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Miladys Rückkehr

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11 Kapitel - 2.091 Wörter - Erstellt von: Oli Lestrange<3 - Aktualisiert am: 2017-05-03 - Entwickelt am: - 197 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Milady lebt! Durch einen glücklichen Zufall ist sie ihrer Hinrichtung ein zweites Mal entgangen. Nun sinnt sie nach Rache.



(Hinweis: Diese FanFiction wird AUF JEDEN FALL fortgesetzt, auch, wenn mal kein Kapitel kommt.)

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    I ich öffnete meine Augen. Um mich herum war alles blau. Ich blinzelte. Die Sonne blendete mich. Darum schloss ich meine Lider wieder. Meine Gedanken begannen zu wirbeln: War dies hier das Jenseits? Aber alles kam mir so bekannt vor: Die weißen Azaleen, die auf der saftig grünen Wiese standen, der knorrige alte Baum und der Baumstumpf, nicht weit entfernt von mir. Langsam kehrte meine Erinnerung zurück: Zuerst die an Athos' traurigen Blick, erfüllt von Schmerz. Danach die an d'Artagnans Gesicht voll Genugtuung, Porthos' vor Hass verzerrtes Antlitz und Aramis' voll Verachtung abgewandter Blick. Im Gesicht des Henkers jedoch, Entschlossenheit, und eine gewisse Gleichgültigkeit. Dies tat er ja beinahe täglich. Doch plötzlich drängte sich ein anderer Gedanke in den Vordergrund: Wenn ich mich erinnern konnte, und auch tatsächlich auf der Wiese lag, wo sie mich hatten hinrichten wollen, dann musste ich... noch am Leben sein! Konnte ein Mensch dem Tod zweimal so knapp entrinnen? Konnte ICH das? Nun, einen Versuch war es jedenfalls wert. Also öffnete ich die Augen und wiederstand dem Drang, sie sofort wieder zu schließen. Langsam richtete ich mich auf. Spürte das feuchte Gras unter meinen Fingern und lachte. Ich lachte, wie ich es seit Jahren nicht getan hatte. Nun erhob ich mich vollständig. Auch das funktionierte einwandfrei.

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    Meine Hand fuhr zu meinem Nacken. Ich berührte ihn und zuckte vor Schmerz zusammen. An der Stelle, wo mich das Beil des Henkers von Lille getroffen hatte, war bereits eine Kruste entstanden, die aber bei meiner Berührung aufgerissen war. Fluchend legte ich ein mit Spitzen verziertes Taschentuch über die Wunde und band es vorne zu einem Knoten. In meinem Kopf hatte sich bereits ein Plan gebildet: Ich würde versuchen, mich bis in den nächsten Ort, zu einem Arzt, durchzuschlagen. Wenn der Arzt mich fachgemäß behandelt hatte, würde ich in einer Herberge ein Zimmer beziehen und etwas ruhen. Und danach würde ich mich rächen, oh ja, an allen, die Schuld an meinen Schmerzen hatten! Wie genau ich das allerdings anstellen wollte, wusste ich noch nicht so genau, aber da würde mir schon noch was einfallen. Ich humpelte zum Feldweg, der glücklicherweise nicht sehr weit entfernt lag. In der Ferne sah ich einen Händlerkarren auf mich zu fahren. Er wurde von zwei großen, braunen Hengsten gezogen.

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    Ich würde warten, bis der Fahrer bei mir angelangt war und ihn bitten, mich in den nächsten Ort zu begleiten. Männer hatten mir schon immer schlecht meine Wünsche abschlagen können... Es dauerte nicht lange, bis das von den zwei prachtvollen Tieren gezogene Gefährt nur noch so weit von mir entfernt war, dass der Fahrer mich hören konnte. Ich rief, mit der schwächsten Stimme, die aufzubringen vermochte:,, Oh, junger Herr, ich brauche Eure Hilfe! Ich habe eine schlimme Verletzung und kann nicht weitergehen. Wäret Ihr so hilfsbereit, mich in den nächsten Ort, zu einem Arzt, zu bringen?" Ich hatte mich nicht geirrt: Der Mann- der eigentlich eher noch ein Junge war, mit seinen kurzen schwarzen Locken, dem kindlichen Gesicht, den warmen braunen Augen, die noch so schlimme Dinge zu sehen bekommen würden und dem verschmitztem Lächeln-hielt seinen Karren nur wenige Meter entfernt von mir an. Leichtfüßig sprang er vom Kutschbock und erinnerte mich dabei ein wenig an Athos.

