Springe zu den Kommentaren

Das Herz der Drachenhexe

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
4 Kapitel - 8.060 Wörter - Erstellt von: Sarah Laureen - Aktualisiert am: 2017-10-04 - Entwickelt am: - 638 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Ein Wesen aus Feuer. Eine Frau die zu lange allein durch die Schatten wandelt und ein Ring, der den Untergang einer Welt bedeutet...

    1
    Prolog: Drachenzorn Schreie gelten über das Schlachtfeld, Blut floss in Strömen, Krieger wie Orks lagen gleichermaßen tot oder sterbend auf dem Bod
    Prolog: Drachenzorn
    Schreie gelten über das Schlachtfeld, Blut floss in Strömen, Krieger wie Orks lagen gleichermaßen tot oder sterbend auf dem Boden. Um und über den Gefallenen tobte der Kampf erbittert weiter. Keiner der beiden Seiten war bereit nachzugeben. Auch wenn es so aussah, als hätte sich das Schicksal bereits für den Sieger entschieden. Viele waren bereits dem Krieg zu Opfer gefallen und noch mehr würden ihnen folgen, wenn dem Bösen nicht Einhalt geboten wurde. Doch wer war dazu noch in der Lage? Die Orks und zahlreiche andere Kreaturen waren zu zahlreich um sie allein mit Waffenstärke zu besiegen. Die Stärke der Elben und ihrer Verbündeten schwand ebenso wie ihre Hoffnung. Die Zukunft Mit-telerdes sah düster aus. Verderben, Tod, Angst, Sklaverei und unendlicher Schmerz drohte ihnen.
    In mitten des Kampfes stand eine einzelne Frau mit gesenkten Kopf. Das knöchellange schwarze Haar wirbelte um sie herum wie ein gespenstischer Umhang. Kupferfarbene Augen ruhten blicklos auf den Menschen zu ihren Füßen. Ihr schönes Gesicht wirkte eigenartig starr. Obwohl ihr Herz schwer war zeigte sich nur in ihrer Kopfhaltung ihre Trauer. Alle die sie zu beschützen geschworen hatte waren Saurons Streitmacht zu Opfer gefallen. Erst hatte sie ihre Sippe verloren und nun ihre Freunde. Den Kampf um sie herum nahm sie kaum mehr wahr. Tiefe Leere breitete sich in ihr aus. Sie hatte versagt. Mochte sie auch eines der mächtigsten Lebewesen sein, die je auf Arda gewandelt waren, hatte sie nicht verhindern können, dass ihr Volk unterging und Sauron seinen Schrecken verbreitete. Langsam hob sie den Kopf. Sie spürte das Nahen ihres Erzfeindes, das einzige Geschöpf Eru’ das sie wahrlich hasste. Fauchend bleckte sie die Zähne die immer mehr denen eines Raubtieres glichen. Sie streifte den Talisman ab, der ihre Verwandlung bislang verhindert hatte und lächelte grimmig. Nun hatte sie nichts mehr zu verlieren. Höchste Zeit, das sie Sauron das Fürchten lehrte. Ein Knacken kündigte die ersten Schritte ihrer Verwandlung an. Knochen verlängerten, verschoben oder verhärteten sich. Alles Menschliche was ihre Gestalt bisher aufgezeigt hatte wich. Harte undurchdringliche Schuppen bildeten sich während ihr Körper zunehmend wuchs und ganz andere Form annahm. Die eines der tödlichsten Wesen, die jemals in Arda gelebt hatten – ein Drache. Keine Waffe dieser Welt konnte ihr nun etwas anhaben. Weder aus Eisen, Bronze, Mithril oder gar eine Morgulklinge. Denn anders als die anderen Drachen hatte sie keine verletzliche äußerliche Stelle die ihr zum Verhängnis werden konnte. Ihr Geist konzentrierte sich nur auf eines: Sauron, der sich über einen Menschen beugte um ihn zu töten. Das ging zu weit. Nicht noch mehr Menschen sollten seinetwegen sterben! Schwarze Augen glühten hasserfüllt und sie knurrte. Unter ihren Klauen brach der Boden auf. Langsam öffnete sie ihre Flügel und erhob sich in die Luft. Die Kämpfenden blickten hoch, Angst zeigte sich auf ihren Gesichtern. Ihr war es gleichgültig denn sie kannte nur ein Ziel. Töten. Sie würde diesen Krieg nicht mehr als menschliche Hexe beenden sondern als Drache. Ihr Brüllen erschütterte die Erde und jagte allen selbst dem arroganten Sauron Angst ein. Während sie über die Kämpfenden flog verbrannte ihr heißer Atem alles, was ihr in den Weg kam. Noch hatte sie nicht ihr gesamtes Feuer entfesselt. Ihr Blut schien sich in Lava verwandelt zu haben, weiße Flammen tanzten über die Schuppen und ihre langen tödlich gebogenen Krallen schlitzten beiläufig Orks auf ohne, dass sie davon etwas gemerkt hätte. Die Hitze die sie ausstrahlte tötete all jene die das Pech hatten zu nahe zu sein innerhalb eines Herzschlags. Doch bevor sie ihren Feind erreichte und seiner jämmerlichen Existenz ein Ende bereiten konnte schlug ein junger menschlicher Krieger ihm die Hand mit dem bösartigen Ring ab. Sauron zerfiel. Ihr Wutschrei hallte von den Bergen wider. Während ein Elb den Menschen zum Schicksalsberg führte machte sie sich in ihrem Zorn daran, alle kümmerlichen Kreaturen ihres Widersachers zu vernichten und das Land mit ihrem Feuer zu überziehen. Niemals wieder würde hier irgendein Leben gedeihen können! Sie zerstörte mit größtem Vergnügen die Festung ihres Feindes und genoß es, sein Reich mit den Leichen seiner Schergen zu überziehen. Dann wandte sie sich ab und flog davon.

    2
    1. Kapitel: Die Rückkehr der Drachin
    Tief verborgen in der Erde öffneten sich zwei schwarze Augen. Jahrtausende lang hatte sie in ihrem Versteck geruht und geschlafen. In jener Schlacht hatte sie viel Energie verbraucht. Nur kurz war sie immer wieder aufgewacht, weil ihr Magen knurrte. Drachen kamen länger ohne Nahrung aus als jedes andere Geschöpf, aber wenn sie hungrig waren, musste sich jedes Geschöpf in Acht nehmen. Ihr Magen knurrte nicht. Ihr Hunger war gestillt nach der letzten Jagd. Was also hatte sie geweckt? Wer war so töricht, schlafende Drachen zu stören? Ein oftmals tödlicher Fehler. Regungslos lauschte sie. Über ihr fand ein Kampf statt. Selbst tief verborgen in der schützenden unterirdischen Höhle spürte sie eine eisige Kälte und nahm den Geruch des Todes wahr. Tiefe Bosheit. Untot, verfallen, geknechtet. Kein Zweifel, die Lieblingsschoßtierchen ihres alten Feindes waren ihren Gräbern entkommen. Hasserfüllt stieß sie ein leises Zischen aus. Den neben den Nazgul hatte sich auch ein anderer alter Bekannter gesellt. Saurons ach so kostbarer Ring. Nun fühlte sie auch die dunklen Rufe, die Ring und Besitzer nacheinander aussandten. Die Menschen hatten versagt. Statt den Ring zu vernichten und der Existenz ihres Feindes ein für alle Mal zu beenden, war er bestehen geblieben. Sauron war zu sehr an den Ring gebunden als einfach vernichtet zu sein. Zwar konnte er noch keine eigene körperliche Gestalt annehmen, aber lange würde es nicht dabei bleiben.
