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Donnerpfotes Verlust und Gewinn

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10 Kapitel - 2.447 Wörter - Erstellt von: DarkNightmare - Aktualisiert am: 2017-05-30 - Entwickelt am: - 404 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

<<Nimm es mir bitte nicht böse, ich mag dich trotzdem, egal wo du nachts in deinen Träumen bist.>>

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    -aus Donnerpfotes Sicht- „Donnerpfote“, weckt mich die Stimme meines Mentors. Ich gähne müde und verlasse den Bau. Schilfpfote, Abendpfote und B
    -aus Donnerpfotes Sicht-
    „Donnerpfote“, weckt mich die Stimme meines Mentors. Ich gähne müde und verlasse den Bau. Schilfpfote, Abendpfote und Blaupfote liegen zusammengerollt und schlafend in ihren Nestern. „Komm jetzt“, murrt Blitzfuß ungeduldig. Schnell laufe ich zu ihm und lecke mir über mein Fell. Der Mond leuchtet hell, zusammen mit dem Silberfließ. Ich lasse meinen Blick zwischen meinen Clangefährten schweifen. Aschenblatt sitzt mit zuckender Schwanzspitze neben ihrer Mentorin, Honigherz. Rabenpfote und Eispfote hocken beieinander, sonst warten noch Federsturm, Minzpelz, Sandwirbel und Hoppelfuß darauf, dass wir endlich zu der großen Versammlung aufbrechen können.
    Der Wind trägt den Geruch der schon wartenden Federclan-Katzen mit sich, als wir zu der Versammlung, mit Rostkralle und Beerenstern an der Spitze, fast beim Treffpunkt ankommen. Dort sind ein Bach und ein großer Fels, auf dem die zwei Anführer immer stehen. Beerenstern läuft los, wir folgen ihr. Bei dem Fels angekommen springt sie zu Dunkelstern hoch, wir setzen uns auf unsere Plätze. „Lasst uns die große Versammlung beginnen!“, kündigt der dunkel getigerte Kater an. Jedoch konzentriere ich mich nicht darauf. Die Stimme des Federclan-Anführers dringt kaum an meine Ohren. Ich bin zu müde.
    Unter meinem Pelz kribbelt es unangenehm, als würden Ameisen dort rumlaufen. Der Grund ist der eiserne, durchbohrende Blick eines der Krieger aus dem Federclan. Er erinnert an einen Fuchs, nur dass sein Pelz silberfarben ist. Er hat eine so unheimliche Aura. Schon, als ich in einer Grenzpatrouille letztens war und wir mit dem Federclan Probleme bekamen, hat der mich schon so unheimlich angestarrt. Jedes Mal. Immer, wenn er mich so anstarrt, bekomme ich Angst, dass er wüsste, was ich nachts tue. Dass ich trainiere. Aber nicht normal, sondern im Wald der Finsternis. Eine Kriegerin dort, Silberglanz, die mit mir sogar verwandt ist, hat mir vorgeschlagen, besser zu werden. Damit Eispfote mich nicht immer so verächtlich angucken kann, obwohl ich älter bin! Aber zurück zu Silberglanz. Diese Kriegerin sieht diesem Kater dort ähnlich. Zwar sieht sie nicht einem Fuchs ähnlich, aber ihr Blick war auch der Gleiche wie von dem. Vielleicht jagt mir auch nur das Angst ein.
    „Alles in Ordnung mit dir?“, erklingt eine mir fremde Stimme neben mir. Ich sitze am Rand der Versammlung, deshalb würde auch niemand eigentlich mir im Moment Aufmerksamkeit schenken, da das Thema gerade dieser Streuner ist, der auch Katzen umbrachte. Jedoch spricht mich jemand an. Schnell sehe ich zu einem goldfarbenen Federclan Krieger, der mich freundlich mit seinen blauen Augen ansieht. Was will der bitte von mir? Schnell sehe ich zurück zu dem silberfarbenen Kater. Der starrt mich zum Glück nicht mehr an, sondern hört nun auch den Anführern zu. Der goldfarbene Kater folgt meinem Blick. „Schüchtert Silberfuchs dich etwa ein?“, stellt er leicht belustigt fest. Böse sehe ich ihn an. Ich hasse es zuzugeben zu müssen, dass ich vor etwas Angst habe. Silberglanz kann dies auch nicht leiden, wenn ich vor etwas zurückschrecke. „Ist etwas?“ Der Kater blinzelt verwirrt. „Nein, nichts“, zische ich zwischen zusammen gebissenen Zähnen, um nicht laut los zu fauchen. „Na dann. Aber trotzdem, du musst meinem Bruder keine Aufmerksamkeit schenken. Wenn er nichts zu tun hat starrt er immer jemanden an. Ach ja, mein Name ist Goldnase“, erklärt der Kater und legt den Schwanz ordentlich über seine Pfoten. „Donnerpfote“, murmele ich leise mit gesengtem Blick. „Nett dich kennenzulernen“, miaut Goldnase. Ich nicke nur. Unfreundlich muss ich jetzt auch nicht wirklich sein.

