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Kapitel 5 - Langeweile und bei Nacht in der Bibliothek

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4 Kapitel - 3.033 Wörter - Erstellt von: DarkNightmare - Aktualisiert am: 2017-05-23 - Entwickelt am: - 210 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Ja, was soll ich sagen? Ist halt wieder was zu "Das Haus seltsamer Personen"...

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Am nächsten Tag streune ich ziellos durch die Flure, über das nachdenkend, was mir gestern gesagt wurde. Bis zum Mittagessen war nichts los, alle waren nur mit dem Haushalt beschäftigt und ich half.
Das gute ist, was meine Laune heute verbessert, ist, dass kein unheimlicher Traum mich geplagt hat, was erfreulich ist. Nur das Stofftier an diesem Morgen hat mir gezeigt, dass es doch existiert. Beim genaueren Hinsehen erkennt man tatsächlich, dass es einen Hund darstellen soll. Die Stofffetzen sind unterschiedlich, einen Fetzen von Jeans ist auch darunter, aus diesem wurde ein Ohr geformt. Man könnte glatt denken, dass ein Kind es genäht hat.
Plötzlich höre ich etwas. Es sind weder Schritte, noch Stimmen, die mich beunruhigen würden. Es kommt aus dem Erdgeschoss und ich bin im zweiten Stockwerk. Also fange ich an zu laufen, dem Geräusch hinterher die Treppe runter. Bei der Treppe im zweiten Stock werde ich langsam und gehe im nun lässigen Schritt die Stufen runter. Das, was ich höre, ist eine Melodie. Logischer Weise kommt sie aus dem Musikraum. Neugierig öffne ich leicht die Tür und schaue rein.
Wie erwartet, sehe ich als erstes Instrumente. Klavierklänge hallen durch den Raum. Nun öffne ich die Tür etwas weiter und erblicke Madame Air, die zum Rhythmus des Klanges den Kopf wiegt. Am Klavier sitzt Sascha, der konzentriert einen Zettel – selbstverständlich mit Noten, mit was denn sonst – anguckt und eine Melodie spielt, welche ich noch nie gehört habe. Ich beneide die Leute, die ein Instrument spielen können. Ich persönlich kann sowas nicht. Noten würden mich überfordern. Eine Weile höre ich zu, dann wende ich mich ab. Ich frage mich, was die anderen so treiben.
Sanft schließe ich wieder die Tür und bemerke einen Geruch, der süßlich aus der Küche weht. Dass dort irgendein Süßgebäck gebacken wird, das rieche ich. Aber wer ist dort wohl? In der Küche erblicke ich Ren, der gerade mit dem Spülen einer Schüssel beschäftigt ist, während Anna durch die Scheibe in den Backofen starrt. Ren bemerkt mich ziemlich schnell und lächelt. „Hallo Finn. Hast du nichts zu tun?“ Ich nicke zustimmend, Anna wendet ihren Blick vom Backofen ab und hüpft zu mir rüber. „Wir backen Kekse!“ Ihre Augen strahlen wie bei einem kleinen Kind. Irgendwie erinnert sie mich an das Mädchen, welches in der Stadt gestern gegen Grayson gelaufen ist. Wahrscheinlich hat die uns eh sofort vergessen, als wir wieder hierher zurückkamen.
Ren lächelt leicht bei der Freude, die von Anna ausstrahlt wie das Licht von der Sonne. An mich gerichtet fragt er: „Wie geht es deiner Stirn?“ Ach ja, die kleine Verletzung, die wegen Darks Wecker ist. Nur eine ganz leichte, kaum erkennbare Schramme ist noch übrig. „Gut, alles in Ordnung.“
