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Music is magic- das Mädchen mit der magischen Stimme Teil 1

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24 Kapitel - 26.392 Wörter - Erstellt von: Ms. Mystery - Aktualisiert am: 2017-04-24 - Entwickelt am: - 1.247 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 8 Personen gefällt es

Olivia ist eine Hexe, elf Jahre alt und wir bald nach Hogwarts gehen - doch dort wird sie ihr Geheimnis bewahren müssen...

    1
    Prolog

    Langsam liefen sie die Straße im Schein der Straßenlaterne hinunter. Ein Mann, eine Frau und ein kleines Kind, ein Mädchen. Das Mädchen trug eine silberne Kette mit einem Anhänger in Form eines Sichelmondes, die im Licht der Straßenlaterne funkelte. Die Frau strich über ihre schokobraunen Haare und blickte beunruhigt auf das kleine Kind hinab. „Lindsay, willst du das wirklich tun?“ Der Mann hatte gesprochen. „Es geht nicht darum, was ich will. Es wird passieren. Ich kann nichts dagegen tun.“ „Ich werde dich nicht alleine lassen!“ „Du musst! Du musst Olivia in Sicherheit bringen. Bitte!“, flehte sie ihn mit Tränen in den Augen an. Er seufzte. „Du wirst sterben.“ „Ich weiß.“ „Nun gut.“ „Dan...“ Lindsay verstummte. Das Straßenlicht flackerte. Schwarze Streifen zogen über den Himmel. Sie waren in einer Muggelgegend. Der Mann erstarrte. Sie waren es! Das Mädchen riss ihre Augen auf. Sowas hatte sie ja noch nie gesehen! „Wen haben wir denn hier?“ Lindsay drehte sich um. „Bellatrix.“ „Lindsay.“, sagte sie spöttisch. „Nun, der dunkle Lord will sie.“ Sie deutete auf das kleine Mädchen in Lindsays Armen. „Er bekommt sie nicht. Ich liebe dich mein Schatz.“, flüsterte sie ihrem Kind zu. Dann wandte sie sich wieder an Bellatrix: „Vergiss es“, zischte sie. „Schade um dich!“, lachte Bellatrix. „JETZT“, rief Lindsay dem Mann, der Olivia im Arm hielt, zu. „Avada Kedavra“, schrie Bellatrix und ein grüner Strahl kam aus ihrem Zauberstab. Lindsay schrie auf und erstrahlte in dem grünen Licht. Olivia fing an zu weinen, doch sie sah ihre Mutter nur noch für einen kurzen Moment, dann verschwand der Mann mit ihr mit einem „Plopp“.


    1.Kapitel

    Steckbrief:

    Name: Olivia Cassiopeia Evangeline Jenna Rosier
    Geburtsdatum: 23. Juli 1980
    Haarfarbe: dunkelbraun
    Augenfarbe: auffallend grün
    Hobbys: Klavier spielen, singen, tanzen, Rollschuh fahren, auf Rollschuhen tanzen
    Besonderheiten: hat eine magische Stimme, die Wunden heilen kann, trägt eine silberne Kette mit einem Anhänger in Form eines Sichelmondes, Animagus, adoptiert
    Charakter: freundlich, hilfsbereit, ehrgeizig, schlau, hat keine Vorurteile, mutig, neugierig, lustig, aufopferungsbereit

    2
    2. Kapitel

    Die hellen Sonnenstrahlen der aufgehenden Sonne schienen durch mein Fenster. Ein kleiner Strahl strich langsam über meine Bettdecke und kitzelte mich langsam in der Nase. Schlaftrunken blinzelte ich, öffnete meine strahlend grünen Augen und setzte mich im Bett auf. Ich gähnte und rieb meine Augen, dann sah ich auf meinen Wecker. (Ein magischer Wecker, wohlgemerkt!) Er zeigte 6:00 Uhr 23.07.91 an. Schlagartig war ich wach. Heute war mein elfter Geburtstag! Schnell sprang ich aus dem Bett und stellte mich vor meinen riesigen Kleiderschrank. Ich entschied mich für ein kurzes, weißes Sommerkleid mit roten Rosen und eine ebenfalls weiße Jeansjacke mit goldenen Knöpfen. Für meine Frisur nahm ich zwei meiner hinteren Strähnen und band sie hinter meinem Kopf zusammen. Während mir meine Kette um den Hals hüpfte, lief ich die Treppenstufen zum Esszimmer hinunter. Mom und Dad saßen schon am Tisch, als ich das Zimmer betrat. „Guten Morgen, mein Schatz! Und alles Gute zum Geburtstag!“ „Danke, Mum!“, sagte ich und setzte mich an den reichlich gedeckten Tisch. „Ich habe da etwas für dich.“, sagte sie und zog ein Päckchen aus ihrer mit einem Vergrößerungszauber ausgeweiteten Handtasche. „Ist das...“ „Ja.“ Ich riss am Geschenkpapier und hervor kam: das neuste Modell der Roller Skates, die gerade in den Handel gekommen waren. „Danke, Mom!“, schrie ich aufgeregt und umarmte sie über den Tisch hinweg. „Setz dich wieder hin.“ Dad sah von seiner Ausgabe des Tagespropheten auf und seine Stimme nahm wieder einen kalten Ton an. Gehorsam setzte ich mich wieder. Ich blickte auf, als sich die Tür öffnete. Unsere Hauselfe Leila kam herein. „Was willst du, Elfe?“, fragte Dad. In seiner Stimme klang Verachtung mit. Leila kam zu mir und übergab mir einen Brief. „Für Sie, Miss.“, quiekte sie und ging Fluchs wieder. Ich starrte den Brief an. Darauf war das Zeichen von Hogwarts abgebildet. Darin stand:

    HOGWARTS-SCHULE FÜR HEXEREI UND ZAUBEREI

    Schulleiter: Albus Dumbledore
    (Orden des Merlin, Erster Klasse, Großz., Hexenmst. Ganz hohes Tier, Internationale Vereinig. d. Zauberer)

    Sehr geehrte Ms. Rosier,
    wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass Sie an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei aufgenommen sind. Beigelegt finden Sie eine Liste aller benötigten Bücher und Ausrüstungsgegenstände. Das Schuljahr beginnt am 1. September. Wir erwarten Ihre Eule spätestens am 31. Juli.

    Mit freundlichen Grüßen

    Minerva McGonagall
    Stellvertretende Schulleiterin

    Im zweiten Brief stand:

    HOGWARTS-SCHULE FÜR HEXEREI UND ZAUBEREI

    Uniform
    Im ersten Jahr benötigen die Schüler:
    1.Drei Garnituren einfache Arbeitskleidung (schwarz)
    2. Einen einfachen Spitzhut (schwarz) für tagsüber
    3. Ein Paar Schutzhandschuhe (Drachenhaut o. Ä.)
    4. Einen Winterumhang (schwarz, mit silbernen Schnallen)

    Bitte beachten Sie, dass alle Kleidungsstücke der Schüler mit Namensetiketten versehen sein müssen.

    Lehrbücher
    Alle Schüler sollten jeweils ein Exemplar der folgenden Werke besitzen:
    - Miranda Habicht: Lehrbuch der Zaubersprüche, Band 1
    - Bathilda Bagshot: Geschichte der Zauberei
    - Adalbert Schwahfel: Theorie der Magie
    - Emeric Wendel: Verwandlungen für Anfänger
    - Phyllida Spore: Tausend Zauberkräuter und -pilze
    - Arsenius Bunsen: Zaubetränke nd Zauberbräue
    - Newt Scamander: Sagentiere und wo sie zu finden sind
    - Qirin Sumo: Dunkle Kräfte. Ein Kurs zur Selbstverteidigung

    Ferner werden benötigt:
    - 1 Zauberstab
    - 1 Kessel (Zinn, Normgröße 2)
    - 1 Sortiment Glas- oder Kristallfläschchen
    - 1 Teleskop
    - 1 Waage aus Messing

    Es ist den Schülern zudem freigestellt, eine Eule ODER eine Katze ODER eine Kröte mitzubringen.

    DIE ELTERN SEIEN DARAN ERINNERT, DASS ERSTKLÄSSLER KEINE EIGENEN BESEN BESITZEN DÜRFEN.

    Augenblicklich sprang ich auf. „Olivia!“ Doch ich hörte nicht auf meinen Vater. „Ich hab den Brief bekommen.“, flüsterte ich. „Wie wunderbar!“, kam es von meiner Mum. „Elizabeth, geh du mit ihr in die Winkelgasse. Ich muss ins Ministerium“, sagte Dad. „Super!“, rief ich. Doch da hatte Dad schon die Tür zugeschlagen.

    3
    3.Kapitel

    „Vergiss nicht, Olivia! Niemand darf von deiner Fähigkeit erfahren, ja?“ Ich nickte. Dann nahm sie meine Hand und es fühlte sich an, als würde ich durch einen Schlauch gedrückt werden.

    Als ich die Augen wieder öffnete, befanden wir uns nicht mehr in unserem Wohnzimmer, sondern vor einem Pub namens Der tropfende Kessel. Mum zog mich durch den Pub, tippte an die Steinmauer und wir betraten die Winkelgasse. Staunend sah ich mich um. Alle Häuser waren schief und krumm und ich war mir sicher, dass sie nur durch Magie zusammengehalten wurden. Es war sehr eng und wir quetschten uns durch die Massen hindurch. Als wir an einem Geschäft mit Schaufenster vorbeigingen, erhaschte ich einen Blick auf einen nagelneuen Besen, doch schon wurde ich von den Menschenmassen weitergezogen. Zuerst gingen wir in die Bank für Zauberer und Hexen, (also Gringotts) und zu unserern Verliesen. (Ja, ich habe ein eigenes!) Dann gingen wir meine Bücher kaufen und später zu Madam Malkin, um mir meine Umhänge zu besorgen. Als wir wieder auf der Straße standen, zerrte ich Mum mit zu Ollivander, dem Zauberstabmacher. Ich wollte jetzt nämlich endlich meinen Zauberstab kaufen!

    „Aha, sie sind, wie es mir scheint, Miss Rosier?“ Ich nickte heftig. „Gut, versuchen sie es mal mit diesem Zauberstab. Buche, Thestralhaar, 11 Zoll, sehr biegsam.“ Ich schwang den Zauberstab und die Blumenvase neben mir fing Feuer. Betreten legte ich ihn zurück. „Nun gut, versuchen sie mal diesen hier! Eiche, Weißdorn, 9 Zoll, sehr hart.“ Nun schwang ich diesen Zauberstab und die Lampe über mir explodierte. „Ah, natürlich.“, murmelte Ollivander. Mir kam es vor, als hätten wir schon jeden Zauberstab im gesamten Laden ausprobiert, denn vor mir auf dem Tresen stapelten sich die Schachteln, in denen sich Zauberstäbe befanden, die nicht mich gewählt hatten. Ollivander schien jedoch ganz unbekümmert, als würde so etwas mit jedem seiner Kunden geschehen. Er verschwand erneut in sein Lager und kam mit einer einzigen Schachtel zurück. Die Schachtel war pupurrot und als Ollivander sie öffnete, sah ich einen langen Zauberstab aus dunklem Holz, an dem sich kleine geschnitzte Ranken hinaufbogen. Der Griff war etwas dunkler als das restliche Holz. „Gut“, sagte Ollivander, „versuchen Sie mal diesen. Linde, Phönixfeder, 12 Zoll gut für Verwandlungen.“ Als ich den Zauberstab in die Hand nahm, wurde mir ganz warm um’s Herz und ein leichter Wind fuhr mir durchs Haar.

    Ich musste sofort daran denken, als ich das allererstemal gesungen hatte. Ich war sechs Jahre alt und war in ein kleines Wäldchen nahe unseres Garten gegangen. Ich hörte ein Wasserrauschen und schlug mich durch einen Busch. Und dahinter lag eine kleine Lichtung mit einem Wasserfall, der in einen großen Teich mündete. Der Wind strich zwischen den Bäumen und verwirbelte mein Haar. Ich fühlte mich frei. So frei, wie schon lange nicht mehr. Und dann hatte ich gesungen...

    Plötzlich drang ein silbernes Licht aus meinem Zauberstab und formten sich zu einer Gestalt einer Katze... „Bemerkenswert.“, drang die Stimme von Ollivander in mein Ohr. „Mum, was ist das für ein Zauber?“, fragte ich. „Das..., Das war ein Patronus. Der Patronuszauber gehört zu den schwierigsten aller Zeiten.“ Sie hörte sich erfürchtig an. Sie schien zu überlegen. „Nun gut, bezahlen wir deinen Zauberstab.“ Sie riss sich von ihren Gedanken los.



    „Bist du müde?“, fragte Mum, als wir den Laden verlassen hatten. „Ja“, sagte ich und gähnte, denn die Sonne war schon untergegangen. „Gut“, erwiderte sie und wir apparierten abermals. Ich war sehr müde und ging deshalb schnell schlafen. Als ich im Bett lag, musste ich bloß meine Augen schließen, um mir meine Zukunft auf Hogwarts auszumalen.

    4
    4. Kapitel

    Ich öffnete meine Augen und blickte auf meinen Wecker. Heute war der erste September... Ab heute würde ich nach Hogwarts gehen. Ich sprang aus dem Bett und lief zu meinem Kleiderschrank. Meine Koffer waren schon gepackt und lagen neben meinem Bett. Ich zog ein weinrotes Top und einen weißen Rock mit grünen Punkten an. Dann ging ich schnell zum Frühstück. Mein Vater kam sofort auf Hogwarts zu sprechen. „Sieh zu, dass du nach Slytherin kommst!“ Ich erwiderte nichts.

    Leila brachte mich zum Bahngleis neundreiviertel. „Auf Wiedersehen, Miss!“ „Auf Wiedersehen, Leila!“ Ich stieg in den Zug und suchte mir ein Abteil.
    Schließlich sah ich einen Jungen mit zerstrubelten schwarzen Haaren alleine in einem Abteil sitzen. „Entschuldige, kann ich mich zu dir setzen?“ „Ja.“ „Oh, entschuldige, ich bin Olivia, Olivia Rosier. Aber du kannst mich gerne Liv nennen!“ „Hi, und ich bin Harry, Harry Potter.“ „Du bist der Harry Potter?“ „Ja.“

    Wir kamen nicht dazu noch etwas mehr zu sprechen, weil die Tür des Abteils aufging und ein Rotschopf hereinsah. „Ist hier noch frei?“ Harry nickte und so ließ der Junge sich auf den Sitz neben mir fallen. „He Ron.“ Ich blickte zur Tür. Dort standen zwei identische wirkende Jungs, Zwillinge. „Hör mal, wir gehen in die Mitte. Lee Jordan hat eine riesige Tarantel.“ „Macht nur“, murmelte der Junge namens Ron. „Harry, haben wir uns eigentlich schon vorgestellt? Fred und George Weasley. Und das ist unser Bruder, Ron.“ Der eine Zwilling wandte sich an mich und fragte: „Und du bist?“ „Olivia, Olivia Rosier.“ „Ok. Bis später dann.“ „Bist du wirklich Harry Potter?“, sprudelte es aus Ron heraus. Harry nickte erneut. Ron griff in seine Jackentasche und zog eine graue, fette, schlafende Ratte heraus. „Das ist Krätze, die alte Ratte meines Bruders Percy, und sie ist ziemlich nutzlos.“ „Sag sowas nicht! Jedes Tier ist zu etwas nütze!“, meinte ich.

    Ron, Harry und ich waren in ein langes Gespräch vertieft, als ich um halb zwölf ein lautes Geklirre und Geklappere hörte. Eine Frau mit Grübchen in den Wangen schob die Tür auf und sagte lächelnd: „Eine Kleinigkeit vom Wagen gefällig?“ Ich stand auf und sah mir an, was es alles zu kaufen gab. Dort lagen Bertie Botts Bohnen aller Geschmacksrichtung, Bubbels Besten Blaskaugummi, Kürbispasteten, Kesselkuchen, Schokofrösche, Lakritz- Zauberstäbe, usw. Harry kaufte von eigentlich allen Sachen etwas (Ron machte große Augen), ich jedoch holte mir eine Packung Bertie Botts Bohnen, und eine Packung Schokofrösche. Harry nahm sich gerade eine Packung Bertie Botts Bohnen von seinem Stapel und ich warnte ihn lieber, also sagte ich: „Pass bloß auf mit diesen. Wenn sie schreiben jede Geschmacksrichtung, dann meinen sie auch jede. Es gibt ganz gewöhnliche Erdbeere oder Schokolade, aber auch Spinat oder Rizinusöl.“ Ron fügte noch hinzu: „George meinte, er habe mal eine mit Popelgeschmack erwischt.“ Er nahm sich eine grünliche Bohne, betrachtete sie sorgfältig und biss hinein. „Äääääh - Sprösslinge.“ Es war ein großer Spaß die Bohnen zu essen und danach das Gesicht zu verziehen, wenn man etwas Ekliges erwischt hatte. Ich hatte Himbeere, Kutteln, Pergament, Gras, Hering, Karamell, Banane, Toast und Eiskaffee.

    London war schon längst verschwunden, und die Landschaft wurde wilder, man sah Wälder, kleine verschlungene Flüsse und dunkelgrüne Hügel, als es an der Abteiltür klopfte. Ein Junge mit rundlichem Gesicht kam herein. Er sah verweint aus. „Tut mir Leid, habt ihr vielleicht eine Kröte gesehen?“ Harry und Ron schüttelten die Köpfe und ich sagte: „Leider nein!“ Da fing er an zu klagen: „Ich hab sie verloren. Immer haut sie ab!“ „Sie wird schon wieder auftauchen. Deine Kröte muss ja hier irgendwo im Zug sein.“ „Ja“, sagte der Junge verzweifelt, „Gut, falls ihr sie seht...“ Dann verschwand er wieder. „Ich weiß nicht, warum er so traurig ist. Wenn ich eine Kröte mitgebracht hätte, dann würde ich wollen, dass sie so schnell wie möglich abhaut. Aber was soll’s, ich hab ja Krätze. Er könnte aber inzwischen gestorben sein, ohne dass wir was gemerkt haben. Gestern hab ich versucht, ihn gelb zu färben, aber der Spruch hat nicht gewirkt. Ich zeig’s euch mal...“ Ron stöberte in seinem Koffer und holte einen ziemlich alten Zauberstab heraus. An einigen Stellen war er angeschnitten, und etwas silbrig Glänzendes glitzerte vorne an der Spitze. „Das Einhornhaar kommt schon fast raus. Egal-...“ Als er den Zauberstab erhob, wurde die Abteilstür aber erneut aufgeschoben. Diesmal war es ein Mädchen mit braunen buschigen langen Haaren. „Hat jemand eine Kröte gesehen? Neville hat seine verloren.“ Der Junge, der also vorher bei uns war, musste also Neville sein. „Ah, du bist gerade am Zaubern?“, fragte sie, als sie Ron entdeckte. „Dann lass mal sehen.“ „Ähm - na gut.“ Ron räusperte sich. „Eidotter, Gänsekraut und Sonnenschein, Gelb soll diese fette Ratte sein.“ Er wedelte mit dem Zauberstab durch die Luft und es geschah - nichts. „Bist du sicher, dass das ein richtiger Zauberspruch ist?“, fragte das Mädchen skeptisch, „Jedenfalls ist er nicht besonders gut. Ich hab schon ein paar zu Üben ausprobiert. Und natürlich habe ich alle Schulbücher auswendig gelernt. Ich hoffe, das reicht. Ach übrigens, ich bin Hermine Granger, und ihr?“ Ich musste grinsen. Ich hatte zwar nicht alle Schulbücher auswendig gelernt, aber ich hatte schon alle Zaubersprüche geübt. „Olivia, Olivia Rosier, freut mich.“ „Ron, Ron Weaschley“, sagte Ron, der sich gerade einen riesigen Schokofrosch in den Mund geschoben hatte. Hermine wirkte ziemlich angeekelt. „Harry Potter“, meinte Harry. „Tatsächlich? Ich habe schon sehr viel von dir gelesen.“ Dann stand sie auf. „Ich helfe dann mal Neville seine Kröte suchen.“ Sie war schon in der Tür, als sie sich noch mal umdrehte und an Ron gewandt sagte: „Und übrigens, du hast Dreck auf der Nase, weist du das?“ Ich lachte kurz auf, dann sagte ich den Jungs, ich würde schnell auf die Toilette gehen und mich umziehen.

    Später stiegen wir aus dem Zug und gingen zu einem großen Mann, der laut Harry Hagrid hieß, und die Erstklässler zu sich rief. Ich saß in einem Boot mit Hermine und zwei Mädchen, die Lavender Brown und Parvati Patil hießen.

    Plötzlich hörte ich ein Raunen und drehte mich um. Mein Mund klappte auf. Hogwarts war wunderschön! Es leuchtete und blinkte, ich konnte mich daran gar nicht sattsehen.Die Boote legten schließlich am Ufer an, wir stiegen aus, und kletterten eine steile Steintreppe hinauf. Dann standen wir vor einem riesigen Eichentor, dem Eingangstor von Hogwarts!

    Vor der Halle erwartete uns eine Lehrerin namens Professor McGonagall, die uns in die Halle führte. Harry und ein gewisser Draco Malfoy hatten einen Streit, doch McGonagall trennte sie. Dann sollten wir uns auf einen dreibeinigen Stuhl setzten, auf dem der Sprechender Hut lag, der uns in die Häuser einteilen würde. Doch zuvor öffenete sich die Krempe des Huts und er fing an zu singen:

    Ihr denkt, ich bin ein alter Hut
    mein Aussehen ist auch gar nicht gut.
    Dafür bin ich der schlauste aller Hüte
    und ist’s nicht wahr, so fress ich mich, du meine Güte!
    Alle Zylinder und schicke Kappen
    sind gegen mich doch nur Jammerlappen!
    Ich weiß in Hogwarts am besten Bescheid
    und bin für jeden Schädel bereit
    Setzt mich nur auf, ich sag euch genau
    wohin ihr gehört - denn ich bin schlau.
    Vielleicht seid ihr Gryffindors, sagt euer alter Hut,
    denn dort regiert, wie man weiß, Tapferkeit und Mut
    In Hufflepuff dagegen ist man gerecht und treu,
    man hilft dem andern, wo man kann, und hat vor Arbeit keine Scheu.
    Bist du geschwind im Denken, gelehrsam und auch weise,
    dann machst du dich nach Ravenclaw, so wett ich, auf die Reise.
    In Slytherin weiß man noch List und Tücke zu verbinden,
    doch dafür wirst du hier noch echte Freunde finden.
    Nun los, so setzt mich auf, nur Mut,
    habt nur Vertrauen, zum Sprechenden Hut!

    Als der Hut sein Lied beendet hatte, klatschte die gesamte Halle stürmend Beifall. Professor McGonagall holte eine lan
    ge Pergamentrolle hervor und holte tief Luft.
    „Malfoy, Draco“, fing sie an. Der Hut berührte kaum seinen Kopf, da rief er schon: „SLYTHERIN!“ Dann kam „Bones, Susan“. Sie kam nach: „HUFFLEPUFF!“ Es folgten „Granger, Hermine“ („GRYFFINDOR!“) und „Boot, Terry“ („RAVENCLAW!“) So ging es zwanzig Minuten weiter, dann rief Professor McGonagall „Potter, Harry“ und ein Raunen ging durch die Halle. Es dauerte ziemlich lange. Doch dann rief der Hut: „GRYFFINDOR!“ Und nun kam „Rosier, Olivia“. Mit zitternden Knien ging ich nach vorne und setzte mir den Hut auf.

