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Geheimnisse einer Waldläuferin

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8 Kapitel - 34.681 Wörter - Erstellt von: Sarah Laureen - Aktualisiert am: 2017-08-20 - Entwickelt am: - 1.303 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 2 Personen gefällt es

Die scheue und zurückhaltende Taryel hat in ihrer Vergangenheit schreckliche Dinge erlebt. Für sie war es ein Wunder, das sie sich in den charmanten Elbenprinzen Legolas verliebte - und die Welt ging unter als sie bemerkte, das sein Herz auch einer anderen gehört. Nachdem ihr Herz gebrochen wurde schwor sie sich nie wieder zu lieben. Aber die Reise mit den Gefährten konfrontiert sie nicht nur mit alten Gefühlen sondern auch mit ihrer unbekannten Vergangenheit. Wie wird sie sich entscheiden?

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Prolog: Die Liebe einer Waldläuferin
Ein zartes Streicheln weckte mich. Zufrieden genoss ich die Berührung und die Wärme des Körpers, der halb über mir lag. Nein Augen aufmachen kam nicht infrage. Der Moment war einfach zu schön. Ich hörte das Zwitschern von Vögeln und das Atmen meines Geliebten. Er hatte sich dieses Mal also nicht zurückgeschlichen. Normalerweise erwachte ich weil mir kalt und er weg war. Dieser Elb war besser als jede gefütterte Decke was die Körperwärme betraf. Von seinen anderen Qualitäten würde ich mit meinen noch halbschläfrigem Hirn allerdings nicht anfangen zu schwärmen. Wenn ich „aufwachte“, würde er sich mit einem bedauernden Lächeln verabschieden und ein neuer Tag des Versteckspiels würde beginnen. Bisher hatte noch niemand herausgefunden, dass er und ich zusammen waren. Was Thranduil wohl tun würde, wenn er herausfand, das seine Beraterin und Botschafterin mit seinem Sohn eine Affäre hatte? Immerhin war er der Meinung, Legolas müsse eine politisch vorteilhafte Ehe mit einer Elbin von königlichem Geblüt heiraten. Vernunftehe. Wie kaltblütig. Nur leider für Adlige nur allzu normal. Ich machte mir keine Hoffnungen, meinen Lieblingselben heiraten zu können. Das hinderte mich nicht daran von der Möglichkeit zu träumen. Irgendwann würde unsere Affäre ein Ende haben und er würde eine reiche, kühle und hochnäsige Elfenprinzessin heiraten. Darauf freute ich mich nicht. Tatsächlich war ich auf die Unbekannte eifersüchtig. „Wach auf, mein Engel.“ Mit einem Seufzen wandte ich den Kopf ab und murmelte etwas Unverständliches, damit er nicht merkte, dass ich hellwach war. Er begann leise zu lachen. Der Klang vibrierte durch meinen Körper und stellte interessante Dinge an. Ach wie sehr ich ihn und unsere verbotene Liebe genoss. „Hey Schläferin, willst du dein Frühstück oder einen Übungskampf.“ Was meinte er mit Übungskampf? Wenn er eine Kitzelattacke starten wollte wie gestern fand ich das nicht lustig. „Du tust nur so als ob du schläfst.“ Ich öffnete die Lider einen schmalen Spalt und blickte in sein lächelndes Gesicht. Sanft streichelte ich seine Wange und staunte einmal mehr über die Perfektion der Elben. Noch immer konnte ich kaum glauben, das er meine Gefühle erwiderte und wir wenn auch im geheimen ein Paar waren. „Konntest du nicht mehr schlafen Schatz?“ Immer noch lächelnd beugte er sich hinunter, bis unsere Gesichter nur noch wenige Zentimeter trennten. „Ich wollte mit dir ausreiten Taryel und nachher ein wenig üben. Du hast an Schnelligkeit eingebüßt.“ Er spielte auf unser letztes Training an, das sehr stürmisch und leidenschaftlich im See geendet hatte. Ich hatte scherzhaft gesagt, dass er im Falle seines Sieges einen Wunsch frei hätte. Tja, Legolas hatte das genügend angespornt um mich zu ärgern, besiegen und anschließend in den See zu werfen. Lange trocken war er allerdings nicht geblieben. Dabei hatte ich mir nichts Böses gedacht als er auf den Ausflug zum See bestand. Aber statt Romantik erwartete mich ein unfreiwilliges Bad. Wenigstens war es nachher doch noch zur Romantik gekommen. Ich musterte ihn leicht misstrauisch. Irgendetwas heckte er aus. Dieses Glitzern in den Augen kannte ich nur zu gut.
