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Draco Malfoy and you in love- 4 Lovestorys

32.05 % der User hatten die Auswertung: Diana -Stolze Slytherin -Attraktiv, setzt dies auch ein -Versucht Draco zu verführen Viel Spaß! Deine Story spielt im 4. Schuljahr. Seit einem halben Jahr war ich in ihn verliebt. Jeden Tag sah ich ihn. Bei Merlin. Er war unglaublich anziehend. Aber leider war ich bis vor wenigen Tagen immer nur Luft für ihn gewesen... Das hatte ich geändert. "Hey, Draco", rief Felicia ihm zu und winkte ihn zu uns an die Treppe. Noch wenige Minuten bis zum Unterricht. Ich warf Draco ein Lächeln zu und schlug wie zufällig die Augen nieder, ehe ich sie langsam wieder öffnete und geradezu in seinem Gesicht sehen konnte, welche magische Wirkung so ein Augenaufschlag auf ihn hatte. Gut so. Ich konnte mir Draco schließlich nicht wegschnappen lassen. Viele Mädels meiner Clique fanden ihn toll, viel zu viele wegen Geld etcetera. Doch zu mir hatte er in den letzten Tagen scheinbar mehr Kontakt aufgebaut. So viel mehr, dass ich von allen anderen beneidet und teilweise still gehasst wurde. Sogar meine BF Felicia legte sich seit neuestem mit mir an. Tolle Freunde hatte ich. -Draco kam zu unserer Gruppe und lächelte einmal kühl-charmant in die Runde. Die Hälfte der ganzen Tussen schmolz dahin. Sein Blick blieb an mir hängen. Ich war unfähig, mich zu bewegen oder gar etwas zu sagen, und so verharrte ich mit einem sanften Lächeln. "Hallo", sagte Draco grinsend und ohne sich von mir loszureißen. Felicia bemerkte unseren intensiven Blickwechsel und fuhr natürlich dazwischen. Ich hätte sie erwürgen können. "Dracooo", begann sie und schmierte ihm wieder Honig ums Maul, wie man so schön sagt. "Jaaa", sagte er gedehnt und zwang sich zu einem Grinsen, doch ich sah ihm sogar an, dass er nicht mal ihren Namen wusste. Ein bisschen Schadenfreude konnte ich mir einfach nicht verkneifen. Felicia versuchte weiter ihr Glück- zwecklos. "Dracooo, du willst doch bestimmt am Samstag mit nach Hogsmeade kommen." Er zog die Schultern hoch und blieb gelassen. "Mal sehen. Denke schon." "Kommst du mit mir mit?", platzte Enna direkt heraus und erntete dafür einen Todesblick von Felicia. Unbeeindruckt erwiderte Draco: "Ich denke, ich bleibe bei meiner Clique." Er betonte das "meiner" extrem, wie um zu zeigen, dass er auf uns alle keinen Bock hatte. Ich war enttäuscht. Hoffentlich traf das nicht auch für mich zu... Die anderen grummelten etwas vor sich hin und packten ihre Sachen zusammen (sie hatten gerade noch Hausaufgaben gemacht). Ich machte das Gleiche, als sich unerwartet Draco neben mich auf die Treppe setzte und mir aufmundernd zulächelte. Ich warf ihm ein irritiertes Lächeln als Antwort zu und packte einen Stift ein. Seinen intensiven Blick von der Seite konnte ich geradezu spüren. Schließlich fragte er: "Diana, hast du Lust, am Samstag mit mir nach Hogsmeade mitzukommen?" Ich schluckte und musste mich enorm zusammenreißen. Draco wollte... Moment, was? "Äh... ja, klar", erwiderte ich und lachte verlegen. Er lachte ebenfalls auf, dann erhob er sich. "Schön. Dann bis Samstag." Ich nickte und stand auch auf. Wie in Trance bewegte ich mich auf den Klassenraum zu. Draco und ich in Hogsmeade. Mit einem seligen Lächeln betrat ich den Unterricht. Der Samstag kam schneller als erwartet, denn normalerweise zog sich die Zeit bis zu so einem erhofften Ereignis nur total. Ich hatte seither nicht wieder mit Draco über das Treffen heute gesprochen und ging davon aus, dass er mich vor dem Eingang oder so abfangen würde. Tatsächlich war die erste Person, die ich sah, als ih aus dem Gebäude in den Hof trat, Draco. Und die nächste gefiel mir gar nicht. Schlimm genug, dass Draco offensichtlich nicht ALLEIN mit mir nach Hogsmeade gehen wollte, sondern seine gesamte Clique um ihn herum stand. Es musste auch noch direkt in seinem Schatten die leider verdammte Schönheit Astoria Greengrass an ihm hängen. Ich schnaubte wütend, ließ mir aber nichts anmerken, als Draco sich zu mir umdrehte. Er lächelte mir sofort zu und kam mir entgegen, was Astoria mit einem Schulterzucken abtat und nicht weiter beachtete. "Hey Diana", begrüßte er mich. "Schön, dass du mitkommst." "Ja", sagte ich verbissen und ließ meinen Blick über die kleine Gruppe hinter ihm schweifen. "MITkommen. So war das also gemeint." "Natürlich." Draco stutzte. "Warte. Hast du gedacht- ich- wir?" Ich schnaubte. "Was, ob ich gedacht habe, dass ich nicht wie sonst immer deine beschissene Clique am Hals habe? Volltreffer, genau das hab ich gedacht." Ich machte kehrt. "Warte", begann Draco mit fragender Stimme, doch ich rief ihm nur noch "Nein, danke" zu und war aus seinem Sichtfeld verschwunden. Ich pfefferte meine Tasche mit Geldbeutel, Spiegel etcetera auf mein Bett und ließ mich hinterherfallen. Unfassbar. Mit diesem Idioten hatte ich ausgehen wollen. Der war doch überhaupt nicht an einem Treffen allein mit mir interessiert! Nach all meinen Verführungsversuchen war ich für ihn nichts weiter als eine verdammte FREUNDIN? Ich hatte ihn ganz anders behandelt und mich vor ihm ganz anders verhalten, als ich es bei einem KUMPEL tun würde. Dass Draco so dumm war... Der hatte doch Astoria am Hals, die ihm schön die Augen verdrehte. Ganz offensichtlich ging sie davon aus, dass ich eh keine Chance hatte und daher auch keine Beachtung verdient hatte. Mich musste man ja nicht im Auge behalten, die kleine Diana stellte für niemanden eine Konkurrenz dar. Und Astoria sah Draco als ihr Eigentum an. Bitte sehr. Der war doch sowieso unsterblich ihrem Charme verfallen. Ich starrte auf die Wanduhr. Tick, tack. Genieß deine Zeit in Hogsmeade, Draco. Ich gewöhne mich hier schon mal an ein Leben ohne dich. In den nächsten Tagen versuchte Draco tatsächlich, wieder Kontakt zu mir aufzunehmen. Ich hatte wirklich keine Lust, mir seine Romanze mit Astoria anzuschauen und in die Friendzone gestopft zu werden. Ich ließ ihn nicht mit mir reden. Als Draco mich ein Mal nach dem Essen am Arm festhielt und auch nur den Mund öffnete, fauchte ich ihn an: "Lass mich in Ruhe! Ich komme sehr gut alleine klar." Oh, und wie. Leider merkte ich nach kürzester Zeit, wie falsch ich lag. Meine Gedanken drehten sich um Draco. Ich konnte mich auf nichts anderes konzentrieren, war durchgehend abwesend und unansprechbar, vergrub mich am liebsten in Träumereien und Erinnerungen und versuchte bei all dem, ihn mir aus dem Kopf zu schlagen. Aber das ging nicht. Ich wusste, dass das nie gehen würde. Ich verließ den Klassenraum und war auf dem Weg nach unten, als er vor mir auf der Treppe saß. Er drehte sich um und seine Augen enthielten einen flehenden Ausdruck. Ich schluckte und versuchte, ihn zu ignorieren. Fehlgeschlagen. Er stand auf und stellte sich direkt vor mich. "Diana." "Ach, meinen Namen weißt du noch", sagte ich und wich seinem Blick aus. Er legte eine Hand unter mein Kinn und drehte meinen Kopf so weit zu sich, bis ich ihm unweigerlich in die Augen sehen musste. "Du gehst mir aus dem Weg", sagte er sanft und grinste, als ich die Lippen zusammenpresste und eine Antwort hinauszögerte. "Das hast du gut beobachtet", erwiderte ich schließlich. Ich hielt seinem Blick stand und obwohl er mich angrinste, ließ ich mein Gesicht keine Regung zeigen. Schließlich seufzte ich. "Lässt du mich irgendwann mal weiter?" "Nur, wenn du dieses Wochenende mit mir nach Hogsmeade mitkommst." Ich hob eine Augenbraue. "Mitkommen." Er nickte. Ich blieb kalt. "Das kenn ich schon." Er lachte einen Moment lang. "Diesmal mit mir. Alleine." Ich zog auch noch die andere Augenbraue hoch. "Seriously?" "Seriously." Er grinste. Ich brauchte eine Sekunde, um mich zu entscheiden. "Okay. Aber wirklich allein." Er lächelte und ließ mein Gesicht los. Etwas außer Atem warf ich meine Tasche über meine Schulter, sah noch ein Mal nach hinten zu Draco und ging dann die Treppen hinunter. Astoria warf mir in den nächsten Tagen immer merkwürdigere Blicke zu. Um nicht zu sagen, immer feindseligere. Mir wurde klar, dass sie wirklich Interesse an Draco hatte. Tja. Ich nun mal auch. Noch war nicht Samstag... Ich hatte noch Zeit, Draco sicher davon zu überzeugen, dass ich die bessere Entscheidung war. Ich sah ihn auf meine Clique und mich zukommen. Das war der entscheidende Moment, ich wusste, dass das meine Chance war. Sobald er uns erreichte und begrüßt hatte, begann ich, immer mehr Körperkontakt zu suchen. Ich setzt mich neben ihn, warf ihm hin und wieder ein Lächeln zu und setzte wieder meinen schönsten Augenaufschlag ein, wenn er zu mir sah. Er konnte seinen Blick kaum von mir wenden, was den Zorn der anderen erregte. Nach und nach machten diese sich grummelnd aus dem Staub. Sie hatten wohl endlich eingesehen, dass sie bei Draco keine Chance hatten. Ich setzte mich kurzerhand auf seinen Schoß. "Hey", lachte er und wirkte amüsiert. Ich lächelte. "Ist bequemer hier." Er widersprach nicht und ich ließ eine Haarsträhne in mein Gesicht rutschen, während ich mich vorbeugte. Stirn an Stirn saßen wir da und ich legte seine Hände an meine Taille. So nah waren wir uns noch nie gekommen. Als sein Atem immer ruhiger wurde, schlang ich meine Arme um seinen Hals. Ich wusste, dass ich nur so seine Aufmerksamkeit bekommen konnte. Und er war in meinen Augen verdammt attraktiv. Und ich liebte ihn wegen seines Charakters. Aber wie gesagt... Hier waren die Waffen einer Frau gefragt. Ich hielt einen Moment inne, in dem er mich schweigend und fasziniert ansah, dann küssten wir uns plötzlich. Es war mein erster Kuss. Und das mit Draco Malfoy. Bei Merlin, wie ich diesen Jungen wollte... Und endlich, ENDLICH hatte ich seine Aufmerksamkeit. Und wohl auch seine Zuneigung. Sekunden später fuhr er mit einer Hand durch meine mittellangen, voluminösen Haare. Ich hatte schon Angst, dass er mir welche ausreißen würde, so energisch war er. Endlich... Ich hatte endlich das, was ich immer wollte. Ob dieser Kuss etwas Einmaliges war oder ob sich zwischen uns etwas Festes entwickeln konnte, war noch nicht klar, aber ich hatte das Date mit ihm am Samstag- um mir darüber klar zu werden und um das Ganze in die Richtung zu lenken, die ich mir wünschte. Es war wirklich zu schön, um aufzuhören. Und doch stieß ich ihn nach einer Weile sacht von mir. "Wir sehen uns Samstag", flüsterte ich ihm lächelnd zu und schon war ich auf und davon. Ich wusste ganz sicher, dass Draco mir fasziniert hinterhersah. Und da war der Samstag auch schon. Im Zimmer sah es aus, als hätte der Blitz eingeschlagen. Überall verteilt lagen meine Bürste, mein Lockenstab, meine Haargummis, Make-Up-Utensilien und Klamotten. Ja, tut mir leid, so sind Frauen nun mal! Stell ihnen das Date ihrer Träume in Aussicht und sie putzen sich raus wie sonst nie. Ein kontrollierender Blick in den Spiegel. Kleid? Sitzt. Ich hatte mich für ein knielanges olivgrünes entschieden, was zu meinen dunklen Haaren perfekt passte. Meine Naturwellen hatte ich etwas nachgelockt und mein Make-Up saß nahezu perfekt. Viel hatte ich gar nicht mal drauf... es heißt ja immer, natürliche Typen seien gefragt. Dass ich bei Draco gefragt war, wusste ich allerdings auch so schon. Hätte er sich sonst noch einmal so um mich bemüht? Ach, und: hätte er mich sonst geküsst? Ich habe Draco noch nie gesehen, wie er ein Mädchen küsste (einen Jungen erst recht nicht). Für mich hatte sich das schon echt angefühlt... Meine Stiefel drückten. Ich sah besorgt an mir herunter. Aber egal, da musste ich jetzt durch. Draußen war es kalt und ich hatte nicht wirklich Lust, von meinem ersten Date als Eissäule zurückzukommen. Vielleicht könnte man mich dann noch als Dekoration verwenden, aber ehrlich gesagt wollte ich lieber heiße Küsse mit Draco als kalte Füße draußen in Hogsmeade. Also: wer schön sein will, muss leiden. Und wer Erfolg haben will. Ich wusste, dass ich Chancen hatte, von denen die anderen nur träumen konnten. Und dass ich mein Ziel mit Einsatz aller Kräfte erreichen würde, war mir auch klar. Ich zupfte die Haarsträhne zurecht, überprüfte ein letztes Mal im Spiegel meine Erscheinung und verließ dann das Zimmer. Ich traf Draco wieder draußen auf dem Hof, doch diesmal verabschiedete er sich unter dem Gemurmel und Gemotze der anderen von seiner Clique und kam mit einem charmanten Lächeln zu mir. "Mademoiselle. Freut mich, dass Sie mich dieses Mal wirklich begleiten." Er bot mir seinen Arm und ich hakte mich lachend unter. Wir gingen Arm in Arm los und ich fühlte mich inzwischen richtig vertraut mit ihm. Was mir nicht entging, waren die neugierigen, teilweise ungehaltenen und oft einfach verblüfften Blicke der ganzen anderen Schüler, die uns auf dem Weg bzw. in Hogsmeade begegneten. Vor jedem missmutigen Blick setzte ich mein bestgelauntes Grinsen auf und lächelte strahlend zu Draco nach oben, der sich inzwischen wahrscheinlich auch schon fragte, was bei mir falsch lief. Irgendwann, als ich mich während des Laufens schon fast an ihn kuschelte, lachte er irritiert auf und fragte, ohne mich loszulassen: "Wie erkläre ich mir dein verstörendes Gegrinse, Mademoiselle?" "Wie erklärst du mir dein ständiges Halbfranzösisch?", warf ich lachend ein und ergänzte: "Ich bin einfach gut drauf." "Aha", machte er und schaute wieder nach vorne, doch ich sah das Lächeln in seinem Gesicht. Wir verbrachten den Vormittag wirklich nur zu zweit. Es war ein angenehmes Gefühl. Ich war gern bei Draco. Und endlich merkte ich auch, dass meine Bemühungen, ihn zu verzaubern, angeschlagen hatten und mittlerweile immer deutlicher sichtbar wurden. Draco sah mich ständig mit diesem fassungslosen Lächeln an, immer, wenn ich redete, lachte oder einfach nur neben ihm saß oder lief. Er beobachtete mich nahezu fürsorglich und wirkte in seinem ganzen Umgang mit mir derart liebevoll, dass ich mir schon fast Sorgen machte, er könne mich als Schwester ansehen. Doch dann dachte ich wieder an unseren Kuss und schüttelte alle negativen Gedanken ab. Draco schien wirklich etwas für mich zu empfinden und offensichtlich war ich ihm wichtig. Als wir uns auf den Rückweg machten, zog Draco mich von der Masse weg und beugte sich zu mir hinunter. "Diana, du...", setzte er an, dann stockte er. "Verdammt, ich..." Er holte Luft. Dann küsste er mich. Schlicht und einfach. Ich legte meine Arme um ihn und er umfasste meine Taille. Um uns herum lag Schnee, mittendrin standen wir und küssten uns. An diesem Abend dachte ich an nichts anderes mehr als an Draco. Beim Abendessen warf ich vermeintlich unauffällige Blicke in seine Richtung und jedes Mal schaute er dann bereits zu mir. Wenn er mich anlächelte, verschluckte ich mich oder spießte mit der Gabel fast meine Hand oder die meiner Nachbarin auf. (So weit kam es zum Glück nicht.) Draco machte mich glücklich. Und das Beste war: ich war mir sicher, dass er nicht nur mit mir spielte, sondern dass ich ihm wirklich wichtig war. Zwei Abende später sah ich Draco auf dem Weg von Abendessen zum Schlafsaal im Flur. Ich lächelte ihm zu, doch sein Gesicht blieb wie eine Maske. Er wirkte etwas zornig, aber vor allem kalt und aggressiv. Irgendwie... begierig. "Drace?", fragte ich und blieb stehen. Hinter mir warf der Mond ein wenig kaltes, weißblaues Licht in den dunklen Flur. Draco kam näher. Als er mich erreicht, verzogen sich seine Mundwinkel zu einem Lächeln. "Diana." Ich lächelte ebenfalls wieder. Da presste er seine Hände neben mich an die Wand und drückte mich mit seinem Brustkorb nach hinten. Ich hatte gar nicht gemerkt, wie weit er mich zur Wand gedrängt hatte. Jetzt hatte er mich vollkommen in seiner Kontrolle. Doch ich genoss es. Und als unsere Lippen sich einander näherten, fühlte ich in mir ein unbändiges Verlangen nach ihm aufsteigen und ich zog ihn eng an mich. Unsere Münder trafen sich und verschmolzen miteinander zu einem von Leidenschaft und Lust erfüllten Kuss. Es war gegenseitige Faszination. Gegenseitiges Verlangen, Begehren nach dem anderen. Dracos Körper schmiegte sich perfekt an meinen, alles stimmte... Er strahlte sanfte Ruhe aus und trotzdem war sein Kuss fordernd und sein Griff fester. Er hielt mein Kinn in einer Hand und die andere lag auf meiner Hüfte. Ich schlang meine Arme um seinen Hals und zog mich ein wenig zu ihm hoch. So heiß konnte man gar nicht sein. Dass man schon derartige Wärme versprühte, allein beim Ansehen. Bei Merlin. Draco war ein Wunder. Plötzlich nahm er mich mit beiden Händen hoch, eine unter meinem Knie, die andere um meinen Rücken geschlungen, und warf mich ein Stück nach oben, sodass ich auf ihm saß und mich zum Küssen etwas herunterbeugen musste. Es war ein Gefühl wie Weihnachten. Geburtstag. Alles zusammen. Unbeschreiblich schön. Fast unmöglich war es dagegen, ihn loszulassen. Kaum löste ich auch nur einen Finger von seinen Wangen, schrien meine Hände "Mehr, mehr, mehr!" und machten es mir unmöglich, mich von ihm zu lösen. So blieb ich auf ihm sitzen, bis die Sonne hinter den Fenstern vollständig untergegangen und nicht mehr zu sehen war. Wahrscheinlich hätte ih ihn nie losgelassen. Doch dann hörten wir Stimmen und nur Sekunden später baute sich Astoria vor uns auf wie Gozilla persönlich. In etwas hübscher. ETWAS. Und ich würde es ihr garantiert nicht sagen. Selbstbewusstsein hatte die schon genug. "Draco, von dir hätte ich anderes erwartet", sagte sie kühl und man sah ihr an, wie sie sich angestrengt unter Kontrolle behielt. Draco hob eine Augenbraue. "Ist das so? Dann stört es dich bestimmt nicht, deine Erwartungen an jemand anderen zu richten. Lass uns in Ruhe, Astoria." Sie schnaubte. "So einer bist du also. Na dann, viel Spaß." Sie warf mir einen giftigen Blick zu und ihre Lippen verzogen sich zu einem eitlen, gehässigen Lächeln. "Und dir, Kleines, würde ich Vorsicht empfehlen. Solchen Personen..." Ihr Blick zu Draco sagte alles. "...kannst du einfach nicht trauen." "Das entscheide ich selber", entgegnete ich ruhig. "Such dir jemand anderen für deine Spiele", wies Draco sie zurecht und drehte ihr den Rücken zu, um mich wieder zu küssen. Ich hörte ein letztes ungläubiges Schnauben von Astoria und ihren Freundinnen, dann wurde sie eins mit den Schatten des Gemäuers und ich sah nur noch Dracos Gesicht über mir. "Die führt sich auf, als ob wir in einer Beziehungskrise wären." Er ahmte ihr Schnauben nach und grinste. Mir war nicht ganz nach Lachen zumute. "Und? Seid ihr das?" Sein Grinsen erblasste. "Meinst du das ernst? Du traust mir zu, dass... ach, was rede ich da für Zeug... Natürlich traust du mir das zu. Ich hab dich ja auch beim ersten Treffen so behandelt." Ich schüttelte den Kopf. "Ich will nur wissen, was sie dir bedeutet." Diesmal zog er beide Augenbrauen hoch. "Nicht viel. Ich finde sie ganz nett und unattraktiv ist sie jetzt auch nicht.." Alles klar, dachte ich mir und war drauf und dran, mich aus seinem Griff zu winden und abzuhauen. Doch er war schneller mit Sprechen als ich mit Handeln. "Aber mehr auch nicht. Sie ist nicht so klug, nicht so süß und nicht so attraktiv wie du. Glaub mir, auf mich wirkt nur ein Mädchen so anziehend, und das würde ich jetzt gerne wieder küssen." Diesmal protestierte ich nicht, als er sich zu mir herabbeugte und seine Lippen meine berührten. Für mich fühlte es sich richtig an. Sollten Astoria und ihre Freundinnen reden und lästern so viel sie wollten.. es war meine Entscheidung, Draco zu vertrauen. ☆

