Springe zu den Kommentaren

Wie ein zweiter Vater

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
6 Kapitel - 2.258 Wörter - Erstellt von: DarkNightmare - Aktualisiert am: 2017-05-21 - Entwickelt am: - 306 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

<<Und was ist mit mir? Nicht mal dieses Mal habe ich Dankbarkeit gezeigt und mein Versprechen nicht gehalten. Deshalb fanden mich diese Katzen. Deshalb wurde ich angegriffen.>>

    1
    Etwas nerviges weckt mich. Nein, es ist ausnahmsweise nicht das überaus ärgernde Geräusch von einer Gruppe dieser Clankatzen, weder kleineren von d
    Etwas nerviges weckt mich. Nein, es ist ausnahmsweise nicht das überaus ärgernde Geräusch von einer Gruppe dieser Clankatzen, weder kleineren von denen die denken die können mir einfach so hinterherschnüffeln, ohne zu überlegen, dass ich sie auch umbringen kann. Nein, nein, es ist was anderes. Es kommt mir vertraut vor aber gleichzeitig auch… Ne, ich hab dieses Geräusch lang nicht gehört.
    Mit einem leichten Gähnen verlasse ich den Schutz des umgefallenen Baumes, in dem ich mich versteckt habe. Außerhalb des Schutzes ist es noch kälter. Nicht mehr lange und es wird Frost geben.
    Nicht lange, und ich habe den Grund gefunden, weshalb ich aus dem Schlaf gerissen wurde. „Mama… Bitte wach auf“, wimmert ein kleines Fellknäuel, dicht an den schlaffen Körper einer eigentlich recht hübschen, wolkenweißen gedrückt. Jedoch weht mir bissiger Geruch von der Katze entgegen. War die etwa bei diesen zweibeinigen Viechern? Zweibeiner nennen die Clankatzen die. Wie auch immer, die hat sich wohl vergiftet. War ja klar, wenn man schon nach diesen Zweibeinigen riecht. Das Fellknäuel jammert weiter herum. Dieses Rumgejammere ist der Grund meines Weckens. Vorsichtig nähre ich mich der schlaffen Kätzin. Vielleicht ist sie ja bewusstlos. Dann könnte sie plötzlich aufstehen und mich anspringen, ich selbst hätte dann doch Probleme. Anderen Katzen kann man nicht vertrauen. Egal nach was sie riechen. Das Fellknäuel sieht mich mit großen, ungewöhnlichen grünblauen Augen an, weiterhin wimmernd. Guck mich nicht so an. Ich möchte nur meine Sicherheit überprüfen. Ich rieche mit meiner schwarzen Nase am Fell der Kätzin, dann stupse sie mit meiner Pfote an ihrem Kopf an. Keine Reaktion. Ihr Fell ist kalt. Sie riecht nach Tod. Also lebt sie nicht, ein Problem weniger.
    Gerade will ich mich abwenden, da spüre ich eine leichte Berührung an meinem Fell. Das Fellknäuel guckt zu mir hoch. „B-bitte, hilf Mama!“, jammert es weinerlich. Schweigend sehe ich das Kätzchen an, in der Überlegung, es zu ihrer Mutter über den Tod zu bringen. Schließlich ist der Mutter dieses Kätzchens nicht zu helfen. „Nein. Ihr ist nicht mehr zu helfen.“ Und so gehe ich. Das Kleine lasse ich stehen. Es ist nicht meine Aufgabe, anderen Streuner- oder Einzelläuferkatzen zu helfen. Ich hab schon meine eigenen Probleme.

