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Der Geist im Schatten

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2 Kapitel - 960 Wörter - Erstellt von: A.Rey - Aktualisiert am: 2017-07-30 - Entwickelt am: - 113 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

"Glaubst du an Geister? Ich schon, vielleicht noch nicht lange, aber lang genug um zu wissen das es sie gibt."

Reyna ist gerade einmal 15 als sie das erste mal anfängt an Geister zu glauben und versucht die Geheimnisse ihres Seins zu lüften. Unterstützung bekommt sie von jmd den sie so wohl nicht erwartet hat, aber was erwartet man schon in einer Geschichte voller Geheimnisse, die alle darauf warten gelöst zu werden?

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    ALLES AUF ANFANG


    Vor einem Jahr saß ich noch auf der Straße und teilte mir das nächtliche Feuer mit anderen vergessen Menschen, die weder Familie noch Heimat hatten. Ich hatte zu mindestens noch das Glück zu den Seelen zu gehören, denen ein Name hinterlassen wurde. Meine Erinnerung woher ich diesen Namen hatte ging mir zwar schon lange verloren aber wenigstens wusste ich diesen einen Fakt über mich -Reyna- und daran musste ich mich festhalten den mehr hatte ich nicht. Und so teilte man sich jeden Abend die Wärme mit einer anderen namenslosen Familie. Wir erzählten uns an solchen Nächten oft Geistergeschichten, die damals noch keiner glaubte, dennoch war es das einzige was uns kleinen Leuten noch vergönnt blieb und das einzige was uns Hoffnung schenkte. Das mag jetzt alles sehr einfach klingen, jedoch kroch der Tod Leuten wie uns immer schneller hinterher als sonst jemandem, vor allem wenn die Tage kürzer wurden und ein kleines Feuer nicht mehr ausreichte. Die meisten Seelen wurden dann von der Kälte zerfressen, andere verhungerten einfach nur. In all den Jahren zuvor hatte ich es immer irgendwie geschafft dem Tod zu entgehen. Dieses Mal aber viel ich dem eisigen Wetter zum Opfer und so lag ich da, wie schlafend auf dieser einen Bank, die Lippen blau vom Frost und mit Schneeflocken in den Haaren die sich darin verfangen hatten. Mein Körper schien tot aber ich selbst hörte noch meinen schweren Atem der immer langsamer wurde solang bis ich endgültig das Bewusstsein verlor. Und dann kam er ins Spiel. Link. Damals ein stattlicher, warmherziger junger Mann und wohl der Einzige der sich um so einen schockgefrosteten Menschen wie mich kümmerte. So tot konnte ich dann also doch nicht ausgesehen haben, denn er nahm mich mit zu sich nach Hause, wo er weder Tags noch nachts nicht von meiner Seite wich ehe ich aufwachte. Als ich endlich erwachte sah ich direkt in den Ozean den Links Augen wiederspiegelten und ich fühlte das erste Mal eine Wärme in mir die mir völlig fremd war. Ein eigenartiges Gefühl machte sich in mir breit und die Stille die uns umwarb machte das Ganze auch nicht besser. Es dauerte noch eine Weile ehe sich einer von uns sich traute etwas zu sagen.,, Wie geht es dir?" fragte er schließlich sanft. Ich wollte antworten, doch wie sehr ich auch versuchte meine Lippen in Gang zu bringen, es gelang mir nicht. Immer wieder versuchte ich etwas zu sagen aber mir entkam kein Ton, nicht einmal einen Laut bekam ich heraus. Nein das konnte doch nicht sein! Man kann doch nicht einfach so stumm werden!

    Oh doch man kann... Wow da steht man kurz davor mit dem Tod zu gehen und dann kommt mich das Leben zurückholen und vergisst dann meine Stimme mitzunehmen. Vielen Dank an dieser Stelle an mein Leben!

    So viel ich innerlich auch fluchte, es half mir am Ende ja doch nichts und ich sollten lieber dankbar sein dass mich dieser Mann gerettet hat. Trotzdem die Wärme die ich kurz zuvor noch empfand war wie weggeblasen und stattdessen durchfloss mich eine Kälte die mein Herz zum Erstarren brachte. Mein ganzer Körper war wie gelähmt während sich die Tränen in meinen Augen sammelten und ich Link verzweifelt anschaute. Der verstand sofort was los war und ohne zu fragen oder lange zu zögern, zog er mich an seine Brust und legte seine Arme wärmend um mich, während ich meine Tränen nicht mehr halten konnte und ich spürte wie mir tausende Wassertropfen über die Wangen liefen bis sie von Links Hemd wieder aufgesaugt wurden. Sein ganzes Hemd musste wohl komplett nass gewesen sein so wie ich weinte, aber es schien ihm nichts auszumachen. Auch wenn wir uns nicht kannten bei ihm fühlte ich mich das erste Mal wirklich geborgen. Noch immer hielt ich mich an seinem, inzwischen nassem, Hemd fest, als er seinen Kopf stützend an meinen lehnte und anfing leicht hin und er zu schwanken um mich zu beruhigen und immer wieder sagte er dabei leise:,, Es wird alles gut, es wird alles gut...."

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    Das war also die Situation vor 12 Monaten: Das arme erfrorene Mädchen wurde von einem Mann gerettet der genug Mitleid hatte!
    Wenn ich das so sage klingt es noch erbärmlicher, aber in diesem Jahr ist viel passiert. Link ist mir mehr als alles andere ans Herz gewachsen und er ist so was wie mein großer (heißer) Bruder. Ich bin zwar stumm aber er versteht mich, auch wenn er vielleicht der einzige ist der das tut. Zusammen wohnen wir in seinem Anwesen, ein etwas älteres Haus mit 3 Etagen -eigtl viel zu groß für 2 Personen- .

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