13.37 % der User hatten die Auswertung: Charlotte -Emotionale Slytherin -Eher zurückhaltend, aber das kann sich ändern ;) -Unsterblich in Draco verliebt Deine Geschichte spielt im 5. Jahr, aber es läuft so ab wie das eigentliche 4. Jahr. (Also keine Umbridge, dafür Turnier und Weihnachtsball und so. ;)) Viel Spaß!:) Ich drehte den Zettel noch einmal und noch einmal um. In der Hoffnung, es stände doch irgendetwas drauf und er wäre vielleicht wirklich von ihm gekommen. Doch irgendwann gab ich es auf. Dieser bedeutungslose Papierfetzen war wohl einfach nur so durchs Klassenzimmer geflogen. Ich sah wieder nach vorne und versuchte, Snape zuzuhören. Was nicht sooo einfach war, weil es mich erstens nicht interessierte, ich zweitens Angst um meine Note hatte und drittens nur zwei Plätze neben mir die schlimmste Ablenkung meines Lebens saß. Draco Malfoy. Mit einem Stift herumspielend und dabei so verdammt sexy. Ich musste zugeben, dass ich schon länger unsterblich in ihn verknallt war. Keine Ahnung, wie das möglich war, schließlich hatten wir kaum jemals irgendein Wort gewechselt außer "Hallo", wenn wir höflich wirken mussten, und "Sorry" wenn wir uns auf dem Gang anrempelten. Aber aus irgendeinem Grund fand ich ihn unwiderstehlich attraktiv und sah keine Chance, ihn aus meinem Kopf loszuwerden. Ich musste es versuchen.. auch wenn es aussichtslos war. Wie sollte ich sonst je dieses Gefühl loswerden, nicht zu wissen, ob ich dem Junge vielleicht egal war, in den ich unsterblich verliebt war? Und ich war in das größte Arschloch der Schule verliebt, das war das Schlimmste an allem. Wäre ich muggelstämmig, würde er wahrscheinlich schon längst Witze über ihn machen. Was ich an ihm so toll fand, wusste ich auch nicht genau. Mich faszinierte seine Ausstrahlung, sein Gesicht, seine Art, schweigend im Unterricht zu sitzen und wie in Zeitlupe den Kopf zu heben, wenn er aufgerufen wurde. Sein kühles Lächeln, wenn er dann antwortete, und seine Stimme, die gleichzeitig kalt und dennoch irgendwie sanft klang. Es war mir ein Rätsel, wie der Junge das machte, aber er faszinierte mich vollkommen. Meine Freundin Carolina stand mir so gut wie möglich bei und riet mir immer wieder, ihn zu vergessen, doch ich konnte es nicht. So jemanden wie ihn konnte ich nicht vergessen. Gestern hatten wir wieder das gefürchtete Draco-Gespräch geführt. Mit der gleichen Erkenntnis wie immer, ich konnte ihn nicht aus meinen Gedanken verbannen. Irgendwann hatte Carolina geseufzt, ihre blonden Locken hinter die Schulter geworfen, sich aufrecht hingesetzt und mich angegrinst. "Charly", sagte sie mit diesem Grinsen. "Du bist jetzt motiviert, okay? Sprich ihn an. Gesteh ihm deine Gefühle. Sag es ihm, sonst wirst du ihn nie los. Sag ihm einfach, dass du dich in ihn verliebt hast-" "Was? Nein!", protestierte ich. "-oder ich mach's", vollendete sie ihre Rede und ich riss die Augen auf. Entsetzt schüttelte ich den Kopf, zu Worten war ich gerade nicht fähig. Erst mal musste ich meine Gedanken ordnen. Was verlangte sie da von mir? Carolina hatte gut reden, sie war umwerfend hübsch und irgendwie bei fast jedem beliebt. Ihr Selbstbewusstsein war so ungefähr hundertmal größer als meins und ich konnte so was nicht so leicht sagen wie sie. "Carolina", sagte ich vorsichtig. "Du kannst mich dazu nicht zwingen. Ich kann ihm das nicht sagen." Sie zuckte mit den Schultern. "Option 2 ist, dein restliches Leben mit dem Gedanken an ihn zu verschwenden. Was hast du zu verlieren?" "Er wird mich hassen!", sagte ich und augenblicklich spürte ich, wie mir Tränen in die Augen stiegen. Ohne auf ihre Antwort zu warten, stürmte ich aus dem Gemeinschaftsraum. Seitdem ging ich ihr aus dem Weg. Sie war meine beste Freundin, aber ich hatte Angst, sie könnte das wirklich von mir verlangen. Natürlich hatte ich auch Angst, sie könnte jetzt einfach zu Draco rennen und ihm von meinen Gefühlen erzählen. Aber ich ging davon aus, dass sich nichts geändert hatte, denn Draco beachtete mich immer noch genauso wenig wie seit eh und je. Wir wurden in Zaubertränke in Gruppen aufgeteilt. Meine bestand ausgerechnet aus Carolina und Draco. Und die beiden verstanden sich bestens, wie es aussah. Als ob sie schon immer befreundet gewesen wären. Ich sah ihnen fassungslos beim Arbeiten zu, ohne selbst etwas zu machen. Wie Draco sie an die Schulter stieß und sie lachte, als sie eine Zutat völlig verschnitten hatte. "Du hast den kompletten Trank ruiniert", sagte Draco mit gespielter Ernsthaftigkeit und Carolina brach ihr Lachen ab. Sofort wurde ihr Gesicht zu einer leidenden Grimasse. "Ja, Meister, es tut mir von Herzen leid." Nach einer kurzen Pause prustete sie wieder los und Draco setzte sein Lächeln auf, das irgendwie nicht ganz so kalt wirkte wie sonst. Ich war Luft für sie. Und konnte einfach nicht glauben, dass ich Draco sogr noch attraktiver fand, wenn er mit meiner besten Freundin flirtete. Zu allem Unglück kam jetzt auch noch Astoria in unsere Gruppe, die ich überhaupt nicht leiden konnte, weil sie wirklich schon gut mit Draco befreundet war. Generell hatte sie alles, was ich nicht hatte. Sie war hübsch, richtig hübsch, und verdrehte allen Jungs den Kopf. Überall hörte man "Astoria ist so heiß, Astoria ist so sexy". Schön für Astoria, ich war es nicht. Über mich sagte das keiner. Und Draco scherte sich gar nicht um meine Anwesenheit. Die dunkelhaarige Schönheit stellte sich neben mich und fing an, solche blauen Bohnen zu zerkleinern, die den Trank irgendwie zu einem Liebestrank machen sollten. Einen Moment lang überlegte ich in meiner ganzen Verzweiflung, davon etwas zu klauen und es Draco irgendwie in seinen Kürbissaft zu mischen. Dann wurden meine Pläne von Astorias Stimme unterbrochen, die mich von einer Sekunde auf die andere plötzlich mit meinem größten Problem konfrontierte. Und ich hatte keine Ahnung, was ich antworten sollte. "Draco gehört mir", sagte sie einfach nur und schnitt die nächste Bohne in kleine Streifen. "Äh..ja, klar", sagte ixh unbeholfen und nahm ebenfalls ein Messer und eine Bohne zur Hand. "Das, äh.. hab ich ja nie angezweifelt. Viel Glück." Bei Merlin. Ich hatte der Tussi gerade doch nicht etwa viel Glück mit Draco gewünscht. Leider kaufte sie mir die Fassade gar nicht erst ab. "Ich seh, wie du ihn anschaust", sagte sie mit einem hinterhältigen Lächeln. Ich zuckte nur mit den Schultern. Na und? Jetzt war das auch egal. Dann stand ich halt auf Draco. "Du brauchst dich gar nicht erst zu bemühen", fuhr sie fort und warf die geschnittenen Bohnen in den Topf. "Er hat mir schon gesagt, dass er mit mir zusammen sein will." Jetzt schnitt ich mich fast in den Finger. Draco hatte WAS? Ihr Lächeln wurde immer selbstzufriedener. "Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann ich ihn nicht mehr zappeln lasse. Der Kerl ist ganz verrückt nach mir." Mir reichte es. Ich kippte alle Bohnen so, wie sie waren in den Topf und mein Messer hinterher und verließ den Raum. Snape hatte ein beeindruckendes Büro. Beeindruckend im Sinn von gruselig. Es war dunkel, in Grün- und Schwarzblau-Tönen, und in den Wandregalen standen unzählbar viele kleine Flaschen und Violen. Am schönsten war der Tisch in der Mitte, der kleine Holzhocker, den er extra für mich hingestellt hatte, und das leere Blatt Papier, das neben der Tinte und der Feder stand. "Schreib: 'Ich sabotiere nicht den Unterricht.'", wies Snape an und nach einem kurzen Zögern, in dem er wahrscheinlich realisierte, dass der Satz ja viel zu kurz war, fügte er hinzu: "Den Unterricht einer mir übergeordneten Lehrkraft im Fach Zaubertränke." Ich verdrehte die Augen und begann zu schreiben. Fein säuberlich, Buchstabe für Buchstabe. Je schneller ich war, desto früher kam ich hier raus, aber vielleicht würde sich Snape dann noch etwas überlegen, was ich schreiben sollte. Und ich versuchte, völlig entspannt und gleichmäßig atmend mir eine List zu überlegen, um hier rauszukommen, noch BEVOR das Blatt voll war. Komm schon, Charlotte, du bist eine Slytherin, lass dir was einfallen, hämmerte es in meinem Kopf. Und es stimmte ja. Ich hatte noch nie ein Händchen für Hinterlist gehabt, ich war wahrscheinlich wegen meiner Loyalität hier. Bei Carolina war es wohl die Hintnerlist.. der Gedanke an sie versetzte mir einen Stich und ich beschloss, doch lieber schnell fertig zu werden. Ein Zimmer mit der hinterlistigsten besten Freundin der Welt zu haben, war nicht so toll. Ich ignorierte ihre Versuche, mit mir zu reden, und tat so, als sei ich unglaublich müde. Ich sah einfach nicht ein, warum ich noch mit ihr befreundet sein sollte, wenn sie mir einfach den Typen wegschnappte und mir nicht mal die Wahrheit erzählte. Leider wurde der Kontakt zwischen Draco und ihr nicht weniger. Ich konnte sein Wachstum in den nächsten Tagen geradezu beobachten, um es so auszudrücken. Genauso rannte mir Astoria immer häufiger über den Weg, nie ohne mir ein selbstgefälliges Lächeln zuzuwerfen, das wohl aussagen sollte, dass Draco ja so verrückt nach ihr war. Und ich sah ihn wirklich oft mit ihr.. Offenbar war er gleich nach beiden verrückt, Carolina und Astoria gleichzeitig. Und an mir nicht. Kein kleines bisschen. Ich sah, wie er mir manchmal Blicke zuwarf, wenn er mit Carolina lachte, und ich konnte diese Blicke nie deuten, aber die beiden machten sich wohl über mich lustig. Und doch konnte ich ihn nicht vergessen. Er war für mich der Grund, warum ich weinte, und trotzdem fand ich ihn immer noch faszinierend und wollte ihn kennenlernen. Gefühle waren echt etwas komisches.. und wann das aufhören würde, war völlig unklar. Ob es jemals aufhören würde. Nachdem er mich eine weitere Woche lang immer nur seltsam angeschaut und mit Carolina gelacht hatte -die mich inzwischen in Ruhe ließ-, reichte es mir. Vielleicht war es die dümmste Idee meines Lebens, aber in meiner Verzweiflung fand ich einfach keinen Ausweg mehr. Ich hatte nur noch die Hoffnung, ihn irgendwie für mich zu gewinnen, bevor Astoria ihm zusagte, als ich die Tür öffnete und den kleinen Raum leise betrat. Am nächsten Morgen tropfte ich in einem unbemerkten Moment die nach frischem Wind und Rosen duftende Flüssigkeit in meinen Kürbissaft und tauschte das Glas dann mit Dracos. Der zum Glück gegenüber von mir saß, weil er dann neben seiner achsotollen Carolina frühstücken konnte. Gespannt wartete ich und beobachtete unauffällig, ob er etwas trank. Ich hatte mir ja schon extra Kürbissaft eingeschenkt, den ich eigentlich hasste, damit ich das Glas mit seinem tauschen konnte. Ich bemerkte, dass Carolina zu mir sah, und drehte mich zur Seite. Dort saß Blaise Zabini, mit dem ich mich in der letzten Woche ein bisschen angefreundet hatte, weil er mich doch tatsächlich um Hilfe bei einem Aufsatz gefragt hatte. Blaise war ein Freund von Draco, aber das war nicht mal mein Hintergedanke. Ich mochte ihn wirklich, und ich war froh, dass mal irgendjemand mich mochte. Plötzlich zeigte er auf mein Glas und sagte: "Du trinkst Kürbissaft?" Ich konnte Carolina hinter meinem Rücken schon fast grinsen hören. Sie wusste, wie sehr ich Kürbissaft verabscheute, und lachte sich wahrscheinlich gerade darüber kaputt, dass ich in meiner Verliebtheit und Naivität schon begann, Dinge zu trinken, die ich eigentlich nicht mochte. Innerlich triumphierte ich jedoch. Carolina wusste ja nicht, was mein Plan war. Und diesmal hatte ich die Oberhand in dem ganzen Spiel. Und hatte es doch tatsächlich geschafft, mir eine List auszudenken. "Äh, jaaa, ich hab gerade total Lust auf Kürbissaft", erwiderte ich schief grinsend und hob mein Glas. "Prost." Und ich zwang das ganze Zeug in mich rein. Als ich fertig war und mich nicht übegeben hatte, sah Blaise mich grinsend an. "Schmeckt's?" Ich wischte mir den Mund mit einer Serviette ab. "War viellricht doch nur 'ne Ausnahmesituation." Blaise lachte und er steckte mich damit so an, dass ich meine Sorgen wegen Draco und Carolina und Astoria für einen Moment einfach abschalten konnte. Dann der große Augenblick. Draco hob sein Glas und trank die Hälfte des Saftes aus. Ich musste mich zusammenreißen, ihn nicht dumm anzuglotzen. Und nicht vor Freude zu schreien. Mein Plan war aufgegangen! Ein halbes Glas, darin war genug Trank, um ihn für die restliche Woche in mich verliebt zu machen. Ja, das war eine verzweifelte Möglichkeit, und höchstwahrscheinlich würde er mich danach hassen, aber vielleicht merkte er, dass er mich mögen könnte, wenn er mich kennenlernen würde.. Ich sah zu Carolina. Und obwohl ich eigentlich nicht mehr mit ihr redem wollte, weil ich verletzt war, rutschte mir raus: "Trinkst du nichts?" Sie schüttelte den Kopf. "Hab grad keine Lust auf Kürbissaft." Ein kleines Lächeln umspielte ihre Lippen und mein Herz zog sich zusammen, als sie den Kopf hob und mich ansah. Ich vermisste meine beste Freundin.. ich brauchte Carolina und konnte sie nicht einfach durch Blaise ersetzen. Und offenbar war sie auch noch loyal, denn sie behandelte mich nicht abwertend, sondern ließ mich einfach in Ruhe, so, wie ich es ihr ja auch signalisiert hatte. Eigentlich hatte ich mich immer auf sie verlassen können.. aber ich wollte mich nicht unter Druck setzen lassen, was Draco anging. Indirekt tat sie das allerdings, sie setzte mich unter Druck, indem sie mir signalisierte, dass Draco auch jede andere haben konnte. Und das hieß wahrscheinlich, ich sollte mich anstrengen und ein bisschen beeilen, ihm meine Gefühle zu gestehen. So einfach war das aber nicht. Ich sah ja, dass er sie offenbar nicht erwiderte. Carolina oder Astoria, irgendeine würde er schon auswählen. Ich war es jedenfalls bestimmt nicht. Und Astoria hatte er ja schon halb in der Tasche. Also, ehrlich gesagt.. ich konnte ihn mir abschreiben. Und dann verstand ich einfach nicht, warum Carolina so etwas als meine beste Freundin wirklich durchzog. Ich traf Draco noch an diesem Abend im Gang. Er sah mir hinterher, als ich an ihm vorbeilief, und ich hoffte einfach in meiner ganzen Verzweiflung, dass der Trank gewirkt hatte und Draco sich gleich umdrehen würde. Was er tat. Und jetzt musste er mich nur noch- "Charlotte?" Ich zuckte zusammen und fuhr herum. "Äh.. ja?" Ich versuchte mich zu beruhigen und setzte ein verwirrtes Lächeln auf. Ruhig bleiben, atmen, nicht blamieren, befahl ich mir. Draco kam lächelnd näher. "Würdest du mich für ein paar Minuten auf den Astronomieturm begleiten?" Das war der längste Satz, den er je zu mir gesagt hatte, und seine Augen funkelten dabei, während sein Lächeln nie aufzuhören schien. Meine Güte, der Trank hatte ihn echt erwischt. "Ähm. Ja, gerne", sagte ich endlich und mein Herz war so erleichtert, dass ich wirklich nicht mehr klar denken konnte. Es war mein Traum, den ich nie erfüllt bekommen habe, weil Draco mir nie Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Und jetzt plötzlich wurde er Wirklichkeit. Mein Herz klopfte immer schneller, mit jeder Stufe der Wendeltreppe, die ich zum Turm hochstieg. Draco vor mir, der mich an der Hand hielt und geradezu mit sich zog. Aber das war überhaupt nicht nötig. Ich wäre ihm überall hin gefolgt, und das schon so lange. Und endlich bekam ich das, was ich mir so lang gewünscht hatte: seine Liebe. Für einen winzigen Moment rief mein Kopf sich in Erinnerung, dass das hier alles gefaked war und nur wegen des Liebestranks passierte, doch den Gedanken verbannte ich schnell