„Was hast du vor? Wenn es wieder ein unfreiwilliges Bad wird musst du entweder auf dem Boden oder in deinem eigenen Bett schlafen. Alleine.“ Er küsste mich. Zufrieden genoß ich die Zärtlichkeit und die wieder aufflackernde Lust ehe ich den Kuss abbrach und ihn streng musterte. „Versuch nicht mich abzulenken Liebling. Ich meine es ernst. Wir haben gesagt, dass wir unsere Beziehung geheim halten. Dein Vater würde dich wahrscheinlich zwangsverheiraten und mich verbannen wenn er die Wahrheit wüsste. Ich konnte ihm schon das letzte Mal nicht glaubhaft erklären warum meine Haare nass waren und ich so viel gegessen habe.“ Dieses Lügen ging mir zwar auf die Nerven, aber es musste sein. Thranduil konnte ich einfach nicht belügen weil er mich schon so lange kannte genauer gesagt seit meinem zwölften Lebensjahr. Ich war hauptsächlich hier aufgewachsen und Legolas stets als Freund gehabt. Wer hätte gedacht, dass mehr daraus werden könnte? Ich ganz sicher nicht. Er hatte viele Verehrerinnen und früher hatte ich mir einen Spaß daraus gemacht, sie gegeneinander auszuspielen, bis Legolas meinem Treiben ein Ende setzte. Für mich war er jahrelang nur ein Freund gewesen, mit dem ich lachen konnte und viel unternahm. Er hatte mich sogar persönlich ausgebildet und zu seinem Leidwesen hatte ich sehr schnell gelernt. Ich liebte meinen Bogen und den Dolch den er mir zu meinem sechzehnten Geburtstag geschenkt hatte. Sie leisteten mir immer noch hervorragende Dienste.
Legolas bedeckte derweil meinen Hals mit Küssen. Eindeutig, er hatte vor mich abzulenken und ich genoss seine Versuche, aber wir mussten diese Diskussion jetzt führen. Also tat ich das, was ich eigentlich hasste, nämlich meinen Liebsten davon abhalten mit mir zu schlafen. Ich umfasste seinen Kopf und zog ihn streng zu mir nach oben. „Legolas Thrandullion! Wir müssen reden.“ Er seufzte und musterte mich verlangend. Sein Blick streifte so sengend und zärtlich wie seine Hände sonst über mich. Obwohl mein Gesichtsausdruck kühl blieb musste mein Körper mir einen Strich durch die Rechnung machen. Natürlich. Wenn ich vernünftig sein musste war er mir keine große Hilfe. Gütige Valar.
Mein verräterischer Körper reagierte und rieb sich provozierend an ihm. Es half mir nicht wirklich weiter, dass ich seine Erregung an meiner Hüfte spürte. Wieder flammte dieses Feuer auf, das immer dann, wenn wir uns berührten oder Blicke austauschten auszubrechen drohte. Nur leider waren unsere Prioritäten für die Tage anders als für die Nächte. Seine geschickten Hände glitten über meinen Körper. Ich konnte in seinen Augen erneut dieses Glitzern sehen. Gütige Valar. Er machte es mit Absicht. Hilfe! Unvernünftige Elben waren einfach schrecklich. Auch wenn ich es normalerweise genoß, wenn dieser sonst so beherrschte Elb in meinen Armen ein wenig die Kontrolle verlor.
