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Liebe auf Umwegen Teil 3

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3 Kapitel - 4.916 Wörter - Erstellt von: BellaPotter - Aktualisiert am: 2017-04-12 - Entwickelt am: - 185 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

    1
    Kapitel 12: Unerwartetes Erwachen

    Als ich mit Martha später nach Hogwarts kam, wollte Ruth unbedingt noch bei Draco vorbeischauen. Sie hatten einige klärende Gespräche geführt und sie waren wieder dabei sich anzunähern. Sie hatte mir nicht viel erzählt, wahrscheinlich musste sie selbst erst alles verarbeiten, aber ich war mir sicher, das würde sie noch tun. Wenigstens ging es ihr jetzt wieder besser und sie sah wieder munter aus und nicht wie eine wandelnde Lindsay Lohan auf Entzug. Mittlerweile kam ich sogar weitgehend wieder mit Draco zurecht, nach dieser Geschichte, wenigstens zu der Zeit, in der er die Klappe hielt. Er war zwar nicht mein bester Freund, aber Ruth zu Liebe hielt ich es mit ihm sogar mehrere Stunden am Stück aus. Ohne seine zwei Bodyguards war er wesentlich erträglicher und man konnte sich sogar mit ihm unterhalten. Jedenfalls über ein paar Themen. Und nachdem sich rausgestellt hatte, dass er weder selbst auf der dunklen Seite stand, noch Ruth da hinziehen wollte, konnte ich ihm sein Verhalten verzeihen. Bei der Familie würde ich mich wahrscheinlich genauso verhalten, genauso arrogant und abfällig, jedenfalls der Mehrheit gegenüber. Zu uns hatte er momentan viel Kontakt und hielt sich weitgehend mit seinen dummen Sprüchen zurück.
    Zusammen gingen wir in die große Halle, was ein neutraler Ort war, denn Draco war im Gryffindorgemeinschaftsraum immer noch nicht gern gesehen. Verständlicherweise. Und seit dem Vorfall schon gar nicht.
    Dort sahen wie Harry mit ein paar Freunden sitzen, unter anderem auch Oliver.
    Oh nein. Ich erstarrte für einen kurzen Moment bei diesem Anblick, betrat jedoch, als wenn nichts wäre, den Raum, als Ruth mir unsanft mit dem Ellbogen in die Seite stieß.
    „Ach Hallo Martha, …und Ruth! Setzt euch doch zu uns!“, meinte Hermine und schaute uns einladend an. Immer schön freundlich bleiben, war wohl ihr Motto. Warum bin ich denn heute so bissig?
    Draco wurde wie immer von ihr ignoriert.
    Blöderweise war nur noch ein Platz neben Oliver frei.
    Ich setzte mich neben ihn und er sah mich mit durchdringendem Blick an.
    Plötzlich erschrak ich.
    Harry war aufgesprungen und funkelte uns bzw. mich böse an.
    „So jetzt musst du auch noch vor mir mit ihm rummachen? Ich fasse es ja nicht! Hast du denn keinen Funken Anstand? Meinst du, ich krieg von euch beiden nichts mit? Meinst du ich bin blind, oder gar blöd? Ich dachte, wir wären gerade wieder dabei uns zu vestehen? Du provozierst es ja förmlich!“, schrie Harry mich an.
    Ich zuckte. Bitte mach jetzt keine Szene. Mit so einer Reaktion hatte ich bei ihm nicht gerechnet. Klar würde er wütend sein, aber dass er gleich so ausrasten würde, vor allen Leuten, hätte ich niemals geahnt. Vor allem, weil wir uns in letzter Zeit ja wieder echt gut verstanden…
    Oliver stellte sich schützend vor mich. Wo war seine glänzende Rüstung?