wieder. Wen kümmerte das jetzt? Ich konnte Draco endlich kennenlernen. Und ihm zeigen, was er die ganze Zeit mit mir verpasst hatte, und vielleicht würde er sich dann in mich verlieben, auch ohne Trank. So selbstbewusst war ich noch nie gewesen, aber mir wurde klar, dass es dafür echt mal Zeit war. Ich war eine Slytherin, bei Merlin! Ich war listig und zielstrebig und holte mir das, was ich wollte. Deshalb war ich doch in diesem Haus. Und nur mit dem Trank hatte ich diese Chance.. denn Astoria hatte ihn offenbar in der Hand wie ein treu ergebenes Schoßhündchen -mit psychischen Problemen, weil es ASTORIA war, die ihn nur ausnutzen würde, um mit ihm anzugeben-. Und dann gab es da ja auch noch Carolina. Die der reinste Sonnenschein in Dracos Leben zu sein schien und ja sooo witzig war. Klar musste man da immer mit ihr irgendwo lachend rumstehen und dabei am besten ZU MIR schauen. Und natürlich konnte sie ihrer besten Freundin das Gefühl geben, über sie zu lästern und das bei dem Schwarm der Freundin, den sie ihr parallel zum Lästern auch noch ausspannte. Tolle beste Freundin war das. Und daran wollte ich jetzt auch nicht mehr denken. All das hatte ich in der kurzen Zeit gedacht, die Draco und ich brauchten, um die Plattform des Turms zu erreichen, wo wir uns setzten. Draco lächelte. "Ich wollte dich schon lang kennenlernen, Charlotte. Du bist unglaublich süß.. vor allem, wie du im Unterricht sitzst und verträumt durch die Gegend starrst." Er grinste und ich drehte innerlich völlig durch. Diese Worte von Draco..! Mir wurde klar, dass ich jetzt auch etwas sagen sollte. Ich versuchte gleichmäßig zu atmen und begann dann: "Ich bin schon lang in dich verliebt, Draco. Und ich habe keine Zeit und Kraft mehr, darum herumzureden." Aus dem Augenwinkel sah ich den Mond hinter dunklen Wolken hervorkommen, die Nacht war ruhig und ein frischer Wind wehte. Es war ein perfekter Moment für ein erstes Date. Und so oft schon hatte ich mir vorgestellt, wie Draco meine Hand halten würde und ich ganz schüchtern wäre und verlegen lachen würde, wie wir uns über unsere Hobbys und Zukunftspläne unterhalten und uns Stück für Stück langsam näher kommen würden... Und jetzt war es mir einfach schon lang genug so gewesen. Ich hatte lang genug geträumt, mir lang genug das erste Treffen so vorgestellt, und jetzt wollte ich nicht mehr warten und ich KONNTE nicht mehr nur davon träumen. Ich musste das endlich wahr werden lassen und heute war er mit Liebestrank abgefüllt, deshalb würde er alles tun. Und so beugte ich mich etwas näher zu ihm vor und flüsterte: "Ich bin in dich verliebt, Draco, schon sehr lange, weil du mich faszinierst. Deine ruhige Art, dieses Geheimnisvolle, die Stärke, die du ausstrahlst.. mich fasziniert alles an dir und ich will dich schon so lang, dass ich jetzt einfach nicht mehr warten kann.." Und gerade als ich ihn küssen wollte, legte er seine Hände an meine Wangen und beugte sich vor, bis seine Lippen meine berührten und wir uns küssten. Ich wurde von einer Welle an Glücksgefühlen durchflutet, die meinen ganzen Körper neu belebte und mir das Gefühl gab, mit Draco über den Wolken zu fliegen. Wind zerzauste mir die Haare, doch Draco strich sie mir aus dem Gesicht. Sein Kuss war voller Leidenschaft. Es sollte nie aufhören. Carolina hätte mich für verrückt erklärt, Liebestrank zu benutzen, aber ich war endlich glücklich. Es war plötzlich total schnell gegangen, aber ich hatte einfach keine Kraft und Geduld mehr, mich noch länger von ihm fernzuhalten. Im einen Moment hatte er mich nicht beachtet, im nächsten saßen wir auf dem Astronomieturm und küssten uns.. Und als wir uns losgelassen hatten, hatte er mich zu meinem Schlafraum gebracht und vor der Tür noch einmal kurz geküsst. Ob es jemand gesehen hatte, wusste ich nicht. In dem Moment hatte ich nicht auf so etwas geachtet. Wichtig war jetzt auf jeden Fall, Draco weiterhin Liebestrank in seinen Becher zu geben. Sonst würde er bald aufwachen und sich niht daran erinnern können, mich geküsst zu haben. Das mit dem Kürbissaft klappte weiterhin ganz gut, nur sprach mich jetzt Blaise jedes Mal erneut darauf an, dass ich tatsächlich das trank, was ich am meisten vom ganzen Buffett verabscheute. Carolina trank immer nocch nichts und schaute mich nur immer prüfend an, doch ich ignorierte sie, den Dracos Hand unter dem Tisch war viel spannender, wie sie meine fest umschlang und nie loszulassen schien. Öffentlich war das allerdings noch nicht, denn wir hatten uns erst seit wenigen Tagen ab und zu getroffen und er musste sich ja noch richtig in mich verlieben. Deshalb wollte ich mich in den Ferien mit ihm treffen, ohne Liebestrank. Es riskieren.. und ihm zur Not ganz schnell welchen einflößen. Irgendwie würde das schon klappen. Ich musste mir eben eine List einfallen lassen. Bis dahin trafen wir uns jeden Abend auf dem Astronomieturm und redeten. Tatsächlich über solche Dinge wie Hobbys und so was, aber es war einfach schön. Draco wirkte immer interessiert und erstaunlich ehrlich. Irgendwie..immer noch wie er selbst. Ich hatte immer gedacht, Liebestrank würde die Leute total benebeln. Doch Draco war immer noch er selbst, nur dass er jetzt mit mir redete und eine viel süßere Seite von sich zeigte. Die wahrscheinlich durch den Liebestrank hervorgerufen wurde, ja, aber das war er mir wert. Irgendwie würde das alles schon was werden. -Der schönste Abend mit ihm war unser fünfter. Draco sagte mir, dass er mich liebt. Es wirkte vollkommen ehrlich, als wären wir schon Ewigkeiten zusammen und er hätte wirklich Gefühle für mich entwickelt.. Vielleicht hatte ich es ja wirklich geschafft und er hatte sich trotz Zaubertrank auf irgendeine Weise in den letzten Tagen in mich verliebt. Mein Herz schlug schneller und ich lächelte noch mehr, als er meine Hand nahm und sich zu mir beugte, um mir ins Ohr zu flüstern: "Willst du mich auf den Weihnachtsball begleiten?" Stimmt ja, der Ball war schon in wenigen Tagen.. Und in zwei Tagen sollte es einen Probeball geben, bei dem wir freiwillig schon mal üben konnten. Ich lächelte noch breiter und flüsterte: "Liebend gerne." Er küsste mich. Wieder wurde ich von Glück durchflutet.. Draco machte mich unglaublich glücklich und ließ mich geradezu im siebten Himmel schweben. Und trotzdem war er noch immer derselbe. Er war ruhig, starrte im Unterricht auf sein Blatt -oder jetzt öfter mal zu mir- und strahlte eine geheimnisvolle Art von Macht aus. Doch wenn er bei mir war, wurde er ein richtiger Romantiker und überraschend liebevoll. Ich liebte Draco.. und er mich auch. Immer mehr war ich mir sicher, dass er sich wirklich in mich verliebt hatte. Und immer ehrlicher nahm ich seine Küsse an, weil ich wusste, dass ich ihm nicht nur wegen dem Trank so wichtig sein konnte. Die anderen wussten immer noch nichts. Carolina und Blaise schienen zwar etwas zu ahnen und Blaise beobachtete mich beim Frühstück immer, außerdem redete er neuerdings jeden Morgen mit mir. Und Carolina hing zwar seltener mit Draco rum, aber noch immer lächelnd und glücklich. Das war das einzige, was mir noch weh tat. Dass sie weiterhin versuchte, ihn mir wegzunehmen, und er immer noch so gut gelaunt war, wenn er mit ihr rumhing. Aber ich musste ihm seine Freiheiten lassen.. so vernünftig konnte auch ich denken, die ihm einen Liebestrank verpasste und hoffte, dass er sich verliebte. In den Weihnachtsferien wollte ich testen, wie er ohne Trank handelte. Natürlich musste ich ihn sicherheitshalber so lang damit versorgen, bis wir uns sahen, weil ich sonst nicht 100% sicher sein konnte, dass er sich wirklich mit mir treffen würde.. Aber eigentlich glaubte ich wirklich, dass ich es geschafft hatte. Ich hatte Draco für mich gewonnen. Zwei Tage später war schon das Probetanzen. Draco begleitete mich natürlich dorthin. Es war unser erster öffentlicher Auftritt zusammen.. und auch, wenn wir abgemacht hatten, uns nicht zu verliebt zu verhalten, zogen wir sofort alle Blicke auf uns. Schon als wir hereinkamen, starrten uns alle an, vor allem sämtliche Slytherin-Mädchen. Innerlich triumphierte ich, als ich Astoria mit offenem Mund sah. Und mir wurde klar, dass sie gelogen hatte. Sie stapfte auf Draco zu, als wir Platz genommen hatten, um auf McGonagall zu warten. "Bist du übergeschnappt? Welcher Dämon ist denn bitte in dich gefahren?", fuhr sie ihn an und war vollkommen aufgebracht. Offenbar hatte sie bei unserem Anblick so einen Schock bekommen, dass sie die Kontrolle verlor, es war nämlich unfassbar peinlich, so etwas abzuziehen. "Der Liebesdämon, schätze ich", antwortete Draco seelenruhig und lächelte übertrieben liebenswürdig. Es schien nahezu Dampf aus ihren Nasenlöchern zu kommen, als sie Luft holte, wie ein Wildschwein ausatmete und dabei auf den Boden stampfte. "Aber sag mal, Astoria", bemerkte ich. "Hat Draco dir nicht schon längst seine ewige Liebe geschworen und wartet nur noch auf deine Zusage? Hm?" Jetzt blähte sich ihr ganzes Gesicht auf vor Wut und statt noch irgendetwas zu entgegnen, machte sie kehrt und verzog sich. "Damit wäre das auch geklärt", sagte Draco und wandte sich lächelnd an mich. "Hat sie dir das wirklich erzählt?" "Naja, sie hat es behauptet, um mich als Konkurrenz loszuwerden", vermutete ich und lachte, als er mich kurz gespielt befremdlich ansah und fragte: "Wer bist du eigentlich?" Dann beugte er sich zu mir vor und flüsterte mir zu: "Du bist die, die ich liebe und zwar die einzige. Astoria hängt mir schon immer an den Fersen, aber ich hab nie ernsthaftes Interesse an ihr gehabt." Ich lächelte. "Ich würde dich jetzt so gern küssen", raunte er und wieder musste ich lachen. "Halten Sie sich mit Ihren Gelüsten zurück bis nach der Stunde, Mr Malfoy", entgegnete ich und mit einem Lächeln nahm er meine Hand. Dann kam McGonagall herein und zerstörte natürlich die ganze Romantik, aber wir wollten uns ja sowieso eher unauffällig verhalten. Woran wir wahrscheinlich schon gescheitert waren. Die Blicke nahezu aller Mädchen klebten an uns und besonders Carolinas Grinsen fand ich interessant. Was fand sie jetzt daran bitte so witzig, dass ich mit gut mit meinem Schwarm verstand, den sie mir hatte ausspannen wollen? McGonagalls Stimme riss mich jäh aus meinen Gedanken. Offenbar ging es los. "Willkommen zu unserem Probetanzen für den Weihnachtsball! Da Sie alle unseren Tanzkurs vor zwei Wochen besucht haben, müssten Sie sich heute hoffentlich dazu bereit fühlen, mit einem Partner für den Ball zu proben. Wie Sie wissen, ist dies eine freiwillige Probe. Wer jetzt noch gehen möchte, sollte dies nun tun." Draco und ich sahen uns an und lächelten. Wir dachten das Gleiche: Jetzt, wo wir hier waren, wurde es doch erst interessant. Der Tanz begann und wir zogen viele Blicke auf uns, als wir uns durch den Raum bewegten, miteinander verbunden wie eine Einheit. So fühlte sich Glück an.. in Dracos Armen spürte ich, was Liebe wirklich bedeutete. Trotz des Liebestrankes fühlte sich alles so echt an.. er war vollkommen bei Bewusstsein, schäkerte noch immer ab und zu mit Carolina, aber offenbar nur freundschaftlich, und führte sein normales Leben wie zuvor weiter. Und war jetzt hier mit mir und wir tanzten gemeinsam. Ich war einfach beruhigt, dass Astoria offenbar gelogen hatte.. Draco flüsterte mir gerade ins Ohr, dass er mich liebt. Das Lächeln auf meinem Gesicht wurde sofort noch breiter. Ich hatte mich in ihn verliebt, ohne ihn auch nur ein bisschen näher zu kennen, und jetzt, wo ich ihn kannte, liebte ich ihn mehr, als ich mir je vorstellen konnte. Und hin und wieder vergaß ich, dass er mich wegen des Liebestranks kennengelernt hatte, aber ich war mir wirklich sicher, dass er vollkommen bei Verstand war. Keine Ahnung, warum ich das so wusste, aber ich war mir einfach sicher, dass ihn kein Liebestrank "benebelte", sondern er sich bei allem, was er tat, darüber absolut im Klaren war. Und das hieß, dass er mich wirklich lieben musste.. nach den wenigen Wochen zusammen. Und natürlich wartete ich da nur so auf die offizielle Einladung zum Weihnachtsball. Bis dahin musste ich wohl noch die letzten paar Tage gedulden. Er hatte es schon durch das Probetanzen deutlich gemacht, aber eigentlich fehlte da noch die förmliche Einladung mit "Willst du mich begleiten" und so. Ich lehnte mich an seine Schulter und wir tanzten eng aneinander geschmiegt weiter. Einen Tag vor dem Ball kam Draco nach dem Unterricht im Gang auf mich zu und hielt mir eine Rose hin. Weiß, frisch, duftend. Er küsste mich auf die Stirn, als ich sie lächelnd entgegennahm. "Danke", flüsterte ich und wir küssten uns auf den Mund. Es war einfach ein schönes Gefühl.. als würde unbeschreiblich viel neue Kraft durch mich hindurchfließen und als könnte ich mich einfach geliebt fühlen, ohne auf den Rest der Welt zu achten. Und dann sollte mein Wunsch sich auch endlich erfüllen. Draco nahm meine Hand, hielt mich sanft mit der anderen im Arm und fragte vor den Augen der ganzen Schüler, die um uns herumstanden und durch den Gang rannten: "Ich liebe dich, Charlotte, und möchte mit dir auf den Weihnachtsball gehen, willst du mir die Ehre erweisen, mich zu begleiten?" Und ich konnte nicht mehr sprechen, weil ich so glücklich war, und fiel ihm einfach um den Hals, aber auch das reichte als Antwort. Und ab da war es wirklich fest. Ich würde mit Draco Malfoy auf den Weihnachtsball gehen. Wahrscheinlich zur Überraschung aller, zum Schock meiner Freunde- und ziemlich sicher auch zum Entsetzen seiner. Pansy Parkinson und Astoria würden sich in der Luft zerreißen.. Hach, das war eine schöne Vorstellung. Für solche Ausmalungen blieb mir jetzt jedoch keine Zeit, denn um ehrlich zu sein, hatte ich noch gar kein Kleid. Was hieß, dass ich mir eine Freundin schnappen und eins kaufen musste. Für diese Aktion war eigentlich immer nur eine in Frage gekommen.. Doch mit Carolina war ich nach wie vor zerstritten. Und eigentlich hätte ich ihr sehr gut weiterhin die kalte Schulter zeigen können und wäre mit einer anderen Freundin das Kleid kaufen gegangen- recht filmreif, wenn man mich fragt. Aber irgendwann musste es ja mal zu einer Versöhnung kommen.. und daher sprach ich Draco auf sie an. "Carolina?" Er stutzte. "Wie kommst du darauf, dass ich jemals was mit Carolina angefangen hätte?" Ich zuckte mit den Schultern und war selbst verwundert. "Ihr habt euch plötzlich so gut verstanden. Und dann immer besser. Ich dachte, da ist vielleicht mehr zwischen euch." Draco lachte. "Nein. Ich sag dir mal was: es gibt noch viel, worüber ich mit dir bezüglich Carolina und unsere eigene Beziehung reden muss. Aber glaub mir, nichts davon ist etwas schlimmes und ich finde, du solltest dich mit ihr erst mal wieder vertragen." Ich sah ihn schräg an. Er wusste, dass ich Geheimnisse hasste, wie fast jeder andere Mensch, schätze ich. Und trotz der Bemerkung mit dem "nichts Schlimmes" klang seine Ankündigung ziemlich unheimlich. "Wir müssen reden" ist grundsätzlich gefährlich. Es kann etwas Gutes sein, aber es ist IMMER etwas Ernstes. Ich verdrehte die Augen. "Okay. Du erklärst mir alles, wenn ich das Kleid hab. Deal?" "Wenn du es mit Carolina kaufst, Deal." Draco grinste. Die Sache mit dem Kleid war jetzt natürlich noch umfangreicher als gedacht. Denn ich hatte die Wahl, entweder nackt auf den Ball zu gehen oder in einer Plastiktüte- oder mich mit Carolina zu versöhnen. Erster aktiver Schritt einer Versöhnung: eine Aussprache. Und so suchte ich am nächsten Morgen vor dem Frühstück Carolina auf. Ich sah sie im Flur, weiter vorne mit ein paar anderen Freundinnen. Jetzt oder nie, dachte ich und rannte durch die Massen von Schülern vor zu Carolina und tippte ihr auf die Schulter. Sie drehte sich um und als sie mich sah, zuckten ihre Mundwinkel für einen winzigen Moment nach oben. Dann sah sie mich erwartungsvoll an. Wir grenzten uns von den anderen etwas ab und ich holte Luft. "Carolina, mein Verhalten tut mir leid. Ich weiß nicht, was passiert ist, dass du mit Draco plötzlich so gut warst, aber es hat mir den Verstand genommen. Ich hab mich total angegriffen gefühlt, verstehst du? Meine beste Freundin macht plötzlich eins auf BFF mit meinem Schwarm. Das war für mich hart zu verarbeiten.. und ich hab's nie verstanden." Sie nickte langsam. Ich fügte mit leicht brüchiger Stimme hinzu: "Es tut mir leid, dass ich mich von dir so abgegrenzt habe, statt das Gespräch zu suchen. Ich hab's echt verbockt und ich will, dass es wieder wie früher ist." Ich hatte Angst vor ihrer Reaktion. Carolina war im Prinzip ein wirklich herzensguter Mensch, aber ich hatte auch wirklich Mist gebaut. Mir wurde erst jetzt richtig klar, wie idiotisch ich gehandelt hatte. Gerade mit meiner besten Freundin hätte ich darüber REDEN müssen, was zwischen Draco und ihr los war. Jetzt breitete sich jedoch ein Grinsen auf Carolinas Gesicht aus. "Oh Charlotte", sagte sie und ich fragte mich, was jetzt kommen würde. Sie kicherte. "Wenn du nur wüsstest, warum ich das alles getan habe." Obwohl ich nichts verstand und mir den Grund für ihre plötzliche Freundschaft mit Draco wirklich nicht denken konnte, umarmte ich sie jetzt einfach und war erstmal bloß erleichtert, dass es wieder gut zwischen uns war. Warum auch immer es vorher schlecht geworden war. "Draco erklärt dir alles nachher", raunte sie mir zu und zog mich am Arm zum Frühstück hinunter. Ich lächelte verwirrt