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    -aus Silberfuchs‘ Sicht-
    Wieder sehe ich zu der Schülerin rüber. Mein Bruder sitzt neben ihr. Was hat der jetzt wieder vor? Dieser Schülerin sollten wir nicht vertrauen, das habe ich ihm gesagt. Und jetzt ignoriert er meine Worte einfach. Jedoch sollte ich mir nicht anmerken lassen, dass es mich etwas verärgert. Schließlich ist Goldnase ein guter Kämpfer. Selbst gegen die Techniken von Kriegern des Waldes der Finsternis sollte er sich aus unserem Clan schon fast am besten wehren. Wäre er nur nicht so mäusehirnig… Gerade so unterdrücke ich ein Seufzen.

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    -aus Donnerstimmes Sicht-
    Es sind einige Monde vergangen, ich bin Kriegerin geworden, werde jedoch weiterhin im Wald der Finsternis von Silberglanz trainiert. Öfters hat es Goldnase geschafft, mich zu einem heimlichen Treffen zu überreden, sowie dieses Mal. Aufgeregt schleiche ich über die sandigen Flächen des Territoriums meines Clans. Ehrlich gesagt freue ich mich, Goldnase wiederzusehen. Liebe ich ihn etwa? Nein, das kann nicht sein. Wir sind bloß gute Freunde.
    Ich höre schon das Plätschern des Baches. Wir haben uns bei dem großen Felsen, dem Ort der großen Versammlungen, verabredet. Nach kurzer Zeit sehe ich das goldene Fell von Goldnase schon. Jedoch bemerke ich noch einen Kater, aber erst als ich auch bei Goldnase stehe. Silberfuchs sitzt mit Abstand zu seinem Bruder und starrt mich mit seinem scharfen Blick an. Hat Goldnase… Nein, er darf es dem nicht gesagt haben! Das kann er einfach nicht getan haben! „Donnerstimme…“, fängt Goldnase an, in seinen blauen Augen sehe ich Mitleid. „Schön dass du gekommen bist“, miaut Silberfuchs ruhig und kühl. „Was willst du hier!“, fahre ich sofort den silberfarbenen Kater mit aufgeplustertem Fell wütend an. „Wir müssen dich was wichtiges Fragen“, meint Goldnase und tritt an die Seite seines Bruders. „Trainierst du im Wald der Finsternis?“
    Geschockt starre ich Silberfuchs an. Der hat… Er wusste es also tatsächlich! Panik erfasst mich. Nein… Hat sich also Goldnase immer mit mir getroffen, nur um mein Vertrauen zu gewinnen? Dieser… „Donnerstimme, es tut mir leid“, entschuldigt sich Goldnase, wohl wissend, was ich gerade denke. „Verräter! Ich hasse dich! Warum hast du das getan!“ Meine Krallen habe ich inzwischen tief in die Erde gebohrt. Jedoch lasse ich Goldnase keine Antwort geben, sondern drehe mich um und renne los, zurück in die Richtung meines Lagers. Meine Augen werden feucht. Warum habe ich ihm bloß vertraut? Warum musste er mein Vertrauen so ausnutzen? Ich werde schneller, immer schneller und stoppe dann abrupt. Was soll ich tun? Was, wenn sie den anderen verraten, dass eine Katze aus dem Wald der Finsternis mich in Träumen trainiert hat? Ich muss das verhindern. Anders geht es nicht.

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    Und da ist er. Der goldene, geschmeidige Pelz leuchtet in der Sonne. Er hat mir den Rücken zugedreht. Sehr gut. Erst er, dann sein Bruder. Ich werde verhindern, dass jemand etwas erfährt. Gestern bei der großen Versammlung habe ich Goldnase für heute hierher gebeten. Vor zwei Nächten habe ich den Verrat von Goldnase herausgefunden. Wenn er hier stirbt, wird ihn niemand finden. Doch plötzlich dreht sich Goldnase um. „Donnerstimme? Ich weiß dass du hier bist.“ Mäusedreck! Mit einem normalen Gesichtsausdruck zeige ich mich und laufe zu ihm. „Hör mal, es tut mir leid dass ich…“, fängt er an, stoppt aber als ich mich an seinen Pelz schmiege. Zwar ist das gespielt, aber trotzdem genieße ich die Wärme seines Körpers. Nein, das darf ich nicht. Immerhin hat er mich verraten! Wie soll ich nun vorgehen…
    „Donnerstimme? Nimm es mir bitte nicht böse, ich mag dich trotzdem, egal wo du nachts in deinen Träumen bist“, miaut Goldnase freundlich. Klar, und Dachse fliegen. „Wirklich?“ Mit gespielter Freundlichkeit sehe ich ihn an. „Natürlich.“ Kurz packt mich ein warmes Gefühl, dann aber konzentriere ich mich wieder darauf, ihn irgendwie nun endlich umzubringen.