    „Harry, beruhige dich! Es war doch nicht geplant! Es konnte doch keiner ahnen!“, versuchte er ihn zu beschwichtigen. Ja Eben.
    „Halt du dich da raus! Du bist ja wohl das Allerletzte! Du warst mein Vorbild! Du hast mir Quidditsch beigebracht! Zu dir habe ich aufgeschaut! Und dann vögelst du einfach meine Freundin?“
    Tja, Pech gehabt. Wer zuerst kommt mahlt zuerst, und das ganz wortwörtlich.
    „Wird ja doch noch spannend hier!“, flüsterte Draco Ruth zu, die ihn dafür mit einem bösen Blick bestrafte. Wenigstens verstanden die beiden sich jetzt wieder.
    Jetzt wurde es Oliver allerdings zu dumm.
    „Hättest du dich mal besser um sie gekümmert, dann wäre es doch nie so weit gekommen. Dann hätte ich sie nie trösten müssen!“
    Guter Einwand.
    „Oh, der treue Oliver mit dem großen Herzen für arme vernachlässigte Freundinnen anderer Typen!“
    Ne, nur für mich.
    „Dann regeln wir das doch anders!“. Oliver schaute ihn herausfordernd an.
    „Hör zu, ich mag dich echt gern, Potter, aber bei der Liebe hört meine Sympathie für dich auf! Das Mädchen ist mein, der Bessere gewinnt!“
    „Der Bessere wobei denn? Was habt ihr denn schon drauf? Das einzige was ihr könnt, ist zu wissen, wie man sich hier fortwährend lächerlich macht!“
    Malfoy zog die Augenbrauen hoch und musterte die beiden Konkurrenten mit einem abschätzigen Blick.
    „Draco“, fuhr Ruth ihn an. Also echt jetzt, musste der sich überall einmischen. Der hatte schon genug angerichtet.
    „Halt den Rand, Draco! Es geht ausnahmsweise mal nicht um dich!“, giftete Harry ihn an. Ausnahmsweise? Wenn dann geht es ja wohl immer nur um mich!
    „Ich bin für ein Zauberduell! Der Gewinner bekommt Martha!“, unterbrach Oliver ihn. Uh, ja, das hört sich gut an.
    „Oh ja, Harry, einen Sekundanten hast du ja schon. Ich stehe dir voll und ganz zur Verfügung!“ Meine Fresse, der hatte ja keinen Anstand.
    Oliver unterdrückte ein Grinsen.
    „Was ist ein Zaubererduell?“, fragte Harry. „Und was soll das heißen, du bist mein Sekundant?“ Mein Gott, stellte der sich dumm an.
    „Naja, ein Sekundant ist dazu da, um deine Angelegenheiten zu regeln, falls du stirbst“, sagte Ron lässig.
    Harry starrte ihn fassungslos an.
    „Was soll das heißen?“
    „Mein Gott, Potter, du bist ja dümmer als ich erwartet habe. Raffst du es immer noch nicht?“
    Mal wieder Draco, der nicht die Klappe halten konnte, aber in dem Punkt hatte er Recht.
    „Also Harry, bei einem Zauberduell prallen zwei Zauber aufeinander, die stärker gewirkte Magie setzt sich durch. Dies passiert etwa wenn ein Zauberer einen Zauberspruch oder magische Wirkung mittels Bannen von Zauberwerk, Bannen von Götterwerk oder Bannen von Finsterwerk aufheben möchte. Ähnliches passiert wenn eine Person verzaubert werden soll auf die bereits ein gleichartiger Spruch wirkt, da das grundlegende Prinzip gilt das nur eine Verzauberung einer Art zugleich wirken kann!“, prahlte Hermine mit ihrem Wissen.
    Ach nee, Hermine, das hätte keiner außer die gewusst.
    „Also kämpfe ich gegen Oliver mit Magie?“
    Du bist ja a ganz a schneller.
    „So ist es. Möge der bessere gewinnen!“

