    Sollte sie eingreifen? Grimmig lächelte sie in der Dunkelheit. Sie fürchtete den Tod nicht, im Gegenteil. Es gab nichts was sie töten konnte seitdem Ancalagon vernichtet worden war.
    Der weiße Tod hatten die Elben sie genannt. Ihr Feuer und ihre Schuppen waren so weiß wie frisch gefallener Schnee. Doch ihre lidlosen Drachenaugen waren schwarz und spiegelten vergangener Schlachten wider. Sie war tödlich und älter als die Valar. Viele Namen hatte sie besessen und war in mehr als nur einer Gestalt in Arda gewandelt. Es war unmöglich sie zu töten und die körperlichen Verletzungen die sie in Kämpfen davontrug, verheilten innerhalb kürzester Zeit ohne Narben zu hinterlassen. Sie wurde gehasst, gefürchtet, verehrt und respektiert. Es war an der Zeit, die Welt daran zu erinnern, dass sie noch immer lebte. Ihr Lächeln war alles andere als freundlich. Langsam streckte sie sich ehe sie ihre verborgene Höhle verließ. Sie gab ihre Drachengestalt auf und schlüpfte in einer halbwegs menschenähnlichen Gestalt durch die schmale Felsspalte, der versteckte Eingang zu ihrer Zuflucht.
    Die Landschaft hatte sich verändert seit ihrem letzten Erwachen. Tief atmete sie ein und verließ sich auf ihre sensiblen Sinne. Hobbits, Menschen und Ringgeister. Sie drehte sich zum alten Wachturm um der einst die Gegend stolz überragt und nun eine traurige Ruine war. Die Zeit konnte grausame Dinge mit verlassenen Bauwerken anstellen. Entschlossen streifte sie ihre Erinnerungen an längst vergangene Zeiten ab und bewegte sich geräuschlos auf das Kampfgeschehen zu. Die ängstlich schnellen Herzschläge hätten sie, wäre sie nicht satt gewesen und könnte ihren Hunger nicht bezähmen, die Lippen vor Vorfreude lecken lassen. Nichts schmeckte so köstlich wie eine Beute, die vor Angst noch zuckte und sich zur Wehr setzte. Denn sie jagte ihr Opfer erst obwohl sie es mühelos töten könnte und irgendwann, wenn es vor Erschöpfung innehielt schlug sie ihre Reißzähne in das warme Fleisch. Sie war ein Raubtier und stand dazu. Allerdings war ihre bevorzugte Beute Wild, alles andere rangierte ganz unten auf ihrer Speiseliste. Wobei sie in der Vergangenheit durchaus Orks, Trolle, Riesenspinnen und Riesen verspeist hatte. Manche hatten in der Tat vorzüglich geschmeckt nachdem sie im Drachenfeuer knusprig gebraten waren.
    In dieser Nacht kam sie nicht um zu jagen und zu essen – sondern um Sauron eine Botschaft zu schicken: Nimm dich in Acht, eine Drachin vergisst niemals und ihr Zorn ist tödlicher als der eines Balrogs. Seine Reaktion darauf konnte sie sich nur zu gut vorstellen. Er würde Angst bekommen, kannte er sie doch von früheren Kämpfen und wusste, das sie niemals ihre wahre Stärke eingesetzt hatte um ihre Feinde zu vernichten.
    Bald konnte sie den Kampf sehen. Ihre Augen funkelten vor Spott, als die Ringgeister sich synchron zu ihr umdrehten. Angst hatte einen unverwechselbaren Geruch und diese Kreaturen stanken bis zu den Sternen danach. In der Sprache Mordors fragte sie leise: „Habt ihr mich vermisst, Kinder? Waren die Gräber nach eurem Geschmack?“ Ihr verängstigtes Kreischen tat in ihren Ohren weh aber sie ließ sich nichts anmerken. Der Anführer ließ von dem am Boden liegenden Hobbit ab. Er hatte ihn verwundet, denn sie konnte das Blut mühelos riechen. Ihre Augen verengten sich grimmig. Das reichte. Die Nazgul hatten guten Grund Angst vor ihr zu haben – besonders nach dem sie einen Unschuldigen verletzt hatten. Wie Marionetten kamen sie zu ihr. Ihre Macht legte sich schützend um die Hobbits und den Menschen. Was eigentlich völlig verschwendete Energie war, denn Saurons Getreuen nahmen nichts mehr außer ihr war. Nicht einmal der mit einer Fackel und einem Schwert bewaffnete Mensch konnte die Aufmerksamkeit der Ringgeister von ihr ablenken. Denn sie erkannten ganz richtig, dass die größte Bedrohung von der Frau ausging. Hände krampften sich um Schwertgriffe, rasselnder Atem erklang, der Geruch von Angst verstärkte sich. Zum ersten Mal waren die Untoten wirklich nervös. Die Drachin lächelte. Hervorragend. Ein nervöser oder ängstlicher Feind machte Fehler. Wie immer war es einfach mit ihnen zu spielen. Eigentlich enttäuschend. „Ihr? Aber das ist unmöglich.“ Knurrte einer der Verdammten, wobei er die Füße gegen den Boden stemmte um sich gegen den Drang zu wehren, ihr noch näher zu kommen. Die Hitze die von ihr ausging war noch unerträglicher als das Feuer des Menschen. Denn Drachenfeuer war so heiß, dass es einmal freigesetzt alles in seiner Umgebung zerstörte – nicht einmal die Sklaven des Ringes waren davor sicher. Er knurrte, als er unbarmherzig weiter in ihre Richtung gezogen wurde. Ausdruckslos beobachtete sie das Bemühen der Ringgeister sich ihrem Griff zu widersetzen. Zwecklos. Sie waren nicht stark genug um ihr zu trotzen. Der Anführer richtete die Klinge leicht anklagend auf sie. „Ihr seid tot.“ Angespannte Stille.
    Sie neigte den Kopf. Aus dem Dunkel ihrer Kapuze konnte man nur das Glitzern kupferfarbener Augen sehen. Die lauernde raubtierhafte Intensität mit der sie ihre Gegner beobachtete jagte den Anwesenden Schauder der Angst über den Rücken.
    Ihr Schweigen war eine wirkungsvolle Waffe.
    Trügerisch sanft erklang schließlich ihre Stimme. „Wirklich? Glaubt mir, wenn ich tot wäre, wüsste ich das. Nun verschwindet und lasst euch nicht mehr blicken. Richtet euren törichten Herren aus, dass er ein Feuer geweckt hat, das er besser hätte ruhen lassen. Wenn er den Fehler macht mir in die Quere zu kommen werde ich ihn mit dem größten Vergnügen in winzige Stücke zerreißen und verbrennen.“ Widerwillig löste sie die unsichtbaren Fesseln. Ihre Gegner taumelten. Sie wies auf die Ebene hinter sich. „Geht, bevor ich mit euch anfange!“ So gerne sie die Existenz dieser jämmerlichen Kreaturen beendete hätte, sie brauchte sie als Boten. Außerdem spielte sie mit ihrer Beute.
    Für Sauron oder seine Diener gab es keinen einzigen Ort in Mittelerde, wo sie vor den sengenden Augen einer Drachin sicher wären. Sie konnte warten. Je länger, desto mehr Fehler würde Sauron machen und desto größer ihr Vergnügen, wenn sie sein Leben beendete. Es eilte nicht mit seiner Vernichtung. Zufrieden beobachtete sie, wie die Feiglinge die Flucht ergriffen. Dann glitt sie auf die Hobbits und ihrem Beschützer zu. Die Mienen der Männer spiegelten Ehrfurcht, Angst, Neugier und Sorge wider. Besänftigend hob sie beide Hände.