„Ich will nicht.“ Meinte er und knabberte an meiner Unterlippe. Die leichten Schmerzen linderte er zärtlich mit seiner Zunge. Eindeutig, dieser Elb war verboten verführerisch. Besonders dann, wenn wir beide vernünftig sein mussten. „Warum bleiben wir nicht einfach den restlichen Tag im Bett?“ Oh verdammt. Die Verlockung war groß, aber man würde nach uns suchen und dann würde unser schönes Geheimnis auffliegen. Wenn ich nur daran dachte, das Tauriel uns erwischen könnte schauderte ich. Thranduils Reaktion wollte ich mir nicht vorstellen. So ungern ich mich jetzt auch der personifizierten Verführung widersetzte, wir hatten beide unsere Verpflichtungen und Aufgaben. Wenigstens die Nächte gehörten uns. Bis dahin würden wir halt durchhalten müssen. So wie immer. Ich stemmte die Hände gegen seine Brust und schuf ein wenig Abstand. „Du weißt sehr gut, dass es nicht geht. Wir haben Verpflichtungen denen wir nachkommen müssen – du als Prinz und ich als Beraterin. Wenn wir nicht kommen werden sie uns suchen und begreifen, was wir sind.“ Er schmollte. Anbetungswürdig dieser Elb. Eine süße Gefahr für meinen Seelenfrieden. Ich setzte mich auf und versenkte meine Finger in die seidigen Haare, spielte mit den Strähnen. Zärtlich sah ich ihn an. „Für die anderen sind wir lediglich Freunde. Willst du das Schicksal etwa herausfordern?“
„Was würdest du tun, wenn ich mit ja antworte?“ Abwartend beobachtete er mich. Auf der einen Seite freute ich mich zwar, dass er bereit war zu mir zu stehen, aber auf der anderen Seite sah ich die Gefahr die diese Bereitschaft im Zusammenhang zu Thranduil mit sich brachte . Er prägte sich aufmerksam wie immer jede Reaktion ein. Ich seufzte leise.
„Legolas.“ Warum musste ich den Part der Vernunft übernehmen! Die undankbare Rolle. „Ich liebe dich und ja ich wäre glücklich, wenn wir offen als Paar zusammen sein könnten – aber machen wir uns nichts vor: man würde mich nie an deiner Seite akzeptieren. Du bist ein Prinz und ich eine Waldläuferin die zur Beraterin wurde. Ich bin hier aufgewachsen. Wir beide als Freunde werden akzeptiert. Aber als Paar? Nein.“
„Was haben die nur für ein Problem! Du bist mutig, stark, klug, eine ausgezeichnete Kämpferin und sehr erfolgreich als Beraterin des Königs. Ich bin ein Prinz – kann ich mir nicht meine eigene Frau aussuchen? Warum müssen wir uns in der Öffentlichkeit verstecken?“ Die leidenschaftliche Verzweiflung rührte mich. Ich lächelte traurig und streichelte liebevoll seinen Rücken. Mir ging es ja genauso. Nur das ich nicht die privilegierte Rolle eines Prinzen bzw. einer Prinzessin hatte. Was bedeutete, das ich zwar nicht zwangsverheiratet, aber verbannt werden könnte. Wir durften uns der Realität nicht verschließen. So gern ich es auch täte. Ich liebte meinen Prinzen aber Ich wollte nicht, dass er wegen mir zu Schaden kam. Wenn es sein musste würde ich ihn freigeben. „Sie würden mich verachten oder über dich spotten.“
„Sollen sie doch! Mir ist es gleichgültig! Aber ich kann und will dich nicht verlieren. Ich liebe dich Taryel. Du wirst mich nicht los und ich lasse dich nicht gehen. Nicht ohne mich.“ Es brach mir das Herz ihn so zu sehen und diese Worte zu hören. Denn ich wusste, dass egal wie sehr wir es uns wünschten, wir niemals offiziell zusammen sein konnten.