    2
    Kapitel 13:
    Verheerende Liebe, wiederkehrende Triebe

    „Harry, Harry“ Ich stürzte auf ihn zu. Oh mein Gott.
    Ich nahm seinen Kopf auf meinen Schoß und strich ihm das blutverklebte Haar aus dem Gesicht.
    Er rührte sich nicht. Ron hatte sich auf den Weg zu Madame Pomfrey gemacht, um ihr Bescheid zu geben.
    „Nun Harry sag doch was! Mach doch die Augen auf!“
    Doch Harry bewegte sich immer noch kein Stück weit. Seine Augen blieben geschlossen.
    „Was hast du nur mit ihm gemacht?“, schrie ich Wood an.
    Der wiederum eilte nun auch zu den beiden hin, um zu sehen, was mit Harry war.
    Er wollte ihn an der Schulter berühren, doch ich schlug seine Hand weg. Das konnte er vergessen. Er wird ihn bestimmt nicht mehr anfassen. Und mich sowieso nicht.
    „Fass ihn bloß nicht an!“, zischte sie ihn an.
    Er stand auf und trat einen Schritt zurück, um der herbeieilenden Madame Pomfrey und dem hinterher schnaufenden Dumbledore Platz zu machen.
    „Was ist hier passiert?“, wollte dieser wissen, als er Harry so verletzt auf dem Boden sah.
    „Harry und Wood haben ein Zauberduell um Martha veranstaltet“, berichtete Hermine bereitwillig.
    Halt die Fresse, du dumme Streberin.
    „Seid ihr denn von allen guten Geistern verlassen?“, herrschte Dumbledore sie an.
    „Gerade von dir, Oliver, hätte ich mehr erwartet!“, er sah ihn scharf an.
    Oliver zog den Kopf ein und sah ihn entschuldigend an.
    Tz, das konnte er sich jetzt auch sparen.
    Sie brachten Harry in den Krankenflügel und ich wich ihm nicht von der Seite.
    Irgendwann öffnete er seine Augen und schaute mich liebevoll an.
    Wie konnte er mich noch so ansehen, nach allem, was ich ihm angetan hatte?
    „Martha… und hab ich gewonnen? Gehörst du jetzt mir?“
    Ich fing an zu weinen und ließ mich von ihm in den Arm nehmen.
    „Natürlich, natürlich Harry, ich werde dich nicht mehr allein lassen, ich werde kein Stück von deiner Seite weichen!“
    Und das war mein voller Ernst. Ich hatte ihm das angetan. Mir wurde bewusst, wie sehr ich ihn verletzt haben musste. Und das nicht nur körperlich.
    Als ich von Madame Pomfrey jedoch höflich gebeten wurde, den Raum zu verlassen, damit Harry sich erholen und ausruhen konnte, verließ ich schweren Herzens und mit einem schlechten Gewissen sein Bett. Er könnte sich bestimmt mit mir an seiner Seite besser auskurieren. Aber nein…ach mann.
    Warum hatte ich das nur zugelassen? Was hatte ich getan? Ich liebte Wood doch gar nicht! Es war alles meine Schuld!
    Doch bevor ich mir weiter Vorwürfe machen konnte, fing mich Dumbledore am Gang ab. Was wollte der alte Sack denn?
    „So junge Dame, jetzt erzählst du mir bitte, wie konnte Harry nur so verletzt werden? Bei einem gewöhnlichen Zauberduell kann so was doch gar nicht passieren! Harry hat es schon mit bedeutend stärkeren Zauberern zu tun, was konnte ihm dann Wood anhaben?“
    Blöderweise wusste ich das selber nicht.
    „Ich weiß es nicht, es fing auch alles ganz harmlos an, doch dann steigerten sie sich immer weiter rein und dann ist es eben passiert, ich glaub Harry war abgelenkt, auf jeden Fall hat er nicht mitbekommen, wie Olivers Zauber ihn traf, ich weiß auch nicht mal, welchen Oliver überhaupt verwendet hat, aber die beiden trifft keine Schuld! Es ist alles meine Schuld, ich habe alles falsch gemacht. Ich hätte von Anfang an vor Harry die Karten auf den Tisch legen müssen! Ich hätte es verhindern müssen!“
    Eine Träne lief mir die Wange hinunter.
    „Glaube mir, Jungs in dem Alter kann niemand bändigen, schon gar kein Mädchen. So schlimm sind Harrys Verletzungen auch wieder nicht, er hat schon Schlimmeres durchgestanden!“ Was sollte das denn bitte heißen? Und schon gar kein Mädchen…
    Dumbledore legte mir eine Hand auf die Schulter und sah mich aufmunternd an.
    „Nun geh in deinen Schlafraum und ruh dich aus, ich schätze mal, morgen früh, wirst du ohnehin die erste an Harrys Bett sein!“ Darauf konnte er seinen langen, wallenden Bart drauf verwetten.

