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Kapitel 4 - Zusammentreffen und die Personen im Haus

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6 Kapitel - 3.358 Wörter - Erstellt von: DarkNightmare - Aktualisiert am: 2017-05-21 - Entwickelt am: - 151 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Das ist das vierte Kapitel von "Das Haus seltsamer Personen".

    1
    Ich reiße die Augen auf. Stille. Über mir sehe ich eine Wand, unter mir spüre ich weichen Stoff. Wo bin ich?
    Schnell klärt sich meine Frage, ich bin in meinem Zimmer. Müde setze ich mich auf. Dabei streift meine Hand über etwas. Es ist dieses Stofftier. Aber wie kommt es hierher? Und was sollte das in meinem Traum sein? Ich habe keine Ahnung.

    2

    Leicht taumelnd tappe ich die Treppen runter. Dabei laufe ich Luca entgegen, der mich anlächelt. „Endlich bist du wach. Es ist nächster Tag seit du eingeschlafen bist, weißt du“, teilt er mir mit und zieht mich sanft runter in die Richtung des Speisesaals. „Eigentlich sollte ich dich wecken gehen, aber du bist ja schon wach“, fährt er fort. Im Speisesaal bemerke ich Dark, der mich mit einem ultimativen Killerblick anstarrt. Ist das mit dem Amulett wirklich so schlimm? Wenn nicht dieses Stofftier, würde ich denken, ich habe das Amulett nur verloren und es liegt irgendwo herum, aber da das Stofftier aus dem Traum nun bei mir ist, kann es auch sein, dass das Amulett tatsächlich zerstört ist. Aber wie konnte es verschwinden?
    „Ich kann heute nicht raus gehen, Madame Air“, meint das Mädchen mit dem blutroten Haar, welches immer auf Darks rechten Seite sitzt und wenn Dark irgendwie unfreundlich ist, von ihr und Grayson einen Schlag abbekommt. „Warum das denn? Fühlst du dich nicht gut?“, möchte Madame Air wissen. Das Mädchen nickt nur. „Ich will nicht allein gehen“, mault eine Stimme. Es war Grayson. Ich glaube, der Grund, warum er hier ist, ist, dass man ihn erst überhaupt nicht bemerkt. Wäre logisch. Sonst ist mir bei ihm ja nichts Seltsames aufgefallen. Okay, sein Aussehen, aber er ist ja nicht der Einzige hier, der seltsam aussieht. „Na gut. Such du dir aus, wen du mithaben möchtest, Grayson“, entscheidet Madame Air. Ich sehe die Chance, mich vielleicht nützlich zu machen. Zwar weiß ich nicht, was genau sie mit raus gehen meinen, aber trotzdem. „Könnte ich bitte mitkommen? Bitte“, rufe ich also sofort rein. Grayson sieht kurz zu Madame Air, die nickt. Was? „Okay dann kommst du eben mit“, meint Grayson kurz darauf, an mich gerichtet. Ein Glücksgefühl macht sich in mir breit. Endlich kann ich irgendwie helfen.

    3
    Die Sonne sprenkelt das, von der kühlen Nachtluft feuchte, frisch duftende Gras. Die Blätter der Bäume rauschen sanft im leichten Wind. Grayson tappt neben mir mit einem Zettel und etwas anderen in der Hand her. Langsam kommt mir, glaube ich jedenfalls, die Gegend bekannt vor. Bin ich hier nicht mal entlanggelaufen? Als ich vor dem Regen flüchten musste?
    Nach einiger Zeit bleiben wir auf einer Lichtung stehen. Die Bäume umranden eine Wiese. Grayson nimmt das, was er neben dem Zettel mit sich rumschleppte, und legt es vor sich ins Gras. Verwirrt blinzele ich. „Und was jetzt?“, frage ich, nicht verstehend was das sein soll.
    Gerade habe ich diese Frage gestellt, da höre ich ein Klicken und ich werde durch unerträgliches, grelles Licht dazu gezwungen, die Augen zuzukneifen. Als ich sie wieder öffnen kann, sehe ich nichts Ungewöhnliches. Zuerst. Denn da kniet sich Grayson nieder zu einer Tür, die vor uns, wo erst Gras war, aufgetaucht ist. Es ist eine ganz gewöhnliche Haustür, die bei jedem normalen Haus vorzufinden ist. Als wäre es das normalste der Welt öffnet Grayson die Tür und springt durch den Rahmen. Vorsichtig klettere ich hinterher.

