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'Til I Lose My Mind

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3 Kapitel - 12.191 Wörter - Erstellt von: Ahri - Aktualisiert am: 2017-10-08 - Entwickelt am: - 284 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Nach einem schrecklichen Ereignis beginnt, Azarni ihre Herkunft zu hinterfragen. Dabei deckt sie nicht nur ihre Herkunft auf, sondern auch ein großes Geheimnis.

1
Prolog

Daichi Sekai
Geliebter Sohn, Freund und Shinobi
Mögest Du in Frieden ruhen


Es war, als wäre es erst gestern gewesen. Dabei waren schon drei Jahre vergangen, seit er von ihnen gegangen ist. Und dennoch fühlte es sich so an, als wäre die Wunde, die er in ihrem Herzen hinterlassen hatte, so frisch wie am ersten Tag. Doch ihr Schmerz von seinem Verlust war nichts zu dem, welchen ihre beste Freundin damals verspürt hatte.
Daichi Sekais Tod war nicht der einzige, der an diesem Tag vor drei Jahren zustande gekommen war, aber er ist der einzige, der auf ihre Kosten ging. Die Schuldgefühle, denen sie erlag, konnte niemand von ihr nehmen – nicht einmal das Gewissen, dass ihre beste Freundin ihr nicht die Schuld an dem Tod ihres Freundes gab. Wobei sie keine Ahnung hatte, wie sie reagieren sollte, wenn sie ihr klarmachte, dass es wirklich Azarnis Schuld war, weswegen Daichi starb.
Seit damals konnte sie ihrer besten Freundin nicht mehr richtig unter die Augen treten. Immer wieder hatte sie das Gefühl, dass der Schmerz, den ihre Freundin damals erlebt hatte, nach wie vor in ihren schwarzen warmherzigen Augen zum Vorschein kam.
Es waren drei Jahre vergangen, doch nie hatte sich eine Träne vor anderen Leuten aus Azarnis Augen gestohlen, wenn sie an den Tod ihres Teamkameraden dachte. Selbst als er vor ihr gestorben war, hatte sie lediglich der Schock gelähmt. Sie war bekannt dafür, die Starke zu spielen und jeden auf Distanz zu halten. Dennoch war es ihre Teamkameradin Rai, die es letztlich geschafft hatte, zu ihrer besten Freundin zu werden.
Es war ein Tag, den weder ihre beste Freundin noch sie selbst je vergaßen und es war nicht das Einzige, das ihr Leben an diesem Tag für immer veränderte. Sie konnte sich noch heute an jedes einzelne Detail erinnern…

Es war ein sonniger Tag in Konohagakure und auf den Straßen war einiges los. Und dennoch war es kein gewöhnlicher Tag. Unter den ganzen Leuten, die durch die Gegend des Dorfes schritten, waren nicht nur Einheimische zu finden. Shinobis und Kunoichis aus verschiedenen Ländern waren hier eingetroffen, denn die Chunin-Auswahlprüfungen fanden statt.
Die anfängliche Masse hatte sich jedoch bereits stark verringert. Die ersten zwei Prüfungen waren bereits vorüber und hatten viele junge Ninjas aussortiert, die noch nicht bereit waren, sich einen höheren Rang zu verdienen.
Dennoch herrschte ein reges Treiben auf den Straßen. Viele hochrangige Personen wie Dorfoberhäupter oder Daimyous waren vor Ort. Die letzte Prüfung stand heute an und niemand von ihnen wollte sich die Chance entgehen lassen, bestimmte Shinobi, die ihre Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hatten, in Aktion zu erleben. Einer von ihnen war beispielsweise der letzte seines Clans: Sasuke Uchiha. Ein vielversprechender und talentierter Shinobi wie sich herausstellte.
