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Warrior Cats - Fuchspfotes Schicksal

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9 Kapitel - 9.538 Wörter - Erstellt von: Luchsiii - Aktualisiert am: 2017-08-10 - Entwickelt am: - 3.459 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 9 Personen gefällt es

In einer Nacht, werden vier Junge geboren. Das Jüngste davon, Fuchsjunges, trifft ein hartes Schicksal. Ihre Mutter stirbt bei ihrer Geburt. Sie wird von ihren Geschwistern verachtet, ja sogar von ihrem Vater. Als dann auch noch ein schrecklicher Unfall passiert, wird alles noch schlimmer.

    1
    ((bold))Die Hierarchie des TraumClans((ebold)) Anführer Himmelstern - großer, hellbraun getigerter Kater mit himmelblauen Augen Zweite Anführerin E
    Die Hierarchie des TraumClans

    Anführer Himmelstern - großer, hellbraun getigerter Kater mit himmelblauen Augen

    Zweite Anführerin Eisflocke - schöne, weiß getupfte Kätzin mit schwarzem Fell und eisblauen Augen

    Heiler Schwarzschweif - alter, weißer Kater mit tiefschwarzem Schweif, gelbe Augen; Mentor von Melissenpfote

    Krieger
    Olivenauge - dunkelbraune Kätzin mit schwarzen Pfoten und olivgrünen Augen
    Nadelherz - dunkelbrauner Kater mit schwarzen Pfoten und waldgrünen Augen
    Dunkelschatten - große, weiße Kätzin mit schwarzen Flecken, schwarzen Pfoten, schwarz getigertem Schweif und dunklen, gelben Augen
    Finsterklaue - tiefschwarzer, großer Kater mit noch schwärzeren Pfoten und eisblauen Augen
    Vogelfang - cremefarben getigerte Kätzin mit weißem Bauch und bernsteinfarbenen Augen; Mentorin von Sonnenpfote
    Nachtherz - schlanker, schwarzer Kater mit weißem Brustfell, weißen Zehen, weißer Schwanzspitze und tiefblauen Augen
    Kleinvogel - kleine, dunkelgrau gestreifte Kätzin mit weißem Bauch
    Rußkralle - großer, dunkelgrauer Kater mit langen Krallen und sturmgrauen Augen
    Samtfell - hübsche, sandfarben getigerte Kätzin mit weichem Fell und leuchtenden, goldgelben Augen
    Leopardenstreif - muskulöser, golden gestreifter Kater mit schwarzen Tupfen
    Rostpelz - breitschultriger, rostrot gescheckter Kater mit bernsteinfarbenen Augen
    Federschwinge - silbergraue Kätzin mit blauen Augen und weißer Maske
    Adlerfeder - hellgrauer Kater mit weißem Brustfleck und gelben Augen
    Distelstich - recht kleine, schwarze Kätzin mit grünen Augen; Mentorin von Zapfenpfote
    Rosenwolke - schwarze Kätzin mit weißen Pfoten und weißem Bauch

    Schüler
    Melissenpfote - kleine, golden gefleckte Kätzin mit weißem Fell und grünen Augen, Heilerschülerin
    Sonnenpfote - goldroter Kater mit weißen Flecken und bernsteinfarbenen Augen
    Zapfenpfote - goldroter Kater mit schwarzer Tigerung

    Königinnen
    Tropfenfall - zierliche, schneeweiße Kätzin mit blaugrauen Tupfen und großen, blauen Augen; Mutter von Schattenjunges, Flockenjunges und Sturmjunges; Ziehmutter von Lilienjunges, Dornenjunges, Bachjunges und Fuchsjunges

    Jungen
    Flockenjunges - zierliche, blaugraue Kätzin mit weißen Tupfen und großen, blauen Augen
    Sturmjunges - breitschultriger, blaugrauer Kater mit weißen Zehen, weißer Schwanzspitze, weißem Brustfell und tiefblauen Augen
    Schattenjunges - großer, schwarzer Kater mit weißem Brustfell, weißen Zehen, weißer Schwanzspitze, weißen Tupfen und tiefblauen Augen
    Dornenjunges - braun getigerter Kater mit weißem Bauch, weißen Pfoten und smaragdgrünen Augen
    Lilienjunges - cremefarbene Kätzin mit weißen, roten und braunen Flecken, grüne Augen
    Fuchsjunges - hübsche, schlanke, cremeweiße Kätzin mit rotbraunen Flecken, rotbraunen Ohren, rotbraun getigertem Schweif und bernsteinfarbenen Augen
    Bachjunges - großer, dunkelgrauer Kater mit weißen Flecken, weißen Pfoten und sturmgrauen Augen

    2
    ((unli))Prolog((eunli)) Das silberne Mondlicht schimmerte über dass verlassene Lager. Man hörte kurz einen Schrei, aber der verklang schon wieder. I
    Prolog

    Das silberne Mondlicht schimmerte über dass verlassene Lager. Man hörte kurz einen Schrei, aber der verklang schon wieder. In der kühlen Nachtluft hörte man leise Stimmen aus den Bauen murmeln.
    >>Sind sie schon da?<<
    >>Ich weiß es nicht. Schwarzschweif ist noch drinnen.<<
    >>Hoffentlich geht alles gut!<<
    Ein nächster Schrei ertönte und ein grauer Kater eilte nervös in einen Bau. Er blickte ängstlich auf eine cremefarben getigerte Kätzin die erschöpft keuchte und in ihrem Nest lag. Der Kater tappte zu der Kätzin und leckte ihr liebevoll die Ohren. >>Das schaffst du schon, Wachholderblüte.<<, murmelte er sanft zwischen seiner Liebkosung in ihr Ohr. Die Kätzin lächelte schwach, bevor sie sich verkrampfte und aufschrie.
    Der weiße Kater neben ihr fing ein kleines Fellbündel auf, biss die Fruchtblase auf und leckte es mit schnellen Zungenstrichen warm. Er legte das kleine Kätzchen zu seinen zwei anderen Geschwistern und wendete sich dann an Wachholderblüte. >>Du hast es gleich geschafft, nur noch ein Junges, Wachholderblüte.<<, miaute er sanft, aber der graue Kater hörte dennoch etwas unruhiges in der Stimme des Weißen. Der graue Kater sah den anderen ernst an. >>Schwarzschweif, stimmt irgendwas nicht?<<, fragte er, sein Ton klang scharf. Schwarzschweif schüttelte den Kopf. >>Nein, alles ist gut, Rußkralle.<<
    Rußkralle glaubte ihm nicht, sagte aber nichts mehr. Irgendwas stimmt ganz und gar nicht..., dachte er, aber seine Gedanken wurden von einem weiteren Schrei unterbrochen. Wachholderblüte neben ihm atmete schwer, an ihrem Bauch lagen vier winzige Geschöpfe die sich leise maunzend um ihre Zitzen stritten.
    >>Ich möchte... Möchte dass du die Kleinen benennst, Rußkralle.<<, keuchte Wachholderblüte. Rußkralle zögerte, beugte sich dann aber vor und stupste einen großen, grauen Kater an. >>Diesen hier nenne ich Bachjunges. Und die Kätzin mit den bunten Flecken soll Lilienjunges heißen.<<, verkündete er leise. Dann wandte er sich an einen braunen Tigerkater. >>Dieser hier soll Dornenjunges heißen.<<, sagte er bestimmt. Zuletzt drehte er sich zu einer cremeweißen Kätzin mit roten Flecken. >>Und diese kleine Kätzin hier, die soll Fuchsjunges heißen.<<, flüsterte er.
    Wachholderblütes Augen strahlten vor Liebe, Glück und Freude. >>Das sind wunderschöne Namen...<<, hauchte sie, ihre Stimme klang etwas krächzend. Schwarzschweif neigte den Kopf und gab der Königin ein paar Mohnsamen die sie besser schlafen ließen. Dann schnippte er mit der Schwanzspitze als Zeichen, dass Rußkralle ihm nach draußen folgen sollte. Die Kater schlüpften beide aus dem Bau und kurz darauf ertönte ein trauriges Jaulen.