    4
    Ich stolpere Stufen runter. Verwirrt sehe ich mich um. Grayson hat mir Platz gemacht, damit ich nicht in ihn reinlaufe und schließt die Tür hinter mir. Dann tritt er auf den Boden und geht die Gasse entlang, auf welcher wir gelandet sind. Für jemanden, der das gesehen hätte, dass wir hier auftauchen, würde es so aussehen als würden zwei Personen einfach ein Wohnhaus verlassen. Ich höre Autos und alle anderen Geräusche einer Stadt. Dieses lang nicht gehörte Geräusch kommt mir so bekannt vor. Grayson geht an mir vorbei. „Komm.“
    Es ist so ungewohnt, wieder an so vielen Menschen vorbeizulaufen, die man nicht kennt. So lange habe ich nicht gespürt, wie mich jemand anrempelt und was auch immer. Mein Gesicht wird wahrscheinlich blass, ich spüre, wie mein Puls schneller wird und, meiner Meinung nach, lang ist es her, dass ich so viele Füße auf den Steinboden aufkommen hörte. Das überfordert mich schon fast, weshalb ich ein ganz leichtes Zittern auch nicht unterdrücken kann. Grayson hingegen läuft ganz gechillt neben mir her. „Was suchen wir jetzt?“, frage ich. „Wir müssen einkaufen. Eigentlich mache ich es immer mit Bliss, weißt du.“ „Bliss?“ „Ja, die neben Dark, das rothaarige Mädchen.“ Stimmt. Die hat ja gesagt dass sie nicht raus gehen kann. Hat Sinn. Ich bin kurz mit den Gedanken abgedriftet, da läuft uns ein kleines, blondes Mädchen entgegen, wahrscheinlich im Alter von Kate. Ich bemerke sie und möchte sie davor aufhalten, doch schon ist sie gegen Grayson geknallt. Erschrocken sieht sie ihn an. „Oh, tut mir leid.“ Grayson zieht ein Gesicht, meint, es sei nicht schlimm und stiefelt an ihr vorbei, ich folge ihm eilig. Das Mädchen schaut uns verwirrt hinterher.
    Vor sich hin murmelnd betritt Grayson ein großes, hallenähnliches Gebäude. Links und rechts sehe ich kleine Läden. Ohne zu zögern betritt er einen der Läden und kurz darauf durchstromert er gelangweilt die Regale nach der Suche der Dinge, die ihm auf den Zettel aufgelistet wurden. Ab und zu sieht er sich schon fast nervös um. „Grayson?“, frage ich. Der schüttelt kurz den Kopf und fährt seine Suche fort.
    Die Frau an der Kasse gibt eine kurze Begrüßung von sich, sagt am Ende den Preis und sieht mich erwartungsvoll an. „Hier“, sagt Grayson und hält der Frau das verlangte Geld entgegen, ihren kurz erschrockenen Gesichtsausdruck ignorierend. Ich sehe das leichte Zittern ihrer Hand, als sie das Geld entgegennimmt und dann, uns nicht mehr anschauend, einen kurzen Abschied murmelt.
    Als wir aus dem Laden wieder in diese „Halle“ treten, höre ich ein leichtes Lachen. Es kommt mir so unangenehm bekannt vor. Ich sehe in die Richtung, aus der es kam und erblicke unter den vielen Leuten drei seltsame Jungen, die in der Menge hervorstechen. Sie sehen so unterschiedlich aus, doch zwei Dinge sind bei den dreien gleich: Sie sind unheimlich und ich hab sie schon irgendwo gesehen. Aber woher? Der größte Junge von den dreien mit braunem Haar trägt einen Mundschutz, der, der eben gelacht hat, hat ein helles, sandfarben und auch etwas graues Haar, welches ihm chaotisch ins Gesicht fällt. Unpassend ist seine elegante Kleidung. Der dritte und kleinste von ihnen hat sich die Kapuze über den Kopf gezogen. Sie bemerken meinen Blick und sehen zu mir. Schnell sehe ich weg. „Ich dachte schon du bist weg. Komm jetzt“, höre ich Grayson sagen. Eilig folge ich ihm, aber ich glaube, ich habe gesehen, wie der Junge mit der eleganten Kleidung fies zu mir herübergegrinst hat.