Viele Shinobis Konohas waren zu dieser Zeit im Dorf und nicht auswärts, denn viele von ihnen wurden in Teams eingeteilt und sorgten für Sicherheit im ganzen Dorf. Bei so vielen Menschen aus verschiedenen Ländern war es nur das Mindeste, das man tun konnte. Auch wenn diese Prüfungen unter anderem dem Zweck dienten, die Beziehung zwischen den Nationen zu stärken, konnte man nie sicher genug sein, falls es nicht doch zu Komplikationen kam. Außerdem waren seit der zweiten Prüfung die Sicherheitsmaßnahmen erhöht worden, denn man hatte den wohl bekanntesten Nuke-Nin im Wald des Schreckens gesichtet: Orochimaru.
So kam es dazu, dass mehrere Teams aus Chunins und Jonins an den verschiedensten Plätzen im Dorf für die Sicherheit zu sorgen hatten und bei Sichtung des legendären Sanins Bericht zu erstatten.
Zu einen dieser Teams zählten auch Azarni und ihre beiden Teamkameraden. Tatsächlich hatten sie sich freiwillig für diese Aufgabe entschieden – viel mehr hatte man sich nach der Anführerin des Dreierteams gerichtet. Azarni hatte irgendwo schon immer das Sagen in dem Team, aber gegen Rai anzukommen war auch nicht immer leicht für sie gewesen.
Jedenfalls befanden sie sich in einen der vielen Parks Konohas, aber es war einer der wenigen, der nah an der Dorfmauer und somit in einer abgelegenen Ecke lag. Die Ruhe, die hier ausgestrahlt wurde, war einfach unbeschreiblich, aber für Azarnis Geschmack dann doch zu ruhig.
„Ey, ihr Turteltäubchen, was flüstert ihr? Geht es um dreckige Dinge, die keiner zu Ohren bekommen soll?“ Ein spitzbübisches Lächeln zeichnete sich auf Azarnis Lippen ab, als sie sich zu ihren Teamkameraden umdrehte.
Sie beobachtete, wie ihre beste Freundin genervt aufstöhnte und mit den Augen rollte. Ihr Freund jedoch musste sich ein Lachen verkneifen. „Oh ja, es geht um Dinge, wie Daichis dreckigen Hund.“
„Komm schon, Babe, sei nicht gleich so angepisst. Es ist doch nur Spaß“, erwiderte ihr Freund beruhigend.
„Genau, nimm es locker“, unterstütze Azarni ihren Teampartner. Ihrer Meinung nach konnte ihre beste Freundin mehr Spaß vertragen. Aber wie sollte es auch anders sein, es gab immer eine Spaßbremse.
Abermals stöhnte Rai genervt auf. „Für meinen Geschmack habt ihr zu viel Spaß, während unserer Aufträge oder Missionen. Ihr seid gar nicht bei der Sache!“
„Das war doch nur ein Spruch! EINER!“ Empörend stemmte die lilahaarige Kunoichi ihre Hände in die Hüfte. Warum musste sie auch gleich so in Rage sein? Sonst war sie nicht so, sondern ganz ruhig und sachlich. „Außerdem kann ich das gleiche auch zu eurem kleinen Flüstergespräch sagen. Ihr seid auch nur darauf konzentriert und nicht auf unsere Aufgabe.“
„Im Gegensatz zu euren stetigen Gesprächen, die nur Spaß umfassen, geht es bei unserem Gespräch um ernstes Erwachsenenzeugs.“
„Argumentieren war noch nie deine Sache“, lachte Azarni. Das Gespräch wurde ja immer besser! Bald schon erreicht es ein ganz anderes Niveau und das war nicht im positiven Sinne gemeint, dessen war sich die lilahaarige Kunoichi sicher.
„Aber hey, sieh es positiv, wenigstens bemüht sie sich um Argumente“, schaltete sich auch Daichi wieder ein und erntete dafür einen Todesblick seitens seiner Freundin. Abwehrend hob er die Arme. Er wusste, dass er sich ab jetzt am besten raushalten sollte, wenn er nichts Ernsthaftes beizusteuern hatte.