    3
    Kapitel 1

    Fuchsjunges öffnete ihre Augen und sah sich um. Sie war wieder in der Kinderstube. Gerade eben hatte sie geträumt dass ihr Bruder Dornenjunges tot an einem blutbefleckten Felsen lag. Sein Kopf war ganz rot vom Blut, dazu stand Fuchsjunges auch noch daneben und starrte den braunen Tigerkater erschrocken an. Dann war sie aus dem Albtraum erwacht und lag mit gesträubtem Pelz im Nest ihrer Ziehmutter.
    Tropfenfall bewegte sich und sah Fuchsjunges besorgt an. >>Fuchsjunges? Ist alles okay?<<, fragte sie beunruhigt. Fuchsjunges stand auf und dehnte sich kurz. >>Ähhh... Ja... Ich hab nur schlecht geträumt.<<, antwortete sie abwesend. Die Königin gähnte. >>Dann ist ja gut. Geh doch nach draußen zu deinen Geschwistern und mit ihnen spielen. Ich brauche etwas Ruhe.<<, schlug sie vor und ließ sich wieder in ihr Nest fallen. Och nö, bitte nicht!, dachte Fuchsjunges wehmütig. Schließlich gab sie nach uns trottete langsam zum Ausgang der Kinderstube. Sie spürte Tropfenfalls durchbohrenden Blick in ihrem Rücken und sprang schnell aus dem Bau.
    Als sie vor der Kinderstube stand musste sie sich erst mal ans Sonnenlicht gewöhnen und blinzelte. Bachjunges sprang gerade in die Höhe und fing einen Moosball. Lilienjunges schrie ihm zu er solle ihr den Ball zu werfen. Dornenjunges stellte sich vor sie und Schattenjunges stürmte auf Bachjunges zu. Sturmjunges stand in der Mitte der Katzen und wartete. Flockenjunges schlich sich von hinten an Lilienjunges und Dornenjunges an.
    Plötzlich aber hielt sie an und sah mit ihrem eisblauen Blick direkt auf Fuchsjunges. Sie rannte los und blieb dann schlitternd vor der cremeweißen Kätzin stehen. >>Hallo Fuchsjunges!<<, maunzte sie fröhlich. >>Möchtest du mit uns Moosball spielen?<< Ihre Augen leuchteten neugierig. Sturmjunges sprang ebenfalls zu ihnen. >>Ja! Du musst auf jeden Fall mitmachen!<<, rief er aus. Auch seine Augen leuchteten.
    Fuchsjunges wollte widersprechen, gab dann aber wieder auf. Sie sind meine Freunde. Den Gefallen muss ich ihnen tuen..., dachte sie. Sie nickte und Flockenjunges hüpfte glücklich auf und ab. >>Super! Komm!<<, rief sie als sie los sprang. Fuchsjunges seufzte kurz und eilte dann den Geschwistern nach. Flockenjunges drosselte ihr Tempo sodass sie neben Fuchsjunges lief. >>Also. Ich und Sturmjunges sind in einem Team. Wir sind Team Flockensturm. Dann sind noch Bachjunges und Lilienjunges ein Team, Lilienbach, und Dornenjunges mit Schattenjunges, Dornenschatten. Weil wir drei größer und älter sind, würde ich sagen gehst du in das Team Lilienbach.<<, erklärte sie. Sturmjunges und Schattenjunges nickten zustimmend, Dornenjunges schwieg und blickte woanders hin, Bachjunges ebenfalls. >>Nein! Ich will aber nicht mit der da in ein Team!<<, widersprach Lilienjunges energisch, sprang auf und blickte abstoßend auf Fuchsjunges. Sturmjunges wollte schon etwas giftiges zurück werfen als sich Bachjunges zu Lilienjunges beugte und ihr etwas ins Ohr flüsterte. Danach setzte sie sich wieder und nickte. Fuchsjunges warf Bachjunges einen misstrauischen Blick zu. Was denn jetzt schon wieder? Mit was wollen sie mich denn jetzt wieder verspotten?, dachte sie verärgert. Dann sah sie kurz etwas in Lilienjunges' Augen aufflackern. Dies erlosch sofort wieder. Aber Fuchsjunges hatte es erkannt. Sie wollten sie beleidigen wenn sie den Ball nicht fing. Oder wegschubsen wenn sie den Ball fangen wollte.
    Sie seufzte noch einmal tief und stellte sich dann zu ihren Geschwistern. Sturmjunges hatte den Moosball zwischen seinen Pfoten und warf ihn dann Schattenjunges zu. >>Team Dornenschatten fängt an!<<, verkündete er. Sofort warf Schattenjunges Dornenjunges den Ball zu. Dieser fing ihn in der Luft und landete perfekt wieder auf den Pfoten. Fuchsjunges sah zu ihm und als sich ihre Blicke trafen erschauderte sie. In seinen Augen leuchtete Fröhlichkeit, aber die Kätzin entdeckte dennoch einen Hauch Trauer und Wut. Er starrte sie wenige Herzschläge an, und sie ihn.
    Auf einmal dachte Fuchsjunges an ihren Traum. Sie verglich in Gedanken seine Augen und die des Traums. In den Augen des Traums lag Trauer, Wut, Hoffnungslosigkeit und Enttäuschung. Als ob die Seite die Dornenjunges anscheinend versteckte hervor gekommen wäre. Es ist ja nur ein Traum. Wahrscheinlich habe ich das hier mir gerade nur eingebildet. Oder etwa doch nicht? Hat..., überlegte Fuchsjunges innerlich, ihre Grübeleien wurden unterbrochen als sie einen Schlag an ihrem Kopf spürte und hart zu Boden krachte.
    Sie stöhnte und rappelte sich auf. Flockenjunges stürmte zu ihr und beschnupperte sie. >>Fuchsjunges? Alles okay?<<, fragte sie, in ihrer Stimme lag Besorgnis. Fuchsjunges schüttelte sich kurz und sah sich um. >>Was ist denn passiert?<<, murmelte sie, noch leicht benommen vom Aufschlag auf dem Boden. Statt das Flockenjunges antwortete, tat es Fuchsjunges' Bruder Bachjunges.
    >>Der Moosball hat dich am Kopf getroffen.<<, erklärte er und seine Augen funkelten spöttisch. Lilienjunges beteiligte sich. >>Ich hatte ihn dir zugeworfen, aber anscheinend bist zu blöd um einen normalen Moosball zu fangen, oder sogar zu bemerken.<<, spottete sie, ihre Schnurrhaare zuckten amüsiert.
    Fuchsjunges schwang wütend ihren Kopf zur Seite und ärgerte sich über sich selbst. Wieso hast du nicht aufgepasst Fuchsjunges? Dann hättest du nicht schon wieder Gespött von deinen Geschwistern erleiden müssen!, schrie sie sich selbst an. Sturmjunges und Schattenjunges wechselten einen Blick und schwiegen, Dornenjunges hielt ebenfalls seinen Mund. Nur Flockenjunges widersprach. >>Stimmt doch gar nicht! Fuchsjunges war nur...<< Sie versuchte verzweifelt nach Worten zu suchen aber Fuchsjunges schüttelte den Kopf und seufzte. >>Lass es einfach. Bei denen hat das keinen Sinn...<<, flüsterte sie zu ihrer Freundin und tappte mit schleifendem Schweif und traurig angelegten Ohren in die Kinderstube.
    Tropfenfall putzte gerade ihren Pelz. >>Hallo Fuchsjunges, wie war das spielen?<<, fragte sie. Fuchsjunges antwortete nicht sondern legte sich einfach in das Nest und schloss die Augen. Sie hörte aber immer noch das Gespött ihrer Geschwister in den Ohren. Wann das ein Ende hat?

