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Sieben Worte für ein Wunder- Rebellion

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1 Kapitel - 922 Wörter - Erstellt von: Aquila - Aktualisiert am: 2017-04-18 - Entwickelt am: - 264 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Mein Beitrag zu Tordens Schreibwettbewerb im Monat April.

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    Alles lief gut, bis ich die Schritte hörte. Sofort ließ ich die Spraydose in meiner Tasche verschwinden und drückte mich gegen die dunkle Hauswand.
    Alles lief gut, bis ich die Schritte hörte. Sofort ließ ich die Spraydose in meiner Tasche verschwinden und drückte mich gegen die dunkle Hauswand.

    Über mir konnte man -gut sichtbar und leserlich- die Worte "REBELLION - The World is Ours Not Theirs." erkennen, die ich vor wenigen Minuten dorthin gesprüht habe.

    Die Schritte wurden lauter. Es handelte sich eindeutig um mehrere Personen. Das monotone Hämmern von Füßen auf dem Asphalt machte mich nervös.

    Bitte lass sie nicht in meine Richtung kommen! flehte ich stumm und presste mich noch enger an die Mauer.

    Jetzt konnte ich nur noch abwarten.
    Eine andere Möglichkeit gab es nicht. Weglaufen konnte ich nicht- Ich befand mich in einer Sackgasse. Der Stacheldrahtzaun, der mich von der gegenüberliegenden Straßenseite trennte, war erstens zu hoch und zweitens waren meine Finger von der Kälte so steif geworden, dass ich sie kaum noch bewegen konnte.
    Es blieb mir also nichts anderes übrig als zu warten und zu hoffen, dass die Soldaten mich nicht finden würden.

    Innerlich verfluchte ich mich selbst.
    Wieso hatte ich mich auch überreden lassen, nicht mit zum Hauptquartier zurück zu kommen, sondern auch noch diesen Teil der Stadt mit unserem Wahlspruch zu verunstalten? Vorhin erschien es mir noch sinnvoll, jetzt erst fiel mir auf wie dumm und gefährlich das ganze war. Ich musste an einen Spruch denken, den mein Lehrer mir einmal gesagt hatte: Man solle Mut nicht mit Dummheit verwechseln.
    Genau das hatte ich getan.
    Andernfalls wäre ich jetzt auf der Rückfahrt zum Lager um dort die weitere Vorgehensweise mit den anderen Rebellen zu besprechen.
    Toll gemacht, wirklich toll.

    Langsam atmete ich ein und aus.
    Ich merkte, dass die Soldaten wieder verschwunden waren, zumindest hörte ich keine Geräusche mehr.
    Als ich mir sicher war, dass niemand mehr in meiner Nähe war, rannte ich los.
    Die Straßen waren rutschig vom anfangenden Regen und zweimal wäre ich fast hingefallen hätte ich mich im letzten Moment nicht abgefangen.
    Noch zwei Straßen weiter und ich war in Sicherheit.
    Ich beschleunigte mein Tempo noch ein wenig. Es regnete nun stärker und das Wasser peitschte mir ins Gesicht, ließ meine Sicht verschwimmen.
    Schlitternd bog ich um die nächste Ecke und wurde von Scheinwerfern geblendet. Vor Schreck stolperte ich und fiel hin, rappelte mich jedoch sofort wieder auf. Die Sprühdose rollte aus meiner Tasche und blieb mit einem leisen Scheppern vor dem Fuß eines Mannes liegen. Ängstlich ließ ich meinen Blick weiter nach oben wandern. Vor mir standen fünf Polizisten, allesamt bewaffnet, hinter ihnen parkte ein Streifenwagen. Offenbar hatten sie mich schon erwartet. Verständlich- das Bild das sich ihnen bot war eindeutig: Eine völlig in schwarz gekleidete Jugendliche, die mitten in der Nacht mit einer Graffiti Dose durch die Gegend lief. Wer da nicht auf die Idee kam, dass ich nichts legales tat, musste schon ziemlich blöd sein.
    Ich hörte mehrfaches Klicken, Maschinengewehre wurden entsichert. „Name?“ fragte einer der Männer. „Lucy Chamley.“ antwortete ich leise. Ich dachte gar nicht daran zu lügen. Der Polizist nickte und schrieb meinen Namen auf eine Liste. „Hast du Waffen bei dir?“ Ich biss mir auf die Lippe. Natürlich hatte ich eine Waffe dabei, jeder vernünftige Mensch hatte das. Kurz spielte ich mit dem Gedanken mithilfe meines Messers einen der Polizisten zu attackieren, verwarf die Idee aber sofort wieder. Es wäre nahezu unmöglich alle auszuschalten und meine Strafe würde dadurch nur noch höher werden. „Ich fragte, ob du eine Waffe bei dir hast.“ wiederholte der Mann genervt. Ich zog das Messer aus meinem Gürtel und reichte es dem Polizisten, der es lächelnd entgegennahm. „Jetzt nicht mehr.“ Meine Stimme klang fest und sicher, so gar nicht wie ich mich fühlte. „Hände hoch und mitkommen.“ Der Mann duldete keinen Widerspruch. Ohne zu zögern gehorchte ich dem Befehl und folgte ihm zum Auto, dessen Tür geöffnet war. In meinem Rücken spürte ich schmerzhaft den Lauf eines Gewehres. Vor dem Wagen blieb ich stehen. Ein schwarzhaariger Soldat hob einen Indifikator vom Beifahrersitz auf und ich wurde aufgefordert meinen Daumen auf dessen Sensor zu
    legen. Als ich nach ein paar Sekunden immer noch nicht reagierte, bekam ich unsanft den Gewehrlauf in den Rücken gestoßen und entschloss mich schließlich, der Anweisung zu folgen. Ändern konnte ich an meiner jetzigen Situation eh nichts mehr.
    Angestrengt starrte ich auf den Bildschirm, auf dem nach und nach meine Daten erschienen.

    Name: Lucy Chamley
    Alter:16
    Bekannte Verbrechen: 7

    Dann erschien das Feld „Strafe“.
    Und am liebsten wäre ich bereits tot gewesen.






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Sieben Worte für ein Wunder- Rebellion
Sieben Worte für ein Wunder- Rebellion
Mein Beitrag zu Tordens Schreibwettbewerb im Monat April.
http://www.testedich.de/quiz47/quiz/1492285618/Sieben-Worte-fuer-ein-Wunder-Rebellion
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2017-04-15
40SB
Schreibwettbewerb

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