„Es tut nämlich nichts zur Sache, ob es ernst oder Spaß ist“, übernahm Azarni wieder das Wort, „Fakt ist, dass euer Gespräch euch ablenkt und dieses Gespräch führt auch dazu, dass wir uns nicht auf das Eigentliche konzentrieren.“
„Und bevor es noch weiter ausartet, schlage ich vor, dass wir diese Konversation hier beenden und auch keine weitere anfangen, außer wir werden in einen Kampf verwickelt, wovon ich aber nicht ausgehe“, beendete Daichi schließlich die Diskussion, denn mit Rai zu diskutieren, führte zu nichts, dabei war Azarni eigentlich der Sturkopf in Person.
„Aber wenn doch eh kein Feind hier aufkreuzt, und ich frage mich wirklich, wer außer Orochimaru auftauchen sollte, dann können wir doch auch miteinander reden“, argumentierte Azarni dagegen, die Daichis Sinn in seinen Worten hinterfragte.
„In dem Punkt muss ihr recht geben“, stimmte Rai ihrer Freundin zu.
Doch Daichi ließ sich von seinem Entschluss, dass das Team keine weiteren Gespräche während dieser Aufgabe führte, nicht abbringen. Er verschränkte die Arme und stand von der Bank auf, auf der er mit Rai gesessen hatte. „Der Typ könnte Verbündete haben. Wissen tun wir es nicht und deshalb sollten wir Vorsicht walten lassen.“
„Orochimaru ist niemand, der sich Verbündete sucht. Er ist mehr der Einzelgänger. Und wenn er Verbündete hat, dann sind sie alle von ihm erschaffen worden. Niemand würde sich ihm freiwillig anschließen“, hielt Rai dagegen und bekam ein anerkennendes Pfeifen von ihrer Freundin.
„Du kannst ja doch argumentieren“, stichelte sie und erntete einen warnenden Blick von der Schwarzhaarigen. Dass sie auch immer so ernst bleiben musste. Es war eine Eigenschaft, die Azarni nie richtig an Rai verstanden hatte.
„Wir denken aber nicht weit genug“, bemerkte Rai sogleich nachdenklich, „Was ist, wenn er genau das tut, weil man es von ihm nicht erwarten würde. Außerdem wissen wir nicht, welche Experimente er genau ausführt. Mich würde es nicht wundern, wenn er Kinder wie ein Pädophiler in sein Versteck lockt, ihnen falsche Versprechungen macht und die für das Opfer zu erkennen sind, wenn es bereits zu spät ist.“
„Ja genau. Vielleicht verspricht er ihnen, sie zu Gummimenschen zu machen, oder ihnen einen dritten Arm zu spendieren. Ooooder er gibt ihnen ein drittes Auge, das ihnen die Möglichkeit bietet durch Wände zu sehen und Leute in ihren Häusern zu bespannen“, sprudelten die wilden Ideen aus Daichi raus und bekam sogleich jeweils einen Schlag von seinen Kameradinnen auf den Hinterkopf.
„Perversling“, sagten die beiden Kunoichis gleichzeitig.
„Als ob Kinder auf letzteres geil wären. Es sind Kinder, Idiot!“, setzte Azarni mit scharfem Unterton nach.
„Vielleicht lockt er auch solch notgeile Teenager an. Wer weiß das schon.“ Der Blonde zuckte mit den Schultern.
So unmöglich war es dann auch wieder nicht, musste sich Azarni insgeheim eingestehen. „Genau solch Teenager wie du es mal warst. Sei froh, dass er nicht dich in seine kleine Pädohöhle gelockt hat.“
„Vielleicht hat er es ja gemacht“, witzelte Daichi und entlockte den beiden Kunoichis einen ungläubigen und teils verstörten Blick bei dieser Vorstellung. „Okay, okay, wir sollten dieses Thema beiseiteschieben.“
„Du solltest echt mal lernen, deinen Entschlüssen treu zu bleiben. Erst wolltest du kein einziges Wort mehr wechseln und jetzt tust du es doch.“ Rai grinste ihren Freund an und knuffte ihn in die Seite. Genau auf dieses Verhalten hatte Azarni die ganze Zeit. Diese Rai mochte sie am meisten, leider war sie nicht oft zu sehen.