    4
    Kapitel 2

    >>Fuchsjunges... Mein Kleines... Öffne deine Augen...<<, hauchte eine Stimme in das Ohr der cremeweißen Kätzin. Seltsamerweise kam ihr die Stimme vertraut vor. Fuchsjunges öffnete ihre Augen und erkannte eine hübsche Kätzin vor sich. Ihre strahlenden, grünen Augen sahen sanft auf das Junges. >>Oh Fuchsjunges...<<, flüsterte sie mitfühlend. Fuchsjunges blinzelte sie verwirrt an. >>Wer bist du denn?<<, fragte sie irritiert. Die Kätzin lächelte und ihre Schnurrhaare zuckten verzückt. >>Weißt du das denn wirklich nicht?<<, erwiderte sie, ihre Augen strahlten wieder Wärme aus. Fuchsjunges öffnete ihr Maul um zu antworten als jemand ihren Namen rief. Verwundert drehte sie sich um. Da war niemand. Und auch als sie sich wieder zurück drehte, war die Kätzin verschwunden. Nur noch ihr süßer Duft blieb an der Stelle wo sie stand. Dann verblasste die Welt um Fuchsjunges und sie fiel schreiend in ein dunkles, tiefes Loch...
    >>Fuchsjunges!<<, rief die Stimme, die Gleiche wie von vorhin. Auf einmal erkannte sie die Katze die sie rief. Flockenjunges! Erschrocken schreckte sie hoch und stoß sich ihren Kopf an dem ihrer Freundin. >>He!<<, fuhr Flockenjunges sie an und rieb sich mit einer Pfote den Kopf. Aber in ihren Augen lag dennoch Besorgnis.
    >>Du hast etwas im Schlaf gemurmelt. Kurz darauf hast du angefangen zu schreien. Was ist los?<<, fragte sie nervös nach. Fuchsjunges schüttelte sich. >>Ähh.. Nichts... Das war nur ein Albtraum...<<, antwortete sie schnell. Hoffentlich glaubt sie mir das und frägt nicht weiter nach., dachte Fuchsjunges. Falls sie etwas gemerkt haben könnte, ließ sie es sich nicht anmerken. >>Jedenfalls, ich habe dich geweckt weil meine, Sturm- und Schattenjunges' Schülerzeremonie gleich beginnt,<<, fuhr die getupfte Kätzin fort. >>und ich will nicht dass du sie verschläfst. Also komm!<< Flockenjunges sprang aus der Kinderstube und Fuchsjunges hinter her. Fieberhaft dachte Fuchsjunges über ihren Traum nach. Sie träumte oft, aber in den Träumen sprach nie eine andere Katze mit ihr. Der Traum war besonders. Und war die Kätzin...
    >>Alle Katzen die alt genug sind um Beute zu fangen, mögen sich hier unter der alten Eiche versammeln!<< Fuchsjunges' Gedanken wurden durch den Ruf unterbrochen. Himmelstern stand auf einem Ast der alten Eiche, auf den Wurzeln saß die Zweite Anführerin Eisflocke. Himmelstern sah mit seinem beruhigendem Blick auf die drei Jungen. >>Ich möchte heute drei junge Katzen zu Schülern ernennen. Flockenjunges, Schattenjunges und Sturmjunges, tretet vor!<<, verkündete er feierlich. Sturmjunges und Flockenjunges stolperten nervös und aufgeregt vor, während Schattenjunges gelassen vortrat. >>Sturmjunges, bevor du deinen Kriegernamen erhältst, sollst du Sturmpfote heißen. Dein Mentor wird Adlerfeder sein. Adlerfeder, ich möchte dass du diesem Schüler alle deine hervorragenden Kampftechniken und Jagdfähigkeiten beibringst und aus ihm einen großen Krieger machst.<<, miaute der Anführer. Ein hellgrauer Kater trat vor, neigte den Kopf und berührte dann mit seiner Nase die von Sturmpfote.
    Nun wandte sich Himmelstern an Schattenjunges. >>Schattenjunges, bevor du deinen Kriegernamen erhältst, sollst du Schattenpfote genannt werden. Olivenauge wird deine Mentorin sein und dir alles beibringen was sie selbst von ihrem Mentor gelernt hatte.<<, fuhr er fort. Eine dunkelbraune Kätzin mit auffälligen, olivgrünen Augen tauschte den Nasengruß mit Schattenpfote aus. Fuchsjunges lächelte und sträubte aufgeregt ihr Fell. Jetzt kommt Flockenjunges dran! Wen sie wohl als Mentor kriegt? Nadelherz? Rosenwolke?, grübelte sie immer noch aufgeregt. Flockenjunges war aber noch aufgeregter.
    >>Flockenjunges! Bevor der Tag kommt, an dem du deinen Kriegernamen kriegst, soll dein Name Flockenpfote lauten! Ich möchte dass Federschwinge deine Mentorin wird. Federschwinge, ich will dass aus Flockenpfote eine hervorragende Kriegerin wird.<<, miaute Himmelstern, und auch Flockenpfote und Federschwinge tauschten den Nasengruß aus.
    >>Schattenpfote! Sturmpfote! Flockenpfote!<<, jaulte Fuchsjunges dranhängend. Die anderen Katzen stimmten mit ein. >>Schattenpfote! Sturmpfote! Flockenpfote!<< >>Schattenpfote! Sturmpfote! Flockenpfote!<< Fuchsjunges lächelte die frisch ernannte Schülerin an, und diese lächelte zurück.