    Am nächsten Morgen saß ich an Harrys Bett und wartete darauf, dass er seine Augen endlich wieder öffnete.
    Nach einer gefühlten Ewigkeit schien er endlich aufzuwachen. Er sah mich mit erstaunten Augen an.
    „Martha, was machst du denn hier?“
    „Ich pass auf dich auf!“
    „Aber…was ist mit Wood, das wird ihm bestimmt nicht gefallen!“
    Er sah mich mit traurigen Augen an.
    „Ach Harry“, ich nahm seine Hand und drückte sie.
    „Das mit Wood war ein riesen Fehler, ich dachte, ich würde ihn lieben, aber das tue ich nicht. Ich liebe nur dich und niemand anders!“
    Ich sah die Zweifel in seinen Augen.
    „Bitte Harry, du musst mir glauben! Nach unseren ewigen Streitereien habe ich mich eben nach Geborgenheit und Zuwendung gesehnt und Wood hat mir all das gegeben. Und so hat das eben alles angefangen. Aber ich habe schnell gemerkt, dass ich ihn nicht wirklich liebe, sondern dass ich nur dich liebe!“
    Nun sag doch bitte was. Schweig mich doch nicht so an. Von mir aus konnte er auch anfangen zu schreien, wenn er nur irgendeine Reaktion zeigen würde.
    Doch er sah mich nur weiter an.
    „Was hat er, was ich nicht habe?“
    Oh nein, was sollte ich denn bitte auf so etwas antworten.
    Ich entschied mich für die Wahrheit.
    „Ich weiß nicht, er hat so was animalisches, er kann gut küssen und er gab mir zu der Zeit einfach Geborgenheit und Liebe, für die du anscheinend zu wenig Zeit hattest!“
    Während ich ihm das erzähle blickte ich stur in den Boden.
    „Martha, schau mich bitte an!“
    Ich blickte ihm zögernd wieder in die Augen.
    „Und du liebst ihn wirklich nicht mehr? Du hast keinerlei Gefühle für ihn und hast die Sache mit ihm beendet?“, sagte er schließlich.
    „Ja, auf jeden Fall!“
    Er nickte langsam.
    „Bitte gib mir noch ein bisschen Zeit, ich muss das alles noch verarbeiten!“
    Jetzt war es an mir ihn traurig anzusehen. Aber was hatte ich erwartet, dass er mir sofort verzeiht und wir glücklich bis ans Ende aller Tage gemeinsam lebten?
    Ich sah wohl so verzweifelt aus, dass er sich dazu durchrang meine Hand zu drücken. Er hob meinen Kopf mit der anderen Hand an und plötzlich war mein Gesicht ganz nah vor seinem.
    „Aber Harry…!“
    Ich kam nicht dazu weiterzusprechen, denn da verschloss mir Harry mit einem Kuss plötzlich die Lippen.
    Er strich mir sanft übers Haar und ich lächelte ihn glücklich an.
    In diesem Moment kam Madame Pomfrey rein.
    „Soso, Mister Potter, Ihnen scheint es wohl schon wieder viel besser zu gehen!“
    "Oh, Madame Pomfrey, Sie sehen wirklich toll aus!"
    Madame Pomfrey erötete.
    "Oh, danke für das Kompliment! Wie geht es ihnen denn heute? Haben sie noch irgendwelche Schmerzen?"
    „Naja, ich weiß nicht, irgendwie sehe ich alles völlig verschwommen und verzerrt!"
    Ich grinste.
    Madame Pomfreys Gesicht verfinsterte sich.
    Sie wendete sich mir zu.
    „Miss Ruttensperger, ich würde sie bitten den Krankenflügel zu verlassen, sie stehen Mister Potters Genesung im Weg.“
    Ich sah Harry noch mal verliebt an und stand dann auf und verließ das Zimmer.
    In den nächsten Tagen war ich, wie Dumbledore es auch schon vermutet hatte, immer die Erste, die Harry besuchte und die Letzte, die sich von ihm verabschiedete.
    Seine Verletzungen waren weit weniger schlimm als anfangs gedacht, trotzdem kümmerte ich mich natürlich rührend um ihn. Jedenfalls soweit es mir möglich war.
    Und soweit es mich Madame Pomfrey ließ, bei der komischerweise ich immer noch nicht gern gesehen war, obwohl ich ihr nun wirklich nichts getan hatte. Wenn dann sollte sie doch auf Harry sauer sein, aber auf den Strahlehelden war irgendwie nie jemand sauer, außer natürlich Snape, aber der konnte niemanden leiden, außer natürlich seinen unangefochtenen Liebling Malfoy.
    Ich war froh, darüber, dass ich und Harry uns so schnell wieder angenähert hatten, obwohl er, wie er schon angekündet hatte, noch ein paar Tage für sich gebraucht hatte, bis er sich wieder voll auf mich einlassen konnte.
    Das mit Wood würde ich nie vergessen, aber Harry war nun mal der Richtige für mich.