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    Den Athos, der er gewesen war, bevor er die französische Lilie auf meiner Schulter entdeckt hatte.,, Aber natürlich doch, edle Dame, steiget ein! Ich werde Euch in den nächsten Ort bringen, wo ein Arzt euch sicher helfen wird!" Er küsste mir die Hand, als ich mich mit einem 'Habt Dank, edler Herr' neben ihn auf den Kutschbock gleiten ließ. Die Fahrt bis zum nächsten Ort verlief einigermaßen ruhig, wenn man außen vor lässt, dass die Wunde an meinem Nacken unaufhörlich schmerzte. Als wir schließlich nach einer etwa dreißgminütigen Fahrt im kleinen Dorf 'Bargème' hielten, lud der Jungspund seine Ware, alte Bücher und Tongefäße, aus und baute seinen Karren zu einer Art Verkaufsstand um. Ich dankte ihm ein weiteres Mal fürs Mitnehmen und ließ ihm eines meiner Taschentücher vor die Füße fallen. Auf dem Taschentuch war das Zeichen der la Fères abgebildte. Dieses Bild verursachte einen Stich in meinem Herzen, und ich musste an Athos denken. Der Junge hob das Stück Stoff mit stolzem Blick auf und steckte es in die Tasche seines Wamses. Ich lächelte ihm noch einmal zu, dann verschwand ich zwischen den lärmenden Menschen.

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    I ch lief in die Richtung, die mir das Schild 'Mons. Clodé, Arzt' wies. Das Haus Mons. Clodés war eine alte Hütte mit Strohdach, gebildet aus Lehm. Ich betrat das Gebäude und sah einen jungen Mann. Seine langen, blonden Locken umspielten sein Gesicht und seine stechend blauen Augen strahlten mir entgegen. Er lächelte in meine Richtung. Ich hielt dem gewinnenden Lächeln stand und erwiderte den Blick:,, Seid ihr der Arzt, Mons. Clodé?",, Ja, der bin ich. Was führt euch zu mir?" Der Mann gefiel mir.,, Ich habe eine schlimme Verletzung am Nacken. Könntet ihr sie mir fachgemäß verbinden?" "Aber natürlich. Bitte zeigt mir die Wunde einmal."

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    Ich entblößte die inzwischen wieder blutende Stelle. Der Arzt sog scharf die Luft ein. Das musste ja wirklich schlimm aussehen... Verstohlen schielte ich auf mein einst weißes Taschentuch;es war blutverschmiert.,, Ich werde die Verletzung reinigen müssen, bevor ich sie verbinden kann." Ich spürte, wie Mons. Clodé an meinem Nacken herumhantierte. Er machte es gut; es tat nicht weh. Kaum zehn Minuten später ließ der Arzt meinen Nacken los; erleichtert atmete ich ein: Es war ein wenig unangenehm gewesen. Ich lächelte ihn noch einmal an, lies eine Liere auf den Tisch gleiten und lief aus dem Haus. Während ich die matschige Straße, die ich auch gekommen war, entlangeilte, auf der Suche nach einer Herberge, fragte ich mich das erste Mal an diesem Tage richtig: Warum hatte ich überlebt? Woran hatte es diesmal gelegen? War das Beil des Henkers stumpf gewesen? Hatte er mich an der falschen Stelle getroffen? Oder... war es gar kein Zufall gewesen, dass ich noch lebte? War es vielleicht sogar Absicht gewesen? So in meine Gedanken vertieft, wäre ich beinahe an einer Herberge vorbeigelaufen. Meine Schuhe(die inzwischen schon vor Schmutz strotzten) machten schmatzende Geräusche, als ich auf das Haus zusteuerte.

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    Es war heruntergekommen, wirkte aber gemütlich. Ich öffnete die Tür. Der Geruch von Tabak, gemischt mit einem Stich Rosmarin, schlug mir entgegen. Ich lies meinen Blick durch den Raum schweifen: Er war karg, aber dennoch behaglich eingerichtet. Hinter dem Tresen stand eine alte, gebrechlich wirkende Frau, die gerade einem Jungen mit kurzen schwarzen Locken etwas zu Trinken servierte. Ich erkannte die warmen braunen Augen in dem kindlichen Gesicht sofort: Es war der Junge, der mich auf seinem Händlerkarren nach Bargème gebracht hatte.