und eilte ihr hinterher, um nicht von ihr am Arm über den Flur geschleift zu werden. Nach dem Frühstück drängte ich Carolina die ganze Zeit, mir die Wahrheit zu erzählen. Ich wollte es endlich wissen! Warum war sie plötzlich so eng mit Draco befreundet gewesen und aber irgendwie doch nicht zusammen, sondern er war nicht in sie verliebt und hä? Doch jedes Mal, wenn ich sie damit nervte, grinste sie nur verschwörerisch in Dracos Richtung, der uns beiden dann zu allem Überfluss auch noch winkte, oder lächelte stumm in sich rein und irgendwann gab ih es auf. "Das einzige, was du jetzt gerade wissen musst, ist dass Draco dich liebt und mit dir auf den Weihnachtsball will und du dafür noch ein Kleid brauchst. Komm!" Sie hakte sich bei mir unter und zog mich geradezu nach Hogsmeade. Und dort in jeden einzelnen Laden. Es dauerte, bis wir das perfekte Kleid gefunden hatten, aber dann hatten wir es. Und das war dann auch wirklich perfekt. Es bestand aus mattem türkisen Stoff mit weißen Verzierungen aus Spitze an den Ärmeln und am Saum, war oben eng anliegene und nach unten hin gleichmäßig ausfächernd. Es warf große Falten und fiel recht schwer, sah aber unglaublich schön aus und war preislich gesehen sogar noch akzeptabel. Es dauerte keine Minute, nachdem ich es erstmals anprobiert hatte, bis wir wussten, dass das mein Kleid für den Ball war. "Hab ich nicht gesagt, ich find den Laden mit deinem perfekten Kleid?", lachte Carolina und ich fiel mit ein: "Jaa und nachdem wir jeden einzelnen anderen durchsucht haben, hast du den schließlich mal gefunden!" Sie knuffte mich in den Arm und wir lachten wieder nur. Es war schön, dieses alte vertraute Gefühl und meine beste Freundin wiederzuhaben. "Was machst du heute Nachmittag? Triffst du Draco?", fragte sie mich, als wir am Schulgebäude ankamen. "Ja", sagte ich. Während wir die Treppen nach oben zu unserem Zimmer nahmen, erzählte ich ihr von Dracos komischen Andeutungen. "..und er meinte, dass er mir auch wegen unserer Beziehung noch einiges erklären müsse, aber das weißt du sicher alles selbst." Sie lächelte. "Das weiß ich tatsächlich.. Glaub mir, auch wenn du es dir jetzt nicht vorstellen kannst und keine Ahnung hast, was es sein könnte, und darauf würdest du auch niemals tippen, aber es ist etwas Gutes und auch, wenn es dich erst sehr überraschen wird, dir wird es gefallen." "Okayyyy, und somit habe ich rein gar keine Ahnung mehr", sagte ich verwirrt und sie lachte so heftig los, dass ich mir das Lachen irgendwann auch nicht mehr verkneifen konnte. Als ich in den letzten Stunden vor dem Weihnachtsball um 18 Uhr auf den Astronomieturm stieg, wie es mit Draco verabredet war, ahnte ich nicht, was er mir sagen wollte. Und als ich die Plattform erreichte und mich nach ihm umschaute, spürte ich seine Hände an meiner Taille und plötzlich stand er vor mir und küsste mich. Es war nicht der erste Kuss. Aber der schönste. Er war unglaublich emotional, sprach Bände voller Gefühle, er sagte im Prinzip alles, was man sich nicht mit Worten sagen kann. Umso heftiger erwiderte ich ihn, denn mir wurde klar, dass ich Draco so sehr liebte, dass er mein Leben einfach um vieles besser machte. "Du hast mir noch was zu erklären", flüsterte ich und er lächelte, während er seine Hände an meine Wangen legte. "Charlotte, in wenigen Minuten bist du hier sowieso wieder weg und bereitest dich auf den Ball vor. Lass uns.. die langen Geschichten für nachher aufsparen." "Okay", flüsterte ich und lächelte. "Mitternacht hier oben?" Er lächelte. "Ich werde pünktlich kommen. Dann haben wir die Ruhe, um das alles zu verstehen.. also du. Und ich verspreche dir, du kannst es nicht schlimmer finden als.. ach, naja, als alles wie bisher. Ich werde dir unglaublich feinfühlig und mit ganz viel Fingerspitzengefühl jedes noch so kleine Detail der Geschichte erzählen", flüsterte er mir ins Ohr und ich lächelte, ehe ich ihn wieder küsste. Dann murmelte er: "Für heute Abend musst du nur eins wissen. Ich liebe dich, Charlotte. So wie du dich in mich verliebt hast, ohne mich zu kennen, habe ich mich auch in dich verliebt. Und seit ich dich kenne, weiß ich, dass ich einen guten Geschmack habe." Langsam, langsam. Hatte Draco gerade gesagt, dass er schon länger in mich verliebt war? Er nahm meine Hand und ließ mich eine Drehung machen, die aber genauso wacklig ausfiel wie die Verbindung, die mein Kopf gerade versuchte zwischen meiner ursprünglichen List und Dracos Worten zu knüpfen. "Für heute Abend reicht es dir zu wissen, dass ich dich liebe", flüsterte er und ich schmiegte mich an ihn. Was auch immer das hier war, es war schön und ich würde es noch früh genug verstehen. Bis dahin brauchte ich nur Draco und ich vertraute ihm so vollkommen, dass ich auf die Erklärunh gerne noch warten konnte, wenn ich dafür das hier bekam. "Und ich brauche keinen Liebestrank der Welt, un dich zu lieben", raunte er mir zu und in meinem Kopf wurde das Chaos immer größer. Offenbar sah er mir das an, denn Draco lachte. "Keine Sorge, Erklärungen kommen nachher." Er hielt meine Hand fest und ging langsam um mich herum, während ich mich leicht mit ihm drehte. "Heute Abend sehe ich dich erst mal zum Ball. Tu mir und dir selbst den Gefallen und genieß ihn, als hätte dein Freund dir vorher keine komischen Rätsel ins Ohr geflüstert." Er lächelte und in dem Moment fragte ich mich einfach, womit ich ihn verdient hatte, und küsste ihn. Der Moment, in dem das Mädchen die Treppe hinunter zu ihrem Partner geht, wird immer wie ein total gigantischer Auftritt dargestellt. Ich hatte davon immer nur geträumt.. und jetzt wartete am Fuß der großen Treppe vor dem Saal Draco auf mich. In schwarzem Anzug, mit irgendwie gutaussehend gestylten Haaren und einem umwerfend süßen Lächeln, das so bezaubernd war, dass ich seine merkwürdigen Rätsel von heute Abend fast vollkommen vergaß. Für den Moment zählten nur wir und darauf hatte ich schon lange gewartet. Dass es jemals wahr wurde, war schon unglaublich.. Ich lächelte, als Draco sich vor mir verneigte. Dann hielt er mir den Arm hin und ich hakte mich so elegant wie möglich unter, dann betraten wir endlich die Halle. Die Blicke kannten wir schon vom Probetanzen. Nur dass es hier jetzt wesentlich mehr und insgesamt wesentlich stärkere waren. Die ganzen Mädchen, die auf Draco standen, sahen kampfbereit aus, um sich auf mich zu stürzen und mich zu zerfleischen -und danach sich gegenseitig-, andere waren einfach nur erstaunt oder viele auch restlos schockiert. Ein paar meiner Freundinnen, generell sowieso alle und viele waren offensichtlich angewidert. Aber das war okay und uns war das egal, denn Draco und ich waren glücklich. Draco hielt mich im Arm, während wir uns einen Platz in den vorderen Reihen um die Tanzfläche herum suchten, und flüsterte mir die ganze Zeit Komplimente ins Ohr, sodass ich ständig leise kicherte und einfach glücklich war. "Dein Lächeln strahlt mit den ganzen Eisstatuen hier um die Wette und sie haben keine Chance", flüsterte Draco und führte mich bis ganz nah an die Fläche heran. Die Band machte sich bereit und die Lehrer nahmen Aufstellung. Als die Musik begann und der Tanz eröffmet worden war, traten wir aus der Menge heraus auf die Tanzfläche und ab da waren alle Blicke egal. Wir tanzten, als wären wir die einzigen in diesem riesigen Saal. Und es war egal, was andere dachten. Dass wir definitiv ein polarisierendes Paar wie aus dem Buch waren. Das einzige, was eine Rolle spielte, waren wir. Wir drehten uns zu der Musik, sahen uns immer und immer wieder in die Augen und irgendwann beugte Draco sich zu mir und ich zog mich an seinen Schultern hoch, bis er mich hochheben konnte und wir uns küssten. Lachend ließ ich mich von ihm zur Treppe ziehen und kaum waren wir oben angekommen, nahm er mich in seine Arme und küsste mich. Dabei strich er irgendwann mit einer Hand meine mittellangen offenen Haare hinter meine Schulter und begann, meinen Hals zu küssen. "Draco, stop", flüsterte ich und entzog mich sanft seinem Griff. "Du schuldest mir noch Antworten", sagte ich lächelnd und tippte ihm auf die Brust, ehe ich ihm den Rücken zuwandte und mich an die Mauer des Turms stellte. Über uns war der Mond zu sehen, um ihn herum graublaue Wolken und über den ganzen Nachthimmel verteilt funkelnde Sterne. Ein optimaler Ort und eine optimale Zeit für Erklärungen. Draco stellte sich neben mich und lehnte sich gegen die Mauer. Eigentlich war das Geländer des Astronomieturms eher ein Gebilde aus kunstvollen Steinsäulen undefinierbarer Formen. Draco seufzte und drehte dann lächelnd den Kopf zu mir. "Du willst es endlich wissen, stimmts?" Ich warf einen Blick nach rechts und links, mein Verwirrtheitsausdruck, und sagte: "Ja? Natürlich?" Dann kam ich näher auf ihn zu und legte meine Arme um seinen Hals. Mit genug Abstand zwischen unseren Gesichtern, damit er bloß nicht in Versuchung kam, mich zu küssen, ehe er mir alles erklärt hatte. ""Also, ich bin ganz Ohr", sagte ich lächelnd und er erwiderte es, bevor er endlich mit seiner Erzählung begann. "Weißt du, es ist mehr als gut, dass du dich mit Carolina wieder vertragen hast. Sie wollte die ganze Zeit nur das Beste für dich.. schon lange bevor sie mich darin eingeweiht hat, was du für mich empfunden hast." Ich stutzte. "Sie hat es dir ernsthaft einfach gesagt?" Er grinste. "Nicht ganz. Carolina ist loyal und hätte niemals so etwas einfach verraten, wenn sie nicht vorher etwas Entscheidendes von mir erfahren hätte.." Er räusperte sich. "Ich weiß, dass du es nicht glauben wirst, aber ich habe mich schon in dich verliebt, bevor sie mich angesprochen hat. Lange davor." Mir klappte die Kinnlade runter. "Du- du warst die ganze Zeit in mich verliebt?" Er lachte und sah kurz zu Boden, ehe er weitersprach. "Ja, anscheinend.. hätten wir uns einfach früher mal aussprechen sollen." Jetzt lachte ich. "Aussprechen? Wir? Ich hab dich die ganze Zeit nur angestarrt und mich gefragt, warum ich mich so sehr in jemanden verlieben konnte, den ich so wenig kannte. Und dem ich so wenig bedeutete, was ich immer dachte, aber offenbar.." Er lächelte und küsste mich. Nur eine Sekunde, dann fuhr er fort. Innerlich strahlte ich vor Glück und konnte es gar nicht erwarten, Draco nach der ganzen Erzählung wieder richtig zu küssen. Bis dahin hing ich wie gebannt an seinen Lippen. "Carolina hat mich einfach mal angesprochen, ob ich ihr etwas in Zaubereigeschichte erklären könne. Konnte ich natürlich nicht, aber ich hab's versucht. Denn mir war klar, dass sie deine beste Freundin ist und ich so näher an dich rankommen könnte." Er lachte. "Hat funktioniert. Naja, und ich mag sie natürlich auch, ich hab sie nicht bloß ausgenutzt, um dich kennenzulernen. Und es hat mir unglaublich zugesetzt, als ihr euch deswegen zerstritten habt. So sehr, dass ich fast die Freundschaft mit ihr gekündigt und meine Gefühle für dich aufgegeben hätte." Selbstlos auch noch.. meine Güte, was hatte ich da nur für einen Traumjungen erwischt. "Aber zum Glück", redete er weiter, "hat Carolina mir das ausgeredet, weil sie zu dem Zeitpunkt durch ein paar geschickte Fragen längst aus mir rausgekriegt hat, dass ich auf dich stehe. Sie hat harmlos angefangen, indem sie ab und zu von dir erzählt und meine Reaktion beobachtet hat. Dann hat sie mich zunehmend damit gelöchert, dass sie gesehen habe, wie ich dich anschaue, und schließlich einfach direkt gefragt, was ich für dich fühle. Das Ganze hat 2 Tage gedauert und sie wusste alles." Ich starrte über den Rand des Steingeländers. "Dann hat sie also nie.. ihr habt nie.. oh." Er grinste. "Carolina kann listig sein, Charly. Aber dir gegenüber ist sie so loyal, dass sie deine abweisende Reaktion in Kauf genommen hat, um uns irgendwann noch zusammenzubringen." "Ich war nicht sehr nett zu ihr, dafür was sie für mich getan hat", murmelte ich. Draco legte eine Hand an mein Kinn und hob meinen Kopf sanft an. "Es war normal, wie du reagiert hast, und wir beide hatten Verständnis dafür. Woher hättest du es wissen sollen? Natürlich kann man mit seiner besten Freundin eigentlich über so etwas reden.. aber wie du weisst, hat keiner von uns dir dafür den Kopf abgerissen." Ich lächelte dankbar. Das schlechte Gewissen hatte sich in den letzten Minuten in mir breitgemacht wie ein Lauffeuer. Doch nachher würde ich mich in Ruhe entschuldigen und dann ja die ganze Geschichte kennen. Ein unangenehmes Thema gab es nun allerdings doch noch. "Wie.. wie meintest du das, dass du den Liebestrank nicht brauchtest?", fragte ich vorsichtig. Es war mir mehr als unangenehm, dass ich wirklich versucht hatte, ihn mit einem Liebestrank für mich zu gewinnen. Er lachte los. Als er sich beruhigt hatte, waren meine Nerven schon zum Zerreißen gespannt. "Also, das war so", fing er an. "Carolina hat dich beim Frühstück dabei gesehen, wie du den Trank in das Glas gefüllt hast. Und wir alle wissen, dass du niemals freiwillig Kürbissaft trinken würdest." Er lächelte und ich musste einfach lachen, weil er absolut Recht hatte und die Vorstellung, wie ich wegen der ganzen Sache Kürbissaft getrunken hatte, einfach lachhaft war. "Dann hat sie dich die Gläser vertauschen sehen und mich gewarnt. An meinem Getränk hab ich dann gerochen, dass es Liebestrank war. Und dann war uns beiden ja klar, was du vorhattest." Ich sah beschämt zu Boden. "Das war ne ziemlich armselige Idee." Er lachte auf. "Vielleicht war es das, aber dein Glück, dass wir sie durchschaut haben. So haben wir das Ganze ja doch noch ganz gut hingekriegt." "Wegen meiner unschlagbaren Listigkeit bin ich demnach nicht in Slytherin", schlussfolgerte ich. Er lächelte. "Nein, wahrscheinlich nicht. Aber Blaise. Der hat alles mitgekriegt und dich promt abgelenkt, damit Carolina und ich Gläser tauschen konnten." "Weshalb sie dann nie was getrunken hat", erkannte ich und schlug mir die Hand vor den Kopf. "Da hattet ihr aber Glück, dass sie auch Kürbissaft hatte", sagte ich dann und grinste ihn frech an. Draco küsste mich auf die Stirn. "Genau das liebe ich an dir. Man denkt von außen, du seist harmlos, aber wenn man dich ein bisschen kennt, bist du das ganz und gar nicht mehr." "Ihr seid auch voll kriminell", sagte ich gespielt schmollend und konnte wieder etwas lockerer mit der Situation umgehen. Der Liebestrank war eine bescheuerte Idee gewesen, die nie so aufgegangen wäre, wie ich es geplant hatte, aber zum Glück waren die anderen listiger als ich und hatten das alles noch gerettet. "Also deswegen hat Blaise mich dann jeden Morgen unterhalten.. Ihr habt in der Zeit seelenruhig meinen liebevoll für dich angerührten Liebestrank an Carolina verschwendet." Ich setzte meinen Todesblick auf. Wieder lachte Draco und beendete die Geschichte: "Tja, ich wollte dich eben kennenlernen, ohne auf Liebestrank zu sein. Sei froh, dass alles so gelaufen ist und dass Carolina mich angesprochen hat. Denn sonst wäre das hier nicht möglich.." Er beugte sich vor und wir küssten uns intensiver und ehrlicher als je zuvor, denn jetzt war uns beiden klar, dass uns Zufall und Schicksal letztendlich zusammengeführt hatten. Draco küsste meinen Hals und ich schlang meine Arme um seinen Hals. In mir spürte ich ein Gefühl von Sicherheit.. und gleichzeitig Abenteuerlust. Aufregung.. Verlangen. Ich fuhr durch Dracos Haar und genoss seine Berührungen. Der Mond warf sein Licht auf uns und wir taumelten betrunken vor Liebe zu Boden, wo wir uns weiter küssten. Ich hatte das bekommen, was ich mir so sehr gewünscht hatte, und wir waren glücklich. Und jetzt waren wir hier und die Nacht war noch nicht zu Ende.. Ende♡