    5
    Kapitel 3

    Der Mond schien über das verlassene Lager. Es raschelte leise in Gebüschen, Ratten oder Mäuse huschten anscheinend hin und her. Der Wind zog durch die Bäume und ließ die Blätter knistern. Viele Blätter lagen auf dem Boden, der Blattfall war an seinen höchsten Punkt angekommen. Dunkle, kleine Gestalten schlichen am Rand des Lagers leise umher. Sie stritten leise miteinander.
    >>Ich finde wir sollten durch den Schmutzplatztunnel aus dem Lager.<<
    >>Nein! Wir sollten einfach blitzschnell durch den normalen Eingang gehen, der Schmutzplatztunnel stinkt!<<
    >>Bist du mäusehirnig oder so? Am Eingang steht Nadelherz Wache! Wir müssen durch den Wall durchschlüpfen!<<
    Fuchsjunges spitzte die Ohren und öffnete ihre Augen. Was war das? Sind Eindringlinge ins Lager eingedrungen?, dachte sie besorgt. Schnell sprang die cremeweiße Kätzin auf und achtete darauf dass ihre Ziehmutter Tropfenfall weiter schlief. Vorsichtig schlich sie aus der Kinderstube, immer weiter auf das Getuschel zu. Wenn der Clan angegriffen wird, muss ich ihn beschützen!
    Und schon sprang Fuchsjunges mit einem Satz durch das hohe Gras und landete auf dem Rücken einer bunt gefleckten Kätzin. Erschrocken brach die Kätzin unter ihr zusammen. Fuchsjunges blinzelte verwirrt. Sie sieht aus wie... >>Lilienjunges!<<, rief sie aus. Auf einmal erkannte sie auch die anderen zwei Gestalten, Bachjunges und Dornenjunges. Ihre Augenpaare leuchteten im Mondlicht. >>Was macht ihr denn hier?<<, miaute Fuchsjunges irritiert. >>Pssst! Du darfst nicht so laut sprechen!<<, zischte Dornenjunges und blickte zum Lagereingang wo Nadelherz mit wachen Augen und gespitzten Ohren saß. Fuchsjunges nickte verständlich. >>Was macht ihr hier?<<, wiederholte sie ihre Frage, dieses Mal deutlich leiser. >>Wir wollen auf Jagd gehen!<<, verkündete Lilienjunges stolz. >>Jetzt?<<, miaute Fuchsjunges überrascht. >>Aber es ist mitten in der Nacht und wir dürfen doch gar nicht das Lager verlassen!<<, fuhr es aus ihr heraus. >>Ja, jetzt, hast du ein Problem damit? Du musst ja nicht mitkommen.<<, sagte Lilienjunges spitz. Bachjunges nickte zustimmend, Dornenjunges blickte sie nur ausdruckslos an und schwieg. Fuchsjunges ergriff ihre Chance sich ihren Geschwistern zu beweisen. >>Nein, ich hab kein Problem damit. Du etwa?<<, erwiderte sie spöttisch. Lilienjunges biss sich auf die Lippen und Bachjunges' Blick verhärtete sich noch mehr. Erleichtert erkannte Fuchsjunges ein Grinsen bei Dornenjunges. >>Ich werde durch den Schmutzplatztunnel gehen.<<, sagte er fest, stolzierte dann zum Tunnel und verschwand darin. Fuchsjunges eilte ihm hinterher. Sie wollte lieber mit ihm alleine sein als mit ihrem anderen Bruder oder ihrer Schwester.
    Dornenjunges bemerkte seine Schwester und sah sie schief grinsend an. >>Das fand ich gerade gut von dir dass du Lilienjunges so schikanierst hast. Dieser arrogante Fellball hat das auch mal verdient.<<, erklärte er. Fuchsjunges lächelte dankbar, und sie erkannte auch ein leichtes, wenn auch klitzekleines Lächeln an seinen Mundwinkeln. Gemeinsam trotteten sie durch den Wall und sahen sich danach nach Bachjunges und Lilienjunges um. Lilienjunges stolzierte wütend aus dem Lagerwall, Bachjunges knapp hinter ihr. >>Also, wo jagen wir?<<, fragte Fuchsjunges fröhlich. Dornenjunges zuckte mit den Schultern, Lilienjunges lief dann plötzlich einfach weiter. >>Verteilt euch!<<, miaute sie noch bevor sie in einem Gebüsch verschwand. Bachjunges hörte sofort auf ihr Signal und huschte zu einem Felshaufen. Dornenjunges tappte erst ein paar Herzschläge später zu einem Laubhaufen. Fuchsjunges schüttelte den Kopf. Sie müssen doch erst ihre Beute erkennen, bevor sie irgendwo hingehen. Vor allem nicht so tapsig., dachte sie und verdrehte die Augen. Dann steckte sie ihre Schnauze in die Höhe und schnupperte. Ein warmer Geruch stieg ihr in die Nase. Maus. Ganz eindeutig Maus. Nur wo war sie?
    Fuchsjunges schnupperte noch einmal und machte die Maus zwischen den Wurzeln eines Ahorns aus. Vorsichtig schlich sie sich an, duckte sich noch tiefer und sprang. Die Maus quiekte erschrocken als die Kätzin auf ihr landete. Fuchsjunges biss zu und merkte dass die Maus schlaff wurde. Wärme durchströmte sie. Sie hatte ihre erste Beute mit 5 Monden gefangen! Dann raschelte es und Lilienjunges und Bachjunges traten aus einem Gebüsch. Und Dornenjunges tauchte wieder aus dem hohen Gras auf. Alle drei hatten keinen Fang. Lilienjunges entdeckte sofort Fuchsjunges' Maus. Ihre Augen wurden zu Schlitzen und sie funkelten kurz vor Eifersucht und Neid. >>Was ist das denn für eine jämmerliche Maus? Das ist ja gar nichts!<<, miaute sie, das eifersüchtige Funkeln war wie vom Erdboden verschluckt, stattdessen leuchtete dort nur noch Spott. >>Da muss ich Lilienjunges zustimmen, deine Maus ist wirklich kümmerlich.<<, stimmte Bachjunges mit ein. Fuchsjunges wollte etwas erwidern als Lilienjunges sie schubste. >>Sogar ich hätte Besseres gefangen, nur ist gerade Blattfall und fast Blattleere und da ist die Beute spärlich. Du hast mir diese Maus weggeschnappt!<<, zischte die bunt gefleckte Kätzin. Bachjunges rempelte Fuchsjunges sogar so heftig an, dass sie hinfiel. Fuchsjunges zuckte beim Aufprall zusammen. Dornenjunges schwieg. >>Na? Willst du dich nicht verteidigen?<<, spottete Lilienjunges. >>Ja! Steh auf und kämpf gegen uns! Sei eine wahre Kriegerin!<<, rief Bachjunges, er grinste wölfisch. Gerade als Lilienjunges auch noch etwas sagen wollte, stürmten Rußkralle, Federschwinge und Flockenpfote aus einem Gebüsch. Bachjunges und Lilienjunges tauschten kurz zwei Blicke und nickten dann kaum merklich. Beide grinsten. Flockenpfote schnupperte besorgt an Fuchsjunges. >>Alles okay Fuchsjunges?<<, fragte sie. >>Ja, alles okay.<<, murmelte Fuchsjunges zur Antwort und rappelte sich auf. Rußkralle sah mit lodernden Augen auf Fuchsjunges. >>Was dachtest du dir dabei Fuchsjunges?<<, knurrte er. >>Wieso gehst du aus dem Lager und gehst jagen?<<, fuhr er sie wütend an und deutete auf ihre erbeutete Maus. Flockenpfote mischte sich ein. >>Und was ist mit Lilienjunges und Bachjunges und Dornenjunges? Die sind auch außerhalb des Lagers!<<, verteidigte sie ihre Freundin. Lilienjunges hob empört ihren Schweif in die Höhe. >>Wir sind nicht ohne Grund hier! Wir haben Fuchsjunges verfolgt um zu verhindern dass sie jagen geht!<<, rief sie aus. Bachjunges nickte, Dornenjunges hielt sich zurück. Federschwinge und Flockenpfote tauschten zwei Blicke, die zeigten, dass sie ihnen nicht glaubten. Rußkralle blickte stolz auf seine zwei Jungen. >>Das habt ihr gut gemacht. Aber statt selbst das zu machen, hättet ihr einen Krieger holen sollen.<<, miaute er mit strengem, aber liebevollem Blick. >>Wir wollten dich stolz machen!<<, maunzte Bachjunges. Rußkralles Blick wurde weich und er lächelte. Aber als er sich zu Fuchsjunges drehte, wurde sein Blick hart und sein Lächeln verschwand. >>Das war eine falsche Entscheidung, Fuchsjunges. Ich werde Himmelstern von deiner unklugen Tat berichten und ihn bitten, noch zwei Monde bis zu deiner Schülerernennung zu warten, dass du lernen kannst, Regeln zu befolgen.<<, sagte er kühl und grinste dabei. Fuchsjunges erstarrte vor Schreck. Was! Das darf nicht sein! Nein!

