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Auserwählt? Nein, danke! (1)

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3 Kapitel - 4.018 Wörter - Erstellt von: #Jazzbat - Aktualisiert am: 2017-06-22 - Entwickelt am: - 177 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Die 16 - jährige Alison White führt ein normales Leben bei ihrer Mutter. Bis zu dem Tag, an dem sie den Himmel mit einem Wald verwechselt...

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Prolog:
Hätte mir früher jemand erzählt, dass ich besonders wäre, hätte ich denjenigen für verrückt erklärt.

Das Feuer

》Alison, komm sofort her!《 brüllte meine Mum. 'Was habe ich denn jetzt schon wieder getan?' Ich seufzte und hievte mich hoch. 'Natürlich liebte ich meine Mutter, aber manchmal nervte sie extrem.' Gereizt ging ich die Treppe runter und traf Mum im Wohnzimmer an. Vielleicht fragt ihr euch "Warum nur ihre Mutter?" Hier ist die Antwort: Mein Vater verschwand vor neun Jahren spurlos und die Polizei hatte schon lange die Suche nach ihm aufgegeben. Er wurde für Tot erklärt. Da hatte ich so ein komisches Gefühl... Ich glaubte einfach nicht, dass er Tot ist und auch seine Leiche wurde nie gefunden. An dem Tag, an dem ich ihn das letzte Mal sah, sagte er ich brauche mir nie Sorgen um ihn machen. Tiefe Sorgenfalten zierten die Stirn meiner Mum und ihre eisblauen Augen musterten mich wütend. 》Warum hast du das getan?《 'Was meint sie? Was soll ich getan haben...' 》Die Schule hat mich angerufen, Alison. Ich weiß, was du getan hast!《 Ihre rehbraunen, schulterlangen Haare waren zu einem unordentlichen Zopf gebunden. Zwei kürzere Strähnen umrahmen ihr ovales Gesicht. Ihre vollen Lippen waren zusammen gepresst. 'Hä, was will sie denn jetzt schon wieder?' 》Ich hab doch nichts getan!《 verteidigte ich mich. Und das stimmte auch. 'Was meint sie denn!' Bevor ich meine Frage laut aussprechen konnte, ergriff sie das Wort: 》Junges Fräulein, lüg mich nicht an! Ich kann nicht fassen, wie du mir einfach dreist ins Gesicht lügen kannst. Dafür bekommst du zwei Wochen Hausarrest!《 'Was!' 》Aber Mum...《 setzte ich an. 》Nein, Alison. Es gibt nichts mehr zu bereden. Geh sofort in dein Zimmer!《 'Pah!' Rasend vor Wut und mit zusammen gepresstem Kiefer trampelte ich extra laut die Treppe hoch. 'Was sind das für unbegründete Beschuldigungen!' Frustriert ließ ich mich auf mein weiches Bett mit schwarzem Metallgestell fallen und begrub mein Gesicht in meiner kuscheligen, schwarz - weiß gemusterten Bettwäsche. Tränen der Wut und Verzweiflung brannten in meinen Augen, doch ich unterdrückte sie. Zudem besaß ich einen weißen Schreibtisch und eine schwarze Nachtkommode. Meine Wände waren mit einer weißen Tapete mit schwarzen Rosen beklebt. Ich mochte Rosen. Sie waren
wunderschön und zugleich auch gefährlich. Ich schätze, es war nicht allzu schwer zu erkennen, dass ich nicht so auf Farben stand. Also, versteht mich jetzt nicht falsch! Ich war kein Emo oder so, doch ich fühlte mich einfach nicht so sehr von Farben angezogen wie andere. Und das ist nicht das einzige, was mich etwas besonders machte, denn ich hatte hüftlange, weiße Haare. Ja, das war ihre naturfarbe und das war nicht alles. Mein rechtes Auge war nämlich in dem gleichen Eisblau wie das meiner Mutter und mein linkes Auge war smaragdgrün. Die einzigen Farben, die mich wirklich anzugeben waren Grau, Weiß und Schwarz, obwohl Weiß und Schwarz ja keine richtigen Farben sind, aber egal...