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    -aus Goldnases Sicht-
    Ich merke, dass etwas mit ihr falsch ist. Ihre Reaktion auf meine Meinung war so… unrealistisch. Diese Reaktion passt nicht zu ihr. Sie ist mir auf jeden Fall böse. Ich sollte kurz Abstand von ihr nehmen. Und dann werde ich bestimmt sehen, ob sie doch tatsächlich mir nicht mehr böse ist. Also spitze ich plötzlich die Ohren, meine Muskeln spannen sich an und ich drehe meinen Kopf. Donnerstimme sieht mich fragend an. Schnell erkläre ich vorgespielt – und lügen konnte ich schon als Junges sehr gut – wachsam: „Ich glaube, ich hab was gehört.“ Und schon stehe ich auf und laufe ein paar Schritte durch die Gegend, den Rücken ihr zugedreht. Sie soll mir zeigen, was sie vorhat.
    Tatsächlich muss ich nicht lange warten, bis ich plötzlich von den Pfoten gerissen werde. Schnell drehe ich mich auf den Rücken und weiche den spitzen Zähnen von Donnerstimme aus, die wohl meine Kehle durchbeißen wollte. Jedoch bin ich stärker als sie, also kann ich sie einfach mit einem kräftigen Stoß meiner Hinterbeine von mir wegschleudern. Jedoch fängt sie sich schnell wieder und greift mich noch einmal an. Ausweichen konnte ich, jedoch nicht schnell genug. Also fließt Blut aus einer tiefen Schulterwunde. Traurig sehe ich sie an. Warum tut sie das? Glaubt sie, ich würde sie verraten? Wieder weiche ich einem Angriff von ihr aus. Immer und immer wieder. Sie ist schnell. Aber ich verstehe ihre Taktik, so glaube ich zumindest. Wahrscheinlich möchte sich mich mit ihren schnellen Angriffen durcheinander bringen oder ermüden.
    Plötzlich zuckt sie nach vorne und trifft meinen Hals. Ich muss Blut würgen, atmen kann ich aber. Nur ein Stoß? Bei einem weiteren Angriff knalle ich hin, Donnerstimme nagelt mich fest. Vor Schreck schlage ich mit ausgefahrenen Krallen nach ihr, als sie wieder meine Kehle erneut durchbeißen möchte.

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    -aus Donnerstimmes Sicht-
    Was… Ist das? Meine Augen habe ich weit aufgerissen, so, dass man auch das Weiße sehen kann. Ich sehe den roten Blitz, der Schmerz breitet sich in mir aus, mir wird schwarz vor den Augen und ich kippe um, meine Augen schließen sich, mein Herzschlag wird langsamer.

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    -aus Goldnases Sicht-
    Geschockt spüre ich, wie ihr Körper kälter wird. Schlaff liegt Donnerstimme vor mir, als ich mich aufgesetzt habe. Nein, das kann nicht wahr sein! Ich… Ich wollte sie nicht töten! Warum musste das nur passieren? Meine Augen werden feucht, die Krallen bohre ich in die Erde. Ich verspüre Wut auf mich. Ich hab sie nur für mein Leben umgebracht! Ich habe nur mich verteidigt, und gerade da ich das getan hab ist Donnerstimme nun tot! Trauer, Wut, Angst, die Emotionen, die in mir toben.
    Ein leichter Windhauch beruhigt meine Wut. Ich werde bei ihr bleiben. Und selbst wenn ich sterbe und über meine Clangefährten wachen werde, werde ich auch bei Donnerstimme bleiben. Sorgfältig säubere ich das Fell der Sandclan-Kätzin. Sie ist aus einem fremden Clan, trotzdem verspüre ich starke Gefühle für sie. Die Entscheidung, bei ihrem Körper zu bleiben, finde ich für richtig. Zwar ist es falsch, nicht zum Clan zurück zu kehren, aber es wäre auch falsch, Donnerstimme hier liegen lassen. Ich möchte sie so nicht betrügen.