    „Euch droht von mir keine Gefahr.“ Ihr Hass galt allein Sauron und seinen Kreaturen. Der Blutgeruch machte ihr leicht zu schaffen. Höchste Zeit die Verletzung zu untersuchen und wenn möglich zu heilen. „Ich möchte euch helfen. Euer Freund wurde verletzt. Vielleicht kann ich ihn heilen.“
    Morgulklingen waren tödlich und wenn ein Splitter im Körper stecken geblieben war durfte keine wertvolle Zeit mehr verschwendet werden. Sie kniete sich neben dem dunkelhaarigen Hobbit nieder und untersuchte ruhig die Wunde. Das sah übel aus. Es würde kompliziert und anstrengend sein, aber er würde nachher in der Lage sein, weiterzuleben, wenn sie ihm auch nicht völlig den Schmerz nehmen konnte. Wäre er ein Drache oder ein Elb sähe das Ganze etwas anders aus. Konzentriert griff sie nach ihrer Magie. Ihre Hände begannen goldenen zu glühen. Reine Energie floss aus ihnen in die Wunde. Unter ihr krümmte sich der Hobbit, denn der Splitter weigerte sich seinen Körper freizugeben. Pech, das ihr Wille stärker war.
    „Können wir Euch trauen?“ Fragte der Mensch neben ihr. Sie schmunzelte leicht, was er dank der Kapuze aber nicht mitbekam. Dass Sterbliche nur immer so misstrauisch waren, sobald Magie ins Spiel kam. Wie er wohl reagieren würde, wüsste er, dass sie eine Drachenhexe mit der seltenen Gabe hatte, jede Gestalt anzunehmen die sie wollte? „Wenn Ihr ihn zu den Elben bringen wollt wäre es längst zu spät. Sechs Tage, diese Wunde und der Ring der an ihm ebenso zehrt wie der verfluchte Splitter? Glaubt Ihr wirklich, dass er diese beschwerliche Reise lebend überstehen würde?“ Betreten senkte er den Blick. Sie seufzte entnervt. Menschen! „Schon jetzt ist sein Geist halb in der Welt der Toten. Sein Körper ist zu schwach um sich lange zu widersetzen. Warum solltet Ihr meine Hilfe nicht annehmen, wenn ich ihn heilen kann?“ Auch wenn es verdammt anstrengend war. Auf ihrer Stirn standen winzige Schweißperlen und die natürliche Hitze ihres Körpers wich zunehmender Kälte.

    3
    Kapitel 2: Alte Freundschaften
    Verbissen fasste sie mit ihrem ganzen Willen nach dem sich wehrenden Schwertsplitter und zog ihn aus der Wunde. Feuer loderte auf und er war vernichtet. Erleichtert heilte sie die verletzten Blutgefäße und verstärkte die körpereigenen Selbstheilungskräfte mit ihrer eigenen Energie. Vor den Augen der erstaunten Zuschauer schloss sich die Wunde. Nur eine zarte Narbe erinnerte überhaupt daran, dass er verletzt worden war. Aber sie wusste, dass er sein ganzes Leben lang von dieser Narbe gezeichnet sein würde. Zwischen ihm, dem Einen Ring, Sauron und den Ringgeistern bestand nun eine Verbindung die sie nicht zerbrechen konnte. Tief atmete sie durch und überprüfte noch einmal ihre Arbeit. Sie würde sich immer wieder versichern müssen, dass sie nichts übersehen hatte. Bis er in der Obhut der Elben war, würde sie die Verbindung zwischen ihnen nicht kappen. Obwohl er ihre geistige Präsenz nicht wahrnahm blieb sie tief in seinem Bewusstsein verborgen um ihn im Leben festzuhalten. Der Hobbit hatte sich aufgehört zu wehren und lag nun ein wenig entspannter da. Sie beugte sich über ihn und flüsterte einen leisen Schlafzauber. Vorsichtig hob sie den Halbling hoch. Er wog fast nichts. „Wohin wolltet Ihr ehe der Angriff kam?“ Einer der Hobbits, der eher etwas rundlichere und blonde antwortete leise: „Nach Bruchtal. Wird er es überleben?“
    Überrascht hielt sie in der Bewegung inne. Bruchtal? Ob Elrond überlebt hatte? Leise Schuldgefühle regten sich in ihr. Als sie ihrem Zorn nachgab, hatte sie wenn sie sich richtig erinnerte keinen Unterschied mehr zwischen Orks und Elben gemacht. Aber jetzt ging es nicht um sie und ihren Jähzorn, sondern um einen unschuldigen Jungen. Tief atmete sie durch und musterte seine Freunde. Sie konnte die Tränen auf den kleinen Gesichtern der drei sehen. Halblinge waren treue Seelen und hielten selbst in Extremsituationen zu ihren Freunden. Der Junge konnte sich glücklich schätzen solche Freun-de zu haben. Hobbits waren erstaunliche Wesen für die sich bisher nur die Waldläufer und Gandalf interessiert hatten. In ihnen wohnte beachtliche Stärke die oft unterschätzt wurde, da sie mit ihrer Körpergröße und ihrem eher sonnigen Gemüt nicht an Krieger erinnerten. Wüssten sie, dass die Hoffnung der ganzen Welt auf ihnen lag, würden sie verständlicherweise in Panik geraten. Sollten sie den Krieg überleben und in ihre Heimat zurückkehren würden sie nicht mehr dieselben sein wie bei ihrem Aufbruch. Sie würden die Welt nicht mehr mit den unbekümmerten Augen sehen.
    Wehmütig lächelte sie auf den Jungen in ihren Armen hinunter. Seine Reise würde nicht in Bruchtal enden. Ihm stand Schlimmeres bevor als diese Verletzung. Seine Aufgabe würde die Schwerste von allen sein. Ob er es überleben würde hing von seiner Stärke und seinem Willen ab. Doch er würde nie wieder derselbe sein. Krieg veränderte jedes Geschöpf. Manch einer konnte nachher nicht mehr einen Anschluss an sein altes Leben finden.
    Sie räusperte sich kurz. Ihr Wissen musste jedoch geheim gehalten werden, denn zur falschen Zeit offenbart konnte es mehr Schaden anrichten als helfen. „Ja. Er wird wieder gesund.“
    Die Erleichterung war deutlich spürbar. Sollte sie ihnen erzählen, dass er für den Rest seines Lebens mit Schmerzen zu kämpfen haben würde? Nein. Das brachte sie nicht über ihr Herz. Impulsiv griff einer der Halblinge ihre Hand. „Danke.“
    Mit einem Seufzen nickte sie in Richtung Wald. Dankbarkeit war etwas, mit dem sie nicht sonderlich gut zu recht kam. Wenn sie Leben retten konnte tat sie das. Es war eine Selbstverständlichkeit für die sie keinen Dank erwartete. Warum auch? Kopfschüttelnd lief sie den Abhang hinunter, wohlwissend, dass die anderen ihr folgten. Aus Rücksicht für die kurzen Beine der Halblinge schlug sie ein Tempo an, das zwar zügig aber nicht der Geschwindigkeit entsprach, die sie sonst nutzte wenn sie schnell reisen wollte. Gerade jetzt vermisste sie ihre Flügel. Aber es war noch zu früh um ihre wahre Identität preiszugeben. Die Gefühle die der Anblick eines ausgewachsen Drachens auslösten waren gemischt und wurden meistens von den negativen Aspekten überlagert. Drachen galten als das Urbild der Zerstörung (neben Morgoth), aber so war es nicht immer gewesen. Tatsächlich waren viele Drachen friedlich und eher an dem Sammeln von Wissen interessiert gewesen als daran, Angst und Schrecken zu verbreiten. Solange man nicht so töricht war und sie provozierte. Drachenzorn war absolut tödlich und die Rachsucht eines Drachens hatte schon so manches Königreich dem Untergang geweiht. Man sollte nur mit dem Feuer spielen, wenn man gegen den Tod gefeit war – was auf die wenigsten Geschöpfe Arda’ s zutraf.