Nachdem ich eine Weile nachgedacht hatte, um die Ursache des mysteriösen Streits herauszufinden, nickte ich ein. Ich wälzte mich unruhig hin und her.
Eine drückende Hitze und Rauch in meiner Lunge rissen mich aus dem Schlaf. Zuerst realisierte ich nicht, was los war, doch dann öffnete ich gequält die Augen und erblickte dichten Rauch in meinem Zimmer. 'Oh mein Gott, es brennt!' Ja, ich war eine Blitzmerkerin. Keuchend sprang ich aus dem Bett und schrie: 》Mum!《 Keine Antwort. Ich hatte Angst. Ich war zwar wütend auf meine Mum, doch ich liebte sie doch und wollte nicht auch noch meine Mum verlieren. Sie war alles was ich hatte!' Flammen züngelten meinen Türrahmen hinauf und ich hatte keine Zeit für Überlegungen. Schnell schnappte ich mir meine Decke und legte sie um meine Schultern. Ich atmete tief durch und rannte kreischend durch die Tür. 'Wow, das hat ja echt geklappt!' Auch im Flur konnte man nicht viel durch die dichten Rauchschwaden entdecken. Nach Luft ringend rief ich: 》Mum! Mum, wo bist du?《 Blind tastete ich mich an der Wand zum Zimmer meiner Mutter. Niemand zu sehen... 'Sie muss schon unten sein!' Anders konnte ich es mir nicht erklären. Hoffnung breitete sich in mir aus und gab mir Kraft. 'Ich werde Mum nicht verlieren...' Als ich einen Schritt machte, tanzten plötzlich schwarze Punkten vor meinen Augen und ich schwankte. 'Stark bleiben, Alison!' ermutigte mich meine innere Stimme. Ich strauchelte weiter und übersah fast die Treppe. Mein Herz rutschte mir in die Kniekehlen. 'Ich hab schon genug Probleme, du doofe Treppe!' Vielleicht war es kein so gutes Zeichen, wenn ich mit der Treppe redete, doch ich konnte keinen klaren Gedanken fassen. Es wurde unerträglich heiß und die Flammen immer größer. Ich fühlte mich wie ein Brathähnchen... Schweißperlen liefen an meiner Stirn hinunter. Mühsam trete ich die Treppe herunter und werde von Hustenanfällen geschüttelt. Ich wagte es nicht, nach Hinten zu blicken. Warum? Dafür gab es einen ganz plausibelen Grund: Ein Teil der Decke war gerade hinter mir herunter gekracht. Endlich kam ich im Erdgeschoss an. Der Gedanke das Feuer selbst zu löschen schwirrte in meinem Kopf herum, doch so lebensmüde war ich nun auch nicht. Auch hier war niemand. 'Bitte lass sie draußen sein...' Mit rasselndem Atem und tonnenschweren Gliedern lief ich Richtung Tür. Plötzlich wurde mir wieder schwindelig und ich verlor die Kontrolle über meinen Körper. Wie ein nasser Sack fiel ich zu Boden und blickte den tanzenden Flammen neben mir entgegen. War das mein Ende? 'Ich will nicht sterben!' meldete sich mein Kampfgeist. Keuchend rappelte ich mich hoch und krabbelte zur Tür. Am Türgriff fand ich halt und versuchte mich hochzuziehen, was sich als sehr schwer erwies, da mich so gut wie jegliche Kraft verlassen hatte. Auf dem Boden kniend rüttelte ich an der Tür, doch sie war abgeschlossen. 'Warum ist diese verdammte Tür abgeschlossen!' Panisch hustete ich und atmete noch mehr Rauch ein. Mein Blick verschwamm und ich fiel erneut zu Boden. Ich wusste, dass es keinen Ausweg mehr gab, doch hoffentlich hatte Mum überlebt. Mehr als Hoffnung war mir nicht geblieben. Die Flammen erreichten mich langsam und verbrannten meine helle Haut. Ich zuckte nicht einmal zusammen, denn ich hatte Frieden mit dem Tod geschlossen und spürte keinen Schmerz mehr. Das dachte ich jedenfalls, bis sich mein Lebenswille meldete. 'Ich will noch nicht sterben! Ich bin doch erst 15 Jahre alt... Ich wollte noch die ganze Welt sehen!' Eine einzige Tränen kullerte aus meinem rechten Augenwinkel. Alles wurde hell und die Welt verschwand...