21.86 % der User hatten die Auswertung: Victoria -coole Slytherin -Beliebter Kumpeltyp -Kennt Draco gut Deine Story spielt im 4. Schuljahr. Viel Spaß! ☆ Gelangweilt drehte ich den Stift zwischen meinen Fingern, ein ums andere Mal. Was Flitwick erzählte, war erstens unverständlich und zweitens todlangweilig. Ich wartete auf das Ende dieser grauenhaften Stunde wie andere auf Weihnachten. Das Klingeln der Schulglocke war das schönste Geschenk für mich, dass ich mir in dem Moment vorstellen konnte. "RRRRRING!" Ich schoss vom Tisch hoch, wie gerade aufgewacht (was bei DEM Unterricht gar nicht so unrealistisch war), schnappte meine Tasche und rannte als erste aus dem Raum. Und direkt auf den Schulhof. Frische Luft, keine Lehrer, NOCH keine anderen Schüler. "Freiheit!", rief ich übermütig und warf lachend meine Tasche in die Luft. Nachdem sie dreimal hart auf den Steinen aufgeprallt war und schon zwanzig Jahre älter aussah, beschloss ich ihr eine Auszeit zu gönnen und suchte meine beste Freundin. Eigentlich auch meine einzige, da ich generell eher mit Jungs gut war. Aber mein bester Freund war momentan frish vergeben und deswegen nicht nur richtig langweilig mir gegenüber, sondern auch richtig nervig. Falls er mal von irgendwas redete, war es "Juliana hier, Juliana da" und "Sie ist so süß, sie ist so hübsch, sie ist so toll". Oft genug hatte ich ihm direkt ins Gesicht gesagt, wie das NERVTE. Für mich behalten hatte ich dabei immer, wie sehr man von diesem Gerede anfing, Komplexe zu bekommen. Und es war ja nicht so, dass ich nicht sowieso schon kein besonders attraktives Mädchen war. Aber egal, dafür war ich mit meinen hüftlangen, immerzu explodierten rotbraunen Locken und meinen paar dunklen Sommersprossen auf der Nase wenigstens beliebt. Ich hatte außer Matt noch andere Freunde und falls er mich jetzt hängen lassen sollte, würde ich mir eben einen neuen suchen. Mich ließ das nicht so kalt, wie es klingt. Aber man muss immer das Positive in allen Dingen sehen. Ich war eher der lässige, dauerhaft gechillte Typ. Deswegen kam ich bei den Jungscliquen wahrscheinlich auch so gut an. Einfach der Kumpeltyp von Mädchen, den man sich als Junge vorstellt. Nur manchmal vermisste ich es schon, mal gesagt zu bekommen, wie süß oder hübsch ich sei... meine Jungs, mit denen ich rumhing, waren im Komplimente machen nicht so die Leuchten. Vielleicht hatte ich es auch einfach nicht verdient. Ich mein, schaut euch mal Juliana an. Dunkle, glatte Haare, edler Look, immer top gestylt und ein Katzenblick- holla. Klar, dass so eine Göttin der halben Schule den Kopf verdrehte. Und das in der vierten Klasse. Aber okay, ich hatte ja noch meine Jungs und immerhin ein bisschen mehr Spaß am Leben. Die Nachmittage und Wochenenden verbrachte meine Crew eigentlich meistens außerhalb, auf den Hügeln, am See, manchmal im Wald und natürlich in Hogsmeade, wenn wir samstags hindurften. Drinnen waren wir nur spät abends und bei schlechtem Wetter, und nicht mal dann immer. Dann spielten wir in unserem Gemeinschaftsraum Zauberschach und so was, manchmal auch einfach irgendwelche Gruppenspiele. Wahrheit oder Pflicht war leider immer noch ein Dauerbrenner. Jedenfalls waren wir so ziemlich die coolste Crew von ganz Hogwarts, möchte ich mal mit Stolz sagen. Jeder Slytherin, der halbwegs bei Verstand war, wollte zu uns, manchmal auch einige ohne Verstand, aber das spielt jetzt keine Rolle. Jeder musste sich seinen Platz erst mal verdienen, aber nicht mit solche bescheuerten Mutproben wie in unserer Konkurrenten-Clique. Die Mädels um Juliana und Miriam veranstalteten "Castings" für neue Crewmitglieder und ließen die Kandidatinnen dann irgendwelche geheimen Botschaften an Jungs zustellen oder andere solcher peinlichen Aktionen ausführen. Schon echt erbärmlich. Da ist man doch immer wieder froh, wenn man in der eigenen Clique zuverlässige, loyale Freunde und unkomplizierte Leute hat. Die engste Gruppe innerhalb der Clique bestand aus Draco Malfoy, Blaise Zabini, Marc McEvan und Luke Deavons. Und mir. Ich war insgeheim schon verdammt stolz darauf, zu dieser Clique zu gehören. Hier waren meine besten Freunde. Und, was noch dazu kam, diese Leute waren wirklich noch einmal die Coolsten der Coolsten. Wenn wir irgendwohin kamen und Leute uns kannten, wurde es leiser und viele warfen uns immer wieder ehrfürchtige Blicke zu. Wenn wir an einen Tisch kamen, standen die anderen auf, verneigten sich vor uns und gingen an einen anderen... Nein, Spaß, so extrem war es nicht. Aber es gab tatsächlich immer wieder die Momente, in denen andere von uns total eingeschüchtert wirkten, ohne dass wir irgendetwas getan hatten. Und Draco und Blaise hatten ihren Spaß daran, das ein bisschen auszunutzen. Den neuen Erstklässlern in Slytherin erklärten sie erst mal sehr eindrücklich, "wer hier der Boss ist", außerdem spazierten sie desöfteren mit der Nase viel zu weit oben durch die Gänge. Das fand ich nicht nur extrem affig und peinlich, sondern auch einfach übertrieben. Sie sahen sich in der Position der Mächtigsten und Gefürchtetsten von allen, das war einfach nicht mehr auf dem Boden der Tatsachen. Aber ich war immer aufs Neue erleichtert, dass Luke und Marc mit dabei waren. Durch die zwei hatten sich die beiden feinen Herren nämlih auch schon deutlich gebessert. Luke mochte ich total- er war manchmal irrsinnig witzig, aber der beste Zuhörer und Ratgeber überhaupt. Manchmal wirkte er viel zu ernst, aber er hatte auch eine recht anstrengungsreiche Lebensgeschichte, um es so zu sagen. Eltern getrennt, Riesenstreit, zwei kleine Schwestern und bla, bla, bla. Im Haushalt blieb das meiste an ihm hängen, da seine Mutter auch noch krank war und so weiter, kurz, viel schlimmer hätte es einen 14-jährigen Jungen gar nicht treffen können. Dass er in manchen Phasen trotzdem noch der Clown des Jahrhunderts war, fand ich bewundernswert. So viel zu Luke- Marc war eher uninteressant. Auch ihn mochte ich sehr, aber er war einfach charakterlich irgendwie anders. Es stimmte aber grob alles, sodass wir ganz gut befreundet waren und in der Clique problemlos miteinander auskamen. Dass wir alle erst 14 waren, schockierte mich immer wieder aufs Neue, da diese ganz enge Clique nicht mal ein Jahr lang existierte, aber wir waren schon so vertraut miteinander, dass wir uns wohl wirklich unser weiteres Leben lang kennen würden. In unserer Clique hatte jeder einen "Posten" und war ein bisschen mit bestimmten Aufgaben betraut. Blaise war unser persönlicher Bodyguard, wer ihn einmal gesehen hat, weiß warum. Er sorgte grundsätzlich für den Freiraum der Clique, da allein vor seiner Erscheinung nahezu jeder Respekt hatte und er uns so immer einen separaten Teil der Quidditchtribüme oder unsere Lieblingsplätze auf dem Hof und am See freihielt. Luke sorgte entweder für die Stimmung oder für die Planung. Oder beides. Gleichzeitig. Wenn es etwas zu planen gab, war Luke sofort zur Stelle und immer der zuverlässigste Ansprechpartner. Er organisierte dann unsere Ausflüge Richtung Hogsmeade, reservierte ab und an mal einen Tisch und sah nach, wann wir ungestört aufs Quidditchfeld konnten. Quidditch- dazu komme ich gleich. Marcs Aufgabe war meistens das Bezahlen, so gesagt. Man muss aber dazu sagen, wir haben ihn nicht gezwungen! Marc hatte einfach die reichste bzw. dann noch großzügigste Familie von uns allen. Dracos Eltern waren einfach zu geizig, als dass sie uns dauernd irgendetwas bezahlt hätten, auch wenn sie uns alle kannten und mochten. Und Draco war einfach der Typ mit dem Titel. "Malfoy", davor hatte jeder Respekt. Er scheuchte zusammen mit Blaise Leute aus dem Weg und war der schlaue Kopf an dessen Seite. Heißt, er suchte den Tribünenplatz aus und Blaise verjagte die Leute, sprich, er setzte sich im Umkreis von fünf Metern neben sie. Draco hatte auch einmal die Idee gehabt, im Verbotenen Wald eine Art Reservelager aufzubauen, damit wir dort jederzeit auf Essen und so was zugreifen konnten. Blaise war dann im Endeffekt derjenige, der die Getränkekisten die Treppen runterschleppen durfte, während Draco McGonagall ablenkte. Kurz: Alles war gut und die Clique genoss friedlich und vollkommen happy gemeinsam die Zeit auf Hogwarts. Bis Draco SIE mitbrachte. "Ich dachte, wir hätten darüber geredet? Alle sind dagegen, nur du willst das natürlich trotzdem durchziehen. Ich glaub, es hackt!" Ich fuchtelte wie wild mit den Händen herum und beeilte mich, mit seinem Tempo mitzuhalten, während ich ihm weiter eine Moralpredigt hielt. "Draco, wir sind EINE Clique! Seit letztem Jahr sind es wir fünf, nenn mir einen einzigen Grund, warum sich das ändern sollte!" "Weil Astoria echt nett ist. Sie ist einfach cool drauf, du würdest sie mögen", erklärte Draco, noch relativ gelassen. Innerlich schnaubte ich. Ne, ganz bestimmt nicht. "Bist du dir da so sicher? Drace, mir geht es doch einfach darum, dass wir so bleiben. Zu fünft." "Aha, also es geht ums Prinzip?", fasste er zusammen und bog um eine Ecke, wobei ich mich fast hinlegte, weil ich nicht hinterherkam. "Wenn du so willst, ja! Draco, jetzt- he, WARTE!" Er war viel zu schnell. Ich rannte ihm ein paar Meter nach und hielt ihn an der Schulter fest. "Haben wir das geklärt?", fragte ich ihn eindringlich. Er sah mich direkt an und mir wurde unerklärlicherweise eiskalt. Auf meinen Armen bildete sich ganz zart und unbemerkt eine Gänsehaut, als er antwortete: "Wenn euch Astoria in dieser Clique nicht passt, könnt ihr auch auf mich verzichten." Und weg war er. Ich starrte ihm mit großen Augen und offenem Mund hinterher. "Are you serious, Drace? Ist das dein verdammter Ernst?" Wenn ich mich aufregte, fing ich oft an, Englisch zu sprechen. Für die Opfer meiner Wut war das dann meistens mehr lustig als einschüchternd. Ziemlich lächerlicher Wutanfall, wenn keiner dich ernst nimmt. Ich machte fassungslos kehrt und rannte zu den anderen in den Gemeinschaftsraum. Doch statt meine Clique dort wie gewohnt vorzufinden, sah ich Astoria mit Marc und Blaise. Mir blieb die Luft weg. Bis ich wirklich realisiert hatte, dass diese brünette Schönheit wirklich Astoria war und sich gerade in meine Clique schlich, hatte ich sie schon viel zu lange angestarrt. Schließlich kam es, wie es kommen musste, sie drehte sich um und starrte mich an. Richtig abwertend. So wie "Mein Make-Up sitzt, meine Haare fallen, ich hab GEBÄNDIGTE Wellen und, ach ja, ich klär mir deine Freunde, haha". Wie ich sie jetzt schon hasste. Und in diesem Moment hasste ich mich selbst dafür, dass ich ihr den Weg dazu ebnete, sich meinen besten Freund zu schnappen. "Damn", fluchte ich in meinem üblichen Aggressionsenglisch in meinen Schal und verließ stürmisch den Raum, um Draco zu suchen. Ich fand ihn auch. Es war nicht gerade wie in einer dieser dramatischen Liebesgeschichten, in denen das schwer verliebte Mädchen seinen Angebeteten nach tagelanger Suche wiedertrifft und sie sich aussprechen. Es war tausendmal schlimmer. Er saß mit dem Rücken zu mir auf einem Mauerstück, den Ausblick auf die untergehende Sonne direkt vor sich. Vorsichtig kletterte ich auf die Mauer und ließ mich neben ihm nieder. Er wandte mir für einen kurzen Moment sein Gesicht zu, dann drehte er sich wieder weg. Im Nachhinein wünschte ich mir, er wäre einfach aufgegangen und gegangen. Das hätte es ziemlich erleichtert. Draco war nicht der Typ, mit dem man reden konnte. Und dafür liebte ich ihn, denn ich war die einzige Person, mit der er das dennoch tat. Wir konnten stundenlang Arm in Arm irgendwo sitzen und reden. Und das war eigentlich nicht Draco. Er war auch nicht der Typ, der sich zu einer Aussprache mit dir zusammensetzte und alles friedlich und schnell regelte. Einfach mit WORTEN. Und dafür hasste ich ihn. "Drace", begann ich. Zögernd. Bis ich an seinem Gesichtsausdruck sah, dass er mir zuhörte. Ich holte Luft und begann erneut. "Drace, es tut mir leid. Ich war überrumpelt, als mir klar wurde, dass sich in unserer Clique etwas ändern soll. Ich hasse Veränderungen. Und das hat mich einfach geschockt. Dann habe ich auch nicht früh genug realisiert, was Astoria dir bedeutet. Und ich war wütend, weil es so egoistisch ist, was du da durchziehen willst. Es ist okay, dass du eigene Freunde hast, die wir vielleicht nicht unbedingt haben. Aber nicht in unserer Clique. Und du bist ein verdammter Idiot, weil ich dich nicht einfach aus unserer Clique und von mir weggehen lasse. Dafür brauche ich dich viel zu sehr. Und das weißt du. Und du hast es trotzdem gemacht. Und deswegen hast du es auch verdient, von mir mit solchem Zeug vollgelabert zu werden. Falls es dich nicht vollständig überfordert, würde ich jetzt dich das Mikro übernehmen lassen." Insgeheim schnappte ich angestrengt nach Luft, ließ mir aber äußerlich nichts anmerken. Dass Draco nicht der größte Redner war, wusste ich. Ein bisschen mehr hätte ich allerdings schon erwartet. Aber am Wichtigsten war mir, dass seine Antwort ehrlich sein sollte. Alles andere hatte keinen Sinn. Er wartete kurz, bis ich wieder normal atmen konnte. Offenbar hatte er doch was gemerkt. Dann. "Lass gut sein. Wir sehen uns im Unterricht." Und damit stand er auf und ging, meinen fassungslosen Blick im Rücken. Luke, Luke, Luke. Ich brauchte jetzt meinen Personal Lebensberater. Luke musst her. Wo zur Hölle war der? Als ich ihn auf dem Quidditchfeld fand, zog er sich gerade die Schoner aus und stand auf einem Bein, aber mir war das herzlich egal. Ich rannte auf ihn zu und warf mich um seinen Hals, sodass er den Halt verlor und nach hinten in den Sand fiel. "Hey", lachte er, doch das Lachen war nur sein herzliches Begrüßungslachen. Luke kannte mich, er wusste schon, dass etwas nicht stimmte. Und gerade stimmte gar nichts. Luke setzte sich auf und nahm mich in beide Arme. Ich schniefte und lehnte mich an seine Schulter. "Hey", flüsterte er und strich mir durch die Haare. Das hatte einfach nur Luke drauf. Eigentlich sollte er mein bester Freund sein, er hatte es verdient. "Was ist los?", fragte er behutsam und hielt mich weiterhin fest, sein Gesicht ganz nah an meinem. Ich schluchzte auf. "Draco-" "Alles klar." Luke küsste mich auf die Stirn -etwas ganz Neues- und zog mich sanft hoch, bis wir beide in der Mitte des Quidditchfeldes auf dem Sandboden standen. Inzwischen war es um uns herum leer geworden und wir waren allein hier. Luke drückte meine Hand, ehe er sie losließ. "Draco wird zur Vernunft kommen, glaub mir. Er wäre dumm, dich zu verlieren." Und auch Luke war innerhalb von Sekunden verschwunden. Was war heute los? Aber wenigstens verstand er mich. Und das, obwohl ih nicht mal erzählt hatte, was passiert war. So ist das, glaube ich, mit vielen Menschen. Die, die am meisten durchgemacht und am stärksten gelitten haben, die das alles selbst schon am meisten gefühlt und erlebt haben, diese Menschen verstehen am ehesten die Probleme anderer. Sie sind erfahren, intelligent und unglaublich einfühlsam. Und die wertvollsten Freunde. Luke hätte schon so lang mein bester Freund sein sollen. In dem Moment, in dem ich endlich checkte, wie Draco sich von mir abschottete, wurde mir das bewusst. Er hatte es einfach viel mehr verdient als so ein blöder Idiot von Draco, so ein verdammtes... MANN. Im mir stiegen Wut und Würgereiz zugleich hoch, als ich an Dracos abweisende Worte zurückdachte. "Lass gut sein." Pff, was soll das? Und noch schöner: "Wir sehen uns im Unterricht." SO NICHT, HERR MALFOY! Nicht mit mir.. deiner besten Freundin... In diesem Moment beschloss ich, den Kontakt zu Draco zu kappen. Es war eine blöde Entscheidung, schon klar. Aber ich konnte nicht mehr darauf warten, dass er ein normaler und süßer bester Freund wurde. Dafür hatte ich ja noch Luke- der gerade wahrscheinlich dabei war, Draco aufzusuchen und mit ihm zu reden... Dagegen konnte ich gerade auch nichts mehr tun. Jetzt hieß es erstmal warten. Wenn Draco nicht zur Vernunft kommen und mit mir reden -wenn er sich wirklich für Astorias Gesellschaft statt unserer entscheiden- würde, war mit klar, was ich zu tun. Was bringt eine Freundschaft, in der der eine am anderen gar kein Interesse hat und ihn lieber mit jemand anderem ersetzt? Wie mit Astoria. Sie war wunderschön. Ich verstand ja, was er äußerlich an ihr fand. Aber sie war unendlich eingebildet, so wie sie sich mir gegenüber jedenfalls verhielt. Wahrscheinlich hasste sie mich dafür, dass ich mit Draco befreundet war. Dabei wirkten wir nach außen wie nicht mehr als nur oberflächlich befreundet. Wie tief unsere Gefühle füreinander gingen, konnte keiner ahnen. Sie hatten alle eine Riesenfresse, aber KEINE AHNUNG. Und dann redeten sie rum und lachten und hassten mich dafür, dass ich mich ja so an Draco ranschmeissen würde, ja, genau das hatte ich schon von verschiedensten Seiten gehört. Äh, schon mal was von Freundschaft gehört? Richtiger, emotionaler Freundschaft? Tiefgrund und so was? Draco und ich waren immer füreinander da gewesen, seit wir uns enger angefreundet hatten. Dann gründeten wir die Clique. In der bis heute alle glücklich gewesen waren. Und jetzt hatten wir ein Mitglied verloren. Im Gang sah ich Astoria. Sie stand mit ihren Freundinnen da und tuschelte irgendwas, alle lachten. Die abschätzigen Blicke in meine Richtung waren einfach unübersehbar. Genau wie Juliana und der blonde Typ neben ihr. Innerlich kochte ich vor Wut. Matt stand dabei und grinste doof in der Gegend rum, ohne etwas zu sagen. Mein "bester Freund". Mit dem ich eine noch engere Freundschaft hatte als mit Draco, oder mit Luke, eine, die alles übertraf, weil wir uns schon immer gekannt und geliebt haben. Freundschaftlich natürlich. Aber offenbar nicht mal mehr das. Wenn Matt sich jetzt von dieser Schlampe blenden und zum Lästern über mich verführen ließ, weil er alles für sie tat und nicht checkte, dass sie ihn nur als Spielzeug ausnutzte, dann war er wirklich dumm. Schade, dass ich so Freunde verlieren konnte. Völlig fertig ließ ich mich auf mein Bett fallen und verbrachte den ganzen restlichen Tag dort. Unfähig, irgendetwas zu tun oder zu sagen. Meine Gedanken waren bei Draco. Es war ja schlimm genug gewesen, von Draco so abgewimmelt und von Matt nur doof angegrinst zu werden. Als ob das nicht genug gewesen wäre, traf ich beide in Geschichte der Zauberei am nächsten Tag. Matt, der neben mir saß, wandte sich von mir ab und flirtete per Blickkontakt mit Juliana, die ich immer weniger leiden konnte, warf ihr mit verliebtem Blick Zettelchen zu und zwinkerte einmal Astoria zu. Da blieb mir dann endgültig die Luft weg. Als ich wieder ein bisschen Atem fand, fuhr ich ihn an: "Spinnst du? Wie lang willst du das noch durchziehen, merkst du eigentlich, wie dumm du dich aufführst?" Matt drehte sich um und musterte mich wie eine Fremde. "Wer bist du, dass du mein Leben bestimmen willst?", fragte er mit Verachtung und Distanz in der Stimme. "Deine beste Freundin", sagte ich und mein Herz brach in zwei Teile. Er zog amüsiert eine Augenbraue hoch. "Du." Knack. Vier. Matt spielte gelassen mit seinem Stift. "Astoria ist meine beste Freundin." Krrrrrrk. Acht. Dass mein Herz durch seine Worte noch weiter brechen konnte, hätte