„Jaja, du mich auch.“
„Später.“
„Leute bitte! Nicht wenn ich dabei bin“, quengelte Azarni theatralisch, bevor sich ein breites überhebliches Grinsen auf ihre Lippen legte. „Und du ärgerst dich über Daichis und meinen nicht ernsthaften Gesprächen, dabei hast du doch gerade eben dasselbe wie er und ich gemacht.“
„Jajaja, jetzt sei leise. Außerdem macht ihr es immer und ich nur ab und zu.“ Unschuldig zuckte Rai mit ihren Schultern. Ihre beiden Kameraden schüttelten hingegen nur grinsend die Köpfe und für einen Moment herrschte Schweigen.
„Habt ihr das auch gespürt?“ fragte Daichi plötzlich in die Stille hinein, bekam aber lediglich fragende Blicke von den jungen Frauen. „Da war es schon wieder!“ Sorge schwang nun in seiner Stimme mit.
„Nun sag schon endlich!“, verlangte Azarni ungeduldig zu wissen. Er musste auch präziser werden, denn sie selbst wusste nicht, was er meinte. Ob ihre Freundin das auch gespürt hatte?
„Moment! Ich spüre es auch!“, kam es nun von Rai und ihre gedankliche Frage hatte sich geklärt.
„WAS spürt ihr. Hallo? Will mich mal einer aufklären?“
„Ich dachte du seist schon aufgeklärt“, witzelte Daichi kurz, bevor sich ein ernster und sorgenvoller Ausdruck auf sein Gesicht legte.
Am liebsten hätte sich Azarni bei dieser Aussage gegen die Stirn geschlagen, aber für solche Gesten war keine Zeit. Sie spürte den Ernst der Lage.
Doch ehe einer der drei auch noch einen weiteren Satz herausbrachte, erregte ein lauter Knall ihre Aufmerksamkeit. Die Blicke glitten in den Himmel gen Norden, wo sich schwarze Rauchschwaden den Weg in den Himmel bahnten. Genau in dieser Richtung lag das Gebäude, in dem die Finalrunde der Prüfung ausgetragen wurde.
„Oh scheiße“, entwich es Azarni, als sie dies realisierte.
„Vorsicht! Hinter euch!“, warnte Daichi seine Kameradinnen, der als erstes auf den immer stärker werdenden Beben aufmerksam wurde und dementsprechend auf die kommenden Angreifer reagierte.
Das Team sprang mit der Warnung nach hinten, denn dort, wo sie noch zuvor gestanden hatten, waren nun tiefe Schneise zu sehen. Sieben Ninja sprangen aus den Gebüschen. Sie alle trugen dasselbe Stirnband mit dem Zeichen von Sunagakure darauf.
Wieso sollte Sunagakure Konoha angreifen, fragten sich Azarni. Schnell war auch diese Frage beiseitegeschoben worden, denn ein nächster Angriff von den Feinden folgte, dem das Dreierteam jedoch auswich und einen Gegenangriff startete.
Kampfstrategie A stand an. Es war ihre Standardreaktion auf plötzliche Angreifer, dem entsprechend machte sich Azarni bereit und lief geradewegs auf ihre Feinde zu. Während Rai ein Genjutsu über alle Sunaninja legte, wobei sich letztendlich vier daraus befreien konnte, nutzte Daichi ein Doton Jutsu mit dem er eine Erdmauer erschuf, die Azarni in die Luft katapultieren ließ, ehe er sich der Verteidigung seiner selbst und Rai widmete. Einer der vier Feinde, der sich nicht im Genjutsu befand, steuerte geradewegs auf sie zu, doch das bekam die Anführerin nicht mehr mit. Sie hatte nun ihre eigenen Feinde vor sich und vertraute wie immer darauf, dass Daichi sich gut um ihren Medizin-Ninja kümmerte.
Azarni zückte während ihres Flugs vier Briefbomben, die sie auf die anderen drei Sunaninja warf und landete mit einem Salto auf dem Boden, wo sie sogleich in die Hocke ging und einem Feind das Bein wegzog und ihm einen starken Schlag ins Gesicht verpasste. Sie hörte das Knacken von Knochen, das sie stets mit einem zufriedenstellenden Gefühl erfüllte.