    „Ah, wen haben wir denn hier? Olivia, ja, aber nicht Rosier...“ „Ich bin adoptiert, Sir.“ „Das Sir, lass mal stecken.“ „Wissen Sie etwas über meine richtigen Eltern?“ „Ja, meine Liebe! Aber ich glaube, dass du es selbst herausfinden sollst.“ „Na gut“, meinte ich etwas enttäuscht. „Also, dann widmen wir uns mal deinem Haus!“, begann er. „Nun, du bist sehr ehrgeizig, und manchmal auch listig... du hast einige Eigenschaften Slytherins. Ich sehe auch, du bist treu, loyal, freundlich und hilfsbereit. Genau die richtigen Eigenschaften für Hufflepuff! Oh, da ist aber auch Klugheit, ja, du beurteilst niemanden nach seinem Aussehen, sondern nach seinem Charakter! Richtig für Ravenclaw! Ja, aber hier ist noch was! Du bist sehr mutig, für deine Freunde würdest du alles tun, aufbrausend bist du auch! Du wärst eine herausragende Gryffindor. So so, ich lasse dir die Wahl.“ „Ich möchte nach...“ Doch ich sprach nicht weiter. Dad’s Wörter gingen mir durch den Kopf. Sieh zu, dass du nach Slytherin kommst! „Vergiss nie, wer du bist!“, flüsterte mir der Hut zu. Ich nahm all meinen Mut zusammen und meinte bestimmt: „Ich möchte nach Gryffindor!“ „Schön Olivia. Dann wünsche ich dir viel Glück in GRYFFINDOR!“

    Der rot-goldene Tisch klatschte, als ich aufstand und hinüber ging. Ich setzte mich neben Hermine und sah während der restlichen Einteilung zu. Ron kam auch nach Gryffindor und setzte sich mir gegenüber. Plötzlich erschienen vor mir in den Schüsseln allerlei Speisen. Während ich mir Bratkartoffeln und Rinderbraten auf den Teller tat, wandten sich die Zwillinge an mich. „Sag mal, was hat der Hut denn solange mit dir geredet? Ach übrigens, ich bin Fred.“ „Und ich bin George!“, meinte der andere Zwilling, „du bist mindestens fünf Minuten auf dem Stuhl gesessen!“ „Ich bin Olivia, aber ihr könnt mich aber Liv nennen. Der Sprechende Hut hat erkannt, dass Rosier nicht mein richtiger Nachname ist, dann hab ich ihm gesagt, dass ich adoptiert bin, ich wollte auch, dass er mir etwas über meine Eltern erzählt, aber er sagte, ich müsse es selbst herausfinden.“ „Du bist adoptiert?“, fragte Ron mich geschockt. „Ja.“, erwiderte ich und steckte mir ein Stück des Rinderbratens in den Mund. George sah mich mit einem mitleidigen Blick an. „Ich finde es nicht schlimm. Ich kenne meine richtigen Eltern nicht und außerdem habe ich schon mein ganzes Leben lang bei meinen Adoptiveltern gelebt.“, entgegnete ich hastig, als ich George’s Blick sah. „Meine Eltern lieben mich, wie ihre eigene Tochter. Sie sind meine Familie“ Sie hörten mit den Blicken auf und fingen mit einem anderen Thema an. Als wir mit dem Essen fertig waren, folgten wir den Vertrauensschülern zum Gryffindorgemeinschaftsraum. Ich ging hastig in unseren Schlafsaal. Ich teilte mir ein Zimmer mit Hermine, Lavender und Parvati und ich schmiss mich aufs Bett und schlief nach einer Viertelstunde tief und fest.

    5
    5.Kapitel

    Langsam öffnete ich meine strahlend grünen Augen. Der Wecker zeigte auf 6:00 Uhr 02.09.91. Leise summend stand ich auf und ging ins Bad. Schnell drehte ich die Dusche auf und das Wasser prasselte mir auf den Kopf. Zufrieden fing ich an zu singen:

    Honey, Honey, how he thrills me
    Honey, Honey, nearly kills me, honey, honey
    I heared about him before
    I wanted to know some more
    And now I know what they mean
    He’s a lovemaschine
    Oh, he makes me dizzy!
    (ABBA, Honey, Honey)
    ...

    Zitternd schlüpfte ich aus der Dusche und nahm meinen Zauberstab zur Hand. Ich hatte alle meine Bücher schon durchgelesen und zauberte mir meine Haare trocken. Dann sah ich in den beschlagenen Spiegel. Mir blickte ein hellhäutiges Mädchen mit dunkelbraunen Haaren, leuchtend grünen Augen und einem leichten Lächeln im Gesicht entgegen. Schließlich ging ich zurück in den Schlafsaal und zog mir meine Schuluniform an. Ich band mir gerade meine Krawatte, da setzte sich Hermine im Bett auf. „Und ich dachte, ich würde früh aufstehen.“, meinte sie grinsend. Mein Wecker zeigte gerade mal 6:45 Uhr. Also machte sich Hermine fertig und dann gingen wir zusammen in die große Halle zum Frühstücken.

    Ich schmierte mir gerade mein drittes Marmeladenbrötchen, da kamen die Eulen mit der Post in die Halle geflogen. Aus der Menge der Eulen erkannte ich auch Aphrodite, die Eule meines Vaters. Sie trug einen scharlachroten Brief im Schnabel und landete auf meinem Platz. Sie hatte mir einen Heuler gebracht. Das würde Ärger geben...
    Neville hatte den Heuler jedoch auch bemerkt. „Öffne ihn lieber gleich. Sonst passiert noch etwas Schreckliches...“ Ich nickte. Meine Hände zitterten, als ich den Briefumschlag öffnete. Die Stimme von Dad drang durch die ganze Halle: „OLIVIA CASSIOPEIA EVANGELINE JENNA ROSIER! WAS FÄLLT DIR EIGENTLICH EIN! DU ENTEHRST UNSERE GANZE FAMILIE! JEDER IN UNSEREM STAMMBAUM KAM NACH SLYTHERIN, ABER DU, DU KOMMST NACH GRYFFINDOR!“, Er spuckte das Wort „Gryffindor“ verächtlich aus, „IN DEN WEIHNACHTSFERIEN BRAUCHST DU DICH ERSTMAL NICHT BEI UNS ZU HAUSE BLICKEN LASSEN!“ Den letzten Satz sagte er so verachtend, wie es überhaupt ging. Dann zerfetzte sich der Heuler selbst in kleine Teile. Heiße Tränen liefen mir über die Wangen. Immer noch geschockt rannte ich aus der großen Halle. Hermine stand auf und lief mir hinterher. Weinend rannte ich zum Gemeinschaftsraum, während Hermine hinter mir her kam. Die fette Dame bemerkte mich, sagte aber: „Oh, du Arme! Komm rein, du brauchst kein Passwort!“ Ich stolperte durch das Porträtloch und sank schluchzend in einem Sessel zusammen. Hermine setzte sich neben mich, sagte aber nichts und ich war ihr sehr dankbar dafür. Schließlich riss ich mich zusammen, und stand auf. „Komm, lass uns zum Unterricht gehen, Mine.“ Sie nickte und wir machten uns auf den Weg. Wir suchten uns einen Platz ganz weit vorne, denn ich wollte soviel von Verwandlung mitbekommen, wie möglich. Nach ca. fünf Minuten kam auch der Rest der Klasse. Wir hörten, wie sich Malfoy laut mit einem Typen names Blaise Zabini und einem Mopsgesicht, das Pansy Parkinson hieß, unterhielt: „Habt ihr das mitgekriegt? Rosier hat heute Morgen einen Heuler bekommen!“ Er lachte dreckig und starrte hämisch zu mir herüber.

    Doch dann kam auch schon Professor McGonagall herein und ging die Anwesenheitsliste durch. „Olivia Rosier?“, fragte sie. „Anwesend“, antwortete ich. „Harry Potter und Ronald Weasley?“ Professor McGonagall sah sich im Klassenzimmer um und wandte sich dann an mich: „Miss Rosier, wissen Sie, wo Mr. Potter und Mr. Weasley sind?“ Ich schüttelte nur den Kopf. Dann drehte sie sich um und setzte sich hinter das Pult. Kurz darauf verwandelte sie sich in eine Katze. Ich war nicht sonderlich überrascht, denn das konnte ich auch. Doch plötzlich wurde die Tür aufgerissen und Harry rannte mit Ron herein. „Ein Glück, Professor McGonagall ist noch nicht da.“ Die Katze auf dem Pult verwandelte sich jetzt aber wieder in die Lehrerin zurück. „Mr. Potter und Mr. Weasley, dürfte ich erfahren, wieso Sie zu spät kommen?“ Den beiden lief ein kalter Schauer über den Rücken. Schließlich sagte Harry leise: „Entschuldigen Sie, Professor. Wir haben den Klassenraum nicht gefunden.“ Sie nickte als Bestätigung, dass sie ihre Entschuldigung abzeptierte.

    Ich drehte mich zu Hermine um, die gerade die Hand in die Luft streckte. „Ja, Miss Granger?“ „Professor, wie haben sie das gemacht?“ „Nun, ich bin ein Animagus, also eine Person, die sich in ein Tier verwandeln kann. In diesem Raum sitzt noch jemand, der ein Animagus ist.“ Sie nickte mir zu. „Ms. Rosier, würden sie es der Klasse vorführen?“ Ich stand auf und stellte mich in die Mitte des Klassenzimmers. Ich dachte angestrengt an meine Animagusgestalt und dann stand ich da, inmitten der Schüler in der Gestalt einer schwarzen Katze mit leuchtend grünen Augen. Einige sahen mich bewundernd an, Neville, Dean und Seamus klatschten sogar. Ein einziger Gedanke an meine menschliche Gestalt und schon stand ich wieder als Mensch vor ihnen. „Wunderbar, 15 Punkte für Gryffindor!“, lobte mich Professor McGonagall und zufrieden setzte ich mich wieder neben Hermine.

    Zufrieden saß ich mit Hermine, Ron und Harry beim Mittagessen. Geschichte der Zauberei war so spannend! Ich und Hermine waren die Einzigen, die Binn’s einschläfernden Stimme wiederstehen konnten. Und in Zauberkunst hatte mich Professor Flitwick gelobt. Jedenfalls saß ich jetzt hier und schob mir etwas von meiner Hähnchenkeule in den Mund. „Was haben wir denn jetzt?“, fragte ich Hermine. „Warte mal..., jetzt haben wir Verteidigung gegen die dunklen Künste.“ „Bei Professor Quirell?“, fragte ich. „Leider“, meinte Ron und stöhnte.

    Schnell packte ich meine Tasche zusammen und lief rasch aus dem Raum. „Schnell, sonst kommen wir zu spät zu Zaubertränke.“ Im Kerker öffneten wir die schwere Tür zum Klassenraum und ich setzte mich rasch neben Hermine. Als alle Schüler auf einem Platz saßen, kam Professor Snape zur Tür hereingerauscht. Er erinnerte mich irgendwie an eine übergroß geratene Fledermaus. Zuerst hielt er uns eine Rede, die sofort darauf schließen ließ, dass er die Slytherins ganz klar bevorzugen würde.

    Doch dann wendete er sich Harry zu und fragte ihn: „Potter! Was bekomme ich, wenn ich einem Wermutaufguss geriebene Affodillwurzel hinzufüge?“ Ich sah in Harry’s Gesicht, dass er absolut keine Ahnung hatte. Hermines und meine Hand schossen in die Höhe, doch er ignorierte sie einfach. „Ich weiß nicht, Sir“, sagte Harry leise. Snape grinste gehässig und sagte hämisch: „Tjaja - Ruhm ist eben nicht alles. Versuchen wir es noch mal Potter. Wo würdest du suchen, wenn du mir einen Bezoar beschaffen müsstest?“ Ich meldete mich energisch, doch es brachte immer noch nichts. Harry hatte wirklich nicht die geringste Ahnung. Malfoy, Crabbe und Goyle bogen sich hinter uns vor Lachen. „Ich weiß nicht, Sir.“ „Dachtest wohl, es wäre nicht nötig, ein Buch aufzuschlagen, bevor du herkommst, oder Potter?“ Jetzt war ich richtig sauer auf Snape, aber wollte ja keine Punkte für Gryffindor verlieren. Meine und Hermines erhobene Hände missachtete er immer noch. „Was ist der Unterschied zwischen Eisenhut und Wolfswurz, Potter?“ Meine Hand berührte fast die Kerkerdecke. „Ich weiß nicht, aber ich glaube Olivia weiß es, also wieso nehmen Sie sie nicht dran?“ Jetzt drehte sich Snape zu mir um und musterte mich von Kopf bis Fuß. Sein Blick blieb schließlich auf meinen Augen ruhen. Wie hypnotisiert blickte er mich an, bis ihm schließlich einfiel, was er eigentlich von mir wollte. „Nun, Miss...“ „Rosier, Professor. Affodil und Wermut ergeben einen Schlaftrank, der so stark ist, dass er als Trank der Lebenden Toten bekannt ist. Einen Bezoar kann man im Magen einer Ziege finden. Es ist ein Stein, der einen vor den meisten Giften rettet. Eisenhut und Wolfswurz bezeichnen die selbe Pflanze, die glaube ich, auch Aconitum heißt.“ „Glauben sie... Nun, ihre Antworten sind korrekt.“ Snape ließ von mir ab.

    Dann sollten wir einen Trank zur Heilung von Furunkeln brauen und ich hatte schnell unter meinem Kessel ein Feuer entfacht. Ich war auch ziemlich schnell fertig und meldete mich. Snape bemerkte mich und kam langsam zu mir herüber. „Haben sie eine Frage, Miss Rosier?“, fragte er. „Nein, Professor. Ich wollte Ihnen nur mitteilen, dass ich bereits fertig bin.“, sagte ich. Snape sah in meinen Kessel und ein erstauntes Lächeln zog sich über sein Gesicht. „Perfekt ausgeführt. 10 Punkte für Gryffindor!“ Ein Raunen ging durch die Klasse und ich lächelte vor mich hin.

    „Im Ernst“, fragte Fred. „Snape hat dir Punkte gegeben?“, meinte nun George. „Ja“, sagte ich und schob mir währenddessen etwas von dem Linseneintopf in den Mund. „Das macht er sonst nie!“, sagte Lee Jordan, ein Freund der Zwillinge, erstaunt. Ich zuckte nur mit den Schultern und aß mein Abendessen fertig. Dann stand ich auf und ging mit Hermine in den Gemeinschaftsraum. Wir ließen uns in zwei Sessel fallen und ich fing mit dem Aufsatz für Professor McGonagall an. Als es 10 Uhr schlug, packte ich meine Sachen zusammen und stieg langsam die Stufen zum Mädchenschlafsaal hinauf. Ich begab mich schnell ins Bad, bürstete meine langen Haare und putzte meine Zähne. Dann legte ich mich ins Bett und schlief sofort ein.

    6
    6. Kapitel

    Ich hatte mich mittlerweise richtig gut in Hogwarts eingelebt und der Unterricht machte mir auch richtig Spaß. Hermine und ich saßen gerade im Gemeinschaftsraum und ich las gerade die Geschichte von Hogwarts, als Neville durch das Porträtloch stieg, sich auf uns zubewegte und auf einmal über seine eigenen Füße stolperte und der Länge nach auf den Boden krachte. Hastig rappelte er sich auf und drückte mir einen Brief in die Hand, während er vor Scham rot anlief. „Der ist von Professor Dumbledore.“, sagte er nur kurz und ging dann schnell in Richtung Jungenschlafsaal. Ich öffnete den Brief und darin stand:

    Sehr geehrte Miss Rosier,
    ich möchte Sie bitten, sich morgen Abend um 20:00 Uhr in meinem Büro einzufinden.
    Professor Dumbledore
    PS: Ich mag Bertie Bott’s Bohnen.

    Ich stutzte. Wieso musste ich wissen, dass er Bertie Bott’s Bohnen mochte? Na ja, war ja auch egal. Ich packte die Geschichte von Hogwarts in meine Tasche und ging in den Mädchenschlafsaal. Ich las mir den Brief noch ca. 5 Mal durch, dann war ich eingeschlafen.

    Heute war ich besonders aufgeregt, denn wir hatten unsere erste Flugstunde. Hermine war jedoch noch etwas skeptisch. Kaum dass ich mit Mittagessen fertig war, zerrte ich Mine zum Flugunterricht. Madam Hooch begrüßte uns, dann sagte sie, wir sollten uns neben einen Besen stellen und „Hoch“ rufen. Also stellte ich mich hin und sagte laut und deutlich „HOCH“. Sofort kam Bewegung in den Besen und er flog in meine Hand. Erstaunt sah ich mich um und bemerkte, dass außer mir nur Harry und Malfoy ihre Besen in der Hand hatten. Madam Hooch kam an mir vorbei und sagte: „Jeweils 10 Punkte für Mr. Potter und Ms. Rosier für Gryffindor und 10 Punkte für Mr. Malfoy für Slytherin. Gut, wenn ich „Drei“ sage, stoßt ihr euch mit aller Kraft vom Boden ab. Eins, zwei...“ Weiter kam sie nicht, denn Neville’s Besen schwebte höher und höher, schließlich blieb er an einer Statue mit seinem Umhang hängen und stürzte dann auf den Boden. Sofort rannte ich zu dem verletzten Neville hinüber. Es sah aus, als habe er sich etwas gebrochen, doch dann kam auch schon Madam Hooch und brachte ihn in den Krankenflügel, während sie uns ermahnte uns, dass wir nicht anfangen sollten zu fliegen.

    Doch kaum war sie mit Neville verschwunden, hob Malfoy etwas vom Boden auf: Es war Neville’s Erinnermich! Harry sagte zu ihm er solle es zurückgeben, doch er dachte gar nicht daran und kletterte auf einen Besen. Harry schnappte sich seinen Besen und flog ihm hinterher. Eine Sekunde später bestieg ich ebenfalls einen Besen und ignorierte Hermine’s Kommentar. Ich konnte bei soetwas einfach nicht zusehen. Ich musste Neville sein Erinnermich zurückbringen. Harry versuchte gerade die kleine Kugel zu fangen, allerdings ohne Erfolg. Blitzschnell reagierte Malfoy und warf den Ball mit aller Kraft. Harry und ich stürzten gleichzeitig hinterher. Ich bemerkte nicht, dass wir gerade über McGonagall’s Büro schwebten. Harry hatte das Erinnermich gefangen, ihm wurde aber von Malfoy der Weg abgeschnitten. „Liv, fang!“ Er warf die Kugel zu mir, doch er hatte schlecht gezielt. Ich wusste nur einen Ausweg. Ich ließ mit meinen Händen den Besenstiel los und drehte mich. Ich hing jetzt kopfüber, und sah den Ball auf mich zukommen. Blitzschnell packte ich ihn und drehte mich wieder in meine normale Haltung zurück. Sanft steuerte ich den Boden an und hielt das Erinner-mich in der Hand. Plötzlich kam Professor McGonagall auf uns zu und sagte: „Mr. Potter und Ms. Rosier, würden sie bitte mitkommen?“

    Ich hatte ein ganz schlechtes Gefühl bei dieser Sache. Und Harry schien das genauso zu sehen. Professor McGonagall klopfte an einer Tür und trat hinein. „Könnte ich mir bitte kurz Wood ausleihen?“ Verwundert blickte ich Harry an, doch der zuckte nur mit den Schulter. Ein älterer Schüler kam aus dem Klassenraum und musterte uns. McGonagall sah ihn an und dann sagte sie: „Ich habe Mr. Potter und Ms. Rosier spielen sehen. Ms. Rosier würde einen hervorragende Jägerin abgeben, und Mr. Potter einen ausgezeichneten Sucher.“ Langsam dämmerte es mir, um was es hier ging: Quidditch. Professor McGonagall schenkte mir ein kleines Lächeln. „Potter, Rosier, dies ist Oliver Wood. Sie hätten sie spielen sehen müssen, Wood. Sie sind Naturtalente. So etwas habe ich noch nie gesehen. War das ihr erstes Mal auf dem Besen?“ Harry nickte und ich sagte: „Ich bin schon einmal auf dem Besen gesessen, aber mehr auch nicht.“ „Wood ist Kapitän der Mannschaft von Gryffindor.“, erklärte Professor McGonagall. „Wir müssen ihnen anständige Besen beschaffen, Professor.“, meinte Wood begeistert. „Ich werde mit Professor Dumbledore sprechen. Weiß Gott, wir brauchen eine bessere Mannschaft als letztes Jahr. Platt gemacht von Slytherin im letzten Spiel - ich konnte Severus Snape wochenlang nicht in die Augen sehen...“ Professor McGonagall sah uns ernst an. „Ich möchte hören, dass Sie hart trainieren werden, Potter und Rosier, sonst überlege ich mir das mit der Strafe noch einmal anders.“

    Ron war total überrascht, als wir ihm die Neuigkeit erzählten. „Ihr seid wahrscheinlich die beiden jüngsten Hausspieler seit Jahrhunderten.“ „Ich weiß“, sagte ich und Harry ergänzte: „Hat Wood uns schon erzählt.“ Ich schob mir ein Stück Pastete in den Mund und sah rasch auf den Uhr: 19:55 Uhr Oh, nein! Ich musste ja zu Professor Dumbledore! Also stand ich schnell auf, und verabschiedete mich mit: „Bis Morgen“, und rannte aus der Halle. Ich lief rasch zu einem großen Wasserspeier, der mich starr anblickte und dann „Passwort?“ fragte. Ich erinnerte mich an Dumbledores Brief. Ich mag Bertie Botts Bohnen. Na ja, ein Versuch kostete ja nichts. „Bertie Botts Bohnen“, sagte ich. Der Wasserspeier glitt zur Seite und ich stellte mich auf eine Treppenstufe, die mich nach oben fuhr. Ich blieb zögernd vor einer großen Holztür stehen und wollte gerade klopfen, da hörte ich eine wütende Stimme.