ich nicht gedacht. Ich presste die Lippen zusammen und atmete durch die Nase. "Du hast also alles aufgegeben, was dir jemals wichtig war?", fragte ich schließlich. Keine Reaktion. Er drehte den Stift zwischen seinen Fingern und starrte auf die Tischplatte. Ich sah ihn an, wartete auf eine Antwort. Seine Augen wirkten verändert, alles an ihm wirkte anders. Dieser Junge war nicht der Matt, den ich kannte, und viel schlimmer... "Du bist nicht du selbst", flüsterte ich und spürte, dass mich gleich die Beherrschung verlassen würde. Ich durfte jetzt nicht heulen. "Das bist nicht du, Matt", brachte ich hervor und drehte mich wieder zur Seite. Den Rest der Stunde schenkte ich ihm, so schwer es auch war, keinen Blick mehr. Draco saß auf der anderen Seite relativ nah an meinem Tisch und beobachtete Astoria. Schließlich drehte er den Kopf zu mir und sah mich an. Ich wich seinem Blick aus, merkte aber, dass er nicht locker ließ. Warum starrte der mich jetzt an? Er hatte mir doch ziemlich deutlich gezeigt, dass er mich ersetzt hatte (durch die Schlampenclique, wohlgemerkt). Was sollte dann das jetzt? Luke saß hinter Draco und musterte ihn und mich kritisch, das sah ich aus dem Augenwinkel. Mein Gott, Luke. Ich war so froh dass er da war. Ich verlor Matt an Juliana und Draco an Astoria, beide stellten sich früher oder später gegen mich und meine Freunde, gegen ihre frühere Clique... Beide wollten nichts mehr mit ihren wirklichen Freunden zu tun haben. Nicht mit denen, die so taten, als würden sie Draco und Matt wirklich mögen und treu unterstützen oder so was, neeein. Wir waren die gewesen, die immer da waren, ihnen immer zur Seite gestanden waren und mit denen sie innerhalb eines Jahres als Clique die beste Zeit ihres Lebens gehabt hatten. Und mit Matt und Draco war ich quasi aufgewachsen. Matt kannte mich sein ganzes Leben. Und jetzt warf er mich einfach weg? Das war nicht nur komplett unnachvollziehbar, sondern tat auch echt weh. Ohne Luke... wäre ich jetzt am Ende. So richtig am Ende. Luke war WIRKLICH immer für mich da und auch jetzt. So was waren Freunde, auf die man Wert legen sollte. Das wusste ich. Aber ich konnte Draco und Matt nicht einfach gehen lassen. Ich warf Draco einen verletzten, aber selbstbestimmten Blick zu und packte meine Sachen ein, als es klingelte. Nach der Horrorstunde des Jahres traf ich auf dem Gang auf Luke, in den ich mal wieder schwungvoll reinrasselte. Das war typisch ich, ich rannte einfach immer in alles und jeden rein, sobald ich aus irgendeinem Raum trat. Ich taumelte und verlor das Gleichgewicht. Luke lachte und hielt mich fest, indem er beide Arme um mich schlang. Luke hatte ziemlich muskulöse Arme- by the way. Also, wenn er mich festhielt, hatte ich jedenfalls wenig Chancen zur Flucht. Und das tat er eben. Etwas zu fest. "Kannst du mich bitte wieder loslassen?", zischte ich. "Die gucken alle schon." Er sah sich flüchtig um und grinste. "Sorry." Dann gab er mich frei und ich lachte auf. "Auf dich ist wenigstens Verlass." Er schmunzelte und erwiderte mit demselben Grinsen: "Treue Freunde stehen dir immer zur Seite- auch wenn du aus dem Klassenzimmer nach draußen in den Flur fällst." Wieder musste ich lachen. Luke hatte diese Art.. diese eine Art, mich glücklich zu machen. Ich hakte mich lächelnd bei ihm unter und zog ihn in Richtung Hof. "Komm. Lassen wir die trüben Gedanken mal draußen ein bisschen abklingen." "Was für trübe-", protestierte er, doch ich lachte so laut los, dass der Rest seines Satzes unterging, und zog ihn mit mir, bis er mir lachend nach draußen folgte. "Ahh. Frischluft." Luke atmete tief ein und das Grinsen auf seinem Gesicht wurde breiter. Lächelnd sah ich ihm zu und ließ ebenfalls die frische Energie durch meinen Körper strömen. Leichter Wind wehte mir die Haare ins Gesicht, was bei meinen Haaren einfach nur nervig ist. Luke neben mir wandte mir den Kopf zu und lächelte, was ih verschwommen wahrnahm. Mein Blick war nach vorne gerichtet, irgendwann schloss ich die Augen. Ich ließ den Wind um mich wehen, das Gekrächze der Vögel auf dem Hof an mir vorbeiziehen und die milde Sommerluft durch meine Atemwege strömen. Es war schön, irgendwie meditativ.. einfach entspannend, hier neben Luke auf der Mauer zu sitzen, einfach unbesorgt, ohne irgendwelche alltäglichen Probleme... Und ich genoss es, als Luke mich an sich zog und ich mich an seine Schulter kuscheln konnte. Luke war das bequemste Kissen der Welt. Nicht mal Draco konnte da mithalten und mit Draco hatte ich oft so hier gesessen.. Nicht an Draco denken, schärfte ich mir ein. Das würde alles noch früh genug auf mich zukommen. Für heute konnte das jetzt warten. Luke strich mir über den Kopf und sein einer Arm lag auf meinen Schultern. Die Mittagspause verbrachten wir beide ohne Essen und ohne Bewegung. Einfach hier sitzend, auf der Mauer. Mehr brauchten wir wohl gerade nicht.. nur uns. Es fühlte sich so vertraut an.. so aufgehoben.. so sicher... Mein Kopf lag auf Lukes Schulter und meine Augen waren längst zugefallen, während ich seine sanften Berührungen genoss, wie er mir durch die Haare fuhr, wie er über meine Schulter strich und seine Hand auf meinem Rücken ruhen ließ. Wie er meine Hand in seine nahm und festhielt. Und dabei immer wieder den anderen Arm um meine Taille gelegt hielt, wie um mir die Botschaft zu vermitteln: "Alles wird gut." Nein- Alles IST gut. Wir haben uns. Scheißegal, was andere machen, solang wir uns haben und uns vertrauen können und solang wir noch füreinander da sind.. so lang ist alles gut. Er strich sanft über meinen Arm. Es fühlte sich gut an. Ich hatte noch jemanden, der für mich da war. Jemanden, dem ich wichtig war und dem ich die Welt bedeutete. Und ich hatte noch jemanden, bei dem ich mich wohl fühlte. Von dem ich mich nicht nur geliebt fühlte, sondern bei dem ich gerne war. Der mir etwas bedeutete. Und mir wurde klar, dass Luke der einzige war, der mich nicht verlassen hatte. Der einzige meiner "engen" Freunde. "Was fühlst du? Wenn du an Draco denkst?", fragte Luke mich plötzlich aus dem Nichts heraus. Ich hob den Kopf. Etwas ratlos sah ich vor mich auf die Pflastersteine des Schulhofs. Ein paar Sekunden vergingen, bis ich antwortete: "Wut. Enttäuschung. Große... Enttäuschung. Ich bin wütend, weil er mich sitzen gelassen hat.. uns alle." Luke machte "Hm" und streichelte weiterhin meinen Kopf, während ich mich wieder an seine Schulter schmiegte. Freunde wie Luke waren Gold wert. Nein- unbezahlbar. "Und allgemein?", fragte er dann. Jetzt war ich etwas verwirrt. Nach kurzer Bedenkzeit antwortete ich ehrlich. "Ich liebe ihn." Ich spürte, wie Lukes Arm sich anspannte. Wie angriffsbereit. Obwohl ich mich wunderte, fragte ich mich nicht weiter, ob das irgendwas bedeuten sollte. "Du liebst ihn." Ich schluckte. "Ja." Niemand außer Luke wusste das. Nicht mal Matt hatte ich es anvertraut.. und Matt liebte ich genauso, aber doch irgendwie anders. Freundschaftlich. Und auch Luke liebte ich so. Da war ich mir inzwischen sicher. Luke stand mir einfach immer zur Seite, egal was passierte, und egal wieviele Probleme er vielleicht selbst hatte. Er strich mir weiter über den Kopf und hielt mich mit seinem freien Arm fest. Sein Blick wirkte nachdenklich, als ich für einen Moment hochsah. Dann kuschelte ich mich wieder an seine Schulter und schloss die Augen. Minuten vergingen, gefühlte Stunden. Schließlich, als ich fast einschlief, küsste mich Luke sanft auf die Stirn und flüsterte durch meine Haare und seine Umarmung in mein Ohr: "Ich liebe dich, Vic." Ich zuckte zusammen. Nur ganz leicht, höchst angespannt, um nicht zu verraten, dass ich wach war. Ich war mir nicht sicher, ob Luke wollte, dass ich das gehört hatte. Tage später traf ich mit Draco auf dem Gang zusammen. Irgendwie hatte ich ja wirklich ein Talent, gegen meine Freunde zu rennen. Auch wenn ich Draco inzwischen nicht mehr zu meinen Freunden zählte. "Sorry", sagte ich kurz angebunden und wandte ihm den Rücken zu. "Warte." Ich hielt abrupt an. Draco redete wieder mit mir. Das war ja was ganz Neues. Langsam drehte ich mich zu ihm um, ohne eine Miene zu verziehen. "Bin ich es wieder wert, Worte mit mir zu wechseln?" Dracos Blick zeigte Verletzlichkeit. Und fast hätte ich mir eingebildet, darin Reue zu sehen, doch dann fiel mir ein, dass man so ein Verhalten nicht entschuldigen konnte. "Was ist?", fauchte ich ihn an. "Wenn du was sagen willst, dann tu's. Oder lass mich einfach in Ruhe, so wie du es doch eh am besten kannst." Draco packte meinen Arm und ich war zu schwach, um mich aus seinem Griff zu ziehen. "Was soll das?", zischte ich gereizt. Er holte Luft. Seine Gesichtszüge entspannten sich etwas, er wirkte dennoch kontrolliert, als er zu sprechen begann. "Ich will nicht, dass das so ist, Vic." Für einen Moment ließ er locker und ich riss mich los. "Du hast kein Recht mehr, mich Vic zu nennen. Und ach ja, denk nicht, dass du es je wiederbekommen könntest." "Genau das meine ich", sagte Draco leise. "Ich will nicht, dass es so zwischen uns ist." Er trat einen Schritt näher. Ich wich zurück, doch er hatte offenbar wirklich noch etwas zu sagen. "Ich vermisse dich, Vic. Du kannst dir wahrscheinlich nicht vorstellen, wie du mir das jemals glauben sollst, und das verstehe ich. Ich hab echt Scheiße gebaut. Aber ich bitte dich, mir noch einmal eine Chance zu geben... Ich weiß, dass du mich noch viel zu sehr magst, um mich aufzugeben." "Ich mag dich nicht mehr", fauchte ich. Jetzt lachte er kurz, doch es klang schrecklich gequält. "Du kannst mich nicht loslassen. Ich bedeute dir immer noch zu viel." Leicht nervös sah ich zu ihm auf, nachdem ich die ganze Zeit versucht hatte, ihm nicht ins Gesicht zu schauen. Als ich es jetzt tat, kam der ganze Schmerz in mir zusammen. Draco kam wieder näher und ich ließ zu, dass er eine Hand an meinen Arm legte. "Wir sind zusammen, Vic, Astoria und ich", flüsterte er und fast konnte ich ein Grinsen sehen, bevor er mir ins Ohr hauchte: "Sie ist der wichtigste Mensch für mich." Mühsam versuchte ich mich zu beherrschen und schluckte meine Verzweiflung hinunter. "Schön für euch. Warum erzählst du mir das? Willst du mir noch einmal und noch einmal unter die Nase reiben, dass ich einen Freund verloren habe?" Draco sah plötzlich bestürzt aus. "Es tut mir leid." Schlicht und einfach. 'Es tut mir leid.' Ich zitterte und versuchte, ruhig zu atmen. "Draco, wenn du das ernst meinst-" "Tu ich", beteuerte er und seine Augen verrieten mir, dass er es ehrlich meinte. Ich schluckte. "Dann verzieh dich." Mit einem Schlag wurde sein Gesicht wie aus Stein. "Was?" "Ich sagte", wiederholte ich, "verzieh dich." "Das kannst du nicht tun." Mein Blick verhärtete sich. "Oh doch, und wie ich das kann. Du weißt doch, dass es für uns alle das beste ist. Du hast uns verlassen -mich-, un mit Astoria zusammen zu sein, und wir gewöhnen uns an ein Leben ohne dich. Es ist für uns alle besser, wenn du mir aus dem Weg gehst." "Ich wollte nie, dass unsere Freundschaft vorbei ist!", begehrte Draco auf, doch ich fuhr ihn an. "Dann hättest du besser darauf aufpassen müssen!" Er zuckte zusammen. Langsam bewegte er sich zurück, entfernte sich millimeterweit von mir, in seinem Gesicht der Schock stehend. "So ist das also." Ein weiterer Schritt nach hinten. Ich versuchte kalt zu bleiben, obwohl es mich innerlich in Stücke riss. Und das Schlimmste war, dass Draco das wusste. "Ich wollte, dass du es weißt, Vic", sagte er. "Du solltest wissen, dass es mir leid tut." Meine Hand verkrampfte sich. "Ich versuche es zu verstehen." Seine Augen waren dunkel geworden, das passierte immer, wenn er richtig am Ende war. Dass ich die Person war, die dafür sorgte, war noch nie passiert. Er nickte mir zu und verschwand. Wie um zu zeigen, dass wir uns nichts mehr zu sagen hatten. Und ich brach zusammen und ließ mich an der Wand zu Boden sinken. Es war Luke, der mich so fand. Kaum hatte er mich entdeckt, stürzte er mit wenigen Schritten auf mich zu und nahm mich in den Arm. "Schh", murmelte er beruhigend. "Ich bin hier, alles wird gut. Ich bin da." Er wusste, wie wenig solche Worte in diesen Momenten eigentlich aussagten und wie viel sie doch bewirken konnten. Er hob mich vorsichtig hoch und trug mich sanft auf seinen Armen in den Gemeinschaftsraum. Luke war loyal. Im Gegensatz zu Draco, schoss es mir durch den Kopf, und ich fing augenblicklich wieder an zu weinen. Er setzte sich neben mich, ließ mich meinen Kopf an ihn lehnen und hielt mich mit beiden Armen. Luke gab mir so ein Gefühl von Sicherheit, dass ich bei keinem anderen je gefühlt hatte, nicht mal bei Matt oder Draco. Draco war... nur immer für mich da gewesen, so wie Luke es jetzt tat. All das hatte eigentlich immer Draco für mich getan. Und nie war er der Grund dafür gewesen. Sanft strich Luke mir über den Kopf. "Red mit mir, wenn du was loswerden willst", flüsterte er und sah mich mit fürsorglichem Lächeln an. Ich konnte nicht aufhören zu weinen, immer wieder schluchzte ich vor mich hin und es war mir so egal, dass im Gemeinschaftsraum noch andere waren. Die kannte ich alle nicht und so würden sie mich auch nie kennenlernen. Ich war immer die coole Vic, nie imstande, mal solche Emotionen rauszulassen, und Draco hatte mir geholfen, damit umzugehen. Mir gezeigt, dass ich es doch konnte. Dass es okay war, dass ich solche Gefühle zeigen konnte. Dass ich es tun musste. Und so hatte Draco mich als verletztlich gesehen und war der Mensch geworden, der mich so kannte und dem ich mich vollkommen anvertraut hatte. Nichts gegen Luke, der das mindestens genauso gut machte. Aber jemanden zu verlieren, war immer scheiße. Leider machte es mich angreifbar, so loyal zu sein. Das war die Schwäche meines kalten Wesens. Loyalität war meine größte Stärke und so meine größte Schwachstelle. Bei Luke fragte ich mich manchmal immer noch, warum er in Slytherin war, denn er war weder so eine falsche Schlange wie Matt und Draco noch so ein eingebildeter Arsch wie Juliana und Astoria. Bei ihm musste es aber ganz klar ebenfalls die Loyalität sein, denn Luke hatte seine Freunde noch nie hängen lassen. Und das selbst in einem Streit. Wir waren mal Zeugen geworden, wie er sich mit Ex BFF Marc -ja, unserem Marc- so verkracht hatte, weil der eben ein bisschen komplizierter als Luke war, dass sie sich gegenseitig eigentlich hatten umbringen wollen, doch Luke hatte die ganze Situation selbst wieder gerettet. Heute waren sie zwar nicht mehr beste Freunde und ich hatte mich auf die Seite von Luke geschlagen, weil Marc und ich nie so eng gewesen waren, doch wir verstanden uns alle wieder blendend. -Plötzlich kam die Person an die Couch, mit der ich am wenigsten gerechnet hätte. Nach Juliana und Astoria, die vielleicht sogar Spaß gehabt hätten, sich an meinem Leid zu erfreuen. Ich hob den Kopf. "Matt?" Er verzog die Mundwinkel zu einem verlegenen Lächeln. Dann setzte er sich vor mich. Er nahm meine Hand, doch ich zog sie sofort wieder weg. "Spinnst du? Was ist denn mit dir jetzt falsch", grummelte ich und wich seinem Blick aus. An den Verlust von Matt musste ich nicht auch noch erinnert werden, er war immer mein bester Freund gewesen. Nicht so, wie ich für Draco empfunden habe, sondern eben ein wirklich treuer bester Freund, rein freundschaftlich und so... ach egal, ich konnte mich da nicht mehr rausreden. Matt zu verlieren hätte, wenn ich zugelassen hätte darüber nachzudenken, noch mehr weh getan. Klar, in Draco war ich verliebt- ich mochte ihn so sehr, dass ich mich richtig eng an ihn gebunden hatte.. ich hatte sehr starke Gefühle entwickelt. Aber Matt war eben seit so vielen Jahren mein bester Freund gewesen.. und jetzt saß er hier vor mir auf dem Boden und log mir direkt ins Gesicht. "Es tut mir leid", begann er. Ja, klar, dachte ich und verdrehte innerlich die Augen. Wer's glaubt, wird selig. "Es tut mir leid, dass ich dich wegen Juliana vernachlässligt habe. Dass ich bei den Lästergruppen dabei war und nichts gegen sie unternommen habe, was ich eigentlich hätte tun sollen, ich weiß. Dass ich Astorias falsches Spiel nicht durchschaut habe- sie wollte die ganze Zeit an Draco ran. Sie dachte, über mich und Juliana könnte sie an dich rankommen, eigentlich wollte sie sich dann bei dir einschleimen, damit du ihr ein Date mit Draco klarmachst, das hat sich dann aber erledigt, als ich mich von dir.. entfernt habe. Wofür ich mich wirklich entschuldigen möchte." Da er gerade eine Pause machte, sagte ich: "Du weißt, dass ich dir nicht einfach eine zweite Chance geben und so tun kann, als wäre das nie-" "Das weiß ich", unterbrach er mich und seine braunen Augen brannten vor Schuldbewusstsein. "Ich will nur, dass du mir vergibst. Wenn du willst, tu ich alles für einen Neuanfang, aber ich lass dich auch in Ruhe, weil ich verstehen würde, wenn du mich nie wieder sehen willst. Auch, wenn es mir das Herz brechen würde, meine beste Freundin zu verlieren." Er sah mich mit tieftraurigem Blick an. In meinem Kopf ratterte es. Ich kannte Matt lang genug und konnte einschätzen, wann er log. Wenn er nicht gerade einen Crashkurs bei Astoria gekriegt hatte, konnte ich ihm das hier glauben. Ich beschloss, ihm diese Chance zu geben, weil ich wusste, dass er sie verdiente. Was auch immer mit ihm los gewesen war, jetzt war er wieder der treue Matt, den ich immer gekannt hatte. Ich lächelte und als