Lange konnte sie sich diesen kleinen Triumph jedoch nicht gönnen, denn allmählich konnten sich auch die restlichen Gegner aus dem Genjutsu befreien. Windsicheln schossen geradewegs auf sie zu, denen sie auswich, doch zu spät realisierte sie, dass ihr Gegenüber, der von der Explosion der Briefbomben von Ruß und einzelnen Kratzern gezeichnet war, sie nur zu seinem Partner trieb und wurde in nächster Sekunde von einer Sandsturmkugel umgeben, die elektromagnetische Wellen erzeugte. Verdammt!
Abermals fand Azarni keine Zeit, um ordentliche Gedanken zu verfassen, denn sie vernahm von hinter sich eine Bewegung. Blitzschnell zückte sie einen Kunai und wehrte den kommenden Angriff noch rechtzeitig ab. Dafür starrte sie verdutzt auf ihr Gegenüber, wodurch er einen Treffer bei ihr landete und sie gegen die Wand des Sandsturms beförderte, wo ihr ein starker Stromschlag durch den Körper gejagt wurde. Langsamen Schrittes kam der Schatten in Form eines Menschen auf sie zu. Er kam immer näher und sie wusste keinen Ausweg, auch wenn ihr Hirn bereits auf Hochtouren arbeitete.
Zu ihrem Glück jedoch verpuffte er plötzlich, noch ehe er einen weiteren Treffer bei ihr landen konnte. Nicht nur er war verschwunden, auch der Sandsturm, der sie zuvor noch umringte, war wie weggeblasen. Vor ihr tauchte Daichi mit dem Rücken zu ihr gedreht auf, währenddessen verspürte sie ein wohltuendes Gefühl durch ihren Rücken wandern. Ein kleiner Blick über ihre Schulter genügte, um zu sehen, dass Rai eines ihrer Medizin Jutsu verwendete.
Das nannte sie Rettung in letzter Sekunde – zugegeben, es war nicht das erste Mal gewesen, dass ihre Kameraden ihren Hintern retten mussten. Dankbar lächelte sie ihrer Freundin zu, doch augenblicklich erstarb es wieder, als sie drei weitere Sunaninja aus dem Gestrüpp springen sah. In Windeseile war sie aufgesprungen und stellte sich schützend vor Rai.
„Verstärkung ihrerseits ist auf meiner Seite eingetreten“, informierte Azarni ihre Kameraden, die nun den Rückraum deckte.
„Nicht nur auf deiner Seite“, gab Daichi bedenklich zurück.
„Aus den anfänglichen sieben sind jetzt zehn geworden“, stellte Rai fest, die wieder auf den Beinen stand. Beide warteten auf weitere Anweisungen ihrer Anführerin. Sie war zwar gerne unvorsichtig bei der Ausführung, aber an sich gab es meistens wenig an ihren strategischen Zügen zu meckern.
„Rai, übernimm du die drei auf meiner Seite, halte sie in Schach solange du kannst, Daichi und ich übernehmen die anderen sieben. Schrei, wenn du Hilfe brauchst. Mach den Boden unsicher, Daichi. Und los!“, befahl Azarni und sprang zeitgleich mit Rai in die Luft, wobei sie ihre Positionen tauschten.
Der Boden begann zu beben und wies massive Risse auf, bevor einige dicke Gesteinsbrocken in die Luft stiegen. Azarni warf zwei Kunai, die sie mit Raiton aufgeladen hatte, im großen Abstand voneinander vor Daichi und trennte die Feinde von ihm mit einer Raitonmauer. Sie sprang zwischen den Brocken hin und her, verteilte dabei fleißig ihre Briefbomben, wobei ihr jedoch Fuuton Jutsus entgegengeschickt wurden, die sie hin und wieder trafen. Drei von ihnen waren selbst in die Luft gesprungen, um mit Azarni zu konkurrieren. Den ein oder anderen konnte sie abwehren, jedoch auch nur für wenige Sekunden, dennoch war es lang genug, um ihre Bomben zu verteilen und diese im nächsten Moment in die Luft zu jagen.