    Wood verließ den Tag nach dem Duell das Schloss und kündigte an, er würde für längere Zeit in seinem Quidditschteam gebraucht und könnte daher Gryffindor nicht weiter trainieren.
    Ich traf ihn zufällig auf dem Gang, als ich Harry neue Klamotten bringen wollte.
    „Ich hab gehört, du gehst?“
    „Ja ich kehr zu meinem Team zurück und ich denke, es ist besser wenn ich Hogwarts verlasse, jetzt wo du wieder mit Harry zusammen bist!“, er schaute mich vorwurfsvoll an. Was sollte das denn jetzt? Das mussten wir doch jetzt nicht hier besprechen. Schon gar nicht wenn die zwei verfressenen Säcke Goyle und Crabe gaaanz unauffällig neben uns standen und sicher darauf brannten alles brühwarm Draco zu erzählen. Ja, inzwischen nannte ich ihn sogar manchmal Draco.
    Ich zog ihn in den nächstgelegenen Raum, weg von den schaulustigen Hufflepuffern.
    „Was erwartest du denn von mir?“, fragte ich ihn mit traurigen Augen.
    „Ich kann ihn doch jetzt nicht im Stich lassen!“, versuchte ich ihm die Sachlage zu verklickern/zu erklären.
    „Ich weiß, du gibst mir die Schuld für seine Verletzung, aber es war keine Absicht. Ich wollte ihn nicht so stark verletzen, mein Zauberstab…ach ich weiß selber nicht, was da genau passiert ist. Aber ich weiß, dass es ein Versehen war… und ich weiß, dass ich dich liebe!“, er sah mich ernst an.
    „Ach, Oliver. Ich kann doch auch nichts machen. Ich liebe Harry nun mal mehr als dich. Dennoch habe ich die Zeit mit dir immer in vollen Zügen genossen!“
    Ich hoffte auf Verständnis. Doch war ich mir sicher, dass er das nicht verstand und wenn er das verstand, würde er mir trotzdem nicht verzeihen. Es tat mir unendlich Leid.
    Ich konnte Oliver nie ansehen, was er dachte. Bei Harry, war es einfacher, ihm waren die meisten Gedanken ins Gesicht geschrieben, aber bei ihm, wusste ich nie woran sie war. Er verzog keine Miene. Vielleicht fand ich auch genau das an ihm so faszinierend.
    Plötzlich zog er mich nah an sich ran und gab mir einen langen Kuss.
    Dann schaute er mir noch einmal in die Augen.
    „Danke für diese wunderbare Zeit, ich werde sie und vor allem dich nie vergessen!“
    Mit diesen Worten machte er auf dem Absatz kehrt und ging davon.
    Ich schaute ihm kurz nach, machte mich allerdings dann mit Tränen in den Augen auf den Weg zu Harry, der bestimmt schon auf mich wartete. Auch wenn es mir schwer fiel und ein Teil von mir dabei verloren ging. Er verließ mich zusammen mit Oliver.
    Oliver drehte sich noch ein letztes Mal um und seine goldenen Augen blickten ihr noch immer nach, als Martha schon längst um die Ecke verschwunden war.