    Sie gehörte Snape. „Wenn ich es Ihnen doch sage, Dumbledore, sie hatte ihre Augen! Lindsay’s Augen! Ich bin mir sicher, dass...“ „Severus, Lindsay’s Tochter ist tot. Sie starb, als sie ein Jahr alt war.“ Dumbledore’s Stimme hörte sich ruhig an, doch Snape wurde immer wütender. „Ich weiß es einfach! Wieso sollte sie nicht überlebt haben?“ Dann hörte ich ein Krachen. Offenbar hatte Snape etwas heruntergeworfen. Ich musste einschreiten! Also klopfte ich an die Tür und Dumbledore’s Stimme rief: „Herein!“

    Zaghaft betrat ich den Raum und musste staunen. Dumbledore besaß einen riesigen Schreibtisch, auf dem seltsame silberne Geräte abgestellt waren. Hinter dem Pult und überhaupt im ganzen Raum hingen Bilder von früheren Schulleitern und Schulleiterinnen. In einer Ecke stand ein großes Regal mit vielen Büchern, ein Schrank, der einen Spalt breit geöffnet war und davor stand eine Stange und auf ihr saß ein wunderschöner Vogel. Er hatte rötlich und goldenes Gefieder und sah mich mit klugen Augen an. Es war ein Phönix. Und in diesem sonderbaren Raum standen Dumbledore und Snape und sahen mich nun an, Snape erschrocken, Dumbledore eher neugierig. Auf dem Boden lagen silbern glänzende Scherben, wie es schien, hatte Snape sich nicht beherrschen können und hatte sie aus Zorn heruntergeworfen. „Professor Dumbledore, Sie wollten mich sprechen?“, fragte ich schüchtern. Keiner der beiden Männer bewegte sich. „Soll ich draußen warten, bis Sie ihr Gespräch mit Professor Snape beendet haben?“ „Nein, nein, i-, ich w-, wollte sowieso gerade gehen.“, kam es von Snape und er verschwand durch die Tür. Professor Dumbledore reparierte mit einem Wink seines Zauberstabs die Geräte und bat mich, Platz zu nehmen. Ich setzte mich auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch. „Ja. Ich muss mit dir reden, über deine Stimme.“

    7
    7. Kapitel

    „M-, Meine Stimme?“ „Olivia, ich weiß von deine Gabe.“ „Oh“, war das einzige, das ich hervorbrachte. „Ich nehme an Evan und Elizabeth haben dir verboten über deine Begabung zu sprechen oder zu benutzen.“ „Ja.“ Ich wusste, jetzt würde Dumbledore ebenfalls sagen, ich solle meine Gabe geheimhalten. „Nun Olivia, ich möchte, dass du deine Gabe nutzt.“ Häh, das verstand ich nicht! Hatte er gerade gesagt, ich solle meine Stimme nutzen? „Du wirst es nicht ewig verstecken können. Du solltest einem Menschen davon erzählen. Vielleicht Ms. Granger? Wie ich hörte, versteht ihr euch gut.“ „Das werde ich.“ „Gut.“ Ich stand auf. „Übrigens, Herzlichen Glückwunsch zur Aufnahme in die Quidditschmannschaft. Viel Glück!“ „Danke, Professor!“ Ich stand schon in der Tür, doch da drehte ich mich noch einmal um. „Professor Dumbledore, was wollte eigentlich Professor Snape bei Ihnen?“ „Er wollte über eine alte Freundin reden.“ Ich nickte und ging. Doch dabei hatte ich das ungute Gefühl, dass Dumbledore wusste, dass ich an der Tür gelauscht hatte.

    Ich betrat den Schlafsaal. „Hermine, bist du noch wach?“, flüsterte ich. „Ja, ich habe auf dich gewartet. Wo warst du?“ „Ich war bei Dumbledore.“ „Bei Dumbledore?“ „Ja, Mine, aber jetzt muss ich dir etwas wirklich Wichtiges sagen.“ Ich atmete tief durch. „Du weißt ja, ich bin ein Animagus. Du hast ja schon von Hexen und Zauberern mit besonderen-, na ja, Eigenschaften gelesen. Ich habe so eine Fähigkeit...“ Meine Stimme wurde immer leiser. „Ich habe eine magische Stimme, damit kann ich Wunden heilen.“ Weiter kam ich nicht, denn Mine fragte: „Eine magische Stimme? Ist das wahr? Beweis es mir!“ Ich nickte und setzte mich auf die Bettkante. Leise summte ich eine Melodie vor mich hin. Eine kleine Narbe an meiner Hand, die ich mir geholt hatte, als ich unvorsichtigerweise gegen mein Bett gestoßen hatte, verschwand wie von Zauberhand. Hermine blickte zuerst auf meine Hand, dann auf mich. Plötzlich sprudelten die Fragen aus ihr heraus: „Und du kannst alle Wunden heilen? Alle Krankheiten? Was ist mit dem Tod? Weiß sonst noch jemand davon?“ Ich lachte. „Immer langsam mit den jungen Pferden. Außer meinen Eltern, Dumbledore und dir weiß keiner davon, und du darfst auch niemandem davon erzählen!“ „Ehrenwort, Liv!“ Ich war erleichtert. Hermine war wirklich die beste Freundin, die man sich wünschen konnte!

    8
    8. Kapitel

    Mittlerweile ging es schon auf Halloween zu. Hermine hatte mir von ihrer Begegnung mit Hagrid’s Riesenhund erzählt, und Harry und Ron schien es egal zu sein, da sie mich mochten. Es war eines Morgens, als ich am Frühstückstisch saß und die Eulenpost kam. Eine große Schuleule kam auf mich zugeflogen und ließ ein längliches Paket vor mir fallen. Ich packte es aus und staunte: Es war ein neuer Nimbus 2000! „Aber wer-...“, meinte Harry, der auch einen Nimbus 2000 vor sich liegen hatte. Ich deutete auf den Lehrertisch, bei dem Professor McGonagall saß, und uns zuzwinkerte. Ich strahlte zurück. Wir hatten schon Quidditschtraining mit Wood und wir begeisterten ihn. Er sagte, ich wäre die perfekte Jägerin. „Ein Nimbus 2000, ihr habt es gut!“, stöhnte Ron neidisch. „Ich hab noch nicht mal einen berührt.“ Harry, Ron und ich verließen nach dem Frühstück die Halle, doch in der Eingangshalle stellten sich Crabbe und Goyle in den Weg. Malfoy riss mir den Nimbus 2000 aus der Hand und betrachtete ihn. „Das ist ein Besen.“ Ich konnte es mir nicht verkneifen und sagte schnippisch: „Einer von der ganz schlauen Sorte!“ Er warf ihn mir zurück, mit einer Mischung aus Eifersucht und Häme im Gesicht. „Diesmal seid ihr dran, Potter und Rosier! Erstklässler dürfen keinen Besen besitzen!“ Plötzlich erschien Professor Flitwick an Malfoys Seite. „Sie streiten sich doch nicht etwa?“, quiekte er. „Potter und Rosier haben einen Besen geschickt bekommen, Professor!“, sagte Malfoy wie aus der Pistole geschossen. „Ja, das hat seine Richtigkeit. Professor McGonagall hat mir die besonderen Umstände eingehend erläutert. Und welches Modell ist es?“ „Ein Nimbus 2000, Sir“, sagte ich. Ich musste mich wirklich bemühen, bei Malfoys Gesicht nicht laut loszulachen. „Viel Glück bei ihrem ersten Quidditschspiel.“ „Danke, Sir!“, erwiderte Harry und wir gingen immer noch lachend über Malfoys Gesicht in den Unterricht.

    9
    9. Kapitel

    Ich war sehr erstaunt, als wir nun schon fast zwei Monate nach Hogwarts gingen. Auch der Unterricht wurde jetzt interesanter, jetzt, da wir die Grundlagen beherrschten. Am Morgen von Halloween verkündete uns Professor Flitwick im Zauberkunstunterricht wir seien nun soweit, Gegenstände fliegen zu lassen. „Also, vergesst nicht diese flinke Handbewegung mit dem Handgelenk, die wir geübt haben!“, quiekte Professor Flitwick, der wie üblich auf einem riesigen Stapel Bücher stand. Die Übung war wirklich nicht schwer, doch Harry und Ron taten sich offensichtlich hart. „Wingardium Leviosa!“, rief Ron, während er seine Arme kreisen ließ. „Du sagst es falsch!“, mischte sich Hermine ein. „Es heißt Wing-gar-dium Levi-o-sa, nicht Wingardium Levio-sa.“ „Dann mach’s doch selbst, wenn du alles besser weißt.“ Ich wendete mich wieder meiner eigenen Feder zu und sagte: „Wingardium Leviosa!“ Die Feder erhob sich in die Luft und ich dirigierte sie mit meinem Zauberstab immer höher. Eine zweite Feder gesellte sich plötzlich zu meiner und ich war sicher, dass sie Hermine gehörte. „Oh, sehen sie! Miss Granger und Miss Rosier haben es geschafft!“ Ron’s mürrischen Gesichtsausdruck bemerkte ich jedoch nicht.

    Als ich mich am Ende der Stunde zusammen mit Harry und Ron auf den belebten Gang trat sagte Ron: „Kein Wunder, dass niemand Hermine ausstehen kann, ehrlich gesagt ist sie ein Albtraum.“ Jemand stieß im Vorbeigehen Harry an. Es war Hermine. Und sie weinte. „Ich glaube sie hat dich gehört“, sagte er. „Ihr müsste schon aufgefallen sein, dass sie keine Freunde hat.“ Jetzt reichte es. „Ron! 1. Ich kann Hermine gut leiden, 2. Ich bin ihre beste Freundin und 3. Bist du ziemlich gut darin, die Gefühle anderer Menschen zu verletzten!“ Ich rauschte wütend davon. Ich hörte nur noch, wie Ron zu Harry sagte: „Versteh einer die Frauen!“

    Ich suchte Hermine. Da hörte ich ein Schluchzen aus dem Mädchenklo. „Hermine?“, fragte ich vorsichtig. Doch es brachte nichts. Sie wollte nicht mit mir reden und auch nicht herauskommen. Soviel ich auch auf sie einredete es war hoffnungslos.

    Harry’s Sicht:

    Quirell war gerade mitten in das Fest geplatzt und faselte etwas von einem Troll und fiel in Ohnmacht. Die Lehrer machten sich sofort auf die Suche nach dem Troll und wir sollten in unserem Gemeinschaftsraum gehen. Doch auf dem Weg hielt ich Ron zurück. „Hermine und Liv!“ „Was soll mit denen sein?“ „Sie wissen nichts von dem Troll!“ Wir rannten schnell Richtung Mädchentoilette. Parvati Patil hatte uns verraten, dass Hermine weinend im Klo saß und Liv bei ihr war. Plötzlich hörten wir ein Poltern und ein Grunzen. Wir versteckten uns schnell in einer Nische und beobachteten, wie der Troll eine Keule nahm und die nächstgelegene Tür einschlug. Es war die Tür des Mädchenklos.

    Olivia’s Sicht:

    Wir hörten plötzlich ein ohrenbetäubendes Krachen. Ich starrte geschockt zu Tür. Dort stand ein riesiges, olivfarbenes Wesen, dass widerlich grunzte: Ein Bergtroll! „Hermine“, meinte ich panisch. Sie trat langsam aus der Tür und starrte ebenfalls den Troll an. Und dann schrien wir. „AAAAHHHHH!“

    Und dann standen hinter dem Troll auf ein Mal Ron und Harry. „Harry, Ron!“ „Wir müssen ihn ablenken!“, meinte Harry verzweifelt. Der Troll hatte mittlerweile angefangen, die Kabine zu zerschlagen. Hermine lag jetzt unter einem Haufen aus Holzstücken. „Mine!“, rief ich panisch. „He, du Erbsenhirn!“, schrie Ron von der anderen Seite des Raums und warf ein Metallrohr nach ihm. Nun wandte sich das Monster zu Ron um. „Schnell, lauf, lauf!“, rief Harry Hermine zu, doch Hermine konnte sich vor Angst nicht rühren. Harry tat nun etwas wirklich Mutiges, Dummes und Verrücktes: er sprang dem Troll mit einem gewaltigen Spung auf den Rücken und stieß ihm seinen Zauberstab in die Nase. Der Troll heulte vor Schmerz und packte Harry. Er hielt ihn vor sich am rechten Fuß fest. „Lass Harry sofort los, du widerwärtiges Monster!“, brüllte ich. Doch der Troll beachtete mich gar nicht. „Tut irgendwas!“, rief Harry. „Was den?“, meinte Ron. „Irgendwas!“ „Wingardium Leviosa!“ Ron hatte einen simplen Zauberspruch benutzt, doch er wirkte. Die Keule des Trolls erhob sich und zwar im richtigen Moment, denn der Troll wollte Harry gerade damit schlagen. Und nun starrte er verdutzt auf seine Hände, in denen eigentlich die Keule sein müsste. Dann sah er nach oben auf sein Werkzeug, das auf seinen Kopf krachte. Der Troll wankte, dann fiel er mit einem dumpfen Schlag, der den ganzen Raum erzittern ließ.

    Hermine machte als Erste ihren Mund auf. „Ist er - tot?“ „Glaub ich nicht.“, sagte Harry. Ich sah mir den Troll genauer an. „Ich denke, der ist k.o.“ Harry bückte sich und zog seinen Zauberstab aus der Nase des Tolls. Er war mit etwas beschmiert, das aussah, wie klumpiger grauer Kleber. „Uäääh, Troll-Popel“, meinte Ron angeekelt. Ein plötzliches Türschlagen und hastige Schritte ließ uns aufhorchen.Wir hatten nicht bemerkt, wie laut wir gewesen waren. Einen Augenblick später kam Professor McGonagall hereingestürmt, dicht gefolgt von Snape, mit Quirell als Nachhut. Quirell warf einen Blick auf den Troll und war einem Zusammenbruch ziemlich nah. Snape beugte sich über den Troll und Professor McGonagall blickte uns an. Noch nie hatte ich sie so wütend gesehen.

    „Was zum Teufel habt ihr euch eigentlich gedacht? Ihr könnt von Glück reden, dass ihr noch am Leben seid. Warum seid ihr nicht in eurem Schlafsaal?“ „Professor McGonagall, es ist meine Schuld.“ Ich starrte Hermine an. Sie erzählte einer Lehrerin eine glatte Lüge? „Miss Granger?“ Professor McGonagall klang erstaunt. „Ich bin dem Troll nachgelaufen, weil ich - ich dachte, ich könnte allein mit ihm fertig werden. Sie wissen ja, weil ich alles über Trolle gelesen habe. Olivia ist mir nachgelaufen, weil sie nicht wollte, dass mir etwas passiert und ich eine Dummheit begehe. Wenn Harry und Ron uns nicht gefunden hätten, wären wir jetzt tot. Sie hatten keine Zeit jemanden zu holen. Er wollte uns gerade umbringen, als sie kamen.“ „Na, wenn das so ist...“ Professor McGonagall blickte uns streng an. „Miss Granger, sie dummes Mädchen, wie konnten sie glauben, es allein mit einem Bergtroll aufnehmen zu können?“ Hermine ließ den Kopf hängen. Ich war sprachlos. Hermine war die Letzte, die etwas tun würde, was gegen die Regeln verstieß. Und dann stellte sie sich hin und behauptete genau das, nur um uns aus der Patsche zu helfen. Es war, als würde Snape plötzlich Süßigkeiten verteilen! „Miss Granger, dafür werden Gryffindor 5 Punkte abgezogen. Ich bin sehr entäuscht von Ihnen.“ Jetzt wandte sie sich uns zu. „Nun, ich würde sagen, Sie hatten sehr viel Glück. Sie drei gewinnen jeweils 5 Punkte für Gryffindor. Professor Dumbledore wird davon unterrichtet werden. Sie können gehen.“

    Wir gingen rasch hinaus und sprachen kein Wort, bis wir zwei Stockwerke weiter oben waren. „Wir sollten mehr als 15 Punkte bekommen“, brummte Ron. „Zehn, meinst du, wenn du die von Hermine abziehst.“, widersprach ich. „Gut von ihr, uns zu helfen.“ Wir hatten das Porträt der fetten Dame erreicht. „Schweineschnauze“, sagten wir alle zusammen. Von diesem Augenblick war Hermine auch Harrys und Rons Freundin. Es gibt Dinge, die man nicht gemeinsam erleben kann, ohne Freundschaft zu schließen, und einen fast vier Meter großen Bergtroll zu erlegen, gehört gewiss dazu.

    10
    10. Kapitel

    Anfang November wurde es sehr kalt. Die Berge im Umfeld der Schule wurden eisgrau und der See kalt wie Stahl. Jeden Morgen war der Boden mit Reif bedeckt. Von den oberen Fenstern aus konnten wir Hagrid sehen, wie er, mit einem langen Mantel aus Maulwurffell, die Besen auf dem Quidditch-Feld entfrostete. Die Quidditch- Saison hatte begonnen. Am Samstag, nach wochenlangem Training, würden wir unsere erste Partie spielen: Gryffindor gegen Slytherin. Wenn die Gryffindors gewinnen sollten, würden wir den zweiten Tabellenplatz in der Hausmeisterschaft erobern.

    Wir standen eines Morgens im Schulhof, da wir gerade Pause hatten, und wärmten uns an einem kleinen Feuer, das Hermine entfacht hatte und nun mit sich in einem Glas herumtrug, als wir plötzlich Snape auf uns zukommen sahen. Harry drückte sich Quidditsch im Wandel der Zeiten an die Brust und wir versteckten rasch das kleine Feuer, da Snape uns bestimmt Punkte abziehen würde. Er sah das Feuer nicht, doch dann sagte er: „Was hast du da in der Hand, Potter?“ Harry zeigte es ihm. „Bücher aus der Bibliothek dürfen nicht mit nach draußen genommen werden. Gib es mir. 5 Punkte Abzug für Gryffindor.“ „Diese Regel hat er doch gerade erfunden!“, meinte ich wütend, als Snape forthinkte. „Was ist eigentlich mit seinem Bein?“, fragte Harry. „Weiß nicht, aber hoffentlich tut’s richtig weh.“, meinte Ron verbittert.

    Als wir wieder im Gemeinschaftsraum waren, kamen wir wieder auf Snape zu sprechen. „Wisst ihr was ich glaube?“, fragte ich Hermine, Harry und Ron. „Was denn?“ „Ich wette Snape war bei der Falltür und dieses Monster hat ihm sein Bein zerfleischt.“ „Klar“, meinte Harry jetzt, „Ron, wir haben ihn doch gesehen, an Halloween! Was auch immer der Hund bewacht, Snape will es haben. Und ich esse meine Unterhose, wenn es nicht Snape war, der den Toll hereingelassen hat, um die anderen abzulenken!“ Weiter hörte ich nicht mehr zu, denn ich ging meinen eigenen Gedanken nach. Snape war wirklich rätselhaft. Ich erinnerte mich noch an den Abend, als Dumbledore mit mir sprechen wollte. Snape hatte etwas von einer Frau namens Lindsay gesagt, und einer Person, die dieselben Augen hatte wie diese Lindsay... Dumbledore hatte gemeint, dass Lindsay’s Tochter tot sei... „Liv, hey, Liv!“ Ich fuhr hoch. „Wa-, Was?“ „Ich wollte dich fragen, ob du mit in die Bibliothek kommst?“ „Nein, tut mir leid, Mine. Ich lege mich lieber ins Bett, morgen ist mein allererstes Quidditch-Spiel.“ Ich gähnte. „Ok, dann Gute Nacht!“ „Nacht, Mine!“



    11
    11. Kapitel

    Munter wachte ich auf und machte mich auch sofort auf in die große Halle. Sie war erfüllt mit dem köstlichen Geruch von Bratwürsten und dem fröhlichen Geschnatter all derer, die sich auf ein gutes Quidditch-Spiel freuten. Hermine redete gerade auf Harry ein, dass er doch etwas essen solle, doch Harry war zu aufgeregt dazu. Ich verstand ihn nicht, aber aß auch nur wenig.

    Beim Quidditch-Feld angekommen trennten wir uns von Hermine und Ron, die sich in die oberen Ränge zu Neville, Dean und Seamus setzten. Sie hoben ein großes Spruchband hoch, auf dem stand: Potter vor - für Gryffindor. Ich hatte Hermine damit gesehen, und war zuerst beleidigt gewesen, da sie mir kein Spruchband gemacht hatten, aber andererseits wollte ich auch nicht soviel Rummel. Unterdessen zogen Harry, ich und die anderen aus der Mannschaft unsere scharlachroten Quidditsch-Umhänge an. Wood schaffte sich mit einem lauten Räuspern Ruhe. „Okay, Männer!“, rief er. „Und Frauen.“, widersprach ich. Die anderen sahen mich an. „Was denn, Gleichberechtigung, bitte!“ „Und Frauen!“, stimmte Wood mir zu. „Das ist es.“ Ich grinste triumphierend. „Das Große“, sagte Fred, „auf das wir alle gewartet haben“, fügte George hinzu. „Wir kennen Woods Rede auswendig“, meinten sie beide gleichzeitig. „Ruhe, ihr beiden. Das ist die beste Mannschaft von Gryffindor seit Jahren. Wir gewinnen!“ Wood sah uns alle an, als wolle er sagen: „Und wehe, wenn nicht.“ „Viel Glück, euch allen!“, sagte er noch, bevor wir auf’s Spielfeld gingen.

    Madam Hooch machte die Schiedsrichterin. Sie stand in der Mitte des Feldes, und wartete auf die beiden Mannschaften. „Hört zu, ich will ein schönes, faires Spiel sehen, von allen!“ Mir fiel auf das ihr Blick auf den Kapitän der Slytherins, Marcus Flint, ruhte. Ich kann zu seinem Aussehen nur sagen, dass er einem Troll ziemlich ähnlich sah, und wahrscheinlich noch nie etwas von Zähneputzen gehört hatte. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als ich Madam Hooch „Besteigt eure Besen, bitte.“ rufen hörte. Ich kletterte auf meinen Nimbus 2000. Madam Hooch hob ihre silberne Pfeife an den Mund und ließ einen lauten Pfiff ertönen. Fünfzehn Besen stiegen in die Luft, immer höher und höher. Ich machte mich bereit und Madam Hooch warf den Quaffel. Das Adrenalin schoss durch meinen gesamten Körper. Das Spiel hatte begonnen!

    „Und Angelina Johnson von Gryffindor übernimmt sofort den Quaffel, was für eine glänzende Jägerin dieses Mädchen doch ist, und auffallend hübsch,...“ „JORDAN!“ „Verzeihung, Professor.“ Ich erkannte die Stimme, es war Lee Jordan, ein Freund von Fred und George, der unter der Aufsicht und den strengen Ohren von Professor McGonagall den Stadionsprecher machte. Doch ich hörte gar nicht zu, was Lee gerade sagte, sondern schoss mit meinem Nimbus 2000 auf Angelina zu. „Und haut dort oben mächtig rein in den Ball, jetzt ein sauberer Pass zu Olivia Rosier, Woods neuste Entdeckung, ebenfalls ein wunderschönes Mädchen mit einem umwerfenden Lächeln,...“ „JORDAN!“ „Schon gut, Professor.“ Ich konzentrierte mich nicht auf Lees Kompliment, aber dafür auf den Quaffel in meinen Händen. Ich sah Flint und Pucey auf mich zufliegen und passte den Quaffel zurück zu Angelina, da ich Katie nicht entdecken konnte. „Wieder zu Johnson und - nein, Slytherin hat jetzt den Quaffel, ihr Kapitän Marcus Flint holt ihn sich und haut damit ab - Flint fliegt dort oben rum wie ein Adler - gleich macht er ein To... - nein, eine glänzende Parade von Gryffindor-Torwart Wood stoppt ihn.“ Ich atmete erleichtert auf. Oliver bemerkte mich und nickte mir zu.

