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World of Mystik 27

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2 Kapitel - 3.336 Wörter - Erstellt von: Torden! - Aktualisiert am: 2017-07-31 - Entwickelt am: - 36 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Europa wurde in Stücke gesprengt und Asien steht in Flammen. Nordamerika und Russland sind zu einem gigantischen Waldgebiet verschmolzen. Mittendrin einige Jugendliche, die dem Chaos auf den Grund gehen sollen.
Basierend auf Phyria's MMFF

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    ((bold))Babel((ebold)) Marinas Schrei hallte in seinen Ohren nach. Django fuhr herum und sah den Fluss hinter sich explodieren. Er riss die Augen auf,
    Babel

    Marinas Schrei hallte in seinen Ohren nach. Django fuhr herum und sah den Fluss hinter sich explodieren. Er riss die Augen auf, als die Wasserwand höher und höher stieg und sich am Ufer ausbreitete, bis sie sein gesamtes Gesichtsfeld umfasste. Seine Füße wurden nach unten gerissen und Chloé entglitt seinem Griff.
    Um sich herum hörte Django die anderen erschrocken aufschreien. Das Wasser, das auf dem sie vorher gelaufen waren, strömte zur flüssigen Barriere, hinter der das Feuer seltsame Lichtreflexe warf. Er fiel und versuchte Chloe aufzufangen, bevor sie im Wasser, das noch dort war aufschlug. Hart prallte er mit dem Rücken auf den Fluss.
    Mühsam rappelte er sich auf. Das Wasser war wieder fest geworden und Django war nur wenige Zentimeter eingetaucht. Das reichte jedoch, um seine Kleidung zu durchnässen. Er sah sich wütend nach Marina um, stattdessen blickte er ins zornige Gesicht von Hope, die einem Berg gleich über ihm aufragte.
    „Du solltest sie festhalten!“, fauchte sie ihn an. Sein Herz rutschte ein Stück tiefer in seine Hose, als er bemerkte worauf sie zeigte. Chloé schwebte zwei Meter über dem Fluss in der Luft. Ihre Arme baumelten nach unten, ihre Fingerspitzen berührten die Wasseroberfläche.
    „En-entschuldigung,“ stammelte Django und erhob sich ganz. „Wenn du sie herunterlässt, nehme ich sie wieder.“
    „Pass besser auf sie auf!“, blaffte Hope ihn an. Mit einer lockeren Handbewegung ließ sie Chloé in seine Arme gleiten. Diesmal hielt er sie fester. Seine Wange brannte noch von Kalliks Schlag. Hör einmal auf ein arroganter Idiot zu sein und übernimm Verantwortung!, erinnerte er sich und schnaubte verächtlich. Er hätte auch einfach fragen können.
    Django lief neben Hope über das Wasser und vermied einen Blick nach unten. Übers Wasser laufen: Etwas von dem er nie zu träumen gewagt hatte. Gut, er war schnell, aber er war nie schnell genug hierfür gewesen. Nun lag unter seinen Füßen der nasse Abgrund, verborgen unter einer spiegelnden Oberfläche.
    Chloé war warm, zu warm. Django legte einen Zahn zu und ließ Hope hinter sich. Krankenhaus. Wo ist hier ein Krankenhaus? Er erreichte das Ufer, an dem einige Soldaten mit weit aufgerissenen zwischen ihnen und der Wasserwand hin und hersahen. Sie richteten verunsichert die Läufe ihrer Waffen auf ihn, als er an ihnen vorbeistürmte, doch er war weg, bevor einer von ihnen eine Entscheidung oder ihn traf.
    Django blickte im Laufen über die Schulter. Die Wasserwand ragte bedrohlich hinter ihnen auf. In der Mitte des Flusses kauerte Marina und erhielt alles aufrecht. Die anderen machten sich gerade daran über die Ufermauer zu klettern. Hopes goldblonder Haarschopf stach vor dem dunklen Hintergrund hervor.
    Er kam an eine Kreuzung und blieb schlitternd stehen. Menschen liefen über die Straßen. Zivilisten, keine Soldaten. Ein Großteil der Welt weiß nicht mal, dass wir existieren.Wir verstecken uns im Schatten und versuchen ein normales Leben zu leben, dachte er an Mademoiselle Dupins Worte. Panik würde ausbrechen, wenn die Menschheit plötzlich von uns erführe.
    Chloé war in seinen Armen verrutscht und er rückte sie zurecht, während er einen Passanten antippte. Der alte Mann drehte sich mit großen Augen an, bereit zur Flucht.