    Entschlossen konzentrierte sie sich auf ihr Vorhaben, alle wohlbehalten nach Bruchtal zu bringen, wobei sich langsam Angst in ihr breit machte. Hoffentlich hatte Elrond überlebt. Sie würde es sich nicht verzeihen können, wenn er wegen ihrem schlechten Temperament mit dem Leben bezahlt hatte. Warum nur hatte sie sich nicht besser unter Kontrolle gehabt! Hatte sie nicht vor langer Zeit versprochen sich niemals aus Zorn zu verwandeln? Wo war ihre Disziplin in diesem Moment nur gewesen. Als Hexe und Kriegerin musste sie sich in jeder Situation völlig im Griff haben. Ihre Gefühle waren zu sehr mit ihrer Magie verknüpft, als dass sie fahrlässig mit ihrer Wachsamkeit sein durfte. Damals hatte sie das schlechte Bild von den Drachen nur bestätigt. Alle Arbeit umsonst.
    Wohlbehalten erreichten sie Imladris bei Anbruch des sechsten Tages. Mittlerweile hatte Streicher, wie sich der Mensch vorstellte den (verletzten) Halbling übernommen, so dass sie die Nachhut darstellte. Die Hobbits hatten sich soweit sie dazu in der Lage waren ebenfalls mit Namen vorgestellt – mit dem Erfolg, dass sie in die Verlegenheit geriet ihren eigenen Namen zu nennen. Statt jedoch den Namen den Illuvatar ihr gegeben hatte, nutzte sie einen anderen. Wenn man so alt war wie sie, hatte man die Qual der Wahl. Raegan war einer ihrer eher ungefährlichen Namen – zumal jeder Name eine gewisse Macht in sich barg. Außerdem war es der Geläufigste. Die Elben hatten sie immer so genannt – von Galadriel und Celebrían mal abgesehen. Mit einem schwachen Lächeln betrachtete sie die staunenden Gesichter der Hobbits, die anscheinend Imladris bisher nie gesehen hatten. Ja, das Volk aus dem Auenland lebte in einer sicheren Blase von der Außenwelt abgeschottet und unbemerkt, was sich jedoch bald ändern würde. Zu ihrer eigenen Überraschung wurden sie von einem jungen Elb, der sich als Lindir vorstellte begrüßt ehe sich Elrond zu ihnen gesellte.
    Jemand der den Halbelben weniger gut kannte, hätte nicht die Sorgen in seinen Augen und feinen Linien der Anspannung um die Mundpartie gesehen. Er hatte überlebt aber die Zeit war nicht vollkommen spurlos an ihm vorübergegangen. Sie deutete eine leichte Verbeugung als er vor ihr innehielt. Der Augenblick, als er begriff, wen er vor sich hatte konnte sie am überraschten Aufblitzen in seinen Augen bestimmen. „Willkommen in Bruchtal, Raegan von den weißen Bergen.“ Formvollendet verneigte er sich vor ihr. Da sie ihm in Alter, Erfahrung und Macht weit voraus war, hatte er ihr stets Respekt gezollt. Mit einem kaum wahrnehmbaren Kopfschütteln hielt sie ihn auf. Mochten viele in ihr einst eine Göttin gesehen haben, so war sie doch keine. Ihr behagte es ganz und gar nicht, wenn andere vor ihr knieten oder sich verneigten. Es weckte dunkle Erinnerungen, die besser verborgen blieben. Davon abgesehen wollte sie nicht, dass irgendjemand erfuhr, wer und was sie in Wahrheit war. Die Zeit und die Welt war nicht bereit dafür. Vielleicht würde sie es nie sein. Drachen waren ein Albtraum woran Ancalagon und Smaug nicht ganz unschuldig waren. Es war besser alle in Dunkel zu lassen. Außerdem reichte der Schmerz über den Verlust ihrer Tochter und ihres Gefährten noch sehr tief. Diese Wunde würde niemals verheilen. Genauso wenig wie sie die Schuld, die sie auf sich geladen hatte wieder gut machen konnte. „Es ist lange her, seit Eurem letzten Besuch.“ Sanft ergriff sie seine Hände. Erinnerungen, die nicht die ihren sondern seine waren zogen vor ihrem geistigen Auge vorbei. Nach Isildurs Versagen, den Ring zu vernichten hatte er überall nach ihr gesucht – ohne Erfolg. Längst hatte er sie für tot gehalten so wie sie ihn. Ihre Rückkehr freute ihn auch wenn es ihn nachdenklich stimmte, sie in dunklen Zeiten wiederzusehen. „Le suilon, mellon. Es gibt viel zu erzählen und zu tun. Doch zuerst braucht der junge Halbling Frodo Eure Heilkünste. Ich habe zwar getan was in meiner Macht stand, aber eine zweite Meinung hat schon immer geholfen. Wer weiß, vielleicht entdeckt Ihr etwas, das mir entgangen ist.“ Es war die größte Anerkennung die ein Lebewesen von ihr erfahren konnte. Elrond war nicht dumm und konnte durchaus diese Botschaft entziffern. Heiler und Krieger. Er lächelte und nickte ihr zu. „Kommt nachher zu mir in die Bibliothek. Ihr wart lange fort. Habt Dank, dass Ihr ihnen zur Hilfe kamt Raegan. Ihr seid eine begnadete Heilerin und Kriegerin.“ Ihr Gesicht versteinerte. Diese Dankesbekundungen mussten aufhören. Irgendwann würde sonst die Mauer zwischen ihren Gefühlen und ihrem gequälten Bewusstsein einreißen. „Nicht für jeden ist es selbstverständlich.“
    Sie erwiderte zögernd sein Lächeln. Ihm hatte sie das Versprechen gegeben, sich nicht von ihren Gefühlen in den Kriegen die sie zusammen ausfochten beherrschen zu lassen. Es nagte an ihr, dass sie dieses Versprechen nicht gehalten hatte. Der Halbelb hatte sie stets freundlich behandelt. Seine Augen funkelten verschmitzt. „Werdet Ihr wie stets unter dem freien Himmel schlafen oder brecht ihr mit Euren Gewohnheiten und zieht in ein Zimmer?“ Es war ein alter Scherz zwischen ihnen. Sie konnte das Gefühl von Wänden eines Zimmers eingeschlossen zu sein nicht ausstehen. Höhlen, Seen oder Schlafen unter dem Sternenhimmel zog sie dem vor. Sie deutete eine leichte Verbeugung an. „Die Sterne sind viel besser zu genießen, wenn man unter ihnen liegt frei von irgendwelchen Hindernissen über einen. Ihr wisst, wie meine Antwort lautet. So sehr ich auch bedauere Euch enttäuschen zu müssen – ich ziehe den Schlafplatz unter freiem Himmel einem beengenden Zimmer vor. Trotzdem, habt Dank für Eurer großzügiges Angebot.“
    „Das Angebot steht, falls Ihr Eure Meinung ändern solltet.“ Mit einem letzten respektvollen Nicken gab er sie frei und konzentrierte sich auf Frodo Beutlin. Nach einem kurzen Blick auf ihre Schützlinge schlenderte sie davon. Sie spürte, wie die Augen des Menschen auf ihr ruhten bis sie aus seiner Sichtweite verschwand. Er fragte sich wer sie war. Ein schwaches Lächeln zuckte um ihre Lippen. Wie würde er reagieren wenn er die Wahrheit wüsste? Würde er schreiend weglaufen oder den törichten Versuch unternehmen sie zu töten? Nicht das es ihm gelingen würde. Überrascht stellte sie fest wohin ihre Schritte sie gebracht hatten. Das Wandgemälde zeigte die finale Szene zwischen Isildur und Sauron. Aufmerksam fuhr sie mit der Hand über die Klinge. Es war eine Verzweiflungstat gewesen die nichts mit romantischem Heldentum zu tun hatte. Töricht zu glauben, das Isildur die Stärke besessen hätte um den Ring zu zerstören. Wäre es ihm gelungen den Einflüsterung der Dunkelheit zu widerstehen müssten sie sich nicht mit Sauron auseinandersetzen. Sie schloss die Augen und streckte ihren Willen nach ihm aus. Ah, er hatte Angst davor, dass sie sich einmischte. Doch noch mehr als ihre Macht fürchtete er ihren Zorn. Grimmig neigte sie leicht den Kopf. Kluger Junge. Er war noch nicht stark genug um es ernsthaft mit ihr aufnehmen zu können. Zu schwach um einen eigenen Körper zu erschaffen nutzte er seine Orks und anderen Anhänger um seinen Willen umzusetzen. Was hatte Elrond in Bezug auf den Ring ausgeheckt? So wie sie ihn kannte, hatte er längst alles in die Wege geleitet. Ihm musste klar sein, das die Zeit drängte. Zögern wäre die falsche Entscheidung. Gut, sie könnte Sauron einfach zerquetschen oder verschlingen, aber das war nicht ihre Aufgabe. Sie würde dafür sorgen, das Sauron zu geschwächt war um Mittelerde erneut zu versklaven. „Raegan!“ Die ungläubige Stimme hinter ihr entlockte ihr ein leises Lachen. „Ich dachte du wärst tot!“ Wohl eher nicht. Tatsächlich fühlte sie sich lebendiger als je zuvor. Mit einem Grinsen auf den Lippen drehte sie sich um und musterte ihren alten Freund. Er hatte einen menschlichen Körper gewählt und die Jahre hinterließen ihre Spuren. Äußerlich mochte er wie ein alter Mann wirken aber wenn sie in seine wachen Augen blickte erkannte sie denselben Abenteurer, Gelehrten und neugierigen Bengel von einst. Für sie waren alle so jung. Dennoch machte sie in der Regel nicht den Fehler andere nach ihrem Äußeren zu beurteilen.
    „Ha! Hättest du wohl gerne Olórin.“ Sie umarmte ihn sanft, ehe sie ihn aufmerksam musterte. Seine Augen strahlten sie an. „Du siehst gut aus, wenn man bedenkt, dass die Zeiten immer gefährlicher werden. Gab es irgendwelche Komplikationen mit deinem Vorgesetzten?“ Überraschung huschte über sein Gesicht. „Woher weißt du das Raegan? In der Tat. Saruman hat uns verraten und sich mit Sauron verbündet.“ Ah, Saruman. Mitleidig schnalzte sie mit der Zunge als sie Sarumans Verbindung zu Sauron und seine Motive überprüfte. „Die Zeiten sind nie wirklich friedlich, das weißt du doch.“ Betrübt nickte er. Aufmunternd legt sie eine Hand auf seine Schulter. „Es kommt auf unseren Umgang mit der Gefahr an, mein Freund. Mir tut Saruman ehrlich gesagt ein wenig Leid. Er glaubt, dass Sauron seine Macht teilen wird und begreift nicht, dass er lediglich eine Marionette ist. Niemals wird Sauron ihm mehr Macht verleihen.“ Abgesehen davon versuchte der Zauberer den Ring in seine Gewalt zu bekommen. „Es ist ein gefährliches Spiel das er versucht für sich zu entschieden. Einerseits betrügt er die freien Völker Mittelerdes auf der anderen Seite streckt er seine Hand nach etwas aus, das längst vernichtet werden sollte. Er will den Ring mein Freund und wird alles daran setzen ihn zu bekommen.“ Der Istari lächelte müde.
    „Kannst du ihn aufhalten oder uns zumindest Zeit geben?“ Sie seufzte. Mit dieser Frage hatte sie gerechnet. Leider war es nicht so einfach wie es schien. Wenn sie etwas versprach musste sie dieses Versprechen einhalten oder sie starb.
    „Oder verbieten die Regeln der Valar es dir?“ Die Valar hatten ihr nichts vorschreiben. Nein sie hatte Illuvatar versprochen nur im Notfall ins Schicksal Mittelerdes einzugreifen. Nichts was sie bisher getan hatte veränderte den vorbestimmten Lauf. Dabei sollte, nein, musste es bleiben. Sie konnte in bestimmten Grenzen agieren aber sie musste ihr Versprechen halten. „Ich werde tun was ich kann. Mehr kann ich dir nicht versprechen Olórin.“ Selbst dieses Versprechen war gefährlich bindend. Sie musste vorsichtig sein. Wachsam sah er sich um ehe er ihr zuraunte: „Heutzutage nennt man mich Gandalf.“ Dafür reagierte er ein bisschen spät auf seinen alten Namen. „Könntest du dich nicht auch überwinden mich so zu nennen?“ Ihre Augenbrauen hoben sich amüsiert. Nur weil er sich so nannte, musste sie es anderen nicht gleichtun. Olórin war ein so schöner Name. Gandalf klang so nichtssagend und langweilig. „Wo hast du all die Jahre gesteckt Raegan? Doch hoffentlich nicht in Mordor.“ Die Neugierde der Zauberer. Manche Dinge änderten sich nie. Sie grinste. Nein, dafür hatte sie nicht unbedingt Zeit gehabt. Wobei sie Sauron sehr bald wiedersehen würde. Schneller als dem Jungen lieb war. „Ich habe einen gesegneten Schlaf wenn ich nicht gestört werde. Was hast du getrieben?“ Er zuckte mit den Schultern. Eine einfache Geste die sie selbst nach so vielen Jahren aufregte. Ärgerlich verschränkte sie die Arme und starrte ihn ohne zu blinzeln an. „Den Blick macht dir keiner nach.“ Leise prustete er. „Nichts anderes als in den vergangenen Jahrhunderten - Wissen gesammelt, geholfen wo es nötig war und diversen Aufgaben nachgegangen.“
    „Hm. Warum glaube ich das es nicht alles war was du angestellt hast? Hast du arme unschuldige Menschen in ein Abenteuer gestoßen?“ Ah, sie lag richtig. Er wurde ein wenig rot und wich ihrem festen Blick aus. „Du siehst zu viel.“
    „Das sagt nur jemand der etwas zu verbergen hat.“
    „Sagt die Richtige. Wirst du deinen Begleitern deine wahre Identität offenbaren? Du versteckst dich ebenfalls. Steh zu dir.“ Sie seufzte und wandte sich wieder dem Gemälde zu. Das konnte er so leicht daher sagen. Wissen in den falschen Händen war tödlich, das wusste er selbst. „Du hast nichts Falsches getan Raegan. Kein einziges Mal.“ Das konnte nur ein Unwissender sagen. Ihretwegen hatte ihre geliebte Tochter sterben müssen und wahrscheinlich war auch Rowena mittlerweile tot. Es war ihre Schuld. Niemals hätte sie darauf bestehen dürfen, dass die beiden Mädchen getrennt wurden. Damit hatte sie zu großen Schaden angerichtet. Obwohl Eire und Rowena keine Zwillinge waren hatten die Götter ihre Herzen aneinander gebunden und ihre Seelen waren in der Lage gewesen einander zu heilen. Was sie getan hatte war unentschuldbar. Aber damit musste sie leben. Sie hatte nur das Beste für die beiden Mädchen gewollt und Schreckliches angerichtet.
    „Wenn du wüsstest...“ Flüsterte sie leise. „Ich hüte Geheimnisse die von ihrer Bedeutung zwischen harmlos, zu informativ und lebensgefährlich pendeln. Jedes Geschöpf macht Fehler. Da bin ich keine Ausnahme.“ Statt der Szene sah sie Ancalagon vor sich. Sie hatte den Fehler begangen ihn und die von Morgoth verliehenen Kräfte zu unterschätzen. Viele hatten deshalb mit dem Leben bezahlen müssen, ehe der Drache besiegt worden war. „Ich habe Fehler und Schwächen auch wenn ich sie verstecke. Es gibt Gründe warum ich nicht will, dass andere diese Wahrheit über mich erfahren. Meinesgleichen hat einen ziemlich schlechten Ruf. Glaubst du ich möchte dasselbe Misstrauen, die Furcht vor dem feurigen Tod oder den Hass in den Augen jedes Wesen sehen das meinen Weg kreuzt? Verfolgung, Verleugnung und sinnloses Morden wären die Folgen. Wie soll ich Arda und Illuvatar’ s Kinder beschützen, wenn niemand mir mehr vertraut?“ Er legte ihr eine Hand auf die Schulter. Sie blockte sofort seine Gefühle und Gedanken ab. „Ich vertraue dir. Galadriel, Elrond und die Hobbits vertrauen dir. Zweifle nicht an dir.“ Bitter lachte sie auf. Vertrauen war ein kostbares aber zerbrechliches Geschenk. Wüssten sie alles über sie würde sie wieder gehasst, gefürchtet und verachtet werden. Ihr Freund hatte keine Ahnung wie viel Blut an ihren Händen klebte und wie tödlich sie wirklich war. Niemals hatte sie ihre gesamte Macht freigesetzt in ihren vielen Kämpfen. Absichtlich hatte sie zugelassen, das Illuvatar ihre Kräfte bannte und teilweise anderen Geschöpfen schenkte. Macht erforderte Verantwortung und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn sowie starke moralische Prinzipien. Sie hatte sich nie wirklich nach Macht gesehnt. Zu oft war sie Zeugin geworden, wie Macht Charakter und Geist verdarb. Morgoth, Sauron, die Neun - es gab so viele deren Fall sie mitansehen hatte. Wie sollte sie dabei nicht zynisch werden? „Obwohl ich eines der ältesten Geschöpfe Arda’ s bin hat auch meine Macht Grenzen.“ Sie würde sich nicht über Illuvatar hinweg setzen. „Wir werden sehen was die Zukunft bringt. Bis dahin müssen wir zusehen, das wir mit der Bedrohung die Sauron darstellt fertig werden und Pläne schmieden.“
    „Es wird bald ein Rat stattfinden. Warum solltest du nicht teilnehmen?“ Ein Rat. Also das hatte Elrond geplant. Menschen, Zwerge, Elben und Hobbits – sie alle würden vertreten sein. Allerdings bezweifelte sie ernsthaft, dass die Männer sich schnell einig wurden. „Frauen ist so etwas versagt. Muss am falschen Frauenbild mancher Männer liegen. Nicht das ich Elrond etwas unterstellen wollte.“ Verschmitzt grinsend drehte sie den Kopf in seine Richtung. „Aber ein Verbot hat mich noch nie daran gehindert, an wichtige Informationen zu gelangen. Ich werde ohnehin erfahren was geplant wird.“ Selbst wenn Elrond die Einladung nicht aussprach, würde sie an der Versammlung teilnehmen.
    „Dieses Grinsen kenne ich doch. Was heckst du aus?“ Unschuldig blickte sie den Zauberer an. Seine Augen musterten sie gespielt streng. „Raegan?“ Belustigt legte sie den Kopf leicht schief.
    „Wie kommst du auf die Idee, dass ich irgendetwas plane? Elrond wird mir das Ergebnis mitteilen.“
    „Zufällig kenne ich dich, meine Liebe und weiß, dass du bis auf Illuvatar niemanden als ernstzunehmende Autorität ansiehst.“
    Ein leises Räuspern unterbrach die Unterhaltung. Einer von Elronds Söhnen verneigte sich respektvoll vor ihr. „Vater bittet Euch in den Garten zu kommen. Er möchte mit Euch sprechen Herrin.“
    In den Garten? Hatte er mit ihr nicht in der Bibliothek sprechen wollen? Sie zuckte mit den Schultern und nickte Olórin ernst zu. „Wir sehen uns später. Bring dich nicht in Schwierigkeiten.“
    Sie folgte dem jungen Elben lautlos zu einem Brunnen. Als sie ins Wasser blickte erkannte sie sich selbst vor vielen Jahrtausenden. Ihre langen schwarzen Haare wehten hinter her während sie mit Melkor über die Ebene rannte. Wehmütig lächelte sie. Melkor war nicht immer so machtgierig und boshaft gewesen. Doch irgendwann rebellierte er und veränderte sich zu Morgoth. Seine Liebe zu ihr hatte ihn nicht retten können. Er hatte sie nie wirklich freigegeben bis zu seiner Verbannung. Eines Tages würden sie sich wiedersehen. Sie hatte alles getan um ihn aufzuhalten und an sein früheres Ich zu erinnern. Vergeblich. Das Einzige was sie erreichte, war das seine Liebe in Hass umschlug. Ancalagon war Teil seiner Rache an ihr gewesen, weil sie sich mit seinen Feinden verbündete. „Raegan? Alles in Ordnung?“
    Sie blinzelte und blickte in Elronds besorgtes Gesicht. „Es ist nichts. Ich habe mich nur erinnert. Wie geht es dem Hobbit?“ Sanft zwang er sie sich zu setzen. Er nahm ihre Hände in seine. „Elrond?“
    „Eure rasche Reaktion hat sein Leben gerettet. Er wird wieder genesen aber Zeit seines Lebens von der Wunde gezeichnet sein. Dieser Hobbit ist widerstandsfähiger als er aussieht.“
    Ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen.
    „Hobbits sind weitaus stärker, zäher und mutiger als sie selbst glauben. Aber die Reise des jungen Frodo Beutlins ist noch nicht beendet.“ Aufmerksam beobachtete er ihr Gesicht. Sie schmunzelte und strich ihre Kapuze nach hinten. Die schwarzen glatten Haare schimmerten im Sonnenlicht. Unzählige dünne und dicke Zöpfe bändigten die schwere Pracht. „Schon erstaunlich dieses unbeschwerte kleine Völkchen, hm?“ Leichte Belustigung schwang in ihrer Stimme mit aber auch Respekt, Zuneigung und Freundlichkeit. Überrascht blickte er sie an. Normalerweise verbarg sie den Großteil ihrer Gefühle. Doch sie schien im Augenblick nichts gefährliches daran entdecken zu können, dass andere ihre Emotionen sahen. „Was habt Ihr noch gesehen oder werdet Ihr es mir nicht sagen?“ Fehlte nur, das er auf seinen Füßen auf und ab wippte, seine Fingernägel abkaute und vor Nervosität sabberte.