    Katie hatte jetzt den Quaffel. „Und jetzt wieder Gryffindor im Ballbesitz - da ist die Jägerin Katie Bell von Gryffindor dort oben, elegant ist sie unter Flint hindurchgetaucht und schnell jagt sie über das Feld und - AU - das muss wehgetan haben, ein Klatscher trifft sie im Nacken - der Quaffel jetzt wieder bei den Slytherins - das ist Adrian Pucey, der in Richtung Tore losfegt, doch ein zweiter Klatscher hält ihn auf - geschickt von Fred oder George Weasley, ich kann die beiden einfach nicht auseinander halten - gutes Spiel vom Treiber der Gryffindors jedenfalls, und Johnson wieder im Quaffelbesitz, hat jetzt freie Bahn, und weg ist sie - sie fliegt ja buchstäblich - weicht einem schnellen Klatscher aus - da sind schon die Tore - ja, mach ihn rein, Angelina - Torhüter Bletchley taucht ab, verfehlt den Quaffel - und TOR FÜR GRYFFINDOR!“

    Ich jubelte, hielt mich aber am Besen fest, nicht, dass ich heute Abend im Krankenflügel aufwachte. Angelina hatte den Quaffel inzwischen wieder in ihrer Hand und warf ihn schließlich mir entgegen. „Mach das Ding rein, Liv!“, hörte ich sie noch sagen, dann schoss ich los: ich wendete mich durch die Spieler, flog unter Pucey hindurch, schoss über Flint und Higgs hinweg auf die Torringe zu. Ihr Hüter sah mich erstaunt an. Entweder er hatte noch nie eine Erstklässlerin auf einem Nimbus 2000 sitzen sehen, oder er war überrascht, da ich mit einem Affenzahn auf ihn zugerast kam. Kurz vor den Toren kam ich zum Stehen, lächelte
    Bletchley eine Zehntelsekunde lang keck an, und warf den Quaffel mit aller Kraft durch den mittleren Ring. Lees Spielverfolgung hatte ich gar nicht wahrgenommen. Alles war wie in Zeitlupe und ohne Ton gewesen. Und jetzt prasselte der Lärm auf mich ein. „Rosier wirft und trifft - TOR FÜR GRYFFINDOR!“

    „Slytherin im Quaffelbesitz“, machte Lee wieder auf sich aufmerksam, „Jäger Pucey duckt sich vor zwei Klatschern, zwei Weasleys und Jäger Bell und rast auf die - Moment mal - war das der Schnatz?“ Ich und auch alle anderen blieben wie erstarrt in der Luft stehen und starrten Harry und Terence Higgs nach, die beide versuchten den Schnatz zu fangen. Nach endlosen Minuten entschied Harry das Duell für sich, indem er -, na ja, indem er den Schnatz fast verschluckte. Ich war zwar immer noch besorgt wegen Harrys Besen, gratulierte ihm jedoch trotzdem. Gryffindor hatte 170 - 60 gewonnen.

    Anschließend gingen wir zu Hagrid. „Es war Snape, der Harry’s Besen verhext hat. Hermine und ich haben ihn gesehen.“ „Aber wieso sollte Snape soetwas tun?“, fragten ich und Hagrid gleichzeitig. „Ich habe etwas herausgefunden“, erklärte Harry Hagrid, „Er hat an Halloween versucht an diesem dreiköpfigen Hund im dritten Stock vorbeizukommen. Der hat ihn gebissen. Wir glauben, dass er das stehlen will, was der Hund bewacht.“ Hagrid ließ den Teekessel fallen. „Woher wisst ihr von Fluffy?“ „Fluffy?“, fragte ich stirnrunzelnd. „Ja - der is nämlich meiner - hab ihn einem Kerl aus Griechenland abgekauft - hab ihn Dumbledore geliehen, als Wachhund für -...“ „Ja?“, fragte Harry begierig. „Das reicht, fragt mich nicht weiter aus. Das ist streng geheim, ist das nämlich.“ „Aber Snape hat versucht, es zu stehlen!“, sagte Harry mit Nachdruck. „Ich sag euch, ihr liegt grottenfalsch!“, rief Hagrid, “ Nun hört mir mal alle genau zu, ihr mischt euch in Dinge ein, die euch nichts angehen. Vergesst den Hund und vergesst, was er bewacht, das ist allein die Sache von Professor Dumbledore und Nicolas Flamel-...“ „Aha!“, rief Harry triumphierend, “ Also hat jemand namens Nicolas Flamel damit zu tun, oder?“ Hagrid sah aus, als ob er auf sich selbst sauer wäre.

    12
    12. Kapitel

    Weihnachten stand vor der Tür. Mum hatte mir einen Brief geschickt, der so lautete:

    Liebe Olivia,
    diese Sache mit dem Heuler tut mir Leid. Ich habe mit deinem Vater geredet und du kannst über die Sommerferien selbstverständlich wieder nach Hause kommen. Für die Weihnachtsferien muss ich dir allerdings sagen, dass dein Vater und ich auf eine Geschäftsreise nach Frankreich gehen müssen. Ich hoffe, das ist kein Problem für dich. Nun, erzähl mir aber bitte, ob du schon Freunde in Gryffindor gefunden hast. Welches ist dein Lieblingsfach? In welchem Fach hast du die besten Noten? Gefällt dir Hogwarts?
    Liebe Grüße und bis zu den Ferien,
    deine Mum

    Als ich den Brief gelesen hatte, waren Hermine, Ron und Harry neben mir gesessen und hatten mitgelesen. „Deine Mum scheint ziemlich nett zu sein.“, sagte Harry. „Na ja, mein Vater weniger, meine Mutter mehr.“ „Ist dein Vater nicht nett?“, fragte Hermine. „Meistens arbeitet er, oder aber er ist da, und wirkt dann ziemlich kalt. Aber manchmal, ja manchmal ist er wirlich lieb.“ „Wie bist du eigentlich adoptiert worden?“, fragte mich jetzt Ron. „RON! Soetwas frägt man nicht!“ „Lass ihn doch, Hermine. Meine Mum hat es mir früher immer erzählt. Also, meine Mutter wollte immer ein Kind haben, ich glaube, mein Vater auch. Aber es wollte einfach nicht klappen. Da hat sie sich überlegt, ein Kind zu adoptieren. Sie sind in ein Waisenhaus gegangen, da war etwa ein Jahr alt. Mum hat mich gesehen und sie wusste, dass ich magisch war und hat mir heimlich ihren Zauberstab in die Hand gedrückt. Er hat sofort kleine Funken gesprüht. Die Besitzerin des Waisenhauses sagte meinen Eltern, jemand habe mich hier abgegeben und nur gesagt, dass ich Olivia Cassiopeia Evangeline Jenna heißen würde und am 23. Juli Geburstag habe. Ich bin anscheinend nicht lange in diesem Waisenhaus gewesen. Das Datum, als ich abgegeben wurde, war der 10. Oktober 1981. Die letzte Sache war, dass ich etwas bei mir trug, als ich ins Waisenhaus kam, als ich adopiert wurde, und das ich seitdem jeden Tag bei mir habe, das einzige Bruchstück meiner Vergangenheit.“ Ich griff leicht in den Ausschnitt und holte meine Kette heraus.

    Harry’s Sicht:
    Sie holte eine Kette hervor, sie glänzte silbern. Und an ihr hing ein Anhänger, ein ebenfalls silberner sichelmond-förmiger Anhänger, an der Vorderseite waren einige Diamanten befestigt. „Es ist das letzte Teil meiner Vergangenheit, meines vorherigen Lebens.“ Ich sah Liv an. In ihren Augen hatten sich zwei einzige Tränen gebildet. Hermine und Ron blickten sie traurig an. Im Grunde war Liv mit ihrer Geschichte noch schlimmer dran als ich. Meine Eltern waren tot, das ja, aber ich wusste wenigstens, wer sie waren. Liv wusste hingegen weder, wer ihre Eltern überhaupt waren, wie sie hießen, noch, ob sie schon gestorben waren, oder noch lebten. Und trotzdem war sie bewundernswert. Sie war freundlich, höflich, hilfsbereit, aber auch mutig, manchmal aufbrausend, lustig, wahnsinnig intelligent und ehrgeizig. Obwohl sie nichts über ihre Vergangenheit und Herkunft wusste, war sie doch so... perfekt! Liv war stark. Wenn ich sie bloß ansah, musste ich lächeln und in meinem Bauch breitete sich ein warmes Gefühl aus. Plötzlich blickte ich direkt in ihre strahlend grünen Augen. Frühlingsgrün. „Harry?“, fragte sie. „Wa-, Was?“, fragte ich verwirrt.

    Olivia’s Sicht:

    „Ob du mit in die große Halle kommst?“, fragte ich. „Klar“, erwiderte er. Wir kletterten aus dem Portraitloch (Das Passwort war „Zimtblütenduft“) und gingen hinunter zur großen Halle. Sie sah wirklich fantastisch aus. An den Wänden hingen Girlanden aus Stechpalmen- und Mistelzweigen und zwölf turmhohe Tannenbäume waren im Raum verteilt. Von einigen funkelten Eiszapfen und auf anderen wieder hunderte von Kerzen. „Wie viele Tage haben wir noch bis zu den Ferien?“, fragte Ron. „Nur einen.“, erwiderte Hermine, „Und da fällt mir ein - Ron, Harry, wir haben noch eine halbe Stunde bis zum Mittagessen, wir müssen noch in die Bibliothek.“ „Ja klar, gleich jetzt!“, meinte ich. Wir wälzten schon seit Tagen hundert Bücher durch, aber in keinem wurde Nicolas Flamel erwähnt. Woher sollten wir auch wissen, mit welchem Verdienst er in ein Buch aufgenommen werden sollte?

    Als die Ferien begonnen hatten, forschte ich ein wenig über Nicolas Flamel fand aber nichts. Hermine war nach Hause gefahren, ebenso wie Lavender und Parvati. Das hieß, ich hatte den ganzen Schlafsaal für mich und konnte so öfters ungestört singen. Heiligabend ging ich früh ins Bett. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, sah ich als Erstes einen kleinen Stapel mit Geschenken. Das erste Päckchen war rosafarben verpackt. Neugierig machte ich es auf. Heraus fiel ein handgestrickter dunkelblauer Pullover mit einem aufgestickten „O“. Darin lag auch ein Zettel, auf ihm stand:

    Liebe Olivia,
    mein Sohn Ron hat mir geschrieben, dass du nicht sehr viele Geschenke zu Weihnachten bekommst. Deshalb habe ich dir hier ein einfaches Weihnachtsgeschenk geschenkt.
    Frohe Weihnachten,
    Molly Weasley

    Dieser Ron! Es war wirklich lieb von ihm, seiner Mum von mir zu schreiben. Kopfschüttelnd nahm ich mir ein größeres Päckchen. Es war von Mum und Dad. Es war ein Set voller Adler- und Pfauenfedern. Es musste wirklich teuer gewesen sein. Das nächste Päckchen war von Hermine. Es enthielt ein Buch, das den Titel Die Monarchie der magischen Welt trug. Hermine wusste eben, wie sehr ich Geschichte der Zauberei liebte! Das letzte Päckchen war von Harry, es war eine riesige Packung Schokofrösche. Schnell stand ich auf und zog mir den Pulli von Mrs. Weasley an. Er passte wie angegossen.

    Ich stieg nun die Treppe zum Jungenschlafsaal hoch. „Fröhliche Weihnachten, Jungs!“, rief ich, während ich die Tür aufriss. Und da stand Harry. Harry, ohne Körper! „Harry, was-...“ „Oh, hey Liv! Den hab ich zu Weihnachten bekommen.“ Plötzlich stand Harry wieder neben mir, mit Körper. In der Hand hielt er einen Umhang. „Ist das ein Tarnumhang?“, fragte ich. Ron nickte und gab mir eine Karte. „Die lag dabei.“ Auf der Karte stand:

    Dein Vater hat mir dies vor seinem Tod zur Aufbewahrung überreicht. Nun ist die Zeit gekommen, ihn dir zu geben.
    Gebrauche ihn klug.
    Fröhliche Weihnachten wünsche ich dir.

    „Dort steht kein Absender.“, meinte ich einfach. Ich wandte mich wieder an Ron: „Du kannst deiner Mutter herzlichen Dank für diesen Pullover ausrichten. Er ist wundervoll.“

    Weiter kam ich nicht, denn die Tür zum Schlafsaal flog auf und Fred und George stürmten herein. „Frohe Weihnachten.“ „Hey, sieh mal - Harry und Liv haben auch ‘nen Weasley- Pulli!“ Fred und George trugen ebenfalls blaue Pullover mit einem großen gelben F und einem G darauf gestickt. „Eure sind besser als unsere.“, sagte Fred an mich gewandt und George ergänzte: „Sieht so aus, als ob sie sich mehr anstrengt, wenn du nicht zur Familie gehörst.“ „Ron, warum trägst du deinen Pulli nicht? Komm, zieh ihn an, sie sind herrlich warm.“ „Ich mag Kastanienbraun nicht.“, meinte Ron, zog sich den Pulli aber trotzdem über. „Du hast keinen Buchstaben auf deinem.“, stellte George an Harry gewandt fest. „Sie denkt wohl, du vergisst deinen Namen nicht.Aber wir sind nicht dumm - wir wissen, dass wir Gred und Feorge heißen.“ Ich konnte mich nicht beherrschen und lachte laut los. „Was macht ihr eigentlich für einen Lärm?“ Percy steckte missbilligend seinen Kopf durch die Tür. Er trug einen zusammengeknäulten Pullover auf dem Arm, den ihn Fred sofort entriss. „V für Vertrauensschüler! Zieh ihn an, Percy, los, komm schon, sogar Harry und Liv haben einen gekriegt!“ „Ich - will - aber - nicht -...“ sagte Percy, halb erstickend, weil die Zwillinge ihm den Pullover über den Kopf zogen und dabei seine Brille verbogen. „Und du hockst dich heute nicht zu den Vertrauensschülern.Weihnachten verbringt man mit der Familie.“ Weil sie Percys Arme nicht durch die Ärmel des Pullovers gezogen hatten, war er nun gefesselt, und Fred und George nahmen ihn so auf ihre Schulern und marschierten mit ihm hinaus.

    Ich hatte noch nie ein so köstliches Weihnachtsmahl verspeist. Über hundert fette Truthähne, Berge von Brat- und Pellkartoffeln, Platten voller Cocktailwürstchen, Schüsseln voller Buttererbsen, und vieles mehr. Ich war abends sehr satt und so sahen Harry, Ron und ich Percy zu, der Fred und George durch den gesamten Gryffindor-Turm jagte, weil sie ihm sein Vertrauensschüler-Abzeichen geklaut hatten. Schlafen konnte ich jedoch nicht also setzte ich mich mit Die Monarchie der magischen Welt in den Gemeinschaftsraum und fing an zu lesen, bis ich irgendwann leicht vor mich hin döste.

    Bis mich ein lautes Paar Schuhe, dass die Treppe zum Jungenschlafsaal hochrannte, aufschrecken ließen. Kurz darauf kam Harry mit Ron wieder herunter. „Harry, Ron?, fragte ich leise. „Liv!“, hörte ich sie sagen. „Wohin geht ihr?“ „Ich habe in einem Spiegel meine Eltern gesehen! Ich muss sie unbedingt noch einmal sehen!“ „Ich komm mit. Ich will deine Eltern auch sehen.“ Ich schlüpfte zu Harry und Ron unter den Tarnumhang und zusammen gingen wir los. Wir bewegten uns vorsichtig durch das Schloss bis wir vor einer Tür stehen blieben. „Da drin ist es!“, meinte Harry und langsam öffnete er die Tür.

    13
    13.Kapitel

    In dem schwach beleuchteten Raum stand auf zwei Klauenfüßen ein riesiger Spiegel, der bis zur Decke reichte und auf dem in großer Schrift stand: NERHEGEB Z REH NIE DREBAZ TILT NANIEDTH CIN. Wir legten den Tarnumhang ab und schritten langsam auf den Spiegel zu. „Seht ihr sie auch?“, fragte Harry erwartungsvoll. „Nein, aber ich bin allein, aber ich sehe älter aus, und ich bin Schulsprecher!“ „Was?“, fragte ich. „Ich trage ein Abzeichen wir früher Bill, und ich halte den Hauspokal und den Quidditsch-Pokal in den Händen und ich bin auch noch Mannschaftskapitän!“ „Glaubt ihr, dass dieser Spiegel die Zukunft zeigt?“ „Wie sollte er - meine gesamte Familie ist tot!“, meinte Harry. „Liv, schau du mal hinein!“

    Langsam trat ich vor den Spiegel. Und auf einmal stand hinter mir eine Person, eine Frau. Sie blickte mich an und dann sah ich ihr in die Augen: Sie waren Frühlingsgrün! Ihre langen lockigen Haare waren schokoladenbraun und sie erinnerte mich an jemanden. Wie sie mich ansah... Dieses herzliche Lächeln, das jedoch traurig wirkte. Sie erinnerte mich so sehr an mich selbst! Und nun hatte ich Tränen in den Augen.

    Harry’s Sicht:
    Liv stand vor dem Spiegel. Und plötzlich rannen ihr Tränen über ihre Wangen. „Was ist mit ihr?“, flüsterte Ron. Die Antwort kam aber von Liv. Sie sagte nur ein Wort „Mum.“

    Olivias Sicht:

    Die Frau im Spiegel nickte und lächelte leicht. Mein Lächeln. Sie legte mir ihre Hand auf die Schulter. Ich wusste, sie stand nicht wirklich hinter mir, trotzdem nahm ich meine rechte Hand und legte sie auf die Ihre. Sie lächelte erneut. Sie formte zwei Wörter mit ihrem Mund und wie ein leiser Windhauch nahm ich sie wahr. So stolz. Und in diesem Moment wusste ich es: Meine Mutter hatte mich nicht freiwillig weggegeben.

    „Jungs, ähm, dass ist mir jetzt unangenehm, euch das zu fragen, aber könntet ihr mich vielleicht allein lassen?“, fragte ich schließlich. „Aber Liv“, erwiderte Ron, „wie willst du zurückkommen, ohne gesehen zu werden?“ „Verlasst euch auf mich, ich schaffe das schon!“ Harry warf sich nun den Tarnumhang über die Schultern und Ron schlüpfte unter ihn. „Gute Nacht“, meinte Harry noch, bevor er vor meinen Augen verschwand und die Tür leise ins Schloss fiel.

    Ich saß nun schon circa zehn Minuten vor dem Spiegel und starrte sie an, meine Mum. Ihre Augen blitzten schmerzhaft auf, als wollten sie mir irgendetwas sagen. Plötzlich ertönte hinter mir ein leises Räuspern und mein Körper erstarrte schlagartig. Langsam drehte ich mich um. Hinter mir stand niemand anderes als Albus Dumbledore. „Entschuldigen Sie, Professor, ich...“ „Oh, ich habe dich wie den jungen Harry hier gefunden und ich werde mit dir genauso wie mit ihm sprechen.“ Dumbledore lächelte. „Wie schon unzählige Menschen vor dir hast auch du den einzigartigen Spiegel Nerhegeb entdeckt.“ Ich stand auf und sah ihn an. „Ich nehme an, du hast herausgefunden, was er tut?“ Ich nickte.
    „Ich habe meinen größten und zugleich tiefsten Wunsch gesehen. Er hat mir meine leibliche Mutter gezeigt. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, Professor, ich liebe meine Familie. Sie haben mich adoptiert, sie haben mich bei sich aufgenommen, sie sind meine richtige Familie. Aber ich möchte gerne wissen, woher ich komme. Und auch wer meine leiblichen Eltern sind, und vor allem, wie sie heißen.“

    „Du hast ein gutes Herz, Olivia. Dein größter Wunsch ist nicht etwas das du sein willst, sondern etwas, das du einmal warst. Und kannst du dir auch denken, was der Spiegel Nerhegeb jedem von uns zeigt?“ „Ich glaube, dass der glücklichste Mensch auf Erden in diesen Spiegel sehen könnte, und er könnte nur sich selbst sehen, weil er jedem von uns unseren sehnlichsten Herzenswunsch zeigt.“ „Damit liegst du vollkommen richtig. Es gab Menschen, die wahnsinnig geworden sind, weil sie nicht wussten, ob der Spiegel ihnen nur etwas Mögliches, oder aber etwas Wirkliches zeigt. Es ist nicht gut, nur in Erinnerungen zu leben, man sollte sich immer auf die Wirklichkeit konzentrieren.“

    „Professor, darf ich Sie etwas fragen?“ „Selbstverständlich.“ „Was sehen Sie, wenn Sie in den Spiegel sehen?“ „Oh, ich? Ich sehe mich dastehend mit einem Paar dicke Wollsocken in der Hand.“ „Professor, es tut mir Leid, wenn ich Sie beleidigen sollte, aber ich glaube Ihnen nicht.“ „Erkläre mir deine Begründung“, fragte Dumbledore. „Sie sind ein weiser Mann, Professor. Aber weise ist man nicht seit seiner Kindheit. Sie müssen etwas Schreckliches erlebt haben, etwas, dass Sie zu dem gemacht hat, was sie heute sind, etwas, dass Ihnen gezeigt hat, dass sie von Neuem anfangen können.“ „Olivia, ich bewundere dich für diese Erkenntnis. Du bist etwas Besonderes, du erkennst in jedem etwas Gutes und lässt dich nicht von Vorurteilen einnehmen. Vergiss nie, wer du bist.“ Vergiss nie, wer du bist. Es waren dieselben Wörter, die auch der Sprechende Hut bei meiner Einteilung gesagt hatte.

    „Professor, ich verspreche Ihnen, ich werde nicht mehr nach diesem Spiegel suchen.“ Professor Dumbledore nickte. „Ich wünsche dir eine gute Nacht, Olivia.“ „Ich Ihnen ebenfalls, Professor.“

    14
    14. Kapitel

    Ich konnte Hermines Ankunft am letzten Ferientag gar nicht mehr abwarten. Nachdem sie angekommen war, erzählte ich ihr sofort von diesem sonderbaren Spiegel. „Und er hat dir wirklich deine Mutter gezeigt?“, fragte sie. „Wenn ich es dir doch sage, ja!“ „Wie sah sie denn aus?“, wollte Hermine wissen. „Sie hatte schokoladenfarbene, leicht lockige Haare, trug einen goldenen Ring am Finger, hatte Ohrringe mit Saphiren in den Ohren und sie hatte genau die gleichen Augen wie ich! Das Seltsamste war, dass sie eine Kette trug. Sie sah ähnlich aus wie meine, sie hatte auch die Form eines Sichelmondes“ „Und auf was für ein Alter würdest du sie schätzen?“ Ich überlegte. Auf mich hatte sie ziemlich jung gewirkt. „Vielleicht auf zwanzig, einundzwanzig.“ „Liv, wir könnten versuchen, in den alten Jahrbüchern der Bibliothek nachzuforschen, wie deine Mutter heißt!“ „Hm, ich überlege es mir. Aber wir sollten versuchen, irgendetwas über Nicolas Flamel herauszufinden.“ „Du hast Recht.“
    Hermine war nämlich ziemlich enttäuscht, als wir nichts über Nicolas Flamel herausgefunden hatten. Mittlerweile liefen wir sogar in den Zehn-Minuten-Pausen in die Bibliothek, hatten aber immer noch nichts gefunden. Und die Quidditch-Saison hatte ebenfalls wieder begonnen. Unser nächstes Spiel würde gegen Hufflepuff sein, und würden wir gewinnen, würden wir zum ersten Mal seit sieben Jahren Slytherin in der Hausmeisterschaft überholen.

    Wood forderte unsere Mannschaft also immer mehr. Er ließ uns sogar im strömenden Dauerregen spielen. Fred und George beschwerten sich regelmäßig darüber, konnten gegen Woods Quidditch-Besessenheit aber nichts ausrichten. An einem besonders nassen Tag machte uns Wood einer schlechten Neuigkeit bekannt. Er seufzte leise und sagte: „Snape macht den Schiedsrichter und ihm wird jede Ausrede recht sein, um Gryffindor Punkte abzuziehen.“ George fiel bei Woods Worten vom Besen. „Snape ist Schiedsrichter?“, prustete er los, „Wann hat er denn jemals ein Quidditch-Spiel gepfiffen? Der wird nicht mehr fair sein, falls wir die Slytherins überholen.“ Auch die anderen Mitspieler fingen an, sich zu beschweren. „Ich kann doch auch nichts dafür. Wir müssen eben aufpassen, ihm keinen Grund zu geben, uns eins auszuwischen.“

    Schlechtgelaunt erzählten Harry und ich also Hermine und Ron die schlechten Neuigkeiten im Gemeinschaftsraum. Sofort hagelte es Ratschläge von ihnen: „Spiel nicht mit“, sagte Hermine. „Sag, dass du krank bist.“, meinte Ron. „Tu so, als ob du dir das Bein gebrochen hättest“, erwiderte Hermine. „Brich dir das Bein wirklich“, sagte Ron. „Das geht nicht, wenn Harry aussetzt, können wir gar nicht spielen, weil wir keinen Reserve-Spieler haben.“, sagte nun ich. „Na ja, Liv, wenigstens wird er bei dir nichts sagen, du bist die einzige Schülerin aus Gryffindor, die er mag. Ich frage mich eigentlich, wieso“, rätselte Ron.