    „Krankenhaus?“, fragte Django hastig, „Wo geht es hier zum Krankenhaus?“
    Der Alte antwortete nicht, sondern senkte den Kopf und eilte die Straße hinab. Django fluchte und rannte im normalen Tempo in die entgegengesetzte Richtung weiter. Warum wollte ihm niemand helfen?
    Die Symbole auf den Schildern waren verwirrend. Er sprach kein Koreanisch, geschweige denn konnte Django sie lesen. Seine Eltern hatten zwar darauf bestanden, dass er Mandarin und Russisch lernte, aber er hatte nie großes Interesse an den beiden Sprachen gezeigt. Mandarin ist die am häufigsten gesprochene Sprache der Welt und Russisch ist bei internationalen Geschäften auch nicht zu verachten, hatte sein Vater erklärt und Django war froh, als sich seine Mutter auf seine Seite schlug und seinem Vater ausredete, dass er auch noch Spanisch lernen müsse.
    Langsam aber sicher ging ihm die Luft aus. Chloé war schwer und unhandlich. Seine Füße brannten darauf ihr volles Potential zu entfalten und gerne wäre er ihnen nachgekommen. Doch jetzt waren immer mehr Menschen auf den Straßen unterwegs. Viele von ihnen wirkten verstört und ziellos. Irgendwo zersprang eine Fensterscheibe mit einem Klirren. Polizeisirenen ertönten in der Ferne.
    Die Regierung hat sich entschieden eine halbe Stadt zu zerstören, um die andere Hälfte zu retten. Manchmal muss man Opfer bringen, dachte er und hielt weiter Ausschau. Opfer sind notwendig um ein Ziel zu erreichen, das war die Devise seiner Mutter. So hatte sie mal entschuldigt, weil sie so wenig Zeit für ihn und für die Familie hatte. Ich tue das alles nur, damit wir ein gutes Leben haben.
    Das nächste Straßenschild. Seltsame Buchstaben, seltsame Buchstaben, Kreuz, Zug. Django lief weiter, dann machte er auf dem Absatz kehrt und rannte zum Schild zurück. Kreuz. Krankenhaus.
    Er schleppte Chloé weiter. Die Gebäude um ihn herum wurden pompöser und die Gegend roch förmlich nach Geld. Hier waren weniger Menschen unterwegs, weshalb er sich erlaubte einen Zahn zuzulegen. Die Fenster der Häuser waren verbarrikadiert und vor den Eingängen der hohen Stahlzäune hingen Überwachungskameras. Fast wie zuhause.
    Eine Ecke später stand Django vor dem Krankenhaus. Es war ein großes, hell erleuchtetes Gebäude. Auf dem Platz davor hatte sich eine Menschenmenge gebildet. Die Kleidung von vielen war mit Blut befleckt und einige trugen improvisierte Verbände. Rufe gellten durch die Luft, irgendwo schrie jemand vor Schmerz. Die Massenpaniken in der Innenstadt forderten ihren Tribut.
    Django holte tief Luft und warf sich ins Getümmel. Chloé brauchte einen Arzt und den würde sie auch kriegen. Marina würde ihn umbringen, sollte ihr etwas geschehen. Und Hope auch. Bemüht niemanden auf den Fuß zu treten, drängte er sich vor. Eine alte Frau beschimpfte ihn wüst und irgendwer versuchte ihn wegzuschubsen, doch Django wich mit einer schnellen Bewegung aus. Sollten sie ihn hassen. Das tat ohnehin schon jeder.
    Chloés Kopf stieß gegen den Rücken eines breit gebauten Mannes in Lederkluft. Sie stöhnte leise. Der Mann drehte sich um und Django sah, dass anstelle eines Ohres ein blutiger Stummel seinen Kopf zierte. Er macht, dass er wegkam.
    Vor dem Eingang versuchten einige verzweifelte Polizisten die andrängenden Menschen zu beruhigen und auf Abstand zu halten. Dunkle Ringe prangten unter ihren Augen und Schweiß glänzte auf ihrer Stirn. Die Sperrgitter, die vor ihnen aufgestellt waren, schwankten unter dem Ansturm der Menge.
    Django stolperte nach vorn. Die Polizisten würdigten Chloé und ihn nur mit einem flüchtigen Blick. Für sie waren die beiden nur zwei verängstigte, wütende Gesichter von vielen.
    Seine Füße juckten und Django gab ihnen endlich nach. Er sprintete zu den Gittern und huschte an den Polizisten vorbei. Ihre Bewegungen waren so langsam… Er war durch die Tür, bevor sie überhaupt merkten, dass etwas nicht stimmte.