    Martha war gerade gegangen, als plötzlich die Tür aufging und Wood in den Krankenflügel kam. Was wollte der denn!
    Er steuerte auf mein Bett zu und ließ sich auf einem Stuhl gegenüber von mir nieder.
    Lässig, wie immer.
    „Na, Potter, wie geht’s dir?“
    „Ging schon besser, aber so schlimm ist es auch nicht!“
    Wood grinste.
    „Da hab ich dir wohl ganz schön zugesetzt, oder?“
    „Sieht wohl so aus!“
    „Hör zu, es tut mir Leid, ich wollte dich nicht so hart treffen, und ich wollte dir auch nicht die Freundin ausspannen.“
    „Das hast du aber. Du hättest jede haben können wieso ausgerechnet sie!“
    Ich starrte ihn an.
    „Als ob du das nicht selber wüsstest. Warum warst du denn mit ihr zusammen! Mein Gott sie hat mir einfach Leid getan, wie sie da immer so allein saß, während du dir um wichtigere Sachen deinen Kopf zerbrochen hast. Ich habe sie getröstet und dann kam eben eins zum anderen. Ich habe mich verliebt, kann man doch auch nachvollziehen, sie ist witzig, sie sieht gut aus, also bitte…! Ich hatte nie vor, dich zu verletzen, ich wollte das doch auch nicht, schließlich warst du immer ein Freund von mir!“
    „Und du warst immer mein Idol…ich habe immer zu dir aufgeschaut!“
    Das hatte ich wirklich.
    „Deswegen bin ich ja auch noch mal zu dir hergekommen. Ich werde das Schloss verlassen und einen anderen bitten, das Gryffindorteam weiter zu trainieren.“
    „Hm…ich will ja auch nicht, dass wir uns im Streit trennen…“, sagte ich zögernd.
    Schließlich waren wir doch schon ein paar Jahre befreundet und ich wollte ihn nicht als Freund verlieren, auch nach dieser Sache, es würde zwar nicht mehr so werden, wie früher, aber man konnte es ja mal versuchen und ich glaubte kaum, dass er jemals wieder etwas mit Martha anfangen würde.
    „Schließlich wäre ich ohne dich nie zu dem Sucher geworden, der ich jetzt bin!“, gab ich grinsend zu.
    „Auch wenn du immer äußerst streng mit uns warst!“, fügte ich noch hinzu.
    Wood fing an zu lachen und stieß mir freundschaftlich in die Seite.
    „Ich weiß noch, wie mich McGonagall nach einem Spiel musterte, als sie mich irgendwas über das Spiel fragte. Sie dachte wahrscheinlich, mir wäre es wichtiger den Pokal zu gewinnen, als dass du am Leben bleibst. Nur weil ich ihr gesagt hab, es sei mir egal wenn es dich vom Besen schlägt, so lange du vorher den Schnatz gefangen hast..."
    Nun fing auch ich an zu lachen, das war ja mal wieder typisch für ihn.
    „Naja, ich muss jetzt los, ich wollte das nur noch schnell klären!“, meinte er und erhob sich langsam von seinem Stuhl.
    Ich blickte zu ihm hoch.
    „Und vergiss nicht, sie hat sich für dich entschieden, also pass gut auf sie auf und behandle sie gut, sonst komm ich wieder und befrei sie aus deinen Klauen!“
    „Das wird nicht nötig sein!“





    Kapitel 14: Wenn du willst!