    2
    Ich wanderte durch die Gegend, bis die Sonne fast ganz am Himmel stand. Währenddessen habe ich eine kurze Pause eingelegt um natürlich eine Maus zu mir zu nehmen. In einem neuen Unterschlupf – einer Kuhle unter ein paar Sträuchern – lasse ich mich nieder, rolle mich zusammen und versuche einzuschlafen. Es würde mir gelingen, wenn nicht plötzlich etwas Weiches, Zitterndes meinen schwarzen Pelz streifen würde. Zum Teil alarmiert, zum Teil verwirrt und zum Teil erschrocken hebe ich meinen Kopf, die Augen von einem auf den anderen Herzschlag aufgerissen. Ein kleines, hell geflecktes Fellknäuel hat sich neben mir niedergelassen. Das ist doch jetzt nicht wirklich... dieses Kätzchen von vorhin! „Lass mich nicht allein. Ich möchte nicht sterben.“ Das leise, zarte Stimmchen könnte einem das Herz erwärmen, aber nicht bei mir. Ich bin nicht jemand, der anderen hilft. Warum sucht es nicht nach diesen verdammten Clankatzen? Eine andere Frage stelle ich mir, die wichtiger ist: Wie hat es mich gefunden? Es ist mir doch nicht etwa gefolgt, oder? Als ich ruckartig aufstehe, quiekt das Kleine erschrocken auf und kullert zur Seite. Dann sieht es zu mir hoch, müde. „Bitte, lass mich nicht allein“, wimmert es schon wieder, nur dieses Mal liegt tatsächlich Müdigkeit in der Stimme. Seufzend beuge ich mich zu der kleinen Kätzin runter und rieche an ihrem Fell. Gut, zumindest kein Geruch nach Krankheit, soweit ich weiß.

    3
    „Schatten! Ich habe es geschafft!“, jubelt mir jemand schon fast direkt ins Gesicht. Genervt öffne ich mein grünes Auge. Flocke hüpft vor mir auf und ab. Ein leckerer Geruch ist direkt vor mir. Maus. Warte! Innerhalb einiger Herzschläge stehe ich steif vor ihr. „Du hast gejagt? Ohne zu fragen bist du einfach irgendwohin gegangen?“, knurre ich, so ruhig wie möglich. Eigentlich erfolglos, ruhig zu bleiben. Dieses naive Bündel aus Fell, Fleisch und Knochen würde mich verraten, wenn es auf irgendwelche Clankatzen treffen würde! Und was dann?
    Trotzig sieht sie mir in die Augen. „Ja, habe ich. Du erlaubst mir ja nie zu jagen!“ „Aus bestimmten Gründen.“ „Aber trotzdem! Freust du dich nicht? Ich hab es geschafft, etwas zu fangen!“ Und wieder fängt sie an, fröhlich über das zarte Gras zu hoppeln. Sie hat es echt geschafft, die kalte Zeit zu überleben. Oft redet sie über ihre, für mich schon lange toten, Mutter Wolke und ihre ebenfalls nicht mehr lebenden Wurfgeschwister, Sprenkel und Hüpfer. Ich selbst muss mich mit Flocke abschlagen, die nun mit schief gelegtem Kopf zu mir sieht, ihr fröhliches Hoppeln hat sie unterbrochen. Wahrscheinlich sieht sie so zu mir, da ich geschwiegen habe, anstatt etwas zu entgegnen. Dieses ist eigentlich nicht normal für mich. „Guck nicht so. Iss doch einfach. Ich gehe noch was überprüfen.“ Bei diesen Worten wende ich mich ab und möchte weggehen, um zu überprüfen, ob irgendwo sehr frische Katzenspuren der Clankatzen oder die selbst irgendwo im Moment sind. Jedoch bleibe ich stehen und sehe verwirrt zu Flocke runter, die mit ihrer Pfote meine Schulter angestupst hat. „Du Schatten… Warum könnten wir uns nicht einfach die Maus teilen?“ Sie sieht mich mit ihren grünblauen Augen an. Man könnte manchmal schon fast in denen versinken. Ich hab jetzt ausnahmsweise weniger Lust auf Streit, also seufze ich nur und teile mir mit ihr die Beute. Ihr helles, schildpattfarben geflecktes Fell bildet glänzt in der Sonne. Wäre sie älter, größer und schneeweiß, vielleicht auch nicht so aufgedreht und anhänglich, würde sie dem Aussehen nach auch an ihre Mutter erinnern, die ich nur tot gesehen habe.
    Nachdem ich meinen Teil der Maus zu mir genommen habe und mich auch vor dem unendlich wirkendem Gemiaue und Erzählen von Flocke retten konnte tappe ich durch die Gegend. Frischer Geruch. Sofort spitze ich meine Ohren und fahre die Krallen aus, aber ich erblicke keine Katze. Und verstecken könnte sich jemand nicht sonderlich gut, hier ist eher eine Sandfläche mit hier und da vereinzelten Bäumen, die auch kleiner und deren Stämme dünner sind als die im Wald. Niemand könnte sich hier vernünftig verstecken.
    Meine Gedanken wandern zurück zu der Kuhle, wo ich mich entschieden habe, Flocke doch bei mir bleiben zu lassen. Wo ich nun auch Flocke gelassen habe. Ist sie dort geblieben? Meine Frage wird durch ein erschrockenes Kreischen beantwortet. Jedes Haar meines Pelzes stellt sich kurz senkrecht auf, als ich erstarre. Körperlich als auch geistlich. Angst und Schrecken ist der Grund. Flocke!

