind grau."
    "Aber ich will nicht alleine bleiben! Bitte geh nicht weg, Wildpfote! Geh nicht zurück zu diesem Kater!"
    Ich überlegte kurz, dann erinnerte ich mich an die Momente kurz bevor ich eingeschlafen war. Vielleicht hatte ich das auch nur geträumt? "Du meinst Vogelstern?"
    "Wenn das der Typ ist, der dich halb unter sich vergraben und seinen Kopf auf deinen Bauch gelegt hat, dann ja. Ist alles okay? Hat er dir wehgetan?"
    Heftig schüttelte ich den Kopf. "Nein, nein. Alles gut. Lass uns ein Versteck für uns suchen, damit wir schlafen können."
    Er nickte. "Danke."

    Die ersten Sonnenstrahlen weckten mich am nächsten morgen und ich wollte Sonnenpfote wachstupsen, als ich sah, dass er bereits sein Fell säuberte. "Du bist ja schon wach! Hast du gut geschlafen?"
    Er schüttelte den Kopf. "Überhaupt nicht. Als du eingeschlafen bist, hatte ich plötzlich Angst, dass dir jemand etwas tun könnte, wenn ich nicht auf dich aufpasse. Also habe ich Wache gehalten."
    Ich seufzte. "Du weißt echt nicht, was du willst."
    "Doch." Er grinste. "Bei dir sein?"
    Ein Schnurren wanderte meine Kehle hoch, aber ich hustete, um es zu übertönen. "Ich muss jetzt wieder gehen. Keine Ahnung, ob schon jemand vom Clan wach ist. Aber ich glaube nicht, dass es gut ist, wenn ich so kurz nach meinem Auftauchen wieder verschwinde."
    Sonnenpfote reagierte nicht. Dann wurde sein Blick unglücklich. "Vermisst du deine Familie?"
    Ich dachte nach. Bei den Zweibeinern war nicht mein richtiges Leben gewesen und jetzt wusste ich auch, dass ich eigentlich als Katze geboren war. Dann antwortete ich: "Ja. Auch wenn ich eigentlich nicht mit ihnen verwandt war. Ich habe dreizehn Jahre mit ihnen gelebt. Auch wenn sie mich immer komisch fanden. Und meine Freunde auch. Vor allem Mina."
    Tobi seufzte. "Ich hatte nicht viele Freunde."
    "Oh."
    Wir hatten das Pfotengetrappel zu spät bemerkt. Ein großer, dunkelgrauer Kater und zwei Kätzinnen, eine weiß mit kleinen schwarzen Flecken und eine Sandfarbene mit grauen Pfoten bauten sich vor uns auf. Ich erinnerte mich schwach daran, sie gestern bei der Versammlung gesehen zu haben.
    "Wer bist du?", fauchte die Weiße in Sonnenpfotes Richtung. Er zitterte, brachte kein Wort über die Lippen. Sein Gesicht war eine einzige Maske der Angst.
    "Hast du sie nicht gehört?", fuhr ihn die Zweite an und bleckte die Zähne.
    Autoritär stellte sich der Kater zwischen seine Clan-Gefährten und Sonnenpfote. "Mein Name ist Dunstkralle. Hellschweif, Wüstensonne, ich regle das. Wir sind LibellenClan-Katzen und wollen dir nichts Böses. Trotzdem musst du unser Territorium jetzt verlassen."
    Er sagte immer noch nichts. Da schaltete ich mich ein: "Es tut mir leid. Das hier ist ein Streunerfreund von früher, äh...Tobi. Er hat nach mir gesucht und ich habe ihm gerade erzählt, dass er hier nicht bleiben kann."
    Jetzt nickte er eifrig. "Ich wollte gerade gehen, wirklich!"
    "Okay.", miaute Dunstkralle, dann nickte er Wüstensonne und Hellschweif zu. Die beiden verstanden und führten die Morgenpatroullie zu Ende. Nun wandte sich der Kater mir zu. "Ich vertraue dir, Wildpfote. Bitte bring deinen Freund aus dem Territorium." Ich zögerte. Er nickte mir zu.
    "Wieso nennst du mich so?"
    "Ich bin der zweite Anführer, Kleine. Vogelstern hat heute früh mit mir beschlossen, dass du dem Clan beitreten solltest. Den Namen hat er für dich ausgewählt. Normalerweise erzähle ich Schülern so etwas nicht, aber Rosenwolke ist mit Habichtpfote zu Vogelstern gegangen und die Schülerin meinte, der SternenClan sei ihr im Traum erschienen und hätte deinen Namen verkündet."
    "Echt?", fragte ich. "Glaubst du eigentlich an den SternenClan?"
    Er schüttelte den Kopf. "Nein. Sagen wir es so: Ich vertraue meinen eigenen Krallen mehr, als denen von Verstorbenen." Dann nickte er mir ein letztes Mal zu und folgte Hellschweif und Wüstensonne.

    12
    Nachdem ich den nun ziemlich wortkargen Sonnenpfote weggebracht hatte, machte ich mich auf den Rückweg ins Lager. Auf einmal hörte ich etwas. "
    Nachdem ich den nun ziemlich wortkargen Sonnenpfote weggebracht hatte, machte ich mich auf den Rückweg ins Lager.
    Auf einmal hörte ich etwas.

    "Ich warne dich, du Fuchsherz!"
    "Nein, das mache ich nicht länger mit! Ich werde nicht weiter für Aschenpelz büßen! Ich bin seine Tochter, nicht ER!"
    "Wegen deinem Vater bin ich GESTORBEN. Weißt du, was das für ein Gefühl ist?"
    "Und wie! Aber...du hast recht. Aschenpelz hätte niemals Eichhornschweif bedrohen dürfen."
    "Dein Vater hat mich ERMORDET!"

    Jetzt schluchzte jemand.

    "Ich weiß! Es tut mir so leid! Ich...ich schulde dir wirklich etwas. Alleine schon dafür, dass ich seine Tochter bin. Ich werde weiterhin deine Gefährtin sein."
    "Gut so."

    Dann entfernten sich die Stimmen und ich war wieder alleine. Mein Herz pochte vor Aufregung. Worüber hatten sie geredet? Wer waren SIE?
    "Wildpfote, da bist du ja!"
    Ich drehte mich um und Vogelstern lächelte mir zu. "Nach dir habe ich gesucht! Wüstensonne hat mir von dem Vorfall berichtet. Keine Sorge, niemand ist dir böse deswegen. Es kommt nun einmal manchmal vor, dass Streuner hierher kommen. Denk dir nichts dabei. Aber deine Zeremonie müssen wir noch abhalten! Selbstverständlich kommst du auch zur Großen Versammlung heute Abend mit! Sie findet beim Mondfelsen statt. Dort treffen sich dann alle Clans!"
    Zärtlich fuhr er mir mit dem Schweif über den Rücken. Damals bei Sonnenpfote war sie beruhigend gewesen, diese Geste. Jetzt war sie einfach nur unangenehm und ich zuckte zurück. Vogelstern schnurrte. Anscheinend hatte er nichts von dem Gespräch der beiden Unbekannten mitbekommen. "Worauf wartest du noch? Ab ins Lager!" Das ließ ich mir nicht zweimal sagen.

    Bei den Tannen waren schon alle versammelt und Vogelstern und ich schienen die Letzten zu sein. Eigentlich war mir die ganze Aufmerksamkeit unangenehm, aber Dunstkralle saß gleich neben dem Nest des Anführers, wo Vogelstern mich hinführte, und nickte mir respektvoll zu. Ich schnurrte. Sofort ging es mir besser.

    "LibellenClan, versammle dich!"

    Augenblicklich wurde sämtliches Geflüster eingestellt. Vogelstern genoss diese Achtung.
    "Heute in der Früh, noch bevor die ersten Strahlen unser Lager erreicht haben, haben Dunstkralle, Rosenwolke, Nusspelz und ich uns beraten." Mir fiel auf, wie Dunstkralle bei Nusspelz' Namen ärgerlich die Augen zusammenkniff. Zu gerne hätte ich auch die Reaktion des Ältesten gesehen, konnte ihn aber zwischen den unzähligen Katzen nicht entdecken.
    "Und wir haben beschlossen, dass die Streunerin uns beitreten soll."
    Mich hatte niemand gefragt. Trotzdem sagte ich nichts.
    "Ab heute soll sie den Namen Wildpfote tragen und Schülerin des LibellenClans sein, bis wir sie in den Stand der Krieger willkommen heißen. Wildpfote?"
    Meine Augen strahlten, ich hielt den Atem an.
    "Nusspelz wird von heute an sein Mentor sein."
    Überraschte Rufe breiteten sich im Lager aus, bis sie auch die vorderste Reihe erreichte. Habichtpfote miaute: "Aber Nusspelz ist doch Ältester!"
    Mit einem Schwanzschnippen brachte Vogelstern sie zum Schweigen. "Habichtpfote, mir dir werde ich nach der Versammlung reden."
    Jetzt trat Nusspelz zu uns und berührte meine Stirn mit seiner Nase.
    Erschrockenes Gemurmel breitete sich wieder aus.
    "Das kann er doch nicht machen!"
    "Erlaubt das der SternenClan überhaupt?"
    "Er ist doch schon Ältester!"
    "Was ist, wenn er sich beim Training verletzt?"
    Vogelstern ignorierte alle. "Hiermit ist die Versammlung beendet."

    13
    Als sich die Menge wieder aufgelöst hatte, leckte Vogelstern mir noch ein letztes Mal über's Ohr, flüsterte: "Wir sehen uns später!"
    Als sich die Menge wieder aufgelöst hatte, leckte Vogelstern mir noch ein letztes Mal über's Ohr, flüsterte: "Wir sehen uns später!" und führte die Jagdpatroullie los. Taubenschweif und Federfell waren dabei, die zwei Schüler kannte ich nicht.
    Nusspelz folgte Vogelstern mit nervösem Blick, dann miaute er: "Als erstes zeige ich dir das Lager." "Okay."
    Mit ein paar Sätzen stand er vor einer Ansammlung von Nestern, die mit Farn und Erde geschützt waren. Es waren insgesamt zwei, aber nur eins war besetzt. Eine schwarz-weiße Kätzin saß dort, um sie herum tobten drei Junge. "Guten Tag, Milchblüte!", grüßte sie Nusspelz und die drei Jungen schrien: "Opa!" Spingend umringten sie meinen Mentor, ich schätzte sie auf drei Monde. Ich nickte Milchblüte zu. Sie lächelte herzlich. "Hallo, Wildpfote. Das alles muss total neu für dich sein. Ich bin Milchblüte, Nusspelz' Tochter."
    Ich fragte: "Wo ist denn deine Gefährtin, Nusspelz?"
    Seine Augen verdunkelten sich. "Im SternenClan. Sie hieß Wolkenblatt."
    Ich erinnerte mich an die weiße Kätzin. Sie hatte mir eine Zukunft gewünscht. Vielleicht, weil sie selbst keine mehr hatte?
    "Mein Beileid.", flüsterte ich, aber Milchblüte schien nicht traurig zu sein. "Es ist in Ordnung. Ich war damals sieben Monde alt und sie starb bei einem Gefecht mit dem FuchsClan. Nachtigallenherz hat sie getötet."
    "Wie geht es den Kleinen?", fragte Nusspelz und Milchblüte schnurrte. "Wenn man schon 33 Monde alt ist, halten sie einen ganz schön auf Trab! Gestern hat sich Steinjunges an einem Ast verletzt und Enzianjunges wollte schon wieder zu den Kriegernestern." Er nickte. "Und Hirschjunges?" "Sein Bein lahmt noch immer." Sie seufzte.
    Ich war neugierig. "Was ist denn passiert?"
    Nusspelz antwortete an Milchblütes Stelle. "Er ist mit einem lahmen Hinterbein auf die Welt gekommen. Rosenwolke meint, dass so etwas in seltenen Fällen wieder weggeht, aber Habichtpfote hat nicht viel Hoffnung." "Und wer ist der Vater?" "Vogelstern. SternenClan, bist du neugierig! Da hast du ja eine tolle Schülerin erwischt!" Sie blinzelte Nusspelz belustigt zu. Vogelstern? Ich fand das irgendwie seltsam.
    Nusspelz sagte: "Aber jetzt müssen wir weiter. Richte Honigwind meinen Gruß aus und sag Rosenwolke, sie soll mir unbedingt Bescheid sagen, wenn die Jungen kommen!" "Mach ich!"
    Wir gingen weiter. Neben den Königinnennestern waren die Kriegernester, aber momentan war ebenfalls nur eins belegt, ein beleibter roter Kater lag darin und schlummerte.

    "Das ist Rotpelz.", miaute Nusspelz. "Wir haben ihn letzten Mond völlig niedergekämpft in der Nähe der FuchsClan-Grenze gefunden. Dem SternenClan sei Dank, dass in unser Territorium geflohen ist, sonst hätten sie ihn womöglich noch getötet! Bis jetzt hat er mit noch niemandem geredet und Rosenwolke meint, wir sollten warten, bis er den Schock hinter sich hat, bevor wir ihn wegschicken." Auf einmal wirkte er furchtbar alt. "Jetzt ist noch Blatgrüne, aber was können wir noch für ihn tun, wenn die Blattleere naht? Ich hoffe für ihn, dass er bis dahin wieder okay ist, sonst tut's mir wirklich leid um ihn."
    "Hat er denn keinen Hauskätzchen-Namen?", wollte ich wissen. Nusspelz schnurrte. "Meine Kleine hat recht, du bist wirklich die neugierigste Kätzin, die sich je in unser Lager verwirrt hat! Sicher hat er einen. Nur wissen wir ihn nicht, er hat ihn uns ja nie gesagt und irgendwann hatte niemand mehr Lust dazu, ihn den fetten, roten Unbekannten zu nennen. Seit dem heißt er einfach Rotpelz." "Das passt!" Ich grinste. Sein Fell schien in der Sonne in Flammen zu stehen. Wie bei Feuerstern. Moment. War das...Jake? Ich dachte angestrengt nach.
    Schwarzstern war bei Rauchvogel, um Essen für seinen Clan zu hohlen. Folglich waren sie vielleicht nicht direkt in der Nähe, aber womöglich am anderen Ende der Stadt! Das hieß ja, dass Prinzessin, Wulle und Jake die ganze Zeit in meiner Nachbarschaft gelebt hatten. "Er heißt Jake.", rutschte es mir heraus.
    "Ehrlich? Kennst du ihn?"
    "Ich...habe von ihm gehört." Puh.
    "So, so. Das ist gut. Weißt du auch, wo er lebt?"
    Ich schüttelte den Kopf. Er seufzte. "Schade. Dann hätten wir ein Problem weniger gehabt."
    "Gibt es denn noch andere Schwierigkeiten?"
    "Nur den FuchsClan zur Zeit, aber der hat es uns schon immer nicht leicht gemacht. Und jetzt komm zu den Schülern. Als du vorhin weg warst habe ich Flusspfote und Erdbeerpfote aufgetragen, dir ein Nest zu bauen. Ich denke, sie sind schon damit fertig geworden. Dann kannst du heute alleine schlafen."
    War das gerade Erleichterung gewesen?
    Wusste er von Vogelsterns seltsamen Verhalten?
    Die Nester der Schüler waren am niedrigsten von allen, aber gut mit Steinen und Rinde verstärkt. Es waren fünf.
    Ich fragte: "Schläft Habichtpfote auch hier?"
    Er sah mir in die Augen. "Sie mag dich nicht besonders. Halte lieber Abstand zu ihr, ich will nicht, dass es möglicherweise Schwierigkeiten zwischen euch gibt. Erdbeerpfote und Flusspfote sind auch hier, Schwarzpfote auch. Er ist vor drei Monden vom FuchsClan zu uns gekommen. War nicht leicht für ihn."
    "Warum ist er hierher?"
    "Wegen seiner Augen."
    Ich schnappte nach Luft. "Wenn ein Junges aus dem eigenen Clan also eine andere Augenfarbe hat, wird es..."
    "...den betreffendem Clan überreicht.", schloss Nusspelz meinen Satz. "Genauso ist es."
    "Und wenn man zwei unterschiedliche Augen hat?"
    "Dann wird man von den Clans verbannt. Unterschiedliche Augen bringen immer Unglück." Mehr sagte er nicht dazu.
    Wie die Vorsilbe Schnee bei den Buch-Clans.
    Er fuhr fort: "Das Nest des Anführers kennst du bereits, und Rosenwolkes Bereich auch. Dann nur noch die Ältestennester."
    Die Ältestennester lagen fast direkt neben dem Nest des Anführers und bestanden zum Teil auch aus Spechthöhlen. Es gab besonders viel Moos und auch Federn und Nadels polsterten die am besten geschütztesten Nester des LibellenClans. Dann brachte er mich zu den Schülernestern zurück. "Gibt es noch Fragen?"
    "Ja."
    "Damit hatte ich schon fast gerechnet."
    "Wieso heißt ihr..."
    "Wir, Kleine" Er lächelte. "Du gehörst ab jetzt immer dazu."
    Ein Gefühl von Wärme breitete sich in mir aus.
    "Warum heißen wir LibellenClan?"
    Er schnurrte laut und miaute: "Komm mit!"

    Zusammen kletterten wir die Tannen herunter und er führte mich zum Zentrum des Territoriums. Mindestens fünf Tümpel mit Seerosen, Sträuchern, Farn, Moos und glitzernden Steinen befanden sich dort und wurden von Millionen von Libellen umschwirrt. So viel Magie an einem einzigen Ort! Ein Kaninchen hoppelte zwischen ein paar Gräsern hervor und beugte sich zum Trinken hinunter. Mit einem Satz war Nusspelz bei ihm und tötete es. Ich staunte nicht schlecht.
    In diesem Moment hörte ich Vogelstern: "Echt guter Fang, alter Freund!" Er hatte uns vom anderen Ende der Gewässer beobachtet und trabte nun zu uns. Stolz hob Nusspelz den Kopf. "Bring es am besten gleich zu Milchblüte. Ich werde heute mit Wildpfote trainieren, dann kannst du dich jetzt etwas ausruhen.", meinte der Kater und auf einmal wirkte Nusspelz zu tiefst beunruhigt. "Das geht auf jeden Fall noch, Vogelstern! Vertrau mir. Mir wird die Bewegung gut tun!" "Ganz sicher?", fragte er und wirkte enttäuscht. "Ich hätte wirklich gerne etwas Zeit mit ihr verbracht." "Das kannst du auch noch später." "Dann sehen wir uns." Schon verschwand Vogelstern wieder.

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    Die erste Übungsstunde werde ich wohl nie wieder vergessen. "Und jetzt greif mich an!", forderte Nusspelz mich auf und ich bemerkte sehr wo
    Die erste Übungsstunde werde ich wohl nie wieder vergessen.
    "Und jetzt greif mich an!", forderte Nusspelz mich auf und ich bemerkte sehr wohl, wie anstrengend das alles für ihn war. So konnte es nicht weitergehen. Mein Mentor zitterte am ganzen Körper und sein Schweif schleifte kraftlos über die Nadeln. Wäre sein Fell nicht so kurz gewesen, dann wäre er schon längst verfilzt.
    "Nusspelz!", rief jemand. Ich drehte mich um und Dunstkralle trabte auf uns zu. Mein Mentor wirkte erleichtert durch die kurze Verschnaufpause. "Was gibt's, Dunstkralle?" Dunstkralle rümpfte die Nase, als Nusspelz ihn bei seinem Namen nannte, blieb aber komplett ruhig: "Ich werde jetzt Wildpfotes Training übernehmen, du gehst zu den Ältesten." "Aber...", wollte Nusspelz dagegen halten und wurde wieder von Dunstkralle unterbrochen: "Nichts da! Das ist eine Anordnung vom zweiten Anführer, es gibt nichts zu diskutieren!"
    Angst trat in Nusspelz' Augen. "Sollst du sie zu Vogelstern bringen?" "Nein!" Erleichtert atmete er aus. "In Ordnung. Ich sollte mich wirklich hinlegen. Bring später noch ein wenig Moos für Milchblüte und Honigwind mit. Du findest es bei den Libellenseen." Ich nickte. Dann verschwand mein Mentor Richtung Lager.
    Ich drehte mich wieder zu Dunstkralle. "Warum machst du mein Training wirklich weiter?"
    Er schnaubte, jetzt schien er angespannt. "Nusspelz ist eindeutig müde und ich will nicht, dass Vogelstern das macht."
    "Warum?"
    Er zögerte. Dann fauchte er: "Für so etwas hat er keine Zeit! Ich auch nicht. Los, du hast Nusspelz gehört. Greif an!" Doch ich kam nicht dazu. Drei Schatten flitzten auf uns zu und warfen sich auf Dunstkralle. Dieser hatte definitiv nicht damit gerechnet und kippte stöhnend um. "Lasst ihn!", fauchte ich und sprang auf den Nächstbesten zu. Wider Erwarten schnellte er herum und wehrte mich mit einer lässigen Bewegung seiner Pfote ab. Es war ein dunkler, schildpattfarbener Kater mit grünen Augen. Mit einem Satz war er bei mir und drückte mich zu Boden. Ich keuchte vor Angst, Überraschung und Schmerz.
    "Lass sie los, Laubpfote.", wies ihn ein Kater mit breiten Schultern und cremefarbenen Fell grinsend zu recht. "Die Trainingseinheit ist jetzt beendet."
    Der andere hellgraue Kater und eine schöne, zierliche, weiße Kätzin mit schwarzen Streifen rannten bereits los, Richtung FuchsClan-Grenze. Laubpfote lachte bei meinem Versuch, mich zu verteidigen. Langsam beugte er sich zu mir herunter und flüsterte mir ins Ohr: "Das nächste Mal krieg ich dich, Kätzchen."
    Dann sauste er mit dem letzten Kater davon.
    Ich wollte hinterherlaufen, aber Dunstkralle sprang mir in den Weg. Sein linkes Ohr war eingerissen und aus einem Kratzer am Hals trat ein Bluttropfen, doch ansonsten schien er nicht verletzt zu sein. "Du kannst sie gehen lassen.", knurrte er. "Sie holen wir nicht mehr ein. Die Trainingsstunde ist jetzt beendet, ich muss zu Vogelstern und diesen Vorfall melden." Nun klang seine Stimme wieder wärmer. Langsam legte sich wieder mein Fell. "Kann ich etwas tun?", fragte ich zögerlich. Er nickte. "Bei mir bleiben, um unbeschadet ins Lager zu kommen." Das tat ich dann auch.

    Irgendwie freute ich mich, als ich nicht mit zu Vogelstern musste. Seine Aura machte mir ein wenig Angst. Da erinnerte ich mich aber an mein Versprechen, Moos zu holen und lief wieder zurück. Auf einmal hörte ich ein wütendes Zischen und kletterte flink auf den nächstbesten Baum. Zwei Kater traten unter mir aus einem Gestrüpp, sie schienen mich nicht bemerkt zu haben. Einer war Laubpfote, der andere vollkommen schwarz, hatte aber eindeutig blaue Augen. Wir mussten uns sehr ähnlich sehen.

    "Schwarzpfote, du darfst auf keinen Fall etwas sagen! Bitte versprich es mir!"

    Was hatte Schwarzpfote nur mit dieser FuchsClan-Katze zu tun? Der schwarze Kater seufzte niedergeschlagen.

    "Ihr müsst mit diesen Übungen aufhören. Was ist, wenn Dunstkralle verletzt worden wäre? Oder diese Streunerin?"
    "Versprich es mir!"
    "Manchmal bist du auch echt elsternhirnig! Ich würde doch mindestens genauso viel Ärger wie du bekommen, wenn jemand von unseren Treffen erfahren täte. Aber ich mag es nicht, dass ihr diese Katzen angreift. Sie sind jetzt meine Clan-Gefährten. "

    Nun dämmerte es mir. Schwarzpfote und Laubpfote waren Brüder! Es konnte gut sein, dass sie sich so nahe standen, dass sie sich jetzt trafen, obwohl sie in unterschiedlichen Clans waren! Wahrscheinlich hätte ich für Rose dasselbe getan. Plötzlich vermisste ich mein altes Leben schrecklich.

    Laubpfote knurrte. "Du weißt, dass das nicht stimmt, genauso gut wie ich. Wenn ich erst einmal Anführer bin, werde ich dich zurückholen!"
    "Pestfluch will Anführer werden, das weiß echt jeder. Du bist noch nicht einmal Krieger. Du hast keine Chance."

    Frustriert fauchte Laubpfote: "Dann bleib doch bei deinen tollen Libellen!" und rannte weg. Es bestand kein Zweifel darin, dass er wohl in wenigen Minuten bei seinem eigenem Lager sein würde. Da fiel ich vom Ast.

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    Ich wusste nicht einmal wirklich, wieso. Ob es der Wind oder meine körperliche Schwäche, habe ich auch nie erfahren. Jedenfalls landete ich mit eine
    Ich wusste nicht einmal wirklich, wieso. Ob es der Wind oder meine körperliche Schwäche, habe ich auch nie erfahren.
    Jedenfalls landete ich mit einem lauten "Ufff!" direkt vor Schwarzpfotes...äh, ja Pfoten.
    "Hi." Ich versuchte zu lächeln. SternenClan sei Dank, war ich nicht tief gefallen, sonst hätte ich mir womöglich noch das Genick gebrochen. So war ich noch mit einer verknacksten Pfote davongekommen.
    Schwarzpfote stand der Schock sichtlich ins Gesicht geschrieben. Er öffnete den Mund und wollte etwas sagen, schloss ihn dann aber wieder. Seine Ohren zitterten, seine Augen waren weit aufgerissen und sein Fell gesträubt. Allmählich bekam ich es mit der Angst zu tun. Was sollte ich tun, wenn er angriff? Ich wusste doch gar nicht, wie man sich verteidigte!
    Doch der schwarze Kater tat nichts dergleichen. Schließlich legte sich auch sein Fell wieder an. Seine Krallen waren eingefahren.
    Dann lächelte er, es hatte etwas Wahnsinniges und zugleich Erleichtertes.
    "Du bist Wildpfote."
    Vorsichtig nickte ich. "Genau. Und du Schwarzpfote. Und das da eben war dein Bruder Laubpfote aus dem FuchsClan."
    "Stimmt." Er betrachtete mich abschätzig, dann stolzierte er einfach los. Humpelnd folgte ich ihm. "Hey!" Er reagierte nicht.
    Ich stellte mich ihm in den Weg.
    "Willst du mir nicht irgendetwas sagen?", fragte ich und hatte selbst keine Ahnung, was ich eigentlich von ihm erwartete.
    "Nö." Er zuckte mit den Schultern. "Was denn?"
    "Na ja." Mein Fell prickelte unangenehm. "Ich glaube nicht, dass das erlaubt ist. Sich mit Katzen aus anderen Clans zu treffen, meine ich.
    Er blieb gelassen und miaute: "Da hast du absolut recht. Aber es interessiert mich nicht."
    Jetzt platzte mir der Kragen. Dieser blöde Kater ging mir allmählich richtig auf die Nerven!
    "Hör zu!", fauchte ich. "Falls du denkst, ich traue mich nicht mit Nusspelz, Dunstkralle oder Vogelstern über dieses Treffen zu sprechen, dann irrst du dich! Ich bin vielleicht noch nicht lange LibellenClan-Katze, aber das heißt nicht, dass ich nicht weiß, wie wichtig Loyalität hier draußen ist!"
    Nun grinste er. "Und das ist auch genau der Grund, warum du keine Gefahr für mich bist."
    "Ach ja? Dann pass mal auf!" Ich wollte zum Lager rennen, aber Schwarzpfote trat mir einfach auf den Schweif und ich fiel der Länge nach hin. "Ich sehe schon, jetzt habe ich ja wirklich Panik!"
    Gehässig lief er an mir vorbei. "Kätzchen, du lebst hier seit ziemlich genau einem Tag. Vertrauen ist etwas, das mit Zeit kommt, nicht mit Hochmut." Er ließ mich einfach liegen. Ich dachte schon, das Gespräch sei für ihn beendet, als er sich noch einmal umdrehte. "Ich weiß, dass Vogelstern ziemlich aufdringlich sein kann. Bis jetzt hatte er schon fast mit jeder Katze im Clan etwas. Ich bin, glaube ich, der Einzige, der sich traut das laut auszusprechen. Aber mehr als körperliche Nähe wollte er nie." Er kam zu mir zurück und beugte sich zu mir herunter. Ich hielt den Atem an. Sein Grinsen entblößte spitze, raubtierartige Zähne.
    Er hauchte: "Ich denke auch, du weißt was ich meine."

    Als ich aufgestanden war, war er natürlich schon längst verschwunden. Genauso wie meine Hoffnung.

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    Ich wusste nicht recht, was zu tun und beschloss einfach an der Grenze entlang zu laufen. Ich musste nachdenken und das Moos konnte ich noch später h
    Ich wusste nicht recht, was zu tun und beschloss einfach an der Grenze entlang zu laufen. Ich musste nachdenken und das Moos konnte ich noch später holen. Jetzt wollte ich es nicht riskieren, Schwarzpfote erneut begegnen zu müssen. Am liebsten würde ich diesen schrecklichen Kater für immer aus meinen Gedanken verbannen, aber das war wohl kaum möglich.
    In der Nähe erkannte ich sandfarbenes Fell und ich rief: "Sonnenpfote?" "Wildpfote!" Es war aber nicht Sonnenpfote, der geantwortet hatte, jemand war hinter mir. Nervös schluckend drehte ich mich um und erblickte Taubenschweif. "Wer ist Sonnenpfote?", wollte sie wissen, sie wirkte auf einmal sehr streng. Die Katze mit dem hellen Fell kam näher und ich konnte Wüstensonne erkennen. Oh.
    "Nur jemand, den ich früher gekannt habe." Ich seufzte. Mein altes Leben hatte ich für immer aufgegeben und wofür? Für einen Clan voller Katzen, die mir misstrauten oder mich am liebsten tot sehen würden. Taubenschweif schnurrte mitfühlend und legte ihren Schweif auf meine Schulter. "Wir alle haben eine Vergangenheit und wir sehnen uns alle danach, wieder in besseren Zeiten zu leben können. Aber was zählt, ist das Hier und Jetzt und wie das Morgen aussehen wird. Hänge nicht dem Alten nach, Wildpfote. Es gibt doch so viel Neues!"
    Gegen meinen Willen musste ich lächeln.
    Wüstensonne fauchte: "Taubenschweif, wir haben eine Patroullie zu führen! Federfell fragt sich schon, wo wir bleiben!"
    "Na gut. Aber Wildpfote kommt mit."
    Wüstensonne musste knurren über Taubenschweifs Sturheit, winkte uns aber nur mit der Schwanzspitze weiter, statt uns irgendetwas ziemlich Unhöfliches an den Kopf zu werfen.

    Das Lager war jedes Mal wieder aufregend, wenn man es betrat. So auch nach der Grenzpatroullie.
    Nusspelz rief mich zu sich, zwei weitere Kater saßen neben ihm. Einer war hell schildpattfarben und der andere schwarz mit ein paar weißen Tupfen. "Ich dachte, du solltest auch Flockenfall und Krähenfuß kennenlernen, bevor wir zur Großen Versammlung aufbrechen. Es ist Tradition, dass die Ältesten immer mitkommen." Das hatte ich ja fast vergessen! Möglicherweise sah ich gleich Eulenpfote und Sonnenpfote wieder!
    Mein Herz machte einen Sprung.
    Aufgeregt sprang ich von einer Pfote auf die andere. "Wann gehen wir los?" Flockenfall schnurrte. Es war sehr hell und gefiel mir. "Wenn Vogelstern so weit ist. Keine Sorge, er kommt sicher jeden Moment." Fockenfall sollte recht behalten. Nur wenige Augenblicke spätet erschien Vogelstern zusammen mit Dunstkralle in der ersten Tanne. Sie schienen zu streiten, dann schnaubte unser Anführer und lief zu uns. "Nusspelz, guter Freund! Ich hoffe, du hast dich vom Training erholt. Wir können sofort aufbrechen!"
    Nusspelz spitzte die Ohren. "Wer bleibt dieses Mal bei Rotpelz? Entschuldige." Er warf mir einen nervösen Blick zu. "Wildpfote hat mir heute erzählt, dass er anders heißt. Sie kennt ihn von früher. Er heißt eigentlich Jake."
    "Okay." Vogelstern lächelte höflich. "Eigentlich hatte ich mir überlegt, ob nicht Wildpfote mit mir dableiben sollte. Es ist ja noch alles so neu für sie. Aber der LibellenClan hätte wohl kaum ohne Anführer zur Großen Versammlung gehen können. Milchblüte und Honigwind sind eingeteilt."
    "Das ist gut.", meinte auch Nusspelz. "Dann können wir ja los."

    Wir überquerten die FuchsClan-Grenze, indem wir einen Fluss folgten, der wenige Meter parallel zum Spalt war, eine Kurve machte und in den dichten Laubwald führte. Wie hielten es hier die Katzen mit dem ganzen Efeu, Dornen und Gestrüpp nur aus?
    Aber schon bald hatten wir das Territorium verlassen und bahnten uns einen Weg durch Weizenfelder mit langen, dicht beieinander wachsenden Halmen. Die nackte Erde und Kieselsteine machten es allerdings nicht gerade besser und ich spürte, wie meine Ballen bei jedem Schritt gepickst wurden. Dann hielten wir an. Nun befanden wir uns vor einem Tunnel, der direkt in den Mondfelsen führte. Ich hielt den Atem an. Was war, wenn sich hier auch die Heiler der anderen Clans trafen? War dies der Mondstein?

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    "Wir müssen hier warten, bis Vogelstern mit den anderen Anführern gesprochen hat und uns hereinbittet." Ich spitzte die Ohren. "Echt?
    "Wir müssen hier warten, bis Vogelstern mit den anderen Anführern gesprochen hat und uns hereinbittet."
    Ich spitzte die Ohren. "Echt? Habe gar nicht bemerkt, dass er schon weg ist." Tatsächlich war nichts mehr vom roten Kater zu sehen.
    Ich drehte mich meinem Gesprächspartner zu. Es war Habichtpfote.
    "Heiliger SternenClan!", rief ich und zuckte zusammen. Ein paar neugierige Köpfe wandten sich uns zu und ich schämte mich, als ich auch Dunstkralle erblickte.
    Etwas leiser fügte ich hinzu: "Du hast mich erschreckt!"
    "Merkt man.", kommentierte sie ruhig und fügte hinzu: "Und jetzt komm. Sonst verlieren wir den Anschluss."
    Verflucht, Vogelstern musste uns schon gerufen haben und nur noch wenige Katzen warteten darauf, sich als Nächste durch den Tunnel zwängen zu können. Wie lange er wohl sein würde?
    "Wo sind eigentlich die anderen Clans?", fragte ich stattdessen und mein Herz raste, während ich hinter Habichtpfote in den Felsen trat.
    "Jeder Clan hat seinen eigenen Eingang", erwiderte sie sachlich. "Sie sind durch eingeritzte Tiere über den Tunnelanfängen gekennteichnet. Unseres zeigt eine Libelle."
    "Und das Tier vom FuchsClan einen Fuchs."
    Trotz der Dunkelheit konnte ich erkennen, dass sie nickte und nahm mir für das nächste Mal vor, besser auf den Stein zu achten.
    Plötzlich schienen die Felswände näher zusammenzurücken und ich keuchte, hielt an. Hinter mir stolperte jemand in mich hinein und fauchte: "Kannst du nicht aufpassen? LAUF WEITER!"
    Habichtpfote miaute: "Ich, an deiner Stelle, würde den Mund nicht so weit aufreißen, Erdbeerpfote. Du bist nur so gereizt, weil du wie Wildpfote, an Platzangst leidest."
    Erdbeerpfote wollte schon zu einer patzigen Bemerkung ansetzen, als Hellschweif ein paar Schritte hinter uns zischte: "Vorwärts jetzt! Und seid gefälligst leiser!"
    "Ja, Mentorin.", seufzte Erdbeerpfote, konnte sich aber eine Spur Hohn in ihrer Stimme nicht verkneifen. Hellschweif seufzte nur gestresst.
    "Was bedeutet Platzangst überhaupt?", meldete sie sich einige Sekunden später wieder zu Wort und Hellschweif schien es aufgegeben zu haben, ihre Schülerin zum Schweigen bringen zu wollen.
    Habichtpfote erstarrte kurz, eine Welle Angstgeruch schlug mir entgegen, hatte sich aber sofort wieder unter Kontrolle und flüsterte: "Dass du Panik verspürst, wenn du dich in zu engen Höhlen befindest. Und jetzt: Leise!"