    Drinnen war es noch schlimmer als draußen. Verletzte Menschen lagen auf Feldbetten oder sogar auf dem Boden. Die Luft war stickig und erfüllt vom Geruch offener Wunden. Stöhnen und Rufe ertönten. Die Klinik glich einem Schlachthof.
    Django wich einer Lache mit Erbrochenem aus, wobei er in einen Arzt stolperte, der mit einem leeren Rollstuhl vorbeisauste. Der Mann in weißen Kittel fluchte auf koreanisch und funkelte ihn wütend an.
    „Wir haben es geschafft, Chloé,“ flüsterte Django. „Sie werden sich bald um dich kümmern.“ Er wusste, dass er log.
    „Hallo?“, rief er, doch niemand beachtete sie. Die Ärzte waren mit anderen Verletzten beschäftigt und die Krankenpfleger wirkten als würden sie selbst gleich zusammenbrechen. Vorsichtig setzte Django Chloé in einer freien Ecke neben einem Mülleimer ab.
    „Rühr dich nicht von der Stelle, klar!“, sagte er streng. Sie sah ihn nur mit diesem glasigen Blick an, der Schauer über seinen Rücken jagte. Hastig drehte sich Django weg und suchte irgendwen, der ihm die Verantwortung abnahm.
    Er fand diese Hilfe in Form einer gestressten Ärztin, die sich in einem ruhigeren Nebengang eine Zigarette gönnte. Sie war in den mittleren Jahren, trug ihre schwarzen Haare in einem unordentlichen Pferdeschwanz. Ihr Mundschutz baumelte um ihren Hals, während sie mit geschlossenen an der Zigarette zog.
    Nicht gerade das, was ich in einem Krankenhaus erwartet habe, dachte Django. Aber was soll‘s? Dieser Ort ist der Krankheitsherd Nummer 1 in Seoul. Da macht eine Zigarette auch nichts aus.
    Er fuhr sich durch die Haare und strich sich über die Kleidung. Dann setzt er ein verzweifeltes Lächeln auf und trat an die Ärztin heran. Dr. Seonu las er auf ihrem Namensschild.
    „Bitte,“ sagte Django flehentlich und mit französischen Akzent. Frauen mochten den französischen Akzent. „Bitte, meine Freundin… Sie braucht Hilfe.“
    Dr. Seonu schlug die Augen auf und sah ihn genervt an. „Hier brauchen alle Hilfe,“ murmelte sie entnervt und massierte sich die Schläfen. „Und ich wollte einfach nur zwei Minuten Pause machen.“
    „Bitte,“ wiederholte Django. „Ich verstehe, dass Sie im Stress sind, aber werfen Sie einfach nur einen Blick auf Sie.“ Er sah betreten und traurig auf seine Schuhe.
    Der Blick der Frau wurde weicher und sie drückte ihre Zigarette an der Wand aus. „Wo ist sie?“
    „Gleich dort drüben,“ strahlte Django und führte sie ins Foyer.