er nach einem kurzen Moment realisierte, dass ich ihm vergeben hatte, fielen wir uns in die Arme. Wenigstens etwas Gutes heute. Noch während ich ihm in den Armen lag, rollten wieder ein paar einzelne Tränen über meine Wangen. Matt drückte mich fester an sich und flüsterte: "Und ich werde versuchen, Draco von dem gleichen zu überzeugen. Ich rede mit ihm. Wenn ich ihn zu dir zurückbringen kann, kannst du mich vielleicht wieder leiden." Ich vergrub mein Gesicht an seiner Schulter und schniefte, hörte aber nicht auf zu lächelnd und strahlte erst recht glücklich vor mich hin, als ich Luke vor mir stehen und mich liebevoll anlächeln sah. "Ich will einfach meinen besten Freund zurück", murmelte ich und drückte Matts Hand. "Die Sonne ist untergegangen", sagte Matt und zerstörte damit einfach den ganzen Moment. Ich drehte mich zu ihm und warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu. "Du hast es kaputt gemacht." Er hob die Hände. "Sorry." Dann grinste er wieder und mir blieb nichts anderes übrig, als zu lachen. Ich hatte jedes Recht darauf, ich war glücklich, nach einer gefühlten Ewigkeit hatte ich meinen besten Freund wieder. Und Draco.. das war mir egal. Solang ich Matt wieder auf meiner Seite hatte. Und ich rechnete zwar nicht damit, dass Draco auf ihn hören würde, aber mit einem gegen uns weniger war er schon mal einen Schritt weiter auf dem Weg zur Vernunft. Und selbst wenn nicht- dann nahm Matt eben seinen Cliquenplatz ein. Pech gehabt. Im Hinterkopf hatte ich lediglich Luke. Früher oder später würde ich Matt sagen müssen, wie ich für Luke empfand. Luke war mir nie von der Seite gewichen.. Also lieber früher als später. Gerade machte ich den Mund auf, als Matt mir zuvorkam: "Du brauchst dich niht zu rechtfertigen. Und du musst nichts erklären. Ich verstehe es." Überrascht machte ich den Mund wieder zu. "Du- äh, wir reden vom gleichen, oder?", hakte ich sicherheitshalber nach- etwas irritiert. Aber Matt lachte und nickte einfach und in mir löste sich ein Knäuel aus Angst um Matts Gefühle und Angst um unsere neu wiederhergestellte Bindung. "Ich wollte dich nie verletzen", sagte ich leise. Er winkte ab. "Alles okay. Ich muss damit leben, es ist wohl gerechtfertigt, wenn man überlegt, was für ein Arsch ich war." Ich lachte. Irgendwo hatte er ja Recht. Dann fuhr er fort. "Also.. Es ist okay so. Solang ich meine beste Freundin wieder habe und nicht diese Hexe Astoria, die mich nur ausnutzt -genau we Juliana-, dann ist für mich alles in Ordnung. Ich hab euch beobachtet. Und es ist okay für mich." Ich stutzte. Wovon genau- Er grinste. "Ich war vielleicht blöd, aber nicht blind. Ich hab gesehen, was zwischen euch läuft." Jetzt brauchte ich einen Moment, um zu verstehen was er meinte, dann brach ich in Lachen aus. "Ähm... zwischen Luke und mir läuft nichts." Matt zog eine Augenbraue hoch. Ich lachte erneut. "Ja wirklich, ich meine.. wir sind gute Freunde, sehr gute sogar, und er war immer für mich da und dafür liebe ich ihn... aber wir sind nicht SO." Matt packte meine Hand und sah mich sanft an. "Und genau das meine ich. Zwischen euch entwickelt sich gerade was und ich werd euch das nicht zerstören." Ich fasste mir an den Kopf und presste die Augen zusammen. "Wie.. wie meinst du das, zwischen uns.. da ist nichts, wir..." In dem Moment hatte ich das höllische Verlangen, von der Mauer hinunterzuspringen und mich im See zu ertränken. Weil ich erkannte, dass er Recht hatte. Seit wann lief das so mit Luke und mir? "Wie.. okay, du hast vielleicht recht. Auch wenn es von mir nie beabsichtigt war." Matt grinste. "Nicht? Luke sieht da aber ganz anders aus." "Luke ist... Gott." Wieder fasste ich mir an die Stirn und versuchte nicht durchzudrehen. "Luke ist immer bei mir. Er liebt mich genauso wie ich ihn. Wir-" "Ich würde sagen, sogar mehr", stellte Matt mit einem verschmitzten Lächeln fest. "Denn wenn du sagst, du empfindest nur freundschaftlich für ihn, dann ist das, was er fühlt, mindestens einen Heiratsantrag wert." Ich wandte den Blick von ihm und starrte vor mich auf meine Füße. Was, wenn Matts Worte mehr als wahr waren? "Vic." Luke kam mir auf dem Gang entgegen. "Da bist du ja." "Luke.. es ist gerade erst dunkel geworden", wehrte ich ab und versuchte mich aus seiner Umarmung zu winden. Ich brauchte Denkzeit. Er grinste. Wie ich dieses Grinsen liebte. "Ich weiß, und ich trau dir auch einiges zu. Aber ich fühl mich irgendwann einsam ohne dich." "Du bist echt ne Klette", sagte ich ironisch und hakte mich lächelnd bei ihm unter. Er lachte, als wir zusammen Richtung Gemeinschaftsraum gingen. Draco tauchte auch darin auf. Welch ein Wunder. Mit.. ohne Astoria. Ich zog eine Augenbraue hoch und beäugte ihn misstrauisch. "Wo ist denn Dracos Clique abgeblieben?", fragte Luke mich in dem Moment. Er merkte echt alles. Ich zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung. Sieht aus, als wäre er mal allein hier." Luke kniff die Augen zusammen. "Das ist doch nicht normal. Ein Draco Malfoy in seiner Astoria-Clique steht unter normalen Umständen nicht einfach abends allein im überfüllten Gemeinschaftsraum." Ich schaute zu Boden. Die Erwähnung ihres Namens verpasste mir noch immer einen Stich. Luke sah sofort zu mir. "Hey, tut mir leid", sagte er gleich und hob mein Kinn mit einer Hand hoch. Er drehte mein Gesicht ihm zu und lächelte. Ich erwiderte es schwach. Dann ließ er mich los und behielt Draco im Auge. "Weißt du, was das Gute an unserem einzelgängerischen Freund ist?", fragte er mich, ohne ihn aus den Augen zu lassen. Ich schüttelte den Kopf und sah ihn an. "Verrätst du's mir?" Zufrieden grinsend ließ er seinen Arm sinken, mit dem er sein Glas gehalten hatte, und zog dem anderen von meinem Rücken weg. "Man hat Chancen auf eine gleichberechtigte Konfliktlösung." Er stellte das Glas ab, rieb sich die Hände und verschwand schneller in der Menge, als ich gucken konnte. Zum Glück kam Matt gleich zu mir, sonst hätte ich wie das vom Date verlassene kleine Mädchen ohne Freunde und ohne Sexappeal ausgesehen. Ultra-peinlich. Luke hatte Draco erreicht. "Was hat er vor?", flüsterte ich Matt zu und er erwiderte leise: "Diesmal hab ich echt absolut keine Ahnung." Wir sahen ihn mit Draco reden. Dann krempelte Luke seine Hemdärmel hoch und ließ seine muskulösen Arme zum Vorschein kommen. Ich krallte mich in Matts Unterarm. "Er wird sich doch nicht mit ihm prügeln, oder? Hier? Vor allen, und, ich meine- prügeln? Ernsthaft?" Matt zog unwissend die Schultern hoch und lachte. Ich boxte ihn in die Seite. "Das ist nicht lustig." Doch er lachte nur weiter und legte mir einen Arm um die Schulter. Ich stöhnte. "Jungs. Warum müsst ihr alles immer mit Gewalt lösen." Jetzt sah ich aus wie eine Schlampe, die sich nach dem ersten Date gleich einen anderen Blondie geschnappt hatte. In die Situation, Luke von einer Prügelei abhalten zu müssen, kam ich an dem Abend glücklicherweise nicht mehr. Luke hatte tatsächlich nur mit Draco geredet und es allen Ernstes geschafft, mit ihm eine Art Deal auszuhandeln. -"Ein Neuanfang? Ernsthaft?" Marc war entrüstet und Blaise neben ihm schnaubte und schlug schon zun dritten Mal die Faust auf den Tisch. "Nein. Kommt nicht in Frage." Luke rollte mit den Augen, setzte ein Grinsen auf und erklärte noch einmal. "Draco hat Stress mit Juliana. Sie denkt, er hätte Matt irgendwelche Gerüchte erzählt und würde die Clique verraten." "Weil ich mich sonst natürlich niemals einfach so von dieser verlogenen Schlampe getrennt hätte", steuerte Matt bei, der sich entspannt in seinem Stuhl nach hinten legnte und grinste. "Ganz genau", gab Luke ihm recht und hielt ihm die Hand hin, in die Matt lachend einschlug. "Dann jedenfalls", fuhr Luke fort, "wurde er von der Clique ein bisschen gemobbt und war deswegen heute erst mal auf Abstand. Er hat zwar wieder nur behauptet, er würde seine alten Freunde vermissen und es täte ihm leid, also nichts von wegen er trennt sich von der Clique und so, aber ich habe beschlossen, dass es ein Anfang ist. Und gerade du, Marc, solltest es in Dracos Namen zu schätzen wissen, wenn man trotz eines Fehlers eine neue Chance bekommt." Marc senkte erst den Kopf und lächelte dann kurz. Blaise, der während Lukes Vortrag auf die Tischplatte gestarrt hat, nickte jetzt skeptisch. "Wenn Draco sich echt bewährt, kann er meinetwegen wiederkommen. Mir fehlt mein alter Kumpel." Ich lächelte erleichtert auf. Matt, der frischgebackenes Cliquenmitglied war und vor Freude noch schier glühte, nickte eifrig. "Ich bin dabei." Ich legte meine Hand auf den Tisch und die anderen legten ihre darauf übereinander. "Ich auch", sagte ich und schluckte. "Wenn es darum geht, Draco zurückzubekommen, lasse ich mir den einen Versuch nicht entgehen." "Dann ist es beschlossen?", fragte Matt in die Runde. Alle nickten. Ich holte Luft. Okay. Dann startete am nächsten Tag Mission Neuanfang. Lukes nachdenklichen Blick in meine Richtung hatte ich nur aus dem Augenwinkel gesehen. Ich rannte auf ihn zu. "Drace!" Er fuhr herum. "Du erschreckst mich jedes Mal, wenn du meinen Namen rufst. Was gibt's?" Ich weiß", sagte ich lachend. "Es ist dringend. Ich hab Geschichte der Zauberei nicht gemacht. Hast du's?" Er schüttelte den Kopf. "Sorry. Absolut kein Plan, was der da von uns wollte." "Ok, naja, egal", erwiderte ich und grinste. Er erwiderte das Grinsen, dann drehte er sich weg. "Danke", rief ich ihm hinterher, als ich verschwand. War das eigentlich seine Absicht? Ich hatte beschlossen, den Neuanfang so unvoreingenommen wie nur möglich durchzuziehen. Und ich gab mir echt Mühe, nicht verstellt zu wirken, obwohl mir echt gar nicht nach "Drace hier, Drace da, Drace tralala" war. Aber er hatte nun mal Recht. Ich liebte ihn zu sehr, um loszulassen. Vielleicht deutlich mehr, als er selbst wusste. Aber was er jetzt abgezogen hatte, war für mich ein Beweis gewesen, dass er es so sehr versuchte, dass er so tat, als wären wir nie eng gewesen. Vielleicht etwas kompliziert.. und unlogisch.. und total nicht nachvollziehbar.. aber das war es, wie ich mich fühlte. -Ich hatte genug Schwierigkeiten. Luke warf mir nicht nur in Dracos Nähe überfürsorgliche Blicke zu, sondern beobachtete mich auch im Unterricht, wenn mir nun wirklich keine Gefahr drohte. Matt meinte, er sei nicht besorgt, sondern eifersüchtig, aber ich wusste, wie viele Sorgen Luke sich um mich machte. Ich war nach allem seine beste und einzige Freundin, und für mich war es Zeit, ihm das zurückzugeben. Doch so sehr ich mich weigerte, das einzusehen, ich machte mir zunehmend Gedanken, was uns erwarten würde, wenn seine Gefühle für mich wirklich über Freundschaft hinausgehen würden. Meine Aufmerksamkeit wandte ich daher Draco zu. Schließlich war ich immer noch in ihn verliebt, und unabhängig davon, was ich für Luke empfand oder was da jetzt "zwischen uns war", wie Matt es nannte, wollte ich Draco wiederhaben und das war jetzt meine Hauptaufgabe. Matt bot sich freundlicherweise freiwillig an, Luke unauffällig zu beobachten, um besser herausfinden zu können, was der nun für mich empfand - oder auch nicht. Ich glaubte einfach nicht, dass es so war. Vielleicht wollte ich es auch nicht glauben.. weil ich Angst hatte, ihn zu verletzen, indem ich meine Gefühle für Draco offenbarte... "Oder du hast Angst, dass du tief im Inneren eigentlich auch Gefühle für mich hast", sagte Luke. "Du hast nicht Angst, mich zu verlieren, weil du Draco liebst. Du hast Angst, uns beide zu lieben, weil du, wenn du ganz ehrlich zu dir bist, weißt, dass es so ist." Er kam näher und setzte sich auf meine Bettkante. Ich konnte nur daliegen und ihn ansehen. "Du willst keine Gefühle für mich haben", flüsterte er und strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. "Du willst sie unterdrücken, weil du sonst nicht weißt, wen du wählen sollst." Er beugte sich zu mir hinunter. Mein Atem beschleunigte sich, ich spürte seine Hand an meinem Kinn- Ich schreckte hoch. Hektisch sah ich mich um, dann atmete ich beruhigt aus. Ein Traum. Es war nur ein Traum. Angespannt legte ich mich wieder auf den Rücken und schloss die Augen. Genug von Träumen über Gefühle. Doch es kam noch schlimmer. Die restliche Nacht träumte ich von einem Kuss mit Luke. Leidenschaftlich, intensiv... romantischer als Draco es je tun könnte. Und ich spürte jedes Härchen auf seinen Armen und dann, wie er mein Gesicht hielt und ich meine Arme um seinen Hals schlang und mich an seinem Rücken festhielt... Und das Gruseligste war, dass es mir echt gefiel. Noch nie war es schwerer für mich gewesen, jemanden normal zu behandeln, als heute. Und gerade Luke- meinen besten Freund. Aber nach diesem Traum war es einfach anstrengend, ihn nicht so wahrzunehmen, wie er sich in meinen Kopf geschlichen hatte, sondern in der Realität verankert zu bleiben und ihn nicht auffällig komisch zu behandeln. Matt half mir dabei- jetzt, wo ich niemanden hatte, mit dem ich über alles reden konnte, ohne zufälligerweise gleichzeitig in ihn verliebt zu sein, kam es mir erst recht gelegen, dass Matt wieder für mich da war. In Luke war ich offenbar tief im Unterbewusstsein doch verliebt. Oder ich liebte ihn. Oder keine Ahnung was, aber darauf durfte ich mich gerade wirklich nicht konzentrieren. Luke hatte mit Draco ausgehandelt, einen Neuanfang zu starten und, obwohl er genau wusste, was Astoria für eine Bitch war, angeboten, dass wir sie ein bisschen kennenlernen könnten. Und Draco stünde es nun frei, mit beiden Cliquen etwas zu machen. Was als Dauerlösung echt scheiße war, aber einen möglichen Anfang bot, damit Draco doch zu uns zurückkehrte. Dazu kam es leider nicht. Ich rauschte voll in ihn rein und verlor den Halt. Als er mich auffing, lächelte ich entschuldigend. "Sorry. Absolut kein Plan, wie das passieren konnte." Er grinste. "Alles klar." Er setzte mich ab und hielt mir meinen Rucksack hin. "Bist du heute Nachmittag dabei?" Ich setzte meinen Unschuldsblick auf. "Wer kommt alles mit?" "Zabini, Nelly, Pansy, Astoria..", zählte er auf. Ich zog eine Augenbraue hoch und musterte ihn, während in mir der Zorn aufstieg. Innerlich kochte ich, äußerlich blieb ich ruhig. Es störte mich trotz Deal und wasweißichwas enorm, ihn an Astoria verlorem zu haben. Erstens war er mit der Schlampe offenbar immer noch zusammen, und zweitens hatte er MICH und seine Clique für sie nicht nur zeitweise aufgegeben -und das auf eine wirklich unfreundschaftliche Art-, sondern steckte jetzt auch noch nach wie vor mehr in seiner neuen achsotollen Astoria-Clique. Wann merkte der Junge endlich, was das für ne ***** war? Klar stand sie auf ihn und bla, aber er konnte doch nicht allen Ernstes erwarten, dass das was.. nun ja, Ernstes werden würde. In wenigen Wochen wäre es vorbei, sobald sie einen neuen, heißeren Typen treffen würde. Super. Gratuliere, Draco, toll gemacht. Herzlichen Glückwunsch für deinen miserablen Sinn für Frauen. Ich hätte gar nicht erst damit rechnen sollen, dass mein Frust und meine Verbitterung über Dracos Verhalten von niemandem bemerkt werden würde. Dafür gab es meine Clique, sie kannte mich und sie wusste, wann mit mir was falsch war. Gerade Matt und Luke, die natürlich alles merkten. Gerade sah ich hinter Matt Luke auf mich zukommen, der dann mit einem etwas erstaunten und finsteren Gesicht doch wieder kehrt machte und Matts Rücken mit Blicken durchlöcherte. Mir wurde klar, dass er eifersüchtig war. Sofort stieß ich Matt, der mit mir über meine Gefühle und so einen Scheiß reden wollte -weiß ich doch selbst nicht, lasst mich alle in Ruhe mit euren Gefühlstherapien-, zur Seite und rannte zu Luke. Ich fiel ihm ohne Vorwarnung einfach in die Arme und obwohl er am Anfang erst etwas überrumpelt war, schlossen sich dann langsam seine Arme um meinen Rücken. Er küsste mich sanft auf die Stirn und legte dann sein Kinn vorsichtig auf meinen Kopf, wie wir es oft taten. Ich liebte Luke, das wurde mir in dem Moment bewusst. Und es stimmte vielleicht, was mein Traum gesagt hatte- dass ich Angst hatte, beide zu lieben und mich dann für einen entscheiden zu müssen. Ich wollte weder mir das antun noch einen von ihnen verletzen. Und da lag das Problem. Rein verstandstechnisch hatte Draco es mehr als verdient, verletzt zu werden, und eigentlich sagte mir mein aggressives Herz, dass ich Draco sein tolles neues Leben leben lassen und ihn vergessen sollte. Ich könnte sein Leben natürlich auch zerstören, sabotieren und alle töten, die er liebte. Aber eigentlich war es wirklich sinnvoller, ihn hinter mir zu lassen. Da war aber auch noch Luke. Und obwohl ich ganz einfach Draco abstempeln und zu Luke rennen sollte, konnte ich es nicht. Denn ich hatte gerade erst mit viel Mühe eingesehen, dass ich Luke liebte. Wie konnte ich da sofort ein Beziehung führen? Und da war immer noch Draco. Ich konnte ihn nicht loslassen, es ging einfach nicht. Und von Tag zu Tag tat es mir mehr leid, Lukes verletzte Blicke zu sehen, wenn Draco mir zulächelte und ich plötzlich glücklich war, obwohl dieser Arsch von Malfoy darauf überhaupt kein Recht hatte, weil er ein verdammter Verräter war und.. aaaahh. Kompliziert. Zu kompliziert, und zwar alles. Mir wurde Tag für Tag bewusster, wie sehr ich Luke liebte, und eigentlich war meinem Verstand klar, dass er der bessere Mann war. Aber mein Herz hatte das einfach noch nicht gefressen und ich hätte es eigenhändig zerquetschen