Zärtlich küsste ich ihn ehe ich mich aus seinen Armen befreite und aufstand. Er murrte leise als ich mich anzog. Seine Blicke ruhten auf mir. „Komm zurück ins Bett, Liebste. Ich bin noch nicht fertig. Lass sie noch ein wenig warten.“ Ich lächelte. „Sie werden einen Suchtrupp schicken wenn du dich nicht beeilst mein Prinz.“ Er murrte leise. „Tauriel kann alleine auf Spinnenjagd gehen. Ich will dich nicht aus den Augen lassen.“ Wie süß. Aber leider würde das nicht funktionieren. Geschickt flocht ich meine knielangen silberblonden Haare zu einem dicken Zopf, schlüpfte in eine Seidentunika mit goldenen Blattstickereien und Leggins ehe ich meine geliebten Stiefel anzog. Zufrieden mit meinem Erscheinungsbild drehte ich mich zu ihm um. Er saß auf dem Bett und betrachtete mich aufmerksam. „Ich werde da sein, wenn du zurückkommst, keine Sorge.“
„Warum kommst du nicht mit mir?“ Weil Thranduil das erstens nicht erlaubt hätte und ich zweitens befürchtete, das meine Anwesenheit meinen geliebten Elben in Gefahr brachte. Also schüttelte ich nur den Kopf. „Taryel, bitte bleib bei mir.“ Tief atmete ich durch und musterte ihn knapp. „Schatz, wir haben zu tun und auch du solltest dich langsam anziehen.“
Um mich nicht ablenken zu lassen von dem nackten Elben in meinem Bett ging ich zu meinem Balkon und genoss die Luft auf meinem Gesicht. „Warum musst du ausgerechnet bei den unpraktischen und nervenden Dingen vernünftig sein?“ Maulte er. Ich hörte wie er aufstand und sich rasch ankleidete. Er musste sich beeilen, wenn er nicht beim Verlassen meines Zimmers erwischt werden wollte. „Hoffentlich hält Vater dich nicht allzu lange fern von mir. Ich will nicht bis spät in die Nacht auf dich verzichten müssen.“ Sehr besitzergreifend der Herr. Schmunzelnd drehte ich mich zu ihm um. Ich liebte ihn und das würde sich kaum ändern.
„Nun geh schon. Tauriel wird sich schon fragen wo du bleibst. Geh Spinnen jagen und komm gesund zu mir zurück.“ Er lächelte mich an und schlang die Arme um mich. Zufrieden schmiegte ich mich an ihn. Legolas küsste mich frech auf die Nasenspitze ehe er an meiner Unterlippe knabberte. „Ich verspreche es. Und du wartest bitte auf mich, Liebling. Ich will dir heute Abend etwas zeigen. Etwas Einzigartiges, was dir gefallen wird.“ „Ich werde warten. Pass auf dich auf und mach keine Dummheiten.“
„Wie Ihr wünscht Mylady.“ Tsts. Als ob ich je eine Lady sein würde.
Sanft schob ich ihn aus meinem Zimmer und atmete tief durch. Es würde schwer werden meine Gefühle vor allen zu verstecken. Langsam begann ich zu glauben, das Thranduil uns längst durchschaute aber ein kleines Spielchen mit mir spielte. Wahrscheinlich nahm er das Ganze nicht ganz so ernst, weil ich so viel jünger als Legolas und hier aufgewachsen war. Der Vorteil daran Vermittlerin zwischen den Waldläufern und den Düsterwald – Elben zu sein, waren die Reisen. Meine Aufenthalte hier waren so mit zeitlich begrenzt und ich hatte keine Probleme mit der Gesellschaft.
Bei Legolas fühlte ich mich ganz und geliebt. Ein Gefühl, das ich oft genug vermisste wenn ich mich von ihm trennen musste. Vielleicht würde ich ja eines Tages gänzlich bei ihm bleiben können. „Auf in den Kampf.“ murmelte ich leise und brach zu der großen Thronhalle auf. Thranduil blickte mir mit einem etwas gezwungenen Blick entgegen. „Ah, Taryel. Es gibt ein kleines Problem.“ Irritiert hob ich eine Augenbraue. Er seufzte. „Gandalf wünscht mit dir zu sprechen. Ich befürchte, das er vorhat dich wieder einmal in Schwierigkeiten zu bringen.“ Gandalf? Was hatte der Zauberer nun wieder ausgeheckt. Fragend musterte ich den Mann, der mich so oft auf seinen Reisen mitgenommen hatte. Im Augenblick sah er den Elbenkönig unschuldig an. Das Glitzern in seinen Augen verriet aber, das er etwas plante. „In Schwierigkeiten? Nein. Ich möchte Taryel einfach um etwas bitten. Aber dafür muss ich unter vier Augen mit ihr sprechen.“ Warum so geheimnisvoll... Ich wunderte mich. Aufmerksam sah ich zwischen den beiden hin und her. Thranduil starrte Gandalf düster an. Oh je. Streit zwischen zwei Männern die mich von klein auf kannten und übertriebene Beschützerinstinkte für mich empfanden. Blut würde fließen, wenn ich mich nicht einmischte. Leider kam der Elbenkönig mir zuvor. „Ihr werdet sie nicht in Gefahr bringen. Taryel’ s Platz ist hier.“ Der Zauberer warf mir einen kurzen Blick zu. Katastrophe in Anmarsch!