    6
    Kapitel 4

    Es war tiefste Nacht. Eine Neumondnacht. Man konnte die eigenen Pfoten gar nicht vor sich sehen. Der Wind fuhr durch Fuchsjunges' Fell. Die Blätter der Bäume raschelten und flogen rasch zu Boden. Der Blattfall schien nicht aufhören zu wollen. Fuchsjunges tigerte vor der Kinderstube nervös auf und ab. Ihre Freundin, Flockenpfote saß ruhig neben ihr. >>Fuchsjunges, beruhig dich. Schlaf lieber ein wenig, statt dir darüber Gedanken zu machen, was Himmelstern machen wird.<<, miaute die weiß getupfte Kätzin sanft. >>Ich werde eh nicht schlafen können! Was ist wenn Himmelstern sich dafür entscheidet, nicht zur Schülerin zu machen? Was mach ich dann?<<, erwiderte sie giftiger als sie es wollte. Flockenpfote zuckte leicht gekränkt zusammen, wog aber mit dem Schweif ab. >>Wenn Himmelstern sich wirklich dafür entscheiden würde, müsste er ein riesiger Narr sein, eine so begabte Jägerin wegzuwerfen. Nicht viele Jungen fangen Beute, wenn sie sich raus schleichen.<<, erklärte sie ruhig. Fuchsjunges wollte widersprechen, fand aber nichts womit sie es konnte. Sie betrachtete den Umriss ihrer Freundin nachdenkend. >>Vielleicht hast du Recht. Vielleicht ist Himmelstern jedoch ein Narr.<<, seufzte sie. Flockenpfote lächelte. >>Komm, leg dich schlafen, du solltest morgen fit sein, falls du zur Schülerin ernannt werden solltest.<<, flüsterte sie. Fuchsjunges konnte trotz der Dunkelheit immer noch Flockenpfote's große, blaue Augen erkennen. Sie leuchteten freundlich. Missmutig gab Fuchsjunges auf, nickte und tappte in die Kinderstube. Sie legte sich in ihr Nest und schien irgendwann eingeschlafen zu sein, weil ein Ruf sie am Morgen weckte.
    >>Fuchsjunges komm! Deine Geschwister werden zu Schülern ernannt!<<, rief Tropfenfall. Also werde ich doch keine Schülerin? Mäusedreck..... Was soll ich denn jetzt die ganze Zeit machen alleine in der Kinderstube?, dachte Fuchsjunges enttäuscht. Langsam schleppte sie sich vor die Kinderstube und beobachtete ihre Geschwister wie sie mit frisch geputzten Pelzen bei den Anderen saßen.
    >>Dornenjunges, Lilienjunges und Bachjunges! Tretet vor!<<, rief Himmelstern. Die Jungen stolperten aufgeregt vor. >>Ihr drei seid nun alt genug, um Schüler zu werden. Lilienjunges, bevor du deinen Kriegernamen erhältst sollst du...<<, fuhr der Anführer fort, doch Fuchsjunges hatte sich der Versammlung abgewandt und ist in die Kinderstube getrottet.
    Wieso nur war ich so mäusehirnig gewesen? Warum hatte ich gedacht, dass ich endlich ein wenig Respekt von meinen Geschwistern bekommen würde? Das war so durchschaubar und klar! Natürlich haben sie mir eine Falle gestellt! Sie nutzen ja jede Möglichkeit, wo ich etwas falsch mache oder etwas Verbotenes tue! Fuchsjunges du dummer Fellball! Dummer Fellball, dummer Fellball und noch einmal dummer Fellball! Weil du so mäusehirnig warst, wirst du jetzt nicht Schüler!, dachte sie wütend, halb auf ihre Geschwister und halb auf sich selbst.
    >>Bachpfote! Lilienpfote! Dornenpfote!<<, ertönten draußen die Willkommensgrüße. Fuchsjunges tappte traurig aus der Kinderstube und sah zu ihren Geschwistern. Samtfell stand bei Lilienpfote, Rostpelz bei Bachpfote und bei Dornenpfote stand Finsterklaue. Das waren also ihre Mentoren, aha. Rußkralles Gesicht strahlte vor Stolz und Triumph, dass alle seine Jungen zu Schülern ernannt wurden und Fuchsjunges nicht. Gerade als alle Katzen gehen wollten, fing Himmelstern an zu sprechen: >>Ich möchte noch etwas verkünden.<<
    Alle Katzen setzten sich wieder hin und blickten neugierig ihren Anführer an. Himmelstern neigte dankbar den Kopf. >>Heute sollen nicht nur drei Katzen zu Schülern ernannt werden, sondern vier. Fuchsjunges, komm her.<<, verkündete er schließlich. Sanft blickte er zur Kinderstube und direkt in Fuchsjunges' Augen. Erschrocken zuckte Fuchsjunges zusammen. Mit großen Augen tappte sie langsam vor zur alten Eiche. Unangenehm kribbelte Fuchsjunges' Pelz unter so vielen überraschten Blicken. Bachpfote und Lilienpfote sahen sie wütend mit offenen Mäulern an. Auch Rußkralles Augen funkelten wütend. Himmelstern räusperte sich. >>Fuchsjunges, zwar hast du dich aus dem Lager geschlichen, aber hast trotzdem wahres Potenzial erwiesen, indem du diese Maus ohne Jagdfähigkeiten gefangen hast. Fuchsjunges, bevor du deinen Kriegernamen bekommst, sollst du Fuchspfote heißen. Dunkelschatten, du sollst ihre Mentorin werden. Ich verlange von dir dass du deiner Schülerin all deine Kriegererfahrungen und deine Treue zum Clan beibringst.<<, miaute er und sah Dunkelschatten ernst an. Diese nickte leicht und tauschte dann mit Fuchspfote den Nasengruß aus. Völlig überrumpelt und dankbar sah die frisch ernannte Schülerin zu Himmelstern. Dieser lächelte freundlich. >>Fuchspfote! Fuchspfote! Fuchspfote! Fuchspfote!<< Erfreut hörte sie die Rufe ihrer Freunde, und noch viel wichtiger, Dornenpfote rief mit. Sie ignorierte die bösen Blicke von ihrem Vater, Lilienpfote und Bachpfote und lächelte glücklich.