    Chloé war in sich zusammengesackt und wieder bewusstlos. Django war froh darüber. So musste sie nämlich nicht miterleben wie Dr. Soenu den eitrig Verband öffnete. Gestank schlug ihnen entgegen und Django wandte den Blick ab. Er wollte das nicht sehen.
    Dr. Soenu zog scharf die Luft ein, ähnlich wie sie es mit der Zigarette getan hatte. „Wie ist das passiert!“, fragte sie ihn bemüht ruhig.
    „Wir waren draußen unterwegs und ein Molotow-Cocktail traf sie am Arm,“ log er.
    „Das war kein Cocktail,“ murmelte die Ärztin und brüllte dann irgendwelche koreanischen Kommandos in den Saal. „Mach dir nicht zu viele Hoffnungen,“ sagte sie dann zu Django.
    Ihre Worte trafen ihn wie ein Schlag in die Magengrube. Kallik hatte ihnen erzählt, dass es schlimm war, aber hier zwischen den Verletzten, zwischen den Sterbenden brach die grausame Realität über ihn herein.
    Er hatte nicht um Aaron getrauert. Dafür kannten sie sich nicht gut genug. Sie hatten sich beim Training oder im Gang getroffen. Aber Freunde waren sie nicht gewesen. Aaron war zu stur gewesen, um eine sich richtig mit ihm zu unterhalten.
    Bei Tayo war es etwas anders gewesen. Sie hatten sich ein Zimmer geteilt und Tayo war ihm mit seiner Neugier auf die Nerven gegangen. Er hatte ihm erklären müssen wie eine Dusche funktionierte! Sein madagassisches war grausam gewesen. Von seinen nicht vorhandenen Englischkenntnissen ganz zu schweigen. Trotzdem hatte er den Jungen irgendwie ins Herz geschlossen. Doch auch er war tot…
    Der selbe Arzt wie vorhin stürmte gefolgt von einer Krankenpflegerin heran. Sie hievten Chloé in einen Rollstuhl – bestimmt der selbe wie vorhin – und fuhren sie weg. Django folgte ihnen zwischen den Patienten hindurch, bis zu einer Stahltür. Dahinter befand sich ein OP-Tisch, doch als er den Ärzten folgen wollte, hielt ihn Dr. Seonu zurück: „Wir können dich da drinnen nicht gebrauchen. Warte vor der Tür auf deine Freundin.“
    „Aber...“
    „Bleib draußen!“, befahl sie mit strengem Nachdruck.
    Meine Freundin. Wenigstens das hat Sie mir abgekauft, dachte Django und seine Gedanken schweiften zu Hope, als er sie das erste mal während Cummingfields Ansprache gesehen hatte.
    Er glitt an der Wand hinab, als die Tür vor ihm zuschlug. Warten. Etwas das ihm schwer fiel. Unruhig spielte er mit einer Silberkette und wippte mit den Füßen auf und ab.
    Wo die anderen jetzt wohl sind?, fragte er sich, Sie haben es über den Fluss geschafft, aber sind sie an den Soldaten vorbeigekommen? Die Welt weiß jetzt, dass wir existieren.