    Eine halbe Ewigkeit später konnten wir endlich den ersten Schimmer blaues Licht sehen und meine Anspannung verflog zu recht. Schon stand ich in einer großen Höhle mit hoher Decke und einem Loch, so dass das Licht des Vollmonds den gewaltigen Stein darunter schimmern ließ. Das war also der Mondstein. Unzählige Male hatte ich von ihm in den Büchern gelesen, aber nie hätte ich gedacht, einmal selbst diesen heiligen Ort betreten zu dürfen. Erfurcht ließ mich niederkauern und das blaue Wunder mit großen, blauen Augen betrachten. Der Treffpunkt der Heiler war echt auch die Große Versammlung der anderen Clans? Moment mal. Die Heiler trafen sich hier jeden halben Mond.
    Konnte es sein, dass es im Mondfelsen mehrere Höhlen mit je einem Mondstern gab? Hatte das...der SternenClan bewerkstelligt?
    Ich sah mich um. Da! Sechs Katzen saßen auf dem Mondstein, jede hatte eine andere Augenfarbe; auch Vogelstern war dabei. So weit ich es erkennen konnte, waren es drei Kätzinnen und drei Kater. Ich schnurrte. Mit dieser Gleichheit war der SternenClan sicher zu frieden.
    Um mich herum tummelten sich zahlreiche Katzen. Ich beschloss, mich an Nusspelz ranzuhängen, konnte meinen Mentor aber nirgends sehen. Dann würde ich ihn wohl suchen müssen.
    Da rannte ein Kater auf mich zu. Es war Sonnenpfote! Oh, nein, doch nicht. Dieser war schon älter und sein Fell sah ziemlich rau aus. Trotzdem war die Ähnlichkeit verblüffend. Konnte das...Sonnenpfotes Vater sein?
    Bis jetzt hatte ich noch nicht viel darüber nachgedacht, aber wer waren wohl meine Eltern?
    Der fremde Kater rannte auf einen blassgrauen Kater mit schwarzer Schwanzspitze zu. Das musste Luftpfote sein, ich erkannte ihn am LibellenClan-Geruch. Vielleicht war er genau wie Schwarzpfote ursprünglich aus einem anderen Clan und sie waren verwandt? Ich beobachtete sie.
    "Hallo, Vater!", begrüßte ihn Luftpfote, sein Blick aber war kühl. Sämtliche Emotionen aus seinem alten Leben schienen verblasst.
    Der Kater wirkte traurig. Konnte es witklich sein, dass Luftpfote und Sonnenpfote Brüder waren?
    Unauffällig versuchte ich einen Blick auf die Augenfarbe der unbekannten Katze zu werfen, aber ich schaffte es nicht. Jemand stupste mich von der Seite an, es war natürlich Habichtpfote. "Komm mit.", befahl sie tonlos und ich hatte sowieso nichts besseres zu tun. Sie ging zu zwei Katzen. Eine war eindeutig Eulenpfote, diese funkelnden, grünen Augen waren unverwechselbar. Die andere war...Sonnenpfote! Ich versuchte, mir meine Begeisterung über unser Wiedersehen im Zaum zu halten, trotzdem stahl sich ein fröhliches Lächeln auf meine Lippen.
    "Das hier ist Wildpfote." Habichtpfotes Vorstellung klang nicht gerade herzlich, eher so, wie wenn sie sich zum Geburtstag eine Maus gewünscht und eine Kakerlake bekommen hätte.

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    Was hatte sie vor? Hoffentlich erkannte niemand von der Patroullie, die zu Sonnenpfotes Vertreibung geführt hatte, dass dieser Streuner sich gerade a
    Was hatte sie vor? Hoffentlich erkannte niemand von der Patroullie, die zu Sonnenpfotes Vertreibung geführt hatte, dass dieser Streuner sich gerade auf einer Großen Versammlung befand.
    Eulenpfote schnaubte. "Was soll das, Habichtpfote?"
    Die Heiler-Schülerin hatte also das Treffen organisiert.
    Ich ließ sie aber erst gar nicht antworten. "Komm, Sonnenpfote, ich stelle dir meinen Mentor vor!"
    Wir gingen weg und ließen eine sichtlich empörte Habichtpfote und eine noch gereiztere Eulenpfote zurück.
    "SternenClan sei Dank, du hast mich gerettet!", stöhnte er und lächelte erschöpft. "Eulenpfote kann ziemlich frostig sein. " Mich schüttelte es. "Aber nicht so wie Habichtpfote! Irgendwie glaube ich, sie hasst mich."
    Er zuckte mit den Schultern. "Kann sein. Freundlich sah sie nicht gerade aus."
    Ich nickte. "So sieht sie nicht nur aus. Bei meiner Ernennung zur Schülerin ist sie regelrecht ausgerastet und hat behauptet, ich wäre der Untergang des Clans. Weißt du schon wie die anderen Clans heißen?"
    Er nickte. "Schattenfell hat es mir erzählt, sie ist meine Mentorin.
    Blaue Augen heißen LibellenClan, graue Augen RabenClan, grüne FuchsClan, gelbe RobbenClan, braune BärenClan und bernsteinfarbige TigerClan."
    "Aber es ist doch nur Platz für vier Clans!"
    "Das stimmt." Eine schwarze Kätzin mit grauen Augen kam auf uns zu. "Der RabenClan und der TigerClan wohnen auf der anderen Seite des Mondfelsens. Ich bin übrigens Schattenfell, die zweite Anführerin des RabenClans. Sonnenpfote ist mein Schüler."
    "Und ein guter ist er!" Der fremde Kater, der Vater von Luftpfote war zu uns gekommen! Und von Sonnenpfote. "Ich habe heute gesehen, wie er trainiert hat! Kräftige Schultern hat er, das bezweifelt keiner!"
    Schattenfell schnurrte vor stolz. "Da hat Sandvogel recht, auf jeden Fall!"
    Ich hielt es nicht länger aus. "Stimmt es, dass vor kurzem ein Junge bei euch gestorben ist?"
    Sandvogel schüttelte den Kopf. "Es waren zwei. Aber das geht den LibellenClan nichts an."
    Ich verstand."Das tut mir sehr leid."
    "Allerdings! Immerhin sind sie auf dem Territorium deines Clans gestorben."
    Ich riss die Augen auf, aber Sandvogel war noch nicht fertig.
    "Sie wollten ein anderes Junges besuchen. Es sind am selben Tag zwei Junge von euch gestorben! Auf diesselbe Art und Weise wie unsere!"

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    "Hey!", rief da Vogelstern und sprang vom Mondstein zu uns herunter. "Es reicht, Sonnenvogel!" "Sag meinen Kriegern nicht, wa
    "Hey!", rief da Vogelstern und sprang vom Mondstein zu uns herunter. "Es reicht, Sonnenvogel!"
    "Sag meinen Kriegern nicht, was sie zu tun haben!", fauchte eine Kätzin mit einem Auge, deren Fell früher weiß gewesen sein musste, jetzt aber nur noch von einem stumpfen Dottergelb war.
    Ihr Auge war grau und es war klar, dass sie die Anführerin des RabenClans sein musste.
    "Vogelstern? Kükenstern?" Ein massiger, grauer Kater mit braunen Augen gesellte sich zu uns. Er sah Dunstkralle sehr ähnlich.
    "Es ist nichts, Graustern.", seufzte Vogelstern und senkte den Kopf, er hatte eindeutig Respekt vor dem Leiter des BärenClans.
    Kükenstern fauchte: "Der LibellenClan steht nur nicht zu der Schlacht, bei der vier Junge ums Leben gekommen sind!"
    Nun wurde auch Vogelstern zornig. "Das wäre nie geschehen, wenn der RabenClan nicht besser auf seinen Nachwuchs aufgepasst hätte!"
    Die zwei anderen Kätzinnen und der letzte Kater eilten zu uns und der Anführerkreis war wieder komplett. Katzen aller Clans rannten zu uns, um dem Gespräch zu lauschen und mein Fell fing an, sich vor Angst aufzustellen. In was war ich da nur hineingerannt? Auch Sonnenpfote wirkte gestresst.
    Eine schildpattfarbene Kätzin mit gelben Augen fragte: "Geht es um den Kampf vor ein paar Tagen?"
    Eine nachtschwarze Kätzin mit ebenso gelben Augen jaulte: "Mondjunges und Rosenjunges sind tot, ihr habt mir meine Jungen gestohlen!"
    Vogelstern blieb ruhig. "Zu diesem Zeitpunkt waren deine Kleinen schon LibellenClan-Katzen, du solltest nicht mehr so für sie empfinden."
    Mit weit aufgerissenen Augen machte sie einen Sprung auf ihn zu, wurde aber von einem dunkelbraun getigerten Kater niedergerungen.
    "Farnwolke, ich hätte mich nie mit dir einlassen sollen!", kreischte sie und versuchte sich seinem Griff zu entwinden.
    Der letzte Kater (hellbraunes Fell, dunkelbraune Flecken, grüne Augen) jaulte: "Bitte beruhige dich doch, Nachtblume!"
    "NEIN!" Sie schrie und fluchte, aber Farnwolke ließ sie nicht los.
    Vogelstern sprang auf.
    "Der LibellenClan verlässt jetzt die Große Versammlung!"
    "Fuchsherzen!", brüllte Kükenstern und peitschte mit dem Schweif wild hin und her. Ihre Augen glichen denen eines Tigers, der gerade ein Reh entdeckt hatte. Zischend machte sie einen Satz auf Vogelstern zu, aber dieser wich aus und jaulte jetzt lauter: "Der LibellenClan geht!"
    Alle Katzen meines Clans strömten auf unseren Tunnel zu.
    Ich warf Sonnenpfote einen letzten, enttäuschten Blick zu, dann war ich Teil dieser Menge.

    In der aufkommenden Panik war der Gang noch enger und endloser als sonst und ständig hörte man ängstliches Miauen und Fauchen. Die Stimmung war am überkochen, und wer immer auch vor mir lief, haute mir ständig mit seinem peitschendem Schweif ins Gesicht.
    Sobald die Katzen draußen waren, wurde das Rennen zum Lager noch schlimmer, Vogelstern und Dunstkralle, ja, auch Rosenwolke hatten die Kontrolle verloren. Einen Augenblick sah ich Schwarzpfote und Flockenfall neben mir, dann waren sie auch schon wieder im Feld verschwunden.
    Im Wald wurde der Boden ebener und weicher, meine Ballen waren noch nicht rau und Erde blieb an meinen Aufschürfungen hängen. Es brannte wie Feuer und ich rannte auch so, als wenn es hinter mir her wäre.

    20
    ((navy))"LibellenClan, versammle dich!"((enavy)) Es war schon sehr spät geworden und die meisten Katzen lagen schon längst in ihren Nester
    "LibellenClan, versammle dich!"

    Es war schon sehr spät geworden und die meisten Katzen lagen schon längst in ihren Nestern, nur noch wenige tuschelten hinter Nadeln und im schwachen Licht des Vollmonds.
    Ich selbst war auch auf meinem Weg zu meinem neuen Schüler-Nest und unendlich erleichtert, dass ich nicht mehr bei Vogelstern schlafen musste. Es war mir auch egal, wenn das an Untreue grenzte, Hauptsache ich musste nie mehr sein Fell an meinem Fell fühlen. Die Farbe erinnerte mich inzwischen an Blut.
    Ich war schon so müde und fertig, dass ich mich nur noch bruchstückhaft an die Ereignisse nach der Flucht vom Mondfelsen erinnern konnte.
    Ungeheuerlicher Angstgeruch hatte die Luft auf's Übelste verpestet und mir war klargeworden, dass die Katzen hier mir inwischen etwas bedeuteten. Auch wenn es nur Furcht war, die ich ihnen gegenüber empfand. #Vogelstern.
    Eben dieser hatte auch versucht, eine ruhige Versammlung einzuberufen, war aber kläglich gescheitert; im Großen und Ganzen hatte ich weder etwas erfahren noch kapieren können.
    Ich fiel in mein Nest und im nächsten Moment war ich auch schon weit weg von all den Sorgen und Problemen.

    Folglich hatte ich auch beinahe einen Herzinfarkt, als ich um Mitternacht grob mit einer krallenbesetzten Pfote geweckt wurde.
    Zurecht.
    Es war Vogelstern.
    Er flüsterte: "Komm mit, Wilfpfote. Dunstkralle ist schlafen gegangen, du kannst jetzt wieder zu mir kommen."
    Ängstlich keuchte ich auf. "Aber...Vogelstern...ich habe doch jetzt ein eigenes Nest?"
    Er antwortete nicht. Ich dachte schon, er würde überhaupt nichts mehr sagen, aber dann beugte er sich zu mir herunter, bis ich nichts mehr außer seinen großen, strahlend blauen Augen erkennen konnte.
    "Nenn mich Liebster..."
    Das alles war ein furchtbarer Alptraum.
    "NEIN!" So laut ich konnte, schrie ich meine Angst in die Nacht hinein und kniff die Augen zusammen, als hinge mein Leben davon ab.
    Aufgeregtes Jaulen breitete sich im Lager aus, Pfoten näherten sich. "Wildpfote!"
    Vorsichtig öffnete ich ein Auge.
    Beruhigend leckte mir Nusspelz über die Nase und ich bemerkte, wie stark ich zitterte.
    Mehrere Katzen hatten sich um mich herum versammelt und beobachteten mich mit den verschiedensten Ausdrücken in den Gesichtern. Jede Katze ein anderes Geheimnis.
    Erdbeerpfote hatte ihr Nest am nähesten zu meinem und dieses Mal wirkte sie überhaupt nicht, selbstsicher, als sie miaute: "Ist alles mit ihr okay?"
    "Aus dem Weg!", rief eine herrische Stimme aus den hinteren Reihen und Rosenwolke erschien. Besorgt begutachtete sie mein Gesicht und meine bebenden Flanken.
    "Geh da weg, Nusspelz, sie könnte unter Schock stehen. Habichtpfote, wo bist du, wenn man dich braucht!"
    "Hier?", flüsterte sie direkt neben mir und ich wäre fast aus dem Nest gefallen.
    "SternenClan, kannst du noch etwas anderes, als Katzen von Bäumen fallen lassen?", fauchte die Heilerin verbittert, packte die junge Schülerin am Nackenfell und hob sie hinter sich. "Wenn sie keinen Schock hatte, hat sie jetzt einen!"
    Ich versuchte, meine Atmung zu kontrollieren, aber ich schaffte es einfach nicht.
    "Leg dich hin!", befahl Rosenwolke barsch und drückte mich auf den Boden. Instinktiv probierte ich mich wieder hochzustemmen, aber Hellschweif trat neben mich und half ihr.
    Blinzelnd senkte sie den Kopf, um meine Augen besser sehen zu können, Adrenalin pumpte durch meine Pfoten und im nächsten Moment hatte ich auch schon die Krallen ausgefahren und blutende Kratzer an der Wange der Kätzin hinterlassen.
    Luftpfote, Erdbeerpfote, Schwarzpfote und sogar Habichtpfote schnappten nach Luft.
    Rosenwolke aber blieb ruhig und rief: "Dunstkralle, Wüstensonne, tragt sie in mein Nest!"

    21
    "Hier" Habichtpfote hielt mir ein Blatt Thymian hin, ich erkannte es am Geruch. "Iss." Die meisten Katzen hielten nun Abstand zu m
    "Hier" Habichtpfote hielt mir ein Blatt Thymian hin, ich erkannte es am Geruch. "Iss."
    Die meisten Katzen hielten nun Abstand zu mir, immerhin waren die Äste neben Rosenwolkes Nest gerade dick. Nur die Heilerin, Dunstkralle und Habichtpfote waren noch da.
    "Wo ist Vogelstern?", wollte Rosenwolke wissen, zog Habichtpfote wieder von mir weg und warf mir das Kraut vor die Pfoten.
    Mein Herz raste.
    "Er schläft.", knurrte Dunstkralle und ließ mich dabei nicht aus den Augen. Ich hatte furchtbare Angst.
    Rosenwolke seufzte. "Heute Nacht kann ich nicht mehr für sie tun."

    "Sie kann in meinem Nest schlafen.", flüsterte Habichtpfote.

    Rosenwolke lachte freudlos. "Bei mir schläfst du sicher nicht! Es ist ja kaum noch Platz für ein Blatt!"

    "Ich schlafe neben ihr."

    Dunstkralle miaute: "Sie könnte dich vom Baum schubsen."

    "Das ist mir egal."

    Auch er seufzte. "Na gut. Ich bringe sie zu deinem Nest."

    Es war so warm. So sicher. Hier wird Vogelstern nicht herkommen. Habichtpfote lag auf dem Ast neben mir.
    "Du?"
    Sie sah zu mir. "Du wirst uns alle töten."
    "Schlaf bei mir."
    "Ich will nicht. Dann hast du weniger Platz."
    "Bitte erkläre es mir, Habichtpfote!" Ich hatte Tränen in den Augen. "In einem Moment sagst du, ich bin dein Untergang. Im nächsten schläfst du nicht mehr in deinem Nest, damit ich vor ihm in Sicherheit bin."
    Sie nickte.
    Ich fauchte: "Rede mit mir!"
    "Es ist spät." Sie legte den Kopf auf die Pfoten, drehte sich weg und legte den Schweif neben meinen Kopf.
    Dann würde ich wohl heute nichts mehr erfahren. Erschöpft vergrub ich meinen Körper im duftenden Moos und seufzte.
    Ihre Schweifspitze fuhr über mein Ohr und ich musste schnurren. "Lass das.", miaute ich und meinte es nicht so.
    "Nö.", flüsterte Habichtpfote. "Es ist mir egal, was du von mir denkst. Aber du brauchst keine Angst mehr zu haben. Vogelstern wird jetzt nicht mehr kommen."
    Sie hatte recht.

    In dem Augenblick stutzte ich und es fiel mir wie Schuppen vor Augen. "Ich habe dir nicht gesagt, dass ich mich vor Vogelstern fürchte."

    Sie antwortete nicht.

    22
    Es waren nun zwei Monde ohne weitere Ereignisse vergangen. Ich machte große Fortschritte im Training mit Nusspelz und Vogelstern bekam ich immer selt
    Es waren nun zwei Monde ohne weitere Ereignisse vergangen.
    Ich machte große Fortschritte im Training mit Nusspelz und Vogelstern bekam ich immer seltener zu sehen. Es kehrte so etwas...wie Normalität ein. Und das tat so gut!
    "Nochmal! Das war SternenClan-Klasse!", rief mein Mentor und kauerte sich nieder.
    Ich schnurrte. Dann warf ich mich auf seinen Rücken und umklammerte seinen Bauch, so, dass eine Befreiung seinerseits zur Unmöglichkeit wurde. Er lachte. "Genau so, du kleine Elster!"
    Er nannte mich so, weil meine erste Beute eine Elster gewesen war. Und ich trug diesen Namen mit Stolz.
    "Wildpfote! Nusspelz!" Federfell lief auf uns zu. "Die Zeremonie beginnt!"
    Wir wechselten einen begeisterten Blick und folgten dem vor Aufregung zitternden Schweif der weißen Kriegerin.

    "LibellenClan, versammle dich!"

    Obwohl schon längst alle Katzen anwesend waren, ertönte Vogelsterns Stimme und ermahnte uns zur Ruhe.
    "Erdbeerpfote, tritt vor!"
    Erdbeerpfote war sehr groß geworden, die größte Katze, die uch je gesehen hatte!
    Vogelstern fuhr fort: "Versprichst du, dich an das Gesetz der Krieger zu halten? Selbst, wenn es dein Leben fordert?"
    Ihre blauen Augen strahlten.
    "Ich schwöre es bei meinen vier Pfoten!"
    Vogelstern schnurrte. "Dann heißt du von heute an Erdbeertraum!"
    "Erdbeertraum! Erdbeertraum! Erdbeertraum!"
    Luftpfote rief am lautesten.
    In diesem Moment schossen vier kleine Junge zu den restlichen Katzen. Die einen drei waren Hirschjunges, Enzianjunges und Steinjunges waren dabei, die letzte honigfarbene Kätzin mit weißer Tigerung war Tigerjunges, Honigwinds Tochter. Noch hatte die schöne Kätzin noch niemandem verraten wollen, wer der Vater war und ich hegte den Verdacht, dass Honigwind und Milchblüte Schwestern waren.
    Jake saß ebenfalls bei den Kriegern, auch wenn er bis jetzt immer noch nicht geredet hatte, fing aber an, sich bei den Grenz- und Jagdpatroullien zu beteiligen.
    Und von Sonnenpfote hatte ich schon so lange nichts mehr gehört. Ich hoffte, es ging ihm gut.
    "Hirschjunges!" Keuchend rannte Milchblüte ihren Kleinen hinter her, hinter ihr Honigwind, jedoch eindeutig eleganter.
    Vogelstern schnurrte. "Es ist in Ordnung, Milchblüte. Jetzt sind sie dran."
    "Enzianjunges, tritt vor."
    Die kleine schwarz-weiße Kätzin mit den großen, hellblauen Augen gehorchte.
    "Von heute an heißt du Enzianpfote. Deine Mentorin ist Federfell."
    Federfell lief zu Enzianpfote und berührte ihre Stirn mit ihrer Nase.
    "Steinjunges, tritt vor."
    Mit ängstlich angelegten Ohren bewegte sich die dunkelgraue Kätzin mit den helleren Flecken auf Vogelstern zu. Fast wäre ich dazwischen gesprungen.
    "Von heute an bist du Steinpfote. Dein Mentor ist Jake." Es wurde getuschelt, aber niemand wagte, zu widersprechen.

    "Hirschjunges, tritt vor. Du hast eine Beeinträchtigung am Bein, so leid es mir tut, eine Lehre zum Krieger ist dir nicht möglich und eine Heiler-Schülerin haben wir schon. Die anderen Clans werden dich ebenso nicht aufnehmen. Wüstensonne und Pferdesturm bringen dich heute zur Grenze. Von heute an heißt du Hirsch und bist verbannt."
    Hirschjunges zitterte. "Bitte..."
    Milchblüte sprang vor und baute sich vor Vogelstern auf. "Er ist dein Sohn."
    "Deiner auch."
    Dann drehte er sich weg und die Versammlung war beendet.

    23
    Wir hatten Hirschjunges seit diesem Tag nie wieder gesehen. Ich wusste auch, dass es falsch war, ihn bei seinem alten Namen zu nennen. Ich tat es trot
    Wir hatten Hirschjunges seit diesem Tag nie wieder gesehen. Ich wusste auch, dass es falsch war, ihn bei seinem alten Namen zu nennen. Ich tat es trotzdem.
    Außerdem fand ich, dass Erdbeertraum eine echt gute Kriegerin geworden war, mit der Zeit verflog die Arroganz. Bald würde auch Luftpfote ihren Pfad teilen.

    In jener Nacht schlief ich tief und fest, selbst Vogelstern hätte mich nicht wecken können. Ich träumte.
    Ein nebeliger Wald umgab mich. Tausend Stimmen schienen auf einmal zu flüstern und die Stille umgab mich wie ein dickes Tuch. Es war so kalt.
    "Was machst du hier?", säuselte eine besonders krächzende und ich fuhr erschrocken zusammen. Nicht weit entfernt saß eine alte schildpattfarbene Kätzin mit bernsteinfarbigen Augen.
    Sie musste früher sehr schön gewesen sein.
    "Schätzchen.", flüsterte sie und lächelte auf eine Art und Weise, die ich nie wieder jemand lächeln sehen wollte.
    Diese Katze hatte so viele andere in den Tod geschickt. Zu viele.
    Plötzlich hauchte jemand neben mir, ich traute mich nicht, mich umzudrehen: "Sei vorsichtig..."
    Ahornschatten kam auf mich zu. "Sag, kleines SternenClan-Kind, hast du Streifilein gesehen? Ich vermisse ihn so sehr."
    "Bitte!"
    "Was?" Sie legte den Kopf schief. "Ich habe doch gar nichts gemacht?" Grinsend umkreiste sie mich, immer enger, bis sie schließlich meine Flanke berührte und beugte sich zu mir. "Wähle deine Seite jetzt. Hier kann dir der SternenClan nicht helfen. Du wirst diesen Ort nie wieder verlassen können, wenn ich dich jetzt töte. Wie lautete deine Entscheidung, Schülerin?"
    Mir stockte der Atem. Gefangen im Wald der Finsternis. Für immer...

    "Folge mir...", zischte Ahornschatten und verschwand im Nebel.
    Ich folgte ihr.

    Ein See befand sich vor und, funkelnder und blauer als in der Realität je möglich.
    "Davon haben die Erins nichts geschrieben, was?", feixte sie und zog eine Grimasse. "Der See der blauen Zukunft. Er ist in der Lage, uns kurze Abschnitte von dem, was noch vor uns liegt, zu zeigen. Willst du nicht einen Blick hineinwerfen?"
    "Ich..."
    "Ach, komm schon!" Ihre Augen blitzten eindringlich. "Sei doch kein Feuerstern!"
    Konnte ein winziger Blick in die Zukunft schaden? Was, wenn ich doch die Bedrohung war, für die Habichtpfote mich hielt? Wie sollte ich den Clan dann vor mir selbst beschützen? Ich musste es wohl tun. Ich hatte einfach keine Wahl.
    Leise seufzte ich. Dann miaute ich lauter: "Was muss ich dafür tun?"
    "Haha!" Begeistert sprang die Mörderin in die Luft. "Ich liebe dich, Wildpfote! Komm schon! Komm und mach deinem Namen Ehre!"
    "Was muss ich tun?", erwiderte ich jetzt fester.
    Die leise Stimme neben mir flüsterte: "Nein..." Ich durfte nicht hinhören.
    Ahornschattens Schweif schlug vor Aufregung und Freude wild hin und her. Dann verfinsterte sich ihr Blick und sie erstarrte. "Besiege mich."
    Es konnte nicht falsch sein, eine Katze anzugreifen, die so viele ermordet hatte. Die Stimme miaute: "Das hatte sie damals auch gedacht!"
    Ich knurrte kurz und es war wieder ruhig.
    Meine Krallen funkelten im blassen Mondlicht und ich sprang auf die ehemalige DonnerClan-Kriegerin zu. Sie jubelte und landete mit einem gewaltigen Satz hinter mir. Ich hatte keine Zeit, mich umzudrehen. So kräftig ich konnte, stieß ich mich mit meinen Beinen vom Boden ab und schoss nach vorne. Ahornschatten erwischte mich trotzdem und umklammerte mich mit eisernem Griff. Jetzt war ich keine LibellenClan-Schülerin mehr, höchstens noch ein armes, verirrtes Hauskätzchen, an das sich nach zwei Wochen niemand mehr erinnern würde.
    Ahotnschatten lachte wahnsinnig. "Ist das alles, was der alte Nusspelz dir beigebracht hat? Ich hätte da schon mehr erwartet!" Sie stieß mich von sich und ich schlitterte durch den Staub.
    Ich hustete.
    Im nächsten Moment war sie über mir und grinste. Ich wusste, was sie tun würde und ich war zu langsam, um es zu verhindern.
    Mit beiden Vorderpfoten sprang sie auf meinen Hals und trat mir heftig mit den Hinterbeinen in den Bauch. Ich röchelte.

    "Wildpfote, wach auf! Ich soll dich zu Rosenwolke bringen!" Habichtpfote stand neben unserem gemeinsamen Nest und stupste mich an. Ich atmete aus. Es war alles gut. Nur ein Traum. Ein Traum. Ein böser.
    Mit zitternden Beinen stand ich auf und folgte ihr. Rosenwolke wartete bereits auf mich.

    24
    Die Kätzin war älter geworden. Ihr Fell wirkte verfilzt und glänzte nicht mehr. Ihre Augen waren trüb und kaum noch von einem bläulichen Grau zu
    Die Kätzin war älter geworden. Ihr Fell wirkte verfilzt und glänzte nicht mehr. Ihre Augen waren trüb und kaum noch von einem bläulichen Grau zu unterscheiden. Ich zuckte zusammen. Wenn sich die Augenfarbe im Alter änderte, konnte man dann immer noch verbannt werden? Vogelstern hatte Hirschjunges ja auch verbannt und das nur, weil Habichtpfote schon Heilerschülerin war. Rosenwolke tat mir leid. Sie war mir ans Herz gewachsen. "Komm, Wildpfote. Ich habe mit Nusspelz gesprochen. Du gehst heute mit mir Katzenminze sammeln, für Flockenfall. Habichtpfote bleibt so lange bei ihm." Das konnte gut sein, Flockenfall war in den letzten Tagen am weißen Husten erkrankt. Ich nickte, Rosenwolke lächelte. "Los geht's!"
    Wir gingen in Richtung RobbenClan-Grenze, da wollten wir zuerst suchen.
    Ich erinnerte mich noch gut an den Nebel und die kleinen Wassertropfen, die sich mir im Fell bildeten. Ich war größer geworden und fragte mich, wann Vogelstern wohl endlich MICH zur Kriegerin ernennen wird.
    "Wie lange dauert es eigentlich noch, bis Habichtpfote Heilerin wird?", fragte ich und wich einer großen Schlammpfütze aus.
    Rosenwolke sprang mit Leichtigkeit über sie hinüber und schnurrte: "Ich weiß, warum du das wissen willst. Du wartest auf deine eigene Ernennung, nicht wahr?"
    Verlegen legte ich den Kopf schief und blinzelte mit dunkelblauen Augen. "So offensichtlich?"
    Sie krächzte: "Ein Maulwurf und zwar ein blinder könnte das sehen, Schöne! Ich denke, du wirst dich noch etwas gedulden müssen. Und dass du jetzt leise sein solltest. Das denke ich auch."
    "Was..." Energisch schlug sie mir mit eingefahrenen Krallen auf die Pfote und ich verstummte. Sie lächelte zufrieden. Auf einmal hörte ich eine Stimme: "So geht das nicht! Du schuldest mir Junge!"
    Das Miauen einer Kätzin erklang: "Aber es geht einfach nicht! Ich habe Rosenwolke gefragt. Ich werde nie Junge bekommen. Und du weißt das. Vogelstern hat es versucht. Wie bei jeder anderen nach der Kriegerzeremonie."
    "Das ist krank."
    "Aber mich zwingen, Junge mit dir zu haben, obwohl mein Vater dich getötet hat und NICHT ICH, ist ok?"
    "Nein. Dein Vater ist krank."

    Jetzt war es kurz leise. Dann ertönte ein Schrei. Ich schnappte nach Luft und wollte losrennen, aber Rosenwolke stieß mich zu Boden und drückte mich nieder.
    Pfoten liefen über Moos (ich erkannte das daran, dass sonst nichts zu hören war) und jemand flüsterte: "Jetzt sind wir quitt."

    Rosenwolke konnte mich nicht mehr halten. Mit aller Kraft schubste ich die Kätzin von mir und sprang durch das Gebüsch. "Hallo?" Es war niemand da. Nur zwei kleine, schlafende Junge, eines grau wie Asche, das andere dunkelblau. Entsetzt stammelte ich: "D...da hat j...jemand geschrien!"
    "Nicht nur das." Rosenwolke ging zu den jungen Katzen und leckte ihnen liebevoll über den Kopf. "Aschenvogel hat Pferdesturm getötet." Ich zitterte. "Wo sind sie?" Rosenwolke seufzte. "Hier." Sie sah zu den Kleinen.
    "Aber...das geht nicht...", hauchte ich und setzte mich zu ihr. "Die waren doch viel älter..." "Für Geister zählt Zeit nicht, Wildpfote."
    "Was? Aber..." "Sei still. Dies ist jetzt genau das hundertste Mal, dass es wieder passiert ist. Habichtpfote weiß nichts davon. Und sie wird es auch nie erfahren. Ich kann es nur dir erzählen, weil ich innerhalb der nächsten Momente sterben werde." "Warum hast du es nicht deiner eigenen Schülerin erzählt?"
    Sie verstummte kurz. Dann hauchte sie: "Sie ist Pferdesturms Tochter."
    "Sie hat doch gesagt, sie kann keine Jungen haben!"
    "Sie hat gelogen. Habichtpfote ist Vogelsterns Tochter. Er weiß es auch. Immer wenn er eine Schülerin zur Kriegerin ernennt, sucht er sie noch in derselben Nacht auf. Manchmal macht er das auch mit älteren oder jüngeren Katzen, aber in dieser Nacht garantiert."
    SternenClan. Das durfte doch nicht wahr sein.
    Sie fuhr fort: "Gestern ist mir Rauchvogel erschienen, als Habichtpfote sich gerade um Flockenfall gekümmert hat. Sie hat mir gesagt, dass das mein letzter Tag unter den Clans sein wird. Und deshalb musst du mir jetzt unbedingt gut zuhören..."

    25
    "Es wird einmal zwei Katzen geben: Eichhornschweif und Brombeerkralle. Du willst es vielleicht nicht glauben, aber auf der anderen Seite des Zwei
    "Es wird einmal zwei Katzen geben: Eichhornschweif und Brombeerkralle. Du willst es vielleicht nicht glauben, aber auf der anderen Seite des Zweibeinerdorfes gibt es vier weitere Clans. Diese beiden gehören dem DonnerClan an, dem mutigsten (und auch übermütigsten) Clan von allen. Auf jeden Fall war das so eine On/Off-Beziehung, die beiden lagen sich die ganze, und ich meine wirklich GANZE Zeit im Fell! Und Eichhornschweif war stolz. Entschuldige, sie wird sehr stolz sein. Also hat sie sich mit Brombeerkralle zerstritten und wollte ihn eifersüchtig machen." Sie stöhnte. "Und da ist noch Aschenpelz. SternenClan, es gibt keinen naiveren Kater! Eichhornschweif sah ihre Chance und gaukelte dem Lieben etwas vor, das nicht war. Natürlich wurde Brombeerkralle eifersüchtig. Sie kamen also wieder zusammen. Nur Aschenpelz war ziemlich geschockt." Behutsam beugte sie sich über Aschenvogel, der gerade versuchte, wegzukrabbeln und schob ihn wieder zu ihren Pfoten. "Eichhornschweif hatte auch eine Schwester. Die hieß Blattsee." "Moment mal.", unterbrach ich sie. "Passiert das ganze jetzt in der Zukunft oder war das in der Vergangenheit?"
    "Schwer zu sagen!", schnauzte sie und schüttelte unwillig den Kopf. "Woher soll ich das wissen? Ich bin dreißig Monde alt!"
    "Du sieht älter aus.", rutschte es mir heraus und ich bereute es wieder sofort. "Du!", knurrte Rosenwolke und kauerte sich drohend vor mir nieder. "Du undankbares..." Dann schluchzte sie auf. "Blattsee...hatte heimlich Junge mit Krähenf...eder. D...das durfte sie aber nicht. Eichhornschweif wollte helfen. Sie tat als wären es i...hre und log Brombeerkralle an. Aschenpelz wollte Rache, na...chdem er das herausfand. E...r bekam sie nie..." "Rosenwolke...es tut mir leid...ich..."
    "Er hatte ein Junges mit einer Streunerin. Küken. Das Kleine hieß Horse. Küken war der Zweibeinersprache kundig und erklärte ihm, dass das Pferd hieße. Auch Eichhornschweif bekam endlich Junge mit Brombeerkralle. Aschenjunges, Rosenjunges, Palmenjunges. Palmenjunges starb. Rosenjunges ertrank. Aschenpelz erfuhr von ihnen. Er tötete Aschenjunges, das Eichhornschweif extra nach ihm benannt hatte. Aus Rache jagte sie seine Tochter. Aber Pferdesturm entkam. Sie starb erst im hohen Alter als Streunerin."
    "Rosenwolke...warst du Eichhornschweifs Tochter?"
    "Ja. Auch ich kam als Geist wieder. Genau wie meine Geschwister..."
    "Dann ist Habichtpfote Eichhornschweifs Enkelin. Aber...wo geistert Palmenjunges?"
    "Im Wald der Finsternis. Sein Herz war schon böse, als er zur Welt kam. Er war kein echtes Junges, Wildpfote. Er war die Verkörperung vom Hass zwischen Eichhornschweif und Aschenpelz. Ich hätte alles getsn, um ihm ein besseres Leben zu geben."
    Ich seufzte. "Das hast du."
    "Als ich als Geist wiederkehrte, legte sich Palmenjunges' Fluch auf mich. Aber ich hatte ein zu gutes Herz. Also stahl mir der Fluch zwanzig Lebensmonde. Kiefernstern kam in meine Träume und erzählte mir davon. Normalerweise wäre ich von einer Kriegerin namens Eichhornfell vom BärenClan getötet worden. Lustig, nicht wahr? Seit dem altere ich viel schneller als normal. Und heute ist mein letzter Tag. Heute muss ich Pferdesturm und Aschenvogel für immer Auf Wiedersehen sagen. Meinem Bruder meinen letzten Segen geben . Für immer." "A...aber, was soll ich denn tun!" Ich zitterte. "Sag mir, was ich machen soll! Ich bin doch nur eine gewöhnliche Schülerin!"
    Rosenwolkes Augen blitzten. "Lüg nicht!"
    Im nächsten Moment hörte ich den Schuss. Die Kugel traf Rosenwolke direkt in der Brust und ihr Blut spritzte auf meine Pfoten. Ich rannte, so schnell ich konnte.

    26
    Und machte auch genauso schnell wieder eine Vollbremsung. Ich konnte doch die Jungen nicht alleine lassen! Oder Aschrnvogel oder Pferdesturm. Oder Asc
    Und machte auch genauso schnell wieder eine Vollbremsung. Ich konnte doch die Jungen nicht alleine lassen! Oder Aschrnvogel oder Pferdesturm. Oder Aschenjunges und Horse. Oder Pferdejunges? Langsam wurde mir das echt zu kompliziert. Ein Mann in Jagduniform und Gewehr näherte sich uns, Schritt für Schritt, wachsam wie ein Luchs. Ich erinnerte mich daran, einmal in der Zeitung gelesen zu haben, dass ein paar Leute aus der Stadt hier sonntags ein bisschen Füchse und streunende Hunde oder so jagten. Offiziell erlaubt war das nicht, aber außer ein paar Tierschutzfreaks juckte das niemanden. Man, wer hätte gedacht, dass ich einmal zu dieser Gruppe von Personen gehören würde? Rose hätte mich lauthals ausgelacht.
    Todesmutig postierte ich mich vor die Kätzchen, ließ die Waffe meines Gegners nicht einen Augenblick aus dem Auge. Wenn ich schon sterben musste, dann wollte ich doch wenigstens im SternenClan landen! Genau in dem Moment zischten drei Schatten aus dem Unterholz. Sie rochen stark nach RobbenClan und Meer.
    Eine von ihnen hatte ich schon einmal gesehen: Es war Nachtblume von der Großen Versammlung. Ein untersetzter Kater mit sandfarbenem Fell und roter Tigerung und eine schlanke, rauchgraue Kätzin waren bei ihr. Mit einem gewaltigen Satz landete die Graue vor den Füßen des Zweibeiners und...fing an, laut zu schnurren. Nachtblume und der Kater taten es ihr gleich. Der Mann lachte...und ich konnte ihn verstehen: "Na, ihr Süßen? Habt ihr denn kein Zuhause?" Er sah die Jungen nicht mehr an. Langsam beugte ich mich zu Pferde...was auch immer und hob sie in die Höhe. Sie maunzte unzufrieden, bewegte sich aber nicht. Nachtblume rieb sich an seinem Bein und miaute. "Schau schön zu uns, Fiesling. Mehr Jungen als meine eigenen werden diesen Mond garantiert nicht zum SternenClan gehen. Das lasse ich nicht zu!"
    Für einen Moment nahm ich ein verschwommenes Bild wahr:

    Nachtblume saß in einer kleinen Höhle mit einem großen Wurzelgeflecht und einzelnen Algen und prächtigen Muscheln. Sie dachte an Farnwolke, den Vater ihrer Jungen.
    Zu ihren Pfoten befanden sich Mondjunges und Rosenjunges, erst wenige Augenblicke alt. Algenkralle, die junge RobbenClan-Heilerin und ihr Schüler Walpfote hatten sie endlich mit ihrem Nachwuchs alleine gelassen, nachdem sie ihnen tausendmal versichert hatte, dass es ihr gut ging. Bald würde sie dem Clan sagen müssen, wer der Vater war. Sie hoffte, dass kan nur sie und nicht ihre Jungen verbannen würde.
    Rosenjunges und Mondjunges maunzten und öffneten beinahe im selben Moment die Augen. Nachtblume stand das Fell zu Berge: Nein... Ein blaues und ein bernsteinfarbenes Augenpaar blickten zu ihr und ein leichtes Lächeln umspielte die Mundwinkel, der Kleinen, die noch keine Ahnung hatten, welch hartes Schicksal ihnen bevorstand.