    4
    Meine wunden Ballen schmerzen, als sie auf den Boden eintrommeln, als ich in die Richtung renne, wo ich Flocke gelassen habe. Zwei. Zwei Clans, einer, der mich umbringen und Flocke angreifen würde und ein anderer, friedlicher im Waldteil, der mich nur angreifen und Flocke wohl eher ruhig ansprechen würde. Diese zwei Gerüche kann ich eigentlich perfekt voneinander trennen. Dann warum habe ich nur diesen furchtbaren Fehler gemacht, die Kuhle auszusuchen, die im Teil des aggressiveren Clans zu lassen? Allein? Ich kann hier ja zurechtkommen, aber sie ist nur einige Monde alt! Einen Angriff könnte sie nicht mal überleben!
    Bei der Kuhle finde ich Flocke nicht. Dieses Mäusehirn hat ihr Versprechen nicht gehalten! Sofort renne ich weiter. Pelze ist das erste, was ich erblicke. Und Blut. Mit einem Knurren werfe ich mich auf die erstbeste Katze, die Flocke am nähesten ist. Wenn ich sie schon so lange bei mir behalten habe, dann soll ich auch auf sie aufpassen und sie beschützen. Schnell ducke ich mich unter den Angriffen der zwei anderen Katzen – einem dunkelgrauen Kater und einer grau gescheckten Kätzin – weg, während ich einen eher kleinen Kater am Boden festhalte. „Flocke, lauf! Sofort!“, rufe ich Flocke zu, die zitternd und mit aufgeplustertem Fell kauert und mit vor Schreck geweiteten Augen zu mir starrt. Flieh du Mäusehirn! Ich sehe nicht, wie der dunkelgraue Kater mich angreift und gleich darauf werde ich von den drei Katzen weggeschleudert. Schnell weiche ich einem Angriff der Kätzin aus und stoße Flocke eher unsanft an. Meine Schulter schmerzt von dem Angriff des Katers stark, dennoch werde ich mich den Katzen stellen, um Flocke zu verteidigen. Vielleicht mag ich sie, aber sogar eine Freundschaft führe ich nicht unbedingt mit ihr. Und trotzdem verteidige ich sie gerade. Soll sie doch rennen. Tatsächlich setzt sich Flocke, weiterhin wie Laub im leichten Wind zitternd, in Bewegung und rennt weg. Ich selbst stelle mich dem Kampf. Wohl ein Fehler. Wenig später liege ich am Boden, bei jeder Bewegung nur Schmerz verspürend. Ich muss blinzeln, um mir das Blut von den Augen wegzublinzeln. Der dunkelgraue Kater ist nährt sich mir, um mir mein Ende zu setzen. Wollte ich tatsächlich so enden? Zumindest soll Flocke in Sicherheit sein. Das habe ich mir doch selbst versprochen. Sie, wenn’s schon sein muss, zu beschützen.
    Plötzlich saust ein gefleckter Blitz an mir vorbei. Flocke? Verdammt, sie werden sie auch umbringen, wenn sie versucht mich zu verteidigen! Ich sammele meine Kraft, die ich noch habe, zusammen und stehe auf, springe vor Flocke und spüre, wie sich spitze Zähne in meine Kehle anstatt die von Flocke bohren. Blut spritzt aus der Wunde. Dickflüssig fließt es an meinem Fell die Pfoten herunter zu Boden. Meine Beine zittern, ich ringe nach Luft. Alles um mich herum scheint sich zu drehen, meine Sicht wird verschwommener. Taumelnd kann ich noch ein paar Schritte nach hinten gelangen bevor ich zusammenbreche. Ungenau kann ich vernehmen, wie Flocke meinen Namen ausruft. Warum? Warum hat sie einfach mir nicht gehorcht und mich nicht allein lassen? Dafür ist sie aufgetaucht und… Mein Herz wird langsamer, bevor es aufhört zu schlagen. Meine Augen sind zu. Für immer.