    Djangos Gedanken drifteten zu dem Tag, an dem er herausgefunden hatte, dass etwas mit ihm nicht stimmte. Es war sein erstes Jahr an der Middle School gewesen. Es war eine teure Privatschule auf die nur Kinder aus gehobenen Familien gingen. Wie jeden Sommer fanden die Klassenmeisterschaften statt und Django war ziemlich nervös gewesen. Er mochte Laufen, aber er war nicht sonderlich gut darin. Im Sportunterricht waren die anderen Kinder immer schneller als er gewesen.
    Die Bahn lag rot und unfassbar lang vor ihm. Neben ihm hockte ein anderer Junge – Gabriel – in Startposition. Djangos Herz schlug bis zum Hals. Gabriel war gut, wirklich gut und er war schlecht. Er würde sich blamieren.
    Der Startschuss ertönte und vor Nervosität verpasste Django es loszurennen. Erst als er ihn der Junge hinter ihm anstupste, sprintete er los. Gabriel hatte bereits einen großen Vorsprung, doch zu seiner Überraschung schmolz der Abstand zwischen ihnen dahin. Django überholte ihn mit Leichtigkeit und verwirrter Freude. Kopfschüttelnd notierte sich sein Sportlehrer das Ergebnis.
    Erst später erfuhr er, dass er den Rekord seiner Jahrgangsstufe gebrochen hatte. Und von der darüber. Und von der darüber.
    Immer öfters passierten ihm diese plötzlichen Geschwindigkeitsanfälle. Hinter vorgehaltener Hand begannen die Lehrer zu tuscheln, dass die Schule wohl ein großes Lauftalent hervorbringen würde. Doch Django wusste, dass es nicht normal war und er wusste er konnte noch schneller sein.
    Und eines Tages fasste er sich ein Herz. Seine Eltern waren beide geschäftlich unterwegs, die Hausangestellten achteten kaum auf ihn. Er war in den Garten geschlichen und gerannt. Viel zu schnell erreichte er die Grundstücksgrenze.
    Seine kleinen Laufausflüge blieben aber nicht so geheim wie er gedacht hatte. Eines Abends hörte er seine Eltern hinter verschlossener Tür streiten. Sein Vater warf seiner Mutter vor, dass Djangos „Verhalten“ daher käme, dass sie während der Schwangerschaft noch Sicherheitsinspektionen in den Raffinerien und in den wissenschaftlichen Einrichtungen vorgenommen hatte. Sie wies diese Vorwürfe von sich.
    Seitdem vermied Django es schnell zu laufen, während andere dabei zusahen. Die Aufregung der Sportlehrer legte sich. Seine Eltern warfen ihm ab und zu noch seltsame Blicke zu, aber sie stritten nicht mehr. Zumindest nicht über dieses Thema. Und in Django keimte die Frage, was er eigentlich war.