    War Schwarzpfote etwa die Wiedergeburt...von Mondjunges? Nein, sein Bruder Laubpfote vom FuchsClan würde nicht ins Bild passen. Rosenjunges hatte cremefarbenes Fell mit schwarzen Pfötchen gehabt und nicht so ein dunkles, schildpattfarbenes wie das von Schwarzpfotes Bruder.
    In dem Moment dämmerte es mir...Das war nicht Schwarzpfote. Das war ich. Und meine echte Schwester. Nur wenige Monde vor unserem Tod.

    27
    Rose war nicht meine echte Schwester, ich war nur zufällig in den Körper eines diversen Babys gekommen, nachdem ich in meinem echten Leben gestorben
    Rose war nicht meine echte Schwester, ich war nur zufällig in den Körper eines diversen Babys gekommen, nachdem ich in meinem echten Leben gestorben war. Und da es ohne Nachtblume und Farnwolke mich nicht geben würde, waren wohl sie meine echten Eltern. Ich wünschte mir die Einfachheit meines alten Daseins wieder zurück.
    Pferdejunges holte mich in die Wirklichkeit zurück, indem sie ein lautes Fiepen ausstieß und mit schreckgeweiteten Augen zur RobbenClan-Patroullie blickte.
    Der Mann in Uniform beugte sich nun zu Nachtblume herunter, um sie zu streicheln. Im nächsten Moment hatte er sie mit eisernem Griff am Nackenfell gepackt und sie in die Luft gerissen. Erschrocken fauchte sie laut und versuchte sich zu befreien, aber sie war noch schwach von ihrer Königinnenzeit und landete nur ein paar mickrige Treffer am Oberarm. Was aber auch nicht viel ausmache, da der Jäger eine dicke Weste anhatte, wahrscheinlich zum Schutz, damit er nicht selbst von seinen Kollegen angeschossen werden konnte.
    Dann erschlaffte sie kurz und schloss ihre Augen. Der Zweibeiner lächelte zufrieden und säuselte: "Braves Kätzchen...Eric und Tom werden sich sicher sehr über ihr hübsches Geburtstagsgeschenk freuen. Weißt du, sie wollten schon lange eine Katze!" Sie seufzte. "Nimm mich, aber lass die Jungen in Ruhe." Die anderen Katzen waren erstarrt vor Schreck und wussten nicht mehr, was sie tun sollten, beziehungsweise überhaupt noch konnten. Dann sah ich den beiden zu, meiner wahren Mutter und dem fremden Mann, wie sie gemeinsam im Wald verschwanden, Richtung Zweibeinerort.
    "Wir müssen etwas tun!", keuchte der Kater und machte einen unsicheren Schritt nach vorne. Die Augen der Kätzin glänzten traurig. "Natürlich. Aber uns fehlen die Möglichkeiten, Känguruwelle. Leb wohl, alte Freundin."

    Zitternd kam sie zu mir. "Geht's dir noch gut? Du hättest weglaufen und die blöden Jungen mitnehmen sollen, du grasköpfige Streunerschülerin!" "Es tut mir leid." Mama. "Das sollte es auch!", fauchte Känguruwelle und kratzte mit den Pfoten an der Erde. "Nachtblume ist weg. Das ist nicht gut. Ich kenne keine Katze, die vom SternenClan ein schwereres Schicksal auferlegt bekommen hat. Erst ihre eigenen Kinder und dann das. Schäm dich, du Hauskätzchen. Ohne sie wärst du jetzt tot."
    Das waren die letzten Worte, die ich jemals mit Känguruwelle wechseln sollte, denn einen Mond später sollte ich erfahren, dass er vom selben Jäger abgeschossen wurde. Aber das war erst später.
    "Komm, Silberkralle. Wir müssen Muschelstern Bericht erstatten. Vielleicht kann sie noch irgendetwas für sie tun."
    Die beiden RobbenClan-Katzen liefen zurück auf ihr Territorium und verschwanden wie Nebel hinter den ersten Sandbänken. Mir fiel auf, das genau am Zaun, der Sand zu Ende war und der Wald anfing. Alle Clans lebten so isoliert zu einenander und doch litten sie alle unter denselbem Schicksal: dem Verlust.
    Es war klar, dass ich die Jungen zurück ins Lager nehmen musste und noch dazu eine gute Geschichte für Aschenvogel und Pferdesturm brauchte. Am besten eine, die Rosenwolke noch nicht erzählt hatte. Vogelstern lief als erster zu mir, als er die Kleinen sah und Schauer jagten mir in seiner Gegenwart über den Rücken. Er war ein Fuchs, gerissen und zu allem bereit, während er den Helden spielte. "Was ist das?", wollte er mit eisiger Stimme wissen und deutete zu den jamnernden Katzenbabys. Auch Dunstkralle, Nusspelz und Milchblüte kamen zu uns, im Lager schien gerade sehr wenig loszusein.

    28
    "Aschenvogel und Pferdesturm sind tot." Entsetzte Stille breitete sich aus, die nun schon recht große Tigerjunges kam hergelaufen, dicht ge
    "Aschenvogel und Pferdesturm sind tot." Entsetzte Stille breitete sich aus, die nun schon recht große Tigerjunges kam hergelaufen, dicht gefolgt von Luftpfote. "Tot?", fragte er. "Wildpfote, was zum SternenClan, soll das heißen?"
    "Ein J...Zweibeiner hat sie...ermordet." "Aber...", stammelte Milchblüte.
    Vogelstern senkte traurig den Kopf. "Sie war eine Heilerin, mit einem Talent und einem Mut, den man selbst als Anführer nur bewundern kann. Wir werden sie bestatten wie es ihrer würdig ist. Wo ist es passiert, Wildpfote?" "In der Nähe zur RobbenClan-Grenze, bei einer besonders großen Lerche mit vielen Wurzeln. "
    "Beim Spechtbaum." Er nickte. "Vielen Dank. Ich weiß, das war sicherlich ein traumatisches Erlebnis, der Clan dankt dir für deine Stärke. Du hast ein großes Herz, aber einen noch größeren Mut, junge Schülerin." Vogelstern war so nett. Keine Spur war mehr von dem Kater zu sehen, den ich eines Nachts bei meinem Nest kennengelernt hatte. Er hatte sich geändert. Der LibellenClan war der Glücklichste von allen so einen tollen und loyalen Führer zu haben. Vogelstern schickte Dunstkralle mit Jake und Taubenschweif los, dann beauftragte er mich, Habichtpfote aufzusuchen.
    Sie war an der Grenze zum FuchsClan, Salbei suchen, hatte er gesagt. Wie immer wenn ich mich dieser Hölle von Gerissengeit und Krallen näherte, schrie allles in mir nach Flucht. Der Geruch der FuchsClan-Katzen an der Grenze drang in mein Fell und vernebelte mir meine Gedanken, ähnlich, wie wenn man einem Fuchs gegenüberstand, in seine gelben Augen blickte und auf seinen Untergang wartete.
    Habichtpfote war recht abseits der Mitte an der der BärenClan, der LibellenClan, der RobbenClan und der FuchsClan aneinandertrafen. Der Ort, an dem ich sie mit Eulenpfote und Sonnenpfote sitzen saß, nannten wir Kleepfad, weil so viel Klee zwischen den Tannen und dem Moos des FuchsClans wuchs.
    Ich duckte mich, beruhigte meine Atmung und kam mit gespitzten Ohren näher. Nusspelz musste der beste Mentor der Welt sein, dasd sie mein schwarzes Fell inmitten des Hellgrün nicht bemerkten. Ich bedauerte es, das bald der Herbst kommen musste. Mein erster Winter im LibellenClan.
    Eulenpfote fauchte: "Pestfluch wartet auf mich, ich muss gehen!"
    "Erst wenn ihr mit mir redet. ", entgegnete Habichtpfote und sah der dunkelbraunen Schülerin in die strahlend grünen Augen.
    Sonnenpfote seufzte: "Habichtpfote, du hast gesagt, Wildpfote kommt, wo ist sie?"
    Die Heilerschülerin war mit den Nerven am Ende. "SternenClan noch einmal, sonst wärst du doch nie gekommen! Ich bin eine Heiler-Katze, ihr müsst mit mir reden! Es ist nicht normal, dass Junge mit den Namen Molchjunges, Helljunges und Mondjunges sterben und kurz darauf ihr kommt und nebenbei genau wie sie ausseht!"
    Eulenpfote knurrte genervt. "Woher soll ich überhaupt wissen, dass du die Wahrheit sagst? Ich habe diese dummen Junge noch nie in meinem Leben gesehen! Und by the way." Habichtpfote sah ziemlich dumm drein. Junge, Eulenpfote war eine gute Schauspielerin! "NOCH bist du keine Heiler-Katze!", konterte sie ein letztes Mal und wollte in ihr Territorium verschwinden. Ich erhob mich aus dem Klee, alle drei erstarrten.
    "Jetzt schon. Rosenwolke ist tot."
    Selbst als wir am Lager angekommen waren, wollte Habichtpfote nicht mit mir über dieses Treffen reden. Der Tod ihrer Mentorin hatte sie erschüttert. Und das war untertrieben. Vogelstern und Dunstkralle hatte ich erzählt, dass ich Rauchjunges und Astjunges bei der Flucht vor dem Zweibeiner gefunden hatte und voraussichtlich würde sich Erdbeertraum um sie kümmern. Sie erwartete selbst Junge und ich wusste, wer der Vater war.

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    "Habichtpfote, von diesem Tag an, soll dein Name Habichtrose sein!" "Habichtrose! Habichtrose!" Ein wenig beneidete ich meine alte
    "Habichtpfote, von diesem Tag an, soll dein Name Habichtrose sein!"
    "Habichtrose! Habichtrose!"
    Ein wenig beneidete ich meine alte Freundin/Feindin und fühlte mich auch sofort schlecht, weil sie genauso wie ich wusste, aus welchem Anlass sie jetzt vor Vogelstern stand. Und ich fürchtete mich mit ihr vor dieser Nacht. Ich musste sie beschützen. Aber davor mussten wir reden.
    Die heilige Zeremonie war vorbei und ich sprang zu Habichtrose, bevor es jemand anderes tun konnte. Schwarzpfote und Luftpfote saßen ein paar Meter von uns entfernt und durchbohrten uns mit Blicken, bis mein Fell zu knistern anfing. "Komm mit.", miaute ich. "Es ist Zeit, zu reden."
    Wir liefen zu den Tümpeln mit den Libellen, heute brauchten wir nicht nervös zu sein, dass uns jemand zuhörte, der ganze Clan (mit Ausnahme der Patroullien, die meistens nie herkamen, weil die Tümpel genau in der Mitte unseres Territorium lagen)...(und sie wussten, dass Habichtrose Störungen hasste) war jetzt im Lager und wartete darauf, dass Erdbeertraum ihre Jungen bekam. Irgendwie tat sie mir leid.
    "Wir müssen unbedingt miteinander reden."
    "Das hast du schon gesagt.", miaute Habichtrose kühl und sah zu den blauen Libellen. "Ich war früher oft mit Rosenwolke und Froschpelz hier."
    Ich fragte: "Froschpelz?" "Mein Vater. Meine Mama war schon Älteste, sie hieß Schneefuchs und ist bei meiner Geburt gestorben. Rosenwolke war ihre Cousine."
    Es zerriss mir das Herz. Natürlich hatte Pferdesturm dem Clan nicht sagen können, dass Habichtrose ihre Tochter war, sonst hätte es Aschenvogel erfahren. Sicher waren Schneefuchs und Froschpelz gute Eltern gewesen, diese Erinnerungen wollte ich nicht trüben. Manchmal war es besser, die Wahrheit zu verschweigen.
    "Hattest du Geschwister?", fragte ich und sah ebenfalls zum grünlich glitzerndem Wasser.
    Sie nickte. "Flockenfall war ihr erster Wurf, Krähenfuß ihr zweiter."
    Sie dachte, sie hätte Geschwister. Ich fragte mich, ob Pferdesturm noch andere Junge hatte, die bei der Geburt gestorben waren, oder ob sie wirklich Einzeljunges war.
    "Ich vermisse Rosenwolke auch. Du erinnerst dich daran, wie sie mir geholfen hat, als ich den Schock in der Nacht hatte?"
    Jetzt lächelte sie. "Wenn sie nicht so lebendig gewesen wäre, hätte man sie für den SternenClan selbst halten können."
    Autsch. Dass Rosenwolke schon ein Geist gewesen war, durfte ich ihr auch nicht erzählen. SternenClan, steh mir bei!
    "Du musst mir sagen, warum du dich mit Eulenpfote und Sonnenpfote triffst."
    Blinzelnd wandte sie sich mir zu. "Wie kann ich dir trauen?" "Dad musst du, denn heute ist deine erste Nacht als Heilerin, Habichtrose." Schock trat in ihre Augen. "Nein...nur bei Kriegerin..."
    Sie tat mir so unendlich leid. "Du weißt es besser."
    Angespannt fing sie an, um den Tümpel herumzutigern. Ich folgte ihr und versuchte mutig und selbstbewusst auszusehen. "Hab keine Angst, ich werde dir helfen!"
    "Ich kann dir nicht trauen."
    "...und wenn ich dir ein Geheimnis verrate?" Sie musste doch verstehen! Wie sonst sollte ich ihr beistehen können?
    Sie schüttelte den Kopf und flüsterte: "Hilf mir, Minze zu suchen. " "SternenClan noch einmal!", fauchte ich und sprang ihr in den Weg. "Ich werde unter keinen Umständen zulassen, dass er dir wehtut! Oder sonst etwas!"
    Zwei ausdruckslose blaue Sterne blickten zurück.
    "Hast du mir nicht zugehört? Ich bin Heilerin und du nur eine Schülerin, vergiss das nicht!", knurrte sie und starrte auf ihre Pfoten. Ich legte meine Vorderpfote auf ihre und sah ihr in die Augen. "Zwei."
    "Spatzen?"
    "Nein, Ratten natürlich!", fauchte ich. "Habichtpfote, Geheimnisse! Du bist Heilerin, es ist deine Pflicht und zwar eine heilige deinem Clan zu helfen! Rosenwolke wäre nicht mit reinem Gewissen gegangen, wenn sie nicht gewusst hätte, dass du stark genug bist, um ihren Job zu erledigen!"
    "Wildpfote..." Habichtroses Stimme war dunkel, bedrohlich und auf einmal überhaupt nicht mehr heilig geworden. "Woher weißt, du dass sie mit reinem Gewissen gestorben ist?"

    30
    Habichtrose war meine Freundin, die beste, die ich hatte; und sie wusste von Vogelstern. "Ich war dabei." Forschend sah ich in ihre Augen, k
    Habichtrose war meine Freundin, die beste, die ich hatte; und sie wusste von Vogelstern.
    "Ich war dabei." Forschend sah ich in ihre Augen, konnte aber nichts als Finsternis erkennen. Ihre Stimme war tonlos und kalt, als sie antwortete: "Hast du sie getötet?"
    "SternenClan, natürlich nicht!" Erschrocken wich ich ein paar Schritte von ihr zurück, ich kannte sie nicht mehr.
    Und trotzdem hatte sie die Wahrheit verdient.
    Die Sonne neigte sich bereits der Erde zu und das Tageslicht schwand, es würde also nicht mehr lange dauern, bis man nach uns sehen würde.
    Ich berührte Habichtrose leicht am Ohr und lief zu Rosenwolkes Sterbeort.
    "Hier?" Ich nickte.
    Zitternd ließ sie sich fallen und starrte mit leerem Blick auf die Moose, sie flüsterte: "Meinst du, sie sieht mich?"
    "Nein. Sie wird immer bei dir sein. Genau wie vorher." "Aber jetzt ist sie tot!", jaulte die Kätzin und ein paar Spatzen flatterten erschrocken davon. Ich hatte keine Wahl.
    "Habichtrose?" Seufzend legte ich mich zu ihr und ihr warmer Körper wärmte meinen. "Sie war ein Geist."

    "Hmm? Ich habe verstanden "Geist"." Sie gluckste und beobachtete den aufsteigenden Mond. "Und ich habe das auch gesagt. Sie war die Tochter von Eichhornschweif, einer Katze, die du nicht kennst, und starb recht jung. Also ließ sie der SternenClan als Erinnerung zu den Lebenden zurückkehren."
    "Nein."
    "Doch." Eine Eule rief und ich stand wieder auf. "Komm, Habichtrose, unser Clan wartet auf uns."

    In dieser Nacht teilten wir uns das Nest, wie wir es zuletzt nach Vogelsterns letzter Aktion getan hatten. Und zum ersten Mal seit langem hatte ich wieder das Gefühl nicht alleine zu sein, eine Freundin an meiner Seite zu haben.
    Wir redeten vor dem Schlafen viel. Ich erzählte ihr von Schwarzpfote und Rosenwolkes Geschichte und ließ nicht einmal ihre wahre Herkunft aus. Es war klar, dass sie mir anfangs keinen Glauben schenken konnte, aber irgendwann brummte sie zustimmend und legte ihren Kopf auf meine Vorderpfoten. Dann fing sie an zu schluchzen.
    Erschrocken keuchte ich auf und fuhr ihr möglichst beruhigend mit meinem zitternden Schweif über den Rücken. Ich konnte sie nicht so traurig sehen. Also sagte ich ihr auch in der Mitte der Nacht, was es mit Eulenpfote, Sonnenpfote und mir auf sich hatte.
    Erst als der Mond schon am höchsten Punkt vorbei war, fiel sie in einen tiefen, traumlosen Schlaf und ich begleitete sie.

    "Na, hast du schön mit deiner Freundin getratscht?", begrüßte mich Ahornschatten und lächelte höhnisch. "Schade, dass sie nicht allzu viel zum Gespräch beigeliefert hat. Mit ärgerlich zuckender Schwanzspitze verteidigte ich sie: "Dieser Tag war ein einziger Alptraum für sie und der einzige Grund, weshalb ich nicht von dir weggehe, ist der, dass du dann nicht zu ihr kannst."
    "Dummes Kätzchen.", säuselte sie nur und ließ sich heben mir nieder, den orange-weißen Schweif um meine schwarzen Schultern gelegt. "Das könnte sie auch so nicht. Ihre Seele ist zu hell, als dass ich sie beszchen könnte.", fuhr sie schamlos fort und spießte einen kleinen, schwarz-roten Käfer mit den Krallen auf. Er zappelte noch einen Moment, dann starb er.
    Kälte kroch in mein Fell, ich erwiderte nichts.
    Ahornschatten sprach: "Bei den anderen Clans ist zur Zeit auch nicht viel los, falls du das wissen magst. Die Zweibeiner zerstören gerade ihre Territorien, in dieser Nacht treffen sich Brombeerkralle, Krähenpfote, Federschweif, Sturmpelz und Eichhornpfote."
    "Sie leiden sehr nicht wahr? Macht dir doch sicher Spaß?"
    "Aber hallo!", grinste sie und starrte auf ein Szenario von Blut und Tod, das ich, SternenClan sei Dank, nicht sehen konnte.
    "Kann ich jetzt wieder gehen?", fragte ich und schaute in zwei hypnotisch bernsteinfarbene Augen. Sie erinnerten mich an Honig, wenn ich nicht aufpässte, würde ich festkleben und ertrinken. "Schade.", schnurrte sie. "Es ist schön, jemanden zum Reden zu haben. Sehr einsam hier unten, das weißt du sicher. Ich weiß ja alles über dich, kleiner Nachtschatten. Aber schon klar. Du solltest jetzt deiner Freundin helfen."
    "Was meinst du?" Mein Nackenfell stellte sich vor Misstrauen auf, ich witterte Gefahr.
    Ahornschatten lächelte. "Ich glaube, dass ein Freund von mir gerade ziemlichen Spaß mit ihr hat!"

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    Schnaufend und wild mit den Pfoten um mich schlagend, wachte ich auf. Habichtorses angenehmer Pelz war von meinem verschwunden und ich lauschte mit zu
    Schnaufend und wild mit den Pfoten um mich schlagend, wachte ich auf. Habichtorses angenehmer Pelz war von meinem verschwunden und ich lauschte mit zugekniffenen Ohren. Sicher würde es bis Sonnenaufgang nicht mehr lange dauern und hatte Vogelstern nicht einmal von dem schwarzen Moment, bevor die Sonne kommt, geredet?
    Ich öffnete die Augen wieder und alles war dunkel, der Schatten des Mondfelsens hatte sich nun auf unser Territorium gelegt. Mit zuckenden Schnurrhaaren setzte ich mich auf und tastete mich durch die Dunkelheit zu den breiteren Ästen. Der SternenClan möge mir beistehen, dass Habichtrose noch auf der Flucht war!
    "Guten Abend." Ein eisiger Wind kam auf und bließ mein Fell in alle Richtungen. Vogelstern setzte sich zu mir, seine Flanke streifte meine. "Irgendwie lustig, nicht wahr? Wie damals als Junges.", fuhr er verträumt fort und ich konnte seine Zähne kurz aufblitzen sehen.
    "Wer sie zuerst findet, hat gewonnen!"
    Mit weiten Sprüngen gelangte er zur dicksten Tanne und kletterte nach unten. Einen kurzen Augenblick saß ich wie versteinert da, dann wurde ich wieder von der Realität eingeholt und folgte ihm weit weniger elegant und anmutig.
    Als ich den Boden erreicht hatte, kam die Sonne langsam zum Vorschein, der Schatten war nun wieder verschwunden. Nicht aber das unheimliche Prickeln, dass meine Pfoten heimsuchte und sie ungeduldig und verkrampft ein und ausfahren ließ. Vogelstern war Richtung FuchsClan-Grenze gelaufen, er musste sich daran erinnert haben, dass sie dort letztens "Kräuter holen gewesen war". Ich ging in die andere Richtung. Wenn ich Glück hatte, würde die Morgenpatroullie Vogelstern erwischen und Habichtrose wäre in Sicherheit, aber ich konnte es nicht darauf ankommen lassen.
    Was waren meine Möglichkeiten? Ich konnte Dunstkralle oder Nusspelz wecken und ihnen erzählen, dass ihr Anführer plante, sich an der neuen Heilerin zu vergreifen. Nein.
    Ich knurrte entschlossen. Das war meine Aufgabe. Ich rannte weiter.

    Derselbe Pfad erstreckte sich vor mir, den ich mit Rosenwolke gegangen war. Ein paar Blutspritzer ließen die Gräser klebrig leuchten und ich begann, nervös mit dem Schweif zu peitschen und zuckte bei jedem Geräusch zusammen. Es war furchtbar. Jeder, der diese Erfahrung am helligsten Tag, herumzuirren, nicht machen musste, war ein Seliger.

    Krallen bohrten sich in meinen Rücken und ich stief mit den Kopf gegen eine Wurzel. "Hilfe!"
    Erbarmungslos riss mein Gegner an meinem Ohr und ich spürte einen Riss entstehen. Mit aller verbliebener Kraft rollte ich mich zur Seite weg und stolperte. Ein Maul schnappte nach meinem Hinterbein und es gelang mir gerade noch so irgendwie wegzuspringen. "Habichtrose!" Angst verdunkelte ihre Augen und ihr Fell war struppig und mit Blut verklebt.
    Keuchend versuchte sie mich mit den Krallen zu erwischen, aber ich war schneller und kletterte auf den untersten Ast einer kleinen Lerche.
    "Was soll das?", fauchte ich und schlug auf Habichtroses Pfote, während sie versuchte, sich zu mir hochzusehen.
    In diesem Moment erkannte ich denselben Blick in ihren Augen, den ich gehabt hatte, nachdem Vogelstern zu mir gekommen war. Sie steht unter Schock.

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    "Es ist alles in Ordnung, Habichtrose! Ich bin deine Freundin!", keuchte ich, während ich einer weiteren Pfote auswich. "Vogelstern is
    "Es ist alles in Ordnung, Habichtrose! Ich bin deine Freundin!", keuchte ich, während ich einer weiteren Pfote auswich. "Vogelstern ist nicht da!" "Woher soll ich das wissen? Er hat mich durch das halbe Lager gejagt!", schrie sie und warf sich auf mich. Die Eucht traf mich unerwartet und ich ging zu Boden, Habichtrose über mir. Geschickt rollte ich mich auf den Rücken und entging so nur knapp den scharfen Zähnen der Heiler-Katze! Ich fauchte frustriert: "Konzentrier dich! Ich bin nicht Vogelstern!" "Dieser Kater kann sich unsichtbar machen!" Kraftvoll zischte ihre rechte Vorderpfote durch die Luft und zog mir die Beine weg. "Und deine Gestalt kannst du wohl auch verändern, was?" "Ich...!" Habichtrose ließ mich nicht ausreden, packte nur meine Kehle.
    Ein sandfarbener-oranger Blitz traf sie direkt am Bauch und sie stolperte zurück. Sonnenpfotes Schläge waren zielsicher, er war kräftiger durch das Training geworden und zögerte nicht, zuzuschlagen. Fauchend versuchte sich Habichtrose zur Wehr zu setzen, aber gegen den starken Schüler kam sie nicht an.
    "Lass Wildpfote in Ruhe!", knurrte er mit konzentriert zusammengebissenen Zähnen und drückte sie fest am Nackenfell gepackt zu Boden. Panisch wirbelte ich herum, was hatte mir Rosenwolke zur Beruhigung gegeben. Eine leise Stimme neben mir flüsterte: "Thymian" Einige Blätter erschienen vor meinen Pfoten, ein Hauch Katze lag in der Luft.
    Ich schnappte nach ein paar Kräutern und presste sie Habichtrose in den Mund. Sie schluckte und fing an zu zittern. Sonnenpfote und ich wechselten einen ängstlichen Blick. Hatte ich ihr das Falsche gegeben. Dann entspannten sich ihre Muskeln und ihre Atmung beruhigte sich.
    Stöhnend ließ Sonnenpfote von ihr ab und taumelte ein paar Schritte zurück. Meine Freundin hatte ihm ziemlich viele Bisse und Kratzer an Schultern und Brust verpasst, Blut durchfeuchtete sein schimmerndes Fell. Ich schüttelte den Kopf. "Sonnenpfote, was machst du hier?"
    "Na, so empfängt man doch nicht einen Helden!" Er lachte, zuckte aber bei der Erschütterung seiner Brust zusammen und zischte vor Schmerz. "Lass das." Ich schnüffelte, aber von der unsichtbaren Katze war nichts mehr zu riechen. Wir waren wieder alleine.
    "Und?" Er grinste schief. "Hast du noch mehr Heiler-Tricks auf Lager?"
    Jetzt musste auch ich ein wenig lächeln. "Leider nicht, Mister Superheld. Da werden Sie sich schon gedulden müssen, bis die offieziellen Ärzte eintreffen." Bis mir wieder einfiel, dass gerade in diesem Moment Vogelstern durch das Territorium streunte, auf der Suche nach uns. "Achtung...", sagte jemand leise und ich drehte mich zur Seite. Zwei stechend dunkelblaue Augen starrten zurück und blitzende, grinsende Zähne waren zu sehen. Sonnenpfote hatte unseren Gast noch nicht gesehen und prahlte: "Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, Zivilistin! Ab jetzt wird wieder alles von der örtlichen Polizei und dem Militär geregelt!" Vogelstern schoss nach vorne und landete mitten auf Sonnenpfotes Brust.
    Taubenschweif, Hellschweif und Milchblüte sprangen durch Gestrüpp und umzingelten die beiden Kämpfenden.
    Sonnenpfote wich zurück und konnte sich nur noch mühsam auf den Beinen halten, Vogelstern hatte den Schüler fest am Rücken gepackt. Er quietschte vor Angst und Schmerzen.
    Hellschweif fragte: "Was ist geschehen?"
    Das Wilde schwand aus den Augen unseres Anführers und ermiaute sachlich: "Ich habe diesen RabenClan-Schüler gesehen, wie er Wildpfote und Habichtrose angegriffen hat. Es war meine Pflicht als LibellenClan-Krieger einzugreifen und unsere Heilerin vor dem Eindringling zu schützen."
    Taubenschweif lächelte. "Manchmal weiß ich echt nicht, was der LibellenClan ohne dich wäre, Vogelstern. Hellschweif, Milchblüte und Wildpfote könnten ihn zu seinem Territorium bringen und mit Kükenstern reden."
    "Das ist nicht nötig und zu aufwendig.", entschied der rote Kater und schüttelte den Kopf. "Der weitere Weg würde unsere Krieger nur schwächen und ich denke, dass unser Freund seine Lektion gelernt hat." Er bedachte Sonnenpfote mit einem scharfen Blick.

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    Ich erwiderte: "Aber..." "Es tut mir leid.", unterbrach mich Sonnenpfote und ließ mich nicht aus den Augen. ((cur))Mach keinen Ä
    Ich erwiderte: "Aber..." "Es tut mir leid.", unterbrach mich Sonnenpfote und ließ mich nicht aus den Augen. Mach keinen Ärger. Hauptsache, ihr seid jetzt in Sicherheit. Ich blickte zu Boden und sagte nichts mehr. Sonnenpfote fuhr fort: "Als ich sie gesehen habe, habe ich sie für Streuner gehalten. Ich muss die Territoriums-Grenze übersehen haben. Das wird nie wieder vorkommen." Vogelstern nickte bekräftigend und wandte sich zu Hellschweif: "Du und Milchblüte, ihr bringt ihn weg. Habichtrose, Wildpfote und ich werden die Morgenpatroullie zu Ende führen und Taubenschweif, du kannst zurück ins Lager und dir eine Amsel oder so nehmen." Die Katzen verteilten sich und Sonnenpfote warf mir einen letzten schüchternen Blick zu. Als ich meine Aufmerksamkeit wieder auf Vogelstern richten wollte, bemerkte ich eine kurze Bewegung hinter einem Erdhügel und ein kurzes Stück schwarzes Fell schimmerte auf. Schwarzpfote?
    Vogelstern packte mich am Schweif und mit einem Ruck lag ich auf dem Boden. Er grinste. "Na, jetzt bist du nicht mehr so großartig, kleine Wilde, was?" Ich knurrte und versuchte wieder aufzustehen, aber er schubste mich und ich fiel direkt in die Regenpfütze vor mir. Keuchend sprang ich auf und wollte mich auf Vogelstern werfen, aber der Kater hatte den Platz gewechselt und fuhr mir mit den Krallen an der Flanke entlang. Wimmernd sank ich zu Boden und verbarg die lange Wunde mit meinem Schweif. Er war noch nicht fertig. Mit der linken Pfote holte er aus und verpasste mir einen kräftigen Schlag auf meine Wange. Blut tropfte von dem Kratzer auf meine Pfoten und ich kroch rückwärts, stieß an einen Baum. Vogelstern lachte und setzte sich auf meinen Kopf, ich hatte keine Kraft mehr zu kämpfen und lag nur noch zitternd da.
    Ein Ast knackte und ein kleiner schwarz-weißer Kater sowie eine kleine schildpattfarbene Kätzin mit grauen Flecken und blauen Augen fielen vom Baum auf Vogelstern. Der Kater fauchte erschrocken und taumelte zur Seite, der Kater trat auf meine Wunde an der Flanke und ich schrie gequält. Sofort sprang er zur Seite und entschuldigte sich: "Oh nein! Wirklich, das war keine Absicht!" Federfell kam dazu und machte überrascht einen Sprung zurück. "SternenClan, wer sind diese Katzen?" Vogelstern knurrte miesgelaunt: "Was wolltest du noch einmal, Federfell?" Die weiße Kätzin sprang nervös von einer Pfote auf die andere. "Tigerjunges soll jetzt zur Schülerin ernannt werden, sagt Dunstkralle. Außerdem haben Jake und Krähenfuß eine Streunerin in der Nähe zur FuchsClan-Grenze gefunden. Sie haben sie mit ins Lager genommen, weil sie verletzt ist." Vogelstern nickte gleichgültig und lief los. "Verschwindet, Hauskätzchen!" Und die Katzen lösten sich in Luft auf. Federfell und ich blinzelten verwirrt, ehe wir entschieden, dass wir uns das eingebildet haben mussten. Mit besorgtem Miauen kam sie zu mir: "Kindchen, pass bloß wegen diesem Kater auf!" Dann trugen wir Habichtrose gemeinsam zum Lager.

    Die meisten Katzen waren bereits schon bei den dickeren Ästen vor Vogelsterns Nest und Tigerjunges rannte aufgeregt hin und her, während Honigwind verzweifelt versuchte, sie zum Stillhalten zu bewegen.
    Nachdem wir Habichtrose zum Heilernest getragen hatten, suchten Federfell und ich uns Plätze in den hinteren Reihen und es wurde ruhig. Vogelstern begann zu sprechen: "Wir haben uns heute versammelt, damit Tigerjunges endlich zur Schülerin ernannt werden und sich ihr Nest neben Steinpfote, Einzianpfote und Wildpfote machen kann." Er hatte vergessen, Luftpfote zu erwähnen. "Tigerjunges, komm zu mir." Mit vor Unruhe bebender Brust setzte sich die hellbraune Kätzin mit den ungewöhnlich weißen Streifen zitternd vor den Anführer und hielt wohl zum ersten Mal im Leben still. "Du heißt ab jetzt Tigerpfote und dein Mentor soll Dunstkralle sein." Der breitschultrige, graue Kater trat zu den beiden und berührte Tigerpfotes Nase. "Tigerpfote! Tigerpfote! Tigerpfote!", ertönte der Jubel im Lager und ich jaulte laut mit.
    "Aber es gibt auch noch andere Neuigkeiten." Nusspelz und Flockenfall, die schon hatten aufstehen wollen, setzten sich wieder. Der fast schwarze, schlanke Krähenfuß kicherte belustigt und wandte seine Aufmerksamkeit dann wieder der Zeremonie zu.
    Vogelstern fuhr fort: "Wir haben heute eine junge Streunerin im Territorium gefunden und beschlossen, ihr die gleiche Chance zu geben wie Wildpfote." Seine Augen glühten warm, er miaute: "Meerschweinchenpfote, komm her!" Eine elegante schildpattfarbene Kätzin mit langem Schweif und kalten Augen trat vor. "Deine Mentorin soll Wüstensonne sein."
    "Und auch das ist nicht die letzte Ankündigung." Erdbeertraum seufzte leise und ging wieder zu ihrem Platz.
    "Schwarzpfote und Luftpfote werden heute zu Kriegern ernannt!" Die beiden Kater begaben sich schnurrend zum Anführer und Luftpfotes Fell schimmerte schöner wie je zuvor. Verlegen versuchte ich mich auf Schwarzpfote zu konzentrieren. Vogelstern räusperte sich und verkündete feierlich: "Ihr habt hart trainiert, um es dem SternenClan recht zu machen, Schwarzsturm und Luftfeder. Ich ich nenne euch so, weil dass die Namen sind, die ihr nun als Krieger tragen werdet!"