„Taryel ist erwachsen und kann für sich selbst entscheiden.“
„Sie ist meine Beraterin und eine Vermittlerin zwischen den Waldläufern und uns. Sie hat Verpflichtungen, vergesst das nicht.“ Die deutliche Warnung gab mir zu denken. Was war nur zwischen ihnen vorgefallen. Normalerweise gingen sie äußerst höflich miteinander um. „Sie ist nicht Inthol, Thranduil. Ihr Name ist Taryel.“ Von wem redete er? Und warum sprachen sie über mich, als sei ich nicht da? „Ich habe Inthol und Aileen ein Versprechen gegeben das ich zu halten gedenke!“ Fauchte der sonst so ruhige Elbenkönig wütend. Warte, wer waren Inthol und Aileen? Aber ehe ich fragen konnte fuhr der aufgebrachte Elb fort: „Taryel wird ihr Leben nicht für eines Eurer Spielchen riskieren. Ihr Platz ist bei ihrem Volk.“ Ich seufzte und rieb meine Schläfen. Das die beiden über mich reden mussten als wäre ich nicht da. Es ärgerte mich. „Mein König ich werde mir anhören, was er zu sagen hat und dann entscheiden ob ich mich anschließen möchte oder nicht.“ Er wirkte nicht gerade glücklich und zufrieden, nickte aber. Erleichtert hakte ich mich bei dem Zauberer ein und führte ihn zu einem meiner Lieblingsorte im Düsterwald.
„Also, was führt dich wirklich zu mir?“ Er seufzte und musterte mich eindringlich. „Ich brauche deine Hilfe Taryel. Kennst du die Geschichte des Königs unter dem Berg und dem Drachen Smaug?“ Da war doch etwas... Ja dunkel erinnerte ich mich. Vorsichtig nickte ich. „Ich möchte, das die Zwerge den Berg erobern ehe ein anderer es versucht. Du könntest von entscheidender Wichtigkeit sein, wenn es um das Schicksal der Zwerge geht.“ Zwerge. Eigentlich hatte ich gegen sie nichts. Tatsächlich mochte ich sie sogar auch wenn ihre Essgewohnheiten ein wenig - nun sagen wir - gewöhnungsbedürftig waren. Was heckte der Zauberer wieder aus? Und warum zog er mich da rein? Ich hatte damit eigentlich nichts zu tun. Aber gut. Vielleicht sollte ich dem Abenteuer eine Chance geben. Auch wenn ich Angst vor Legolas Reaktion hatte. „Wo beginnt das Abenteuer?“
„Im Auenland.“ Lange war ich dort nicht mehr gewesen. Gandalf schmunzelte. „Tatsächlich kennst du einen der Abenteurer schon. Bilbo Beutlin.“ Ungläubig schnappte ich nach Luft. Bilbo und Abenteuer, die nicht in seinen Büchern oder in Hobbingen stattfanden? Das passte nicht zusammen. Sicher er hatte ein starkes Herz und eine innere Kraft, aber letzten Endes war er so jung. Aber warte, was würde Legolas dazu sagen, das ich für Monate aufbrach? Ich verzog unwillig das Gesicht. Die Diskussion würde nicht gerade angenehm verlaufen. Tatsächlich würde es zu einem Streit kommen. Ich hasste Streitereien mit meinem Lieblingselben. „Bilbo? Warum? Bist du sicher, das du ihm damit einen Gefallen tun wirst?“ Er lächelte nur geheimnisvoll. Zauberer und ihre Geheimnisse! Gandalf war einer der Schlimmsten von ihnen. Gut ich hatte auch meine Geheimnisse, aber es ging hier nicht um mich. „Also gut. Wann geht die Reise los?“ So wie ich ihn kannte, hatte er bereits irgendetwas ausgeheckt. Er grinste verschmitzt. „Es reicht, wenn du in drei Tagen aufbrichst. Den Weg zu Bilbo kennst du bereits und selbst wenn du dich nicht mehr erinnern solltest: das Haus wird gekennzeichnet sein.“
Drei Tage um sowohl Thranduil als auch Legolas beizubringen, das ich den Düsterwald für unbestimmte Zeit verlassen würde. Was nur sollte ich ihnen sagen? Die Wahrheit? Thranduil würde allein schon um Gandalf ein wenig zu ärgern mich notfalls mit Gewalt versuchen festzusetzen und Legolas würde ihn dabei helfen. Keiner von beiden mochte Zwerge und die Vorstellung, ich würde diese auf ihrer Reise zurück in ihre Heimat begleiten würde kaum einem von ihnen gefallen. „Hoffentlich weißt du wirklich was du da tust.“ Er lächelte und musterte mich eingehend. Dabei verweilte sein Blick auf meinen Hals. Oh verdammt. Ich hatte vergessen die Tunika mit hohen Kragen zu nehmen. Peinlich. Wenigstens blieb mir die Schamröte erspart. „Wie ich sehe hast du mittlerweile genügend Vertrauen zu Männern gewonnen um auch auf einer anderen Ebene Geselligkeit zuzulassen.“ Warum musste er das ganze so vorsichtig umschreiben und gleichzeitig mit der Stimme eine Frage andeuten?
