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Ever After High - Once upon a generation

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10 Kapitel - 10.541 Wörter - Erstellt von: Fianna Brown - Aktualisiert am: 2017-07-07 - Entwickelt am: - 314 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Lange vor Apple White und Raven Queen ging eine andere Generation durch die Flure der Ever After High. Doch wie erlebte Bad Wolf seine Schulzeit? Wie entkamen Bella und Brutta Sister ihrer Geschichte? Wie wurde Marian vom Burgfräulein zur Heldin? Und was führte zum Zerwürfnis zwischen Giles und Milton Grimm?
Vorgeschichte zu meiner FF:
http://www.testedich.ch/quiz40/quiz/1457881993/Der-Krieg-der-Rebels-1

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Bad Wolf

Der Abend dämmerte bereits, als Bad Wolf zum ersten Mal das Gelände der Ever After High betrat. Überall um sich hörte er das Klackern von Pferdehufen und Gelächter. Bad schnaubte verächtlich. Er war allein gekommen. Stundenlang war er gelaufen, jetzt taten ihm die Pfoten weh. Seine Eltern hatten ihn nicht begleitet, sie hatten sich noch im tiefsten Wald kurz und emotionslos von ihm verabschiedet: Bad bezweifelte, dass sie ihm fehlen würden. Langsam liess er seine Wolfsgestalt in seine menschliche übergehen. Versteckt am Waldrand beobachtete er die anderen Schüler beim ankommen. Er sah, wie seine künftigen Mitschüler aus ihren Kutschen stiegen, sich lachend begrüssten oder sich weinend von ihren Eltern verabschiedeten. Bad beobachtete sie argwöhnisch. Seine Eltern hatten in die Arroganz des gewöhnlichen Volkes schon gelehrt bevor er hatte laufen können. Dennoch hatte er sich immer auf den Tag gefreut, an dem er die heimatliche Höhle verlassen konnte. Jetzt war es endlich soweit. Bad wartete noch einige Minuten, dann gab er sich einen Ruck und machte sich auf den Weg. Als er den Hof betrat, bemerkte er die Dinge, die ihm aus der Ferne nicht aufgefallen waren. Alle die dort versammelt waren, schienen einer gewissen Gruppe anzugehören. Prinzen und Prinzessinnen tummelten sich auf der einen Seite, Bürgerliche auf der anderen. Am meisten aber fiel die dritte Gruppe auf: Dort trugen alle dunkle Kleider und hatten verächtliche Blicke im Gesicht. Das waren die Nachkömmlinge der Bösen. Bad senkte seinen Blick, als er sich an den anderen vorbeischob. Er wollte keine Aufmerksamkeit erregen. Einige der Bürgerlichen warfen ihm einen kurzen Blick zu, die Bösen und Königlichen hielten ihn sichtlich unter ihrer Würde. Schliesslich erreichte er den Empfangstresen, der im Schulfoyer aufgebaut war. "Guten Tag", begrüsste ihn die Frau am Tresen. "Wie heissen sie?" "Bad Wolf", antwortete er. Die Frau zuckte zurück. "Melden sie sich gefälligst beim Schalter der Bürgerlichen!", knurrte sie ihn an und wies auf die andere Seite des Hofes. Beschämt zog Bad den Kopf ein und machte dass er fortkam. Er hörte wie die Frau hinter ihm entrüstet nach Luft schnappte. Mit gesenktem Kopf lief Bad über den Hof und spürte die belustigten Blicke auf ihm lasten. So hatte ich mir meinen ersten Auftritt eigentlich nicht vorgestellt, dachte er verärgert. Jetzt durfte er sich wahrscheinlich mit irgendeiner uralten, längst vergraulten Frau abgeben. Und tatsächlich sass jetzt genau so eine vor ihm. "Name?", schnauzte sie ihn an. "Bad Wolf", erklärte er hastig. Sie seufzte, wühlte kurz in ihren Unterlagen, dann zog sie einige Blätter Papier hervor. "Stundenplan, Regeln und Anweisungen", knurrte sie. "Zimmer im Flügel der Bürgerlichen. Mitbewohner Hunt Huntsman." Bads Kopf, der bereits über den Papieren geschwebt hatte, schoss hoch. "Was?" Die alte Frau runzelte die Stirn. "Sie haben mich sehr genau verstanden. Gehen Sie jetzt." Schweigend gehorchte Bad, auch wenn er sie liebend gerne angeschrien hätte. Hunt Huntsman! Das konnte ja heiter werden! Wütend knurrte er vor sich hin, während er durch die Flure stapfte. Jene an denen er vorüber kam, warfen ihm kritische bis angsterfüllte Blicke zu. Bad ignorierte sie. Er musterte die Namensschilder der Türen, an denen er vorbeikam. Pinocchio Wood, Jack Beanstalk, Hänsel Crumb, Humpty Dumpty... Hunt Huntsman und Bad Wolf. Bad hörte schon von draussen, dass sein neuer Mitbewohner bereits angekommen war. Er holte tief Luft. Vielleicht wird es gar nicht so schlimm, versuchte er sich selbst zu beschwichtigen. Dann öffnete er die Tür und betrat den Raum, der für die nächsten vier Jahre sein Zuhause sein würde.
Sein erster Gedanke war, dass das unmöglich wahr sein konnte. Überall im Raum waren Jagdtrophäen und Waffen aufgehängt. In der Mitte stand Hunt Huntsman, die Arme verschränkt und selbstgefällig lächelnd. "Na, Bady, was hältst du davon?" Bad war in der Tür erstarrt stehen geblieben. "Ich..." Dieser Wolf da oben sah fast so aus wie er, wenn er in Wolfsgestalt war. Hunts Lächeln vertiefte sich. "Ach, hat unser kleines Hündchen ein Problem mit der Einrichtung? Machst dir wohl in die Hose, dass ich dich in der Nacht umbringe, was?" Bad biss seine Zähne zusammen. "Nein", log er, "Überhaupt kein Problem." In Hunts Gesicht schien der reine Teufel zu wohnen. "So ist's brav. Zieh nur deinen Schwanz ein." Das Verlangen, zu knurren und Hunt eins überzuziehen war unbändig, aber Bad riss sich zusammen. Er wollte an seinen ersten Tag noch nichts falsch machen und vor allen wollte er Hunt nicht die Genugtuung geben, ihn provoziert zu haben. Aber als er seinen Koffer auspackte und einen Blick in seine neuen Bücher warf, wusste er bereits, dass eine schwere Zeit auf ihn zu kommen würde.

Kommentare (1)

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Seralina (89498)
vor 137 Tagen
Ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung!