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Das Mädchen von den Sternen

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4 Kapitel - 1.360 Wörter - Erstellt von: Alphawölfin - Aktualisiert am: 2017-08-11 - Entwickelt am: - 113 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

~ Sterne sind die Vergißmeinnicht der Engel.~ (Henry Wadsworth Longfellow)

Für die Person, welche die Worte verwandt "Als Inspiration kannst du dir ja mal die Sterne angucken".

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    Wie sie funkeln, dachte das Mädchen. So unzählig viele, winzig scheinende Planeten. Irgendwo da. Sie spiegelten sich in ihren tief, grünen Augen. V
    Wie sie funkeln, dachte das Mädchen. So unzählig viele, winzig scheinende Planeten. Irgendwo da. Sie spiegelten sich in ihren tief, grünen Augen. Verloren sich in ihnen und hinterließen das Mädchen mit Sehnsucht. Sie lauschte. Lauschte den entfernten Stimmen, welche sie zu rufen schienen. Die unschuldigen Augen schlossen sich und sie stellte sich vor, wie sie flog. Flog Richtung Sterne. Zu den Planeten, welche ihren Namen wisperten. Ich brauche nur die Hand ausstrecken und sie gehören mir, selbstsüchtige Gedanken, im Kopfe des Mädchens. Sie streckte die Hand aus. Immer weiter und weiter. Riss sie zurück, als sie sich verbrannte. Verbrannte, an ihrer Selbstsüchtigkeit. Stille Tränen zogen ihre Spuren über ihre Wangen. Entlang zum Kinn und fielen schließlich ohne aufzuschlagen. Sie beobachtete jede einzelne Träne, wie sie ihre Reise ins ungewisse begann. Langsam, ganz langsam hob sie wieder die Hand. Vorsichtig, immer weiter. Und fing eine Träne, welche die Reise ins Universum beginnen wollte, auf. Manche fallen und manche schweben, warum?, fragte sich das Mädchen. Die Träne wanderte ihren Finger entlang, auf die Nagelspitze und schwebte davon. Mit den Augen verfolgte sie sie. Erhob sich langsam, vom Moos bewachsenem Stein. Die Vergissmeinnicht fingen jeden Schritt des Mädchens auf. Der weiße, reine Stoff, des Kleides, wurde hin und her gepeitscht vom Winde. Einen Schritt nach dem anderen und jedes Vergissmeinnicht, welches ihre nackten Füße berührte, schoss in die Höhe. Suchte sich einen Stern, einen Planeten aus, welchen es mit seinen Samen bedecken wollte. Eine Raupe reckte sich von einem roten Fächerahorn und beobachtete, wie ein Vergissmeinnicht nach dem anderen seine Reise antrat.

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    Irgendwo, da hob eine Hirschkuh den Kopf und ihr Kitz sprang aus dem Versteck. Wachsam richtete sie die Ohren in jede Richtung zweimal aus und prüfte die Luft. Es sprang um sie herum, doch sie durfte sich nicht ablenken lassen. Sie schaute in den Himmel herauf und der Mond spiegelte sich in ihren beinahe schwarzen Augen wider. Der Kopf des Kitzes stieß gegen ihr langes Bein und tadelnd schnaubte sie es an. Es schüttelte den Kopf und blinzelte entschuldigend. Sanft stupste die Mutter ihr geliebtes Kind an. Wie konnte sie ihm auch nicht vergeben? Sie senkte den Kopf und machte sich wieder daran, das saftige Gras zu verspeisen. Lauschte kurz dem Kitz, welches wieder herumsprang.
    Es verstummte und sie machte sich keine Gedanken. Vielleicht ist es wieder im Versteck, ging es durch ihren Kopf. Als sie aufschaute und den Blick zum Versteck wand, entdeckte sie das Fell ihres Kindes nicht. Nervös trat sie von einen Huf auf den anderen und blickte sich hektisch um. Sie entdeckte das Kitz, wie es den Kopf in den Himmel reckte und versuchte mit der Nase ein Vergissmeinnicht anzustupsen, welches aus dem Himmel zu wachsen schien. Schnell sprang sie neben ihr Kind und untersuchte das Fremde.
    Der Wolf hatte seine Beute fest im Visier. Er leckte sich die Schnauze und blinzelte kurz gegen die Sterne an. Leise auf seinen vier Pfoten, strich er durchs Gebüsch auf die Wiese zu. Er wusste, dass die Mutter gefährlich werden konnte. Wusste, dass sie ihr Kitz verteidigen würde. Doch sein Instinkt trieb ihn weiter. Auch er hatte seine Familie zu ernähren. Seine Gefährtin und seine Junge vertrauten darauf, dass er Nahrung zur Höhle brachte.
    Er sah sie klar und deutlich, wie beide auf der Wiese standen. Die Hälse gestreckt und die Köpfe in den Himmel gereckt. Einen Schritt machte er noch, ehe er verharrte und das komische Etwas, aus dem Himmel betrachtete. Alle Vorsicht vergessend, richtete er sich auf und trat neben seine Beute und schnupperte am Unbekanntem.