oder operativ entfernen lassen können oder so, dafür dass es so grauenhaft und gemein war. Ich versuchte parallel zu meinem Freundschafts-Rückaufbau mit Draco, mehr Zeit mit Luke zu verbringen, aber das klappte nicht so recht. Da war ja auch noch Matt, der gerade erst wieder da war und den ich eben schon immer bei mir gehabt hatte.. Und für ihn war es bestimmt auch nicht toll, durch Luke ersetzt worden zu sein, aner das hatte Luke eben verdient. Weil er mich, im Gegensatz zu meinen vielen anderen sooo engen Freunden NIE hängen gelassen hatte. Und das tat er auch jetzt nicht- indem er mich machen ließ, was ich für nötig hielt. Er ging auf Abstand. Einerseits war ich ihm dankbar für diese Chance, meinen anderen Kram klären und mir erstmal selbst über meine Gefühle klar werden zu können. Andererseits wuchs meine panische Angst, ihn zu verlieren, von Minute zu Minute. Ich wusste, wenn ich Luke verlor, hatte ich alles verloren. Und das war der Punkt, an dem ich eigentlich hätte erkennen müssen, wer es wert war, für ihn zu kämpfen. Ende A: Luke Einen Tag später -ich hatte beschlossen, Luke diese grauenhafte Zeit nicht mehr zu verlängern- ging ich ihn suchen. Meinen einzig wahren, immer treuen und immer verständnisvollen besten Freund. "Luke?", rief ich und bog um die nächste Ecke. Jeden Gang hatte ich nach ihm abgesucht, wo steckte der Kerl? Ich wollte verdammt noch einmal mit ihm reden. Okay gut, eigentlich wollte ich ihn an mich reißen und küssen, aber erstmal war da ein Gespräch nötig und küssen würde ich ihn direkt danach, bevor ich es mir anders überlegte. Das war der Plan. Ich fuhr mir durch die Haare. So in etwa hatte ich es mir überlegt- kommen sollte es ganz anders. Ich fand Luke draußen bei den Hügeln, zwischen ein paar Steinresten, die in der Wiese rumstanden, ohne eine wirkliche Funktion zu haben. Heute dienten sie scheinbar als Prügelstätte. Meine Augen weiteten sich, als ich die Situation erfasste. Luke schlug auf Draco ein, der sich kaum wehren konnte, weil er von seinem deutlich stärkeren Gegner gegen einen dieser Steine gedrückt und dort festgehalten wurde. Während er verzweifelt herumzappelte, krachte Lukes Faust immer und immer wieder auf Dracos Wange, seine Arme und den Brustkorb. Es war schrecklich anzusehen. So hatte ich Luke noch nie erlebt und ich wusste, dass er nicht so war. Aber wenn er auf seine Ex-Kumpels wie auf Boxsäcke einschlug und ganz offensichtlich Aggressionen ablassen musste, dann war was an seiner Loyalität kaputt. Und das bedeutete, Luke war wirklich am Ende. Ohne länger zu überlegen und unnütze rumzustehen, während mein bester Freund meine angebliche große Liebe verschlug, rannte ich hinunter zu den beiden und riss Luke mit einer Energie von Draco los, ohne die ich das niemals geschafft hatte. Luke war unglaublich stark und selbst Draco, der zumindest nicht untrainiert war, hatte da absolut keine Chance. Kaum hatte ich Luke halbwegs im Griff, schlug ich ihm wie ein verzweifeltes Kind auf die Brust (für ihn vielleicht ein sanftes Kratzen) und fuhr ihn an: "Was soll das? Bist du komplett irre geworden?" Meinen Plan bezüglich klärendem Gespräch und Selbstbeherrschung hatte ich komplett verworfen. Draco, der noch etwas außer Atem war und schnappartig versuchte Luft zu bekommen, stand noch neben uns und starrte uns ungläubig an. "Seid ihr zusammen?", keuchte er plötzlich wie aus dem Nichts und ich zuckte zusammen. "Wie? Was? Nein. Quatsch." Ich sagte es in dem Tonfall wie "Ich und der prügelnde Idiot da? Haha, niemals" und leider hörte man das auch ziemlich gut durch. Während Draco unergründlicherweise schon viel regenerierter aussah, wurde Lukes wütendes Gesicht zu einer schmerzverzerrten Grimasse. Als ich wieder zu ihm hochsah, riss ich erschrocken die Augen auf. "Luke, nein, Luke, Luke, Luke, vergiss es, mach dir keine Vorwürfe, du bist durchgedreht, so was passiert jedem mal, alles wird gut, okay? Beruhig dich, es tut mir leid, ich, ich.. komm her." Ich versuchte ihn in den Arm zu nehmen, doch er stand am höheren Teil des Abhangs und ich sah keine Chance, auch nur einigermaßen an ihn heranzukommen. Er warf mir einen verbitterten Blick zu. Ich wurde zunehmend verzweifelter. "Luke, bitte.. bitte sprich mit mir." Endlich löste sich die Stille auf, aber nicht die unerträgliche Spannung, als er endlich antwortete. "Der da", sagte er auf Draco deutend und schnaubte verächtlich, "hat dir alles genommen, und trotzdem bist du verliebt in ihn!" Ich erstarrte. Draco stand noch immer direkt neben uns. Ich wagte es nicht, zu ihm zu schauen, denn er wusste, dass Luke recht hatte. Eigentlich sollte er mein Verhalten durchschaut haben, so gut, wie er mich kannte. Ich sah fassungslos in Lukes Gesicht. Meine Angst, ihn zu verlieren, war größer als die Verzweiflung, die ich jetzt empfand. Mir wurde klar, dass Luke mir durch die Blume eine einzige Frage gestellt hatte. 'Was muss ich tun, um von dir so geliebt zu werden wie er?' Ich schüttelte den Kopf und ging langsam zwei Schritte nach oben. Hügelaufwärts. Bis Luke und ich auf der gleichen Höhe standen. Dann legte ich meine Hände auf seine Unterarme, beugte mich langsam zu ihm vor und sah ihm so deutlich in die Augen, dass er mir das, was ich jetzt sagen würde, einfach nur glauben konnte. "Ich liebe dich auch, Luke", flüsterte ich. Während dieser Worte entspannte sich sein Gesicht schon etwas und sein Blick lag jetzt etwas ungläubig auf mir. "Du weißt nicht, wie sehr ich dich liebe", sagte er leise. Ich strich ihm über die Wange. "Doch." Und vor Dracos Augen, die weit aufgerissen waren, küsste ich ihn und legte alles, was ich für ihn empfand, in diesen Kuss. Ende B: Draco Ich suchte Luke auf, um mit ihm zu reden. Ich wusste, dass ich ihn liebte, doch solang Draco noch in meinem Leben war, würde ich mich von ihm nie losreißen können... Ich fand ihn draußen bei einer Prügelei mit Luke. Der ungefähr fünfmal stärker war, aber trotzdem schlug Draco sich nicht schlecht. Noch während ich das dachte, hättr ich mich selbst schlagen können, und ich rannte den Hügel hinunter, um die beiden endlich auseinanderzureißen. "Luke! Hör auf!", brüllte ich noch im Laufen. "Draco! Es reicht!" Als ich bei ihnen ankam, musste ich kurz verschnaufen. Dann zerrte ich sie, so gut es ging, auseinander. Also gar nicht. "Würdet ihr euch bitte loslassen?", keuchte ich und drängte mich zwischen sie (irgendwie war das möglich). Mürrisch grummelnd und Beleidigungen fluchend gingen sie ein paar Schritte auseinander. Aber auch ja nicht zu weit, wie um zu zeigen, dass sie jederzeit wieder zum Zuschlagen bereit waren. Ich verdrehte die Augen und versuchte, cool zu bleiben, was mir jetzt wirklich schwer fiel. Da standen die beiden, die ich liebte, und verschlugen sich gegenseitig. Super, was sollte ich denn da machen? Ich versuchte es auf die unkomplizierte Art. "Also, ihr gebt euch jetzt die Hand und lasst den Scheiß, ja?" An ihren Gesichtsausdrücken sah ich, dass das die falsche Art war. "Okay, dann anders", sagte ich und packte Lukes Handgelenk und Dracos Unterarm, um sie wegzudrücken. Wenn ich aggressiv war, konnte ich ganz schön Kraft entwickeln. "So", sagte ich und schlug die Hände zusammen. "Wer zuerst?" Keiner meldete sich. Luke zog eine Augenbraue hoch und Draco sah mich hoffnungslos verstört an. Leider war sein Gesicht so was wie ein Wundermittel gegen Aggressionen bei mir. Diese hellgrauen Augen, der arrogante Ausdruck, den er oft aufsetzte und der bei mir zu einem Lächeln wurde, alles... Ich wandte mich Luke zu. Vorsichtig nahm ich seine Hände in meine. Seine Stirn war zusammengezogen, seine Augen fast ganz zugekniffen. Ich holte Luft und begann dann zu sprechen. Das, wovor ich immer Angst gehabt hatte. "Ich liebe dich, Luke. Sehr sogar. Aber.." Ich schluckte. In der Zeit kam Luke mir zuvor und knurrte in Dracos Richtung: "Aber den da liebst du mehr. Obwohl er dir alles genommen hat." "Nicht alles", sagte ich schnell, erschrocken über Lukes Direktheit. Die leider die volle Wahrheit beinhaltete. Dracos Blick konnte ich in meinem Rücken geradezu spüren, doch für den Moment musste ich ihn ignorieren. "Luke", flüsterte ich und kam näher auf ihn zu. "Jeder dreht mal durch.. auch du, und dann verprügelste du deine ehemaligen Freunde." "Haus der Loyalität", kam es bissig von Draco. "Halt die Klappe", sagten Luke und ich gleichzeitig. Ich drehte mich nicht zu Draco um. Dazu war ich nicht bereit.. Ich wusste, egal was ich für Luke fühlte, solange Draco in meinem Leben war, konnte ich Luke nicht alles geben. Und das wollte ich ihm nicht antun. Aber verlieren konnte ich ihn auch nicht. "Luke, es tut mir-", begann ich, doch plötzlich fielen seine Augen zu und er kippte um. Ich schrie auf. Blut schoss aus seiner Nase und sein Atem beschleunigte sich. Wenigstens atmete er noch. Jetzt musste ich umdenken. Egal, was ich für Draco nach wie vor empfand, und egal, wie wohl ich mich bei ihm immer gefühlt hatte, woran ich gerade gar nicht mehr denken konnte, ich liebte Luke zu sehr, um ihn irgendwelchen Krankenschwestern zu überlassen, kurz gesagt brachte ich ihn persönlich in den Krankenflügel. Peinlich war, dass ich dafür Hilfe brauchte. "Ich kann ihn tragen", bot Draco an, doch ich wies ihn energisch ab. "Nein!", schrie ich verzweifelt und schlug auf Lukes Brust ein. "Wach auf, du Idiot, komm schon, ich brauche dich", flehte ich und küsste ihn auf die Wange. Und ja, ich habe gerade gesagt, dass ich Draco mehr liebte, aber das war keine Entschuldigung, meinen besten Freund sterben zu lassen. "Okay, ich hole Hilfe", sagte Draco leise und machte sich auf den Weg, und ehe ich mich umdrehen konnte, war er schon nicht mehr auf dem Hügel. Seine Augen öffneten sich langsam und seine Lider flatterten kraftlos. Aber er war wach. "Du bist aufgewacht", flüsterte ich erleichtert und lächelte. Luke lächelte so gut wie möglich zurück. Ich hatte die ganze Zeit seine Hand gehalten und neben seinem Krankenbett gesessen, bis er aufgewacht war. Sehr gegen den Willen von Madame Pomfrey, die gesagt hatte, dass er Ruhe brauche, aber ich hatte ihr entschieden versichert, dass ich ganz bestimmt keine Ruhestörung darstellen würde. Mit einem letztem kritischen Blick auf meine in seiner verschränkten Hand ließ sie mich dann in Ruhe. Also bitte, es würde Luke schon nicht umbringen, wenn ich ihm ein bisschen Beistand gab. Er schloss wieder die Augen und atmete, ruhig und gleichmäßig, deshalb machte ich mir keine Sorgen um seine Gesundheit. Nur um sein Herz. Denn ich wusste nur zu gut, eigentlich hätte ich hier sitzen und ihm meine ewige Liebe schwören müssen, damit er wirklich glücklich wäre. Stattdessen wollte ich noch immer Draco.. Vielleicht konntr ich versuchen, Draco zu vergessen. In letzter Zeit hatte ich ja wenig genug Kontakt zu ihm gehabt. Und dann könnte ich mit Luke zusammen sein.. Aber es fühlte sich unecht an, so zu denken. Ich wusste, dass ich es nicht schaffen würde. Solange Draco hier war und nicht für immer und ewig nach sonstwo zog, konnte mein Herz nicht loslassen. Und das tat mir leid. Unglaublich leid. Für Luke. Ich wollte ihn nicht verletzen.. und auch nicht verlieren. Irgendwie hoffte ich, unsere Freundschaft halten zu können. Hinter mir trat jemand ans Bett heran. Ich drehte mich nicht um, es interessierte mich nicht, ich wollte einfach nur hier sitzen und Lukes Hand halten, mit der Vorstellung, irgendwann könnte ich in der Lage sein, das wirklich voller Liebe zu tun. Ich liebte ihn, so war es nicht. Nur war Draco einfach noch nicht scheiße genug, um ihn zu vergessen.. "Hey." Neben mir setzte sich Draco auf den Boden. Ich zuckte zusammen. Der hatte mir hier gerade noch gefehlt. "Was machst du hier?", fragte er etwas verlegen, man sah ihm an, dass er meine Gedanken kannte und dass er es einfach verbockt hatte. "Luke besuchen, wonach sieht's denn aus?", gab ich zurück und starrte weiter auf Lukes Hand. Draco atmete durch und dann ging es los. "Es tut mir leid und ich liebe dich." Bitte was? Ich sah nun doch zu ihm. Widerwillig, aber ich konnte nicht widerstehen. "Was redest du da?", fragte ich mit zitternder Stimme, versuchte mich zu kontrollieren, doch insgeheim war das genau das gewesen, was ich immer hatte hören wollen. Draco seufzte. "Ich hab Mist gebaut. Großen sogar. Aber weißt du, ich hab es eingesehen. Und hab es weitestgehend wieder gut gemacht." "Das was du mir angetan hast, kannst du nicht einfach gut machen", fauchte ich und drehte ihm den Rücken zu. Dann spürte ich seine Hand auf meiner Schulter. Langsam hob ich den Kopf. Als ich seine schulderfüllten Augen sah und sein zittriges Lächeln, schaltete sich meine Wut mit einem Schlag aus und irgendwas in mir beschloss, ihm sofort und auf der Stelle zu vergeben. Noch während ich gegen meinen Körper ankämpfte und eigentlich nur dachte "Hey, was soll der Dreck?", schlossen meine Arme sich um Draco und er zog mich so fest an sich, dass mein Körper geradezu mit der Erinnerung durchflutet wurde, dass wir uns monatelang nicht mehr umarmt hatten. Jetzt war es wohl wieder Zeit. Und doch reichte es jetzt auch erstmal wieder. Ich ließ ihn los und rückte meinen Stuhl näher an Lukes Bett. Plötzlich begann Luke zu husten und ich sah besorgt zu ihm. Draco legte seine Hand auf meine. "Alles wird gut. Er ist wach, Madame Pomfrey sagt, er ist in 2 Tagen wieder auf den Beinen." Verdutzt sah ich ihn an. "Woher weisst DU das jetzt bitte?" Er zuckte lächelnd mit den Schultern. "Ich hab mir eben auch Sorgen um meine Freunde gemacht." Die Sonne war halb hinter den Bergen verschwunden. Ich ließ meine Beine von der Mauer baumeln, neben mir saß Draco. Wir hatten uns ausgesprochen.. es schien, als würde alles nun einen besseren Weg einschlagen. Und nicht nur einen besseren. Draco beugte sich zu mir vor. "Ich liebe dich, Vic." Ich lächelte und drückte ihm einen langen Kuss auf die Lippen. "Ich dich auch, Draco." EPILOG A (Luke) Jahr 5 Obwohl Draco sich von Astoria getrennt und endlich aus seiner Clique verabschiedet hatte (und Astoria und Juliana doch tatsächlich weggezogen und von der Schule gegangen waren), hatte ich mich für Luke entschieden. Draco sah ein, dass er zu viel Mist gebaut und sich zu weit von mir entfernt hatte, als dass er noch meine erste Wahl hätte sein können. Und Luke war glücklich.. ich war glücklich. Draco gehörte wieder zur Clique und hatte bei Blaise, Matt und Marc totale Offenheit erfahren dürfen, während Luke und ich eh die ganze Zeit nur Augen für uns hatten und sogar schon von einem Cliquenausflug verbannt wurden, weil Blaise befürchtete, wir würden gleich an Ort und Stelle in Hogsmeade übereinander herfallen. Tja, so war das. Aber wir waren glücklich. Alle. Jahr 6 Luke ließ sich aufs Sofa fallen, ich hinterher. "Wie in alten Zeiten", flüsterte er und lächelte, als ich ihn küsste. "Alle sind tatsächlich ein Mal glücklich", sagte ich und lächelte. Draußen waren irgendwo die anderen. Von denen wir uns heute abgekapselt hatten, da wir zu zweit noch was vorhatten. Es war schön, meine Freunde so zu sehen. Alle am Lachen, am Rumalbern und sogar ein bisschen dabei, ihr Leben zu planen. Aber das waren alles nur die Anfänge. Wir hatten noch zwei Jahre auf dieser Schule hier. Und in diesen zwei Jahren hatten Luke und ich definitiv nicht vor, den Raum der Wünsche irgendjemand anderem als uns selbst zu überlassen. "Ich liebe dich", flüsterte er und beugte sich lächelnd zu mir hinunter und ich erwiderte seinen Kuss. Ich wusste endlich, dass das das Richtige war. Ich konnte so fühlen und ich wollte es. Und ich wusste, dass es echter als alles war, was ich je gefühlt hatte. "Ich liebe dich auch", flüsterte ich und unsere Lippen trafen sich. B (Draco) Jahr 5 Luke warf uns einen Blick von der Seite zu. Ich saß auf der Mauer auf Dracos Schoß, er spielte mit meinen Haaren und seine Hand wanderte an meinem Rücken auf und ab. Luke lächelte. Ich erwiderte es und in mir machte sich Erleichterung breit. Es war gut, dass Luke wieder glücklich war. Ohne dieses Lächeln hätte ich vermutlich nicht so leben können. Dann hätte ich meine Beziehung mit Draco sofort wieder beendet und wäre eben Single auf ewig geblieben. Dafür befreundet mit Luke. Aber er hatte mir nach den ersten paar Tagen, die er auf Abstand gegangen war, irgendwann von selbst versichert, dass er klarkommen würde und uns alles Gute wünsche und einfach mit mir so wie vorher befreundet bleiben wolle. Und das er Draco den Schädel einschlagen würde, wenn er mir auch nur ein kleines bisschen wehtat. Ich lächelte beim Gedanken daran, wie süß er das gesagt hatte. Dann lenkte ich meine Aufmerksamkeit wieder auf Draco und fuhr fort, ihn zu küssen. Das tat ganz und gar nicht weh. Es fühlte sich gut an. Das Beste, was mir seit langer Zeit passiert war. Nach der Tatsache, dass Astoria und Juliana vor zu Beginn des Schuljahres und bis jetzt nicht hier aufgetaucht waren. Und Draco und mir standen heiße Sommerferien bevor. Ich wurde sechzehn diesen Sommer, und Draco war es bereits. Es gab fast Zeugnisse. Ich küsste ihn auf die Nasenspitze. "Ich liebe dich und bin froh, dass du wieder normal bist", flüsterte ich lächelnd und er grinste, ehe er mich wieder an sich zog und küsste.

32.72 % der User hatten die Auswertung: Lissy -Fürsorgliche Slytherin -Sehr treu, will gute Kontakte immer halten -BFF mit Draco, lässt ihn entscheiden