    Irgendwann hielt er es nicht mehr aus und er ging im Gang auf und ab. Die Stahltür schluckte jedes Wort, das im OP-Saal gesprochen wurde. Von draußen drangen noch immer Rufe ins Gebäudeinnere. Irgendwann war ein Schuss gefallen und es blieb für eine Weile ruhig, doch jetzt begann der Andrang an den Türen wieder.
    Wo blieben die anderen? Sie würden nach ihm suchen und so viele Krankenhäuser konnte es nicht geben. Außerdem hatten sie Newt.
    Django gelangte an ein Treppenhaus und sah nach oben. Vom Dach oder einer höheren Etage könnte schauen, was in der Stadt los war. Er stieg an einigen leichter verletzten Patienten und Krankenhausmitarbeitern vorbei, die gerade eine kurze Pause einlegten. Einige von ihnen schliefen von der Erschöpfung übermannt auf den Stufen. Er hätte sich ihnen gerne angeschlossen.
    Nach gefühlten 15 Stockwerken endete die Treppe. Auch hier in der letzten Etage lagen Verletzte in Krankenbetten auf den Fluren. Django schob sich an ihnen vorbei und vermied sie näher zu betrachten. Am Ende des Ganges gab es ein Fenster.
    Was er sah, verschlug ihm die Sprache.
    Der Fluss lag dunkel und ruhig zu seinen Füßen. Hier und da ragten noch einige Brückenpfeiler aus den Fluten.Nordseoul war hinter Rauchwolken verborgen, doch nirgendwo sah er Feuer flackern. Werder das kräftige Orange des Napalms, noch das unheimliche Blau des Geisterfeuers. Kallik hatte es tatsächlich geschafft.
    „Man könnte fast glauben, dass jetzt alles gut würde,“ verkündete eine kratzige Stimme neben ihm. Django fuhr herum und sah ins vertraute Gesicht von Beißer. Der kleine Mann stützte sich auf zwei Krücken und ein Verband wand sich um seinen Kopf.
    „Wie meinen Sie das?“, fragte Django perplex. Zu etwas anderen fühlte er sich nicht in der Lage.
    „Euer Freund hat es hier in Seoul und in der umliegenden Gegend geschafft, aber Nordkorea ist komplett zerstört und das Feuer wütet auch in Teilen Chinas. Sie werden es aufhalten, aber nicht löschen können,“ erklärte Beißer und humpelte neben ihn. „Am Himalaya wird es zum Stillstand kommen und an der Wüste Gobi. Aber alles dazwischen wird zerstört werden, wenn sie nicht schnell eine Lösung finden.“ Seine Augen glitten über den Fluss in die Ferne.
    „Warum erzählen Sie mir das?“, rief Django ein wenig zu laut und senkte sofort wieder seine Stimme. „Sie wollten uns töten.“ Er wich einen Schritt zurück.
    „Ich sollte euch zu Satori Industries zurückbringen. Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, mehr über unsere Fähigkeiten herauszufinden, wenn die Menschheit eine Chance haben soll. Aber ja, es wäre wohl auf euren Tod hinausgelaufen,“ erwiderte Beißer und starrte weiter in den Rauch.
    „Aber jetzt werden Sie uns nicht mehr ausliefern,“ stellte Django fest. „Etwas hat Sie dazu gebracht Ihre Meinung zu ändern. Schließen Sie sich ATLAS an und helfen Sie uns gegen all das.“ Er machte eine umfassende Geste über das Chaos vor dem Fenster.
    „ATLAS,“ schnaubte Beißer. „ATLAS trägt genauso viel Schuld an allem wie SIA.“
    Django reagierte selbst für seine Verhältnisse schnell, als er zur Seite sprang. Dennoch schoss ein stechender Schmerz seine Brust hinauf, dort, wo Beißer ihn angesehen hatte. Beißer drehte sich um und humpelte so schnell es die Krücken zuließen zur Treppe. Django stoppte ihn, bevor er auch nur fünf Meter weit kam.
    „Netter Versuch,“ keuchte er mit schmerzender Lunge.
    „Ich werde niemals freiwillig zu ATLAS gehen. Weder als Verbündeter noch als Gefangener,“ keuchte Beißer seinerseits, wehrte sich jedoch nicht, als Django ihn mit einem Streifen Bettlaken fesselte. Er hatte wohl eingesehen, dass er mit Krücken kaum vor ihm fliehen konnte.
    Gemeinsam saßen sie vorm Fenster und hielten Ausschau. Die anderen werden kommen, dachte Django. Sie werden wegen Chloé kommen und vielleicht auch wegen mir.
    Wonach Beißer suchte, konnte er nicht sagen.