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    -aus Donnerstimmes Sicht-
    Dunkle Bäume, keine Sterne. Verzweifelt renne ich durch die Gegend, die sich nicht zu verändern scheint. Ich habe mich schnell von meinem Körper verabschiedet, nicht so, wie es eigentlich sein sollte. Silberglanz hat mich geholt und ich bin dann hier aufgewacht. In der Dunkelheit. Panik verschlingt mich. Warum? Warum bin ich im Wald der Finsternis? Ich wollte eigentlich nie jemanden wirklich umbringen, es war nur die Angst davor, verstoßen zu werden, weshalb ich versucht habe Goldnase umzubringen!
    Wimmernd lasse ich mich zu Boden fallen, das Gesicht zum Großteil zwischen den Pfoten versteckt. Ich will das nicht! Ich will nicht so enden!

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    So war Donnerstimmes Aufenthalt im Wald der Finsternis, bevor sie von Goldnase in den Sternenclan geholt wurde. Dieser ist an Schwäche gestorben, da er nur vor sich hin kauerte und nichts trank oder fraß. Zusammen im Sternenclan wachen sie über beide Clans.

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    Katzen die vorkamen:
    Donnerpfote/Donnerstimme - getigerte Kätzin mit bernsteinfarbenen Augen
    Blitzfuß - schneller, braun getigerter Kater mit weißen Pfoten und blattgrünen Augen; Mentor von Donnerpfote
    Beerenstern - schildpattfarbene Kätzin mit grünen Augen
    Dunkelstern - dunkel getigerter Kater mit orangenen Augen
    Silberfuchs - geheimnisvoller, silberner Kater mit fuchsähnlichem Schweif und Ohren, bernsteinfarbene Augen
    Goldnase - goldfarbener Kater mit gelbbrauner Nase und blauen Augen

    nur erwähnte Katzen:
    Rostkralle - rostroter Kater mit bernsteinfarbenen Augen und außergewöhnlichen, rötlichen Krallen Honigherz - freundliche, golden getigerte Kätzin mit bernsteinfarbenen Augen; Mentorin von Aschenblatt
    Aschenblatt – meist seltsame, dunkelgraue Kätzin mit dunkelgrünen Augen, die zur Iris hin in ein helles Blattgrün verlaufen
    Federsturm - grau gescheckte Kätzin mit eisblauen, blitzenden Augen; Mentorin von Eispfote
    Hoppelfuß - freundliche, schildpattfarbene Kätzin mit buschigen, hellgrauen Ohrspitzen und blauen Augen; Mentorin von Schilfpfote
    Minzpelz - geschmeidiger, silberfarbener Kater mit dunklem Bauch und dunkelgrünen Augen
    Sandwirbel - sandfarbener Kater mit braunem Muster und bernsteinfarbenen Augen
    Schilfpfote - schildpattfarbene Kätzin mit bernsteinfarbenen Augen
    Eispfote - schneeweißer Kater mit grauen Tupfen und blauen Augen
    Abendpfote - dunkel getigerter Kater mit orangenen Flecken und bernsteinfarbenen Augen
    Blaupfote - blaugrauer Kater mit grünen Augen und ungewöhnlichen, bläulichen Krallen
    Rabenpfote - kleine, schwarze Kätzin mit bernsteinfarbenen Augen

    Verstorbene und auch nur erwähnte Katzen:
    Silberglanz – silberfarbene Kätzin aus dem Wald der Finsternis mit hellen, glänzenden Augen und Tupfen auf ihrer linken Schulter

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1495739948
Donnerpfotes Verlust und Gewinn
Donnerpfotes Verlust und Gewinn
<<Nimm es mir bitte nicht böse, ich mag dich trotzdem, egal wo du nachts in deinen Träumen bist.>>
http://www.testedich.de/quiz48/quiz/1495739948/Donnerpfotes-Verlust-und-Gewinn
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2017-05-25
406A
Warrior Cats

Kommentare (5)

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Sonnenfell (91646)
vor 138 Tagen
Die Story ist ja Wahnsinn! So emotional, so wunderbar so.... Ach mir fehlen die Worte! Einfach perfekt! Kann man auch 10 Sterne geben?
DarkNightmare ( von: DarkNightmare)
vor 145 Tagen
Danke, freut mich sehr dass diese FF bei euch gut angekommen ist
Fatie &Co (68084)
vor 159 Tagen
Wirklich sehr schön geschrieben, ein richtig schön-traurig-rührendes Ende
Blaubeerfell (61934)
vor 201 Tagen
Wow echt wunderschön ich hatte tränen in den Augen
Copperflight ( von: Copperflight)
vor 202 Tagen
Schnüff, sehr schön. Ist eine gute FF, du scheinst ja jetzt doch auf den geschmack von Warrior-Cats FFs gekommen zu sein. Würde ich dir auch nicht abraten, sie ist sehr schön.