„Ja ich habe einen Geliebten. Irgendwelche Probleme damit?“
Er schmunzelte. „Nein, keineswegs. Ich freue mich für dich, das ist alles.“ „Gehen wir wieder zurück. Darf ich fragen wann du aufbrichst?“
„In zwei Stunden. Ich treffe mich in Bree noch mit dem Anführer der Gemeinschaft und möchte nicht zu spät kommen. Wenn es nicht anders klappt weil die Elben dir Schwierigkeiten machen, stoße in Bruchtal zu uns.“ Ich nickte. Legolas würde nicht begeistert sein.
Gemeinsam kehrten wir zu Thranduil zurück der mich sofort zu sich winkte, ungeachtet des jungen Elben, der gerade nervös um Hilfe für seine verletzten Kameraden bitten wollte. Ich nahm die Verzweiflung des Mannes wahr und schüttelte leicht den Kopf. „Thranduil, Eure Aufmerksamkeit wird jetzt von anderer Seite dringend gebraucht.“ Uninteressiert winkte er ab. „Was will er von dir, Taryel? Was genau hat er vor und wofür braucht er dich?“ Ich belog ihn nicht gerne, aber im Augenblick musste ich es. „Er bat mich um Rat und Meinung zu einem Thema das weiter nicht von Belang ist. Dieser Elb kam hierher in der Hoffnung, das Ihr ihm Hilfe für seine verletzten Kameraden schickt.“ Der Elbenkönig musterte mich eindringlich und verengte leicht die Augen. Würde er mich gehen lassen? „Dann lass dich von ihm zu den Verletzten führen.“ Ich verneigte mich knapp und nickte dem Elben zu. Wir waren schon fast draußen als er mir hinterher rief: „Unsere Diskussion über dieses Thema ist noch nicht beendet! Wir reden nach deiner Rückkehr darüber.“ Mit anderen Worten ich würde meine Rückkehr hinauszögern müssen. „Was genau ist eigentlich vorgefallen?“ Erkundigte ich mich bei meinen schweigsamen Begleiter. Er seufzte. „Wir haben eine Gruppe von Orks gejagt und wurden in einen Hinterhalt gelockt. Nur dank der Hilfe der beiden Halbelben, die Herren Elladan und Elrohir konnten wir entkommen.“ Ich erstarrte innerlich. Elladan? Verdammt. In den letzten zweihundert Jahren hatte ich meine Besuche in Bruchtal auf einmal alle zwei Jahre reduziert um ihm aus dem Weg zu gehen. Er ging mir auf die Nerven und konnte ein Nein nicht wirklich respektieren.