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    Die Scheune stand alleine in der Dunkelheit. Wolken verdeckten die Sterne und den Mond. Ließen nur Dunkelheit zurück. Als etwas durch die Wolken brach, viel ein dünner, schwacher Streifen Sternenlicht auf die Scheune. Etwas schien von den Sternen zu kommen und steuerte zielsicher auf die Scheune zu. Fand ein Loch im alten Dach und wuchs weiter hinein. Ein altes Pony schreckte auf und wieherte laut, während die Hühner wild gackerten. Draußen bellte irgendwo der Hund und die Katze schaute von ihrer Schale mit Milch auf. Der Bauer rannte über sein Land. Durch die Dunkelheit, auf die Scheune und den Streifen Licht zu. Er riss die Tür auf und die Hühner flatterten hinaus, während das Pony gegen die Box trat. Sein Mund klappte auf und wie in Trance, schien er auf das Wunder in seinen Augen zuzugehen. Nie hatten seine Augen sowas erblickt. Sacht strich er mit einem Finger die Blüte entlang. Ein Vergissmeinnicht, ging es durch seinen Kopf. Ungläubig blickte er hinauf und fragte sich, wie sowas ging. Wie konnte es sein, dass ein Vergissmeinnicht durch das Dach seiner Scheune hing? Seine Füße trugen ihn hinaus. Er kletterte an der Leiter auf die Scheune und folgte dem dünnen Stiel, welcher von den Sternen kam. Unmöglich, einfach unmöglich!, der einzige Gedanke, in seinem Kopf.

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    Das Mädchen zog sich an einem Ast der alten Trauerweide hoch. Rinde hing an ihrem Kleid und das ein oder andere Blatt, hatte sich in ihren aschblonden Haaren verfangen. Sie kletterte auf den nächsten Ast und beobachtete kurz, wie weitere Vergissmeinnicht, an den alten Wurzel, sich auf die Reise begaben. Hastig kletterte sie weiter und streckte den Kopf aus den Blättern und schaute gen Himmel. Die Sterne funkelten, der Mond strahlte und die Vergissmeinnicht wuchsen. Wuchsen und für einen Augenblick kam ihr der Gedanke, sich an einem Stiel festzuhalten und mit in die Sterne zu reisen. Doch sie wusste, sie würde es brechen und hart auf den Boden schlagen. Sehnsüchtig breitete sie die Arme aus, während auf irgendeinem Planeten, sich ein Vergissmeinnicht den Weg durch das Ungewisse bahnte. Ein Blaukehlchen segelte auf sie zu und ließ sich auf ihrem Arm nieder.
    ,, Flieg und schaue, was meine Vergissmeinnicht machen. Flieg und schau für mich, was ich nicht vermag. Schau dir die Sterne an, die Planeten und lasse mich wissen, was du erblickst."
    Der kleine Vogel breitete seine Flügel aus und flog hinauf. Folgte den Vergissmeinnicht und betrachtete die Planeten.
    Es erblickte die Wiese, auf welcher unzählige Vergissmeinnicht blühten. Ein Kitz sprang tollend herum. Die Mutter beobachtete es behütend und ein Wolf saß mit seiner Familie am Rande.
    Das Blaukehlchen flog weiter und weiter.
    Entdeckte eine alte Scheune, welche von Vergissmeinnicht bedeckt war. Ein Bauer stand auf dem Dach und lachte ungläubig, während seine Tiere ihn von unten anstarrten.
    Immer weiter flog der kleine Vogel. Folgte einem Stiel zu einem Planeten voller Wasser. Flog und suchte das Ende. In der Ferne erblickte es eine winzige, runde Wiese. Mitten im Meer aus Wasser, welches die Sterne und den Mond spiegelte. Es landete auf ihr und schaute zu einem Mädchen aus Vergissmeinnicht hinauf. Es stand da mit ausgestreckten Armen, Richtung Himmel. Die dünnen Stängel standhaft in der Erde. Aus den Vergissmeinnichthänden, wuchs jeweils ein Vergissmeinnicht. Ein Geschenk an die Sterne. Zu jedem Stern, den man aufsah, jedem Planeten, war nun gewiss, dass es dort Vergissmeinnicht gab. Doch von wem sie kamen, das vermochte niemand mit Gewissheit zu sagen. Nur der Vogel wusste alles und flog weiter von einer Welt zur anderen.

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Das Mädchen von den Sternen
Das Mädchen von den Sternen
~ Sterne sind die Vergißmeinnicht der Engel.~ (Henry Wadsworth Longfellow) Für die Person, welche die Worte verwandt "Als Inspiration kannst du dir ja mal die Sterne angucken".
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2017-08-10
4000
Fanfiktion

Kommentare (1)

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KillerRabbit ( von: KillerRabbit)
vor 42 Tagen
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