    7
    Kapitel 5

    Fuchspfote stand neben Dornenpfote, Lilienpfote und Bachpfote gegenüber. Gegenseitig brüllten sie sich an und fauchten sich an. Auf einmal springt Lilienpfote Dornenpfote an und fährt mit ihren Krallen quer über sein Gesicht. Verzweifelt versuchte Fuchspfote sie zu stoppen, mit ihr zu reden, aber irgendwie war sie am Boden angewurzelt und der Mund blieb trotz allem geschlossen. Nein! Lilienpfote hör auf! Lass ihn in Ruhe!, dachte die cremeweiße Kätzin schockiert. Lilienpfote hob ihre Pfote in die Luft zum finalen Schlag.
    >>Fuchspfote! Fuchspfote!<<, rief eine Stimme. Schweißgebadet erwachte sie und sah sich erschrocken um. Vor ihr stand mit besorgt leuchtenden Augen Sturmpfote. >>Du hast im Traum geschrieen...<<, murmelte er. Fuchspfote schüttelte sich kurz. >>Ich hatte einen Albtraum, weiter nichts.<<, antwortete sie, immer noch ein wenig geschockt wegen dem Traum. Sturmpfote zögerte. >>Okay... Dann komm. Dunkelschatten wartet auf dich. Sie will dir das Territorium zeigen.<<, fuhr er schließlich fort. Heiliger SternenClan! Mein erster Tag als Schülerin und ich mach ihn jetzt schon kaputt!, dachte Fuchspfote entsetzt. Schnell putzte sie ihren Pelz und eilte dann zusammen mit Sturmpfote aus dem Schülerbau. Stolpernd blieb sie beim Lagereingang stehen. Dunkelschatten und Adlerfeder saßen dort ruhig und Samtfell lief wütend auf und ab. Als die beiden Schüler kamen und sie stehen. Ihre Augen glühten. >>Du bist viel zu spät, Fuchspfote!<<, tadelte sie. Widersprechend hob Dunkelschatten ihren Schweif. >>Es ist ihr erster Tag als Schülerin, Samtfell. Sie muss sich erst daran gewöhnen, so früh schon wach zu sein.<< erwiderte sie. Samtfell zuckte mit den Ohren. >>Meine Schülerin war zumindest pünktlich. Nicht wahr Lilienpfote?<<, spottete sie und sah triumphierend auf etwas neben ihr. Und schon war dieses etwas mit geschwollener Brust vorgetreten, ein arroganter Fellball! Lilienpfote!
    Dunkelschatten verdrehte nur die Augen. >>Jetzt kommt einfach, lasst uns endlich losziehen.<<, miaute sie genervt. Sofort zischte Samtfell los, Lilienpfote wie ein braves Schoßhündchen hinter ihr. Adlerfeder grinste nur schief, während Dunkelschatten immer noch genervt schien. Die zwei Mentoren liefen den anderen nach, während Sturmpfote und Fuchspfote das Schlusslicht bildeten. Lächelnd betrachtete Fuchspfote die Umgebung. Erst jetzt fiel ihr auf, wie schön ihr Territorium eigentlich war. Der grüne Wald, wo die Vögel zwitscherten. Die bunten Blumen, die fröhlich im Wind tanzten. Der Fluss, der in der Ferne rauschte. Als sie sich mit ihren Geschwistern aus dem Lager geschlichen hatte, war ihr das gar nicht aufgefallen. Wahrscheinlich war sie zu aufgeregt gewesen.
    Sturmpfote betrachtete Fuchspfote nachdenklich. Dieser fiel es auf. >>Worüber denkst du nach?<<, fragte sie schließlich. Er grinste schief. >>Ich kann einfach nicht glauben, dass du mit Lilienpfote verwandt sein kannst. Dass sie auch deine Wurfgefährtin ist, noch weniger.<<, erklärte er schmunzelnd. Fuchspfote grinste schief zurück. >>Ja, das kann ich auch nicht glauben.<<, antwortete sie. Dunkelschatten drehte sich um. >>Fuchspfote, wir gehen jetzt zur Mooskuhle. Dort werden Adlerfeder und Sturmpfote uns verlassen um mit Olivenauge und Schattenpfote zu trainieren.<<, erklärte sie. Fuchspfote stöhnte leise. Och nö! Wenn Sturmpfote geht bin ich ja ganz allein mit Lilienpfote..., dachte sie frustriert. Als sie in der Mooskuhle ankamen, Samtfell den Schülerinnen erklärte, dass sie in Zukunft hier trainieren werden und Fuchspfote sich von Sturmpfote verabschiedet hatte, gingen sie weiter zum Wolkenbaum. Der Wolkenbaum war eine riesige, uralte Eiche. Ihre Krone bedeckte einen ziemlich großen Fleck des Waldes. >>Der Wolkenbaum ist ein guter Platz zum Jagen da viele Eichhörnchen ihn bewohnen. Jetzt zeigen wir euch die Tigerklaue. Das sind Felsen, eine jedoch ist so geformt wie eine Klaue. Auch dort lebt viel Beute, besonders Eidechsen.<<, miaute Dunkelschatten. Während sie zur Tigerklaue liefen, langweilte Lilienpfote sich natürlich sofort. Also erzählte Samtfell eine Geschichte. >>Eine alte Legende besagt, dass es mal einen Schüler namens Tigerpfote gab, der eine Riesenschlange bei der Tigerklaue getötet hatte. Tigerpfote ging zu einem Felshaufen um sich dort zu sonnen. Jedoch fand er dort aber eine riesengroße Schlange, die anscheinend größer war als der Wolkenbaum. Tagelang kämpfte Tigerpfote mit ihr, er war tapfer und hielt sich gut. Aber eines Tages schienen seine Kräfte aus zu gehen. Doch durch irgendein Wunder bekam er solche Kraft, dass er aus dem Felshaufen heraus eine Felsklaue. Mit der Felsklaue erstach Tigerpfote die Riesenschlange. Der Clan ehrte ihn und gab der Felsklaue den Namen Tigerklaue.<<, sagte Samtfell feierlich. Lilienpfotes Langeweile schien wie weggeblasen, denn jetzt leuchteten ihre Augen erfreut. Auch Fuchspfote war ganz aufgeregt. Doch eines verstand sie nicht. >>Wenn Tigerpfote fast zu Grunde ging, woher hatte er dann die neue Kraft?