    Er brachte mich zum See und dort ließen wir uns ins Gras nieder. Gott sei Dank hielte sich die meisten Spinnen und andere eklige Viecher vorwiegend im verbotenen Wald bei ihrem Big Daddy waren und ich so beruhigt sein konnte, dass im näheren Umkreis keine Spinne war. Haha, von wegen im Umkreis von zwei Metern sei immer eine Spinne, das glaubte Ruth doch selber nicht. Obwohl daheim in meinem Zimmer sah das bestimmt anders aus…ohoh ich schweifte schon wieder völlig mit meinen Gedanken ab. Hatte Harry gerade was gesagt? Oder warum schaute er mich so erwartungsvoll an. Ich hatte jedenfalls nichts gehört. Hm, naja wenn’s wichtig war, wird er es schon noch mal sagen, hoffe ich jedenefalls.
    Kurz zuvor hatte Harry seinen Zauberstab gezückt und mit einem kurzen Zauber den See zum glänzen. Überall erschienen jetzt Lichter und Glühwürmchen tanzten miteinander in der Luft. Es war wunderschön mitanzusehen.
    Harry räusperte sich und ich schenkte ihm wieder meine volle Aufmerksamkeit.
    „Ich möchte dir für alles danken. Du hast mir immer beigestanden, wenn es mir schlecht ging, vor allem die letzten Wochen. Mit dir an meiner Seite werde ich auch Voldemort besiegen und ihn für immer vernichten. Ich weiß, dass ich das ohne dich nie schaffen würde. Du spendest mir Trost, gibst mir Kraft alles zu überstehen. Ohne dich wäre ich nichts. Ich werde dir auch in Zukunft beweisen, dass du mit mir die richtige Wahl getroffen hast. Ich liebe dich über alles in der Welt und möchte auch weiterhin mein Leben mit dir bestreiten. Du liebst mich wie ich bin, mit all meinen Fehlern und Makeln, du hältst mich, wenn ich drohe, zu fallen und du zeigst mir den rechten Weg. Mit dir fühlt es sich richtig an und ich möchte keine einzige Sekunde mit dir missen! Bitte heirate mich!“


    Ich starrte ihn perplex an. War er denn verrückt geworden? Ich kann doch nicht mir siebzehn heiraten. War er denn von allen guten Geistern verlassen? Was erwartet er denn bitte? Dass ich <ja> sage? Was denkt der sich eigentlich?

    Harry blickte mich mit großen Augen erwartungsvoll an. Ich sah in seine meerblauen Augen, in denen ich schon so oft verunken war und merkte, wie mir eine Träne die Wange hinablief.
    Ich merkte wie sehr ich ihn liebte und wie sehr ich ihn brauchte.
    Das mit Wood war ein Fehler gewesen, er war in den letzten Wochen auch nur noch zu einer blassen Erinnerung geworden.
    Ich schaute wieder zu Harry und zum großen Erstaunen meiner, hört Harry ein lautes
    <Ja, ja natürlich>.














    3
    EPILOG

    Martha beugte sich über die Schale und sprach den Zauber leise vor sich hin.
    Das Bild setzte sich langsam zusammen und wurde immer schärfer. Langsam war ein Garten zu sahen, über und über mit Blumen in den schillerndsten Farben übersät.
    Sie konnte einen kleinen Jungen erkennen der einem etwa fünfunddreißig-jährigen Harry auf dem Schoß saß.
    Der Junge hatte wirres schwarzes Haar und strahlende blaue Augen. Sie sah sich selbst, wie sie aus dem prächtigen Haus raus ins Freie trat und die beiden mit liebevollem Blick musterte.
    Sie blickten von dem Buch auf, dass Harry gerade vorzulesen schien und der kleine Junge sprang vom Schoß Harrys und rannte schreiend auf sie zu.
    „Mommy, Mommy!“ Er schlang seine kleinen Ärmchen um Marthas Beine und schaute sie mit wachen Augen an. Sein Blick war aufgeweckt und sein Gesicht strahlte vor Freude.
    Martha beugte sich zu ihm runter und hob ihn auf ihren Arm.
    Harry schaute seine Frau und seinen Sohn glücklich an und schlenderte dann betont lässig zu ihnen hinüber. Zärtlich nahm er sie beide in den Arm und flüsterte ihnen zu, dass sie und James das wichtigste auf der ganzen Welt für ihn wären.