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    Habichtrose humpelte etwas unbeholfen zu mir und flüsterte: "Du findest Luftfeder hübsch, nicht wahr?" Beschämt senkte ich den Kopf. &quo
    Habichtrose humpelte etwas unbeholfen zu mir und flüsterte: "Du findest Luftfeder hübsch, nicht wahr?" Beschämt senkte ich den Kopf. "Ich nicht.", fuhr Habichtrose fort. "Ich hasse alle Kater."
    Die Versammlung löste sich auf und plötzlich rief Jake: "Die Jungen kommen!" Das war das erste Mal, dass der Kater geredet hatte.
    Habichtrose stand gelassen auf und trottete zu den Königinnen-Nester. Beschützerisch stellte sich Jake auf den Ast, der zu ihnen führte und hinderte Milchblüte daran, zu ihrer Schwester zu laufen. "Du kannst später zu ihr!"
    Wir hörten das Kreischen zu spät. Der Bussard war Flockenfall schon zu nahe gekommen, als die ersten Krieger realisierten, was gerade geschah, und bohrte seinen scharfen Krallen in das ungeschützte Fleisch. "Nein!" Verzweifelt versuchte sich der Älteste an der Rinde festzuhalten, die Augen weit aufgerissen in Todesangst. Mit einem gewaltigem Satz waren Vogelstern und Krähenfuß bei ihm und hieben erbarmungslos auf den Raubvogel ein. Ein letztes wütendes Schreien erfüllte unsere Ohren, dann ließ das Monster Flockenfall los und erhob sich in die Lüfte. Jake rannte zu uns, Spinnweben im Fell und so ziemlich auch sonst überall. Er musste extra durch die Zweige mit den Weiß-Spinnen gerannt sein, sie waren zwar nicht giftig, aber ich wusste schon aus Erfahrung, dass ihre Bisse sehr schmerzhaft sein konnten.
    "Schnell, helft mir!" Mit zittrigen, ungeschickten Pfoten probierte sich Feuersterns Vater daran, die klebrigen Fäden aus seinem Fell zu zupfen, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. "Dem SternenClan sei Dank, nur an den Schultern hat er Kratzer!", miaute Taubenschweif und fuhr dem ängstlichen Flockenfall beruhigend über den Rücken. "Er ist weg, du brauchst dich nicht zu fürchten." Er war nicht weg. Mit spitzem Kreischem stieß das Biest durch die Zweige hindurch zu uns herab und ehe die graue Kriegerin oder Jake etwas tun konnten, hatten sich seine Messer in Flockenfalls Brust gebohrt. Der schildpattfarbene Kater war auf der Stelle tot und starrte nun zu glasigen, leeren Augen, ohne jede Hoffnung auf Rettung, zu mir.
    "Verschwinde, du Monster!" Mit gezielten Hieben brachte Vogelstern den Vogel aus dem Gleichgewicht, Dunstkralle unterstützte ihn. Nun hatte er die Schlacht endgültig verloren und er wusste das. Mit ausgebreiteten Schwingen machte er sich in die unglaublichen Höhen des Himmels davon, sein blutiges Geschenk zu unseren Pfoten.
    Die Beerdigung von Flockenfall war mehr als trostlos und Habichtrose weigerte sich, das Nest der Heiler mit mir zu teilen. Also blieb mir nichts anderes übrig, als mich wieder zu meinem Schülerplatz zu begeben, direkt zwischen Enzienpfote und Tigerpfote.
    Einzianpfote war eine ruhige und sehr angenehme Nestnachbarin. Sie sagte immer das Richtige, stellte keine Fragen und brachte mir auch ab und zu etwas vom Jagen mit ihrer Mentorin Federfell mit.
    Tigerpfote war das Gegenteil, so viel wusste ich bereits am ersten Abend.
    "Weißt du, Wildpfote, eines Tages wird mein Name Tigerstern sein!", prahlte sie um gefühlt zwei Uhr morgens und krabbelte durch ihr Moos, um mir ins Ohr flüstern zu können: "Aber nicht vom LibellenClan. Ich mag Dunstkralle nicht so sehr, weil er so streng und unnahbar ist und nie mit mir spielt. Taubenschweif und Milchblüte schon, wenn eine von ihnen Zweite Anführerin wäre, würde ich bleiben. Taubenstern oder Milchstern hört sich doch wirklich viel besser als Dunststern an! Nein, am liebsten wäre ich beim BärenClan. Es heißt, sie seien die größten Kämpfer und Jäger im Wald!" Ich gähnte. "Ach echt? Hat dir das Steinpfote erzählt?" Die Schülerin neigte manchmal (immer 😑) zu Übertreibungen. Tigerpfotes Augen glänzten. "Ja! Sie ist meine beste Freundin!" "Dann miau deine beste Freundin voll!", knurrte ich schlecht grlaunt und stopfte mir ein wenig Moos in die Ohren.

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    Am nächsten Morgen wurde ich von Tigerpfote geweckt. "Hast du Bienen im Hirn oder sind die schon zu Stroh mutiert?", murmelte ich genervt u
    Am nächsten Morgen wurde ich von Tigerpfote geweckt. "Hast du Bienen im Hirn oder sind die schon zu Stroh mutiert?", murmelte ich genervt und fügte noch schlechter gelaunt hinzu: "Geh und such die tolle Steinpfote!"
    Aber Tigerpfote ließ sich davon nicht geeindrucken und miaute: "Nusspelz will dringend mit dir reden. Außerdem hat Erdbeertraum letzte Nacht ihre Jungen bekommen!" "Echt?" Jetzt wurde es schon interessanter. Betont beiläufig fragte ich: "Weiß man denn schon, wer der Vater ist?" Sie schüttelte den Kopf, dass eine einzelne Daunenfeder aus ihrem Nest von ihrem Ohr davonflog. "Ne, das will sie noch nicht sagen." Ach, wirklich nicht?
    Etwas rührte sich neben uns und ich erkannte eine verschlafene, mit Federn und Moos bedeckte Meerschweinchenpfote. Unsicher, wie ich mich verhalten sollte, grüßte ich sie höflich: "Guten Morgen!" Doch sie warf mir nur einen scheuen Blick zu, sprang aus ihrem Nest und trabte mit zuckenden Ohren zu Wüstensonne, die schon auf sie gewartet zu haben schien.
    Tigerpfote murmelte grummelig: "Dunstkralle sieht uns. Er hat gestern gesagt, dass ich gleich nach dem Aufwachen zu ihm kommen soll und wenn ich das jetzt nicht schnell tue, dann kommt er wohl zu uns. Tschüss!" Mit übermütigen Sprüngen kam sie dem Zweiten Anführer entgegen und boxte ihn gleichmal zur Begrüßung in die Seite. Ich dachte an Sonnenpfote und fand, dass er sicher einen guten Lehrer abgeben würde. Luftfeder war dafür weiser, er wäre der bessere und intelligentere Anführer, wenn er nicht so auf Erdbeertraum fixiert wäre. Es war klar, dass es ihm nicht gefiel, dass sie von einem anderem Kater Junge erwartete. Beziehungsweise schon hatte. Nusspelz riss mich aus meinen Gedanken, der Älteste schnurrte belustigt und saß nur wenige Äste von mir entfernt. "Wildpfote, komm mal her!"

    "Ja?" Mit geschickten Sätzen jagte ich zu meinem Mentor, sein Duft war mir so vertraut wie mein Nest. "Das besprechen wir lieber außerhalb des Lagers.", verkündete er geheimnisvoll und rannte zu den Tümpeln, unserem Lieblings-Trainingsort. "Ich habe heute mit Vogelstern gesprochen.", begann er. "Dunstkralle wollte zwar nicht so wie er, aber er ist nun einmal der Anführer und hat das Sagen." "Nusspelz...warum vertragt Dunstkralle und du euch nicht?" "Nun ja, Dunstkralle hat ziemlich verrückte Dinge über Vogelstern gesagt, die einfach nicht wahr sein können. Weißt du, früher waren sie beste Freunde, aber das, was Dunstkralle erzählt hat, ist albern, unreif und Verrat. Nur weil ich Vogelsterns Cousin bin und er mich gebeten gat, niemanden etwas von Dunstkralle und seinen Lügengeschichten zu sagen, habe ich bis jetzt noch niemand anderen informiert." Das machte Sinn. Nein, mehr als nur das! Dunstkralle wusste über Vogelstern und seine Schattenseiten Bescheid. Nusspelz glaubte ihm nicht und hielt zu Vogelstern. Vogelstern wollte nicht, dass Dunstkralles "Lügengeschichten" in die Öffentlichkeit kamen! "Wildpfote, du machst heute deine Krieger-Prüfung und darfst zur Großen Versammlung!" Ich freute mich. Die letzten Male hatte ich nämlich nicht mitgedurft, weil Dunstkralle und Vogelstern fürchteten, es gäbe dann wieder Streit zwischen den Clans.
    "Spitze, wann fangen wir an?" "Sofort! Jag mir ein bisschen etwas!"

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    Nusspelz beschloss mir etwas Freiraum zu lassen und versprach mir, mich nicht zu beobachten. Zwar bezweifelte ich, dass das erlaubt war, aber mit Ält
    Nusspelz beschloss mir etwas Freiraum zu lassen und versprach mir, mich nicht zu beobachten. Zwar bezweifelte ich, dass das erlaubt war, aber mit Ältesten sollte man nicht diskutieren und ich zog los. "Hallo!" Ich sah nach oben und erkannte die beiden Katzen, die Vogelstern von mir vertrieben hatten.
    "Oh, hi..." Irgendwie wusste ich nicht recht, was zu sagen. Die schien sehr jung und wirkten ungeheuer lebendig und lebensfroh. Trotzdem schimmerte ihr Pelz seltsam, so leicht bläulich.
    Der junge Kater kletterte zu mir herunter und ließ eine fette Drossel fallen. "Hier, für dich! Für deine Prüfung!" Ich lächelte. "Nein, danke, ich will das ehrlich schaffen. Ich bin Wildpfote." "Wissen wir!", kicherte die Kätzin und machte einen gewagten Sprung auf den nächsten Ast.
    Der Kater sah mich bewundernd an, kein bisschen beleidigt. "Du bist echt nett. Ich finde es gut, dass du ehrlich bist." Er berührte die Beute mit der Nase und sie verschwand. "Sie wäre nämlich nicht echt gewesen. Spätestens wenn du sie Nusspelz übergeben hättest, wäre sie verwest. So testen wir die Schüler." Ich schnurrte. "Ihr seid doch kaum selber welche!" Die beiden mussten jetzt ungefähr fünf Monde alt sein.
    "Stimmt gar nicht!" Strahlend hangelte sich nun die Zweite zu uns herab. "Mit hundertzwei Monden kann das wohl kaum einer behaupten."
    Er nickte bekräftigend. "Wie heißt ihr denn?", versuchte ich mir meine Überraschung nicht anmerken zu lassen. Es waren nur Junge. Sie machten Spaß.
    "Ich bin Blacky und meine Schwester heißt Sky.", antwortete Blacky höflich und nickte mir zum Abschied erneut zu. "Aber jetzt solltest du jagen. Wir wollen dich nicht weiter bei deiner Kriegerprüfung stören." Sie verblassten, bis nur noch ein leichter blauer Schimmer übrig war.

    Und sie hielten Wort, kein einziges Mal bekam ich sie mehr zu Gesicht. Nicht einmal beim Kämpfen.

    "Und nun sollst du deinen Kriegernamen erhalten."
    Gespannte Stille senkte sich, ich spürte Nusspelz', Habichtroses, den aller meiner Clan-Gefährten: Stolz. Aber am meisten meinen eigenen.
    "Wildsturm!"
    Meine Gefährten jubelten und ich war so glücklich.

    (Ich weiß, ihr habt alle mit Wildherz gerechnet XD Kommt noch ^^)

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    Als ich in dieser Nach träumte, war etwas anders. Und zwar GANZ GEWALTIG. Es kam mir vor...wie ein Traum, den man schon einmal hatte. Ich saß an uns
    Als ich in dieser Nach träumte, war etwas anders. Und zwar GANZ GEWALTIG. Es kam mir vor...wie ein Traum, den man schon einmal hatte.
    Ich saß an unserem Esszimmertisch, neben mir Mina, sie hatte bei mir überhachtet und ihre Haare waren so lustig verwuschelt, wie immer nach dem Schlafen.
    Mein Vater kam zu uns, sein Blick war bekümmert. "Ihr kennt doch die Staubmanns nebenan?"
    Wir nickten. Er seufzte gestresst. "Ihre zwei Katzen sind überfahren worden. So junge Tiere. Sie haben ja leider keinen richtigen Garten, deshalb haben sie mich gebeten, sie unter unserer Tanne zu begraben."
    Rose war ebenfalls in die Küche gekommen, strich sich durch ihre goldenen Strähnen und murrte genervt: "Also echt, Dad! Jetzt hätte ich fast gedacht, dass etwas schlimmes passiert ist. Musst du mich so erschrecken? Ich geh jetzt zu Mona und Sandi." Wie ein Herbstwind, so einer von der richtig kalten Sorte, rauschte sie zur Tür und war weg.

    Ich wachte auf, als es noch Nacht war und blieb unschlüssig liegen. Hier auf unserem Territorium gab es keine Grillen oder sonstiges und ich war an diese Stille schon lange gewohnt, doch plötzlich fühlte ich mich einsam. Ganz leise schlich ich zu Habichtrose. "Ich kann nicht schlafen."
    Knurrend wälzte sie sich auf den Rücken und funkelte mich an. "Ach und deshalb quälst du mich?"
    "Ich bin so alleine." Eine einzelne Träne floss über meine Wange und fiel Habichtrose auf die Pfote. Ich hatte damit gerechnet, dass sie ausrasten würde. Sie tat es nicht.
    Mit traurig zitternden Ohren und Schnurrhaaren schmiegte sie sich an mich und zog mich sanft zu ihr ins Nest. "Du bleibst heute Navht bei mir, das ist ein Befehl von deiner Heilerin."
    Eine Weile lagen wir einfach da.
    "Geht es dir besser?", flüsterte sie. "Ich weiß, wie das ist. Es zerreißt dich von innen." Ich wünschte, ich hätte Ja sagen können. Doch das wäre gelogen und Habichtrose verdiente etwas besseres.
    Neben uns setzte sich eine Katze, die Augen hellgelb, das Fell so schwarz, dass ich nicht erkennen konnte, wo die Nacht anfing und die Kätzin endete. Ein unheimlicher, kühler Schimmer umgab sie, ich wollte wegsehen, vergrub mein Gesicht tief in Habichtroses Fell. "Nachtblume ist tot."
    "Der SternenClan hat mir erzählt, dass sie von Zweibeinern geholt wurde."
    "Nein, das war ich."
    "Schade, dass Eulenpfote und Sonnenpfote nicht mit auf der Großen Versammlung waren. Wahrscheinlich wollten Kükenstern und Wurzelstern verhindern, dass es Streit gibt. Außerdem heißen sie jetzt Eulenschatten und Sonnenruß, fast hätte ich es vergessen."
    "Nachtblume ist hier."
    Erschrocken riss die dunkelbraune Kätzin den Kopf herum. "Du! Verschwinde! Lass Wildsturm in Ruhe, es ist nicht ihre Schuld!"

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    Nachtblumes Augen glühten. ((fuchsia))"Sturm statt Herz wurde genommen, falsche Wahl, falsches Schicksal, zweierlei, für immer zusammen gebunde
    Nachtblumes Augen glühten.

    "Sturm statt Herz wurde genommen, falsche Wahl, falsches Schicksal, zweierlei, für immer zusammen gebunden.
    Rettung wird nahen durch Blut, Blut für Blut, Blut gegen Blut, Blut wird sich ergänzen. Schatten wird zu Licht, die Waffe kleiner. Der Mond ist heute Nacht wild.

    Du weißt, wo du hingehen musst, damit es dir besser geht, Wildherz."

    Sie verschwand.

    "Aber...so heiße ich nicht." Habichtrose schüttelte entschlossen den Kopf. "Vogelstern hat den falschen Namen für dich gewählt und damit dein Schicksal bestimmt. Und wenn man so verloren ist wie du, dann hört man darauf, wenn eine SternenClan-Katze sagt, dein Name ist Wildherz!" "Habichtrose, woher weißt du, dass Vogelstern das Schicksal von Katzen bestimmen kann?" "Das tut der SternenClan, nicht er.", erwiderte sie traurig. "Immer vor einer Namenszeremonie stellt der SternenClan dem Anführer des Clans zwei Namen zu Verfügung. Je nach dem, welchen Namen er sich aussucht, wählt er deine Bestimmung. Der Anführer selbst weiß nicht, was geschieht, wenn er den falschen Namen nimmt. Aber es bringt verdammt viel Unglück."
    "Gut, aber woher weißt du das?", fragte ich und stand auf. Habichtrose erhob sich. "Wohin gehst du?" "Meinem Schicksal entgegen. Nein, Scherz, ich gehe zu meinem Zweibeinernest, zwei Freunde besuchen. Bitte komm mit."

    Unterwegs erzählte Habichtrose viel von ihrer Ausbildung als Heiler-Schülerin. Und davon, dass Namenswissen Grundkenntnis unter Heilern waren. Ich redete aber nicht viel, die Kühle der Nacht beruhigte meinen Herzschlag und ich fragte mich, warum Nachtblume gestorben war. Hatten die Kinder des Jägers zu viel mit ihr gespielt? War ein Auto schuld an ihrem Tod? Vielleicht hatte sie ein wilder Hund erwischt? Ich hatte keine Ahnung, was ich fühlen sollte. Es gab keine Mutter, die ich wirklich so nennen wollte. Meine menschliche Mutter hatte mich großgezogen, das schon, aber wir hatten nie viele Gemeinsamkeiten gehabt und im Endeffekt war sie auch gar nicht meine echte Mutter. Die hatte ich nämlich nie richtig kennengelernt und nun wandelte sie im SternenClan.
    Als Habichtrose und ich mein Haus erreichten, sah ich Licht im Wohnzimmer durch das Fenster scheinen. Wir näherten uns lautlos und warfen einen Blick hinein.
    Rose und meine Eltern saßen auf dem Sofa, sie weinten. Ich war mir nicht sicher, ob ich meinen Vater jemals so schlimm schluchzen hatte sehen.
    Roses Handy lag unbeachtet auf dem grauen Teppich und das hatte es nie gegeben. Stattdessen hielt sie ein Foto in der Hand, wir waren vielleicht sieben oder acht Jahre alt gewesen, und der Hintergrund war der alte Spielplatz mit den drei Schaukeln, wo wir jeden Tag nach der Schule hingegangen waren. Dort hatte ich auch Phillip kennengelernt, meinen ersten Schwarm. Wie lange war das jetzt schon her?
    Erst als Habichtrose sich an mich schmiegte und beruhigend mein Ohr leckte, merkte ich, dass ich weinte. Dicke Tränen durchnässten unser Fell und ich wünschte mir nichts mehr, als endlich in meinem Zimmer aufzuwachen, frühstücken zu gehen und Rose zu erzählen, was für einen coolen Traum ich gehabt hatte. "Wenn du willst, können wir reingehen.", murmelte Habichtrose und deutete zu einem Spalt zwischen Tür und Haus. Ich nickte und wir sprangen auf den Rasen. Vorsichtig näherte ich mich dem Eingang und steckte den Kopf durch den Zwischenraum. Es war dunkel, nur der Lichtschein der Lampe aus dem Wohnzimmer erhellte den Flur ein wenig. Ich wollte ins Haus gehen und meiner Familie beistehen, aber eine Katze trat vor mir aus der Dunkelheit und hinderte mich daran, den Flur zu betreten. Rauchvogel schüttelte den Kopf und drängte mich nach draußen. Dann schloss sich die Tür.

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    Geschockt stand ich einfach nur da und jemand hinter mir fauchte: "Du solltest nicht hier sein!" Schwarzherz setzte sich neben mich, währen
    Geschockt stand ich einfach nur da und jemand hinter mir fauchte: "Du solltest nicht hier sein!" Schwarzherz setzte sich neben mich, während Habichtrose vor Schreck zur Seite sprang.
    "Du hast schon gewählt!", brummte der Kater. "Es ist Schicksal. Und du kannst nichts dagegen machen. Jetzt geh zu deinen Freunden, dein Leben ist nicht mehr hier." Ohne ein weiteres Wort verzog sich Draco in die Dunkelheit und verließ unseren Garten.
    Habichtrose flüsterte: "Diesen Kater habe ich schon einmal gesehen. Diese graue Katze auch. Sie haben mir gesagt, dass du uns alle vernichten wirst." "Glaubst du daran?", miaute ich leise und schlich zu der Tanne. Früher hatten Mina und ich immer versucht, auf ihr zu klettern, aber die Nadeln waren einfach zu dicht.
    Sie zögerte kurz. "Ja. Und genau deshalb habe ich Mitleid mit dir. Du bist meine beste Freundin." Ich legte mich neben das Holzkreuz mit der Aufschrift Sky und Blacky RIP und lehnte mich an den Stamm. "Soll ich gehen?", sagte Habichtrose und machte einen Schritt auf das Gartentor zu. Ich schüttelte stumm den Kopf und deutete auf den Platz neben mir. "Gestern habe ich im Wald zwei Katzen getroffen.", fing ich an zu erklären. "Blacky und Sky." Habichtroses Augen wanderten zu der Inschrift im Holz. "Wildherz, sie sind tot." "So heiße ich nicht. Und das weiß ich schon."
    "Wildpfote!" Wir hoben die Köpfe, direkt vor uns saß Blacky. "Aber du heißt jetzt so nicht mehr, oder?"
    Ich lächelte. "Nein. Ich bin jetzt Wildsturm und das ist meine beste Freundin Habichtrose. Sie ist die Heilerin des LibellenClans."
    "Oh!" Sky kam zu uns aus der Hecke zu uns getrabt. "Rosenwolke hat uns so viel von dir erzählt. Sie sagt, dass du ein gutes Herz hast." Habichtrose strahlte.
    Der schwarz-weiße Kater sah zum Nachthimmel und miaute: "Müsst ihr nicht nach Hause? Tigerpfote, Steinpfote und Enzianpfote suchen dich gerade."
    "Aber ich habe doch gar nichts mit Schülern zu tun?", bemerkte Habichtrose mit zusammengekniffenen Augen. Sky flüsterte: "Sie suchen Wildsturm. Wir wissen nicht, wieso."
    "Dann sollten wir gehen." Auf einmal wirkte die Tigerkatze wieder kühl und mein Herz spürte einen Stich. Sie denkt, ich bin ihr Untergang. Und gleichzeitig ihre engste Freundin.
    "Blacky. Sky. Es tut mir leid. Und das wollte ich euch sagen. Deshalb sind wir hergekommen." Blacky schnurrte und seine Schwester korrigierte: "Nein, das seid ihr nicht. Ihr habt die ganze Zeit geschlafen, im Moment wandelt ihr als Geister." Ich senkte meinen Blick auf meine Pfoten und mein Herz raste. Sie waren nicht da.
    Habichtrose freute sich. "Das ist ja der Wahnsinn! Können wir das kontrollieren?" Sky nickte. "Sicher. Aber jetzt nicht. Geht nach Hause." Wie nach einer stillen Vereinbarung traten die Geschwister auf uns zu und berührten unsere mit ihren Nasen.

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    Ich erwachte im selben Moment wieder, indem Sky mich berührt hatte, was wohl das ABGEFAHRENSTE, SELTSAMSTE in meinem ganzen Leben gewesen war! Keine
    Ich erwachte im selben Moment wieder, indem Sky mich berührt hatte, was wohl das ABGEFAHRENSTE, SELTSAMSTE in meinem ganzen Leben gewesen war! Keine Ahnung, aber sogar in eine Iatze verwandelt zu werden, war nicht so krass. Verschlafen blinzelte ich gegen das warme Sonnenlicht und es dauerte einen Herzschlag, bis mir einfiel, dass mein Nest nun bei den Kriegern zwischen Hellschweif und Wüstensonne war. Meine zwei Lieblingsfreundinnen. Juhu.
    "Aufstehen!", giftete der weiße Teufel neben mir und ich sprang auf. Warum durfte sie noch im Moos liegen?
    Taubenschweif und Dunstkralle trabten zu mir, Habichtrose musste sich noch gedulden.
    "Wir gehen auf Jagdpatroullie! Hol Tigerpfote und komm zu den Wurzeln der dritten Tanne!" Sie war die größte Tannen von allen und ein sehr beliebter Treffpunkt für Training oder Patroullien.
    Mit ungeduldig zuckenden Pfoten (ich musste unbedingt zu Habichtrose!) schlenderte ich zu den Schülernestern und warf einen Blick in Tigerpfotes. Es war leer, nur ein paar einzelne Häherfedern schwebten darin und ich pustete eine von meinem Brustfell.
    "Hier!", johlte Tigerpfote hinter mir und ich warf mich noch rechtzeitig herum, um zu sehen, wie die drei Schüler, von denen mir bereits von Blacky berichtet worden war, dass sie mich suchten, nur knapp vor mir Halt machten. Wobei Tigerpfote fast vom Ast fiel, aber das kümmerte sie (und mich) herzlich wenig.
    "Wir haben dich gesucht!" "Und ich dich." "Mich? Echt? Warum?", fragte Tigerpfote, fiel schon fast wieder vom Baum vor lauter Herumhüpfen und ich konnte mir das nicht länger ansehen.
    Tigerpfotes Gesicht war drei Tonnen Eichhörnchen wehrt, als ich sie geradewegs hochhob und sie zu den breiteren Stämmen trug. Steinpfote und Enzianpfote folgten uns wie so ein seltsamer, katzenartiger Hofstaat.
    Dunstkralle rief: "Wildsturm!"
    "Wir gehen auf Patroullie!", schnaufte ich unwirsch und ließ sie wieder auf die Rinde fallen. "Spitze!", jubelte Tigerpfote, ihr hellbraunes Fell mit den reinweißen Streifen glitzerte im Licht, dass durch die kleinen, dunklen Nadeln drang. "Können wir dann reden. Es ist wichtig." "Nein."

    "Da seid ihr!", begrüßte uns Dunstkralle und sah mir einen Moment länger in die Augen. Ich senkte unterwürfig und ziemlich verlegen den Blick auf den Boden, aber der graue Kater hatte sich an Tigerpfote gewandt: "Auf geht's."
    Taubenschweif führte die Patroullie und ich erfuhr, dass sie früher Dunstkralles Schülerin gewesen ist. Tigerpfote auch und freute sich natürlich besonders, weil sie ja jetzt auch Schülerin vom zweiten Anführer sein durfte. Ich weiß, sehr schwer zu erraten, aber sie hatte etwas an sich, dass mir Angst machte, oder auch vielleicht einfach nur nervös. Bei dieser Katze wusste man nie so genau, wann man was sein sollte.
    "Wir gehen zu den Kleewiesen zu der Grenze am FuchsClan-Territorium.", unterbrach Dunstkralle Tigerpfotes und Taubenschweifs Gespräch. Dankbar lächelte ich ihm zu. Wieso traue ich mich nie zu fragen, wo wir jagen? Was ist schon dabei, wenn Tigerpfote weiß, dass ich nicht immer großartig informiert bin? Das stört mich. Danke.

    "Schau, ich hab eine Drossel!" Tigerpfote kam durch das Grün zu mir gesprungen und hielt mir ihren Vogel so nah vor die Nase, dass ich sie schon fast aufgegessen hätte, wenn ich nicht Tigerpfotes EIGENEN Vogel gesehen hätte.
    Taubenschweif und Dunstkralle waren schon zum Jagen in den anderen Sträuchern verschwunden.

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    "Und ich hätte eine Maus, wenn du sie nicht gerade vertrieben hättest..." Sehnsüchtig sah ich dem kleinen, braunen Fleck nach, wie er in
    "Und ich hätte eine Maus, wenn du sie nicht gerade vertrieben hättest..." Sehnsüchtig sah ich dem kleinen, braunen Fleck nach, wie er in der Erde verschwand. Tigerpfote fuhr unbeirrt fort, ich hatte ihre Augen noch nie so leuchten sehen: "Also, Einzianpfote, Steinpfote und ich...wir wollen im BärenClan-Territorium jagen!"
    Ok. Alles klar. "Warte...hey...was?" "Wir sind total mutig!" Mit peitschendem Schweif stürzte sich Tigerpfote auf einen der noch wenig verbliebenen Schmetterling und riss ihm die Flügel auf. Eine Weile flatterte er noch schwach, dann blieb er im Staub liegen.
    Ich fauchte: "Tigerpfote, nein! Der BärenClan braucht seine eigene Beute, gerade jetzt im Winter! Führ dich nicht auf wie ein Junges!"
    Sie legte den Kopf schief und sah mich aus eichhörnchengroßen Augen blinzelnd an. "Was heißt Winter?" "Ein Streunerwort für Blattleere.", nuschelte ich kaum verständlich und musste husten, als Tigerpfote mir so dicht vor die Pfoten sprang, dass ein Erdkrümel in meiner Nase landete. "Schau, wie weit ich springen kann!", lachte sie und raste los, um das nähste Tier zu töten. Die Drossel hatte sie liegen gelassen, müde beugte ich mich herunter, um sie selbst mit ins Lager zu nehmen. Ein ungewöhnliches Muster zierte das Gefieder des Vogels. Es erinnerte mich an Tigerstreifen in Flammen. Aber als ich die Drossel tragen wollte, ließ ich sie schnell wieder fallen und spuckte ein kleines Würmchen aus. Die Drossel verweste bereits!
    Unruhig machte ich mich auf den Weg zur nächsten Mausehöhle, aber meine Gedanken wirbelten durcheinander wie ein Tornado über dem Atlantik und egal wie sie ich sie zu fassen und sortieren versuchte, sie glitten mir durch die Krallen wie Nebel und verhöhnten mich mit meiner Unwissenheit. Würden die drei Schülerinnen es wirklich wagen, im Revier eines anderen Clans zu jagen? Beim BärenClan? Musste ich Dunstkralle davon erzählen?

    Habichtrose und ich liefen gemeinsam durch die drückende Finsternis des Tunnels der zum Mondstein führte, die Haare ihrer Schwanzspitze kitzelten meine Nase, aber ihr Duft beruhigte mich.
    Am liebsten hätte ich sie gefragt, ob sie glaubt, dass wir Eulenschatten und Sonnenruß wiedersehen, aber Wüstensonne war direkt hinter mir und hatte Ohren wie eine Fledermaus. Wie diese lederartigen Vögel wohl schmeckten? Das konnte ich ja Sonnenruß fragen! Vielleicht wusste er es!
    Als wir zusammen in die blaue Höhle traten, stürmten gleich sieben Katzen auf Habichtrose zu, sie mussten Heiler oder Heilerinnen sein. "Nicht ganz...", flüsterte eine unheimliche Stimme in meinem Kopf und Buchstaben erschienen über den einzelnen Katzen.

    Silbern getigerter-grauer Kater, Silbersee, Heiler des BärenClans

    Goldbraune, schöne Kätzin, Bienenpfote, seine Schülerin

    Schwarz-brauner Kater, Finsterkralle, Heiler des TigerClans

    Alte, langhaarige, weiße Kätzin mit großen Augen, Blauglanz, Heilerin des FuchsClans

    Kleine, rundliche, dunkelbraune Kätzin, Lehmpfote, Heiler-Schülerin des RobbenClans

    Stattliche, braun-weiße Kätzin, Windmeer, ihre Mentorin

    Kleiner, grauer Kater, Graupelz, eindeutig RabenClan


    Die Buchstaben verschwanden wieder.

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    "Hallo, Habichtrose!", begrüßte Windmeer meine Freundin, indem sie kurz ihre Nase an ihr Ohr presste und dann Lehmpfote vorschob. "Da
    "Hallo, Habichtrose!", begrüßte Windmeer meine Freundin, indem sie kurz ihre Nase an ihr Ohr presste und dann Lehmpfote vorschob. "Das ist meine Schülerin. Lehmpfote." Lehmpfote neigte den Kopf und blickte aus großen, schönen Augen zu Habichtrose. Sie nickte geschäfftig. "Gratulliere." Mit einem Schwanzschnippen drehte sie sich zu Silbersee. "Wie läuft die Beute." Silbersee war sehr mager und direkt. "Schlecht."
    Dunstkralle gesellte sich zu unserer Gruppe und fragte Silbersee: "BärenClan? Ich suche Graustern. Graupelz, du kommst mit."
    Die Stimme flüsterte: "Sie sind Brüder. Wenn ich mich nicht irre, haben sie sich seit vier Monden nicht mehr getroffen. Ihre Mutter Aschenherz war aus dem TigerClan und ihr Vater Narzissenschweif aus dem RabenClan. Sie sind geflohen als Graujunges, Graujunges und Dunstjunges klein waren."
    Es war wieder ruhig, soweit man bei einer großen Versammlung etwas als leise bezeichnen kann. Ich sah Sonnenvogel zu Luftfeder rennen. "Luftpfote!", schnurrte er und berührte seinen Sohn liebevoll an der Schulter. Luftfeder zuckte zurück und sah zu Boden. "Ich heiße Luftfeder. Auf Wiedersehen, Vater." Er eilte zu einer niedlichen, weißen Kätzin mit schwarzer Schwanzspitze und hellen, grauen Augen.
    "Das ist Rieselpfote." Ganz kurz sah ich ein schreckliches Bild vor mir: Vier kleine Junge, durchtränkt von Blut, wurden von ihren eigenen Eltern von einem Holzzaun herab zu einem Labrador-Welpen hinabgeworfen. Das Bild verblasste und nur der Schock blieb. "Hey!" Sonnenruß trabte zu mir herüber. "Wollen wir wohin gehen, wo es nicht so eng ist?" Ich nickte und wir begaben uns zum Rand der Höhle neben einem glitzerndem, lila-blauen Stein von der Größe eines Dachses. Wir wechselten einen kurzen Blick und machten es uns auf ihm bequem (zum Glück wuchs da Moos!).
    "Vielleicht hast du es schon gehört." Er grinste zu frieden und fuhr mit seinem Schweif leicht über meine Flanke. Die Stellen an denen er mein Fell streifte, prickelten wie Wasser im Bach. "Ich weiß, großer Krieger." Ich gab mir Mühe verspielt zu klingen, aber ich roch noch das Blut von den Jungen und mein Magen machte gerade eine Art Metamorphose und wieder zurück durch.
    Sonnenruß merkte es. "Gibt es bei euch genug Beute?" Er senkte die Stimme. "Wir können uns beim alten, verrotenden Baumstamm bei der RobbenClan-Grenze treffen. Dann nehme ich dir etwas zu essen mit." Er war Gold wert. Aber ich schüttelte nur den Kopf. "Nein, großer Krieger. Es ist nichts. Beziehungsweise egal. Ich bin jetzt Wildsturm!" "Hmm." Er legte den Kopf schief. "Wildherz hätte meiner Meinung nach besser gepasst. Du bist wie ein freier Vogel. Wie Katniss aus Die Tribute von Panem. Meine Katniss. Darf ich dich kleine Blume nennen? Das passt so schön zu dir." Mein Wangenfell leuchtete dunkelrot. "Sicher." Dies war das erste Mal, dass ich daran gedacht hatte, eigene Jungen zu bekommen. Mit Sonnenruß. Aber das durfte ich nicht. "Ich muss los. Habichtrose hat mich gerufen." Ich sprang vom Glitzerstein und wagte es nicht, dem orangenen Kater ins Gesicht zu sehen. "Wirklich?" Seine Stimme wirkte verwirrt. "Ich habe nichts gehört. Bleib noch." Ich seufzte. "Doch. Ich schon."
    "Wildherz." Habichtrose fand mich verloren in der Nähe des Anführerkreises, Luchsstern (Anführerin des TigerClans, hübsche Katze mit rauchigem, rotem Fell) und Muschelstern (die schildpattfarbene Kätzin) führten gerade eine hitzige Diskussion über Ratten und wie man sie am besten erledigte.
    "So heiße ich nicht." Habichtrose berührte meine Pfote mit ihrer und flüsterte: "Für mich wirst du immer so heißen, du Dummkopf. Wir gehen weg." "Wohin?", miaute ich zurückhaltend und warf einen Blick auf die Clans um mich herum. Der Winter würde jeden Moment eintreffen und so sahen auch die meisten aus.

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    Es was sowieso egal. Vogelstern rief uns zusammen und verließ die große Versammlung. Ich spürte Habichtroses durchdringende, kalte Blicke, aber ich
    Es was sowieso egal. Vogelstern rief uns zusammen und verließ die große Versammlung. Ich spürte Habichtroses durchdringende, kalte Blicke, aber ich drehte mich nicht um. Genauso wie Sonnenruß'.
    In dieser Nacht schlief ich schlecht, in einem Augenblick war ich bei Ahornschatten im anderen bei Wolkenblatt. Beide redeten viel auf mich ein, aber ich konnte sie nicht verstehen, weil der Wind so laut war und Braunstern in der Nähe jemanden quälte. Vielleicht wollte ich auch einfach nicht zuhören. Nur ein einziger Satz blieb mir in Erinnerung und ich hatte keine Ahnung, ob Wolkenblatt oder Ahornschatten oder beide ihn zu mir gesagt hatten.

    Wenn Vogelstern dich in der Nacht, in der du Kriegerin wurdest, nicht aufgesucht hat, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder er hat Angst vor dir oder er plant noch, wie er dich erwischen könnte.

    Er war damals nicht zu mir gekommen.

    Ich saß auf meinem Lieblingsplatz, einem hohen Ast in der Nähe der Kriegernester und beobachtete Luftfeder und Schwarzsturm. Es war nichts anderes zu erwarten gewesen, als das der grau-blaue Kater Erdbeertraum zur Gefährtin nehmen würde, aber es störte mich trotzdem. Schwarzsturm anscheinend auch. Er kletterte zu mir.
    "Hi." Ohne groß zu zögern, schlug ich ihn auf die Nase und zischte: "Verschwinde!" Er grinste nur. "Ts, ts. Unhöflich. Wollen wir jagen?" "Nein.", fauchte ich. "Mach doch mit Laubpfote!" Kälte trat in seine Augen und seine Krallen erwischten mich heftig am Ohr. Mein Blut tropfte auf die Rinde und ich wich erschrocken zurück. Er lächelte. "Jetzt bist du nicht mehr so mutig? Dabei bist du doch so eine tapfere Schülerin gewesen." Ich wagte es nicht mich zu rühren. Sollte ich um Hilfe rufen? Wegen dem Angreif einer unserer Krieger? Schwarzsturm rückte näher zu mir und säuselte: "Er heißt jetzt Laubrache. Wir waren schon gestern gemeinsam bei ihm." Meine Anspannung ließ nach. "Ich dachte, du wolltest dich nicht mehr mit ihm treffen?", fragte ich. Mein Blick fiel auf Erdbeertraums Kinder, die um sie und Luftfeder herumtobten. Es waren drei gesunde Kätzinnen: Fliederjunges, Dornenjunges und Schmetterlingsjunges. Gefundenes Fressen für Vogelstern dachte ich und erschauderte. "Hörst du mir etwa nicht zu?", knurrte Schwarzsturm leise und stieß mir grob in die Seite. "Lass es!", miaute ich frustriert und versuchte weiter wegzurutschen, aber es war kein Platz mehr. Sein Grinsen wurde nur noch breiter und ich wollte ihm helfen. Vielleicht klang das, nein, SICHER klang das verrückt. Aber wahrscheinlich brauchte er nur einen guten Freund. "Es ist in Ordnung.", flüsterte ich liebevoll und sah in seine tödlichen Augen. "Ich bin eine Streunerin, ich weiß, wie es ist, anders zu sein. Und so etwas bringt eine das Wichtigste von allem bei: Mitgefühl." Er schaute nachdenklich. "Kommst du mit, heute Abend? Ich werde Laubrache an der Grenze treffen beim Klee. Ich will nicht alleine sein." "Ja."