So fühlte sich also der Tod an. Kalt und feucht. Ich war also tot, ich hatte mein geliebtes Leben verlassen...
Aber warum fühlte sich der Tod so komisch an? Und was war das für ein verdammtes Licht! Das ätzte mir ja fast die Augen weg! 》Macht das blöde Licht aus...《 murmelte ich erschöpft. 'Bin ich im Himmel?' Das hätte jedenfalls dieses grässliche Licht erklärt, dass immer noch nicht ausgeschaltet war! Grrrr... Bereit diesen Leuten, die für das doofe Licht verantwortlich waren eine Standpauke zu halten, öffnete ich meine Augen und sah Bäume. Warte mal, Bäume! 'Wo war ich?' Ich schaute mich noch einmal um. 'Warum zum Teufel bin ich in einem Wald!' Wütend setzte ich mich auf und motzte: 》Der Himmel kann doch nicht in einem Wald sein!《 'Ich bin sicherlich nicht im Himmel, aber auch nicht in der Hölle... Also wo bin ich dann! Lebe ich etwa noch... Aber das ergibt doch keinen Sinn!' Tollpatschig stand ich auf und machte einen Schritt. Natürlich trat ich direkt in Matsch und rutschte aus. 》Verdammte Scheiße!《 fluchte ich. 'Super! Alleine und dreckig in einem Wald.' Schimpfend richtete ich mich wieder auf und betrachtete mit verdrehtem Hals meine einst schwarze Jeans. Das war eine meiner Lieblings - Jeans! Schlecht gelaunt lief ich ein paar Schritte weiter. Plötzlich raschelte etwas hinter mir. Ich kreischte auf und wirbelte alarmiert herum.
'Wer oder was ist da... Hoffentlich kein wildes Tier... oder ein Mörder!... oder ein Vergewaltiger!... Meine Augen weiteten sich. 'Ok, Alison. Das reicht! Alles ist gut.' versuchte mich meine innere Stimme mit mäßigem Erfolg zu beruhigen. Ich bewaffnete mich mit einem knorrigen Ast und schritt leise an den Busch heran. Ja, ein Ast. Was besseres konnte man in einem Wald halt nicht finden. In meinen Gedanken betete ich. Vorsichtig schob ich mit dem Ast ein paar Blätter zur Seite und etwas sprang aus dem Gebüsch. 》AAAAAHHHH! HILFE!《 Geschockt sprang ich zur Seite und schaute mich panisch um. Ein keines Häschen trat in mein Blickfeld und hüpfte vorsichtig in meine Richtung. Es hatte graues Fell mit weißen Flecken und kleine, süße Knopfaugen. 'Wow, Alison. Du bist ja eine richtige Draufgängerin! Bekommst fast einen Herzinfarkt und das wegen einem kleinen Häschen! So etwas kann aber auch nur mir passieren...' Gelöst vom Schock hockte ich mich hin und streckte langsam meine Hand nach ihm aus. Zuerst beobachtete mich es eine Weile, doch dann hüpfte es zu mir und schnüffelte scheu an meiner Hand. Das feuchte, kalte Näschen des kleinen Geschöpfes kitzelte an meiner Hand. 'Aww, wie süß!' Lächelnd nahm ich es in den Arm. 》Na, wer bist du denn?《 flüsterte ich, obwohl ich natürlich wusste, dass es mir nicht antworten würde. Ich streichelte sein weiches Fell und genoss es, nicht alleine zu sein, obwohl es mir einen ganz schönen Schrecken eingejagt hatte! Ich setzte es wieder auf dem Waldboden ab und es hüpfte weg.

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