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Hochsensibel

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9 Kapitel - 1.859 Wörter - Erstellt von: Phönix1213 - Aktualisiert am: 2017-07-14 - Entwickelt am: - 242 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Ich bin hochsensibel. In diesem Text möchte ich erklären, wie ein Leben als hochsensibler Mensch so ist, wie man solche Menschen erkennt, wie man mit ihnen umgeht und wie sie (ich) sich (mich) fühle/n.

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    Hallo! Ich nenne mich hier Phoenix. Ich bin fast 13 und gehe auf ein Gymnasium. Ich kenne diese ganzen Texte im Internet wo Hochsensibilität als eine Art Behinderung oder Ähnliches angesehen wird. Aber das stimmt nicht! Es gibt zwar Situationen da wünsche ich mir, dass meine Gefühle mich endlich in Ruhe lassen, aber auch welche wo ich froh bin zu sein wie ich bin. (Bevor alle sagen: ÖÖÖH das ist nur die Pubertät das ist völlig normal! NEIN ist es nicht. Meine Hochsensibilität ist ärztlich festgestellt worden also RUHE)

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    Ich möchte diesen Text gerne etwas gliedern
    1) Ganz am Anfang
    2) Wer oder Was bin ich?
    3) Schon immer anders (ist ein ganz tolles Buch. Kann ich nur empfehlen!)
    4) Wie man mit Hochsensiblen Menschen aka mir umgeht
    5) Wenn die beste Freundin hochsensibel ist
    6) Hochsensibilität verstehen
    7) Das bin Ich!

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    Als ich mit drei in den Kindergarten gekommen bin war alles anders. Alle haben geweint wenn ihre Eltern sie alleine gelassen haben. Ich dachte mir: Das sind nur ein paar Stunden. Ich schaff das! So habe ich mir auch recht schnell Freunde gesucht. Immer wenn die Heulerei am Anfang zu Ende war, habe ich mit meinen Freunden gespielt, wie es halt früher so war. Ich habe nur nie begriffen, warum alle die einfachsten Sachen nie begriffen haben! Ich mein Nähen ist doch einfach! das waren meine Gedanken früher. Früher. Wo ich noch nicht wusste wer ich war, wie ich bin und was einmal aus mir werden soll. Mit fünf hatten wir eine Art englisch Kurs in dem ich laut Aussage meiner Erzieher immer unterfordert war. Ich langweilte mich also und freute mich wenn ich was mit meinen Freunden machen konnte. Leider war ich auch ein BISSCHEN naiv. Es stellte sich schnell heraus, (was heißt schnell, nach zwei Jahren habe ich es mal gemerkt) dass meine „Freunde“ mich nur benutzten. Als ich sie zur Rede gestellt habe hieß es nur: entweder du hilfst uns weiter, oder es passiert was! Was wollte ich nicht wissen. Trotzdem ging ich mit meinen fünf Jahren zum Kampfsport. Aus Angst! Aus Angst vor gleichaltrigen. Dort bin ich heute noch und fühle mich dort genau so frei wie schon mit fünf als ich angefangen habe. Außerdem hatte ich immer das Gefühl, jeder weiß was mit mir los ist, warum ich so anders bin als die anderen. Aber niemand wollte es mir sagen. Heute weiß ich das das kompletter Bullshit ist und ich mir das nur eingebildet habe (Kritiker: HMM aber daran kannst du dich doch heute nicht erinnern! Die Geschichte muss ausgedacht sein! Ich: Ne muss nicht! Das man sich an jedes Detail erinnern kann, ist ein weiterer Effekt von Hochsensibilität (Ok dieser Text wird zur Schleichwerbung ;)) Irgendwann sollte ich meine „Freunde“ wieder aus irgendeinem Schlamassel herausreden. Mein einziger Satz war: Ich will das nicht… Er fragte: Was hast du gesagt? *drohend* Ich: *lauter* Ich will das nicht! Also versuchte er mich mit der Faust an den Kopf zu schlagen. Aber ich war durch den Sport vorbereitet! Ich werte die Faust ab und schlug an eine empfindliche Stelle am Bauch. Ich werde sein Gesicht nie vergessen… Aber ab dann ließen mich alle in Ruhe. Sie hatten Angst vor mir. Vorher hatte niemand gewusst, dass ich Kampfsport mache und hatten nicht damit gerechnet dass ich mich wehre…