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    Wir gingen los, als die Sonne die größten Schatten warf, und ich hatte Habichtrose nichts erzählt. Jake hatten wir berichtet, dass wir jagen gingen
    Wir gingen los, als die Sonne die größten Schatten warf, und ich hatte Habichtrose nichts erzählt. Jake hatten wir berichtet, dass wir jagen gingen, was der rote Kater kopfnickend zur Kenntnis genommen hatte. Aber ich hatte die Tränen gesehen. Es war kein großes Mysterium, dass Feuersterns Vater Erdbeertraum wohl mehr als sein eigenes Leben liebte, und ihre Beziehung zu Luftfeder riss ihn innerlich in zwei.
    "Schnell." Wie Schatten glitten wir über den Boden, unbemerkt, unaufhaltbar. "Hierher." Das Klee wirkte in der Finsternis wie kleine Sterne und ich fragte mich, ob Katzen wohl auch als Pflanzen wiedergeboren werden konnten. Schattensturm und ich warteten schweigend und ich traute mich nicht, mich zu bewegen, weil er so angespannt aussah. An was dachte er gerade? Was fühlte er?
    Mein Blick glitte über seine Schultern. Sie waren verkrampft. Seine schwarzen Pfoten zupften unablässig am Klee, die Erde und winzige Steinchen hingen an den Krallen. Es war nicht sehr schwierig zu wissen, was in ihm vorging. Er war nervös.
    "Bruder?"
    Laubrache trabte zu uns, er ließ mich keinen Augenblick aus den Augen. Sie waren wie Gift und fraßen sich tief in meine Seele.
    Schwarzsturm blieb gelassen und ignorierte die deutlich spürbare Feindseligkeit. Er miaute: "Du hast gesagt, du redest mit Molchschatten, dass er keine Übungsangriffe mehr auf den LibellenClan machen soll." Ein Lächeln umspielte Laubraches Lippen. "Bitte. Darf ich?" Ich schubste Schwarzsturm vorsichtig an der Seite und wartete, bis ich seine Aufmerksamkeit hatte. "Wer ist Molchschatten?" Er schnurrte. "So jung und wissbegierig! Deine Neugier wird dir mal dein Grab schaufeln, Kleine. Falls das nicht schon deine Naivität macht. Aber wo du schon fragst. Molchschatten ist der Zweite Anführer des FuchsClans und zuständig für sämtliche Patroullien und die Trainingsabläufe. Man erzählt sich, dass er früher ein Hauskätzchen war, aber wer schon einmal Kontakt mit seinen Krallen hatte, sollte das bezweifeln. Ich glaube aber nicht, dass dich das etwas angeht."
    Laubrache trat einen Schritt näher zu mir und schnurrte: "Molchschatten ist unser Vater. Unsere Mutter hieß Weißfleck, aber die musste ich leider töten. Sie hat angefangen, mir hinterherzuspionieren, wenn ich mich mit Schwarzsturm treffe und ihre Predigten haben sowieso schon immer genervt. Aber offiziell ist sie bei einem Trainingsunfall gestorben. Sie war auch meine Mentorin." Mein Nackenfell stellte sich auf. "Du bist ein Mörder." hauchte ich. "Bitte, Schwarzsturm, lass uns gehen. Das hier ist nicht mehr dein Bruder. Du hast ein neues Leben. Du musst weitergehen." Schwarzsturms Augen blickten kalt. "Warum sollte ich? Der LibellenClan und der SternenClan haben mich von meiner Familie getrennt, aber das lasse ich nicht zu. Mein Platz ist nicht in den Reihen der LibellenClan-Katzen. Er ist es auch nie gewesen. Und jetzt sei leise und halt still. Oder willst du, dass Molchschatten morgen eine Patroullie in unser Territorium führt? Wie damals, als Nusspelz und du das erste Mal trainiert habt. Willst du das?" Langsam bekam ich es mit der Angst zu tun. Ich wollte Abstand zu den Brüdern, aber Schwarzsturm trat hinter mich und hielt mich am Nacken fest.

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    Wimmernd versuchte ich mich seinem Griff zu entwenden, doch er war zu stark und meine Muskeln zu erschöpft vom vergangenem Tag. Laubrache lächelte g
    Wimmernd versuchte ich mich seinem Griff zu entwenden, doch er war zu stark und meine Muskeln zu erschöpft vom vergangenem Tag. Laubrache lächelte glücklich. "Schwarzsturm hat mir ein Angebot gemacht. Wenn ich mit dir abends spielen darf, bringe ich Molchschatten tagsüber davon ab, zum Spaß deine Clan-Gefährten anzugreifen." Was sollte ich nur tun?
    Seine Krallen waren schärfer als sie aussahen. Mit gewaltigem Schwung rissen sie meine Flanke auf, ich zappelte und Blut färbte die grüne Wiese rot.
    Die nächste Attacke war langsamer, weniger zielgerichtet, tat aber bei Weitem nicht weniger weh. Durch den kräftigen Schlag von Laubraches Pfoten auf meine Brust, musste ich husten und zuckte zusammen, als Schwarzsturm noch fester zubiss. Tu es für deine Freunde. Dann werden sie morgen sicher sein. "Warum machst du das?", heulte ich, als Laubraches Zähne an meinem Schweif rissen und Schwarzsturm mich auf den Bauch drückte.
    Sein Bruder sagte: "Wie soll ich meinen Gegner angreifen, wenn ich nicht den leisesten Schimmer habe, wo es am meisten schmerzt? Da wirst du mir helfen. Danke, übrigens."
    Nachdem Laubrache fertig war und die grüne Wiese verlassen hatte, war bei mir sämtliches Zeitgefühl verloren gegangen. Schwarzsturm ließ mich los und ging weg. Ich blieb liegen, über mir Sterne, die zu flüstern schienen: "Gut gemacht, Wildherz. Du warst so tapfer. Du bist eine gute Kriegerin."

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    Als ich blinzelnd meine Augen wieder öffnete, sah ich Habichtrose, die mir den Rücken zuwandte und vor sich hin murmelte, während sie Kräuter sort
    Als ich blinzelnd meine Augen wieder öffnete, sah ich Habichtrose, die mir den Rücken zuwandte und vor sich hin murmelte, während sie Kräuter sortierte. Ich war im Heilernest. An meinen Wunden klebten Netze und Schorf und die Verletzung am Ohr, die ich von Schwarzsturm erhalten hatte, brannte wie Feuerameisen. Leise stöhnend richtete ich mich auf und schüttelte mein Fell. Ein wenig Schnee hing daran und hatte es feucht gemacht.
    Habichtrose knurrte erschöpft und schob mir seltsame, kleine, blau-rote Beeren vor mein Moos. "Iss." Ich gehorchte ohne zu zögern.
    "Also." Sie nahm ein paar lange, gezackte Blätter und tat Thymian dazu. "Jetzt erzähl mal. Was war los? Dass Schwarzsturm und du euch beim Jagen getrennt habt und er dich nicht mehr finden konnte, würde ich nicht glauben, wenn es eine SternenClan-Katze mir erzählen würde. Verlogener, blöder Kater. Halt ja Abstand zu ihm. Er ist hinterhältig."
    "Ach, was du nicht sagst.", brummte ich. "Es hat geschneit." "Hasenhirn."
    "Ich hoffe ja wohl, dass du nicht so mit anderen Verletzten umgehst!", konterte ich verärgert und schnippte ein Stückchen Laub von meinem Hals. "Das ist ja furchtbar!"
    Mit einer gekonnten Bewegung wischte Habichtrose die Packung beiseite und wirbelte zu mir herum. "Das sagtest du bereits. Jetzt."
    Ich senkte den Kopf. "Er wollte sich mit Laubrache treffen. Seinem Bruder." Sie nickte langsam. "Ich dachte, wenn ich mich mit ihm anfreunde, kommt er über seine Abstammung im FuchsClan hinweg. Also, mit Schwarzsturm. Er hat mich ausgetrickst." Ich erzählte ihr von den Geschehnissen und mit jedem weiteren Satz stellte sich ihr Fell noch steiler auf. "Großer SternenClan!", jaulte sie schließlich nach dem Schluss. Mit unkontrolliert zitterndem Schweif begann sie, herumzutigern. "Wildherz, du darfst dich in so etwas nicht einmischen. Das ist gefährlich! Und der LibellenClan braucht dich und deine Krallen!"
    "Molchschatten hätte wieder Angriffspatroullien zu uns geschickt, um die Schüler zu trainieren, wenn ich nicht mitgemacht hätte." Tränen brannten noch mehr als der Schlitz im Ohr. "Ich hatte Angst." "Ich weiß." Mir fiel auf, dass Habichtroses Augen lila waren, wenn sie sich beruhigte, und tiefblau, wenn nicht. Ihre Augen funkelten wie kleine Diamanten und gaben mir Kraft. Sie flüsterte: "Manchmal gibt es zwei richtige Möglichkeiten im Leben. Die Wahl, die du gestern getroffen hast, für deinen Clan zu leiden, war für die Kriegerin in dir richtig, für unseren Clan. Aber was sagt der Mensch in dir? Es gibt sicher auch eine Alternative, die auch für deinen Körper richtig ist. Und für meine Kräuter. Ich kann dich nicht jeden Tag behandeln, wenn du dich absichtlich verletzen lässt. Mach, was du willst, du lässt dir eh nichts sagen. Aber du gehst da heute Abend nicht hin." Habichtrose ging und verschwand im Schneefall.

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    Manchmal bereute ich es auch, eine Heiler-Katze als beste Freundin zu haben. Sie konnte nicht kämpfen. Aber eins war klar: Wenn ich nicht einen Weg f
    Manchmal bereute ich es auch, eine Heiler-Katze als beste Freundin zu haben. Sie konnte nicht kämpfen. Aber eins war klar: Wenn ich nicht einen Weg fand, Schwarzsturm und Laubrache zu besiegen, würde es für eine Menge Katzen böse ausgehen.
    Zaghaft näherte ich mich den Hauptästen und ließ meinen Blick über die Krieger, Schüler, Königinnen und Älteste wandern. Natürlich hätte ich auch Sonnenruß um Hilfe bitten können, aber es fühlte sich falsch an. Das war mein Kampf. Der Kampf meines Clans.
    Astjunges und Rauchjunges rauften spielerisch miteinander und Erdbeertraum ließ sie genauso wenig wie ihre eigenen Jungen, Dornenjunges, Schmetterlingsjunges und Fliederjunges, aus den Augen. Sie tat mir leid mit ihren fünf Kindern. Wann würden Rauchjunges und Astjunges wohl von ihrer Vergangenheit erfahren?
    Erdbeertraum war keine gute Verbündete, ebenso wenig wie Honigwind. Sie hatten beide selbst zu viele Probleme. Dunstkralle oder Nusspelz? Nusspelz und Krähenfuß waren zu alt zum Kämpfen und Dunstkralle wollte ich als Zweiten Anführer nicht auch noch zusätzlich belasten. Vogelstern kam erst recht nicht in Frage. Wen gab es noch? Wüstensonne, Federfell, Taubenschweif, Hellschweif, Milchblüte und Jake. Hellschweif und Wüstensonne misstrauten mir, seitdem sie mich zusammen mit Dunstkralle bei Sonnenpfote erwischt hatten. Milchblüte kam mir etwas naiv vor, sie würde mir wegen Schwarzsturm, ihrem Clan-Gefährten, nicht helfen. Federfell war schlicht und einfach ängstlich, was vielleicht auch der Grund war, dass Vogelstern sie nach ihrer Zeremonie nie erwischt hat. Taubenschweif...dasselbe Problem wie bei Milchblüte.
    Ok.
    Da waren ja noch die Schüler.
    Ich überlegte, damit ich niemanden vergaß. Enzianpfote, Steinpfote...Tigerpfote...
    Meerschweinchenpfote. Es war höchstwahrscheinlich, dass sie auch halb Mensch war, ich hätte längst mit ihr reden sollen! Die schüchterne Schülerin saß gerade neben ihrer Mentorin Wüstensonne und sie unterhielten sich.

    ...

    Wo waren Tigerpfote, Enzianpfote und Steinpfote, wenn ihre Mentoren im Moment alle im Lager waren?

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    Ich glaube, ich war noch nie so schnell und lange in meinem Leben gerannt. Meine Brust hob und senkte sich wie die eines fast Ertrunkenen, meine Pfote
    Ich glaube, ich war noch nie so schnell und lange in meinem Leben gerannt. Meine Brust hob und senkte sich wie die eines fast Ertrunkenen, meine Pfoten zitterten wie...keine Ahnung, was halt zittert und ich fiel bei der BärenClan-Grenze torkelnd direkt ins Brombeergestrüpp. Wie ich diese Dornen hasste! Da sah man mal wie schön einfach wir es im LibellenClan-Territorium hatten, es gab selten Sträucher, Büsche, Farne ect., eigentlich nur Nadelbäume.
    Der Duft der drei Schülerinnen lag noch in der Luft, aber ich wusste es bereits. Ich war zu spät. Und hatte keine Ahnung, wo Habichtrose war, wenn ich sie mal wieder brauchte.
    Es sollte die Pflicht jedes Lebewesens sein, ein Handy zu besitzen.
    Aber wenn ich Glück hatte, konnte ich sie finden, bevor der BärenClan es tat. Ich musste einfach lächeln. Ich hatte ja Freunde.
    "Blacky?", fragte ich freundlich. "Kannst du mir helfen? Sky?"
    Die schneeweiße, blau leuchtende Jungkatze erschien und miaute höflich: "Hallo, Wildherz. Ich habe dich schon länger nicht mehr gesehen. Blacky kann ich gerade nicht finden, aber ich will dir helfen."
    "Danke, das bedeutet mir viel. Drei Schülerinnen von meinem Clan befinden sich im Moment auf dem BärenClan-Territotium und ich habe Angst, sie nicht rechtzeitig finden zu können."
    "Denkst du gerade an sie?", fragte Sky und legte ihren zierlichen Schweif sorgsam um ihre winzigen Pfötchen. Sie war recht klein für ihr Alter, aber die Muskeln an ihren Schultern verrieten, dass sie gerne kletterte oder zumindest eine gute Läuferin war.
    Ich nickte. Sky schloss die Augen und berührte meine Nase mit ihrer, während ich nur verwundert blinzeln konnte.
    Im nächsten Augenblick saßen wir in den Zweigen einer stämmigen Eiche, unter uns drei kleine Gestalten. Eine hatte ein getigertes Fell. Tigerpfote! Ich wünschte, ich hätte sie eine Plage nennen können, doch sie war viel schlimmer.

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    Ich wollte wirklich zu Tigerpfote hinunter springen, ihr den kleinen, getigerten Hals umdrehen und sie zurück ins Lager schleifen. Am besten Vogelste
    Ich wollte wirklich zu Tigerpfote hinunter springen, ihr den kleinen, getigerten Hals umdrehen und sie zurück ins Lager schleifen. Am besten Vogelstern vor die Pfoten. War mir doch egal. Aber ich würde es wohl auf das Springen belassen müssen.
    Noch nicht einmal dazu sollte ich kommen. Eine BärenClan-Patroullie donnerte auf die drei seltsam ruhigen Schüler zu, und ihr Führer, ein dunkelgrauer Kater mit blitzenden hellbraunen Augen machte so knapp vor Steinpfote halt, dass die graue Kätzin einen Satz nach hinten machen musste. Sie stolperte über einen Stein und landete mit dem Gesicht im Matsch. Leise stöhnend richtete sie sich wieder auf.
    Tigerpfote war die Ruhe vor dem Sturm selbst; mit großen, selbstsicheren, nein, beängstigenden Schritten bewegte sie sich zum grauen Kater. Seine Gefährten, eine weiß-graue Kätzin und ein dunkelbrauner Kater mit Hinkefuß fauchten verärgert, der Graue gebot ihnen mit einem Schweifwedeln Einhalt, was sie aber nur ungern zu befolgen schienen. Ich sah die silbernen Krallen der Kätzin in der Sonne blitzen. Was waren meine Möglichkeiten?
    "Guten Tag.", grüßte Tigerpfote freundlicher als ich es je erlebt hatte. Der Kater knurrte.
    "Ich bin Bella. Meine Gefährtinnen, Dove und Flower, und ich sind weit gereist, um zum berühmten BärenClan zu gelangen.", fuhr sie fort. "Und hier sind wir endlich nach Monden."
    Einen kurzen Moment schien die Kätzin aus der Bahn geworfen und fragte verwirrt: "Sind wir berühmt, Felsenbart?" Der graue Kater schüttelte den Kopf, wusste aber anscheinend nicht recht, wasver sagen sollte. "Keine Ahnung...vielleicht? Ich bin mir nicht sicher. Ich muss Graustern fragen."
    Steinpfote miaute: "Musst du nicht. Denn unsere magischen Begabungen haben uns gezeigt, dass ihr es seid. Wir wissen nämlich, wie eure Namen sind. Flower?"
    Sie hatte Angst. Angst strömte in Wellen von Enzianpfote aus, ich konnte ihr kleines Herz klopfen hören. Sie wollte nicht hier sein. Sie sollte auch nicht.
    "Ja.", flüsterte sie mit zitternder Stimme. "Dove sagt die Wahrheit. Felsenbart, Schimmerwolke und Mausherz, so heißt ihr."
    Felsenbart wurde unruhig. "Wer hat euch das erzählt? Kenn...kenn ich euch von einer Großen Versammlung? Ihr...riecht nach LibellenClan. Seid ihr Schüler? Sicher seid ihr das." Seine Augen wurden wieder schmaler. "Verschwindet aus unserem Revier!"
    "Es gibt keinen Grund zur..." Mit einer heftigen Genauigkeit schoss Felsenbarts Pfote durch die Luft und spaltete Tigerpfotes Zunge genau in der Mitte. Unheimlich viel Blut breitete sich in einer Lache auf der Erde aus und die junge Schülerin jaulte vor Schmerz und Schreck.
    Steinpfote sprang vor. "Der SternenClan schickt uns! Es ist unsere Aufgabe, dem BärenClan beizutreten und ihn stärker zu machen!"
    "So ein Mäusemus!", zischte Schimmerwolke. "Ihr habt unsere Namen einfach von euren froschgesichtigen, libellenköpfogen Mentoren gehört und wollt ausreißen! Felsenbart, bitte!"
    "Wir zeigen euch, wie es LibellenClan-Schülern ergeht, die sich auf unser Revier wagen.", knurrte Felsenbart bedrohlich und nickte.
    Im Nu waren die Schüler eingekesselt. Einzianpfote miaute ängstlich: "Wir sind durch ihr Territorium gereist! Deshalb riechen wir so! Wenn ihr uns wehtut...wird der SternenClan den gesamten BärenClan vernichten und eure Nachkommen werden Blut an den Pfoten haben! Das Blut abertausender Clan-Katzen!"
    Es blitzte und donnerte. Am hellichsten Tag.

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    Wie auf Befehl hechteten die BärenClan-Krieger ein paar Schritte von den "Magiern" weg. Felsenbart hustete. Während Schimmerwolke zu ihm l
    Wie auf Befehl hechteten die BärenClan-Krieger ein paar Schritte von den "Magiern" weg. Felsenbart hustete. Während Schimmerwolke zu ihm lief, um dem asthma-kranken Kater zu helfen, legte sich Mausherz demütig auf die Seite und schielte unsicher zu Tigerpfote und ihrem Gefolge hinüber.
    Diese lag ebenfalls am Boden. Ihr Blick wurde trüb. "Nein!", kreischte Steinpfote und stürzte zu ihrer besten Freundin. "Ti...Bella!" Mausherz reagierte nicht. Tigerpfote noch weniger. Sie starb.
    Enzianpfote wimmerte leise, legte sich ihren Schweif um die Brust, kauerte sich zu Boden. "Wo ist Mama?", flüsterte sie, ihre Augen huschten unruhig hin und hier, wie die eines Marders auf der Jagd nach Meerschweinchen. Nur ein wenig gruseliger.
    Ich konnte mir das nicht mehr mitansehen. Jemand musste jetzt angreifen, sonst war es für immer für alles zu spät.
    Es ging nicht. Jemand hielt mich fest. Ein Geruch nach Schatten und Finsternis umgab uns und ich wusste, was los war. "Bitte, Ahornschatten. Jetzt nicht. Ich verspreche, ich komme heute wieder in meinen Träumen zu dir, aber es ist wichtig!"
    Ein tiefes Schnurren erfüllte die Kehle meines Angreifers. "So heiße ich nicht. Ich konnte Ahornschatten noch nie leiden. So naiv. So kopflos. Ein Herz, das meiner Meinung nach immer noch zu stark schlägt. Nein. Ich heiße Hetzschweif. Kriegerin des RabenClans. Zumindest in der Zukunft. Du hast meinen Vater verletzt. Aber darum geht es jetzt nicht."
    Steinpfotes Fell plusterte sich auf und Dove trat zu Mausherz. "Du!" Anklagend deutete sie mit ihrer Pfote auf ihn und hob das Kinn. "Du wolltest uns angreifen! Uns! Götter!" "N..nein...meine Gefährtin erwartet Junge...bitte...es..." Felsenbart hatte sich wieder erholt und schnippte Steinpfote auf die Schulter. "Entschuldigung, Allmächtige, das war ein Fehler riesigen Ausmaßes. Er verdient es nicht zu sterben. Sein Jagdinstinkt hat dem Clan schon viele Monde lang geholfen und soll es, Gnädige, noch weiter tun. Bitte erweist mir die Ehre und lasst mich euch zu unserem Lager führen. Graustern wird euch unbedingt sehen wollen, ...Götter."

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    Erst als die Patroullie mit Flower und Dove verschwunden war, wagte ich es wieder, etwas ruhiger zu atmen. Hetzschweif hielt mich noch immer fest umkl
    Erst als die Patroullie mit Flower und Dove verschwunden war, wagte ich es wieder, etwas ruhiger zu atmen. Hetzschweif hielt mich noch immer fest umklammert, ihr Fell stank nach Schimmel und etwas, das ich nicht richtig einordnen konnte.
    Ich hatte noch nie etwas so schnelles gesehen. Wie der Blitz kletterte Blacky die Rinde zu uns hoch und fuhr der Kätzin mit ausgefahrenen Krallen über die Stirn. Jaulend sprang sie vom Baum und landete mit einem unheimlichen Knacken auf dem Boden, direkt neben Tigerpfote.
    "Du hast...eine Finsterwald-Katze getötet.", keuchte ich und verließ die luftigen Höhen der Äste. Blacky folgte mir. "Nein. Man kann bereits tote Katzen nicht mehr umbringen. Sie wird bald wieder zu sich kommen. Und bis dahin solltest du weit weg von diesem Ort sein und den Entschluss gefasst haben, nie wieder zu kommen."
    "Habe ich schon jetzt." Tigerpfotes blaue Augen waren weit aufgerissen und doch so ausdruckslos. "Das hat sie nicht verdient!", schrie ich und wusste selbst, dass ich viel zu laut war. Keuchend kauerte ich mich zu der schönen Schülerin, ihr Fell duftete friedlich nach Gänseblümchen und Klee. Und Blut.
    Ich sah mir ihr rotes Gesicht genauer an, besonders die Zunge. Felsenbart hatte sie nicht nur in zwei geteilt, sondern ihr den gesamten Rachen kaputt gerissen. Ich schluckte. So...grausam. Aber taten Menschen, nicht alle, aber taten das nicht einige Menschen täglich? Es war Fleisch. Nur Fleisch. Vorsichtig entfernte ich mich ein paar Schritte. "Oh SternenClan. Weißt du, wo Habichtrose ist?" Blacky miaute: "Nein. Aber du lässt Tigerpfote hier, wir haben beide nichts gesehen und nicht gehört und waren niemals da." Ich hob den Kopf. "Ist es nicht deine Aufgabe, die Schüler meines Clans auf Ehrlichkeit zu überprüfen?" Er seufzte. "Manchmal geht Güte über Ehrlichkeit, Wildherz. Tigerpfote hat sich selbst und ihren Clan verraten, sie würde nicht wollen, dass man ihren Tod so in Erinnerung behält." "Du hast recht. Wir gehen."
    Schweigend liefen wir zusammen zum grünen Pfad, ich hatte keinen blassen Schimmer, was ich dort wollte. Würde ich Tigerpfotes Gelächter noch einmal hören? Nein, es war still. Nur ein Kuckuck sang in der Nähe sein Klagelied, garantiert hätte dich Tigerpfote auf die Suche nach ihm gemacht.
    Also tat ich es für sie. Er war nicht sehr schwer zu finden und das Töten war sogar noch einfacher. Dummer, dummer Vogel. Ich wusste nicht, was ich fühlen sollte, als ich das warme Tier in den Mund nahm und zum Lager zurücklief. Blacky war längst verblasst.

    Du wolltest jagen gehen. Weil es schon so kalt ist, hast du die ganze Zeit nur einen Kuckuck gehört und nach ihm gesucht. Erst als es schon spät war, hast du ihn gesehen.
    Nein, ich war nicht bei der BärenClan-Grenze.
    Nein, Schreie habe ich auch nicht vernommen. Ich habe mich auf den Kuckuck konzentriert.
    Warum? Woher sollte ich wissen, wo Steinpfote, Enzienpfote und Tigerpfote waren? Keiner von ihnen ist mein Schüler.


    Wer würde wohl mein erster Schüler sein?

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    "Ahornschatten? Ich bin da." Der Nebel wirkte noch kälter als sonst, so abweisend, isolierend. "Hi." Grinsend kam die DonnerClan-
    "Ahornschatten? Ich bin da." Der Nebel wirkte noch kälter als sonst, so abweisend, isolierend. "Hi." Grinsend kam die DonnerClan-Kätzin auf mich zu. Ich legte die Ohren flach an. "Du schuldest mir noch etwas." "Schätzchen, willst du spielen? Och, bitte!" "Nein!" Mit gesträubtem Nackenfell machte ich einen energischen Schritt nach vorne und war auf einmal größer als Ahornschatten. Ich war gewachsen.
    "Langsam, Mausi, ruhig." Immer noch lächelnd ließ sie sich nieder und ringelte ihren Schweif um mich. "Setz dich, Kindchen." Ich war brav. Also machte ich es.
    "Du wolltest schon immer mal in den See gucken. Du hast sogar dafür gekämpft. Also hast du es verdient."
    "Wo ist der Hacken?"
    Ahornschatten lachte.
    "Der Hacken ist die Sache selbst!"
    Gut gelaunt spazierten wir zusammen zum See, Ahornschatten erzählte mir von dem Kater, den sie letzte Woche eiskalt gekillt hatte. Und von den zwei Jungen. Und vom Ältesten aus dem FlussClan. Zwei Kriegern aus dem TigerClan. "Von wegen Tiger!", jauchzte sie. "Wie Hamster sahen die aus!" Wie schön ihr Blut sich an ihren Zähnen angefühlt habe, sagte sie mir. Ich hatte Angst.
    "Da!" Sie deutete mit dem Kinn zum Wasser. "Hol es dir Mädchen!" Ich schlich zum Ufer. Die Flüssigkeit war grau, so wie Blei. Blei war giftig. Der körnige Sand und die unangenehmen Kiesel wurden von kleinen Algen durchzogen und verfingen sich in meinem Fell und Ballen. Ganz langsam beugte ich mich hinunter. "Was jetzt?", fragte ich fast lautlos. Ahornschatten saß neben mir. "Trinken." Ihr kräftiger Schlag auf meinem Kopf ließ mich vornüberkippen und eine Mischung aus toten Ratten, Rost, Schleim und Dunkelheit drang in meinen weit aufgerissenen, schreienden Mund.
    Ich sah so viel Blut. Krallen blitzten auf, überzogen sich mit Schatten. Ein schwarzer Kater rannte an mir vorbei, ein roter hinterher. Todesangst schwebte in der Luft.
    "Sandsturm!"
    "Wolkenschweif!"
    "Graustreif?"
    "Weißpelz?"
    "Feuerstern!"
    "KNOCHEN!"
    Ein Schüler ging neben mir zu Boden und starb. Krallen bohrten sich wie Stacheln in seine Flanke. Ich sah einen Knochen. Kreischend wandte ich mich ab, eine Pfote erwischte mich am Ohr, an der Stelle, die schon Schwarzsturm attackiert hatte. Der schwarze Kater war wieder da.
    Jungen wurden einem Welpen zum Fraß vorgeworfen. Es waren ihre eigenen Eltern. Blaugraues Fell blitzte auf, aber der Nebel schien alle Farben zu verschlucken.
    Habichtrose starrte mich mit weit aufgerissenen Augen an. Zumindest ihr Körper. Ihre Seele war schon weit, weit fort.

    Ich schrie noch lauter. Tausend Zähne rissen an meinem Pelz, Sonnenruß saß vor mir. "Ist es vorbei?", hauchte ich. Seine Zähne blitzten. "Es wird nie vorbei sein!"

    Zitternd schwamm ich zurück ans Ufer. Die Wellen oder Ahornschatten hatten mich hinausgetrieben, aber von der hinterhältigen Kätzin war nichts mehr zusehen.
    Ich lief durch den Wald und ließ die Gedanken schweifen. Ich musste das verarbeiten. Zum Wohle meines Clans. Die ersten Sterne verblassten schon.

    Jetzt begriff ich, dass ich nicht länger träumte, sondern in den Himmel über mir starrte. Manchmal war es gut, seine Zukunft nicht zu kennen. Tja. Zu spät.

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    Ich hatte zu gewartet. Wenn ich jetzt nicht mit Meerschweinchenpfote sprach würde ich es für immer bereuen und vielleicht sogar deshalb sterben. Ich
    Ich hatte zu gewartet. Wenn ich jetzt nicht mit Meerschweinchenpfote sprach würde ich es für immer bereuen und vielleicht sogar deshalb sterben. Ich brauchte mehr Informationen. Und dieses Mal konnte mir Habichtrose nicht helfen. Es war Zeit, eine neue Freundschaft zu knüpfen.
    Meerschweinchenpfote hatte ihr Nest ganz am Rand der anderen Schüler, ihre einzige Nachbarin war wohl Steinpfote gewesen.
    Die Schülerin schlief noch. Wer war noch einmal ihre Mentorin gewesen?
    "Aufwachen, Meerschweinchenpfote, sofort! TRAINING!" Ich hatte Wüstensonnes Gehaule schon so oft gehört und ich musste grinsen, als mir auffiel, wie leicht es inwischen war, sie nachzuahmen.
    Meerschweinchenpfote sprang auf. "Was! Entschuldige, ich bin schon bereit!" Ich hatte erst mal den Lachflash des Jahrhunderts. "Oh..." Verlegen scharrte sie mit den Krallen am Moos. "Ich dachte...das war..." "Na gut.", miaute ich. "Gebe zu, es war ziemlich schräg." "Etwas."
    "Dann lass uns gleich mit etwas schrägerem weitermachen! Komm!" Wir liefen in den Wald und zwar an den Ort, wo ich damals mit Sonnenruß übernachtet hatte. Er löste nichts mehr als ein kurzes Kribbeln aus und ich war stolz wie Schwarzstern, dass ich kaum noch Gefühle für ihn hatte. Das war gut. Ich war stark.
    "Setz dich und kau an der Wurzel rum. Ne, Blödsinn, ich muss mit dir über etwas sehr Wichtiges reden.", zwitscherte ich fröhlich und nickte ihr einladend zu. Sie miaute ein zögerliches: "In Ordnung. Aber ich kann nicht lange, Wüstensonne wollte gleich mit mir trainieren gehen." Ob es dem Clan schon aufgefallen war, dass drei ihrer Schüler immer noch fehlten?
    Ich überlegte noch, wie man so eine Frage am besten stellte, als Meerschweinchenpfote flüsterte: "Du stehst aber nur auf Kater, oder?"
    "Ja." Unbehaglich starrte ich auf meine Pfoten, ich konnte mich doch nicht von einer SCHÜLERIN einschüchtern lassen!
    Also nahm ich wieder die Zügel in die Hand: "Ich will mit dir darüber reden, wie ich zum Clan gekommen bin. Ich war zu dieser Zeit eine junge Streunerin, die von Zuhause weggelaufen ist. Klartext: Der SternenClan hat mich gesucht und mich nach meinem frühzeitigen Tod zurück zu den Clans geschickt."
    Meerschweinchenpfote lächelte. Nicht sehr strahlend, aber ich wusste, dass ich sie zum Lachen gebracht hatte. "Stimmt. Hört sich logisch an. Jetzt kommt auch noch etwas viel logischeres: Mir ging es genauso!" Wir sahen uns in die Augen. Es stimmte. Einen kurzen Moment sah ich ein achtjähriges Mädchen mit wundervollen, blau-grauen Augen und schulterlangen, hellblonden Haaren. Himmel. Ich kannte sie.
    "Tanja?", hauchte ich. "Charly!"
    "Weißt du schon über Vogelstern Bescheid?" Sie nickte stumm, aber mit Tränen in den Augen. "Ich weiß es."
    "Und ich weiß etwas nicht: Nämlich, warum er mich und meine Freundin Habichtrose verschont hat. Federfell auch. Vielleicht weißt du mehr?"
    "Ich weiß ziemlich viel.", schnurrte sie belustigt. "Aber Wüstensonne redet nicht so gerne über unseren Anführer. Wie...wie hast du es gemacht?" "Ich habe keine Ahnung. Aber ich glaube, dass er nur wartet. Federfell ist wahrscheinlich entkommen, weil sie der größte Angsthase aller Clans und aller Zeiten ist und jetzt schon seit langer Zeit uninteressant. Aber er wartet nur. Bis Habichtrose und ich nicht aufpassen."
    Plötzlich leuchteten ihre Augen dunkel. "Ich hoffe, dass er euch erwischt." Erschrocken keuchte ich auf. "Warum willst du so etwas SCHRECKLICHES?"

    "Damit du weißt, wie ich mich fühle."

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    "Nein." Es wunderte mich, dass es mich so mitnahm. Meerschweinchenpfote saß ganz ruhig da. "So geht das nicht mehr. Wir brauchen Hilfe
    "Nein." Es wunderte mich, dass es mich so mitnahm. Meerschweinchenpfote saß ganz ruhig da. "So geht das nicht mehr. Wir brauchen Hilfe." "Zu spät." Sie stand auf. "Ich muss jetzt gehen."
    Und sie ging.
    Alleine lief ich am grünen Pfad entlang und hielt Ausschau nach FuchsClan-Katzen. Sicherlich verwirrte es viele, dass ich so oft einsam unterwegs war, aber ich wusste, dass wenn man Bindungen einging, ein Teil seines Herzens verschenkte. Ich wollte das nicht mehr. So viel zerrte an mir. Ich fand Habichtrose an der RobbenClan-Grenze. Sie zerrte an einem Stück Löwenzahn, aber der Stängel war sehr fest und sie zerkaute nur wertvollen (würg) grünen Schleim. "Warte." Ich knickte ihn und schob ihn ihr hin. Habichtrose achtete gar nicht auf ihn. "Wildherz, drei Schüler sind seit gestern verschwunden. Vogelstern...er hat eine Patroullie losgeschickt, um sie suchen zu lassen. Ich wollte noch mit dir darüber reden, aber du warst weg, als ich heute in der Früh bei den Kriegern nach dir gesehen habe." "Das tut mir leid.", erwiderte ich ungerührt. Sie fauchte: "Meerschweinchenpfote auch! Ich hatte Angst! Was, wenn Schwarzsturm dich schon wieder zu seinen komischen Treffen mitgenommen hätte?"
    "Nein." Entsetzen breitete sich mir bis in die Schwanzspitze und die Schnurrhaare aus. "Ich war gestern nicht da. Einfach vergessen habe ich es!" Im Schock riss die Heilerin die Augen weit auf. "Niemals! Wir müssen zum grünen Pfad!"

    Wir rannten, als wäre der Wald der Finsternis hinter uns her, aber in Wirklichkeit war es die "Übungspatroullie" hinter unseren Clan-Gefährten. "Hier entlang!", jaulte Habichtrose und stürzte durch den mickrigen, verdorrten Farn. Es fing an, zu schneien. Auch der grüne Pfad war, als wir ankamen, nicht mehr grellgrün, sondern weiß und ein wenig Nebel schwebte über dem Boden. Aus der Ferne sah man den Riss im Boden, die Schlucht die den LibellenClan vom FuchsClan abgrenzte. Ich fragte mich, was wohl aus dem Jungen geworden war, das ich damals zu retten versucht hatte.
    "Du bleibst hier.", befahl Habichtrose neben mir und spitzte die Ohren. Ihre Augen huschten wachsam über die Lichtung. "Ich werde jetzt gehen und Dunstkralle Bescheid geben."
    "Hallo, Kätzchen.", flüsterte plötzlich eine Stimme hinter uns. Ein Kater saß dort. Obwohl ich ihn noch nie gesehen hatte, wusste ich, dass es Molchschatten war. Knurrend wich Habichtrose zurück und ich stellte mich mit gesträubtem Nackenfell und geweiteten Augen dem Kater gegenüber. Er durfte keine Heilerin verletzen. Aber erst recht nicht meine beste Freundin.

    Neben ihm waren zwei andere Katzen. Ich erkannte am schwachen Geruch nach Verwesung, dass es sich um Nachtigallenherz und Pechfluch handelte. Zwei jüngere Katzen saßen ebenfalls bei ihnen. Eine schwarze, struppige Kätzin und ein schlanker, großer, weißer Kater mit glattem Fell und kühlen, aber wachsamen, dunklen, grünen Augen.
    "Moospfote und Schmalpfote.", flüsterte die Stimme in meinem Kopf.
    Ich sah ein Bild: Moospfote war mit Meerschweinchenpfote von den Menschen zurückgekommen, aber da waren im Hintergrund noch drei andere Katzen, ebenfalls ungefähr sechs Monde alt.
    Eine hatte grau-braunes Fell, am Kötperbau erkannte ich, dass es eine Kätzin war.
    Der links neben ihr war ein Kater mit rauchigem, langem, braunem Fell.
    Der Dritte war regelrecht winzig und hatte weißes und grau-cremefarbenes Fell.
    Sie waren also zu fünft hergekommen.
    Ich zwang mich wieder, in die Gegenwart zu gelangen.