    „Alles zu seiner Zeit. Eure Ungeduld hat sich nicht gebessert. Dabei besitzt auch Ihr die Gabe der Voraussicht. Was sagt Euch Eure Gabe und Euer Herz?“ Alles und nichts. Darin war sie eine Meisterin. Er wusste, dass sie mehr sah und wusste als er jemals erfahren konnte. Ihre Gabe war schärfer und stärker ausgeprägt als seine. „Das wir rasch handeln müssen.“ Er senkte den Blick auf ihre Hände. „Werdet Ihr an unserer Seite kämpfen? So wie vergangenen Zeiten?“ Hörte sie da etwa Zweifel aus seiner Stimme? Wie unhöflich. Sie musterte ihn aus kupferfarbenen Augen die ihn leicht verschmitzt anblitzten, ehe sie ernst wurde. „Das werde ich. Dennoch ziehe ich es einstweilen noch vor aus dem Verborgenen heraus den Ringträger zu beschützen. Je weniger sichtbar ich unterwegs bin, desto mehr Fehler wird Sauron machen. Er hat Angst vor mir. Aus gutem Grund.“
    Er horchte auf. Schon bevor ihrem Verschwinden versteckte Reagan sich hinter ihrer menschlichen Gestalt. Nur die wenigsten wussten was sie war und welche Macht wirklich in ihr brannte. Gut erinnerte er sich an das Gespräch das sie mit Glorfindel geführt hatte. Wie sehr sie sich danach sehnte in ihrer wahren Gestalt über Mittelerde zu schweben und dieselbe Freiheit aus längst vergangenen Zeiten zu verspüren. Sie sehnte sich danach zu fliegen. Auch jetzt konnte er dieses Verlangen in ihren Augen sehen. Aber aus irgendwelchen Gründen unterdrückte sie ihr wahres Ich. Hatte sie etwa Angst vor dem Misstrauen oder der Drachenfurcht die ihr Anblick auslösen konnte? Er konnte die Frage nicht zurückhalten: „Werdet Ihr Eure Identität offenbaren?“ Ihre Augen blitzten grimmig auf. Sie versteifte sich und ihr Körper begann zu glühen. Es war eine Frage der Zeit, bis sie brennende Fußspuren hinterließ. „Ihr seid nicht der Erste der mich das fragt.“ Sie löste ihre Hände aus seinem Griff und stand auf. „Was können Sterbliche schon mit diesem Wissen anfangen?“ Murmelte sie leise. „Namen bergen Gefahren und die Tödlichste von allen bin ich selbst. Ich bin nicht bereit ein Risiko einzugehen. So viel Blut klebt an meinen Händen. Es ist sicherer, wenn sie es nicht wissen. Meine Aufgabe beinhaltet nicht sich in das Schicksal auf eine Weise einzumischen, die Mittelerdes Untergang bedeuten würde.“ Tief atmete sie durch. „Ihr kennt als Einziger meine größte Schwäche, Elrond. Meine Gefühle sind meine stärkste Waffe aber zugleich auch ein Fluch.“ Ihre größte Schwäche war ihr mitfühlendes Herz. Er hatte sie oft genug im Kampf- und Friedenszeiten beobachten können. Ihre einzige offene Feindschaft galt Sauron und Morgoth. Sie hatte Mitleid mit ihren Feinden gehabt, unter anderem weil sie genau wusste, dass kaum jemand wirklich eine Chance gegen sie hatte. Dabei hatte sie meistens darauf verzichtet als Drache zu kämpfen. Obwohl die meisten Drachen - zumindest jene aus Glaurungs Brut bösartig, verschlagen und grausam waren - hatte sie nur dann gekämpft wenn sie es musste und nie wirklich voller Begeisterung. Zu gut kannte sie die Folgen eines Krieges. Ernst hielt sie seinen Blick fest. „Eine alte Prophezeiung meines Volkes spricht vom Tod der letzten Wächterin da sie ihr Herz einem Menschen schenkt. Drachen binden sich nur einmal in ihrem ganzen Leben an eine andere Person.“
    Raegan schloss die Augen. Wehmut riss an ihrem Herzen. Zwar war sie mit Melkor die kurze Zeit glücklich gewesen aber für ihr Herz galten andere Regeln als für ihre „Kinder“. Morgoth hatte, um die Valar zu vernichten und Mittelerde zu unterwerfen, Drachen erschaffen. Der Erste war der „Vater – Drache“ Glaurung und der Größte Ancalagon gewesen. Schaudernd erinnerte sie sich an die Kämpfe mit ihnen. Zum Glück waren ihre Flügel wieder nachgewachsen und auch andere Gliedmaßen ihrer Drachengestalt hatten sich längst wieder regeneriert. Es war damals ein schmerzhafter Heilungsprozess gewesen, hatte Morgoth die Drachen nicht nur mit Feuer, Klauen, Reißzähnen und starke massive Körper ausgestattet – sondern auch mit Gift und ätzendem Blut. Morgoths Drachenbrut war bösartig, verschlagen und unberechenbar gewesen. „Stirbt diese, folgt der Drache ihm innerhalb kürzester Zeit. Wenn das Drachenherz zurückgewiesen oder die Liebe nicht erwidert wird, verliert der betreffende Drache seine gesamte Macht und die Fähigkeit sich zu verwandeln. Ich bin die letzte Wächterin und die einzige Überlebende meiner Art. Die Drachen Morgoths sind alle längst gefallen. Meine Sippe hat den Kampf gegen sie verloren und wurde bis auf sieben ausgelöscht.“ Die sieben anderen Überlebenden waren dem Hass der Menschen zu Opfer gefallen, einer nach dem anderen. Nur sie war übrig. Denn auch die Drachen aus Morgoths Züchtung waren tot. Vor ungefähr fünfzig Jahren hatte sie gespürt wie ihr letzter Vertreter Smaug fiel. Obwohl sie ihn nicht wirklich gemocht hatte trauerte sie um ihn wie um jeden gefallenen Drachen. Entschlossen wandte sie den Kopf ab. Elrond brauchte ihre Tränen nicht zu sehen. Sie hatte nicht gelogen, als sie sagte, dass ihre Gefühle ihr größter Fluch war. Verdammt, was war sie für eine sentimentale alte Drachin geworden! Grimmig verdrängte sie die Erinnerungen an früher. Es brachte nichts, alles noch einmal zu durchleben. „Verzweifelt nicht Reagan. Ihr seid nicht alleine.“ Ach nein? Sie lächelte traurig. Wenn sie das nur glauben konnte. Alle waren tot. Die Drachen und die Drachenwandler waren von ihren Feinden ausgelöscht worden.
    Es gab keine Hoffnung auf Überlebende. Sie hatte nach vertrauten Gedankenmustern gesucht, Energieströme zu ihrem Ursprung verfolgt nur um sich enttäuscht zurückzuziehen. Nein. Niemand hatte die Katastrophe der Hetzjagd überlebt. Nicht einmal die pfiffige kleine Rowena. Ihr Verlust traf sie genauso schmerzhaft wie der ihrer eigenen Tochter. Zu gut erinnerte sie sich an die Tage, als die beiden Mädchen glücklich spielten und herumtollten.
    Bis der Aufstand ausbrach und sie sich aus Sicherheitsgründen entschied die beiden zu trennen. Einen Entschluss, denn sie bitter bereute. Aber sie konnte die Zeit nicht zurückdrehen.