    In diesem Moment ging das Gartentor auf und Draco und Ruth traten Hand in Hand in den Garten. Vor ihnen hüpften zwei kleine Kinder umher und neben ihnen ging ein etwa 11 jähriger Lucas Scorpius. Als die Kleinen James erblickten liefen die beiden zu ihm hin und schnell stürmten die drei los, um das nahegelegene Klettergerüst unsicher zu machen.
    Währenddessen war das Paar bei Harry und Martha angekommen und sie begrüßten sich.
    Lucas Scorpius schlenderte betont lässig zu uns rüber und schob seine Sonnenbrille vor und schaute extrem cool zu mir rauf.
    „Na, Tante Martha, was läuft?“, fragte er, als er mit seinen Fingern durch seine hellblonden Haare fuhr.
    Ganz, wie der Papa.
    „Wie der Vater, so der Sohn!“, sagte ich grinsend, während Ruth die Augen verdrehte.
    Draco verzog das Gesicht und Harry fing an zu lachen.
    „Wartet nur, bis James in das Alter kommt, dann werdet ihr schon sehen, was er alles anstellt!“, meinte Ruth und fing an zu grinsen.
    Warum grinste sie nur immer so böse!




    „Und, Martha, was macht das Kind? Tritt es immer noch um sich?“

    Erst jetzt bemerkte Martha, dass sie in dem Bild schwanger war. Ihr Bauch war zu einer runden Kugel geworden, sie war sicher schon im 8. Monat, oder so.
    Die Martha in ihrer Illusion beklagte sich über die Schmerzen, doch merkte Ruth ihr genau an, wie sehr sie sich auf das Baby freute.
    Harry, der sanft Marthas Bauch streichelte, schaute nun Malfoy an.
    „Nun, ich sehe da kommt noch so eine Potterplage!“, konnte sich Malfoy nicht verkneifen und grinste Harry an.
    Dieser boxte seinem Freund in die Schulter.
    „Ach Draco, wir wollen doch nicht in die alten Gewohnheiten zurückfallen, oder? Außerdem, wenn die Welt drei Malfoys bekommen hat, braucht es mindestens zwei Potters um das wieder auszugleichen! Bei wem sollen John und Emily denn sonst lernen, wie man sich benimmt! Zu wem sollen sie denn sonst aufblicken, wenn nicht zu meinen Kindern? Du willst doch nicht etwa noch so einen obercoolen Draufgänger, oder?“, konterte Harry mit einem verschmitzten Lächeln geschickt und strich Scorpius über seinen Kopf.
    Dieser fand das natürlich extrem peinlich und er trollte sich zu seinen Geschwistern.
    Ruth blickte ihrem Sohn nach und schüttelte den Kopf.
    „Wenn er auch nur halb so arrogant, wie sein Vater wird, wird er es im Leben nicht leicht haben!“, sagte sie und grinste.
    Martha schaute dem kleinen Macker ebenfalls hinterher.
    Süß war er schon, wie er immer versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, wie er sich freute, wenn er da war.
    Martha wendete den Blick wieder den beiden Männern kopfschüttelnd zu und lachte.
    „Naja, da können wir ja nur hoffen, dass von nun an unsere Kinder stark nach den Müttern kommen, sonst wird ja nichts mehr aus ihnen!“
    „Na warte!“, sagte Harry und packte Martha.
    Er zog sie an seine starke Brust und küsste sie leidenschaftlich.















    Danke ihr Lieben fuers Lesen! Ich wuerde natuerlich gerne eure Meinung hoeren!

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