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    Auf dem Rückweg schweigen wir uns gegenseitig an. Schließlich, an der Tür angekommen, frage ich ihn: „Sag mal, Grayson. Warum hast du dich in diesem Laden so seltsam benommen? Und auch bei dem Mädchen?“ Grayson sieht mich mit seinen weinroten Augen an. „Hier, in der normalen Menschenwelt, wäre es für mich besser, nicht bemerkt zu werden. Irgendwann wird es dir schon erklärt werden, aber nicht jetzt. Hier wäre ist nicht sonderlich gut“, behauptet er und öffnet die Tür.
    Auf der Wiese nimmt er das Ding, welches er vorher ins Gras gelegt hat, die Tür ist verschwunden. Auf dem Weg zurück muss ich an die drei Jungen denken. Woher kommen sie mir so bekannt vor? Okay, der mit dem Anzug vielleicht nicht sonderlich, aber die zwei anderen...
    „Finn, alles okay mit dir? Du läufst wie ein Zombie vor dich hin.“ Verwirrt sehe ich ihn an. „Tatsächlich? Habe ich nicht bemerkt.“ Grayson lacht leicht, mit deutlich besserer Laune als ein paar Minuten davor. „Kann man sich denken, dass man es selbst nicht bemerkt.“

    6
    Zurück beim Haus bringen wir die gekauften Sachen erst auf ihren Platz und, nach dem Mittagessen, gehe ich ins Wohnzimmer. Meine Laune hat sich verbessert. Sichtlich.
    Im Wohnzimmer sitzen die Zwillinge Fayne und Fate nebeneinander auf der Couch und scheinen etwas auf ihren Laptops zu zocken. Kann man dem Gelabere von Fate entschließen. Sonst sind noch im Raum Foxy, Anna und Levi. Foxy ist im Sessel sitzend eingeschlafen, Levi sitzt neben Fate und guckt, wahrscheinlich durch Kopfhörer Musik hörend, den beiden beim Zocken zu und Anna flechtet ein paar von Foxys Haarsträhnen zu kleinen Zöpfchen zusammen. Als ich den Raum betrete, schaut sie auf. „Hallo Finn“, begrüßt sie mich lieb lächelnd. Levi winkt mir freundlich zu, Fayne und Fate schauen kurz zu mir auf und Foxy wacht auf, ignorierend, was Anna da mit seinem Haar macht. Ich lächele leicht.
    „Mir ist langweilig“, beschwert sich Anna nach einer Weile. Sie hat die paar längsten Haarsträhnen von Foxys unordentlichem Haar bereits zu Zöpfchen geflochten. Bei den kürzeren Haarsträhnen hat sie aufgegeben. „Was war gestern eigentlich, Anna?“ Ich möchte wissen, was mir gerade erst jetzt einfällt, wer dort zum Haus ging. Foxy guckt mich etwas blöd an, Anna sagt erst nichts. „Ich weiß es nicht“, meint sie dann, „niemand, bis auf Madame Air, weiß es.“ Um das Thema zu wechseln fragt sie: „Und? Weißt du nun deine Fähigkeit? Es dauert schon lange, du solltest sie schon herausgefunden haben.“ Ich zucke die Schultern. „Nein, ich weiß immer noch nichts. Aber was ist mit euch?“ Anna sieht mich an. „Nun ja… Bei wem weißt du etwas?“ Ich muss überlegen. „Dark hat mir erzählt, seine Seele könne seinen Körper verlassen und Ren ist ein Vampir, das steht fest“, fange ich an. „Bei einigen bin ich mir nicht ganz so sicher. Gin kann zu einer Katze werden…“ In Gedanken füge ich noch ein oder anders herum hinzu. „…Grayson ist, soweit ich weiß, für eine Zeitspanne unbemerkbar, bei Jason habe ich, glaube ich jedenfalls, Puzzleteile am Hals gesehen, Liu kann, soweit ich weiß, in den Kopf von jemanden eindringen oder jemanden in seinen eigenen Kopf befördern… und… äh… Dieser eine Junge war komplett weiß… zählt das auch?“ Anna nickt. „Und sonst war noch dieses eine Mädchen mit der Rose in der Augenhöhle, Sascha war etwas durchsichtig und ein Mädchen hat Katzenohren und einen Katzenschwanz“, beende ich meine Aufzählung. Ich glaube nicht, dass Anna mir folgen konnte. Die Zwillinge haben ihre Laptops weggelegt und sehen nun, im Schneidersitz sitzend, zu mir.
    Nach kurzer Schweigeminute fängt Anna an zu erklären: „Also, das mit Dark und Ren ist zum ersten ganz richtig. Gin kann aber nicht nur zur Katze, sondern auch zu jedem anderen Tier werden-“ „Und ich bin nicht nur für eine Zeitspanne unbemerkbar“, erklingt eine Stimme hinter mir. Ich zucke zusammen und sehe hoch. In der Zwischenzeit habe ich mich einfach auf den Fußboden plumpsen lassen. Grayson grinst mich an.