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    Mit sechs kam ich ganz normal in die Grundschule. Es verlief alles gut, meine Klasse war nett und ich hatte nach dem ersten Halbjahr ein gutes Zeugnis. In meiner Schule hatten wir Paten die uns helfen sollten damit die Lehrer entlasteter waren. Aber ganz ehrlich: Ich wollte nichts mit ihnen zu tun haben! Ich kannte noch einige aus dem Kindergarten die jetzt in meiner Klasse waren. Die hatten mich nie verraten und würden es auch nie tun! Ich hatte meine Klasse und wollte nie wieder so etwas wie im Kindergarten erleben! Ich musste mir leider eingestehen das ich Vertrauensstörungen hatte. Das war für jemanden wie mich gar nicht so ungewöhnlich. Aber auch so spürte ich immer mehr dass ich anders war. Ich verstand die albernen Spiele nicht und warum ich kein Englisch mehr hatte wusste ich auch nicht. Ich gehörte definitiv nicht zu denen die sich ihr ganzes Leben in einer Ecke verkriechen wollten aber ich wollte einfach bevor ich andere kennenlernte erst einmal wissen wer oder was ich bin. In der Ganztagsbetreuung hatte ich eigentlich keine Lust auf eine AG, aber ich hatte immer eine Schwäche zum Basteln. Das war bis in die dritte Klasse meine Lieblingsbeschäftigung. Die Bastel-AG.
    Dialog: (Nicht schon wieder!)
    Kind: Phönix kommst du mit verstecken spielen?
    Ich: Nein, ich will malen
    Anderes Kind: Kommst du mit fangen spielen?
    Ich: Nein, ich will die Fische beobachten.
    Ein paar Mal kam ich mit raus, aber wie gesagt: Ich wollte wissen wer ich war.

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    Auf dem Gymnasium war dann alles anders. Mein schönes Grundschulleben (wo ich mich später auch an die anderen angepasst habe) war zu ende, aber neue Fragen waren da. Warum habe ich keine Freundinnen? Warum hassen mich alle? Warum beleidigen mich alle? Richtig. In der Schule nennen mich alle: Emo, Psycho und Killerin. Resultate meiner Stimmungsschwankungen und Aggressionsanfälle. Jungen müssen ja cool sein, und so habe ich nicht wirklich Freunde. Ich bin nicht freundlos. Ich habe welche mit denen ich immer in der Pause was mache, aber die leiden sehr unter meinen Anfällen. Sie schaffen es nie mich für etwas zu begeistern. Leute wenn ihr das seht: Es tut mir leid! Ich kann nichts dafür! Ich sitze gerade mit Tränen in den Augen vor dem Bildschirm und hoffe ihr könnt mir jemals verzeihen… Ich verlange das nicht von euch… Ich kann euch nicht zwingen, aber bitten. Ich weiß, ich bin das Opfer der Schule. Niemand außer euch hält es lange mit mir aus. Außer euch habe ich nur Freunde die weiter Weg wohnen. Sie sind älter als ich, aber verstehen mich, weil sie wissen was ich habe. Das ist kein Vorwurf, denn ich habe nie jemandem erzählt, wer ich bin. An meine Klasse: Wenn ihr das lest: Ich hab euch ganz dolle lieb! Auf eine zukünftige 7D <3<3<3<3<3 (Leser: Ach halt dein Maul! Ich: OK…)

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    Wenn ich von anderen rede, meine ich meine Mitmenschen. Ich habe Trends nie verstanden weil ich so gut wie alles Hinterfrage.
    Was mir oft von denen gesagt bekomme die mich sehr gut kennen: Ja du bist anders! Mach dir keinen Kopf, du bist ok wie du bist! Du willst halt nicht sein wie die anderen aber du musst dich nicht vergleichen! Danke dafür… Hab euch lieb. Aber an alle die denken sie würden einem Menschen wie mir mit Mitleid helfen: TUT DAS NICHT! Das macht es nicht besser. Solche Worte wie: Du Arme! Das ist ja schrecklich wenn einen keiner versteht! BITTE lasst das! Wenn ich persönlich eine Phase habe möchte ich das man mich in Ruhe lässt! Ich will kein Mitleid, keine Motivationsversuche oder ähnliches. Ich bin sensibel ich spüre eh das ihr das nicht ernst meint, weil ihr euch meine Situation nicht vorstellen könnt! Lasst mich weinen das ist das Beste was ihr machen könnt. Ich bin anders als ihr, ich spüre wie ihr euch fühlt! Ihr denkt ich bin wütend, dabei bin ich nur nervös. Ihr könnt machen was ihr wollt, ich lasse euch eh nie an mich ran. So bin ich und das werde ich immer sein. Ihr müsst das nicht akzeptieren, das verlange ich nicht. Ihr müsst nur tolerieren das ich anders bin und andere Interessen habe.

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    Wie meine Freunde sich fühlen weiß ich genau. Ihr denkt: Was ist denn mit ihr wieder los? Hab ich was Falsches gesagt? Meine Tipps an die Menschheit: 1. Wenn jemand hochsensibel ist BITTE achtet auf eure Körpersprache! Allein wenn ihr euch ein bisschen wegdreht mache ich persönlich mir RIESEN Gedanken darüber ob ich was falsch gemacht habe! Wir können euch deuten, ein falsches lächeln bringt nichts. 2. Wenn jemand von uns weint, fragt uns nicht aus! Wenn wir nicht reden wollen wir nicht. Eine einfache stumme Umarmung hilft mir persönlich am meisten. 3. Vermeidet Einladungen wo: 1. Es Laut ist 2. Wo viele Menschen sind und 3. wo es übermäßig hell ist (zB viele Scheinwerfer) dagegen sind die meisten sehr empfindlich. 4. Hinterfragt generell nicht warum wir so sind. Wir wissen es selber nicht.