Anna hat sich wieder der Beschäftigung gewidmet, durch das Glas die Kekse, die im Ofen sind, anzustarren. Ich glaube nicht dass ich es verstehen muss. Ren beendet seine Arbeit mit dem Spülen und lehnt sich anschließend an die Wand. „Hättest du etwas für mich zu tun, Ren?“, möchte ich wissen. „Nein, tut mir leid.“
So finde ich mich um Flur wieder. Vielleicht ist ja im Wohnzimmer jemand? Sofort schaue ich nach und… Volltreffer! Auf dem Fußboden sitzt Liu mit dem weißhaarigen Jungen, welcher am Tisch zwischen ihm und Shiro sitzt, im Schneidersitz und kritzelt etwas auf ein Blatt Papier. Der Junge ihm gegenüber guckt nicht sonderlich zufrieden, dafür grinst Liu. Auf der Couch sitzt Kamil, der liest, auf seiner Schulter hat es sich eine schwarze Katze bequem gemacht. Definitiv ist es Gin, sonst gibt es hier ja keine Tiere. Neben ihm, mit Abstand, ist Evie und zeichnet in einem Notizbuch mit einem Bleistift. Jedoch schaut sie auf, als ich in den Raum komme und lächelt kurz, dann wendet sie sich wieder an das Notizbuch.
Neugierig schaue ich über Lius Schulter. Tic-Tac-Toe? Der Junge gegenüber murmelt etwas, dann zeichnet er auf ein Feld ein Kreuz, Liu gewinnt kurz darauf gegen ihn. „Noch eine Runde, bitte Melwin“, bittet Liu. Man kann aus seiner Stimme heraushören, dass er den Jungen mit dem weißen Haar, den er Melwin genannt hat, ärgern möchte. „Nein. Warum lasse ich mich überhaupt von dir überreden?“, mault er zurück. Seine violett-blauen Augen leuchten auf, Zettel und Stift, den sie hin und her gegeben haben, erheben sich. Erstaunt sehe ich ihn an. Dann steht er auf, sieht mich kurz an und verlässt dann den Raum. „Miesepeter“, höre ich Liu murmeln. An mich gerichtet sagt er: „Hallo Finn. Sei nicht verwundert über Melwin, er mag es nicht zu verlieren.“ Kann ich verstehen. „Kann es sein dass du nichts zu tun hast?“, murrt Kamil, von seinem Buch nicht aufschauend. „Kamil.“ Das kam von der Katze. Kann Gin als Katze doch reden? Dann warum hat sie, als ich sie das erste Mal – und da war sie eine Katze – gefaucht? Ich verstehe es nicht. Aber das mit dem hast du nichts zu tun? kann ich Kamil nicht böse nehmen. Auch Ren hat mich das gefragt. Zu recht. Denn ich habe tatsächlich nichts zu tun.
Vielmehr kümmert es mich, dass Gin nun doch plötzlich als Katze reden kann. Die scheint es bemerkt zu haben, denn sie sieht mich als Katze mit klaren, wasserblauen Augen an. „Ich wollte das erste Mal nicht vor dir sprechen, weil du eh zu ängstlich warst“, behauptet sie. Okay, das ist nett von ihr. Ich stocke. Warte! Warum ist sie eigentlich schwarz? Als Mensch hatte sie silberfarbenes Haar, sollte sie als Katze auch nicht silberfarben sein? Oder schwarze Katze und als Mensch mit schwarzem Haar? Ihre Augen sind als Mensch auch schwarz mit einem Hauch von dunklem Blau. Aber Gin wirkt nicht, als ob sie mir das erklären würde.
Sie blinzelt, dann schließt sie aber doch wieder die Augen. Liu starrt gedankenverloren Löcher in die Luft, Kamil und Evie sind weiterhin auf ihre Beschäftigung konzentriert. „Wenn du nichts zu tun hast, könntest du im Garten vorbei schauen. Vielleicht könntest du dort helfen“, meint Evie, nicht aufschauend. Im Garten? Ich könnte ja vorbeischauen, obwohl… letztens wurde mir gesagt, Hilfe bräuchten sie nicht. Egal.

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