    „Ich habe meinen Namen gehört, also hab ich mir gedacht, ich geselle mich euch mal. Ich bin eigentlich immer unbemerkbar, bis ich meistens einen Laut von mir gebe… Oder jemand rennt mich um, wie du in der Stadt gesehen hast“, meint er. Ich nicke. Anna lächelt, dann fährt sie fort. „Bei Jason ist es so, dass an einigen Stellen seine Haut von Puzzleteilen ersetzt wird. Ich stelle es mir schmerzhaft vor.“ Foxy, welcher an einem der Zöpfchen herumzupft, wahrscheinlich in der Überlegung, sie auseinander zu flechten, verdreht leicht die Augen, was Anna aber nicht weiterhin kümmert.
    Fate ist derjenige, der weitererzählt. „Liu kann tatsächlich in den Kopf einer Person eindringen, da hast du Recht. Shiro ist der weiße Junge, aber er hat auch irgendwelche schwarzen Handschuhe, wozu weiß ich nicht. Melisa kam zu uns als sie eine Augenklappe trug, weil sie in ihrem Auge Risse bemerkt hat, die sich wie eine Knospe geöffnet hatten. Und du siehst, wie nun ihr ehemaliges Auge aussieht. Es ist gruselig, aber so ist es halt bei ihr. Sascha ist ein Geist. Fayne und ich lernten ihn als Menschen kennen, später wurde er zu einem Geist. Den Grund erklärt er niemanden.“
    „Das macht einen richtig neugierig, meint ihr nicht?“, erklingt eine weitere Stimme. Evie ist in den Raum gekommen und klettert auf die Lehne der Couch. „Alice, das Mädchen neben Sascha, ist eine Neko, darum die Katzenohren und der Katzenschwanz“, beendet Evie die Erklärung lächelnd. Sie wirkt nicht so schüchtern wie ich sie gesehen habe, als sie sich mir vorgestellt hat. Mein Kopf surrt von den vielen Beschreibungen. Anna merkt es mir an. „Ich weiß, es ist schwierig sich das Ganze zu merken.“ Ich nicke leicht. Auf jeden Fall ist das kompliziert. Aber dennoch lässt meine Neugier nur etwas nach. „Und… Was ist nun mit euren Fähigkeiten?“
    „Du hast schon mal mitbekommen, wie Levi dich begrüßt hat. Das ist weil er nicht normal sprechen kann. Zwar denkt er wie jeder andere, aber wenn er etwas sagen möchte, wird es in einen Songtext eines Liedes umgeändert. Immer. Das erschwert das Verstehen, was er von jemanden will“, erklärt Fayne. Levi nickt. Dieses Problem erklärt auch warum er so gut gelaunt wirkt, aber gar nichts sagt.
    „Fayne, Fate, zeigt ihr bitte was ihr hinter den Masken verdeckt? Biiitteee“, bettelt Anna, mit Hundeaugen und wie ein kleines Kind wirkend. Fayne und Fate wechseln kurz einen Blick. Entschlossen schüttelt Fate den Kopf. „Ne, lieber nicht“, entgegnet er. „Och schade“, mault Anna. Zugegeben bin ich auch leicht enttäuscht, aber was soll man da machen? Wenn man es nicht möchte, dann möchte man es nicht. Punkt.
    Evie kommt nun zu Wort. „Foxy hat die Gabe, dass er Dolche ausfahren lassen kann. Könntest du es bitte zeigen?“ Mit großen, glänzenden Augen sieht sie zu ihm. Der nickt nur und lässt aus der Fingerspitze seines Zeigefingers einen wie seinen Finger langen, sehr spitz zulaufenden Metallstab fahren, den er aber kurz darauf wieder einzieht.
    Nun spricht Anna wieder. „Evie muss solche Stiefel tragen, weil sie überall, wo sie barfuß hinkommen würde, Efeu wachsen lassen würde.“ Evie nickt. „In Mengen sogar. Anna hat von Madame Air Kontaktlinsen bekommen. Ihre Fähigkeit ist nicht sonderlich eine, die man haben möchte.“ Anna ist nun diejenige, die nickt. Ich frage einfach nicht nach. Da fällt mir die Sache mit meinen Augen ein. „Also… Ich glaube, ich habe mal im Spiegel gesehen, dass meine Augen grau waren.“ Ich lache kurz, um zu zeigen, dass ich nicht recht glaube, dass ich richtig gesehen habe. „Komisch, nicht?“