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    Ganz einfach zusammengefasst: Wir erkennen JEDES falsche lächeln und achten in jeder Interaktion (unfreiwillig) auf jedes Detail, sind in euren Augen komisch weil wir über jedes einzelne Wort gefühlt 3 Stunden nachdenken, Sind sehr empfindlich und spüren aus irgendeinem Grund wie ihr euch fühlt. Ich mache mir immer Sorgen, dass mich keiner mag. Wir haben alle unsere Macken aber wir halten sie uns rund um die Uhr vor Augen. Wir sind sentimental aber gleichzeitig hatte ich mal ein schönes Erlebnis. Ich habe meinem besten Freund gesagt das ich hochsensibel bin die ganze Leier halt. Und da noch ein Tipp: Wir haben zu 80% Vertrauensstörungen (krasse Studie. Ne war ein Witz, ist geraten.) wenn uns jemand zuhört ist das sehr aufbauend. Er hat mich in den Arm genommen und gesagt: Egal ob hochsensibel oder nicht: Ich mag dich so wie du bist! Und bitte fang nicht an zu heulen! Naja das Versprechen habe ich gebrochen. Ihr merkt selber: solche Worte können so viele Zweifel aus dem Weg räumen!

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    So das bin ich! Mit all meinen Macken. Ich konnte jetzt nur aus meiner Sicht sprechen, weil ich niemanden kenne der auch hochsensibel ist. (forever alone) Seid ihr auch hochsensibel? Habt ihr Erfahrungen oder Probleme damit? (Bei Problemen helfe ich gerne^^natürlich nur wenn ihr wollt) Manchmal ist es gut sich Hilfe von jemandem zu holen der genauso tickt wie man selbst. Oder habt ihr da draußen vielleicht sogar Tipps für mich? Alles in die Kommis! Bis vielleicht irgendwann mal!

Kommentare (6)

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Phoenix12 ( von: Phoenix12)
vor 37 Tagen
Und das ist noch ein Kummerkasten ;)
http://www.testedich.de/quiz49/quiz/1502372224/Kummerkasten#comments_anchor
Phoenix12 ( von: Phoenix12)
vor 43 Tagen
Hi Isi! (Nicht wundern, Phoenix12 ist mein RPG akkount)
Ich bin wie gesagt fast dreizehn und seit dreizehn Jahren weiß nur meine Mutter von meiner hochsensibilität. Es ist bei jedem anders. Hochsensibilitat ist keine Krankheit sondern lediglich eine andere Verarbeitung von Reizen. Du gastscheinbar ein sehr ausgeprägtes Mitgefühl. Das hat jeder. Kein Hochsensibler Mensch (Kurz HSP) könnte ohne weitere Gedanken an einer weinenden Person vorbeilaufen! Es muss wie gesagt nicht immer alles auf einen zutreffen. Wenn du glaubst das du hochsensibel bist, dann ist es auch so! Du kannst dir selbst vertrauen!
(es gibt wittere Ausmaße von HS zB. Vertrauensstörungen die einen unterbewusst daran hindern mit anderen Leuten darüber zu sprechen)

Meine Tipps an dich:
- Denke immer dran: Du bist Ok wie du bist!
- Du bist nicht wie die anderen, aber auf eine gute Art
- Mache dir nicht so viele Gedanken über die schlechte Laune anderer Menschen

So das wars von mir. Noch fragen?
Isi (42706)
vor 44 Tagen
Hallo phönix, ich bin mir nicht sicher ob ich hochsensibel bin. Manchmal habe ich schon das Gefühl zum Beispiel kann ich nicht verstehen wie meine Freunde das grelle Licht von der Sonne aushalten können oder meinen Wasser schmeckt nach nichts. Aber manche Sachen treffen nicht auf mich zu wie zum Beispiel deine unkontrollierten Gefühle (die kann ich mir immer aufheben bis ich alleine bin). Manchmal sehe ich auch das jemand traurig aussieht und schaue die ganze Zeit zu demjenigen und meine Freundin denkt direkt immer das ich verliebt bin oder sowas. Ich weiß aber nicht wie ich jemanden auf meine Vermutung ansprechen soll. Kannst du mir vielleicht helfen?
Ph�nix1213 ( von: Phönix1213)
vor 70 Tagen
@alle die das lesen: das ist so eine Art Kummerkasten. Also Probleme ab in die Kommis
Phönix1213 ( von: Phönix1213)
vor 70 Tagen
@anonym das kenne ich auch... Stehen die beiden sich nahe bzw. kennen sie sich schon? Wenn nicht soll sie ihn mal einfach ansprechen und ihn he. Wenn ja, und sie vllt das selbe Hobby haben, kann sie sich ja mal mit ihm treffen und das Hobby üben. Dann gibt sich das mit der Angst auch. ich hoffe ich konnte dir und deiner Schwester helfen!
Anonym (13964)
vor 71 Tagen
Schön geschrieben Phönix! Ich habe auch ein Problem: Meine Schwester (Zwilling) ist in einen Jungen verknallt. Sie hat aber gleichzeitig auch angst vor ihm also so eine Mischung... hast du da Tipps? (sie ist 14 er 15)