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    Ich war sehr überrascht, ihn hier anzutreffen, da ich erwartet hatte, dass er seine Ware verkaufen würde und danach direkt wieder wegfahren würde, doch ich lies mir nichts anmerken. Inzwischen hatte er mich ebenfalls bemerkt; erfreut stand er auf und ging auf mich zu:,, Ah, Ihr seid auch hier! Habt Ihr einen Arzt gefunden, der Eure Wunde behandelt hat?" Ich nickte.,, Nun, da wir uns nun bereits zweimal begegnet sind, erlaubt mir bitte mich vorzustellen: Ich bin Alois, fahrender Händler. Und erlaubt mir bitte ebenfalls, Euch zu fragen, wie Euer Name lautet." Ich überlegte kurz; schließlich stand mir das ganze Feld der weiblichen Vornamen offen. Nach wenigen Sekunden antwortete ich entschlossen:,, Mein Name lautet Adelais. Es erfreut mich, erneut Eure Bekanntschaft zu machen, Mons. Alois.",, Das kann ich nur zurückgeben, Mademoiselle Adelais. Wollt Ihr auch etwas trinken?" Ich lächelte und antwortete:,, Ja, gerne. Einen Becher Bordeaux bitte.",, Habt Ihr gehört? Einen Becher besten Bordeaux für die Dame Und beeilt Euch!" scheuchte Alois die alte Frau, die gerade ein Pläuschchen mit einer jungen, rotblond-gelockten Frau mit roten Wangen begonnen hatte, auf. Sie zuckte zusammen und und humpelte, so schnell wie sie eben konnte, hinter die Theke, um dem Wunsch Gebieter zu werden. Während sie einen Krug mit dem rötlichen Getränk füllte, musterte sie mich eingehend. Mir gefiel ihr Blick ganz und gar nicht, darum ging ich einige Schritte durch den dunklen Raum. Ich kam vor einem Ölgemälde zum Stehen; es zeigte eine Jagdszene, auf der der König mitsamt Gefolge einem armen, wehrlosen Hirsch hinterherjagte. So etwas hatte ich schon immer gehasst. Ich war so vertieft in die Betrachtung des Bildes gewesen, dass ich nicht gemerkt hatte, wie sich Alois von hinten an mich herangeschlichen hatte. Ich zuckte zusammen, nahm aber trotzdem dankend einen der Krüge, die er in der Hand hielt, an. Alois hielt seinen Becher in die Höhe, und mit einem, Auf den König!` leerte er das Gefäß in einem Zug. Ich tat es ihm gleich, nahm aber nur einen kleinen Schluck des Getränks. Wenn ich eine Sache gelernt hatte, dann war es definitiv die Tatsache, niemandem zu trauen. Doch der Wein war in Ordnung, darum trank ich einen weiteren Schluck.

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    Ein paar Tage später schlenderte ich durch das Dorf, welches, wie ich schnell festgestellt hatte, nicht besonders groß war; neben dem Wirtshaus, in dem ich nun schlief, gab es hier nur einen Metzger, einen Friseur, einen Laden, in dem man allerhand Lebensmittel kaufen konnte, den Arzt Mons. Clodé und außerdem noch einige wenige Einwohner. Ich hing ein wenig meinen Gedanken nach, als mich plötzlich ein nur allzu vertrauter Anblick störte. Mir stockte der Atem, aber im nächsten Moment lief ich schon entschlossen auf ihn zu.,, Rochefort!" brüllte ich,,, Bleibt stehen, Rochefort!" Widerwillig und peinlich berührt drehte sich der Hauptmann der Kardinalsgarden zu mir um; die Überraschung stand ihm auf's Gesicht geschrieben. Da er sich vor mir und den Menschen, die uns inzwischen neugierig lauschten, keine Blösse geben wollte, antwortete er mit einem aufgesetzten Lächeln:,, Ah, Milady de Winter! Wie komme ich zu solch einer Ehre?" Der Spott in seiner Stimme war kaum zu überhören, und alles in mir schrie:'Du hast mich verraten, du Trottel! Wegen dir wäre ich fast gestorben!', doch ich ermahnte mich zur Ruhe. Schreien würde mit jetzt auch nicht weiterhelfen. Also antwortete ich mit betont ruhiger Stimme und einem zuckersüßen Lächeln:,, Nun, wie Ihr sicher wisst, gibt es da eine... Angelegenheit die ich gerne mit Euch besprechen würde. Aber nicht hier auf offener Straße." Ich durchbohrte ihn mit einem Blick, der ihm hoffentlich klarmachte, um welche 'Angelegenheit' es sich handelte, falls er es sich nicht längst schon denken konnte. Rochefort zog spöttisch eine Augenbraue hoch und lachte verächtlich.,, Nun, wenn das so ist... kommt morgen gegen Mittag in die Rue de Asoziéte, dort werde ich Euch erwarten." Grußlos rauschte er davon. Ich lächelte zufrieden. Alles lief nach Plan.

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    Heyyyy:) So, ich hatte endlich wieder ein paar Ideen;) Falls ihr es noch nicht in der Zusammenfassung gelesen habt: Ich werde AUF JEDEN FALL weiterschreiben. Also guckt regelmäßig vorbei;):3 Viel Spaß beim Lesen















    Oli Lestrange<3

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