    „Stimmt, du hattest am Anfang durchgehend graue Augen. Und plötzlich sind sie manchmal wieder braun. Ob das deine Fähigkeit ist?“, meint Anna. Okay, ich hab mich doch nicht versehen. Grayson, der bis jetzt die ganze Zeit geschwiegen hat stimmt nickend zu. „Jep, das stimmt. Vielleicht kannst du deine Augen auch zu anderen Farben wechseln. Aber warum?“ „Er war immer so verschrocken, als seine Augen grau waren. Wenn er so wie jetzt ist sind seine Augen braun. Versteht ihr was ich meine?“, meldet sich noch eine Stimme. Ich habe nicht bemerkt, wie der weiße Junge, der Shiro genannt wurde, in den Raum kam. Okay, wenigstens seine Kleidung ist grau, aber hellgrau, wie Nebel, also fast weiß. Wie „hilfreich“, wenn man ihn beim Schneewetter suchen würde.
    Seine giftgrünen Augen mustern mich. Irre ich mich oder hat er was gegen mich? „Wie ich vorhin gehört habe war schon von mir die Rede. Also muss ich mich wahrscheinlich nicht mehr vorstellen?“, stellt er fest. „Stimmt“, antwortet Fate. Anna hat den Kampf wieder angefangen, Foxys Haarsträhnen wieder zu Zöpfchen zu flechten. Foxy wehrt sich nicht. Shiro sieht ihn an, einen Mundwinkel spöttisch zu einem halben Grinsen gehoben. „Wo ist Grayson eigentlich?“, möchte ich wissen, da ich ihn nirgendwo im Raum mehr sehe. Niemand antwortet mir erst, dann kommt von Evie nur ein keine Ahnung. Wie ich Grayson kenne, würde er nun vielleicht sich erkenntlich geben, was aber nicht passiert. Also muss er den Raum verlassen haben. Aber wann? Blöde Frage, wenn man unbemerkbar ist – entweder man sagt etwas oder sowas – kann er einfach gegangen sein, ohne dass es jemand bemerkt hat.
    Nach einer Weile, wo ich geschwiegen hab, bemerke ich etwas und frage auch gleich: „Mit mir gibt es hier 30 Personen, wenn ich mich nicht irre. Gibt es… Gibt es vielleicht noch mehr Personen, die auf diese Art und Weise – wie ihr – anders sind?“ Während ich diese Frage stelle, fallen mir noch weitere Fragen ein.
    Schweigen. Zuerst. Denn dann fängt auch schon Fate an, zu erklären. „Eigentlich schon, aber einige wollten zurück. Wie hieß die eine noch mal, die letztens zurück wollte?“ „Ashley. Sie konnte das Element Feuer kontrollieren“, meint Fayne. „Du weißt doch, die große Schwester von Night.“ „Wie viele sind die Geschwister?“, möchte Anna, nun neugierig, wissen. Fate und Levi zucken die Schultern. Was für Geschwister? „Wie dem auch sei, Anna, auf jeden Fall wollte Ashley zurück in die Menschenwelt. Sie hatte freie Wahl. Wenn man nicht erwischt wurde, konnte man zurück zum ehemaligen Leben. Die Mehrheit, die hier blieb, hat sich frei dafür entschieden, hier zu bleiben“, beendet Shiro die Erklärung. „Einige von uns konnten nicht zurück, weil sie auch nach langer Zeit keine Erinnerungen hatten. Somit konnten sie auch nicht zurück, weil sie nicht mehr zurechtkommen würden“, fügt Evie hinzu.
    „Und… gibt es auch andere Art und Weisen, wie jemand hierher kommen kann?“ Levi nickt, Fayne fängt an zu reden. „Ja, eine andere Art und Weise. Manchmal findet Madame Air – wie auch immer – heraus, dass dort jemand hierher kommen könnte oder auch müsste, um sicher zu sein. Dann schickt sie jemanden los, um diese Person zu holen.“ Anna nickt aufgeregt. „Ja! Bei mir war das so, ich kann mich daran gut erinnern.“ Ich mache große Augen und sehe sie erwartungsvoll an. „Ich war im Wald, den Grund weiß ich jedoch nicht, suchte aber etwas. Ich traf auf Dark, der ohne seinen Körper unterwegs war, und er hat mich hierher gebracht. Nicht sonderlich auf freundliche Art und Weise, aber so ist Dark eben“, erzählt sie. „Andere würden erst jemanden auffordern, freiwillig mitzukommen. Du weißt, wie Grayson mit dir in die Menschenwelt gegangen ist. So holen einige von uns andere hierher.“
    Ich nicke stumm. Freie Wahl? Nur zu schade, dass ich angeblich gefunden wurde, bevor ich hier auftauchte. Aber ich bin dankbar dafür, dass mir nun endlich etwas über die Personen hier gesagt wurde. Ich glaube, es reicht mir fürs erste mit den Informationen. Die anderen Fragen sollte ich auf einen anderen Tag verschieben.

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