<<, fragte sie verwirrt. Samtfell schmunzelte. >>Das weiß man nicht. Manche Katzen aber munkeln, dass der SternenClan ihm die Kraft gegeben hat. Anscheinend sollen noch immer Nachfahren der Riesenschlange an der Klaue leben.<<, antwortete sie und schloss damit das Thema. Als sie an der Tigerklaue ankamen, fing Dunkelschatten wieder an zu reden. >>Kommt der Tigerklaue nicht zu Nahe. Geht nur näher ran, wenn ihr Eidechsen riecht. Und auch nachdem ihr die Eidechse gefangen habt, verschwindet ihr sofort.<<, sagte sie ernst. Auf keinen Fall wollte sie Schlangenbisse sehen. Fuchspfote nickte sofort, Lilienpfote erst etwas später. Neugierig machte Fuchspfote einen Schritt näher an die Tigerklaue, vorsichtig und bedacht daran, dass Schlangen hier leben könnten. Tatsache, die Tigerklaue war wirklich ein Fels, der geformt war wie eine Klaue. Man könnte sogar meinen, dass sie wirklich von einem Tiger stammt. War das Zufall oder?
    Bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, sprach Samtfell wieder los. >>Wir zeigen euch jetzt die Grenzen, aber wir müssen ein bisschen weiter laufen.<< Die Mentorinnen liefen voraus und fingen eine Unterhaltung an. Lilienpfote grinste. Fuchspfote sah sie warnend an. Stell jetzt ja nichts an. Doch ihre Schwester ignorierte sie und rannte lautlos weg, nachdem sie sich sicher war, dass die Mentoren abgelenkt genug waren. Fuchspfote sah noch einmal bedauerlich zu den Mentoren. Dann stürmte sie ebenfalls lautlos Lilienpfote hinterher. Schnell hatte Fuchspfote Lilienpfote eingeholt, dafür war die bunte Kätzin einfach zu langsam. Als Fuchspfote erschrak augenblicklich als sie erkannte wohin Lilienpfote rannte. Zur Tigerklaue! Als die Schwestern an dem Felshaufen stehen geblieben sind, starrte Fuchspfote Lilienpfote entgeistert an. >>Heiliger SternenClan! Wieso bist du hierher gerannt?<<, fuhr sie ihre Schwester schockiert an. Lilienpfote grinste jedoch selbstsicher, Fuchspfote neigte allerdings zum Wort "selbstverliebt" oder "von sich überzeugt".
    >>Ich will nur nachschauen, ob hier wirklich Schlangen leben!<<, antwortete Lilienpfote und ihr Blick war so unschuldig, dass Fuchspfote übel wurde. Wie konnte man so eingebildet sein? Jedoch gab sie seufzend nach. Immerhin war Lilienpfote ihre Wurfgefährtin und Fuchspfote wollte nicht dass sie sich irgendwie verletzte. >>Na gut. Aber nachdem wir geschaut haben ob es welche gibt, manchen wir in Zukunft nie mehr so einen Fuchsdung, okay?<< Lilienpfote nickte schnell und verschwand dann auch schon zwischen den Felsen. Mit einem mulmigen Gefühl tappte nun Fuchspfote um die Felsen. Dass das hier schlecht enden würde, konnte sie gar nicht anders sehen.
    Als die Schwestern sich jedoch nach einer Weile wieder trafen und alles abgesucht hatten, grinste Lilienpfote wieder so arrogant. >>Ha! Ich wusste doch das die lügen! Hier gibt es keine Schlangen!<<, prahlte sie. Fuchspfote wollte setzte an etwas zu sagen als die Schülerinnen plötzlich ein wütendes Zischen hörten.
    Augenblicklich wirbelte Fuchspfote herum, nur um dann direkt in ein boshaftes, gelbes Auge zu starren. Die Schlange schnappte flink zu, aber Fuchspfote war schneller und wich dem Biss aus. Lilienpfote stieß einen spitzen Schrei aus. Erst jetzt konnte Fuchspfote das Biest genauer betrachten. Es war eine große, viel größer als sie und Lilienpfote, braungraue Schlange. Ihre gelben Augen schienen Fuchspfote mit ihrer Boshaft erstechen zu wollen. Sie zischte, deutlich wütend. Offensichtlich hatten Fuchspfote und Lilienpfote sie gestört. Mit ihren tödlichen Bissen drängte die Schlange die Schülerinnen in eine Felswand. Sie zeigte keinerlei Erbarmen. Fuchspfote schluckte hart bevor sie einen Blick zu ihrer Schwester riskierte. Erleichtert atmete sie aus als sie keine Bisse an ihr erkennen konnte. Jedoch konnte sie die Todesangst sehen, jedoch auch riechen und spüren, als das Biest nach ihr schnappte und sie mit einem weiteren spitzen Schrei Beiseite sprang und sich völlig verzweifelt an die Felswand presste. Fuchspfote zwang sich dazu, wieder in die Augen des Grauens zu blicken. Das also war ihr Ende? Sie spürte wie ihr Atem immer schneller und flacher wurde, ihr Pelz sich angstvoll sträubte und sie ihre Krallen ausfuhr um bis an ihr Lebensende zu kämpfen. Die Schlange kam immer näher. Bald konnten sie nicht mehr ausweichen. Dass sie so starb, hätte Fuchspfote nie gedacht. Die Schlange schnappte wieder zu, knapp konnte Fuchspfote noch ausweichen. Ihr Herzschlag wurde innerhalb dieser kurzen Zeit so schnell, dass ihr schwindelig wurde. Neben sich konnte sie Lilienpfotes leise schluchzen hören. Das Blut rauschte immer lauter in ihren Ohren, bis sie Lilienpfotes Schluchzen nicht mehr hörte und ihre Ohren sich fühlten als ob sie gleich explodieren würden.
    Fuchspfote sah hinauf zum Abendhimmel, der sich durch das Blätterdach bahnte. Werde ich dort auch sein? Als Mitglied des SternenClans? Oder darf ich nicht, weil ich meine Mutter getötet habe?, dachte sie, hoffnungsvoll und verbittert zugleich. Dann schloss sie ihre Augen und wartete auf den brennenden Schmerz des Todes.