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    Molchschatten knurtte grnervt: "Schmalpfote, Moospfote, jetzt seid ihr dran!" Moospfotes Unwohlsein stand ihr groß ins Gesicht geschrieben
    Molchschatten knurtte grnervt: "Schmalpfote, Moospfote, jetzt seid ihr dran!"
    Moospfotes Unwohlsein stand ihr groß ins Gesicht geschrieben und sie zögerte, während sich Schmalpfote sprungbereit hinkauerte. "Soll...ich wirklich?" "Aus dir wird NIE eine Kriegerin, du Feigling!" Verächtlich schubste Pechfluch sie zur Seite und stellte sich mir in den Weg. "So geht das, Kätzchen!" Er holte mit der Pfote aus, aber ich reagierte flink und ließ mich zu Boden fallen, so dass seine Krallen nur leicht meinen Kopf streiften. Ich krabbelte weiter zurück und brachte Habichtrose auf Abstand zu unseren Feinden. "Ihr müsst gehen!", miaute ich mit fester Stimme. "Das hier ist nicht mehr euer Revier!"
    "Es ist die Aufgabe jedes Zweiten Anführers für die Schüler einen angemessenen Trainingsplan zu erstellen. Ich halte mich nur an die Regeln. Was meinst du, wie ich mir anders Respekt verdienen soll?", giftete Molchschatten. "Es kann halt nicht jeder ein Kätzinnenschwarm wie Laubrache sein!" Er wedelte mit der Schweifspitze und Schmalpfote zischte an Pestfluch vorbei auf mich zu und wir rollten beißend und schlagend über den Boden. Die Hinterbeine des älteren Schülers schlugen erbarmungslos in meinen Bauch und ich keuchte erschöpft und müde. Hätte ich nur nicht mein Training in letzter Zeit so vernachlässigt!
    "Ts, ts, ts.", zischte die Stimme in meinem Kopf, während Schmalpfote an meinem Schweif riss. "Schwache Ausrede. Das Kämpfen liegt dir im Blut. Verteidige deine Freundin!" Ich wandt mich aus der Umklammerung des weißen Katers und zielte mit ausgefahrenen Krallen aud sein linkes Auge. Jaulend sprang der Schüler zurück.
    Moospfote näherte sich Habichtrose, aber sie kam nicht weit. Schreiend warf ich uns beide zu Boden und bearbeitete ihren Rücken mit Zähnen und Krallen. Die Schülerin verkrampfte sich vor Entsetzen, ein sinnloser und äußerst gefährlicher Anfängerfehler.
    Ich zögerte nicht lange und haute ihr mit aller Kraft und einem dicken Ast auf den Kopf. Sie sackte ohnmächtig zusammen und eine Blutspur im Schnee zeigte mir, dass sie später wohl noch Blauglanz einen Besuch abstatten musste.
    In diesem Moment donnerten Dunstkralle, Vogelstern, Nusspelz, Hellschweif, Milchblüte und Meerschweinchenpfote zu uns und hirlte nur knapp vor den FuchsClan-Katzen. Die Patroullie musste Moospfotes letzten Schrei gehört haben, als ich sie geschlagen hatte.

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    "Was ist hier los?", wollte Vogelstern wissen und bedachte Molchschatten mit einem tadelndem Blick. Schmalpfote wurde auf einmal ziemlich kl
    "Was ist hier los?", wollte Vogelstern wissen und bedachte Molchschatten mit einem tadelndem Blick. Schmalpfote wurde auf einmal ziemlich klein und verkroch sich mit gesenktem Kopf hinter Nachtigallenherz, die auf seine Reaktion hin böse fauchte. Vogelstern war einfach jemand zum fürchten.
    "Vogelstern." Höflich neigte Pestfluch seinen Kopf und bewegte seinen massigen Körper zu unserem Anführer. "Es war nur eine Übung. Wir haben keine andere Möglichkeit, unsere Schüler zu trainieren." "Wie wäre es mit Kampftraining, du Fuchskopf!", meinte Hellschweif gehässig und bedeutete Habichtrose zu ihr zu kommen. Die Heilerin schlich mit zuckender Schwanzspitze und angespannten Schultern hinter die Patroullie und warf den Angreifern währenddessen zornige, verletzte Blicke zu. Sie hatten ihre Ehre als Heiler-Katze verletzt und ihre Würde mit Pfoten getreten. Vogelstern würde das rächen müssen.
    Dunstkralle stellte sich Pestfluch in den Weg: "Ich verbiete dir, meinem Anführer auch nur einen Schritt näher zu kommen! Möge der SternenClan über euch richten und euch eine angemessene Strafe überreichen, wir selbst sind nur in der Lage, euch aus unserem Revier zu verbannen. Geht jetzt. Wir wollen euch hier nicht."
    "Ach ja?" Mit peitschendem Schweif und wild funkelnden Augen machte Nachtigallenherz einen Sprung nach vorne. "Ihr habt unsere Schülerin verletzt! Das darf nicht ungerächt bleiben!" "Natürlich, aber Wildsturm ist ja überhaupt nicht verwundert." Knurrend ließ Habichtrose die schwarze Kätzin nicht aus den Augen. "Für jede Schramme, die Wildsturm jetzt hat, schuldet mir Blauglanz Kräuter!" "Du spinnst wohl!" Wie auf Kommando stürzte sich die FuchsClan-Patroullie auf Habichtrose, aber Vogelstern hatte damit gerechnet und jaulte: "Angriff!" Hellschweif kämpfte mit Pestfluch, wich den Schlägen des Riesen beinahe mühelos aus und ich war froh, dass der LibellenClan im Winter immer am meisten Beute von allen Clans hatte. Während die FuchsClaner das Fell nur so an den Rippen herabhing, hatten wir ordentlich Muskeln aufgebaut und durch das viele Jagen waren unsere Sinne schärfer und schneller als je zuvor. Unsere Angreifer konnten nicht einmal richtig laufen, erst jetzt fiel es mir auf. Das war kein fairer Kampf. Aber so war es nun einmal. Schreiend sprang ich Nachtigallenherz, die gerade Meerschweinchenpfote hatte attackieren wollen, von hinten an und schubste sie in den braun-grauen Schnermatsch. Die Kätzin kreischte vor Wut und wirbelte herum.
    Meerschweinchenpfote verbiss sich in ihrem Hinterbein und durch die Schrecksekunde hatte ich genügend Zeit ihr die Ohren zu zerfetzen und dann wieder aus der Reichweite ihrer ziemlich spitzen Krallen zu gelangen.
    Die FuchsClan-Katzen waren in der Unterzahl und Moospfotes Verletzung am Kopf musste drinhend behandelt werden. Sie wussten es genauso wie wir. Molchschatten brüllte: "Wir gehen!" Fauchend und knurrend warfen die Fuchs-Katzen unsere Krieger ab, Schmalpfote nahm Moospfote am Nackenfell und zog sie den anderen über den Spalt hinterher. Die FuchsClan-Katzen waren wieder auf ihrem eigenem Territorium. "Wildsturm!", miaute Vogelstern freundlich und beschnupperte vorsichtig eine Wunde an meinem Hals. "Geh jetzt bitte mit Habichtrose, du hast die schlimmsten Wunden. Du musst wissen, dass du heute überaus tapfer warst, tapfer wie eine Hündin, die ihre Welpen verteidigt. Aber du nützt dem Clan am besten gesund. Meerschweinchenpfote, Hellschweif, Dunstkralle? Ihr bleibt bitte hier und haltet Wache, bis ich eure Ablöser schicke. Nusspelz, du solltest auch ins Lager und dich ausruhen. Du bist nicht mehr der Jüngste." Nusspelz nickte wortlos, selbst zum Reden fehlte ihm die Kraft. Am rechten Hinterbein hatte er eine Bisswunde, nicht sehr schlimm, aber sie tat bestimmt weh. Ich stützte meinen ehemaligen Mentor, bis wir die Tanne hochgeklettert waren.

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    Habichtrose wollte mich zum Heilernest führen, aber ich weigerte mich. "Zuerst Nusspelz." Seufzend drängelte sie sich an mir vorbei und mu
    Habichtrose wollte mich zum Heilernest führen, aber ich weigerte mich. "Zuerst Nusspelz." Seufzend drängelte sie sich an mir vorbei und murrte: "Nusspelz, bitte mitkommen." Sie tat mir leid. Vor der ganzen Patroullie, dem Anführer und Zweitem Anführer hatte man sie gedemütigt. Ich hasste FuchsClan-Katzen.
    Als Nusspelz und auch ich fertig behandelt worden waren, ging Habichtrose mit mir zum Frischbeutehaufen; ich wählte einen mageren Star und sie nahm ein Eichhörnchen. Widerwillig schüttelte sie den Kopf. "Du musst mehr essen. Glaub mir, du siehst wunderschön aus, du brauchst nicht abzumagern." "Nein, ich will nichts mehr.", murmelte ich, ich wusste, dass mich Schwarzsturm beobachtete, von der anderen Seite des Lagers aus.
    Habichtrose miaute: "Wie du meinst. Aber ich will dich nicht gesund pflegen müssen, wenn du dir deswegen irgendetwas einfängst. Es ist nicht gut, in der Blattleere krank zu werden. Und ich will dich nicht verlieren." Energisch schüttelte ich den Kopf. "Du hast wohl nur Robben im Hirn! Ich werd schon nicht krank. Aber mir geht etwas durch den Kopf, das du früher zu mir gesagt hast." Sie nahm einen großen Bissen und blinzelte. "Worum geht's?" "Als ich frisch im Lager war, hast du bei meiner Zeremonie gerufen, dass ich den Clan vernichten werde. Du musst jetzt reden." "Wildherz, ganz ehrlich: Ich war eine dumme, junge Heiler-Schülerin." Ich musste grinsen. "Wenn Schüler dumm sind, werden sie Krieger, nicht Heiler." Belustigt schnurrend fuhr sie fort: "Bevor du gekommen bist, habe ich ein wenig geschlafen und von einer schwarzen Katze geträumt, die heimlich den FuchsClan aufsucht und schließlich den LibellenClan verrät. Ich war einfach noch durcheinander." "Nein, das warst du nicht.", flüsterte ich und sagte noch leiser: "Schwarzsturm." Wir tauschten beunruhigte Blicke aus. Schließlich miaute sie: "Wir brauchen Hilfe. Entweder du lässt dich von Laubrache foltern oder du holst dir neue Freunde. Ich weiß übrigens, dass Meerschweinchenpfote früher ein Mensch war."
    "Neue Freunde? Ja, das weiß ich auch schon." Ich erzählte ihr von dem Bild der fünf ankommenden, jungen Katzen. "Das Aussehen musdt du dir merken.", pflichtete Habichtrose mir bei. "Aber ich werde heute Abend mit dem SternenClan reden, vielleicht hilft er dir." "Habichtrose?" "Hm?" "Danke." Sie lächelte. "Voll gerne."

    "Ich muss heute wieder zu Laubrache.", fügte ich hinzu und ihr Lächeln erstarb. "Nein." "Doch! Sonst gibt es bald wieder Ärger. Erst recht, wo Tigerpfote, Enzianpfote und Steinpfote immer noch verschwunden sind." "Wildherz.", sagte sie sanft. "Du weißt, was mit ihnen passiert ist, oder? Ein Kater namens Streifensturm mit Disteln im Schweif war gestern in meinen Träumen und hat mir gezeigt, was los war. Und ich will, dass du dir keine Vorwürfe machst. Egal, was du getan hättest, es hätte die Situation nur verschlimmert und niemandem geholfen. Und nein, du gehst heute Abend nicht. Ich habe eine Idee, wie kein Krieger leiden muss und trotzdem keine Übungspatroullie kommt." "Echt?" Ich strahlte. "Das ist ja genial!" "Ja.", murmelte sie traurig. "Das ist es."

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    Dunstkralle hatte mich zur Abendpatroullie eingeteilt, aber davor lief ich noch zur BärenClan-Grenze. Ich wusste nicht einmal wieso. Plötzlich stand
    Dunstkralle hatte mich zur Abendpatroullie eingeteilt, aber davor lief ich noch zur BärenClan-Grenze. Ich wusste nicht einmal wieso. Plötzlich stand Blacky neben mir. "Geh nicht weiter." "W?" "Leise." Irgendwie machte er mich sauer. "Geh doch!", schnaubte ich und wollte den Kater mit der Schulter zur Seite rempeln. Blacky stolperte, fiel zu Boden und jaulte erschrocken auf. Ich rannte weg.
    Das erste, was mir auffiel, war der unüberspielbare Blutgeruch, die Luft schien vor Verderben getränkt zu sein, jeder einzelne Atemzog war Leid und Panik, vergiftete mich bis in mein Innerstes.
    Du musst wissen, an der Grenze wuchsen viele Farne, im Gegensatz zu unserem kargen Boden, auf dem kaum etwas außer Bäumen wuchs. Wenn man seine beste Freundin erschrecken wollte, musste man sich nur dort verstecken und warten, bis die Gute der nächsten Maus hinterjagte und nichts ahnend in die Farne eintauchte. Der Gedanke gefiel mir. Nein, er war fantastisch!

    Ohne recht zu wissen, warum, musste ich anfangen, lauthals zu lachen. Eine fette Wühlmaus zischte durch den Bodenbewuchs zu den Bären-Katzen, ich versuchte auch sie noch vor der Grenze zu erwischen, stolperte aber und noch mehr Gelächter füllte den Wald. Dann lachte ich nicht mehr. Ich kotzte.

    Der klapprige Star, den ich mein Mittagessen genannt hatte, fand wieder seinen Weg zur Freiheit und durch diese Überlegung wurde mir noch übler. Aber das war es nicht. Das war nicht der Grund. Gott, SternenClan, wer auch immer, nie wieder würde ich friedlich einschlafen, ausgelassen über Wiesen toben, mit Habichtrose lachen können! Niemals.
    Steinpfote hing aufgespießt mit der Kehle an einem Ast der Eiche, die direkt auf der Grenze ihre Wurzeln ausbreitete.
    Das Blut hatte eine gewaltige Lache auf der Erde gebildet und das viele Rot war zu viel. Stöhnend kauerte ich mich nieder und versuchte mich zu beruhigen. Denk an Schmetterlinge. Knochenschmetterlinge mit grinsenden Fratzen und blutigen, tropfenden Flügeln. Ich erbrach mich erneut.

    Tigerpfote lag vor mir in einer Schlammpfütze und ein paar Fliegen und andere widerliche Insekten hatten das blutrote Fleisch um ihre Mund - und Halswunde angefangen zu fressen. Auch ein Auge war ihr ausgehackt worden, zwei Pfoten abgetrennt, sie begannen zu schimmeln, ihr Rückgrat mehrmals gebrochen, man konnte deutlich ihre Knochen sehen. Die Krallen an ihren Hinterpfoten hatte man einzeln ausgerissen, sie steckten in dem blutig gekratzten Satz an ihrer Flanke.

    STERBT, VERRÄTER!

    Ganz offensichtlich hatten die BärenClan-Katzen die Lüge der drei jungen Katzen herausgefunden.
    ...

    Wo war Enzianpfote?

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    Ihr Kopf war an einem Ast neben Steinpfote aufgespießt ihr Körper unter ihr in tausend Fetzen gerissen. So viel Hass... Sie hätten den BärenClan n
    Ihr Kopf war an einem Ast neben Steinpfote aufgespießt ihr Körper unter ihr in tausend Fetzen gerissen. So viel Hass...
    Sie hätten den BärenClan nie provozieren dürfen. Aber was noch schlimmer war: Sie hatten den Clan in Gefahr gebracht!

    "Dunstkralle! Nusspelz!" Jaulend rannte ich über die Erde zu unserem Lager.

    Nusspelz saß in seinem Nest, als ich keuchend vor ihm halt machte. "Wildsturm.", begrüßte er mich freundlich und lächelte mich an. "Dunstkralle führt gerade eine Jagdpatroullie an, aber was gibt es denn überhaupt?" Weinend raste ich zurück zum Ort der Morde und ich werde nie wieder Nusspelz' entsetztes Gesicht vergessen.
    Trotz dieser Erfahrung, beschloss ich, dass es sicherer war, nichts davon zu erzählen, wie ich die drei Schüler beobachtet hatte. Enzianpfote hatte das nicht verdient und ich verleugnete sie auch noch. Irgendwo riss mein Herz gerade lautlos und doch kreischend außeinander. Es war nichts mehr, wie es vorher war. Vogelstern ordnete zusätzliche Sicherheitspatroullien an, an der BärenClan-Grenze, aber nichts konnte uns das ständige Gefühl von Angst nehmen. Noch dazu erwartete Milchblüte wieder Junge, dieses Mal von Dunstkralle, wie die Gerüchte es mir erzählten.
    Doch irgendwie war es seltsam. Als Anführer war Vogelstern ein Held, man achtete ihn, er war mutig, loyal und hat für eine kleine, junge Streunerin gegen Nadelsprung, Nachtigallenherz und Pestfluch gekämpft. Und doch war er ein Monster. Ein Biest in der Erscheinung eines Einhorns mit weichem, flauschigem Fell und großen, hellen Augen. Es war so kalt.

    Bald mussten auch Schmetterlingsjunges, Dornenjunges und Fliederjunges zu Schülern ernannt werden, ganz zu schweigen von Meerschweinchenpfotes Ausbildung, die sich jetzt langsam dem Ende neigte. Vogelstern würde stark sein müssen. Aber die kleine Narbe an meiner rechten Vorderpfote als ich damals mit ihm gekämpft hatte, würde mich immer daran erinnern, dass er nicht schwach war.

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    Es war das erste Mal, dass ich eine Patroullie führte ich fand mich selbst echt gut! Alles wurde überprüft, die Risiko-Zonen besonders gründlich u
    Es war das erste Mal, dass ich eine Patroullie führte ich fand mich selbst echt gut! Alles wurde überprüft, die Risiko-Zonen besonders gründlich und hin zum BärenClan gingen wir auch auf drei Fuchslängen Abstand, nur an markanten Grenzpunkten setzten wir unsere Zeichen. Hier machten wir das anders als bei dei DonnerClan ect. Wir ritzten ein Kreuz in den Boden oder auf die Rinde, das genügte. Der FuchsClan hatte einen Kreis, der BärenClan ein Viereck, der RobbenClan das V, der RabenClan nutzte eine Mischung aus B und C und der TigerClan kratzte eine grobe Wellenlinie. Es war perfekt und wirllich weit weniger unangenehm. Ich weiß, als Katze sollte man das Markieren nicht so eng sehen, aber ich wollte trotzdem nicht dabei von Meerschweinchenpfote, Taubenschweif und Nusspelz beobachtet werden.
    Mein Mentor beeindruckte mich. Trotz seines Alters war er geschickter und schneller als Taubenschweif und das war außer Vogelstern niemand! Und der war nicht gerade DAS Vorbild.
    Nur die grau-weißen Haare um Maul, Ohren, Pfoten, Bauch und Schweif deuteten auf sein Ältesten-Dasein hin. Irgendwann würde ich Habichtrose fragen, wie alt er war, sie wusste so etwas sicher.
    Die FuchsClan-Grenze kontrollierten wir als Letztes, dann waren wir endgültig fertig und ich miaute: "Meerschweinchenpfote, führ Taubenschweif und Nusspelz ins Lager, das ist eine gute Übung für dich. Ich will noch ein wenig bleiben!" Meine Clan-Kameraden waren an mein Verhalten gewöhnt und Taubenschweif erwiderte: "Große Klasse, Wildsturm, hast du wirklich toll gemacht!" Sie berührte lächelnd meine Wange mit ihrer Nase und folgte Meerschweinchenpfote. Nusspelz meinte: "Unfassbar. Du warst doch gerade erst so groß!" Lachend hob er die Pfote auf Igelhöhe, ich kicherte: "SO klein warst höchstens DU als Junges!" Einmal zwinkerte er mir zu, dann verschwand auch er.

    Der Schrei, den ich plötzlich hörte, fühlte sich so falsch an. Es war wie als hättest du Geburtstag und ein Serienkiller klingelt und fragt: "Grüß Gott, die nette Charly hat mich eingladen! Isse hier?" Mit einem Hammer in der einen und der Axt in der anderen Hand. Und Maske. Je deteste les figures! (Ich hasse diese Figuren!)
    Mein Atem kam mir unmöglich laut vor, trotzdem kauerte ich mich nieder und kroch Richtung grüner Pfad. Zum Glück gab es dort mehr Deckung, auch wenn nun alles voller Schnee und Matsch war. Ich erkannte die zwei Kater sofort. Laubrache und Schwarzsturm, zu ihren Pfoten ein zitterndes, blutendes Fell bündel. Der vertraute Geruch stieg mir in die Nase, ich konnte die Katze aber nicht ausmachen, der Blutgeruch erschwerte diese Aufgabe auch noch.
    Und dann wusste ich es. Bitte nicht. Schicksal, du hast schon so viel genommen, bekommst du denn nie genug?

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    Habichtrose hatte sich selbst geopfert und nun konnte ich nicht einmal eingreifen, wenn ich nicht meinen Clan in Gefahr bringen wollte. Atemlos beobac
    Habichtrose hatte sich selbst geopfert und nun konnte ich nicht einmal eingreifen, wenn ich nicht meinen Clan in Gefahr bringen wollte. Atemlos beobachtete ich das Szenario; immer wieder und tiefer gruben sich Laubraches Krallen in den Rücken meiner besten Freundin. Nach einer halben Ewigkeit machte auch Schwarzsturm mit und es wurde zu einer ganzen. Und länger. Ich zitterte. Noch länger.
    Sie durfte nicht sterben. Bitte, Habichtrose, um SternenClans Willen, lass mich nicht alleine! Du hast es versprochen 😢...
    Bestrafe sie für ihren Opferungsdrang mit den schlimmsten Narben, aber lass sie nicht in eure Reihen treten!
    Dann hörte Schwarzsturm auf. Habichtrose lag leblos da, den Kopf im Schnee vergraben, auch Laubrache erstarrte.
    "Ich muss gehen.", murrte Schwarzsturm und in dem Moment wusste ich, dass er mich entdeckt hatte. Seine finsteren Sturmaugen waren genau auf meine gerichtet, seine Nase zuckte. Er jagte mich.
    Laubrache krächzte: "Nichts da! Noch ist es nicht dunkel!" Er musste Weißen, wenn nicht schon Grünen Husten haben!
    Sein Bruder leckte sich die Lippen. "Nein. Wir gehen NUN." Ohne ein weiteres Wort verließ er den Tatort und trabte mit wehendem, von der Kälte gesträubtem Schweif zum Lager.
    Laubrache ging ebenso und bald, als sein Stapfen schon längst verklungen war, erinnerten nur noch die blutigen Pfotenspuren im Schnee an den schildpattfarbenen, dunklen Kater. Sein Fell war ähnlich wie Bernsteinpelz', der Tochter Tigersterns aus den Büchern, aber ihre einzige andere Gemeinsamkeit war der Stolz.
    Heilend sprang ich zu Habichtrose und drehte sie auf den Rücken. Sei nicht tot. Ihre Augen waren geschlossen, aber ihre Flanken, ihre blutigen, zerfetzten Flanken, nur noch wie Streifen hingen sie an ihr, ...sie bewegten sich noch.
    Immer noch crying, schob ich mir ihren massigen Körper über die Schultern und stolperte los. Verflucht seist du, Habichtrose, du hast keine Schülerin! Aber ich war fest entschlossen, sie selbst zu retten.

    62
    Als ich endlich im Lager war, waren nur noch Nusspelz, Milchblüte und Honigwind wach und diskutierten eifrig auf den Ästen. Bis sie uns sahen. Milch
    Als ich endlich im Lager war, waren nur noch Nusspelz, Milchblüte und Honigwind wach und diskutierten eifrig auf den Ästen. Bis sie uns sahen.
    Milchblüte quietschte und rannte zu mir: "Was ist passiert?"
    Habichtroses Gewicht war zu schwer für mich, stöhnend kippte ich zur Seite und wäre wohl vom Baum gefallen, wenn Nusspelz uns nicht rechtzeitig aufgefangen und zu den dickeren Ästen getragen hätte. Er war der stärkste Kater, den ich kannte.

    Honigwind war höchstens nur desinteressiert und würdigte mich keines Blickes, geschweige denn Habichtrose. Diese stöhnte schmerzerfüllt, immer noch ohne Bewusstsein.
    Sie nickte ihrem Vater zu und legte sich zu den anderen Kriegern.
    Milchblüte und Nusspelz halfen uns zum Heilernest, schienen dann aber unschlüssig.
    "Ich sollte Vogelstern wecken.", schlug Milchblüte vor und warf dem Ältesten neben ihr einen unsicheren, flackernden Blick zu. "Er muss unbedingt informiert werden!"
    "Gute Idee.", stimmte ihr Nusspelz zu. "Ich hole Dunstkralle." Die beiden erfahrenen Krieger wollten gerade loslaufen, als ich sie zurückhielt: "Nein, das könnt ihr nicht. Habichtrose...sie ist schlimm gestürzt und hat sich in Dornen verheddert. Wegen einem Marder ist sie dann in Panik geraden, deshalb hat sie jetzt auch so viele Wunden. Den Marder konnten wir aber verjagen."
    Nusspelz zuckte mit den Ohren. "Und warum ist sie ohnmächtig?"
    Mein Gehirn arbeitete auf Hochtouren. "Sie...", stammelte ich. "Äh...ich denke, wegen dem Blutverlust! Es ist keine große Sache, ehrlich. Sie würde nicht wollen, dass die Leitung des Clans wegen ihrer Tollpatschigkeit geweckt wird."
    Verzeih mir. Du bist eine Heldin, auch wenn nur wir beide das wissen.
    Vogelstern sollte nicht in unsere Nähe kommen, erst recht nicht, wenn er immer noch keine Anstalten gemacht hatte, uns zu...besuchen. Ich würde nichts riskieren. Meine Pflicht war es nun Habichtroses Leben zu retten und wenn Milchblüte und Nusspelz weiterhin in ihrer Nähe blieben, dann würde ihnen garantiert auffallen, dass keine Dornen solche Wunden verursachen konnten. "Ihr könnt gehen.", murmelte ich und ließ meinen Blick in der Dunkelheit schon in die Spechthöhlen mit den Kräutern schweifen.
    "Ich komme alleine klar." Verdammt, warum musste es nur so sch...finster sein! Die beiden Katzen legten sich schlafen und zum ersten Mal beruhigte es mich, dass wir keine Wachen wie bei den Buch-Clans aufstellten.

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    Was brauche ich?
    Hektisch grapschte ich mit den Pfoten in alle Aushöhlungen und reihte sämtliche Kräuter vor mir auf. Was kenne ich? Was hat Habichtrose schon einmal verwendet?
    Die Tigerkatze stöhnte und ich wusste, mir lief die Zeit davon.
    Spinnweben!
    "Nimm sie dir, du Karpfenkopf!" Die Stimme hatte sich wieder gemeldet. Allmählich wurde das unheimlich.
    Zitternd und fluchend presste ich das weiße Netz mit beiden Pfoten auf die größten Verletzungen und flüsterte: "Wer bist du?"
    "Geht dich nichts an..."
    "Verdammt, du bist eine in meinem Schädel herumlabernde Stimme, WEN geht es denn etwas an, wenn nicht MICH!"
    Sie kicherte. "Haha, du Idiot, juckt mich nicht, was du denkst."
    Genervtes Gesicht.
    So viel DUMMHEIT widerte mich an.
    Was noch? Blöder Fuchshaufen, die restlichen Kräuter kannte ich ALLE nicht! Nicht einmal als Mensch hatte ich sie vorher irgendwo gesehen, es war also leicht zu erraten, dass nur Katzen sie verwendeten. Wenn ich das meiner alten Bio-Lehrerin erzählt hätte. Tja, da sah man mal wieder: Das tolle, tolle Schulsystem.
    Habichtrose fing an zu husten und eine rote Lache bildete sich um ihre Schnauze. Ich schrie/flüsterte: "Heiliger SternenClan!"
    "Hihi."
    "ZENSIERT"
    Jetzt werd ja nicht beleidigend!"
    Ich konnte es einfach nicht fassen. Ich diskutierte. Mit meinen GEDANKEN.
    Ansonsten gab es noch ein langes, farnartiges Kraut mit winzigen Knospen, es duftete leicht süßlich, irgendwie nach Weihnachten.
    Das nächste würde ich nicht mehr mit meiner Familie verbringen. Was bedeutete das eigentlich? Familie. Freunde. Das war alles rekativ, konnte sich von einer Sekunde auf die andere ändern. So ein Mist, ich musste mich konzentrieren!
    Ohne viel nachzudenken (was ich an diesem Abend eh nicht tat) stopfte ich das krautige, süßliche Zeug in den Mund. Ich erinnerte mich vage daran, dass die Heiler in den Büchern immer die Kehle des Ohnmächtigen massiert hatten.
    Nein. Einfach nein.
    NOCH heftiger zitternd setzte ich meine Pfote auf ihren Hals und machte zaghafte, kreisende Bewegungen. Sie schluckte und fast wäre ich vor Erleichterung vom Ast gefallen. WARUM MUSSTEN WIR AUCH AUF BÄUMEN LEBEN?
    Das Blut wischte ich mit etwas Moos weg und ließ es in die Dunkelheit auf die Wurzeln der Tanne fallen. Dachte ich.
    "Hey!", jaulte eine gebückte Gestalt. "Ich kann dich nicht sehen!", erwiderte ich gereizt und strengte meine Augen an. Trotzdem erkannte ich nur Umrisse.
    Stöhnend kletterte der Kater zu mir hinauf. Sonnenruß.
    "Du.", miaute ich entsetzt. "Ach. Hätte nicht gedacht. So begrüßt ihr LibellenClan-Katzen euch untereinander?", sagte Sonnenruß lächelnd und rückte neben mich. "Was ist mit deiner Freundin geschehen?"
    "Wieso bist du hier?"
    "Angriff vom FuchsClan. Besser gesagt Laubrache. Aber ich nehme an, dass du morgen nicht genauso aussehen willst, also sind das alle Informationen, die du brauchst. " Er nickte. "Ok. Eigentlich wollte ich dich nur mal wiedersehen. Aber Heiler-Katze spielen ist auch gut."
    Er deutete zu ein paar Gänseblümchen. "Hast du ihr das schon gegeben? By the way warum hilft dir niemand? Beziehungsweise Habichtrose?"
    "Willst du also doch, dass ich morgen komme, weil ich dich wegen Laubrache zusammenflicken muss? Und nein, DAS SIND KRÄUTER?"
    Er lachte sein herrlich schönes Sonnenruß-Lachen. "JA, TATSÄCHLICH. Und übrigens." Grinsend zwinkerte ich mich zu. "Gegen ein bisschen Zeit mit dir würde ich mich nicht wehren."

    Ich seufzte. "Du weißt, dass das nicht geht."
    Vorsichtig legte ich ihr die zarten Blüten ins Maul und Sonnenruß bearbeitete ihre Kehle. Sie schluckte.
    "Warum nicht?", erwiderte er gut gelaunt. "Bei Blaustern und Eichenherz hat es auch hingehauen. Und Graustreif und Silberfluss sind sogar das beliebteste WaCa-Paar aller Zeiten."
    Ich stöhnte. "Silberfluss war am Ende TOT."
    Er lächelte. "Sie hatte auch keine Heilerin als beste Freundin. Und falls es das ist, ich will mich nicht zwischen euch drängen. Ich akzeptiere und respektiere eure Freundschaft, wir könnten trotzdem zusammen sein!"
    Am liebsten hätte ich geweint, aber ich wollte es nicht NOCH schlimmer machen.
    "Sonnenruß, du liebst nicht mich, sondern das Bild von Freiheit, das du in mir siegst. Ich war die erste Person, auf die du nach deiner...Verwandlung getroffen bist. Du liebst mich nicht."
    Entsetzen trat in seine Augen und er wimmerte: "Bitte, Wildsturm, ich flehe dich an! Werde meine Gefährtin! Ich beschütze dich auch immer und unsere Jungen, wenn du es verlangst, auch Habichtrose und alle Krieger des LibellenClans!"
    Jetzt weinte ich. "Das ist es ja!" Schniefend vergrub ich mein Gesicht in seinem Fell. "Du musst deinem Clan treu bleiben! Du schuldest es mir." "Nein!" Er schüttelte den Kopf so heftig, das ein Ohr sich einklappte. "ICH habe DICH gerettet!"

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    "Na und?", giftete ich. Die romatische Atmosphäre war vorüber. "Ich schulde dir ((bold))rein gar nichts((ebold))!" "Dann is
    "Na und?", giftete ich. Die romatische Atmosphäre war vorüber. "Ich schulde dir rein gar nichts!"
    "Dann ist das wohl unsere letzte, gemeinsame Nacht." Schnurrend legte er seinen Schweif um meinen Rücken. "Wir können keine Gefährten sein. Das verstehe ich. Aber Wildsturm, was gäbe ich dafür, ein Souvenir mitnehmen zu können!"
    Ohne Vorwarnung machte ich mich frei und knurrte drohend. "KEINE! JUNGEN! DU HAST HIER NICHTS MEHR VERLOREN!"
    Auf einmal wirkte er kühl. "So etwas entscheide für gewöhnlich ich." "Nein. Du gehst jetzt." "Du brauchst mich. Wegen Habichtrose. Willst du, dass deine engste Freundin stirbt, nur weil du dich mit MIR zerstritten hast? Einem RabenClan-Kater?"
    Ich seufzte, auf einmal schien alle meine Erlebnisse, meine Träume, meine Zukunft auf meinen Schultern zu lasten. "Sie ist nicht mehr in Lebensgefahr, dank dir. Und du sollst nicht schlecht über deinen Clan reden."
    "Ich rede wie ich will!" Trotzig warf er den Kopf in den Nacken und sah zum Sternenhimmel. Ganz leise näherte ich mich ihm und brummte: "Ich weiß. Und ich urteile darüber, wie es mir gefällt. Lass uns nicht so auseinander gehen. Bitte."
    In seinen grauen Augen glitzerten Tränen und ohne ein letztes Wort verließ er unseres Territorium für immer.

    Weil ich mir nicht sicher war (und meine Gedanken mich noch gerne ein paar Stunden länger zu Tode foltern wollten), ob Habichtrose wirklich bald aufwachen würde, blieb ich die ganze Nacht auf, bis zur dunklen Sekunde und das darauffolgende Sonnenlicht meine Nase kitzelte. Prima luce fatum lacrimarum constat.
    Bei Tagesanbruch steht das Schicksal der Tränen fest.

    Habichtrose sollte bis Mittag noch nicht wieder aufwachen und trotz meines brummenden Schädels gönnte ich ihr die Ruhe. Wenn ich schon keine Erholung haben sollte, so darf sie die meiste auf der ganzen Welt haben.

    Einmal kam Taubenschweif vorbei, sie sagte mir, Milchblüte hätte ihr alles erzählt und gab mir ein schönes, fettes Eichhörnchen. Für Habichtrose, wenn sie wieder zu sich kam.

    Meerschweinchenpfote stattete mir eine halbe Stunde später ebenfalls einen Besuch ab und ließ einen zerfleddeeten Star bei mir. Aber besser als nichts. Ich bedankte mich höflich und die erfahrene Schülerin kehrte mit verkegen zitternden Schnurrhaaren zu Wüstensonne zurück. Dass sie heute ihre Kriegerprüfung machte, hatte sie vergessen zu erwähnen. Ich sollte es ja trotzdem später erfahren.

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    Erst am Abend kam Habichtrose zu sich. Die letzte Patroullie war gerade ins Lager zurückgekehrt, Astjunges und Rauchjunges tobten über die Zweige, e
    Erst am Abend kam Habichtrose zu sich.
    Die letzte Patroullie war gerade ins Lager zurückgekehrt, Astjunges und Rauchjunges tobten über die Zweige, es wurde auch schon allmählich wieder wärmer. Es war ein sehr schöner, ruhiger Abend.
    Stöhnend schlug sie mit der Pfote nach einem Moosfetzen und zuckte mit dem linken Ohr, um den Schmetterling, der sich auf sie niedergesetzt hatte, zu vertreiben.
    "Na endlich! Wurde ja auch Zeit, du Walross!"
    "Halt die ZENSIERT!"
    "Cool down..."
    Ich rannte los, holte einen ausgehöhlten Stein mit Schmelzwasser (Heiler hatten so etwas in der Regel in ihrem Nest) und schob es ihr vor die zuckende Nase.
    "Habi?", flüsterte ich. Sie öffnete ein Auge. "Wer soll das sein?"
    Ich konnte nicht anders, ich musste vor Erleuchterung lachen.
    Etwas ernster fügte ich hinzu: "Das nennt man einen Spitznamen. Mejschen geben sich so etwas, wenn sie miteinander vertrauter werden."
    "Achso..." Abwesend nickte sie mit dem Kopf und hob sich mühsam auf den Bauch, trank ein paar Schlucke. "Das ist ia eiskalt!", empörte sie sich und schob die Schale demonstrativ von sich weg. "Hmmm..." Ich hatte eine Idee.
    Stolz wie ein Fuchs nach Entenjagd nahm ich den Stein und legte ihn in die Sonne. "Schnelljäger...", nuschelte Habichtrose und setzte sich auf.
    Ohne auf ihr entsetztes Gesicht zu achten, setzte ich beide Pfoten in die Schale.
    "Jetzt habe ich keinen Durst mehr."
    "Doch!"
    "ICH bin die Heilerin!"
    "Und ichdeine beste Freundin."
    Sie trank wort los. (Kann man beim Trinken eig reden?)

    Jake rannte zu uns. "Großartige Neuigkeiten!" Seine Augen blitzten. "Eine Zeremonie!"
    Dennoch schüttelte ich den Kopf und ringelte meinen Schweif um Habis. "Ich bleibe lieber bei Habichtrose. Es geht ihr noch nicht so gut." Der Kater blinzelte. "Ok. Kannst ja noch dazukommen." Flink wie ein Hase machte er sich wieder zu den Hauptästen davon.
    "Sag mal, biste blöd, haste Hummeln im Ohr oder dein Leben für dein Hirn eingetauscht? Wer soll mir denn bitte sonwt sagen, was so los ist? Du gehst für mich, Wildi."
    Ich lächelte und folgte Jakes Duft.

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    ((blue))LibellenClan, versammle dich!((eblue)) Vogelstern saß auf dem höchsten Platz, den Schweif ordentlich um die Pfoten geringelt, seine Stimme w
    LibellenClan, versammle dich!