    Ich kam aber nicht dazu, etwas zu erwidern. In diesem Moment kam Neville in den Gemeinschaftsraum- ähm, nun ja- gehoppelt. Scheinbar hatte jemand Neville einen Beinklammer-Fluch auf den Hals gehetzt. Den Anderen war das Lachen ins Gesicht geschrieben, außer Hermine und mir. „Was ist passiert?“, fragte ich ihn, während Hermine und ich ihn auf ein Sofa zogen. „Es war Malfoy, ich hab ihn vor der Bibliothek getroffen und er hat gesagt, er suche jemanden, an dem er diesen Fluch ausprobieren könne.“, meinte Neville mit zitternder Stimme. „Geh zu Professor McGonagall und sag es ihr.“, drängte ihn Hermine. Neville schüttelte bloß den Kopf. „Ich will nicht noch mehr Schwierigkeiten“, meinte er bloß. „Du musst dich endlich gegen ihn wehren!“, kam es nun von Ron. „Du brauchst mir nicht sagen, dass ich zu feige für einen Gryffindor bin, das hat Malfoy schon getan.“ Ich seufzte. „Neville, du bist zehnmal mehr wert, als Malfoy. Du hast etwas, das Malfoy nicht hat. Du bist doch nett, hilfsbereit und du hast uns! Malfoy hat das alles nicht!“, sagte ich aufmunternd, ihm eine Hand auf die Schulter legend. „Aber-...“ „Kein Aber, Neville! Du bist auch mutig, du zeigst es nur nicht so oft, es steckt hier drin.“, ich deutete auf die Stelle, an der sein Herz pochte. „Malfoy denkt nur an das Offensichtliche, aber sieht nicht deinen wahren Kern, das ist seine Schwäche.“ Ich lächele ihn an. „Danke Liv, du bist die beste Freundin, die man sich wünschen kann.“

    Harrys Sicht:
    Liv lächelte. Und da war wieder dieses Gefühl. Dieses Gefühl, bei dem mir warm wurde, und ich den Drang hatte, ebenfalls zu lächeln. Liv war ein herzensguter Mensch, sie schaffte es einfach, jeden aufzumuntern. Sie war einfach perfekt...

    Olivias Sicht:

    Harry drückte Neville noch einen Schokofrosch in die Hand, und als Neville ihn auspackte, lächelte er bereits wieder. „Hey, ich glaube ich gehe jetzt ins Bett... Harry willst du die Karte? Du sammelst sie doch!“ Neville verschwand und Harry betrachtete die Karte. „Ich hab ihn gefunden!“, flüsterte er. „Wen?“, fragte ich ihn. „Ich hab ihn gefunden, Nicolas Flamel!“ „Was!“ „Hier: Professor Dumbledores Ruhm beruht vor allem auf seinem Sieg über den schwarzen Magier Grindelwald im Jahre 1945, auf der Entdeckungen der sechs Anwendungen für Drachenmilch und auf seinem Werk über Alchemie verfasst zusammen mit seinem Partner Nicolas Flamel!“, las Harry vor.

    Hermine schien einen Geistesblitz zu haben, denn sie sprang auf, rannte die Treppe zum Mädchenschlafsaal hinauf und kam kurz darauf mit einem dicken Buch zurück. „Ich habe nicht daran gedacht, hier drin nachzusehen. Das hab ich schon vor Wochen aus der Bibliothek ausgeliehen, ein wenig leichte Lektüre.“ Ron schüttelte nur seinen Kopf. „Wie sieht denn bei dir schwere Lektüre aus?“, wollte er wissen. Ich verdrehte meine Augen. Hermine schlug das alte Buch auf und blätterte wie verrückt durch die Kapitel, bis sie ihren Zeigefinger zielsicher auf eine Zeile setzte. „Hier! Nicolas Flamel ist der einzige bekannte Hersteller des Stein der Weisen!“

    Ich schlug meine Faust fest auf den Tisch. „Das ist es, was Fluffy bewacht! Der Stein der Weisen!“, meinte ich. „Also, dieser Stein kann Gold erzeugen und der dich unsterblich macht. Kein Wunder, dass Snape ihn haben will! Jeder würde diesen Stein gern besitzen!“, fügte Harry hinzu. Hermine sagte: „Und es ist wirklich kein Wunder, dass wir Flamel nicht in den Jüngeren Entwicklungen in der Zauberei gefunden haben, immerhin ist er 665 Jahre alt!“ Ich nickte zustimmend.

    Als Hermine und ich abends im Bett lagen, sprach sie mich auf mein Geheimnis an. „Liv, meinst du nicht, du ähm-, könntest vielleicht Harry und Ron von deinen Kräften erzählen?“, fragte sie mich zögernd. „Hermine, ich kann es ihnen nicht sagen! Sie sind zwar meine besten Freunde, aber...“ „Aber?“ „Ich habe mich mein ganzes bisheriges Leben damit auseinander setzten müssen, meine Eltern wissen es und haben mir verboten es irgendjemandem zu erzählen. Sie haben strengstens darauf geachtet, dass niemand etwas davon erfährt. Ich wurde zuhause unterrichtet, verbrachte sehr viel Zeit in unserem eigenen Park und musste, wenn wir irgendwohin Essen gingen, immer darauf achten, nichts zu verraten.“ „Aber, wenn du die ganze Zeit zuhause warst, hattest du doch keine Freunde, oder?“ Ich seufzte. Meine beste Freundin war Leila, meine Hauselfe, gewesen. „Du warst ja fast wie Rapunzel“, meinte Hermine. Ich nickte. Leila hatte mir die Muggelmärchen früher immer vorgelesen. „Meine Eltern wollen mich beschützen, vor allem meine Mum. Sie liebt mich über alles.“

    Ich holte ein Bild aus meinem Koffer. Natürlich bewegte es sich. Auf ihm waren mein Vater in einem schicken Anzug und ich in einem hellgrünen Kleid und Hochsteckfrisur, wir tanzten Walzer in unserem großen Tanzsaal auf meiner Geburtstagsfeier. „Das sind ich und mein Vater an meinem 10. Geburtstag“, sagte ich. Mein Vater lächelte leicht in die Kamera, er wirkte zufrieden. „Ich habe auch noch ein Bild von mir.“ Ich nahm ein Bild von meinem Nachtkästchen. Darauf war nur ich. Das Bild war vor einem knappen halben Jahr aufgenommen worden. Ich hatte meine neuen Rollschuhe an und drehte mich während ich die Position einer Standwaage innehielt. Meine lockigen Wellen wirbelten um meinen Kopf und ich lachte in die Kamera. „Wow, ich wusste gar nicht, dass du auf Rollschuhen tanzen kannst“, staunte Hermine. „Ich mache das, seit ich fünf Jahre alt bin, ich liebe es einfach.“ „Was ist das für ein Bild?“, fragte Hermine neugierig. Ich nahm es in die Hand und zeigte es ihr. Meine Mutter und ich rannten durch den Park, wir lachten und hatten Spaß. „Ist das deine Mum?“, wollte Hermine wissen. „Ja.“ „Sie wirkt sehr glücklich.“ „Weißt du, sie war auch in Slytherin, allerdings entsprach sie noch nie diesen Eigenschaften, die dieses Haus ausmachen. Ich möchte deshalb gerne zeigen, dass nicht alle Slytherins diesen Eigenschaften entsprechen.“ „Oh, das wusste ich nicht.“ Ich packte die Bilder weg. „Gute Nacht, Mine.“, flüsterte ich. „Gute Nacht, Liv.“

    15
    15.Kapitel

    Am Tag des Quidditch-Spiel war ich sehr nervös. Ron und Hermine wünschten uns viel Glück, doch ich war trotzdem ziemlich nervös. Würde Professor Snape mich auf dem Spielfeld auch noch bevorzugen? (Denn ich war mir inzwischen sicher, dass er mich ziemlich deutlich im Unterricht bevorzugte!) Also wartete ich jetzt aufgeregt auf den Spielbeginn.

    Hermines Sicht:

    Ron, Neville und ich hatten inzwischen einen Platz auf den Rängen gefunden und behielten Snape im Auge. Mir war wirklich schleierhaft, wieso er Liv so bevorzugte. Vielleicht lag es an ihrem Zaubertranktalent, ihrem Interesse oder auch ihrer Konzentration, aber sie war eine Gryffindor, und Snape hegte einen großen Groll gegen alle Gryffindors. So viel ich auch nachdachte, ich konnte keine logische Erklärung dafür finden. Ron riss mich aus meinen Gedanken, als er sagte: „Ich habe Snape noch nie so böse gucken sehen! Autsch!“ Jemand hatte ihn am Hinterkopf gestoßen und ich drehte meinen Kopf und stöhnte innerlich auf. Es war Malfoy. „Oh, tut mir sehr leid, Weasley, ich hab dich gar nicht gesehen!“, grinste er und blickte Crabbe und Goyle an. „Wisst ihr, wie sie die Leute für das Gryffindor Quidditch-Team aussuchen?“, fuhr er mit lauter Stimme fort. „Sie nehmen Leute, die ihnen leid tun. Da ist Potter, der keine Eltern hat, die Weasleys, die kein Geld haben- du solltest auch in die Mannschaft, Longbottom, du hast nämlich kein Hirn!“ Neville war rot angelaufen und dann sagte er, was mich überraschte: „Ich bin zehnmal mehr wert, als du, Malfoy!“ Er hatte sich Livs Worte zu Herzen genommen. Malfoy lächelte nur höhnisch. „Oh, ich habe Rosier vergessen. Rosier, die von ihren Eltern nicht geliebt wurde und einfach abgeschoben wurde. Ein Wunder, dass Reinblüter sie aufgenommen haben. Wer weiß, vielleicht ist sie ja sogar, nun ja, muggelstämmig!“ „Rede nicht so über sie!“, meinte Neville und Ron setzte fort: „Sie ist die beste Freundin, die man sich wünschen kann.“ In mir brodelte es und ich fügte sie hinzu: „Liv ist ein herzensguter Mensch und du kennst sie doch überhaupt nicht, also hör auf, so über sie zu reden und verschwinde!“ Malfoy, Crabbe und Goyle grölten immer noch, als sie endlich abzogen.

    Olivias Sicht:

    Nachdem ich einige Tore geworfen hatte, hörte ich lautes Gejubel von der Tribüne und entdeckte Harry, der wie ein scharlachroter Blitz über das Feld geschossen kam. „Los, Harry!“, hörte ich einige Worte, die von Hermine kamen. Dann lenkte Harry seinen Besen plötzlich nach unten, er hatte den Schnatz gefangen, und kam augenblicklich wieder nach oben. Die Gryffindors jubelten, denn so schnell hatte noch nie jemand den Schnatz gefangen. Ich ließ meinen Nimbus 2000 Richtung Boden sinken und kam mit meinen Stiefeln auf der harten Erde auf, doch es interessierte mich in diesem Moment nicht. Laut jubelnd warf ich mich Harry in die Arme und schrie immer wieder lachend: „Wir haben gewonnen! Wir haben gewonnen!“, während Harry mich im Kreis herumwirbelte. Meine langen Haare wehten im Wind und fielen mir alle paar Sekunden ins Gesicht. Harry setzte mich wieder ab und brüllte mir gegen den aufkommenden Lärm der rot-goldenen Menge entgegen: „Könntest du gnädigerweiser aufhören mir in mein Ohr zu schreien, es fällt mir deinetwegen nämlich gleich ab!“ Ich musste laut lachen und Harry stimmte mit ein.

    16
    16. Kapitel

    Es war ein äußerst regnerischer Morgen, als ich aus meinem Himmelbett stieg um noch einmal eine Aufzeichnungen für Kräuterkunde zu überprüfen, denn bis zu den Abschlussprüfungen waren es nur noch 10 Wochen und ich wollte möglichst gut abschneiden. Raschelnd bewegten sich meine Notizen, als ich nach einem ganz bestimmten Blatt suchte. Es ging um die Silberdornige Teufelsranke, doch ich konnte es nicht entdecken. Mist, ich hatte die Notizen zu ausgerechnet dieser Pflanze nicht gelernt! Ich hätte mir natürlich Hermines detaillierte und ausführliche Zeichnungen und Notizen leihen können, doch die war schon am frühen Morgen, kaum dass die Morgensonne aufgegangen war, in die Bibliothek entflohen. Genervt stöhnte ich auf. Was sollte ich denn jetzt machen?

    Da durchfuhr mich ein Geistesblitz. Eilig zog ich mich an. Heute war Samstag, deshalb musste ich keine Schuluniform tragen. Also schlüpfte ich ein langärmliges mit blauen Tupfen überzogenes Kleid, dass mir bis zu den Knien ging und zog schnell eine schwarze Wollstrumpfhose darunter an. Ich zog mir schnell meine warmen mit Pelz gefütterten Stiefel an und zog einen warmen, ebenfalls mit Pelz gefütterten, Mantel über. Schnell stellte ich mich vor den Badezimmerspiegel und nahm zwei meiner hinteren Haarsträhnen und band sie, zusammen mit jeweils mit zwei kleinen geflechteten Haarsträhnen auf meinem Hinterkopf zusammen und steckte eine Haarklammer zum Befestigen darin fest. Meine vorderen Locken ließ ich nach vorne fallen. Fertig war meine Lieblingsfrisur! Prüfend blickte ich noch einmal in den Spiegel. Meine Wangen waren leicht gerötet und meine strahlend grünen Augen blitzten wie immer hervor. Zufrieden nickte ich meinem Spiegelbild zu, dann rannte ich aus dem Zimmer.

    Brummend öffnete mir Hagrid die Tür und lächelte, als er mich erkannte. „Schöne Frisur, Olivia!“, meinte er. „Danke, Hagrid.“, erwiderte ich. Ich stand immer noch im Türrahmen und Hagrids mächtige Gestalt ließ mich keinen Millimeter des Wohnraums erblicken. Etwas hinter ihm schien sich zu bewegen, doch ich konnte nicht genau erkennen, um was es sich handelte. Nervös blickte Hagrid um sich, schob mich von der Tür weg und sagte hastig: „Entschuldige, aber ich habe keine Zeit!“ „Aber Hagrid ich wollte dich doch nur...“, Hagrid hatte die Tür zugeschlagen. „fragen, ob du mir etwas über die Silberdornige Teufelsranke erzählen kannst“, vollendete ich meinen Satz. „Irgendetwas ist bei dieser Sache oberfaul“, dachte ich mir. Ich wendete mich ab und machte auf die Suche nach Hermine, Harry und Ron.

    Schließlich fand ich sie in der Bibliothek. „Hey, Mine, hey, Jungs.“, flüsterte ich leise. Mit meinen Stiefeln, (meine Absätze klapperten ziemlich laut über den Steinboden), rannte ich auf sie zu. Atemlos kam ich vor ihnen zum Stehen und fragte keuchend: „Sagt mal, habt ihr Hagrid heute schon gesehen. Er ist total merkwürdig!“ „Ja,“ meinte Harry zögernd, „er war vor einer halben Stunde hier und hat sich einige Bücher ausgeliehen.“ „Was den für welche?“, fragte ich neugierig. „Es waren welche mit der Aufschrift: Drachenarten Großbritannies und Irland und Vom Ei zum Inferno: Ein Handbuch für Drachenhalter“, klärte mich Ron auf. Beunruhigende Stille kehrte ein. „Ihr glaubt doch nicht, dass sich Hagrid einen Drachen hält, oder?“, fragte ich sie entgeistert. „Oder?“, fragte ich erneut. „Tut mir Leid, Liv,“, setzte Harry an, „aber wenn ich jetzt Natürlich nicht sagen würde, wäre das gelogen.“ Ich stöhnte auf. „Dann wissen wir ja jetzt, was wir zu tun haben, oder?“, fragte Mine und sah uns eindringlich der Reihe nach an. „Leider ja“, stimmte ich ihr zu.

    Nach zehn Minuten waren wir erneut bei Hagrids Hütte angekommen. Hermine schritt energisch auf die Holztür und klopfte laut. Dabei bemerkte ich, dass die Vorhänge komplett zugezogen waren. „Wer da?“, kam Hagrids Stimme von der anderen Seite. Doch schließlich öffnete er die Tür und ließ uns hinein. In Hagrids Hütte war es unerträglich heiß. Obwohl draußen eine angenehme Temperatur herrschte, loderte ein prasselndes Feuer im Kamin. Hagrid machte Tee und bot uns einige Wiesel-Sandwiches an, die wir allerdings dankend ablehnten. „Hagrid...“, setzte Harry an, doch ich rief entsetzt: „Was ist das denn, Hagrid?“ Ich deutete auf ein riesiges, schwarzes Ei, das inmitten des loderten Feuers lag. Doch ich wusste schon, was es war. „Ihr hattet Recht!“, flüsterte ich meinen Freunden zu.

    „Wo hast du das her, Hagrid?“, fragte Ron jetzt. „Es muss dich doch ein Vermögen gekostet haben!“ „Habs gewonnen“, brummte Hagrid nur, „Letzte Nacht. War unten im Dorf, hab mir ein oder zwei Gläser genehmigt und mit ‘nem Fremden ein wenig Karten gespielt. Glaube, dass er es losgeworden ist, um ehrlich zu sein.“ Ich traute meinen Ohren nicht! „Und was fängst du damit an, wen es ausgebrütet ist?“, fragte Mine nun skeptisch. „Na ja, ich hab da ‘n bisschen was gelesen, aus der Bibliothek. Das Ei muss im Feuer bleiben, weil die Mütter es beatmen und wenn es ausgeschlüpft ist, füttern Sie es alle halbe Stunde mit einem Eimer voll Schnaps und Hühnerblut. Und da steht, wie man die Drachen an den Eiern erkennt. Das hier ist ein Norwegischer Stachelbuckel. Sind selten, die Stachelbuckel.“ Hagrid sah ziemlich zufrieden mit sich aus, Hermine eher weniger. „Hagrid,“ begann sie, „Du lebst in einer Hütte aus Holz!“, doch Hagrid hörte ihr schon gar nicht mehr zu.

    17
    17. Kapitel

    Nun hatten wir also noch eine Sorge mehr. Was, wenn jemand herausfinden würde, dass Hagrid auf dem Schulgelände einen gesetzlich verbotenen, feuerspeienden Drachen hielt? „Fragt mich mal, wie es ist, ein geruhsames Leben zu führen.“, fragte uns Ron, als wir uns Abend für Abend über die Hausaufgaben hermachten. Mine hatte nun auch begonnen, die Stundenpläne für die Stoffwiederholung für Harry und Ron anzufertigen, und sie machte die beiden fuchsteufelswild. Eine Woche später, wir saßen gerade beim Frühstück (bei mir gab es Toast mit Spiegelei und Baked Beans), brachte Hedwig erneut einen Zettel von Hagrid. In seiner krakeligen Schrift stand darauf geschrieben: Er schlüpft.

    Nach der letzten Stunde machten wir uns sofort auf den Weg zu Hagrid. Als wir die Tür aufmachten, fiel uns sofort das Ei ins Blickfeld. Es lag jetzt auf Hagrids groben Holztisch. Man konnte deutlich die tiefen Risse erkennen. Und man konnte etwas hören: ein merkwürdiges Knacken. Wir stellten unsere Stühle um den Tisch herum und hielten den Atem an. Mit einem plötzlichen Knartzen riss das Ei auf. Zum Vorschein kam ein kleines Drachenbaby. Seine knochigen Flügel wirkten riesig im Vergleich zu seinem dünnhäutigen rabenschwarzen Körper. Es hatte eine lange Schnauze mit weit geöffneten Nüstern, kleine Hornstummel und orangerote Augen. Plötzlich fing er an zu Niesen. Aus seiner Schnauze kamen einige kleinere Funken geflogen. „Ist er nicht schön?“, fragte Hagrid, ohne eine Antwort zu erwarten, „Hagrid,“ fragte Hermine plötzlich beunruhigt, „wie schnell wachsen eigentlich Norwegische Stachelbuckel?“ Hagrid wollte gerade den Mund öffnen um zu Antworten, als er mit einem Mal aufsprang und zum fenster rannte. Alle Farbe war aus seinem Gesicht gewichen.

    „Was ist los?“, fragte ich jetzt besorgt. „Jemand hat durch einen kleinen Spalt in den Vorhängen reingeschaut, ein Junge, er rennt zurück zur Schule.“ Harry und ich sprangen nun ebenfalls auf, traten zur Tür, und blickten hinaus. Es war eindeutig, wer der heimliche Beobachter war. Selbst aus dieser Entfernung konnte man ihn nicht verwechseln. Malfoy hatte den Drachen gesehen.

    Malfoy hatte die ganze Woche über schon ein Grinsen auf dem Gesicht, das mir ganz und gar nicht gefiel. Wir waren inzwischen öfter mal bei Hagrid gewesen und hatten eindringlich auf ih eingeredet. „Lass ihn einfach laufen“, drängte Harry jedesmal. „Ich kann nicht“, erwiderte Hagrid dann, „Er ist doch viel zu klein. Ohne mich würde er sterben.“ Wir sahen den Drachen an. Kleine Rauchkringel schwoben aus seinem Nüstern hervor. Auf dem Boden lagen verstreut Hühnerfedern und vier Dutzend leere Schnapsflaschen. „Ich will ihn Norbert nennen.“, sagte Hagrid und blickte den kleinen Drachen mit feuchten Augen. Obwohl, klein war nicht das richtige Wort. In nur einer Woche würde er dreimal so groß sein. „Hagrid, gib Norbert noch zwei Wochen und er ist so lang wie dein gesamtes Haus. Malfoy könnte jeden Augenblick zu Dumbledore gehen.“, sagte ich mitleidig zu Hagrid. Hagrid biss sich auf die Unterlippe. „Er kann nicht noch länger hierbleiben, aber er muss in Sicherheit gebracht werden.“, sprach ich weiter. „Charlie“, sagte Harry. Ron drehte sich um. „Du hast sie nicht mehr alle, ich bin Ron, weißt du noch?“ Genervt verdrehte Hermine die Augen. „Nein, Harry meint Charlie, deinen Bruder. In Rumänien. Der Drachenforscher. Wir könnten ihm doch Norbert schicken, Charlie könnte sich um ihn kümmern und ihn dann in der Wildnis aussetzten!“, sagte Mine bestimmt.

    Somit war es also beschlossene Sache. Ron hatte Charlie sofort eine Eule geschickt und auch prompt eine Antwort erhalten. Charlie würde sich freuen, den Drachen bei sich in Rumänien aufzunehmen und einige seiner Freunde würden am Samstag um Mitternacht auf dem höchsten Turm Norbert in Empfang nehmen.