    2
    Suche noch nach einem besseren Titel, vielleicht hat ja jemand eine Idee.

    Über konstruktive Kritik, Anregungen und Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen. Hier ist noch einmal der Link zum Original: http://www.testedich.de/quiz40/quiz/1458904529/World-of-Mystik-MMFF

article
1501344555
World of Mystik 27
World of Mystik 27
Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Europa wurde in Stücke gesprengt und Asien steht in Flammen. Nordamerika und Russland sind zu einem gigantischen Waldgebiet verschmolzen. Mittendrin einige Jugendliche, die dem Chaos auf den Grund gehe...
http://www.testedich.de/quiz49/quiz/1501344555/World-of-Mystik-27
http://www.testedich.de/quiz49/picture/pic_1501344555_1.jpg
2017-07-29
40B0
Fantasy Magie

Kommentare (22)

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Aquila ( von: Aquila)
vor 31 Tagen
Schönes Special, Muria. Großes Lob an dich!
Lili (50367)
vor 32 Tagen
Boa Ey ich mag das nicht bin erst acht
Muria ( von: Murialana)
vor 32 Tagen
Ja, ich weiß, und das braucht dir auch nicht leid zu tun
torden ( von: torden!)
vor 32 Tagen
Hab damals eben nicht viel dazugefunden und irgendwo stand es dann als Abkürzung von Lapislazuli.
torden ( von: torden!)
vor 32 Tagen
Ich ändere das jetzt. Tut mir leid, wenn das jetzt unhöflich klingt, aber ich finde es nicht so nett, dass du es mir erst jetzt sagst und dann auch noch auf diese Art. Das hätte man gleich richtig stellen können und nicht erst über ein halbes Jahr danach als Überprüfung.
Muria ( von: Murialana)
vor 32 Tagen
@Torden: keine Ahnung, vielleicht wollte ich einfach, dass du es selbst herausfindest....

@Kalypso: Danke
Kalypso (03087)
vor 32 Tagen
Wirklich schön geschrieben. Respekt
torden! ( von: torden!)
vor 32 Tagen
Da ich dieses Lob nicht nochmal hinkriege und du es bereits gelesen hast, bekommst jetzt einfach nochmal ein "Gut gemacht" xD

Meinst du die Bedeutung von Lapis Namen?
Und warum hast du es nicht damals beim Perso-Test gesagt?
Muria ( von: Murialana)
vor 33 Tagen
Ok, was ist jetzt passiert?
Zurück zum Fehler beim Lapis-Special: Es handelt sich um einen kleinen Fehler, den du bei einem WoM-Persönlichkeitstest gemacht hast.
torden ( von: torden!)
vor 68 Tagen
Vielen lieben dank. Es freut mich immer neue Leser für WoM begeistern zu können.
.«Gamer-Bär». (00027)
vor 69 Tagen
Ich liebe diese Geschichte, und dein schreib stiehl ist genial und super schön ^^
torden ( von: torden!)
vor 69 Tagen
Danke :)
Muria ( von: Murialana)
vor 69 Tagen
Für alle, die WoM 25 auf dem Smartphone lesen und Kalliks Gedankengang in kursiv nicht lesen können:

IchhabdieKontrolle.
EsdarfnichtüberdenFlussgelangen.
Dasistneu.
MarinaChloéJosiahCarolSolHopeNewt
RheaDjangoLéandraTayo.
NeinnichtTayo.Tayoistfort.Verbrannt.Tot.
Dingedienichthättenpassierendürfen.


Ich hätte mir die Absätze so gern erspart, aber so geht es halt sicher für alle zu lesen.
torden ( von: torden!)
vor 78 Tagen
Danke, auch wenn es sich furchtbar anfühlt sich dafür zu bedanken.
Hillory (40141)
vor 78 Tagen
Ich habe noch nie so etwas schönes gelesen. Der Text über Phyria ist echt klasse.
torden (17672)
vor 379 Tagen
Ich habe es dennoch geändert.
torden! (81341)
vor 401 Tagen
Danke für den Hinweis, ist mir gar nicht aufgefallen.
Lapis (74838)
vor 402 Tagen
Logisch gefällt es mir. Das einzige, was wirklich nicht so ...schön. ... ist, ist, dass sowohl Hannah als auch Lapis "Du bist wach" sagen. Das braucht ihr aber nicht ändern, ich reagiere überempfindlich auf Wiederholungen
torden (25791)
vor 406 Tagen
Danke Lapis, hoffentlich gefällt dir die Darstellung deines Charakters.
Lapis (26629)
vor 407 Tagen
Ihr schreibt mega! Die Spritze gefällt mir XD