    5
    -Aus Flockes Sicht-
    „Wir gehen. Es reicht“, höre ich die ruhige Stimme der grau gescheckten Kätzin. Pfotenschritte, die sich entfernen. Ich interessiere mich aber nicht für diese Katzen. Das Einzige, worauf ich mich konzentriere, ist der schlaffe Körper des Katers vor mir, der sich selbst geopfert hat, um mein Leben zu retten. Ein Wimmern erklingt aus meiner Kehle, später jaule ich aber zum zweiten Mal den Namen des Katers in den Himmel. Sein tiefrotes Blut verklebt mein Fell an den Pfoten und auch mein weißes Bauchfell, als ich mich zu seinem Körper hinkauere. Schatten. Der Name des Katers, welcher mich für diese einige Monde lang beschützt hat. Er beschützte mich und hat mich auch mit Beute versorgt. Und was ist mit mir? Nicht mal dieses Mal habe ich Dankbarkeit gezeigt und mein Versprechen nicht gehalten. Deshalb fanden mich diese Katzen. Deshalb wurde ich angegriffen. Und Schatten hat mich beschützt. Selbst als der eine Kater mich umbringen wollte hat er mich beschützt und musste dafür mit seinem Leben bezahlen. Tränen der Trauer und der Wut über mich selbst befeuchten meine Augen. Er war wie ein Vater für mich. Ich hab ihn enttäuscht. Dafür werde ich bei ihm bleiben.

    6
    Katzen die vorkamen:
    Schatten – oft gefährlicher, schwarzer Kater mit orangenen Flecken, die eine Tigerung haben und einem grünen und orangen Auge, ein paar Kampfnarben werden von seinem Fell verdeckt
    Flocke – lebensfrohe, junge Katze mit hell geflecktem Fell, weißem Bauchfell und ungewöhnlichen, grünblauen Augen; erst 6 Monde alt
    Federsturm – grau gescheckte Sandclan-Kriegerin mit eisblauen, blitzenden Augen; Mentorin von Eispfote
    Schallkralle – dunkelgrauer, fast schwarzer Sandclan-Krieger mit bernsteinfarbenen Augen
    Eispfote – schneeweißer Sandclan-Schüler mit grauen Tupfen und blauen Augen

    Verstorbene und auch zum Großteil nur erwähnte Katzen:
    Wolke – freundliche Kätzin mit seidigem, wolkenweißem Pelz und verträumten, glänzend blauen Augen in denen man versinken könnte; Mutter von Flocke, Sprenkel und Hüpfer
    Sprenkel – flinke Kätzin mit hellgrauem Fell, welches dunklere, sowie schneeweiße Sprenkel hat, himmelblaue Augen; ist mit zwei Monden gestorben
    Hüpfer – frecher Kater mit schildpattfarbenen Fell und grauen Pfoten, blattgrüne Augen; ist mit zwei Monden gestorben

article
1494957428
Wie ein zweiter Vater
Wie ein zweiter Vater
<<Und was ist mit mir? Nicht mal dieses Mal habe ich Dankbarkeit gezeigt und mein Versprechen nicht gehalten. Deshalb fanden mich diese Katzen. Deshalb wurde ich angegriffen.>>
http://www.testedich.de/quiz48/quiz/1494957428/Wie-ein-zweiter-Vater
http://www.testedich.de/quiz48/picture/pic_1494957428_1.jpg
2017-05-16
406A
Warrior Cats

Kommentare (2)

autorenew

Sonnenfell (00789)
vor 148 Tagen
Die Fanfiction ist der Wahnsinn!!! Du schreibst so schön! Und so emotional. Es ist so toll das Schatten sich letztendlich doch für Flocke opfert. Die Geschichte ist zwar kurz, aber trotzdem so, so... Ach ich kann es einfach nicht beschreiben! Bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte (ok reicht schon) schreib weiter!
Lg Sonnenfell/Sonni
Copperflight ( von: Copperflight)
vor 151 Tagen
Ich bin einfach eiskalt die erste die die FF aufgerufen hat. Ist sehr gut geworden! Und so angenehm kurz. das sind die besten FFs - emotional packend und kurz.