    Doch irgendwie hatte Malfoy offensichtlich von unserem Plan erfahren. Das sollten wir jedoch erst später erfahren. Es war Samstag um Mitternacht. Norbert war gerade übergeben worden, es hatte wirklich etliche Mühe gekostet. Wir hatten uns an Peeves, der Tennisbälle gegen die Wand schleuderte, vorbeigeschlichen und waren leise die Treppenstufen zum Astronomieturm hinaufgestiegen. Und nun standen wir hier. Doch plötzlich konnte ich den Schatten einer stattlichen Eule auf dem Geländer erkennen. Seltsam, normalerweise flogen Eulen doch erst in die Eulerei, um sich dort von einem langen Flug zu erholen. Doch dann erkannte ich die Eule. Es war Aphrodite, die bereits erwähnte Eule meines geschätzten Vaters. Auffordernd streckte sie mir ihr Bein entgegen, an dem ein schneeweißer Briefumschlag, mit roten Wachs versiegelt. Erleichtert atmete ich auf. Es war kein Heuler! Harry und Hermine hatten Aphrodite noch nicht bemerkt. Mit zitternden Händen öffnete ich den Brief.

    Liebe Olivia,

    hiermit möchte dir mitteilen, dass ich maßlos enttäuscht von dir bin. Wie kommt es, dass du, wenn ich mir deine Notenergebnisse ansehe, entdecke, dass du nur die Zweitbeste bist! Und das in allen Fächern! Eine gewisse Hermine Granger ist die Jahrgangsbeste, und sie ist obendrein ein Schlammblut! So wie es scheint, willst du mir mit allen Mitteln beweisen, dass du nicht meine Tochter bist! Und ja, dieses Ziel hast du erreicht. Ich erkenne dich nicht wieder. Meine Tochter ist eine Gewinnerin, eine Erstplazierte. Keine Verlierin. Ich hätte mich damals von Elizabeth nicht überzeugen lassen dürfen, dich zu adoptieren. In deiner baldigen Jahresabschlussprüfung möchte ich andere Leistungen von dir sehen!

    Evan Rosier

    Erschrocken keuchte ich auf, als ich den Brief gelesen hatte. Wie konnte er nur! Er hatte meine beste Freundin Schlammblut genannt! Schlammblut! Seine Worte verletzten mich, er war enttäuscht von mir! Zwei salzige Tränen rannen mir über die Wangen und tropften auf das Pergamentblatt. Hermine bemerkte, dass ich weinte und ging zu mir hinüber. „Was ist denn los?“, fragte sie flüsternd. Harry sah mich besorgt an. Doch ich wollte ihnen den Brief nicht zeigen. Wollte Mine nicht zeigen, was mein Vater über sie dachte. Plötzlich hörte ich laute Schritte, die die kalten Stufen hinaufkamen. Und dann standen sie dann. Professor McGonagall, mit einem magischen Haarnetz in den Haaren und einem Gehstock in der Hand, und Filch, mit einer Laterne in der Hand.

    Harrys Sicht:
    Bedrohlich baute Professor McGonagall sich vor uns auf. „Was ist hier los?“, fragte sie mit eiskalter Stimme. „Professor McGonagall... Es ist meine Schuld!“, hörte ich Liv’s leise, verweinte Stimme. Sie saß immer noch zusammengekauert an der kalten Steinmauer, ein Pergament in der Hand haltend. „Bitte?“, fragte McGonagall, „Sie, Ms. Rosier?“ Ich war genauso überrascht wie sie. Wie wollte Liv uns denn hier heraushauen?

    Olivias Sicht:
    Meine Stimme zitterte, als ich leicht schwankend aufstand. „Ja, Professor.“, fing ich an, „Ich habe heute Abend eine äh,... erschreckende Nachricht meines Vaters erhalten. Sie hat mich sehr aus meinem seelischen Gleichgewicht gerissen. Ich habe es in unserem Gemeinschaftsraum nicht mehr ausgehalten, und bin hier herauf gekommen, um einen klaren Kopf zu bekommen. Harry und Hermine sind mich suchen gegangen, sie haben mit dieser Sache hier nichts zu tun.“ „Sie wissen, dass der Zutritt zum Astronomieturm streng untersagt ist?“ „Ja, Professor McGonagall.“ „Und Sie wissen auch, dass das Betreten der Gänge des Schlosses nach der Sperrstunde verboten ist?“ „Ja, Professor.“, murmelte ich betrübt. Ich hatte immerhin nicht gelogen, das mit diesem Brief war ja schließlich wahr. „Nun, ich ziehe Ihnen 40 Punkte ab. Und Sie bekommen alle eine Stunde Nachsitzen.“ Ich nickte betrübt. „Mr.Potter, Ms. Granger, würden Sie sich bitte in Ihre Schlafsäale begeben.“ Hermine und Harry verschwanden mit einem letzten Blick auf mich hinter der Ecke. „Ms. Rosier, dürfte ich diesen Brief vielleicht einmal sehen?“ Zögerlich gab ich ihr das Blatt Pergament. Schnell überflog die Zeilen, atmete schwer auf und sagte dann: „Wären Sie so freundlich, und kämen morgen Vormittag in mein Büro?“ Ich nickte. „Sie dürfen gehen.“ Abermals nickte ich und ging eiligst davon. Den nachdenklichen Blick, den Professor McGonagall mir schenkte, sah ich nicht mehr.

    18
    18. Kapitel

    Am nächsten Morgen wurde ich durch einen kleinen Sonnenstrahl, der mich an den Augenlidern kitzelte, geweckt. Es war 8:00 Uhr morgens, als ich müde aus dem Bett stieg, um mich anzuziehen. Ich zog eine dunkelblaue Jeans an, darüber einen leichten, scharlachroten Pullover und einige meiner unzähligen Armbänder. Im Badezimmer machte ich mir schnell meine Lieblingsfrisur und dann rannte ich die Treppe zum Mädchenschlafsaal hinunter. Im Gemeinschaftsraum saßen bereits Harry, Ron und Hermine, die mich erwartungsvoll ansahen. „Was ist denn los?“, fragte ich sie, als ich ihre Blicke bemerkte. „Das würden wir gerne von dir wissen.“, antwortete Harry. Perplex schaute ich ihn an. Ich hatte keine Ahnung, von was er sprach. Ron hatte meinen Gesichtsausdruck bemerkt, denn er erklärte: „Du sollst uns erklären, was gestern Nacht noch zwischen dir und McGonagall vorgefallen ist.“ Jetzt hatte ich verstanden. „Also, das war so...“

    Ich hatte meinen Freunden alles erklärt, als wir schließlich in der großen Halle zum Frühstück ankamen. In Gedanken versunken nahm ich mir eine Banane, schnippelte sie mit meinem Brotmesser klein, gab es in meine Schüssel, nahm mir etwas Jogurt dazu und setzte etwas Schokoladenmüsli auf den Jogurtberg. Ich schenkte mir auch ein Glas Orangensaft ein, doch war geistig nicht anwesend. Ich blickte zum Lehrertisch. Dort saßen Professor McGonagall und Dumbledore und unterhielten sich scheinbar. Da fiel mir ein, dass ich ja danach zu Professor McGonagall ins Büro kommen sollte... Was würde sie mir nur sagen wollen? Ich hatte keine Ahnung, was sie von mir wollte. Hoffentlich würde ich heil aus dieser Sache herauskommen! Doch plötzlich wurde ich von Mine aus meinen Gedanken gerissen: „Sag mal, Liv, seit wann trinkst du deinen O-Saft denn mit Zucker?“ Ich verstand sie nicht. „Ich trinke meinen Orangensaft doch nicht...“, ich blickte herunter auf mein Glas. Und tatsächlich! Ich hatte bereits einige gehäufte Esslöffel voller Zucker aus der Zuckerdose in mein Glas gekippt. Und nun schwamm eine widerliche Orangensaft-Zucker-Mischung im Glas herum. Peinlich berührt ließ ich den Teelöffel los. Harry und Ron hatten nun auch diese Sauerei in meinem Glas entdeckt. „Das willst du aber nicht trinken, oder?“, fragte Ron. Harry hingegen sah mich leicht besorgt an. „Was ist denn heute mit dir los, Liv?“ Ich zuckte mit den Schultern. „Ach ja, ich habe übrigens gerade gehört, dass Malfoy auch Nachsitzen hat, weil er uns verpfiffen hat.“, erzählte Ron. „Wirklich?“ Doch ich hörte dem Gespräch schon nicht mehr zu.

    Zaghaft klopfte ich an die hohe Eichentür, die zu McGonagalls Büro und Privaträumen führte. „Herein“, hörte ich es von innen ertönen. Langsam öffnete ich die Tür. Minerva McGonagall saß auf einem bequemen Stuhl hinter einem hölzernen Schreibtisch und blickte mich ruhig an. „Setz dich doch bitte.“ Seltsam, wieso dutzte sie mich denn plötzlich? Ich setzte mich auf einen ebenfalls bequemen Stuhl vor ihrem Schreibtisch. „Nimm dir doch einen Keks, Olivia.“ Gehorsam nickte ich und nahm mir einen Keks aus der blaubemalten Keksbox. „Nun ich möchte gerne mit dir über diesen Brief deines Vaters reden. Zuerst möchte ich erwähnen, dass ich äußerst über deinen Erfolg in dem gesamten Unterricht erfreut bin.“ „Entschuldigung, Professor, aber mir ist es nicht wichtig, was mein Vater über meine Noten denkt. Mir macht der Unterricht einfach sehr viel Spaß.“ Sie nickte. „Ich wollte dir nur anbieten, mit deinem Vater über sein Verhalten dir gegenüber zu sprechen.“ „Nein, danke“, sagte ich schnell. Sie nickte erneut. „Da wäre noch etwas, das ich mit dir besprechen möchte.“ Sie holte tief Luft. „Professor Dumbledore hat mich eingeweiht. In dein Geheimnis.“ Die Worte hallten in meinem Kopf nach. Dumbledore hat mich eingeweiht. In dein Geheimnis. Als sie meinen Gesichtsausdruck bemerkte, sagte sie schnell: „Ich werde diese Information selbstverständlich für mich behalten.“ Ich seufzte innerlich erleichtert auf. Professor McGonagall blickte mich ernst an. „Du musst lernen, deine Kraft zu kontrollieren. Es könnte sein, dass du deine Kraft irgendwann nicht mehr kontrollieren kannst, weil sie zu stark wird! Professor Dumbledore sagte mir, er habe dir geraten, deine Stimme zu benutzen. Das musst du unbedingt tun! Wenn nicht, könntest du möglicherweise irgendjemanden verletzen.“ Erschrocken schreckte ich zurück. „Ich wusste nicht, dass meine Stimme so stark sein kann!“, sagte ich schließlich. „Leider weiß niemand, wie sich das auf dich auswirkt. Aber genau deshalb sollst du es üben. Dumbledore erwähnte außerdem, du solltest dein Geheimnis deinen Freunden erzählen.“ Ich nickte bestätigend. „Ich habe es Hermine erzählt.“ „Gut, ich hatte außerdem die Idee, dass du im Schulchor mitsingen könntest. Er steht unter der Leitung von Professor Flitwick.“ Erneut nickte ich. „Ich würde dich gerne noch singen hören, Olivia.“ „In Ordnung“, sagte ich und stand auf. Ich holte tief Luft und dann sang ich:

    I have a dream, a song to sing,
    to help me cope, with anything,
    If you see the wonder of a fairytale,
    you can take the future, even, if you fail,
    I believe in angels,
    something good in everything I see,
    I believe in angels,
    when I know the time is right for me,
    I’ll cross the stream, I have a dream
    ...
    (ABBA, I have a dream)

    Nachdem ich geendet hatte, sah mich Professor McGonagall erstaunt und begeistert an. „Unglaublich“, murmelte sie immer wieder. Schließlich nahm sie sich doch zusammen und sagte gefasst: „Du kannst dich sofort bei Professor Flitwick für den Schulchor anmelden. Deine Stimme ist unglaublich.“ Begeistert nickte ich. Als ich aus Professor McGonagalls Büro trat, konnte ich den verblüfften Blick, den mir meine Hauslehrerin zuwarf, nicht mehr wahrnehmen.

    „Du bist was?“, fragte Harry mich, als wir zu viert in der großen Halle beim Mittagessen saßen. „Ich bin im Schulchor!“, erwiderte ich gut gelaunt. Hermine verschluckte sich an ihrem Kürbissaft und Ron musste ihr zuerst kräftig auf den Rücken klopfen, bevor sie krächzend die Frage herausbrachte: „Aber was ist denn dann mit deiner?“ Weiter kam sie nicht, denn ein wütender Blick von mir brachte sie zum Schweigen. „Was ist mit deinem Quidditch-Training?“, fragte Harry verzweifelt. „Ach, das bekomme ich alles unter einen Hut, keine Sorge!“, meinte ich enthusiastisch und schob mir einen Löffel mit Gulasch in den Mund. Ich war gleich nach dem Gespräch mit Professor McGonagall im Lehrerzimmer auf Professor Flitwick gestoßen und hatte ihn über die neusten Neuigkeiten unterrichtet. Da er sowieso schon auf den Weg zur sonntäglichen Chorprobe war, sagte er mir mit seiner quietschenden Stimme, ich solle doch sofort mitkommen. Danach wollte er, dass ich im erst einmal ein Kostprobe meines Talents darbrachte. Natürlich habe ich das auch sofort umgesetzt. Professor Flitwick war begeistert. (Er konnte einfach nicht genug von meiner Stimme bekommen. Ich musste ihm ganze fünf Lieder vorsingen, bis ich ihn darauf aufmerksam machte, dass die anderen Chormitglieder auf den Beginn der Probe warteten.) Bei dem aktuellen Stück, das wir danach gesungen haben habe ich sogar eine ganze Seite zum Solo-Singen bekommen. Professor Flitwick war begeistert, als ich ihm das Lied vorgesungen habe. Anschließend hat er mich noch zur Seite genommen und gemeint, dass ich eine wundervolle Stimme habe und er unbedingt wolle, dass ich ab sofort festes Mitglied im Schulchor bin. Natürlich habe ich begeistert zugestimmt.

    Ich hatte gerade die Hälfte meines Tellers geleert, als Harry plötzlich mit einigen kleinen Pergamentblättern vor meiner Nase herumwedelte. „Die haben wir von McGonagall bekommen. Einen für Hermine, Ron, dich und mich.“ „Malfoy wird bestimmt auch einen bekommen haben!“, fügte Ron hinzu. Ich faltete meinen Zettel auseinander. Darauf stand:

    Ihre Strafarbeit beginnt heute Abend um elf Uhr. Sie treffen Mr. Filch in der Eingangshalle.
    Prof. M. McGonagall

    In der ganzen Aufregung hatte ich das Nachsitzen völlig vergessen. Na, das konnte eine schöne Nacht werden!

    19
    19. Kapitel

    Abends um halb elf gingen wir, das heißt Hermine, Ron, Harry und ich, die unzähligen Treppen hinunter zur Eingangstür. Dort warteten schon Filch und Malfoy auf uns. Filch zündete eine Laterne an und sagte: „Folgt mir! Ich wette, ihr überlegt es euch das nächste Mal, ob ihr noch mal eine Schulvorschrift brecht, he?“ Wir schwiegen nur. Dann machten wir uns auf den Weg über die Schlossgründe hinweg, Richtung Hagrids Hütte und dem Verbotenen Wald. Der Mond war leuchtend hell, doch einige Wolken tauchten auf, und drohten ihn zu verdecken. Hagrid kam uns vor seiner Hütte entgegen. „Bist du das, Filch? Beeil dich, ich will anfangen!“ Filch baute sich nun vor uns auf und sagte: „Ihr werdet mit Hagrid in den Verbotenen Wald gehen und dort eure Strafarbeit verrichten!“ Dann drehte er sich um und stapfte knurrend davon. „In den Wald?“, fragte Malfoy leise, „aber ich habe gehört, dass es da Werwölfe gibt!“ Doch ich hörte gar nicht auf ihn. Zusammen mit Hagrid verschwanden wir nun zwischen den Schatten der Bäume. „Wir suchen den Leichnam eines toten Einhorns. Gott, das arme Tier.“ Fang schnüffelte bei Hagrids Worten wie wild auf dem dunklen Boden herum. Schließlich blieb Hagrid stehen und sagte: „Na gut! Hermine und Ron, ihr geht mit mir, Harry, Draco und Olivia, ihr folgt Fang.“ Ich nickte und bedeutete Harry und Malfoy mir zu folgen. Langsam bewegten wir uns durch das Unterholz, einen befestigten Weg gab es nicht. Bei jedem Rascheln der Büsche schreckte Malfoy zusammen und als ich aus Versehen auf einen trockenen Zweig trat und er splitternd zerbrach, stieß Malfoy einen schrillen Schrei aus. Ich musste schmunzeln. Malfoy hatte sich angehört wie ein kleines Mädchen. Doch plötzlich entdeckte ich etwas silberfarbenes auf dem Boden. Ich betrachtete es genauer. „Einhornblut!“, flüsterte ich entsetzt. Harry nickte. Langsam bogen wir um eine Ecke und ich erstarrte. Dort lag das tote Einhorn. Sein Horn und seine Mähne glänzten immer noch silbern und sein Fell war strahlend weiß. Doch es war nicht allein. Über dieses arme Geschöpf beugte sich eine schwarz-vermummte Gestalt. Es war nicht zu erkennen um welche schreckliche Kreatur es sich handelte. Es war zu dunkel. Geräuschlos wollten ich und Harry uns zurückziehen, doch wir hatten die Rechnung ohne Malfoy gemacht. Ob es aus Absicht oder Versehen war wusste ich nicht, aber jedenfalls trat Malfoy mit seinen schweren Schuhen auf einen großen Ast, der daraufhin krachend zerbrach. Die Kreatur ließ von dem armen Einhorn ab und drehte sich zu uns herum. Das Blut gefror mir in den Adern. Ich hörte Malfoys panischen Schrei und seine hektischen Schritte, als ich ihn davonrennen sah. So ein Feigling! dachte ich, doch nun hatten Harry und ich andere Probleme. Die schwarze Kreatur kam nun langsam auf uns zu. Doch sie ging nicht, nein sie glitt über die Blätter am Boden, wie eine Schlange. Sie bewegte sich auf Harry zu. Ich wusste, wenn sie Harry erreichen würde, würde er verletzt werden.

    Vielleicht war es mein Gryffindor-Mut, oder meine Entschlossenheit, die in mir erwachte, aber nun kniff ich die Augen entschlossen zusammen und sprang vor Harry. „Liv, nein!“, rief Harry nun verzweifelt, denn die Kreatur baute sich vor mir auf. Ich holte tief Luft. Und dann sang ich das hohe C.

    Harrys Sicht:
    Erstaunt sah ich Liv an. Sie stand schützend vor mir und direkt vor der Kreatur. Sie hatte ihre Arme in der abwehrenden Haltung und hielt ihre Augen fest zusammengekniffen. In ihrem Blick konnte ich lodernde Wut entdecken. Und sie sang einen hohen Ton. Aber das Erstaunlichste kam erst. Aus ihren Handflächen kamen silberne und goldene Lichtstreifen, die sich zu einem riesigen Schutzschild aufbauten.Die Kreatur zuckte zurück, wurde von dem leuchtenden Licht erfasst und rückwärts geschleudert, bis sie schließlich schleunigst verschwand. Liv hielt den Ton noch einige Sekunden, dann brach sie erschöpft zusammen.

    Olivias Sicht:
    Erschöpft brach ich zusammen. Ich hatte meine ganze Energie genutzt um Harry zu beschützen. Mir wurde kurz schwarz vor Augen, dann wurde ich von Harry wach gerüttelt. „Gehts dir gut? Wie hast du das gemacht? Das war unglaublich!“ Ich nickte und setzte mich auf. „Ich erzähl es dir später, Harry, okay? Wir müssen zurück, ich weiß nur die Richtung nicht mehr.“

    Hektisch blickte ich um mich, als ich ein leises Rascheln im Gebüsch hörte. Kehrte diese grässliche Kreatur zurück? Doch was ich als Nächstes erblickte, erstaunte mich weitaus mehr. Vor uns ein Geschöpf dieses Waldes. Es war ein „Mann“ mit Bart, zwei Armen, einem Oberkörper und vier Pferdebeinen! Ich hatte schon von diesen zauberhaften Wesen gehört, sie hießen Zentauren. Dieser Zentaur bewegte sich nun auf mich zu, Harry nahm er gar nicht wahr. „Bist du es?“, fragte er nun mit einer tiefen Stimme. Ich hatte keine Ahnung, von was er sprach. „Bin ich wer?“ „Bist du diejenige, die die schönste Stimme auf Erden besitzen soll?“ „Das ist sie!“, mischte Harry sich jetzt ein. „Du weißt von meiner Stimme?“ „Du bist es“, sprach der Zentaur, „Du hast das goldene Licht erzeugt, nicht?“ Jetzt nickte ich. „Woher weißt du von mir und wer bist du?“, fragte ich. „Ich bin Firenze und über dich habe ich in den Sternen gelesen.“ Nun sprach Harry: „Du hast eine magische Stimme, Liv? Und das hat vorher dieses goldene Licht erzeugt?“ Ich nickte kraftlos und war knapp davor wieder umzukippen. Harry bemerkte es. „Hör mal, Firenze, es tut uns leid, dich zu stören, aber Liv ist kurz vor dem ohnmächtig werden. Könntest du uns bitte den Weg zurück zum Waldrand zeigen?“, sagte er. Firenze nickte. Mir wurde schwindelig und ich klappte heute Nacht das zweite Mal zusammen.

    Und erneut wurde ich ironischerweise von einem Paar rüttelnder Arme zurück ins Bewusstsein gerufen. „Liv, wach schon auf, bitte!“, hörte ich Mines Stimme. „Was ist mit ihr?“, hörte ich jetzt auch Ron. Doch um mich herum war es immer noch schwarz.

    Hermines Sicht:
    Entsetzt sah ich zu meiner besten Freundin hinunter. Wir waren alle zusammen, sobald Harry mit Liv unter dem Arm aus dem Wald kam, mit Hagrid zusammen zum Schloss hochgerannt und nun saßen wir zusammen im Gemeinschaftsraum vor dem Kamin. Liv sah wirklich nicht gut aus. Im Schein des lodernden Feuers wirkte ihre Haut unglaublich blass und ihre Augenlider waren immer noch geschlossen. „Was ist mit ihr?“, fragte Ron. „Was ist passiert?“, wollte jetzt auch ich wissen. Also begann Harry zu erzählen: „Wir waren zusammen mit diesem Ekelpaket von Malfoy im Wald und haben dieses Einhorn gefunden. Doch da war auch so eine gruselige Kreatur und hat das Blut des Einhorns getrunken. Und ich glaube, Malfoy hat das mit Absicht getan, denn er ist mit voller Wucht auf einen dicken Ast getreten und die Kreatur hat uns bemerkt.“ Ich zog die Luft ein. „Lass mich raten, Harry. Malfoy hat sich aus dem Staub gemacht.“ Harry nickte. „Ihr glaubt ja gar nicht, wie schnell der verschwunden war.“ Er lachte nervös auf. Offensichtlich wollte er die Situation weniger schlimm erscheinen lassen. „Erzähl weiter!“, drängte ich Harry. „Die Kreatur ist zu mir herübergekrochen, sie hat sich bewegt wie eine Schlange, und wollte mich höchstwahrscheinlich töten. Wenn Liv mich nicht gerettet hätte, wäre ich jetzt tot. Sie hat sich vor mich geworfen und hat mich gerettet.“ „Wie denn?“, fragte Ron jetzt. Ich hatte einen schrecklichen Verdacht. Liv hatte doch nicht gesungen! „Sie hat einen hohen Ton gesungen“, Na, bitte, meine Vermutung realisierte sich, „und aus ihren Händen kamen goldene und silberne Spiralen und Strahlen, die sich dann zu einem Schutzschild aufbauten. Die Kreatur ist dann kurzerhand abgehauen. Und dann kam ein Zentaur und hat sich mit Liv unterhalten. Er meinte etwas von, er habe sie in den Sternen gesehen und noch etwas. Liv ist noch mal zusammengebrochen und der Zentaur hat mir geholfen, sie zurück zu Hagrid zu bringen.“ „Und das sollen wir dir glauben, Harry?“, fragte Ron skeptisch. „Ich glaube ihm“, sagte ich leise. „Wieso?“, fragte Ron irritiert. „Weil Liv mir selbst erzählt hat, dass sie diese Kräfte hat!“ Harry und Ron sahen mich jetzt beide an. „Sie hat es dir erzählt?“, fragten sie wie aus einem Mund.