    Vogelstern saß auf dem höchsten Platz, den Schweif ordentlich um die Pfoten geringelt, seine Stimme wie immer: Klar, deutlich, laut und absolut unüberhörbar.
    "Es ehrt mich heute als Anführer diese Zeremonie vollziehen zu dürfen. Der SternenClan soll wissen, als er mich vor vielen Monden auserwählte, euch in die Zukunft zu leiten, so hat er sich nicht in dem jungen, unerfahrenem Krieger getäuscht. Aber am meisten ehrt es mich als Clan-Katze und Freund: Heute wird nicht nur eine tapfere, schöne Kätzin." Er zwinkerte Meerschweinchenpfote zu, die sofort den Blick abwendete. "In den Stand der heiligen Kämpfer eingwiesen. Nein, der SternenClan will uns Mut machen, auch drei Junge werden nun ihr Training beginnen und uns mit ihrem Ehrgeiz und ihrer Stärke beehren!"
    Nusspelz schnurrte feierlich und nickte den Eltern, Luftfeder und Erdbeertraum, neben ihm zu. Dass sie es nicht bekamen, sie schienen nur Augen für ihre Kleinen zu haben, macht ihm nichts aus.
    Federfell saß rechts von mir, Hellschweif links. Die weiße Kätzin lehnte sich zu mir und raunte: "Er ist erst seit sechzehn Monden Anführer."
    "Aber das ist doch eine lange Zeit?", miaute ich verblüfft und wandte meine Aufmerksamkeit von Vogelstern ab.
    Sie hielt meinem Blick stand. "Mit zwanzig Monden wurde er zum Anführer. Unser alter Anführer Blutstern und Silberdieb, der Zweite Anführer, starben in derselben Schlacht gegen den FuchsClan, folglich hat sich irgendwer mehr oder weniger selbst zum Anführer ernennen müssen."
    Hellschweif fauchte verärgert und gab Federfell einen Klaps auf die Schulter. "Leiser, Eisklotz!"

    "Astjunges, Rauchjunges, Dornenjunges, Fliederjunges, Schmetterlingsjunges."

    Mit strahlenden Gesichtern traten die Geschwister und Feinde nach vorne.

    "Ihr sollt von nun an Astpfote, Rauchpfote, Dornenpfote, Fliederpfote und Schmetterlingspfote heißen. Schmetterlingspfote, dein Mentor bin ich. Rauchpfote deine Mentorin ist Hellschweif, Dornenpfote, deiner Schwarzsturm, Astpfote, deine Wildsturm. Habichtrose ist deine Lehrerin, Fliederpfote."

    Atemlos berührte ich die dunkelbraune, schlanke Kätzin. In dem Moment änderte sich etwas in Rauchpfotes und Astpfotes Augen.
    Die Stimme lachte: "Jetzt wissen sie, dass sie dazu bestimmt sind, Feinde zu sein!"

    67
    In solchen Augenblicken glauben die Leute immer, die Zeit bleibt stehen und so ein Sch.... Dramatische Hintergrundmusik. Übertrieben heftiges Herzklo
    In solchen Augenblicken glauben die Leute immer, die Zeit bleibt stehen und so ein Sch.... Dramatische Hintergrundmusik. Übertrieben heftiges Herzklopfen im ganzen Kinosaal.
    Vogelstern machte einfach weiter: "Schüler und Mentoren, Dunstkralle und ich sind überzeugt davon, dass ihr eure Sache gut machen werdet."

    Wir traten zurück und überließen einer zittrigen Meerschweinchenpfote den Platz. Vorsichtig legte ich im Vorbeigehen keinen Kopf kurz auf ihre schmalen Schultern. Dann war ihr Showtime.
    Lux solis nocisque eam pulcra fecit.
    Das Licht der Sonne und der Nacht machte sie schön.
    Quam Luna.
    Wie der Mond.
    Es begann bereits zu dämmern und heute war Vollmond. Ich fand es verdammt schade, dass ich diese Mal nicht die Große Versammlung besuchen würde, aber Habi war noch schwach (und zu Sonnenruß wollte ich noch Abstand).

    "Ab heute soll dein Name Meerschweinchenblut sein!"
    Entsetzte Stille breitete sich aus, während Wüstensonne nach Luft schnappte. "Bei aller Ehre, Vogelstern, ich habe sie ausgebildet, NIE hat sie auch nur ansatzweise übertriebenem Kampfeseifer gezeigt. Dies, womit du die Kriegerin bestrafst, tust du zu Unrecht!"
    Zustimmendes Gemurmel erhob sich, aber Vogelstern schob es mit einem Schweifhieb zur Seite. "Die Entscheidung steht!"
    "Das hat sie nicht verdient..."
    Ich antwortete in Gedanken: "Sehe ich genauso...wir müssen handeln. Und zwar heute Nacht."
    "Lol..."
    "Fu.. you!"

    Ich begleitete Fliederpfote und Astpfote zu den Schülernestern. Es herrschte das übliche Ka-binjetztdeinmentor-habkeinplan-duauchnicht-Schweigen, doch es tat verdammt gut. Es war so...normal.
    Dunstkralle fing mich noch einmal vor dem Heilernest ab.
    "Ich weiß, dass du es eilig hast, um zu deiner Freundin zu gelangen. Trotzdem bitte ich um einen Moment deiner Zeit. Es ist ungeheuer wichtig." Er klang ehrlich und freundlich, also setzte ich mich und nickte ihm zu. Er fuhr fort: "Du weißt es sicher schon: Vor ein paar Tagen wurden Tigerpfote, Enzianpfote und Steinpfote verstümmelt und ermordet an unserer Grenze zum BärenClan aufgefunden. Vogelstern hat mich beauftragt, ihnen eine angemessene Beerdigung zu bereiten, zusammen mit Nusspelz und Krähenfuß. Es ist Tradition, dass die Ältesten unser Toten dem SternenClan übergeben, aber das hast du damals bei Flockenfalls...letzter Zeremonie garantiert mitbekommen. Aber das schaffen wir nicht bis morgen und länger Zeit können wir uns nicht lassen. Es ist schon Monde her, dass Krähenfuß und Nusspelz zuletzt bei einer Großen Versammlung waren und meiner Ansucht nach wäre es unhöflich, sie nun noch länger hinzuhalten. Dass sie außerdem alt und nicht mehr gut geeignet für körperliche, schwierige Arbeit sind, muss ich dir ja auch nicht verraten. Ich bitte dich, heute Abend die drei betroffenen Schüler so gut es geht vom Blut zu befreien und ihre Wunden so zu versorgen...dass sie morgen vorzeigbar sind. Kannst du das für tun?"
    "Aber sicher! Das ist überhaupt kein Problem." ZENSIERT
    "Das freut mich. Toll, dass man sich auf dich so gut verlassen kann. Du bist eine gute Kriegerin geworden!" Dann ließ er mich sitzen und gesellte sich zu den kleinen Grüppchen, die abreisefertig an den Wurzeln warteten.
    Ich selbst lief wieder zu Habi, die sofort neugierig und mit schon viel wacheren Augen den Kopf aus dem Moosfedermischmasch streckte. "Und?"
    Ich seufzte. "Meerschweinchenblut ist ihr neuer Name, Wüstensonne findet das gar nicht cool, mein neuer Schüler ist Fliederpfote."
    "Ist er nicht dein erster Schüler?", hackte sie ungeduldig nach und fuhr sich mit der Pfote über die Stirn, um sich das Fell zu glätten. Mit einer ruhigen Zungenbewegung half ich ihr und überhörte das widerwillige Murmeln einfach. "Ich muss gleich wieder weg.", stöhnte ich und ließ mich zu ihr ins Nest fallen. "Die Schüler für ihre letzte Zeremonie sauber machen. Haben sie keinen reinlicheren Tod wählen können?"
    Sie murrte: "Red nicht schlecht über die Toten! Das wirst du nämlich selbst auch mal sein!"
    "Entschuldigung. Du kannst ja helfen."
    Sichtlich unzufrieden humpelte sie aus dem Moos und fing an, die Kräuter, die ich ausgebreitet hatte, wieder einzuräumen. "WARUM, um SternenClans Willen, hast du die ganzen SternenClan verdammten Spinnenteile" "Netze." "aufgebraucht?"
    Der saftige Geschmack von Ironie breitete sich auf meiner Zunge aus. "Keine Ahnung. Vielleicht damit du mir das jetzt vorwerfen kannst?"

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    Tigerpfote, Enzianpfote und Steinpfote lagen in einer Höhle der Wurzrln von der dritten und kleinsten Tanne. Zum Glück hatten Nusspelz und Krähenfu
    Tigerpfote, Enzianpfote und Steinpfote lagen in einer Höhle der Wurzrln von der dritten und kleinsten Tanne.
    Zum Glück hatten Nusspelz und Krähenfuß die Toten gut mit Moos abgedeckt, um Raubtiere daran zu hindern, sie zu finden und eventuell anzufressen. Dass ein paar wenige Maden trotzdem den Weg ins Fleisch gefunden hatten, war traurig, wenn nicht schon eklig, aber es ließ sich nicht mehr ändern und so holte ich die drei Leichen stumm und kalt ins bläuliche Mondlicht, begann mit meiner Aufgabe.
    Auf einmal flackerte ein helles, dennoch fast unscheinbares Licht hinter mir auf und ein süßlicher Geruch schwebte in der Luft.
    Ich schnurrte: "Guten Abend, Rauchvogel."
    Die graue Kätzin leckte mir zur Begrüßung genau über den Schlitz im linken Ohr, den Schwarzsturm mir als Andenken übergeben hatte, setzte sich zu mir.
    Schweigend kümmerte ich mich um Tigerpfote, dann wandte ich mich ihr zu und miaute: "Wir haben uns so lange nicht mehr gesehen."
    Meine Schnurrhaare bebten vor Trauer und Verlust, beschämt senkte ich den Kopf.
    Rauchvogel legte ihren Kopf auf meine Schultern und flüsterte: "Es geht ihnen gut. Aber sie werden dich nie vergessen."
    "Haben sie sich jetzt tatsächlich diesen Welpen geholt?"
    Sie lächelte bedrückt. "Er heißt Pluto. Katzen erwischt er nicht sehr schnell, du brauchst dir keinen Kopf zu machen."
    "Das tue ich aber!", entgegnete ich heftig und machte mich an Steinpfote zu schaffen. "Ich weiß nicht, was ich fühlen soll. Du musst wegen diesem Pluto aufpassen und doch bist du auch diejenige, die mich hier im Stich lässt!"
    "Das tue ich nicht. Wirf mir nichts vor, das ich nicht verantworten kann."
    Ich jaulte: "Warum habt ihr Enzianpfote genommen?"
    Rauchvogel sah zu der toten Schülerin und schüttelte den Kopf. "Es war Schicksal." "Es gibt kein Schicksal!", fauchte ich. "Aber euch!"

    "Bitte..." "Nein. Du hast hier nichts verloren. Ohne EUCH wäre alles besser."
    "Du weißt, das stimmt nicht. Aber ich kann dir keine Gerechtigkeit geben. Fair wäre es, wenn jemand für deinen Schmerz leiden kann, aber das bin nicht ich. Ich helfe dir nicht." "Das habe ich schon gemerkt!"

    "Als ich entschieden habe, zu dir zu kommen, wollte ich dich um Verzeihung bitten.", sagte sie und sah mir in die Augen. Ich hielt weiter den Blick auf Steinpfote gesenkt. Sie fuhr fort: "Aber du darfst nicht stehenbleiben, denn um deines Schicksals Willen musst du weitergehen. Du hast eine gigantische Bestimmung vor dir, größer als ich es selbst je ertragen könnte. Du bist eine Heldin."

    "Nein! Bin ich nicht!", entgegnete ich und wollte zu Enzianpfote. Rauchvogel sprang auf und stellte sich mir in den Weg. Ihre Stimme war ruhig, aber bestimmt, als sie verkündete: "Helden, sind nicht die, die keine Fehler machen. Das sind Dummköpfe, denn sie leben ihr Leben aus Angst vor dem Verlust ihres Lebens nicht. Zu lernen, stark zu sein, Loyalität zu spüren, für andere dich selbst opfern, das macht dich zur Heldin und der ganze SternenClan, sogar der Wald der Finsternis respektiert dich dafür. Denn du weißt etwas, das nicht jeder weiß: Es gibt nur eine Sache, die mehr zählt als Gerechtigkeit - Güte." Ich weinte. "Was soll mir dies nützen, wenn ich selbst nur ein Leben in Gefahr führen darf? Was werde ich sonst noch fühlen, außer Angst und Tränen?" "So unendlich viel.", flüsterte sie zurück. "Liebe, Freundschaft, Verlust, Panik, Treue, Güte, Listigkeit, Humor, Freude, Vertrauen! Das Leben ist nicht schwarz-weiß. Es ist bunt. Und am Ende zählt nur das Gute."

    Mein Blick wanderte wieder zu Enzianpfote. Ganz heiser krächzte ich: "Rauchvogel, du kennst die Antwort, wieviele werde ich in meinem Leben noch gehen lassen?" "Viele. Und genauso viele werden auch kommen. Und als Zeichen, dass das Gute nicht sterben kann, gebe ich dir ein Geschenk."
    Ich spitzte die Ohren. "Ein Geschenk? Was soll ich damit? Ein Handy? Ein Haus? So etwas ist hier draußen nutzlos."
    Sie schüttelte nur den Kopf und lächelte. "Ich verrate es dir, wenn du etwas für mich jagst."

    Mit einem verwundertem Schwanzschnippen zog ich los und kehrte wenige Zeit später mit einer schneeweißen Maus zu ihr zurück. Sie blinzelte. "Einen Freund."
    Langsam drehte sie sich um und hauchte die verstorbene Hülle von Enzianpfote an. Leises, fröhliches Gelächter erklang. "Das kitzelt!"
    Silberner Nebel breitete sich über dem Körper aus und sanft wie eine Decke, eine Feder, der Wind legte er sich über die weiße Maus. Sie fing an sich zu regen, dann sprang sie auf und huschte auf meine Schulter. Ihre Augen waren blau.

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    Als ich wieder zu Rauchvogel sah, war sie verschwunden, genauso wie Enzianpfotes alter Körper und sämtliches Blut, das vorher über den Rasen vertei
    Als ich wieder zu Rauchvogel sah, war sie verschwunden, genauso wie Enzianpfotes alter Körper und sämtliches Blut, das vorher über den Rasen verteilt gewesen war. Ich beschloss, Habi nichts zu erzählen. Sie war zu wertvoll, als das ich sie als Freundin verlieren wollte und wie sollte ich ihr nur schonend beibringen, was für ein grausames Schicksal mich erwartete?
    Wie als hätte die Maus meine Gedanken gelesen, stieß sie ein schrilles Piepsen aus und sprang auf meinen Kopf.
    "Was soll ich nur tun?", vertraute ich ihr die schlimmste aller Fragen an und die Maus blinzelte.
    "Wie soll ich dich überhaupt nennen? Ich meine, du bist Enzianpfote, aber definitiv keine Katze mehr?"
    "Sie heißt Nova, die Neue."
    "Wow, das ist das erste Mal, das du keinen Mist redest."
    "Sei leise."

    Ich nahm Nova zu meinem Nest, legte ihr noch ein paar Haselnüsse hin und eilte wieder zu Habi, welche schon längst eingeschlafen war. Tatsächlich war ich mehr als drei Stunden bei den Toten und Rauchvogel geblieben, das sagte mir der Mond, der schon vor einer Weile seinen höchsten Überwachungsposten eingenommen hatte. Es fühlte sich an, als ob der SternenClan mich beobachtete, aber das taten sowieso immer alle, also streckte ich ihnen die Zunge raus und legte mich selbst schlafen.
    In dieser Nacht waren meine Träume mehr als wirr, immer wieder rannten schreiende, blutende Katzen an mir vorbei, aber ich tat nichts, um ihnen zu helfen. Keine einzige von ihnen war mir vertraut, warum sollte ich mir dann die Pfoten schmutzig machen.
    Als schließlich keine mehr kamen, erschien ein erschöpfter und niedergekämpfter Blacky, ohne zu zögern stürmte ich zu ihm und half ihm sich hinzulegen. "Blacky!", keuchte ich. "Was ist passiert?"

    "Zeiten der Schatten kommen. Fratres sororesque meiorum deseris. Du lässt meine Brüder und Schwestern im Stich? Warum?"
    Entsetzen kroch in mir hoch. "Deine...das wusste ich nicht!"
    "Aber du wusstest, das die Chance besteht. Helfe jedem, als wäre es dein eigener Körper, der gejagt wird. Nur dann kannst du sicher sein, niemanden deiner Liebsten im Stich gelassen zu haben."
    "Es sind zu viele!"
    "Wozu hast du Freunde?"
    Enttäuscht von mir selbst vergrub ich meine Nase in Blackys Fell und atmete erst einmal seinen warmen, tröstlichen Duft ein.
    "Es tut mir so leid." Ziemlich ruhig begann er, mir das Fell zwischen den Ohren glattzulecken, aber er konnte sein Zittern nicht verbergen. "Es ist in Ordnung."
    Ich sprang auf. "Nein, ist es nicht!"
    Den restlichen Traum jagte ich den verletzten Katzen hinterher und ruhte nicht, ehe ich alle mit Spinnenweben und mir bekannten Kräutern versorgt hatte.

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    Aber es war noch nicht zu Ende. Ohne richtigen Grund lief ich nach der letzten Schwester (die eine überraschende Ähnlichkeit mit Sky hatte) in den A
    Aber es war noch nicht zu Ende. Ohne richtigen Grund lief ich nach der letzten Schwester (die eine überraschende Ähnlichkeit mit Sky hatte) in den Abschnitt der Felslandschaft, aus dem die Katzen geflohen waren.
    Harte, kantige Kiesel schnitten mir in die Ballen und glaubt mir, der Schmerz war so schrdcklich real, ich MUSSTE wach sein. War ich aber nicht, sonst hätte ich zu Habi wegen den Aufschürfungen können -_-
    Ich war schon sehr lange so weitergestolpert, als ich zwei Katzen auf einem hohen Felsen inmitten all der Steind ausmachte. Die hatte ich nicht nie gesehen, ich fragte mich, wie meine Fantasie auf solch seltsame Gestalten kam. Der eine war eindeutig männlich UND eine Mischung aus Kater und Ziegenbock. Sein überlanger, struppig schmutziger Bart wucherte bis zum Boden, trotz der kilometerweiten Entfernung sah ich den Staub und die winzigen Kieselchen, die sich in ihm verfangen hatten.
    Musste es nicht eig längst wieder Tag sein?
    Warum war ich noch nicht wach?
    Sein Fell war mittellang, kastanienbraun-weiß gescheckt und ich wettete, seine besten Freunde waren alle Biologen. Tausende ZENSIERT Fliegen und Tierchen wimmelte in seinem Pelz, machten es zu einem einzigen, lebenden...Ding. Seine Augen waren...bunt? Auch mit Super-Sehstärke konnte ich diese Mischung aus unbekannten, seltsam exotischen Farben nicht beschreiben. Blau? Nein, eher...lila? Ne...zu hell...rosa? AUCH NICHT. Schon sein Aussehen machte mich aggressiv.
    Das..."Du solltest nicht so fies sein."
    "DU existierst auch in meinen TRÄUMEN? Wie HOBBYLOS BIST DU EIG?"
    "Logo. Und man kann deine Buchstaben in der Luft sehen. Teenager. Können nicht einmal EIGENTLICH ausschreiben."
    "Warum sehe ich dein Gelaber nicht?"
    "Lol, ka. Aber sei froh, solange die Buchstaben nur grau sind. Bei rot wird's gefährlich."
    "Toll. Hallo? Haaaaaaaalloooooooo? Ich hasse dich. Und ich WETTE, dass du "keine Ahnung" NICHT ausgeschrieben hast!"
    Es blieb ruhig.
    Nur der Wind zerzauste mein Fell und schien zu flüstern. C'est dommage, ich kann kein Windisch. Ob es eine Warnung war?

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    Der andere Kater war dunkelgrau mit zwei Köpfen und extrem breiten Schultern, die schon fast so breit wie sein Körper lang waren. Beim Näherkommen
    Der andere Kater war dunkelgrau mit zwei Köpfen und extrem breiten Schultern, die schon fast so breit wie sein Körper lang waren. Beim Näherkommen fiel mir allerdings etwas auf: Das war kein Fell, sondern Schuppen. Die kleinen Hornplatten glänzten in der Sonne und blendeten mich für einen Moment so stark, dass ich meinen Kopf abwenden musste.
    Als ich wieder hinsah, erstarrte ich.
    Die beiden Kreaturen sahen direkt zu mir.

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    Der Schweif des Zweiköpfigen endete in einem Stachel, der beunruhigenderweise Ähnlichkeit mit dem eines giftigen Skorpions aufwies. Vergiss es. Sein
    Der Schweif des Zweiköpfigen endete in einem Stachel, der beunruhigenderweise Ähnlichkeit mit dem eines giftigen Skorpions aufwies.
    Vergiss es.
    Seine Augen waren weit giftiger.
    Genau wie beim Böckchen konnte ich dieses außerirdische Mischmasch einfach nicht definieren. Es erinnerte an grün oder braun, aber eben nur schwach und wirkte irgendwie...magnetisch. So richtig direkt, fesselnd ect. Es war richtig unheimlich.
    Dann rief der Erste: "Hey! Du! Hier!"
    Ich blieb stehen und legte die Ohren gegen den Wind flach an.
    "Was wollt ihr?", antwortete ich. Wie lange würde es noch dauern, bis ich wach war? Lohnte sich ein Gesprüch noch? Ich beschloss, es darauf ankommen zu lassen.
    Der Skorpionengrünfrosch grinste hässlich. "Let's talk a little bit!"
    "Sorry.", erklärte Fliegensturm bösartig lächelnd. "Er kann nur Englisch."
    Mein Schweif zuckte misstrauisch. "Schon ok. It's alright. Ich komme zu euch."
    Fliegensturm boxte seinem Kumpel grob gegen die Schulter, worauf dieser ein lautes Fauchen ausstieß und seinen Freund zurückstieß. Fast wäre er vom Felsen gefallen.
    Aber nur fast.

    Da hoch zu kommen war um einiges schwerer und anstrengender als es aussah und irgendwie schämte ich mich auch, dass es mich so viel Kraft kostete.
    "Du solltest ab jetzt öfters mit Astpfote trainieren gehen. Es bringt dir mehr als ihr."
    Knurrend verkniff ich mir eine ziemlich unhöfliche Antwort, setzte mich einfach zu den beiden Fantasien. Beinahe hätte ich eine riesige Fliege verschluckt.
    Der Skorpion miaute: "Hi. My name is Century. We will be best of friends." "Er hat gesagt..." "Habe ich bereits erwähnt, dass ich Englisch kann?"
    "Doesn't matter." Century nickte dem Ersten zu. Dieser räusperte sich und stellte sich vor: "Geehrte Dame, ich bin Ekel." "Und dein Name?" Für einen ganz kurzen Augenblick kniff er die Augen so fest zusammen, dass sie schon geschlossen waren. Die Ohren waren foach angelegt, das Rückenfell tödlich gesträubt. Mit einer engelsgleichen, ruhigen Stimme, die so überhaupt nicht zu seinem jetzigen Aussehen passte he replied: "Stress mich nicht."
    "Peace?"
    Century trat zwischen uns und funkelte mich an. "You're called Wildstorm, aren't you?"
    "Ja. Yes." "We know you better than yourself ever could."
    Ekel grinste. "Wovon redet ihr da?", fragte ich und ließ keinen von beiden aus den Augen.

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    "We are demons, Wildheart. ((bold))Your((ebold)) demons." "Dämonen? Was soll das heißen?" Ekel sah mir in die Augen, von den sel
    "We are demons, Wildheart. Your demons."
    "Dämonen? Was soll das heißen?" Ekel sah mir in die Augen, von den seltsamen, unbeschreibbaren Farben wurde mir ganz schwindelig. Ich wandte den Blick ab und das Monster fuhr für seinen Komplizen fort: "Wir wollen spielen, Herzchen. Du hast jetzt schon so viel gelitten und denkst immer noch, in deinem Blut giert nicht alles nach Rache und Vergeltung? Dies sind nur andere Wörter für Fairness und Gerechtigkeit, Herzchen. Lass es zu. Wir können dir helfen." "NIEMAND kann das."
    Century schüttelte den Kopf. "We just want to play. We will help you. It's what you want, isn't it?"
    Ich schloss die Augen, denn ich wollte nicht meinen tiefsten Wünschen, die jetzt mich selbst unter Druck setzten, in die Augen schauen. "Ja...yes."
    "Es ist so einfach. Und doch wehrst du dich noch gegen dein eigenes, verdientes Glück. Du musst uns nur erlauben, dir selbst zu helfen, dann wird alles gut. Für jeden Tod, der dir noch das Herz zerreißen wird, wird jemand sterben, der es verdient hat. Du könntest alle deine Freunde und deine ganze Familie für immer bei dir behalten. Stattdessen gehen Kreaturen, die es nicht würdig sind, unter deinen Bäumen zu wandeln. So einfach. So easy."
    Century nickte Ekel zu und miaute dann: "He's right. You only must say these words: You can do it."
    "Los...du willst es doch auch...du wärst erlöst. Sie ALLE wären das." Alles in Ekels Körper wollte nur noch meine Zustimmung. Aber es waren nun einmal meine Dämonen, meine schlimmsten Feinde. "Was wollt ihr dafür?, entgegnete ich zischend. "Ihr werdet mir weh tun, so und so." "No.", Century answered. Ekel sagte: "Wir würden dafür sorgen, dass deine Freunde am Leben bleiben und dafür Katzen sterben, die es nicht anders verdienen. Das ist doch fair, oder? Katzen, die dir das Leben nehmen oder schwer machen wollen, werden euch nie wieder verletzen können. Was wäre, wenn Habichtrose morgen sterben müsste? Würdest du dir das jemals verzeihen?" Ich schluckte.
    "Sie...stirbt morgen?"
    "Kann sein, kann auch nicht sein. Aber es gibt kein Zurück."
    "I...I agree. Ihr könnt tun, was immer ihr wollt. Aber meine Freunde dürfen nicht sterben. Egal, was kommt."
    "Deal!", jaulten beide so laut in den Himmel, dass ich mir die Pfoten auf die Ohren presste und mich auf den Boden kauerte.

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    Das Gejaule floss über in Vogelgezwitscher und meine Augenlider hoben sich flackernd. Ein wenig Nebel in der Luft, aber er war es nicht, der mich fr
    Das Gejaule floss über in Vogelgezwitscher und meine Augenlider hoben sich flackernd. Ein wenig Nebel in der Luft, aber er war es nicht, der mich frösteln ließ.
    Habi trabte zu mir. "Morgen." Ein paar rundliche, weiche Blätter wurden vor mir abgelegt und ich schnupperte zaghaft daran. "Das ist Rotlerchenkraut.", erklärte Habi und deutete auf das Grün. "Es hilft dir, wieder etwas wacher zu werden." "Danke." Uch schluckte das bittere Zeug brav hinunter und miaute: "Wie lange habe ich geschlafen?" Die Sonne stand schon recht hoch und die Morgenfrische lag schon längst nicht mehr in der Luft. Zum Glück hatte es nicht mehr geschneit. "Lange. Vogelstern wollte dich zur Morgenpatroullie einteilen, aber Dunstkralle war dagegen und hat gesagt, die anderen sollen dich ausschlafen lassen. Du hast dich ja gestern so gut um die toten Schüler gekümmert, ich finde, du hast es verdient. Die Beerdigung hast du aber verpasst." Ich ließ die Ohren hängen und zupfte betrübt ein bisschen Moos aus meinem Fell. "Ich hätte dabei sein sollen." "Hättest und warst du nicht. Es war mäusehirnig kalt. Und jetzt steh endlich auf, ich habe Dunstkralle gesagt, dass wir Kräuter sammeln gehen."

    Wir gingen Kräuter sammeln. Habi entschied, dass wir es zuerst bei den Libellentümpeln versuchen sollten, wo Rauchpfote gerade mit Schwarzsturm und Schmetterlingspfote mit...Vogelstern trainierte. Um den rostroten Kater machte ich einen großen Bogen, Habi auch. "Am dringendsten brauchen wir Katzenminze.", verriet mir die Heilerin und deutete mit der Pfote zum Schilfkranz. "Guck mal da." "Warum hast du Fliederpfote nicht mitgenommen? Er könnte uns jetzt hilfreich sein." Sie schnaubte nur und eine warme Atemwolke kitzelte mich am Fell. "Dem zeigen gerade Krähenfuß und Federfell das Revier. Für so etwas habe ich keine Zeit."
    Seufzend durchkämmte ich die langen, kantigen Blättern nach der schön duftenden Pflanze. Das einzige, das ich fand war eine alte, rostige Menschenkette mit den Buchstaben CM darauf. Für einen Augenblick konnte ich nicht mehr atmen. Das war Minas und meine lila Freundschaftskette mit dem schönen, rosa Kiesel, den wir am Strand gefunden hatten, als unsere Familien damals zusammen Urlaub in Italien gemacht hatten. Wortlos ließ ich den Schmuck liegen und suchte weiter. Das war ein Zeichen. Der SternenClan verlangte von mir, meine Vergangenheit hinter mir zu lassen und ich würde meine Ahnen nicht enttäuschen.

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    Natürlich waren die Tümpel total katzenminzefreie Orte. Wir beschlossen, zur BärenClan-Grenze zu ziehen und ich noch dazu, niemals wieder an diese
    Natürlich waren die Tümpel total katzenminzefreie Orte. Wir beschlossen, zur BärenClan-Grenze zu ziehen und ich noch dazu, niemals wieder an diese verdammt hübsche Kette zu denken.

    An der Grenze war schon seit mindestens zwei Abenden nicht mehr makiert worden, als wir ein trafen. Habi hob witternd und mit zusammengrkniffenen Augen den Kopf.
    "Wir könnten auch woanders suchen.", schlug ich vor.
    "Nein.", entgegnete sie. "Katzenminze gibt es nur hier und bei den Libellen." Ohne Zögern schritt sie in die dichten Brombeerhecken, knapp neben dem Territorium des Clans der vor wenigen Tagen drei unserer Schüler massakriert hatte. Mir war noch nie so unwohl in meinem Leben gewesen.
    Jedes knisternde Blatt war sich nähernde Krallen, jeder Schrei der Elster, die hier in der Nähe ihr Nest haben musste, das Kampfgebrüll von wütenden, tobenden Kriegern.
    Dennoch ging auch ich los. Wenn auch mit weit respektvollerem Abstand als Habi. Mit Sorgfalt hielt ich immer mindestens zwei Füchse zwischen mir und dem Angriff meiner Fantasien, genauer gesagt achtete ich mehr auf den fremden Clan als Katzenminze. Darum würde sich Habi kümmern müssen.
    Die Tigerkatze mit dem längeren Fell befand sich toujours in meinem Blickfeld und ihre nervösen Blicke bestätigten nur, dass sie auf meinen Schutz zählte.

    Was war, wenn ich versagte?

    Sie schnupperte an einem zarten Spross und drehte sich zu mir. "Das ist welche. Hier her." Ich gehorchte und kletterte an den Dornen vorbei zu meiner besten Freundin, allerdings weit weniger elegant. Dutzende Dornen hingen an meinen Flanken, wobei mein verwuscheltes Fell mich beinahe mehr ausregte als die kleinen, stechenden Pflanzenteile.
    Der Spross war samtig weich und verströmte einen angenehmen, süßlichen Duft. Ich senkte den Kopf und stupste das kleine Pflänzchen mit der Nase an. "Soll ich?"
    Sie seufzte. "Wildi, echt nichts gegen euch, aber Krieger haben von Heilpflanzen genauso viel Ahnung wie Zweibeiner. Und du bist...na ja, mehr oder weniger beides zusammen. Es muss noch wachsen, sonst ist es unbrauchbar."
    Etwas verärgert zuckte ich mit den Schnurrhaaren und betrachtete das Gewächs. "Und wenn es sich der BärenClan holt?"
    "Was sollen die schon damit wollen. Ihre Opfer zu Tode streicheln? Weiter."

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    Also gingen wir zurück zum Lager. Wir gönnten uns gerade zwei dicke Eichhörnchen, Geschenke des nahenden Frühlings, als Meerschweinchenblut auf de
    Also gingen wir zurück zum Lager. Wir gönnten uns gerade zwei dicke Eichhörnchen, Geschenke des nahenden Frühlings, als Meerschweinchenblut auf den Baum raste. "FuchsClan!", schrie sie, die Stimme trocken und heiser vom Rennen. "An Grenze! VIELE!"
    Die Patroullie war mit Meerschweinchenblut, Nusspelz, Schwarzsturm, Dornenpfote und Taubenschweif zur FuchsClan-Grenze aufgebrochrn, um die Markierungen zu erneuern. In Kopf ging ich die Krieger durch, die jetzt nicht im Lager waren: Vogelstern trainierte immer noch mit Schmetterlingspfote. Oder war jedenfalls beschäfftigt. Dunstkralle führte eine Grenzpatroullie mit Federfell, Aschenpfote, Jake, Astpfote und Honigwind zum RobbenClan-Murum.
    Es waren nur Wüstensonne, Hellschweif, Erdbeertraum, Luftfeder und ich, die nun noch helfen konnten!
    Wüstensonne machte einen Satz nsch vorne. "Erdbeertraum, Luftfeder, bleibt hier und lasst niemanden das Lager hoch! Sonst zerfetzt noch jemand anderes als FuchsClan euren Pelz. Wildsturm, Hellschweif, ihr kommt mit mir! Habichtrose, Fliederpfote, kümmert euch um die Versorgung, wenn der Alptraum aufgehört hat!"
    Wir stürmten im Pulk zur Grenze, Hellschweifs Schweifende immer nur Centimeter vor meinen Augen. Rasselnder Atem, Pfotentritte und raschelndes Gestrüpp waren die einzigen Töne, die ich wahrnehmen konnte. Die Luft srank nach Panik und Hektik.
    Als wir den Ort des Geschehens erreichten, tobte bereits ein Orkan an Angst und Wut. Überall flogen Krallen und Zähne durch die Luft, spritzte Blut zu Boden, fielen Katzen auf der Erde hin. Durch den Tau vom Morgen war der Boden noch rutschig und kein guter Platz, um zu laufen, geschweige denn zu kämpfen.
    Schmalpfote rannte auf mich zu und vergrub sein Gebiss in meiner Schulter, ehe ich ausweichen konnte. Jaulend entriss ich mich den Fängen des Schülers und schleudrte ihn mit einer instinktiven Bewegung zu Boden. Er keuchte und wollte wieder aufspringen, aber diesmal handelte mein Verstand sowohl klarer als auch besser und ich nagelte den Eindringling mit ausgefahrenen Messern am Boden fest.
    "Gib auf, Libellenjunges!"
    "Bleib ja da unten, du Fuchsherz!"
    Er grinste. "Ich heiße Schmalmond."
    "Dein Pech, Looser."
    Spitze Krallen bohrten sich in meinen Rücken und pressten mich auf Schmalmond, der mit wirbelnden Pfoten meine Flanken attackierte. Nachtigallenherz' nach Pilzen riechender Geruch stieg mir in die Nase und ich musste augenblicklich würgen. "So sieht man sich wieder!" Ihr Gelächter klang unnatürlich schrill und künstlich. Auch an ihr hatte das Kämpfen und Angreifen Spuren hinterlassen. "PESTFLUCH!", brüllte ich so laut ich konnte und stellte mir Nachtigallenherz' verdutztes Gesucht vor. Tatsächlich war die schwarze Kätzin für einen kurzen Momrnt verwirrt, doch das war auch alles, was ich brauchte.

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    Es war ein ganz einfacher Trick, den ich anwendete, um Nachtigallenherz zu überlisten. Noch während ich den Namen von ihrem Bruder kreischte, entwan
    Es war ein ganz einfacher Trick, den ich anwendete, um Nachtigallenherz zu überlisten. Noch während ich den Namen von ihrem Bruder kreischte, entwandte ich mich wie eine Schlange dem Griff der FuchsClaner, wich Schmalmonds Zähnen aus und blieb keuchend auf der Seite liegen.
    Schmerzen breiteten sich auf meiner Flanke aus wie Feuer und riss den Kopf in die Höhe, aus Reflex der brennenden Krallen. Pestfluch hatte sich an mir zu schaffen gemacht und Schmalmond war so schnell auf den Beinen und drückte mich wieder ins feuchte Gras, dass ich nicht einmal mehr zucken konnte.
    Irgendwo schrie Molchschatten: "Krallt euch so viele ihr könnt!"
    Jetzt war mir alles klar. Es ging hier nicht um Grenzstreitigkeiten und die FuchsClaner sahen auch aus, als ob es wieder mehr Beute bei ihnen drüber gäbe. Sie wollten Krieger und Schüler entführen, um den LibellenClan zu schwächen.
    Pestfluch riss mich am Nacken hoch und ich hing wehrlos in der Luft. Obwohl ich gewachsen und nun schon längst nicht mehr klein war, überragte der schwarze Kater mich immer noch um zwei Köpfe, mindestens so gigantisch wie Erdbeertraum. Zwei Köpfe trennten mich vom blutverschmiertem Tau.
    Schmalmond drückte meinen peitschenden Schweif auf den Boden und Nachtigallenherz kreischte halb wahnsinnig: "Sofort aufhören oder ich BRECHE IHR DAS GENICK!"
    Beinahe auf der Stelle war es still und die noch nicht gefangenen Krieger humpelte auf einen wirren Haufen zusammen, die funkelnden Augen auf die blutenden Feinde gerichtet.
    Vogelstern eilte mit dem Rest der Kämpfer zu uns, nur wenige hatte er im Lager zurückgelassen, aber als Nachtigallenherz mir das Bein aufriss, blieb er mit gesträubtem Nackenfell stehen.