Unzählige Gesteinsbrocken flogen durch die Gegend. Einige erfassten Azarni, die von der Druckwelle erfasst wurde, ansonsten nichts weiter abbekommen hatte. Sie landete in einem Baum, getrennt von ihrem Team.
„Daichi!“, hörte sie Rai um Hilfe schreien, doch was vor sich ging, konnte die Lilahaarige aufgrund des aufgekommenen Rauchs nicht erkennen. Eilig sprang sie über den Rauch hinweg und wurde in der nächsten Sekunde von einem grellen Licht begrüßt. Rais Warnung vor einer Blitzgranate hatte sie nicht gehört. Azarni kniff die Augen ganz fest zusammen, doch auch das half nicht gegen den Schmerz, den das Licht verursachte. Sie hielt sich den Arm vors Gesicht und lugte ganz langsam über ihn hinweg. Zu ihrem Bedauern schränkten viele schwarze Punkte ihre Sicht ein, doch gerade noch so konnte sie eine Salve aus Raitonnadeln nach unten schicken und drei der Sunaninja in ihrem Angriff stoppen.
Sie kam kniend auf dem Boden an, versuchte ihre Augen einen kleinen wenig mehr zu öffnen, was ihr auch gelang, jedoch beschränkten noch immer unzählige schwarze Punkte ihre Augen und ihre Augäpfel brannten höllisch. Sie stöhnte auf, vernahm in der nächsten Sekunde einen dumpfen Aufprall neben ihr wahr. Ihr Herz begann zu rasen, aus Angst es könnte Daichi oder Rai sein, doch zu ihrer Erleichterung war es nur ein Sunaninja, den Rai ausgeschaltet hatte, um Azarni zu schützen. Das zweite Mal an diesem Tag hatte man ihr Leben gerettet. Sie musste aufmerksamer werden, schallte sie sich in Gedanken.
„Na los, steh auf, Daichi braucht dich!“, hetzte Rai sie, obwohl sie am liebsten einfach sitzen geblieben wäre.
Sie raffte sich jedoch schweren Herzens auf und sprang achtlos neben Daichi. Ein brennender Schmerz erfasste sogleich ihren Oberarm und Blut floss aus der Wunde. Sie hat sich zwischen ihrem Kameraden und dem Feind geschmissen, ohne es überhaupt gesehen zu haben. Azarni stieß den Sunaninja zurück und brachte ihn zum Straucheln. Sofort setzte sie nach und holte mit einem Kunai aus, das sie gezückt hatte. Anstatt wie geplant seine Kehle zu treffen, schaffte sie es lediglich ihm einen Kratzer im Gesicht zuzufügen.
Ihre Sicht hatte sich nach wie vor nicht verbessert. Innerlich wollte sie verzweifeln, obwohl es ihr komisch vorkam, dass die Nebenwirkungen von der Blendung noch immer da waren. Der Effekt einer Blendgranate hielt doch nicht für so lange an! Es stimmte sie nachdenklich. Ob es eine verbesserte Art von einer solchen Granate war? Das konnte sie sich jedoch nicht vorstellen. Noch bevor ihr Gegner einen weiteren Angriff ausübte, fiel er zu Boden und zuckte krampfhaft zusammen, bis er nach weiteren Sekunden nur noch regungslos dalag. Überraschung erfasste sie. Langsam hatte sie keine Ahnung mehr, wie sie sich fühlen sollte. Diese ganzen stimmungsverändernden Ereignisse in so kurzer Zeit trieben sie noch in den Wahnsinn.
Sie kniff nachdenklich ihre Augen zusammen und suchte nach einer weiteren Person, die für den Anfall des Sunaninja verantwortlich war, doch sie konnte niemanden weiteres ausfindig machen. Schließlich beschloss sie, es beruhen zu lassen, sie konnte sich später noch die Zeit nehmen, um darüber nachzugrübeln. Doch was ihr ins Auge stach, bevor sie sich ihren Kameraden zuwandte, waren die feinen gelben Linien, die sich durch den ganzen Körper ihres Feindes zogen und von unzähligen Rissen geprägt waren
Als Azarni sich umdrehte, riss sie vor Schreck die Augen auf. Das war unmöglich! Einer der Sunaninja, der von ihrer Explosion zuvor erfasst worden war, war noch am Leben und feuerte mit dem letzten Rest an Kraft einen Windspeer auf Daichi, ehe er seinen Verletzungen letztendlich erlag.