    Olivias Sicht:
    „Mine hat Recht.Wie immer!“ Jetzt drehten sich meine Freunde zu mir um. „Oh man, Liv, ich hab’ mir solche Sorgen um dich gemacht!“, sagte Mine und nahm mich in den Arm. Ron und Harry standen immer noch perplex hinter uns und konnten sich nicht rühren. „Na, Jungs, kommt her, Gruppenumarmung!“, sagte ich auffordernd und unsere beiden Freunde gesellten sich zu uns. Und anschließend musste ich ihnen noch einmal die Geschichte mit meiner Stimme erzählen, obwohl ich sie schon langsam nicht mehr hören konnte. Und mir fiel nun ein riesiger Stein vom Herzen, da meine beiden Freunde nun endlich, neben Hermine, von meinem großen Geheimnis wussten.

    20
    20. Kapitel

    Nun schienen die Tage auf Hogwarts immer langsamer zu fließen, nun, da es auf die Jahresabschlussprüfungen zuging. In den Klassenzimmern wurde es trotz der dicken Steinmauern um die Mittagszeit unerträglich schwül, was besonders in den Räumen, in denen wir die Arbeiten schrieben, der Fall war. Für die Prüfungsbögen hatten wir extra neue Federn bekommen, die mit einem Zauberspruch gegen Schummeln behext worden waren. Allerdings hatten wir auch praktische Prüfungen. Professor Flitwick ließ uns in Zauberkunst einzelnd eine Ananas verhexen, sodass sie danach auf seinem Lehrerpult einen Stepptanz hinlegte. Professor McGonagall ließ uns eine kleine Maus in eine Teedose verwandeln. Mir hatte sie einen Extrapunkt für das schöne filigrane Schnörkelmuster auf der Teedose gegeben, Ron jedoch hatte sie nur einen Punktabzug gewährt, weil seine Teedose am Ende einen Schnurrbart hatte. Und anschließend brauten wir in Zaubertränke einen Vergesslichkeitstrank, den ich in nur zwanzig Minuten fertig in eine kleine Piole einfüllte. Snape hatte mir wieder anerkennend zugenickt. Harry hatte allerdings nicht so viel Glück. Er zuckte jedesmal zusammen, wenn der Professor an ihm vorbeiging. An Harrys Gesicht konnte ich ablesen, dass er sich höchstens an die Hälfte der Zutaten erinnern konnte. Mit dementsprechender mieser Laune gab er am Ende der Prüfung einen kaum definierbaren Inhalt seines Kessels ab, worauf Snape sein Gesicht zu einem hämischen Lächeln verzog.

    Unsere letzte Prüfung hatten wir im Fach Geschichte der Zauberei, einem meiner Lieblingsfächer, in dem wir eine Stunde lang verschiedene Fragen zu berühmten Zauberern und Hexen vergangener Zeiten beantworten mussten. Als Professor Binns schließlich mit einem Wink seines Zauberstabs die Pergamentrollen eingesammelt hatte und verkündete, die Prüfung sei hiermit beendet, ließen wir uns vom Jubelgeschrei unserer Klassenkameraden mitreißen.

    Hermine und ich sprachen anschließend, als wir aus dem Klassenzimmer gestürmt waren, sofort den Stoff durch. Ron meinte aber, wir sollten uns nicht so viele Sorgen machen, wir wären ohnehin die Jahrgangsbesten und ihm würde von diesem ganzen Gerede noch schlecht, wenn er, so wie wir, an die Prüfungen dächte. Wir wanderten hinunter zum See. Dabei sahen wir Lee Jordan und Fred und George, die unter einem Baum saßen und den Riesenkraken mit mitgebrachten Toaststückchen fütterten. Wir ließen uns ebenfalls unter einer Buche am Seeufer nieder und ich sah zwischen der Baumkrone leichte Sonnenstrahlen, die durch das dunkle Blätterdach fielen und Kringel und Kreise auf meine nackte Haut malten. „Endlich keine elende Lernerei mehr.“ Diesen Satz hatte Ron ausgesprochen. Dann sah er aber zu Harry, der neben mir im Gras lag. „Du könntest aber um einiges fröhlicher aussehen, Harry. Immerhin haben wir noch eine Woche bis wir die Prüfungsergebnisse zurückbekommen und erfahren, wie schlecht wir waren. Harry reagierte nicht sofort . Dann fasste er sich plötzlich an seine Narbe auf der Stirn. Er sah meinen besorgten fragenden Blick und sagte: „Meine Narbe tut mir in letzter Zeit ständig weh - und das tut sie sonst nie.“ Geh doch zu Madam Pomfrey.“, schlug Hermine vor. „Ich bin doch nicht krank.“, entgegnete Harry, „Ich glaube, dass es ein Warnzeichen ist, es bedeutet Gefahr.“ Ron wollte sich dem Schein nach davon aber nicht aus der Ruhe bringen lassen, dafür war es heute zu heiß. „Entspann dich. Hermine hat doch Recht, der Stein ist in Sicherheit, solange Dumbledore in Howarts ist. Und außerdem haben wir noch immer keinen eindeutigen Beweis, dass Snape herausgefunden hat, wie er an Fluffy vorbeikommt. Immerhin hat es ihm einmal fast sein Bein gekostet, so schnell wird er es nicht wieder versuchen.“ Wir nickten alle miteinander, denoch hatte ich das unangenehme Gefühl, dass wir etwas übersehen hatten. Hagrid war der Einzige, der wusste, wie man an Fluffy vorbeikam. Er würde sicherlich niemals jemanden erzählen, wie...“ Es durchfuhr mich wie einen Schlag. Jetzt wusste ich, was wir vergessen hatten! Plötzlich sprang Harry neben mir auf seine Beine. „Wo willst du hin?“, fragte Ron schläfrig. „Wir müssen zu Hagrid und zwar sofort!“, kam es von Harry und mir aus einem Mund. „Warum?“, fragte Mine, die mühsam mit uns schritthielt. „Findest du es etwa nicht merkwürdig, dass Hagrid sich nichts mehr wünscht, als einen eigenen Drachen zu besitzen und dass dann zufällig ein Fremder auftaucht, der zufällig gerade ein solches Ei in seiner Tasche hat?“, brachte Harry während dem Laufen hervor. Ich sagte: „Wie viele Leute laufen denn mit einem Drachenei herum, wenn es doch gegen das Zauberergesetz ist? Warum haben wir das denn nicht schon viel früher hinterfragt?“ „Worauf wollt ihr hinaus?“, fragte Ron.

    Vor uns sahen wir bereits Hagrids Hütte vor dem Verbotenen Wald. Mir lief es immer noch wie Eis über den Rücken, wenn ich an die Nacht im Wald und die Enthüllung meiner Kräfte dachte. Hagrid saß vor seiner Hütte in einem Lehnstuhl und enthülste Erbsen. Nun blickte er auf und sagte lächelnd: „Fertig mit den Prüfungen? Wie geht es Liv?“ „Gut.“, sagte ich. „Hagrid, ich muss dich etwas fragen. Erinnerst du dich noch an die Nacht, in der du Norbert beim Kartenspielen gewonnen hast? Wie sah der Fremde denn aus, gegen den du gewonnen hast?“, fragte Harry. „Weiß nicht. Er wollte seinen Kapuzenmantel nicht ausziehen. Ist nicht so ungewöhnlich, im Eberkopf unten im Dorf treibt sich oft seltsames Gesindel herum.“, antwortete Hagrid lässig. „Worüber habt ihr gesprochen Hagrid? Etwa auch über Hogwarts?“, hakte ich nach. „Könnt mal vorgekommen sein“, brummte Hagrid, “ Er hat mich gefragt, als was ich arbeite und ich hab ihm von der Arbeit als Wildhüter erzählt.“ Hagrid sagte, er habe dem Fremden von den Tieren, um die er sich kümmert, erzählt und dass er nur zu gern ein Drachenei besäße. Darauf habe ihn der Fremde überredet, um das Drachei zu spielen. Dann habe Hagrid gesagt, gegen Fluffy wäre so ein Drache doch ein Klacks. „Und...und interessierte er sich für Fluffy?“, fragte ich. „Ich habe ihm erzählt, dass Fluffy ein Schoßhündchen ist, wenn man weiß, wie man ihn beruhigt. Man muss ihm einfach nur ein wenig Musik vorspielen, und er schläft auf der Stelle...“ Plötzlich erstarrte Hagrid vor Entsetzen. Er wusste, er hatte schon zu viel gesagt. Wir sprachen kein Wort miteinander, denn wir wussten, was zu tun war, und liefen davon.

    In der Eingangshalle kamen wir zum Stehen. Hermine ergriff sofort das Wort. „Wir müssen zu Dumbledore.“ „Hagrid hat diesem Fremden gesagt, wie man an Fluffy vorbeikommt, und unter dem Mantel war entweder Snape oder Voldemort. Wo ist eigentlich Dumbledores Arbeitszimmer?“, sagte Harry. „Ich weiß, wo sein Büro ist.“, sagte ich. Plötzlich drang aber eine gebieterische Stimme durch die Halle. „Was suchen Sie vier denn hier?“ Es war Professor McGonagall, die einen riesigen Stapel Bücher in den Händen hielt. „Wir möchten Professor Dumbledore sprechen.“, sagte Mine kühl. „Professor Dumbledore ist vor bereits zehn Minuten abgereist. Er hat eine eilige Eule vom Zaubereiministerium erhalten und ist anschließend sofort nach London geflogen.“ „Er ist fort?“, fragte Harry entsetzt, „gerade eben?“. „Professor McGonagall - es geht um den Stein der Weisen...“ Vor Überraschung (oder war es Entsetzen?) ließ sie sämtliche Bücher zu Boden fallen und beeilte sich, sie schnell wieder aufzuheben. „Woher wissen Sie das?“, fragte sie. „Professor Dumbledore wird bereits morgen wieder zurücksein. Ich weiß nicht, wie Sie etwas über den Stein in Erfahrung bringen konnten, aber seien Sie versichert, dass niemand in der Lage ist, den Stein zu stehlen. Er wird bestens bewacht.“ Mit diesen Worten verschwand sie um die Ecke. „Heute Nacht passiert es.“, sagte Harry leise, sobald wir sicher waren, dass Professor McGonagall uns nicht mehr hören konnte. „Heute Nacht steigt Snape durch die Falltür. Er hat jetzt alles herausgefunden, was er braucht und Dumbledore ist aus dem Weg geschafft.“ Mir blieb der Mund offen stehen. Harry, Ron und Hermine wirbelten herum. Hinter uns stand Snape.

    „Einen schönen Nachmittag“, sagte er mit sanfter Stimme. Wir konnten ihn derweil nur anstarren. „An einem solch herrlichen Tag solltet ihr nicht hier drin sein.“, sagte er mit einem falschen Lächeln. „Seid besser etwas vorsichtiger. So, wie ihr hier herumhängt, könnte man meinen, ihr würdet etwas aushecken.“ Er wandte seinen Blick mir zu und er blieb wie üblich auf meinen grünen Augen hängen. „Ehe ich es vergesse, Ms. Rosier“, Snape sah mich leicht lächelnd (diesmal war es ein echtes Lächeln) an, während meine Freunde dem Schein nach bereits mit dem Schlimmsten rechneten. „Ich habe Ihre theroretische und praktische Prüfung bereits korrigiert. Es freut mich, Ihnen sagen zu können, dass sie die volle Punktzahl erreicht haben, im Gegensatz zu manch’ Anderen (seltsamerweise ruhte sein Blick dabei auf Harry und Ron). Herzlichen Glückwunsch. Einen schönen Tag noch.“ Ron sah mich jetzt etwas verstört an. Harry sagte dabei: „Ich weiß nicht, was ich seltsamer finden soll: dass Snape dich als Gryffindor bevorzugt oder sein unglaubliches Talent, sich an jemanden unbemerkt anzuschleichen.“ Insgeheim musste ich Harry damit rechtgeben.

    21
    21.Kapitel

    Als wir im Jungenschlafsaal angekommen waren, setzte Harry sich auf sein Bett. Keiner seiner Zimmergenossen war anwesend, so konnten wir ungestört reden.“Ich gehe heute Nacht raus und versuche, als Erster zum Stein zu gelangen.“, sagte Harry entschlossen. „Du bist total verrückt“, kam es von Ron. „Das kannst du nicht machen, Harry! Sie werden dich aus Hogwarts rauswerfen!“ Das hatte Hermine gesagt. Aber jetzt hatte ich genug. Verstanden sie das denn nicht? „NA UND? VERSTEHT IHR DENN GAR NICHTS VON DEM, WAS HARRY SAGT?“, brach es aus mir heraus, „Wenn Snape den Stein der Weisen in seine Hände bekommt, dann kehrt Voldemort zurück! Dann gibt es kein Hogwarts mehr, aus dem sie uns rausschmeissen können! Voldemort würde Hogwarts dem Erdboden gleichmachen oder es in eine Schule verwandeln, auf der schwarze Magie gelehrt wird. Begreift ihr denn nicht, Punkte zu verlieren spielt jetzt gar keine Rolle mehr!“ Harry sah mich dankbar an und fuhr fort: „Glaubt ihr vielleicht, er lässt uns und unsere Familien in Ruhe, wenn wir den Hauspokal gewinnen sollten? Wenn ich erwischt werde, bevor ich zum Stein komme, dann muss ich eben zurück zu den Dursleys und darauf warten, dass mich Voldemort dort findet. Das heißt doch nur, dass ich ein wenig später sterbe, als ich es ohnehin doch müsste, denn ich gehe niemals auf die dunkle Seite! Ich werde heute Nacht durch die Falltür steigen und nicht wird mich aufhalten. Voldemort hat meine Eltern umgebracht!“ Zornfunkelnd sah Harry Ron und Hermine an. „Ich werde dir helfen, Harry“, sagte ich vernehmlich, „Ich will genauso wenig wie du, dass Voldemort zurückkommt.“ Ich wollte mir nicht ausmalen, was passieren würde, wenn Voldemort zurückkommen würde. Mein Vater wäre sicher auf seiner Seite und von meiner Mutter und mir würde er dasselbe verlangen. Ich wurde schlagartig aus meinen Gedanken gerissen, als ich Mines und Rons Worte hörte. „Wir kommen mit. Wir können euch schlecht allein lassen.“ Damit war es beschlossen. Wir würden den Stein der Weisen finden und zwar vor Snape und Voldemort. Und nichts würde uns davon abhalten...

    Als sich nach dem Abendessen endlich der Gemeinschaftsraum komplett geleert hatte, kamen wir langsam die Treppe zu den Schlafsälen herunter. Harry und Ron hatten den Tarnumhang dabei und wollten gerade mit Hermine darunterschlüpfen, als ich plötzlich ein Geräusch hörte. Mit Panik dachte ich mir sofort meine Katzengestalt und mit einem „Puff“ stand ich dort als schwarze Katze mit meinen immer noch leuchtend grünen Augen. Auch Harry, Ron und Hermine hatten das Geräusch vernommen und drehten sich um. Ich fuhr meine Krallen aus, in Bereitschaft, jedem unerwünschten Zuhörer die Augen auszukratzen. Doch ich hatte mich getäuscht. Dort stand kein Gegner, dort stand...Neville. Mit einem weiteren „Puff“ verwandelte ich mich sofort zurück. „Ihr geht wieder raus, oder?“, fragte Neville. „Nein, nein, nein“, log Hermine, „Nein, das tun wir nicht. Warum gehst du nicht ins Bett, Neville?“ „Ihr könnt nicht rausgehen. Ihr bringt Gryffindor nur Ärger und wir können nicht noch mehr Punkte verlieren.“ „Das verstehst du nicht. Es ist wichtig“, versuchte Harry es jetzt. „Ich lasse euch nicht gehen“, sagte Neville und stellte sich breitbeinig vor das Porträtloch. Harry sah zu mir. „Bitte unternimm irgendwas“, sagte mir sein Blick. Seufzend trat ich vor und sagte an Neville gewandt: „Neville, das tut mir jetzt wirklich, wirklich Leid.“ Ich hob meinen Zauberstab und sagte: „Petrificus Totalus!“ Als der Zauber Neville traf, fiel er starr wie ein Brett nach vorne. „Die Ganzkörperklammer. Kommt, lasst uns gehen.“ Ron warf einen letzten Blick auf Nevilles starren Körper und sagte noch: „Manchmal bist du mir wirklich ein wenig unheimlich, Liv.“

    Als wir im dritten Stock angekommen waren, drückte Harry vorsichtig die Türklinke hinunter. Von drinnen ertönte ein tiefes Grollen. Fluffy lag auf dem Steinboden und neben ihm entdeckte ich eine Harfe und von selbst immer dieselbe Melodie wiederholte. Da ich immer noch die schwarze Katze war, dachte ich schnell an meine menschliche Gestalt und sofort stand ich neben Harry. Der setzte gerade seine Lippen an Hagrids Flöte, die er geschenkt bekommen hatte und spielte eine Melodie. Ron und Mine huschten in den Raum. Wir hatten Glück. Fluffy lag nicht auf der Falltür und sofort zog Ron den Deckel der Falltür herunter. Ich kam hinzu und sah hinunter. Ich konnte den Boden nicht sehen, wir mussten also springen. Ron ging zuerst, danach kam Mine. Ich verwandelte mich blitzschnell zurück in eine Katze und sprang hinterher. Ich landete auf meinen vier Pfoten und sah Harry, der rasch den Deckel über sich zuzog und zu mir heruntersprang.

    Ich verwandelte mich erneut zurück. Wir waren alle weich gelandet, es war, als lägen wir auf einer Pflanze... Ich zückte meinen Zauberstab und sagte leise: „Lumos!“ Ein kleines Licht kam aus der Spitze meines Zauberstabs und ich erstarrte. „Jungs!“ „Was ist?“, fragte Ron. Ich lenkte das Licht auf unsere Beine. Sie waren bereits fest mit Ranken verschnürt. Ron schrie erschrocken auf. Harry und Hermine versuchten, sich von ihren Fesseln zu befreien, doch sie schnürten sich nur immer fester zusammen. „Das ist eine Teufelsschlinge!“, rief ich heraus. Was hatte Professor Sprout in Kräuterkunde noch einmal über die Teufelsschlinge gesagt? Sie lieben Dunkelheit und das Feuchte. Ich griff meinen Zauberstab. Ron und ich waren mittlerweile am festesten verschnürt. Ich rief laut: „Lumos Maxima!“, kurz bevor mir die Teufelsschlinge auch eine Ranke auf meinen Mund legte, die mich am Sprechen hinderte. Doch der Zauber wirkte. Ein gleißendes, leuchtendes, helles Licht trat aus dem Zauberstab und die Teufelsschlinge zog sofort ihre Ranken von uns zurück. Jetzt konnten wir uns vollkommen von der Pflanze abschütteln. „Ein Glück, dass du in Kräuterkunde immer so gut aufpasst, Liv!“, sagte Harry und dann setzten wir unseren Weg fort.

    Wir erreichten das Endes des Ganges, das in einen hellen Raum mit einer hohen Kuppel führte. Darin flogen tausende silberne Vögel herum. Auf der anderen Seite des Raumes war eine schwere Holztür. Hermine versuchte sie mit „Alohomora!“ zu öffnen, doch es brachte nichts. Ich starrte die Vögel an. Und bei näherem Hinsehen erkannte man, dass das keine Vögel, sondern Schlüssel mit Flügel waren. „Seht mal! Ein Besen.“, sagte Harry, der nun auch begriffen hatte, was diese Schlüssel bedeuteten. „Schnappen wir uns den Schlüssel!“, sagte ich zuversichtlich. „Aber es gibt hunderte davon!“, sagte Ron. Ich sah mir das Türschloss genauer an. „Wir suchen einen sehr großen altmodischen Schlüssel. Er ist vermutlich silbern, wie die Klinke.“ Harry und ich schnappten uns den Besen. Zum Glück konnte der Besen uns beide tragen. Harry stieg vorne auf und ich hielt mich hinten an seinen Schultern fest. Wir jagten mitten durch die Schlüssel hindurch. Plötzlich sah ich ihn. Der Schlüssel flog nur wenige Zentimeter unter mir. „Harry, flieg ein wenig tiefer!“, befahl ich. Ich verlor ihn fast aus den Augen, doch dann streckte ich meine Hand zielsicher aus. Entschlossen packte ich den silbernen Schlüssel und rief Harry zu: „Ich hab ihn! Wir können wieder runter!“ Als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, hastete ich sofort zur Tür und steckte den Schlüssel ins Schloss. Es klickte und wir schritten zusammen durch die Tür hindurch.

    Ich staunte nicht schlecht, als ich mir den nächsten Raum ansah. Wir standen am Rande eines riesigen Schachbrettes. „Und was sollen wir jetzt tun?“, fragte Harry. „Ich glaube, wir müssen dieses Schachspiel gegen die weißen Figuren gewinnen, wenn wir durch die nächste Tür wollen.“, sagte Ron nachdenklich. Ich sah mir die schwarze Seite genauer an. „Es fehlen vier schwarze Figuren.“ „Genau, Liv. Und für diese Figuren müssen wir spielen. Ich glaube, ich übernehme lieber das Spielen. Ihr seid leider nicht besonders gut im Schachspielen.“, sagte Ron. Mir machte das nicht sonderlich viel aus. Ron fuhr fort. „Hermine, du bist der Turm, Liv, du bist die Dame, Harry, du bist der König und ich bin der fehlende Springer.“ Ich nickte und stellte mich auf die Position. Ich musste leicht schlucken. Wir waren jetzt Schach- Menschen. Wir waren ein Teil dieses Spiel, und ich hatte das unschöne Gefühl, dass das hier noch blutiger Ernst werden würde.

    22

    22. Kapitel

    „Weiß zieht im Schach immer zuerst“, erklärte Ron und spähte über das Brett. Ein weißer Bauer rückte gerade zwei Felder vor. Ron begann damit, die schwarzen Figuren zu führen.Wo immer Ron sie auch hinschickte, sie gehorchten schweigend. Mir zitterten die Knie. Was würde passieren, wenn wir verloren? „Springer, vier Felder schräg nach rechts.“ Ich zuckte erschrocken zusammen, als die weiße Dame mit ihrem Schwert unseren schwarzen Springer entzweischlug. Plötzlich tauchte zwei Felder vor mir ein weißer Springer auf. Ron sah es und rief mir zu: „Liv, du bist die Dame. Geh zu ihm hin, nimm dein schwarzes Schwert und schlag ihn auseinander!“ Zitternd gehorchte ich. Ich packte das schwarze Schwert und trat auf den Springer zu.Ich hob meine Waffe und schlug die Figur mit aller Kraft mittenenzwei. Und so ging es immer weiter. Die weißen Figuren kannten keine Gnade und mit der Zeit waren immer mehr schwarze Figuren zerstückelt und geschlagen.