    Dunstkralle machte einen Schritt auf Pestfluch zu und seine Zähne gruben sich noch tiefer in meinen Hals. Mit einem Ruck donnerte er meinen Kopf gegen den Boden, dass mir schwindelig wurde, ich konnte nur aus den Augenwinkeln erkennen, wer es noch alles nicht geschafft hatte.
    Meerschweinchenblut war von zwei kräftigen Katern niedergerungen worden und kauerte zitternd am Boden.
    Federfell und Astpfote saßen nicht weit entfernt von ihr, gut bewacht von Nadelsprung und Eulenschatten, welche jede ihrer Bewegungen (selbst das Beben ihrer Brust beim Atmen!) mit misstrauisch zusammengekniffenen Augen verfolgten.
    Milchblüte und Nusspelz lagen auf der Erde inmitten einer stinkenden, breiten Blutlache und ich fing an zu schreien und zu weinen. "NEIN!" Sie rührten sich nicht. Als ich mit einer Pfote eine Bewegung in die Richtung meiner verlorenen Gefährten machten, trat Nachtigallenherz so heftig auf das Gelenk, dass es knackste. Jetzt schrie ich auch vor Schmerzen.

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    "Wir können reden.", unterbrach Dunstkralle mein Wimmern. "Es gibt keinen Grund, irgendjemanden zu verletzen. Wir kämpfen nicht mehr.
    "Wir können reden.", unterbrach Dunstkralle mein Wimmern. "Es gibt keinen Grund, irgendjemanden zu verletzen. Wir kämpfen nicht mehr."
    "Ist auch gut so!", giftete Nachtigallenherz und schnappte herausfordernd in Dunstkralles Richtung.
    Der graue Kater ließ sich nicht beirren. "Allerdings. Und weil wir nicht mehr vorhaben, uns zu wehren, könnt ihr jetzt auch Wildsturm, Meerschweinchenblut, Astpfote und Federfell loslassen. Was immer es auch ist, ihr könnt es haben."
    "Passt ja perfekt.", schnurrte Molchschatten gekünstelt und setzte sich Dunstkralle gegenüber. "Dann nehmen wir jetzt die Hübschen mit und ihr werdet keine Pfote rühren. Oder Nachtigallenherz tötet Wildsturm auf der Stelle."
    Die LibellenClaner wichen ein paar weitere Schritte zurück und ich sah die Angst in ihren Augen. Dieses starke Gefühl sagte mir so viel mehr als jedes Hab dich lieb. Meine Gefährten waren bereit, wenn es sein muss, für mich zu sterben.
    Dann hörten wir das Kläffen. Wenn wir noch gekämpft hätten, wäre es wohl niemandem aufgefallen, aber in der surrealen Ruhe wirkte es wie Donner.
    Es waren genau sechs Füchse, die zu uns auf die Lichtung traten, ihre Nasen entweder am Boden beim Blut oder in der Luft bei der Furcht, die von uns allen ausströmte.
    Der Führer der Gruppe war ein junges Männchen mit funkelnden, grellgelben Augen und aufmerksam zuckenden Ohren. Ein bisschen erinnerte er mich schon an Vogelstern, der einen drohenden Schritt auf eine Fähe zumachte, die gerade Taubenschweif ins Visier genommen und ihre besten Tage bereits hinter sich hatte.
    Auch der Rest waren Fähen, junge und alte, und das Knurren in den Mägen der Füchsen verkündete lautstark ihren Hunger. Sie rochen nach verrorendem Laub und irgendetwas Rauchigem. Garantiert kamen sie aus der Stadt und hatten nun ihren gewohnten Lebensraum verlassen, um nach besserer Beute zu suchen.

    Gefunden.

    Kreischend rannte der männliche Fuchs auf Pestfluch zu und der FuchsClaner stieß mich weg, denn sein neuer Gegner würde defintiv schwerer zu Boden zu Bringen sein. Kreischend und fauchend rollten sie durch das Blut, der Kater gegen den Fuchs.
    Die Alte hatte sich nun doch für einen Versuch entschieden und schoss auf unsere graue Kriegerin zu.
    Honigwind und Schmetterlingspfote waren aber schneller und die junge Schülerin schlug sich trotz ihres Alters großartig. Es hatte nicht nur Nachteile, Vogelstern als Mentor zu haben. Sie jagten die Füchsin bis zu einem Baum und schlugen mit Krallen und Zähnen dann erbarmungslos auf sie ein.

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    Ob das große Chaos schon währenddessen oder erst in der Sekunde danach ausgebrochen war, ich konnte es nicht sagen. Nachtigallenherz und Schmalmond
    Ob das große Chaos schon währenddessen oder erst in der Sekunde danach ausgebrochen war, ich konnte es nicht sagen.
    Nachtigallenherz und Schmalmond wichen zwei Füchsen prpblemlos aus und die schwarze Kätzin zerrte mich am Tücken zur Seite. Ihre Zähne gruben sich dabei so spitz in meine Haut, dass ich wimmerte.
    Schmalmond half ihr mit einem kräftigen Schubs und wir befanden uns zwischen ein paar winzigen Brombeerhecken, die die Angreifer erst einmal von uns fernhalten würden.
    "Du blödes, blödes Ding!", schnaubte Nachtigallenherz und verpasste mir mit der Pfote einen heftigen Schlag auf die Wange. Die Dornen um mich herum zwangen mich zur Ruhe und ihre Krallen trafen ihr Ziel mit voller Wucht.

    Während mir ein wenig Blut ins rechte Auge floss, sah ich kurz ein Bild.

    Drei kleine Kätzchen lagen in einem alten, zerfransten Korb am Waldrand. Dort war auch der Parkplatz von dem aus man einen Spaziergang durch den Wald machen konnte, ganz in der Nähe des FuchsClans. Früher hatte ich dort auch einmal einen braun-roten Fuchs gesehen.
    Die Junge waren alle pechschwarz ohne Musterung mit unheimlich identischen giftgrünen Augen. Ihre Eltern waren nirgends zu sehen.
    Ein Fuchs trabte auf den Kiesweg und beugte sich schnüffelnd und mit gierig heraushängender Zunge über den Korb. Wo blieben nur die Eltern?
    Die kleinen Fellbüschel maunzten verärgert und das größte von ihnen, ein recht stattlicher Kater, fuhr mit seinen Mini-Krallen dem Räuber sogar über die Nase. Der Fuchs aber interessierte sich gar nicht für ihn.
    Er fischte das Kleinste aus dem Versteck und verschlang es mit wenigen Bissen vor den Augen seiner Geschwister.
    Nur das Quietschen der Bremsen eines großen, silbernen BMWs hinderte ihn an der anderen Beute und er suchte flink und lautlos im Gebüsch das Weite. Das war das Auto von meinen eigenen Eltern.

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    Ganz kurz konnte ich noch das Halsband am zierlichsten, schwarzen Kätzchen erkennen. ((big))((navy))Night-Girl((enavy))((ebig)) Katzen, die kein Engl
    Ganz kurz konnte ich noch das Halsband am zierlichsten, schwarzen Kätzchen erkennen.

    Night-Girl

    Katzen, die kein Englisch konnten, würden keine Ahnung haben, was das heißen sollte und stattdessen ein ähnlich klingendes Wort nehmen. Wie...Nachtigall?

    Zu dritt spähten wir ängstlich nach außen und sahen wie der größte Fuchs Vogelstern den Hals aufriss.
    Wir erwarteten, dass er fallen würde.
    Ganz kurz hoffte ich sogar, dass der Alptraum endlich zu Ende war, aber es geschah nichts. Die mörderischen Krallen fuhren durch die Kehle und die Wunde war im nächsten Moment wieder verheilt.
    Schmalmond stöhnte mit weit aufgerissenen Augen: "Das gibt es doch nicht..." Niemand außer uns hatte den Prankenhieb oder die plötzlich zu Luft werdenden Krallen mitbekommen. Vogelstern kämpfte, als wäre nichts gewesen.
    Schmetterlingspfote wurde nun selbst von der Fähe gegen den Baum gedrängt, aber Wüstensonne half ihr sofort und lenkte die Angreiferin geschickt ab.
    Doch dann entdeckte die Fähe uns und sprintete mit weit aufgerissenem Maul auf die Brombeerhecke zu. Ich konnte die geoben Zähne und den milchigen Speichel sehen, dass das Grauen meine Pfoten packte und ich mich windend und schreiend aus den Dornen wandte.
    Habi hatte es nicht gesehen.
    Immer noch im Glauben sich für ihre gefangene Freundin opfern zu müssen, wagte sie einen direkten Crash mit dem Fuchs.
    Die Zähne flogen auf ihren Kopf zu und ich hielt den Atem an. Dann geschah das nächste Unmögliche. Es flimmerte kurz und ich hatte den Eindruck, seltsam bunte Augen zu sehen, während an Habis Stelle plötzlich Nachtigallenherz stand und mitten im Brombeergebüsch eine verwirrt dreinblickende Habi saß.
    Nachtigallenherz fiel auf der Stelle tot um und ich wandte den Blick von der blutbefleckten Leiche ab.
    Schmalmond hatte sich schon längst aus der Todesfalle der hartnäckigen Dornen befreit und sprang mit weiten Schritten im Unterholz Richtung FuchsClan davon.
    Auch andere Krieger verließen das Kampffeld.
    Taubenschweif schleppte sich schlimm am Hinterbein blutend zu einer kleinen Aushöhlung in der Erde und duckte sich, um nicht gesehen zu werde.
    Rauchpfote und Astpfote hatten ebenfalls die Flucht ergriffen und rannten wimmernd Richtung Lager, und zwar so schnell, dass ihre blutigen Krallen kaum das Nadellaub zu berühren schienen.
    Molchschatten ergriff mit einem schwer atmendem Pestfluch die Flucht, nur Zentimeter hinter ihnen ein keuchender, zittriger Nadelsprung.
    Zwei Füchse lagen leblos am Boden, mindestens einer von ihnen tot; ich spürte Genugtuung, wusste aber, dass es falsch war und senkte beschämt den Kopf.
    "Krötendreck!", schimpfte Habi und kämpfte sich aus den Brombeeren. "Du hättest sterben können. Und trotzdem gast du es riskiert, um mich zu beschützen." Ich blinzelte gerührt eine blutige Träne weg. "Danke."
    Sie schnaubte: "Wir sind quitt, wenn du mir später erzählst, warum ich eben NICHT tot bin. Also ÜBERLEBE gefälligst! Sonst nehm ich dir das echt übel!"
    Sie eilte zu Taubenschweif und die beiden trabten hastig und mit gesenkten Köpfen außer Reichweite. "Hallo."
    Noch ehe ich mich umdrehen konnte, stieß mich Laubrache zu Boden und nagelte mich bewegungslos fest. Ich konnte sein widerliches Grinsen so deutlich vor mir sehen, dass ich würgte.

    Ein wütender Fuchs rannte auf uns zu, aber zwei FuchsClaner stürzten sich auf ihn und rissen ihn erbarmungslos zu Boden.

    "Was willst du?", knurrte ich und schlug mit der Pfote nach seinem ekelhaften Gesicht. "Das hier ist nicht DEIN Kampf! Es geht um unsere Clans!"
    "Du hast Schwarzsturm und mich alleine gelassen und stattdessen nur deine Heiler-Freundin geschickt. Wie traurig. Dabei bist du doch so viel hübscher!"
    "Red keinen Fuchsmist und lass mich los, bevor wir beide sterben!"
    Allmählich grub die Panik ihre Klauen in mein Herz und mein Atem ging nur noch stoßweise. "Wenn du mich jetzt tötest, kannst du nie wieder üben." "Solltest du sterben, muss halt deine Freundin für dich bezahlen." Ich hatte Tränen in den Augen, NOCH NIE hatte ich so etwas widerliches gehört. "Du Schwein!"

    (Wer wusste alles, dass Widherz eig biesexuell ist? ^^)

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    "Aber du hast Glück. Es wäre Verschwendung, dich zu töten, dafür bist du zu schön und wie du schon sagtest, mit wem soll ich dann üben? Ich
    "Aber du hast Glück. Es wäre Verschwendung, dich zu töten, dafür bist du zu schön und wie du schon sagtest, mit wem soll ich dann üben? Ich glaube wohl kaum, dass ich in naher Zukunft einen besseren Trainingspartner finden werde. Also mache ich dir einen Vorschlag: Du bekennst dich als Sklave des FuchsClans und jedem, der fragt, sagst du, ich bin dein Meister. Dann lass ich auch Habichtrose in Ruhe und keine Kralle meines Clans wird sie je wieder anrühren. Na, wie hört sich das für dich an? Dein Schicksal gegen das deiner Freundin?"
    Ich überlegte einen Moment. Tut mir leid, Habi...aber ich muss mein Versprechen brechen. Ich bin eine furchtbare Freundin, aber bitte behalte mich als loyale Kriegerin in Erinnerung.
    Du hast es verdient.
    Ich hasse dich.
    Me too.
    Ich nickte.

    Zusammen mit Laubrache ließ ich die restlichen Kämpfenden, betend, dass es möglichst nur noch FuchsClaner waren (stimmte nicht, ich konnte Schmetterlingspfote und Honigwind schreien hören), mit gesenktem Kopf und Schweif zurück und verließ mein Territorium.

    Das Revier des FuchsClans war noch genauso, wie damals als ich das Junge davor gerettet hatte, in den Grenzspalt zu fallen. Mittlerweile kam mir der Spalt winzig vor, aber wenn ich an meinen Mut zutückdachte, hätte ich niemals anders gehandelt. Jedes lebendige Kind soll das Recht haben, von den Furchtlosen gerettet zu werden, wenn es diese Hilfe braucht. Jeder hat das Recht, zu leben. Ungeachtet der Vergehen seiner Freunde, Familie und Vorfahren.

    Es war immer noch alles Grün, selbst jetzt, in der Mitte zwischen Winter und Frühling: Moos, Farne und Laub überall. Nur ab und zu sah man das Braun der Baumrinde oder Wurzeln. Vielleicht auch mal einen Stein oder mickrigen Kiesel. Sie hatten hier schöne Kiesel. Irgendwie schimmerten sie grün-rosa. Habi hätte sie garantiert gemocht. Irgendwann hatte sie mir einmal erzählt, dass sie eine Schwäche für schöne Steine hatte. Traurig erinnerte ich mich an den Dunkelblauen, den sie unter ihrem Nest ausfbewahrte. Sie hatte gesagt, sie tut manchmal so, als wäre das der SternenClan und betet für mich, dass ich nicht wegen meinem Kriegerdasein sterben muss. Sie bedeutete mir so unrndlich viel. 😢

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    Und dann hielten wir an. "Ich will sicher gehen, dass auch die letzten Kämpfenden im Lager sind, wenn wir ankommen. Deshalb mache ich jetzt Paus
    Und dann hielten wir an.
    "Ich will sicher gehen, dass auch die letzten Kämpfenden im Lager sind, wenn wir ankommen. Deshalb mache ich jetzt Pause. Du natürlich nicht. Du jagst mir etwas.", sagte Laubrache und grinste dabei herablassend. I hate you.
    Gehorsam machte ich mich auf den Weg und schlich mich schon bald an eine gut genährte Amsel heran. Sie hüpfte im Laub, sodass meine eigenen Schritte übertönt wurden und ich konnte nicht anders, als siegessicher zu lächeln. I really loved to hunt.

    Dann fauchte jemand hinter mir: "He! Du da! Du STINKST nach LibellenClan!"
    Der Vogel floh natürlich und hinterließ nichts weiter als eine einsame gräulich, braune Feder.
    Wütend wirbelte ich herum und starrte einen krättigen, braunen Kater mit großen Pranken und einem eingerissenem Ohr an. Er kam mir bekannt vor.
    Darf ich dir jemanden vorstellen? Pilzkralle, das süße Junge, das du damals gerettet hattest.
    In den Augen meines Gegenübers blitzte kein Erkennen auf, nur Hass. "Du hast hier nichts verloren!"
    "Ach, wie stinke ich denn?", entgegnete ich. "Sagt doch das Moosungeheuer mit Pilz-Geruch!"
    Einen Moment blinzelte Pilzkralle kurz, dann lächelte er. Und zwar ziemlich unheimlich.
    "Jeder weiß, dass LibellenClaner stinken.", schnurrte er. "Nach Teichwasser und Baumharz."
    "Besser als Pilze und Fuchs!"
    Er duckte sich kampfbereit und ich fuhr zufrieden die Krallen aus. Wenn er sich prügeln wollte, hatte ich absolut nichts dagegen. Ehrlich gesagt, war es gerade genau das, das ich brauchte, um meine angestaute Wut loszuwerden.
    Lüg nicht, das willst du auf keinen Fall.
    Ach echt? Na, dann pass mal auf.
    Dein Sklaveneid, du Libellenkopf! DEIN SKLAVENEID. Jeder darf dich verletzen, wenn er will und du darfst keine Kralle krümmen!
    Sch....
    Pilzkralle flog auf mich zu und wir fielen beide unbeholfen zu Boden. Sein massiger Körper war doch schwerer als gedacht und ich musst husten, weil ich wohl Staub eingeatmet hatte.
    Pilzkralle hustete nicht, er traf meine Schulter mit einer besonders spitzen Kralle und Blut floss an mir herunter. Das würde eine Narbe bleiben.
    Laubrache gesellte sich selenruhig zu uns und grüßte seinen Gefährten: "Pilzkralle."
    Er ließ von mir ab und fragte: "Kennste die?"
    "Ja, und der ganze Clan wird sie gleich kennen lernen. Sie ist eine Sklavin und ICH ALLEIN bin ihr Meister. Dies ist mein Geschenk an den Clan."
    "Ich habe gestern ein Eichhörnchen gefangen."
    "Das reicht nicht und das weißt du."
    Ganz leise miaute ich, ich wollte nicht noch mehr Schläge riskieren: "Wovon redet ihr?"
    Pilzkralle warf Laubrache einen Blick zu und dieser nickte arrogant wie ein eitler Straßenköter.
    "Immer vor Blattgrüne muss jeder Krieger und auch der Zweite Anführer ein Geschenk an den Clan gemacht haben.", erklärte er und schubste mich zur Seite, um sich selbst wieder aufzurichten. Meine Schulter schmerzte, aber ich biss die Zähne zsm, denn hier brauchte ich garantiert nicht auf Mitleid zu hoffen. Hier schlug man nur noch einmal zu, sollte sich jemand beschweren, das sah ich auch an den Narben auf Pilzkralles Rücken.
    "Es darf nichts kleines sein. Kein Hase oder so, du musst schon etwas Großes bringen.", fuhr er fort und ich duckte mich instinktiv als er während er weiter sprach, sich mein Blut von den Krallen leckte. Ich wandte angewiedert den Kopf ab.
    Er hielt inne und sagte: "Letztes Mal war es eine gute Zeit: Ein Fuchs wurde erlegt und ein Dachs, jemand hat das seltene Reifblatt, so ein wichtiges, gutes Kraut unserer Blauglanz gebracht und noch eine ist auf unseren höchsten Baum geklettert um für den Clan in der Blattleere Bussardküken zu stehlen. Das heißt, wir dürfen dieses Mal Wurzelstern nicht enttäuschen."

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    "Er hat absolut recht. Und wer es nicht packt, der wird bestraft. So sind die Regeln. Aber ICH bin jetzt auf der sicheren Seite dank DIR. Wo ist
    "Er hat absolut recht. Und wer es nicht packt, der wird bestraft. So sind die Regeln. Aber ICH bin jetzt auf der sicheren Seite dank DIR. Wo ist mein Essen?"
    Ich explodierte: "Dein toller Freund hat mich angefallen, ENTSCHULDIGUNG."
    Laubrache seufzte genüsslich. "Es war so klar, dass das heute noch kommen muss. Pilzkralle, zeig ihr was wir mit unhöflichen Sklaven machen."
    Im nächsten Augenblick hing ich in der Luft und verfluchte meine Größe schon zum zweiten Mal am selben Tag. SternenClan, was kann das Schicksal mir noch antun?
    Wir liefen zu einer gewaltigen Eiche, die ihre Zweige so hoch zum SternenClan zu strecken schien, dass ich mir schon Hoffnungen machte, einfach dem Untergang zu entkommen und zu meinen Kriegerahnen zu klettern. Bis jetzt hatte ich noch nicht virle von ihnen kennen gelernt, aber besser als hier war es sogar im Wald der Finsternis mit Tigerstern als Baugefährten.

    Pilzkralle zuckte mit dem Ohr, ließ mich wieder runter und schaute demonstrativ nach oben.
    "Soll ich da hoch?", fragte ich und sah zu Laubrache. Er nickte. "Pilzkralle wird dich begleiten und dir etwas Schönes zeigen. Magst du Vögel? Hoffe ich mal für dich."
    "Wovon..." Pilzkralle gab mir einen kräftigen Stoß und das Gespräch war beendet, als ich mich mit zitternden Pfoten die eisglatte Rinde hochkämpfte.
    Das Schnauben und Stöhnen des Katers hinter mir verrieten, dass wohl auch Pilzi zu kämpfen hatte und wenn ich mich nicht so wahnsinnig hätte konzentrieren müssen, wäre Genugtuung kaum zu unterdrücken gewesen. Was für ein Glück. Juhu.

    Ein kleines, unscheinbares Nest befand sich auf der Baumkrone, gerade noch dort, wo sich eine Katze gefahrlos bewegen konnte, wenn sie nicht gerade den Wunsch hatte, sich absichtlich zu verirren, um dem SternenClan auf dem anderen Weg zu begegnen. Natürlich war das unser Ziel. Was denn auch sonst.

    Erst als ich einigermaßen sicher auf dem frosrigen Ast stand und auch Pilzkralle wieder etwas mehr als nur Schnee unter seinen bösartigen Klauen hatte, wagte ich es wieder zu atmen. Bloß nicht runtersehen.
    Plötzlich bewegte sich etwas im Nest. Es raschelte kurz und ich meinte, ein leises Krächzen zu hören.
    Der Habicht, wohl das einzige überlebende Küken mit Wahnsinnshunger auf Katzenflisch und Rache, richtete seine kohlenschwarzen Augen direkt auf mich und hielt mitten in der Bewegung inne.
    "Und jetzt.", säuselte Pilzkralle. "Gehst du zu meinem Kumpel und reißt ihm eine Feder aus."
    ...
    "Was?"
    "DU GEHST JETZT, SONST IST DER VOGEL, DAS LETZTE, UM DAS DU DIR SORGEN ZU MACHEN BRAUCHST!"

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    "Er wird mich UMBRINGEN!", winselte ich und machte vorsichtig und langsam einen Schritt nach hinten, als der Bussard immer noch nicht genug
    "Er wird mich UMBRINGEN!", winselte ich und machte vorsichtig und langsam einen Schritt nach hinten, als der Bussard immer noch nicht genug von meinem absolut köstlichen Anblick hatte.
    "Ist mir doch egal." Mit einer lässigen Bewegung drängte er mich wieder nach vorne und sein stinkender, brauner Pelz streifte meine Pfote. Igitt. Ach was du nicht sagst.

    Dann stutzte ich. "Du...du hattest rotes Fell."
    Verwirrt riss Pilzkralle die Augen auf und drehte mich so, dass ich ihm direkt in die schwarzen Pupillen blicken musste. Wir sahen uns fest in die Augen und dann machte es ganz kurz KLICK in seinem Kopf und er flüsterte: "Das warst du. Du warst die Katze, an der Spalte. Nachdem du mich gerettet hast, haben dich Nachtigallenherz, Nadelsprung und Seerosenauge verfolgt, nicht wahr?"
    Jetzt war ich es, die stutzte. "Nein, nicht Seerosenauge, Pestfluch."
    Endlich lächelte er. "Als ob ich diesen Moment jemals vergessen könnte. Aber wäre ich nicht ein schlechter Krieger, wenn ich dich nicht wenigstens prüfen würde?"
    "Nein. Aber dass du mich angegriffen hättest, wenn ich dich damals nicht gerettet hätte, macht dich zu einem." Ich sah wieder zum Bussard, der immer noch gespannt auf dem Rand seines Nestes saß und die Szene beobachtete. "Und jetzt lass mich in Ruhe, ich habe eine Aufgabe von meinem Meister bekommen, die ich verdammt noch einmal zu erledigen habe."

    Mit geduckter Haltung und gestrecktem Schweif näherte ich mich dem Raubvogel, um jetzt nicht in dieser alptraumhaften Höge das Gleichgewicht zu verlieren.
    Dieser tat immer noch nichts außer einfach ruhig zu sein, ließ mich aber keine Millisekunde aus seinen Augen.
    Weil ich nicht wollte, dass ich wegen dem Frost ausrutschte, fuhr ich meine Krallen bereits zwei Meter von der Beute entfernt aus und genau in diesem Augenblick erwachte das Monstrum wieder zum Leben.

    Ich weiß, du hast keine Ahnung, was für eine Größe ein Vogel aus der Sicht einer Katze hat, aber stell dir vor, du stehst auf der Autobahn, kannst links und rechts nicht ausweichen und ein Motorrad rast auf dich zu.

    Also tat ich das einzige, das mir gerade in den Sinn kam. Ich nahm allen Mut zusammen, wartete auf den passenden Moment, und als der Bussard so nah war, dass seine Augen die Größe von Kohlen hatten, stieß ich mich vom haltgebendem Holz ab und das Biest schoss genau unter mir durch.
    Fast wäre ich vom Baum gefallen, aber ich fand schnell wieder halt und wirbelte herum, um mich der nächsten Attacke zu stellen, welche nicht lange auf sich warten ließ.

    Ich hatte mich erst umgedreht, als er bereits wieder die Kurve gekriegt hatte und mit gespreizten Klauen und zornig schreiend auf mich hinab stieß.
    Ausweichen nach oben, war nun keine Alternative mehr und da mir nichts besseres einfiel, schlug ich einfach mit meinen eigenen Krallen zu.
    Gut so.

    Pilzkralld war bis zum Stamm zurückgewichen und beobachtete das Schauspiel mit angespannten Schultern und sichtlich nervösen Augen. Sein aufgestelltes Nackenfelk wirkte auch nicht weniger unruhig und ein bittersüßer Gedanke schoss mir durch den Kopf:
    Oh, wie süß, er hat Angst, dass er seine Babysitterin verliert.

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    Ich traf das Monstrum genau an der Brust und eine einzige, flaumige Feder sank herab, währen der ursprüngliche Besitzer kraftvoll zur Seite geschleu
    Ich traf das Monstrum genau an der Brust und eine einzige, flaumige Feder sank herab, währen der ursprüngliche Besitzer kraftvoll zur Seite geschleudert wurde und unkontrolliert gegen einen etwas niedrigeren Ast krachte. Er war tot.
    Vorsichtig sammelte ich die Feder auf und Pilzkralle holte unterdessen immer noch nachdenklich schweigend den in den Blättern und Zweigchen verhedderten Fang.

    "Und?" Er saß noch genau da, wo er uns weggeschickt hatte, keine Pfote hatte er gekrümmt, während ich gegen einen Bussard gekämpft hatte. Non bestia, sed asinus es, I thought unf sagte laut:
    "Ich habe beide Aufgaben erledigt Meister: Dies ist deine Frischbeute und das hier deine Feder."
    Pilzkralle schleuderte das tote Viech achtlos und ziemlich rüpelhaft zu Laubraches Pfoten, aber dieses eingebildete Ar....... interessierte es nicht einmal. Er stieß es einfach ins nächstbeste Gebüsch und gab mir einen Schlag auf die Stirn.
    Fluchend presste ich meine Pfote gegen den Kopf, aber es war auch gar nicht fest gewesen, also verbiss ich mir einen malum Kommentar und wartete nur schweigend ab.
    "Gut.", war alles, was er meinte. "Natürlich nur ich. Du bist eine Sklavin, es liegt nicht einmal in deiner Natur, irgendwo besser als ich zu sein. Und jetzt los, inzwischen haben wir genug Zeit gespart. Hoch erhobenen Schweifes machte er sich auf den Weg, immer dichter ins Dickicht, und wir folgten ihm wortlos.
    Das Lager war (natürlich) auf dem Boden und kam mir im Vergleich zu unserem regelrecht ungeschützt vor. Die Lichtung war kinderleicht anzugreifen und sehr übersichtlich, ich beschloss mir jedes Detail einzuprügen, um selbst irgendwann eine Patroullie herzuführen und mich für jede einzelne Kralle, die mich jemals berührt hat, zu rächen.
    Das Waldstück war voller Katzen, als wir es betraten und Laubrache schubste mich achtlos zu Seite, damit auch ja jeder sein aufgeblähtes, sterbensübergewichtiges Ego begutachten konnte.
    Il y a zwei Sachen, die ihn interessierten: Einmal sein Fell und dann noch sein Ansehen. Ich hätte gleich wieder kotzen können.

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    Pestfluch saß negen Blauglanz, die gerade einen tiefen Riss an seiner Schulter begutachtete, und nickte Laubrachd anerkennene, wenn auch widerwillig
    Pestfluch saß negen Blauglanz, die gerade einen tiefen Riss an seiner Schulter begutachtete, und nickte Laubrachd anerkennene, wenn auch widerwillig zu.
    Auch Wurzelstern hatte ich schon einige Male auf Großen Versammlungen gesehen, welcher sofort zu uns herüberkam.
    "Laubrache, wer ist das?", fragte er ohne Umschweife und betrachtete sowohl ihn als auch mich skeptisch, nein, richtig feindselig.
    Der dunkle Kater säuselte, dass es mich wunderte, keinen Honig von seiner schleimigen Zunge tropfen zu sehen: "Wurzelstern, mutiger Anführer meines erhabenen Geburtsclans, mit dieser Sklavin namens Trouble gebe ich euch ein Geschenk, um meine Schuld an die Verdienste meiner Kampfgenossen zu begleichen."
    Ganz seltsam musterte er mich nun. Dann sank seine Miene vor lauter Mitleid zusammen und er miaute mit ungewöhnlich tapferer Stimme: "So ist es. Dein Name ist Trouble für die Probleme, die du dem FuchsClan gemacht hast, indem du dich gegen unsere Krieger wehrtest."
    "Weil ich meinen eigenen Clan beschützen wollte?" Schockiert blinzelte ich den schmächtigen, braunen Kater mit den großen Augen an. Er regte sich nicht, Pilzkralle neben mir schon.
    Er biss mir in die Flanke und ließ erst ab, als ich geschlagen den Kopf senkte und flüsterte: "Genau."
    "Gut. Schmalmond und Moospfote, zeigt ihr das Lager und erklärt ihr die pestischen Tegeln.", verkündete Wurzelstern und winkte den beiden Katzen mit dem zierlichen, kurzen Schweif zu.
    Moospfote trottete mit gesenktem Kopf zu mir und schien sich nur widerwillig in meiner Nähe aufzuhalten.
    Wenn ich es nicht bessee gewusst hätte, wäre das wohl Arroganz für mich gewesen, aber ihre Distanz zu anderen, vor allem Fremden und Feinden, war mir bereits vertraut und ich beklagte mich nicht.
    Der schlanke, weiße Kater war weit weniger freundlich und boxte mich gleichmal rüpelhaft in die Flanke, woraufhin ich ein paar wenige Schritte zur Seite stolperte, um mein Gleichgewucht halten zu können. Ich sagte nichts und die beiden führten mich zu einem alten Fuchsbau, der fast die Hälfte der Lichtung einzunehmen schien, als ich hineinspähte.
    Moospfote erklärte: "Das ist der Kriegerbau."

    Wir gingen weiter zu einer Mulde, bei der man durch einen schmalen Schlitz hineingucken konnte und die zwei Kätzinnen mit mehreren kleinen Winzlingen um sich herum beherrbergte.
    "Teichnase hat Lianenjunges, Schilfjunges, Uhujunges und Regenplätschern Diamantenjunges und Ameisenjunges gerade einmal vor zwei Tagen zur Welt gebracht. Du rührst sie nicht an und hälstst dich auch nicht in ihrer Nähe auf, mit der Ausnahme, die EINZIGE Ausnahme, ein vollwertiger Krieger, Schüler, Junges, Königin, Zweiter Anführer, Heiler oder Anführer des FuchsClans hat dir ausdrücklich und ohne Missverständnisse den Befehl dazu gegeben. Weiter.", knurrte Schmalmond und schubste mich von der mit Moos und Rinde ausgepolsterten Mulde weg.

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    "Und warum heißt es pestische Regeln?", traute ich mich zu fragen. "Weil Pestfluch damals den ersten Sklaven gefangen hat, sein Name i
    "Und warum heißt es pestische Regeln?", traute ich mich zu fragen.
    "Weil Pestfluch damals den ersten Sklaven gefangen hat, sein Name ist Billy. Er kommt vom BärenClan und wurde verstoßen, weil er Junge mit Nachtblume, einer RobbenClan-Kätzin hatte, und Pestfluch hat ihn dann aufgegriffen.", erklärte Moospfote und blickte demonstrativ in die andere Richtung als Schmalmond eine Runde vernichtende Blicke ausgab.
    Ich selbst hätte am liebsten geseufzt und mich für den traurigen Rest meines Lebens bei Habi verkrochen, aber dann wäre es ja nicht mehr tristis gewesen, also sah ich einfach nur zu Boden.

    Die beiden nahmen mich mit zum Ende der Lichtung, das sich in vier Bereiche teilte.
    Ich warf Moospfote einen schüchternen Blick zu und sie erzählte: "Das ganz links, diese großen Farnbüschel, dort lebt Blauglanz und kümmert sich um Kranke und Verletzte. Daneben, bei den vielen Tulpen und Blümchen und so, da hat Wurzelstern sein Nest aus Lorbeerästen und -blättern. Das ist bei unseren Anführern Tradition und der FuchsClan ist sehr stolz darauf, weil es davon im Wald nur echt wenige Bäumd gibt. Nur ein paar bei RobbenClan, TigerClan und halt bei uns. Daran grenzt dann das Revier des Zweiten Anführers an, er hat sein Nest aus Eichhörnchen- oder Kaninchenfell, damit es auch echt bequem ist, und er valet, wenn er dann mal Anführer wird. Im Moment ist es Molchschatten."
    Ich wunderte mich, warum sich Laubraches und Schwarzsturms Vater dann so aufführte. Er hatte doch anscheinend ein gutes Leben, ging es ihm dann wirklich nur um seinen gesellschaftlichen Status, wenn er schon den zweithöchsten Rang des Clans hatte?
    FuchsClaner waren schon seltsame Wesen.

    Jetzt grinste Schlamond hässlich, packte mich am Ohr und zerrte eine fauchende Wildherz zum vierten Abschnitt. Es gab kaum Deckung und der Boden war größtenteils von Disteln, kleinen Brombeerpflänzchen und Dornengestrüpp überwuchert.
    "Und das.", miaute er feierlich und ließ endlich mein brennendes Ohr los. "Das ist das Regio servi servaeque. Kurz Revivae, das Gebiet der Sklaven und Sklavinnen."
    Es befanden sich sechs Nester aus Steinen und knorrigen Ästen auf dem staubig-dreckigen Boden und kurz war ich geschockt, wieviele Katzen wohl schon unter dem Wahnsinn des FuchsClans zu leiden hatten.

article
1503131867
Wildherz
Wildherz
Ich hörte sie. Sie riefen mich. Mich, die doch ein Zweibeiner war. War, denn nun sollte ein neues Kapitel anfangen. Anfangen, der Beginn von etwas Neuem. Und ich lief los.
http://www.testedich.de/quiz49/quiz/1503131867/Wildherz
http://www.testedich.de/quiz49/picture/pic_1503131867_1.jpg
2017-08-19
406A
Warrior Cats

Kommentare (40)

autorenew

Echowind (75095)
vor 5 Tagen
Weiter weiter! Echt cool.
Federblüte (27332)
vor 9 Tagen
Ich liebe deine Geschichte wirklich sehr : ein pedofieler Anfi (XD) das wildsturm früher ein Mensch war usw. Ist echt mein geschmack😄

((purple)Lg Feder
Gallop ( von: Gallop)
vor 10 Tagen
Danke :) Schreiben ist mein Lieblingshobby, deshalb versuche ich auch so oft wie möglich weiterzumachen ^^
Federblüte (27332)
vor 10 Tagen
Mega toll das du so aktiv bist
Funken ( von: Funken)
vor 10 Tagen
Echt cool und vor allem das du alle 2tage neue lange kapietel schreibst.
Morgen (83469)
vor 20 Tagen
Jetzt hab ich nur ein paar Wochen nicht gelesen und komm nicht mehr hinterher1 *heul* xD
Funken ( von: Funke)
vor 25 Tagen
(Ich meite ff!)
Weiter weiter!
toni (02171)
vor 27 Tagen
So geil 😍 echt stark...solltest auf jeden Fall mal Autorin werden!
Funken ( von: Funken)
vor 27 Tagen
Echt cooles RPG bitte schrwib weiter.!
NachtFeder xD ( von: NachtFeder xD)
vor 34 Tagen
Eine der besten FFs
Maddy29 ( von: Maddy29)
vor 35 Tagen
Wow krass.
Schreib auf jeden Fall weiter 😍
Gallop ( von: Gallop)
vor 41 Tagen
Heute kommt leider nichts mehr sorry aber morgen versuche ich es mit zwei Kapiteln ;)
Gallop ( von: Gallop)
vor 46 Tagen
@Maddy29 Danke 😶❤
Ich war Sonntag, Montag weg und werde auch wahrscheinlich heute nichts schreiben können :( Aber morgen wieder!
Maddy29 ( von: Maddy29)
vor 48 Tagen
Cooles Neues Kapitel
Morgen (82080)
vor 62 Tagen
Ähm... Sonnenpfote?
Gallop ( von: Gallop)
vor 64 Tagen
Frage: Mit wem glaubt ihr kommt Wildpfote zusammen? ;)
Morgen (79847)
vor 70 Tagen
Cool! Das neue Kapitel ist super! 😊❤
Gallop ( von: Gallop)
vor 71 Tagen
Mach ich gleich morgen ^^!
Morgen (79847)
vor 71 Tagen
Okay, Gut... ^^ Bitte schreib schnell weiter!
Gallop ( von: Gallop)
vor 74 Tagen
Keine Sorge kommt noch :)