    4
    Kapitel 3: Ein unverhofftes Wiedersehen

    „Seid Ihr sicher, dass niemand aus Eurem Volk überlebt haben könnte?“ Hakte Elrond leise nach. Gandalf hatte ihm etwas über Rowena erzählt. Die Drachenwandlerin lebte noch immer und schien mit sich selbst im ständigen Zwiespalt zu stecken. Sie war eine Kriegerin deren Stärke selbst Morgoth das Fürchten gelehrt hatte. In ihr brannte ein Feuer, dass durch nichts ausgelöscht werden konnte. Es war möglich, dass Raegan nicht ganz so alleine war wie sie dachte. Sie schüttelte den Kopf. „Ich habe jeden einzelnen Tod gespürt. Nein, Elrond. Es gibt keine anderen Drachen mehr in dieser Welt.“ Er grinste verschmitzt. „Wenn Ihr da mal nicht täuscht.“ Murmelte er leise. Die Drachin schnaubte nur leise. Plötzlich spürte sie das Aufflackern von Macht. Einer allzu vertrauten Energie. Aufregung durchzuckte sie. Rasch verfolgte sie die Energiewellen und keuchte vor Überraschung auf. Rowena. Sie war am Leben? Aber wie war das möglich? Unter einem Torbogen mit Kletterrosen loderten aus dem Nichts rote Flammen. Die Flammen verdichteten sich zu einer schlanken Frauengestalt mit leuchtend roten Haaren. Die schöne Frau richtete sich auf, klopfte sich den Ruß von der Kleidung und nickte zufrieden. Eindeutig, Gwaithir’ und Rins Tochter hatte überlebt und war erwachsen geworden. Raegan stand auf und ging langsam wie eine Schlaf-wandlerin auf die junge Drachenwandlerin zu. Noch immer konnte sie es kaum glauben. Das letzte Mal als sie das Mädchen gesehen hatte, war diese ein Kind gewesen und hatte mit Eire Verstecken gespielt. Vielleicht spielten ihre Augen ihr ja Streiche. Unsicher blieb sie stehen.
    „Na geht doch.“ Murmelte die Drachenwandlerin. „Wusste doch, dass ich diese Art zu reisen noch beherrsche. Bin mal gespannt wie lange dieser Anfänger braucht um zu kapieren wie ich aus seinem Verlies entkommen bin.“ Das war eindeutig ihre Stimme. Aber wie hatte Rowena nur überleben können? In dem Kampf gegen Ancalagon hatte sie gesehen, wie sie zu Boden stürzte und hatte gespürt, wie ihr Herz aussetzte. Dennoch stand die rothaarige junge Frau gesund vor ihr. Es ging ihr offensichtlich gut.
    „Rowena?“ Die Drachin konnte es kaum glauben. „Bist du es wirklich?“ Schwarzblaue Augen blinzelten sie kurz an ehe sich Erkennen in ihnen spiegelte. Die junge Frau sank auf ein Knie und neigte den Kopf vor ihr. „Meine Königin. Ich hätte nie zu träumen gewagt, das Ihr überlebt habt.“ „Lass den Unsinn Rowe. Du weißt, das ich dich immer wie meine Tochter Eire geliebt habe. Höflichkeitsformeln sind hinderlich. Außerdem nutzt mir meine Krone sehr wenig. Eine Königin ohne ihr Volk.“
    „Mag sein, meine Herrin, aber jedes Drachennest hat seine Königin zumindest wenn sie noch in Kolonien zusammenleben. Die Königin ist das Herz und Blut eines Volkes.“ Dennoch waren sämtliche Drachen gefallen. Der Letzte und einer der unangenehmsten Artgenossen war der Drache Smaug gewesen. Sie hatte jeden einzigen Tod gespürt. „Was ist geschehen Rowena? Wie hast du diese Verletzungen überleben können?“ Das Grinsen, dass die Jüngere ihr schenkte überraschte sie.
    „Ich bin nicht leicht zu töten, meine Königin. Es hat ein wenig gedauert bis alle verheilt war aber am Ende sind nur noch wenige Narben übrig geblieben. Außerdem habe ich mich mehr oder weniger von anderen ferngehalten und mich nur selten in die Belange von Mittelerde eingemischt.“
    Dann wurde die Miene der jungen Frau ernst. „Was ist aus Eire geworden?“ Raegan seufzte. Diese Frage hatte sie erwartet. Dennoch war sie nicht auf den damit verbundenen Schmerz vorbereitet gewesen. Tief atmete sie dagegen an und blickte dem Mädchen in die schwarzblauen Augen. „Sie starb. Es tut mir Leid, dir das sagen zu müssen Rowe.“

article
1502739775
Das Herz der Drachenhexe
Das Herz der Drachenhexe
Ein Wesen aus Feuer. Eine Frau die zu lange allein durch die Schatten wandelt und ein Ring, der den Untergang einer Welt bedeutet...
http://www.testedich.de/quiz49/quiz/1502739775/Das-Herz-der-Drachenhexe
http://www.testedich.de/quiz49/picture/pic_1502739775_1.jpg
2017-08-14
402C
Herr der Ringe

Kommentare (7)

autorenew

Sarah Laureen ( von: Sarah Lauree)
vor 72 Tagen
So, weiteres Kapitel veröffentlicht, das allerdings ein wenig kurz geraten ist. Sorry dafür, aber ich muss noch alles aufräumen und packen, damit ich morgen in die Schweiz fahren kann.
Sarah Laureen ( von: Sarah Lauree)
vor 85 Tagen
Hahaha! Ich zittere schon vor Angst... Zum Glück weiß ich, das du keine Ahnung hast wo ich wohne. Spaß beiseite, ich freue mich, das euch die Fanfiction gefällt. Leider müsst ihr euch bis zu den Herbstferien gedulden mit neuen Kapiteln (in allen Ff' s), da ich a) meinen Abschluss schon dieses Schuljahr mache, b) langsam Bewerbungen schreiben muss und c) unsere Lehrer uns bis zu den Herbstferien mit Prüfungen quälen. Deshalb fällt von nun an leider die Zeit für Schreiben weg. Ich verspreche aber dass ich versuche in den Ferien (erste Woche) neue Kapitel zu schreiben evtl. auch schon zu veröffentlichen.
Lg. Sarah
Flammara (11272)
vor 87 Tagen
Das war die beste Geschichte Ever. wehe du schreibst nicht weiter ich reiß dir den Kopf ab
Sternenschreiber (61489)
vor 101 Tagen
Tolle Idee Sahra so was glaub ich gab es noch nie. Ich kann es gar nicht erwarten weiter zu lesen!

Lg. Stern
Sarah Laureen ( von: Sarah Lauree)
vor 110 Tagen
Die beiden Geschichten "Das vergessene Feuer der Drachenwandler" und "Das Herz der Drachenhexe" spielen zur selben Zeit mit den gleichen Personen. Mit anderen Worten, Rowena und Reagan werden sich in beiden Geschichten begegnen. Nur wird es in dieser früher passieren als in Rowena' eigener, weil Reagan bis zu Rowenas Rückkehr nach Bruchtal die ganze Zeit von der Bildfläche verschwunden war...
Sarah Laureen (15319)
vor 116 Tagen
😂 Die meisten neuen Fanfictions von mir basieren auf 2-5 Jahre alten Entwürfen. Freut mich, das sie dir gefällt. Wie es weitergeht mit dieser Geschichte bleibt vorerst noch "geheim" (-> ich bin mit den nächsten geschriebenen Kapiteln noch nicht ganz zufrieden). Bis dahin könnt ihr euch ja überlegen die Geschichte sich entwickeln könnte. Mich würde es ja interessieren, was ihr euch vorstellt...
Sternenschreiber (61489)
vor 116 Tagen
Woher bekommst du nur immer so tolle ideen! Bitte setz die Geschichte fort! Sie ist einfach zu klasse um nicht fort gesetzt zu werden

Lg. Stern