    Doch Ron gab nicht auf. Er jagte mit seinem Springer über das Feld und schlug soviele weiße Figuren, wie wir schwarze verloren hatten. „Wir haben es gleich geschafft!“, murmelte Ron, „Ja... Es gibt keine andere Möglichkeit... Ich muss geschlagen werden.“ „NEIN!“, riefen Harry, Mine und ich. „Es muss noch eine andere Möglichkeit geben, Ron.“, sagte ich verzweifelt. „Auch wenn du noch so gern alle retten würdest, Liv, es gibt keine andere Wahl. So ist das eben im Schach! Man muss eben manchmal seine Figuren opfern. Wenn ich springe und die Dame mich schlägt, dann könnt ihr den König schachmatt setzen!“ Ich starrte ihn entsetzt an. Ron würde sich wirklich für uns opfern, nur damit Harry zum Stein kam. „Ron, wenn wir zurückkommen, werde ich dich so gut es geht heilen, okay?“ Doch Ron hörte nicht mehr zu. Er sprang vor und die weiße Dame schlug mit ihrem Schwert Rons Pferd entzwei. Er kam hart auf dem Steinboden auf und wurde ohnmächtig. Mine wollte zu ihm laufen, doch ich rief sie zurück. „Das Spiel ist noch nicht vorbei!“ Harry, der neben mir stand, bewegte sich jetzt auf den König zu und rief laut: „Schachmatt!“ Der König nahm seine Krone ab und warf sie Harry vor die Füße.

    Sobald das Spiel vorbei war, lief Hermine hinüber zu Ron. „Ich bleibe hier“, sagte sie bestimmt. „Ich will mich um ihn kümmern, so gut es eben geht.“ Mine sah mich an. „Hilf du Harry, ich wünsche euch viel Glück.“ Ich nickte. Dann gingen Harry und ich um das demolierte Schachspiel herum und traten durch die nächste Tür. „Was, meinst du, kommt als Nächstes?“ „Ich weiß nicht, Harry.“ Wir waren an einer weiteren Tür angelangt. „Einverstanden?“, fragte Harry. Ich nickte. „Mach sie auf.“

    Harry stieß die Tür auf. Ein widerlicher Gestank fuhr uns entgegen und ich hielt mir rasch die Nase zu. Mit tränenden Augen sahen wir einen Troll, der mit allen vieren von sich gestreckt und mit einer blutenden Wunde am Kopf, auf dem Boden lag. Er war sogar noch größer als der, mit dem wir es schon einmal aufgenommen hatten. „Bin ich froh, dass wir gegen den nicht auch noch kämpfen müssen.“, sagte Harry. „Komm weiter, Harry, mit verschlägt es hier den Atem.“, sagte ich und hielt mir die Nase zu. Harry öffnete die nächste Tür und wir wagten beide kaum hinzusehen, was wohl als Nächstes auf uns zukommen würde. Doch hier drin war nichts Furchterregendes zu sehen, nur ein Tisch mit sieben aneinander gereihten Flaschen, die alle eine unterschiedliche Form und Größe hatten. „Was müssen wir hier wohl tun?“, fragte Harry. Doch kaum waren wir über die Türschwelle getreten, loderte hinter uns im Türrahmen ein meterhohes Feuer auf. Es war aber kein gewöhnliches Feuer. Die Flammen leuchteten purpurrot auf. Im selben Moment schossen auf der anderen Seite schwarze Flammen empor. Wir saßen in der Falle. „Schau mal!“, machte ich Harry auf einen zusammengefaltenen Zettel, der neben den Flaschen lag, aufmerksam. Harry hörte zu, als ich vorlas, was auf dem Zettel stand:

    „Die Gefahr liegt vor euch, die Rettung zurück,
    Zwei von uns helfen, bei denen habt ihr Glück,
    Eine von uns sieben, die bringt euch von dannen,
    Eine andere führt den Trinker zurück durch die Flammen,
    Zwei von uns enthalten nur guten Nesselwein,
    Drei von uns sind Mörder, warten auf eure Pein.
    Wählt eine, wenn ihr weiterwollt und nicht zerstäuben hier.
    Euch helfen sollen Hinweis’ - und davon ganze vier:
    Erstens: so schlau das Gift versteckt mag sein,
    ‘s ist immer welches zur Linken vom guten Nesselwein;
    Zweitens: die Beiden an den Enden sind ganz verschied’ne Leut,
    doch wenn ihr eine weitergeht, so ist keine davon euer Freund;
    Drittens: wie ihr deutlich seht, sind alle verschieden groß.
    Doch weder der Zwerg noch der Riese enthalten euren Tod.
    Viertens: die zweite von links und die zweite von rechts werden Zwillinge sein,
    so verschieden sie schauen auf den ersten Blick auch drein.“

    Harry stöhnte auf, doch ich konnte nur lächeln und seufzen. Dieses Rätsel war einfacher, als es aussah. „Das ist ausgezeichnet! Das ist keine Zauberei, das ist Logik, ein einfaches Rätsel. Viele von den größten Zauberern haben und hatten keine Spur Logik im Kopf, die säßen hier für immer in der Falle.“, erklärte ich Harry. „Aber wir sitzen hier doch auch fest, oder?“ „Natürlich nicht! Dieses Rätsel habe ich im Nu gelöst. Gib mir eine Minute.“ Ich sah mir alle Flaschen genau an. Die mittlere, die zweite von links und rechts, dass waren die Flaschen mit dem Gift, die dritte von rechts und links waren die Flaschen voller Nesselwein, die beiden am Rand führten durch die Flammen. „Die kleinste Flasche führt durch das schwarze Feuer zum Stein.“ „Sie reicht aber nur für einen“, stellte Harry fest. Ich ging an das andere Ende der Reihe und nahm die bauchigste Flasche in die Hand. „Das ist meine Flasche. Die bringt mich zurück durch die Purpurflammen.“ Ich sah Harry an. „Harry, was ist, wenn Voldemort hinter den schwarzen Flammen ist?“ Ich hatte die unaussprechliche Frage ausgesprochen. „Das letzte Mal habe ich Glück gehabt. Vielleicht habe ich heute wieder Glück.“ Du hast Angst, Harry zu verlieren, sagte eine kleine Stimme in meinem Kopf. Ich stürzte hinüber zu Harry und drückte ihn fest an mich. „Du bist ein großer Zauberer, Harry.“ „Ich bin nicht so schlau wie du“, entgegnete er. „Wie ich? Bücher, Schlauheit. Es gibt wichtigere Dinge, wie Freundschaft, Mut...“ Harry drückte mich fest. „Harry, pass auf dich auf. Ich kann Verletzungen heilen, aber keine Toten auferstehen lassen.“ Mir rann eine einzige Träne über die Wange. Dann tranken wir gleichzeitig aus unseren Flaschen, der Inhalt fühlte sich an wie Eis. „Viel Glück, Harry.“, sagte ich und trat durch die purpurfarbenen Flammen.

    23
    23. Kapitel

    Sobald ich aus den Flammen heraustrat, rannte ich durch die Halle mit dem Troll zurück zum Schachspiel, zu Mine und Ron. Ich sah die Beiden sofort und rannte zu ihnen hin. Ron blutete stark am Kopf . Ich setzte mich neben ihn und fing an, eine Melodie zu summen. Ich streichelte Ron über die Haare und ein goldener und silberner Schimmer trat aus meiner Hand hervor und ließ Rons Wunde langsam verschwinden. Doch je weniger von der Wunde zu sehen war, desto mehr verließen meine Kräfte mich. Als die Wunde fast verschwunden war, sah ich plötzlich alles verschwommen und es wurde dunkel... dunkler...

    Vor meinen Augen tauchte plötzlich etwas goldenes mit silbernen Sprenkeln auf. Waren das meine Kräfte? Ich versuchte genauer hinzusehen. Nein, es sah aus, wie ein liegender Halbmond! Ich versuchte, danach zu greifen, doch es gelang mir nicht. Plötzlich wurde das Bild klarer. Da war eine Brille. Und dahinter leuchtend blaue Augen. Albus Dumbledore... „Professor Dumbledore...“, flüsterte ich. „Guten Tag, Olivia.“, sagte Dumbledore. „Wo bin ich denn? Wo ist das riesige Schachbrett?“ „Du bist im Krankenflügel, meine Liebe.“, sagte Dumbledore sanft. Ich sah mir den Raum, in dem ich war, genauer an. Die Wände waren teils mit Holz verkleidet. Der riesige Raum war weiß gestrichen und mit Stuck verziert. Es hingen riesige Porträts mit sich bewegenden Personen an den Wänden. Der Saal sah wunderschön aus. Neben Dumbledore stand ein kleines Tischchen mit allerlei Süßigkeiten, doch das interessierte mich nicht. „Professor, wie geht es meinen Freunden und vorallem Harry? Was ist mit dem Stein der Weisen?“ „Mr. Weasley und Ms. Granger geht es dank deiner wunderbaren Heilung bestens, Harry ist bereits gestern aufgewacht. Ihm geht es gut. Was den Stein der Weisen angeht, er wurde zerstört.“ „Aber Professor, was ist denn dann mit Ihrem Freund Nicolas Flamel?“ „Er und seine Frau werden sterben.“ „Vielleicht ist es für sie insgeheim doch schön, wenn sie bald ihre ewige Ruhe finden.“ Dumbledore nickte. „Seit wievielen Tagen bin ich denn schon hier?“ „Seit vier Tagen.“ Ich wusste nicht, wie ich weitermachen sollte. „Wie ich gehört habe, singst du in Filius Schulchor nun die Hauptstimme?“ Ich nickte. „Es freut mich, dass du auf mich gehört hast. Allerdings, tust du mir einen Gefallen, Olivia?“ Ich sah ihn an. „Bitte übe weiter, deine Kräfte einzusetzen. Wenn du viel trainierst, wirst bald in der Lage sein, deine Kräfte über einen längeren Zeitraum einzusetzen.“ Ich nickte. Dumbledore wandte sich zum Gehen, doch ich hielt ihn zurück: „Professor Dumbledore, wissen Sie, ob solche Kräfte vererbbar sind, oder woher sie kommen?“ Dumbledore sah mich an. „Du wirst es früh genug erfahren.“ Als ich mich kurz abwandte, um über eine weitere Frage nachzudenken und mich umdrehte, war Dumbledore verschwunden.

    Nachdem Madam Pomfrey mich eingehend untersucht hatte, erlaubte sie meinen Freunden mich fünf Minuten zu besuchen. Sobald sie die Tür zum Krankenflügel aufgemacht hatte, rannten Harry, Hermine und Ron hinüber zu meinem Bett. Mine umarmte mich kurz. „Ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht, Liv.“ „Du machst dir immer viel zu viele Sorgen um mich, Mine.“ Ron und Harry hatten sich auf zwei Stühle neben meinem Bett gesetzt. Ron ergriff jetzt das Wort. „In der ganzen Schule reden sie nur noch über uns. Wir müssen ständig die Geschichte mit dem Stein erzählen. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass wir das tatsächlich getan haben.“ Ron fasste sich an den Kopf. Von seiner Wunde war nichts mehr zu sehen. „Danke noch einmal, dass du diese fiese Kopfwunde geheilt hast.“ Hermine hatte sich auf mein Bett gesetzt und sagte jetzt: „Das war wirklich seltsam, als du Ron geheilt hast. Ich weiß noch, wie du ganz plötzlich umgekippt bist...“ Ron fuhr fort: „Da hat etwas auf deinem rechten Arm aufgeleuchtet. Es war ganz hell.“ Zögernd schob ich den Ärmel meines Nachthemds an dem rechten Arm hoch. Verwundert starrte ich auf den Oberarm. Auf meiner blassen Haut war dort nun ein hellbrauner Fleck. Das Seltsame daran war aber seine Form... „Dieser Fleck hat dieselbe Form wie der Anhänger deiner Kette“, sagte Harry. Er hatte Recht. Dieser seltsame Fleck hatte die Form eines Sichelmondes... „Hoffentlich hat dieser Quirell nichts damit zu tun“, meinte Ron. Ich blickte ihn interessiert an. „Wieso Quirell?“ Harry schlug sich mit der Hand gegen die flache Stirn. „Stimmt, du weißt ja noch gar nicht davon!“ „Von was?“, fragte ich unsicher. Harry erklärte mir ausführlich, dass Quirell mit Voldemort zusammengearbeitet hatte, um zu dem Stein zu gelangen. „Dann hat Snape mit der ganzen Sache nichts zu tun!“, rief ich jetzt aus. „Im Grunde genommen... ja. Er hat Harry auch bei dem Quidditch-Spiel, bei dem er fast vom Besen gefallen wäre, geholfen.“, sagte Hermine. „Aber wieso hasst er Harry dann so?“ „Snape und mein Dad gingen früher zusammen zur Schule. Sie haben sich gehasst.“ Nun klärte sich bei mir einiges auf. Irgendwie hatte ich es schon immer im Gefühl, dass Snape damit nichts zu tun hatte. Aber vielleicht war das auch der Grund, wieso Snape mich so mochte und bevorzugte. Vielleicht war er mit einem meiner Eltern zur Schule gegangen. Meine richtigen Eltern... (wenn sie nicht Muggel waren, was mir allerdings nicht wichtig war).

    Meine Freunde blieben noch einige Minuten bei mir und wir aßen zusammen Bertie Bott’s Bohnen. Schließlich wurden sie aber von Madam Pomfrey („Ihr seid schon über zwanzig Minuten hier! RAUS! Eure Freundin braucht Ruhe!“) verscheucht. Nachdem ich die Nacht über gut geschlafen hatte, fühlte ich mich wieder putzmunter. Über das Zeichen an meinem Oberarm dachte ich schon nicht mehr nach. Madam Pomfrey entließ mich schließlich und ich konnte hinunter zum Fest gehen. Als ich die vielen Treppen zur großen Halle hinuntergegangen war, und mit den anderen Schülern hineingeströmt war, setzte ich mich zu meinen Freunden an den Gryffindortisch, die mich freudig begrüßten. Die ganze Halle war mit Grün und Silber, den Slytherinfarben, verziert. Nur wenige Augenblicke später kam Dumbledore herein, und das Tuscheln der Schüler erstarb. Dumbledore rief ausgelassen: „Wieder ein Jahr vorbei! Und was für ein Jahr! Hoffentlich sind alle eure Köpfe ein wenig voller als davor... jetzt habt ihr den ganzen Sommer, um sie wieder schön leer zu räumen, bevor das neue Schuljahr anfängt... Jetzt muss der Hauspokal vergeben werden, und auf der Tabelle sieht es folgendermaßen aus:

    4. Gryffindor 262 Punkte
    3. Hufflepuff 297 Punkte
    2. Ravenclaw 405 Punkte
    1. Slytherin 472 Punkte“

    Die Slytherins johlten und klatschten. Einige schlugen sogar mit ihren Bechern fest auf den Tisch. Dumbledore lächelte. „Ja, ja, gut gemacht, Slytherin. Allerdings müssen wir auch die neuesten Ereignisse beachten.“ Das Lachen der Slytherins fiel schlagartig aus ihren Gesichtern. In der Halle wurde es still. „Ich habe hier noch einige letzte Punkte zu vergeben. Zuerst - an Mr. Ronald Weasley...“ Ron lief bei den Worten Dumbledores knallrot an. Seine Gesichtsfarbe machte seinen Haaren Konkurrenz. Dumbledore fuhr fort: „für die beste Schachpartie, die in Hogwarts seit vielen Jahren gespielt wurde, vergebe ich Gryffindor 50 Punkte.“ Die Gryffindors jubelten wie wild. Dumbledore hob die Hand und augenblicklich kehrte Ruhe in die Halle ein. „Zweitens an Ms. Hermine Granger... für das große Mitgefühl und Verständnis, das sie in einer Gefahrensituation zeigte...50 Punkte.“ Erneut jubelten die Gryffindors laut auf. „Drittens... an Ms. Olivia Rosier...“ Erschrocken zuckte ich zusammen. Er redete wirklich von mir! „für ihren Einsatz kühler Logik im Angesicht des Feuers verleihe ich Gryffindor erneut 50 Punkte.“ Die Gryffindors jubelten erneut laut los. Wir hatten 150 Punkte mehr! „Zuletzt - Mr. Harry Potter für seine Unerschrockenheit und seinen überragenden Mut... 60 Punkte!“ Das Rufen und Jubeln der Gryffindors kannte nun keine Grenzen mehr. Wir standen gleich auf mit Slytherin! Dumbledore hob erneut die Hand. „Es gibt viele Arten von Mut“, sagte Dumbledore lächelnd, „Es verlangt so einiges an Mut sich seinen Feinden entgegenzustellen, doch noch mehr, seinen eigenen Freunden in den Weg zu treten. Deshalb vergebe ich 10 Punkte an Mr. Neville Longbottom.“ Als die Gryffindors zu kreischen, schreien und rufen anfingen, bebte der Tisch sosehr, er wäre fast umgekippt. Ich stand auf und drückte Neville ganz fest.

    Plötzlich stupste Harry mich an und zeigte hinüber zum Slytherintisch. Malfoy saß da und wirkte, als habe ihm jemand eine Ganzkörperklammer verpasst. Nun räusperte sich Dumbledore und meinte: „Das heißt, wir müssen nun ein wenig umdekorieren.“ Er klatschte in die Hände und sofort verwandelten sich die grünen Girlanden und das Silber in scharlachrot und gold. Statt der silbernen Schlange trat ein Wappen mit dem goldenen Gryffindorlöwen hervor. Ich bemerkte Snape, wie er McGonagall mit einem erzwungenen Lächeln die Hand schüttelte. Er hatte meinen Blick bemerkt und starrte mich nun mit einem Blick voller Neugierde an. Ich lächelte ihm zu und wandte mich dann ab. Dies war der beste Abend meines Lebens... ich würde ihn sicher nie vergessen.

    24
    24. Kapitel

    Über den ganzen Stress hinweg hatte ich die Zeugnisse absolut vergessen. Harry und Ron waren überrascht, denn sie hatten mit guten Noten bestanden. Als ich meine Prüfungsergebnisse sah, musste ich lächeln. Snape hatte mir, wie schon angekündigt, die volle Punktzahl gegeben. Und egal wie oft ich mir die Ergebnisse ansah, sie änderten sich nicht. Ich hatte in allen Fächern die volle Punktzahl! Als Harry über meine Schulter sah, gratulierte er mir sofort. Ron brachte hingegen nur ein „War ja eh klar.“ heraus. Hermine und ich waren die Jahrgangsbesten und auch Neville hatte mit seiner Rettung, seiner Kräuterkunde-Note, bestanden. Und ehe wir uns versahen, waren unsere Koffer auch schon gepackt, die Schränke leer und alle Schüler bekamen einen Zettel, auf denen wir ermahnt wurden, während der Sommerferien nicht zu zaubern. Fred sagte danach enttäuscht: „Ich hoffe jedesmal, dass sie diesen Zettel einmal vergessen.“ Und dann bestiegen wir auch schon den Hogwarts-Express, der uns zurück nach London brachte. Während der Fahrt schwatzten wir und aßen Bertie Botts Bohnen jeder Geschmacksrichtung. Wir legten unsere Umhänge ab. „Ihr müsst mich diesen Sommer über besuchen kommen“, sagte Ron, „Ihr alle drei - ich schicke euch eine Eule.“ Ich nickte. Dann stiegen wir aus und näherten uns zwischen Gedränge und Geschubse dem Tor zur Muggelwelt. Wir gingen zusammen durch das Tor und entdeckten Mrs. Weasley. „Habt ihr ein anstrengendes Jahr hinter euch?“ Harry nickte. „Danke für den Pullover zu Weihnachten, Mrs. Weasley.“, sagte ich. „Ach gern geschehen, mein Schatz.“ Da bemerkte ich Harrys Onkel, Tante und Cousin, die gerade zu uns herüberkamen. „Bist du bereit?“, fragte Harrys Onkel. Dann gingen sie wieder auf Abstand. „Wir sehen uns dann im Sommer“, sagte Harry. „Ich hoffe du hast - ähm- schöne Ferien“, sagte ich zweifelnd. „Oh, ganz bestimmt, Liv. Immerhin wissen meine Verwandten nicht, dass wir außerhalb von Hogwarts nicht zaubern dürfen.“ Er zwinkerte uns zu. Dann drehte er sich um und ging.

    Ich wandte mich zu Mine und Ron und sagte: „Ich wünsche euch schöne Ferien. Bis dann!“ Sie erwiderten den Gruß, dann ging ich mit meinem Koffer davon und versuchte meine Hauselfe Leila zu entdecken. Plötzlich spürte ich eine Hand auf meiner linken Schulter. Ich drehte mich um und blickte direkt in die tiefblauen Augen meiner Mutter. Sie umarmte mich und meinte dann: „Ich hab dich vermisst mein Schatz.“ Ich erwiderte die Umarmung und sagte: „Ich dich auch, Mum.“ Und tief im Inneren wusste ich, dass es doch ein schöner Sommer werden würde.


Kommentare (9)

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Ms. Mystery ( von: Ms. mystery)
vor 8 Tagen
@niniel Ich werde das vierte Buch in zwei Teile teilen, deshalb wird der nächste Teil höchstwahrscheinlich schneller als gedacht kommen. Ich werd' versuchen, so schnell wie möglich weiterzuschreiben, auch wenn ich gerade viel mit der Schule zu tun habe!
niniel ( von: niniel)
vor 14 Tagen
Bitte wann kommt die 4. ff von dir muss sie unbedingt
lesen
Princess Julie ( von: Princess Julie)
vor 26 Tagen
So froh die beste Freundin von Ms. Mistery zu sein, so weiß ich schon genau was passieren wird.
Sunny_Miley ( von: Sunny_Miley)
vor 47 Tagen
Das ist die beste ff die ich je gelesen hab!
Lady Malfoy (24123)
vor 66 Tagen
Ich liebe deine Fangiction!!! Am liebsten würde ich nur noch Zeit damit verbringen sie zu lesen als bitte schreib weiter BITTE!!!!!!!!!!!!!!❤️❤️❤️❤️❤️❤️
Svenja Granger ; ) (80572)
vor 68 Tagen
Wow, was für eine tolle Fanfikition! Du hast wirklich einen angenehmen Schreibstil und auch die Geschichte finde ich sehr interessant und spannend. Wirklich rundum perfekt, eigentlich.
Das einzige, was man vielleicht kritisieren könnte, wäre, dass du sehr viel einfach nur von den Büchern kopierst - dafür wirkt es aber auch echter und ich weiß, wie schwer ist es, da was wegzulassen.
Nichtsdestotrotz ist das eine der besten Geschichten, die ich seit langem hier gelesen habe :)
Freue mich auf den nächsten Teil!
Ms. Mystery ( von: Ms. mystery)
vor 83 Tagen
Es freut mich sehr, wenn meine FanFiktion gut ankommt. In ein bis zwei Wochen werde ich den dritten Teil hochladen, weil es leider etwas dauert bis ich die ganzen 123 Seiten auf Rechtschreibfehler überprüft habe. Außerdem ist der vierte Teil schon in Arbeit...
Zaubereule ( von: Showny)
vor 85 Tagen
OMG!!! Das ist die mit Abstand BESTE Fanfiktion die ich JEMALS gelesen habe! BITTE schreibe weiter lass dir ruhig Zeit, aber nicht zu viel! 😉 Ich glaub nämlich nicht dass ich es so lange ohne aushalte 😯 also bitte sag mir, dass du schon daran schreibst?🙏
Tawariel Lûth Draug Gaur ( von: Tawariel Lûth Draug Gaur)
vor 101 Tagen
Hey du! ♥ Ich finde deine Ff richtig cool und ich hoffe du schreibst bald weiter! ♥
Riel ♥