Jede Warnung und Reaktion von dem Dreierteam kam zu spät. Wie in Zeitlupe flog der Speer auf Daichi zu und durchbohrte seine Brust, wo er anschließend verpuffte.
Ein spitzer Schrei entfloh Rais Kehle, als ihr Freund blutspuckend zu Boden ging. Verzweifelt drehte sie ihn auf den Rücken und begann Medizin Jutsus zu nutzen, um sein Leben zu retten.
Azarni hingegen brachte vor Schock keinen Ton heraus. Das doch ein Scherz! Ein ganz mieser! Daichi würde jeden Augenblick aus einem der Gebüsche springen und derjenige, der vor ihnen lag war nur ein Doppelgänger, der sich in wenigen Sekunden auflösen würde!
Doch auch nach Minuten des Wartens blieb die Situation unverändert. Ab und zu vernahm sie das Schluchzen ihrer besten Freundin.
Es war kein Scherz. Es war die grausame Realität, die sie langsam aber sicher einholte. Wie in Trance schritt sie auf ihre Kameraden zu und fiel vor Daichi auf die Knie. Tränen blieben bei ihr jedoch aus. Der Schock saß bei ihr zu tief, blockierte alles. Ihre Empfindung, ihre Gedanken, einfach alles. Sie vernahm lediglich das Schluchzen und Wimmern von Rai wahr.
„Daichi, bleib wach. Du musst bei mir bleiben, hörst du?“ Rais zitternde Stimme brach Azarni innerlich das Herz. Es musste schrecklich sein, jemanden zu verlieren, den man liebte.
„Das… wird schon… wieder“, flüsterte Daichi stockend. Doch Azarni war sich sicher, dass alle wussten, dass es eine glatte Lüge war. Für diesen ewigwährenden Optimismus war Daichi bekannt und niemand würde ihn so schnell nicht vergessen. Er schloss seine Augen, hauchte den letzten Atemzug aus, bevor sein Kopf sich zur Seite drehte.
„Nein, nein, nein, nein! Er darf nicht tot sein! Er ist es nicht! D… das kann nicht wahr sein!“, kreischte Rai und schlug auf den Boden.
Geistig abwesend nahm Azarni ihre Freundin in den Arm. Ihr Blick haftete nach wie vor auf ihren toten Teamkameraden. Auch hier konnte Azarni Anzeichen von diesen feinen gelben Linien mit den Rissen ausmachen. Sie schloss die Augen für einen kurzen Moment und versuchte das brennen zu ignorieren, das noch immer in ihnen waltete. Als sie sie das nächste Mal wieder öffnete, waren sowohl die Linien als auch der Schmerz vergangen…


Azarni schreckte aus ihrer Erinnerung, als jemand einen Arm um sie legte. Sie blickte zur Seite und erkannte Rai, die denselben trauernden Blick in den Augen hatte. Stumm flossen der Lilahaarigen zum ersten Mal vor einer anderen Person die Tränen aus den Augen. Über die Jahre hatte sie herausgefunden, was jene eigenartige Linien zu bedeuten hatten. Nach Jahre langem Schweigen wusste sie, dass sie ihrer Freundin endlich die Wahrheit sagen musste und ihr ein für alle Mal klarmachen, dass sie die Schuld an dem Tod von Daichi trug…

Kommentare (2)

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Ahri Chibara (78641)
vor 78 Tagen
Uhh, vielen dank, für deinen Kommentar! Das freut mich echt zu hören^^ bin also doch nicht komplett eingerostet, was das Schreiben betrifft :D
flammara (36206)
vor 78 Tagen
Das war eine der besten Geschichten die ich je gelesen habe :) mach weiter so