„Elronds Söhne also.“

„Wie war dein Tag, Taryel?“ Erkundigte sich Legolas beim Abendessen. Ich lächelte schwach. „Von dem Besuch des Zauberers mal abgesehen genau gleich wie der vorangegangene. Nichts Besonderes oder Außergewöhnliches. Wie war die Spinnenjagd?“ Er verengte nachdenklich die Augen. „Was verschweigst du mir? Was genau wollte Gandalf von dir?“ Ich zuckte beiläufig mit den Schultern während ich vorsichtig den Wein trank. Selten trank ich Alkohol und wenn nur in geringen Mengen. Elbenwein vernebelte allzu leicht die Sinne und das konnte ich mir nicht leisten. Mein Geliebter kannte mich viel zu lange und zu gut, um nicht zu bemerken, dass ich ihm nicht die ganze Wahrheit sagte. Vielleicht würde er jetzt vor allen anderen mich nicht zwingen zu reden, aber später sah die Sache ganz anders aus. „Meinen Rat und meine Meinung bei einer wichtigen Angelegenheit, mehr nicht. Beantwortest du mir jetzt meine Frage?“ Er knurrte unterdrückt und warf mir scharfe Blicke zu. „Wir haben sie getötet. Lüg mich nicht an Taryel.“ Erst viel später an diesem Abend antwortete ich auf seine Frage. Wie erwartet nahm er es nicht gut auf. Wütend tobte er und ich bekam Angst, das er den ganzen Palast aufwecken würde (zumindest die Hälfte, die schlief).

Zu meinem Entsetzen verabschiedete er sich nicht einmal von mir nachdem er mich auf das Übelste beschimpft hatte. Hätte ich gewusst, das Legolas mir das Herz brechen würde, wäre ich wohl nie wieder zurückgekehrt. Nur leider hoffte ich und wurde enttäuscht. Nie wieder würde ich so dumm sein und mich verlieben. Schon gar nicht in arrogante Elben die nicht zu ihrem Wort standen und mit anderen Frauen flirteten. Legolas war für mich gestorben. Zumindest war das meine Hoffnung. Nur sechzig Jahre später sollte ich feststellen, das ich mich geirrt hatte.

Kommentare (10)

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Sarah Laureen ( von: Sarah Lauree)
vor 104 Tagen
Sorry das es lange dauert, aber wir haben gerade ziemlich viel Stress in der Schule und ich muss irgendwie einen Notendurchschnitt schaffen, damit ich in der Abi- Gruppe bleiben kann (heißt lernen in: Mathe, Physik, Bio & Franz).

Um deine Frage zu beantworten: sobald die ersten drei Kapitel fertig sind . Bisher bin ich bei einer halben Seite und unzufrieden mit dem was ich bisher geschrieben habe.
dragon girl (36500)
vor 105 Tagen
wann kommt der neue Teil
Sarah Laureen ( von: Sarah Lauree)
vor 126 Tagen
Gibt es noch andere Meinungen (danke dir Sternenschreiber für deine Meinung ;)) ?
Sarah Laureen ( von: Sarah Laureen)
vor 126 Tagen
Okay jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen...
Sternenschreiber (44103)
vor 126 Tagen
Also ich find sie sollte mit Legolas zusammen kommen und Fionwe mag ich eigentlich,es ist schön das sie und Taryel wie Schwestern sind.

Lg. Stern
Sarah Laureen ( von: Sarah Lauree)
vor 127 Tagen
So, das 7. Kapitel habe ich hinzugefügt *lach*. Entschuldigt bitte für die Kürze aber privat und schulisch ist momentan viel los und ich schreibe, wenn ich Zeit habe am 3. Teil von "Fluch der Ewigkeit". Für Teil 2 von "Geheimnisse einer Waldläuferin" bräuchte ich euer Votum. Was haltet ihr eigentlich von Fionwe?

PS: Die Version mit Legolas ist dramatischer (sie stirbt halb & verliert ihr Augenlicht) und ich werde wahrscheinlich heulen bei einigen Szenen.

lg. S. Laureen
Sarah Laureen (55716)
vor 129 Tagen
Danke ihr Lieben. Keine Sorge, ich schreibe weiter aber momentan hakst für mich an einer Frage - und jetzt kommt ihr ins Spiel: soll Taryel mit Aragorn zusammen kommen oder mit Legolas? Je nachdem kommt mehr oder weniger Drama ins Spiel... lg, Sarah Laureen
Sternenschreiber (83548)
vor 132 Tagen
Echt tolle Geschichte! Du hast ein tollen Schreibstill,damit könntest du glatt Autorin werden. Bitte schreib weiter!

Lg Stern
jella (20324)
vor 135 Tagen
hi echt super gemacht mach weiter so bitte .
du solltes mal Autori werden ps. wie alt bist du legolas 03?
legolas 03 (51279)
vor 136 Tagen
Super Schreibweise und tolle Charakterbeschreibungen!👍Mach weiter so!!