    8
    Kapitel 6

    Der Blattfall hatte sich gelegt. Doch jetzt kam eine kalte und harte Blattleere. Himmelstern sah auf seinen Clan und zählte kurz die Katzen durch. Dann nickte er und zischte aus dem Lager. Die restlichen Katzen stürmten ihm hinterher. Fuchspfote rannte am Schlusslicht, neben ihr Flockenpfote und Sturmpfote. Neben Sturmpfote sprinteten Schattenpfote und Dornenpfote.
    Lächelnd sprang Fuchspfote über einen umgestürzten Baumstamm. Sie freute sich auf ihre erste große Versammlung. Der Clan versammelte sich immer jeden Vollmond in der Kristallhöhle. Der Anführer verkündet immer das Neueste aus dem Clan und dann darf jede Katze die will etwas sagen. Bachpfote hatte bereits Weißen Husten, genau wie Sonnenpfote und Distelstich. Lilienpfote kam nicht mit da sie die Morgenpatrouille hat ausfallen lassen und sie hat Melissenpfote nicht geholfen Kräuter zu sammeln und hatte somit Samtfells, Schwarzschweifs und Eisflockes Befehle missachtet. Dunkelschatten kam auch nicht mit, ihre Pfote war verletzt. Sie und Samtfell hatten Fuchspfote und Lilienpfote vor dem Schlangenangriff vor ein paar Tagen gerettet, dabei jedoch hatte die Schlange ihr in die Pfote gebissen. Erst seit gestern war sie wieder gesund vom Schlangengift, musste aber noch ein paar Tage im Heilerbau bleiben da ihre Pfote noch nicht ganz verheilt ist.
    Als der Clan in der Kristallhöhle ankam, klappte Fuchspfote sofort der Kinnladen runter. >>Heiliger SternenClan! Das ist ja wunderschön!<<, staunte sie verzaubert. Von der Decke hingen schwere, etwas dunklere Kristalle. Auch aus dem Boden ragten edle Kristalle. Jedoch strahlten diese hell und schimmerten bläulich. Es gab kleine Teiche und Pfützen da Wasser an den Kristallen abperlte. Flockenpfote und Sturmpfote grinsten amüsiert, Dornenpfote unterhielt sich angeregt mit Schattenpfote. Dann ertönte ein lautes Räuspern, die Gespräche erloschen und alle sahen neugierig auf. Himmelstern sah warm auf seinen Clan, er stand auf einem Felsen, jedoch ähnelte er einem Kristall.
    >>Seit dem Schlangenangriff vor ein paar Tagen, hat sich der Clan gut erholt. Dunkelschatten wurde gestern wieder gesund, muss jedoch wegen ihrer Pfote noch etwas bei Schwarzschweif bleiben. Solange bis Dunkelschatten nicht da ist, wird Fuchspfote von Eisflocke unterrichtet.<<, verkündete Himmelstern. Fuchspfote lächelte unwillkürlich. Sie freute sich, dass Himmelstern immer noch so viel Vertrauen in sie steckt, dass er seine Zweite Anführerin zu ihrer zeitweiligen Mentorin macht.
    >>Gut. Jetzt darf jeder hier hochkommen und seine Sorgen aussprechen, wenn er welche hat.<<, mit diesen Worten sprang Himmelstern von Kristallfelsen und setzte sich neben Eisflocke. Kleinvogel sprang auf den Kristallfelsen und wirkte etwas schüchtern. Himmelstern nickte ihr aufmunternd zu und lächelte. Kleinvogel lächelte zurück. >>Also... Ich ... Ich mache mir Sorgen, dass der Clan zu wenig Beute hat. Da der lange Blattfall schon fast die gesamte Beute verscheucht hat, wie wird es jetzt in der Blattleere aussehen? Die Blattleere wird vielleicht genauso lang, oder noch länger sein. Was ist dann?<<, miaute sie, anfangs recht stotternd doch gegen Ende mit fester Stimme. Unruhiges Gemurmel ging durch den Clan. Auch Fuchspfote hatte darüber nachgedacht. Wenn die Blattleere genauso lang wird wie der Blattfall, dann könnte die Nahrung wirklich knapp werden. Himmelstern erhob sich. >>Der Clan ist stark. Wir sind jetzt gut genährt und das wird auch so bleiben da wir hervorragende Jäger haben!<<, sagte er, fest entschlossen. Kleinvogel zögerte, sprang dann aber runter. Stattdessen stand nun Rosenwolke auf dem Kristallfelsen. Sie strahlte glücklich. Fuchspfote musterte sie misstrauisch.
    >>Ich erwarte Junge von Nadelherz!<<, verkündete sie aufgeregt und lächelnd. Fuchspfote vergaß sofort ihr Misstrauen und lächelte warm. Wie schön! Junge sind so süß! Und der Clan braucht immer neue Krieger... Ob ich selbst mal Junge bekomme?, dachte sie und sah unwillkürlich zu Sturmpfote. Zu ihrer Überraschung blickte er sie gerade auch direkt an, mit der gleichen Überraschung. Jedoch lächelte er danach, und auch Fuchspfote lächelte zurück. Dann wurden sie aber von Schwarzschweif unterbrochen, der etwas steif auf dem Kristallfelsen stand. Der Clan sah den Heiler aufmerksam an. Schwarzschweifs Blick war verfinstert.
    >>Der SternenClan hat gesprochen. Er sprach eine Prophezeiung, von der ich denke das Sichelpfote wieder zurück kommen wird.<<, verkündete er. Es herrschte Stille in der Kristallhöhle. Zwar war es schon davor komplett still, jedoch war dieses Mal jede Katze erstarrt.
    Fuchspfote spürte wie alle Blicke sich auf sie richteten. Was hatte das zu bedeuten? Und wer ist Sichelpfote? Hilfesuchend sah sie zu Flockenpfote, diese sah jedoch gedankenverloren ins Leere. Also sah die cremeweiße Kätzin zu Sturmpfote. Doch dieser erwiderte nur kurz den Blick ausdruckslos, bevor er sofort mit trübem Blick auf den Boden starrte. Verzweifelt sah sie schließlich zu ihrem Bruder. Doch Dornenpfote blickte sie ebenso verwirrt und hilflos an. Fuchspfote sah erneut zu Schwarzschweif.
    Offensichtlich sind Dornenpfote und ich die einzigen die keine Ahnung haben, wer Sichelpfote ist. Und dann muss es auch noch was mit mir zu tun haben. Aber was, heiliger SternenClan?, dachte sie überfordert. Himmelstern zischte erbost und das Getuschel verstummte. >>Selbst wenn Sichelpfote zurück kommen würde, könnte sie uns niemals schlagen. Wir sind in der Überzahl, stark und gut genährt!<<, sagte er laut, stark gereizt. Sofort hörte man einzelne Rufe.
    >>Aber was ist wenn Sichelpfote Streuner mitbringt um gegen uns zu kämpfen?<<
    >>Gut genährt? Das ich nicht lache!<<
    >>Der Wald der Finsternis trainiert sie sicher!<<
    >>Sie hat bestimmt irgendeine Gabe!<<
    >>Ich hab Angst!<<
    Himmelstern sah vollkommen überfordert auf seinen angsterfüllten, aufgebrachten und aus der Kontrolle geratenen Clan. Eisflocke brüllte laut und sofort wurde alles still und der Clan sah geschockt auf die schwarze Kätzin. Dankbar blickte Himmelstern seine Zweite Anführerin an. >>Wir besprechen dieses Thema wann anders. Nun lasst uns zurück ins Lager gehen.<<, mit diesen Worten verließ der Clan die Kristallhöhle. Fuchspfote hatte auf dem Rückweg immer wieder ihre Freunde gefragt, wer Sichelpfote war. Jedoch hatten sie immer abgelehnt. Jetzt ließ sich Fuchspfote im Schatten des Schülerbaus fallen und starrte wütend, erschöpft und hilflos auf den Stein vor ihr.
    Sie lag dort sicher schon ewig lang als auf einmal zwei Pfoten in ihr Sichtfeld traten. Die Pfoten waren weiß, und als Fuchspfote ihren Blick immer weiter nach oben gleiten ließ, erkannte sie goldene Flecken auf dem Fell und sah dann direkt in Melissenpfotes grüne Augen. >>Was willst du?<<, fuhr Fuchspfote die Heilerschülerin genervt an. Melissenpfote zuckte nicht zurück. >>Dir erzählen, wer Sichelpfote ist und wieso jeder Angst vor ihr hat.<<, erklärte sie seelenruhig. Fuchspfote sah sie überrascht an, spitzte aber ihre Ohren. Melissenpfote seufzte kurz. >>Sichelpfote war eine hervorragende Schülerin. Sie machte Eisflocke ganz stolz. Ja, sie war die Schülerin der Zweiten Anführerin. Himmelstern wollte ihr gerade ihren Kriegernamen geben als... als Schwarzschweif kam. Mein Mentor hatte gesagt er habe eine Prophezeiung vom SternenClan erhalten. Er träumte von einer cremeweißen Kätzin, die Pfoten voller Blut und vor ihr der Leichnam von Himmelstern. Um sie herum lag noch der restliche Clan leblos. Als sie zu Schwarzschweif schaute, hatte er sie an ihrem sichelförmigen, weißen Fleck auf der Stirn und ihren eisblauen Augen erkannt. Sie strahlten voller Kälte und Hass. Schwarzschweif erzählte von seinem Traum und sofort wich jeder Sichelpfote aus. Himmelstern gab ihr nicht ihren Kriegernamen sondern verbannte sie um seinen Clan zu schützen. Seit dem war der Clan immer verschreckt weil sie dachten dass Sichelpfote wieder kommen würde. Doch das tat sie nicht. Kurz vor deiner Geburt hatte sich der Clan erst wieder vollkommen beruhigt. Aber als dann deine Mutter bei deiner Geburt starb...<<, erzählte die Heilerschülerin, doch dann stockte sie. Fuchspfote sah sie erwartungsvoll an, völlig erstaunt über das was sie bisher erzählt hatte. Was war mit ihrer Mutter? Sie wollte es unbedingt wissen!
    >>Wachholderblüte, deine Mutter, ist auch die Mutter von Sichelpfote gewesen...<<, endete Melissenpfote. Fuchspfote sah sie schockiert an. Was? Das kann nicht sein! Niemals! Sichelpfote war wirklich ihre Schwester?

    9
    Kapitel 7

    Fuchspfote rannte. Sie rannte um ihr Leben. Als sie vorhin erwachte, war vollkommene Dunkelheit um sie. Doch dann hatte sie einen Schrei gehört, wessen wusste sie nicht, doch er gehörte einer Kätzin. Dann hatte sie Schritte gehört die in ihre Richtung liefen, trabten und schließlich rannten.
    Fuchspfote hörte noch einen Schrei. Und noch einen. Und noch einen... Sie legte ihre Ohren an, in der Hoffnung den schmerzerfüllten Schreien zu entgehen. Das gelang ihr jedoch nicht. Als sie die Schreie deutlicher hörte, erkannte sie die Katzen die so schmerzerfüllt jaulten. Flockenpfote. Sturmpfote. Schattenpfote. Dornenpfote. Dunkelschatten. Adlerfeder. Melissenpfote.
    Fuchspfote brüllte, völlig verzweifelt und hilflos. >>Wo seid ihr? Ich kann euch nicht finden! Sturmpfote! Dunkelschatten!<< Dann stolperte sie über etwas und stürzte hart. Als sie mühsam ihre Augen öffnete, überkam sie ein brennender Schmerz. Sie sah zu ihrem Bein. Es war in einem unnatürlichen Winkel verdreht. Sofort biss sich Fuchspfote auf die Zähne um nicht aufzujaulen. Dann sah sie zu dem Ding, über was sie gestolpert, gestürzt und schließlich so verletzt war. Als sie es erkannte, war sie völlig geschockt.
    Vor ihr lag eine leblose, cremefarbene Kätzin mit roter Tigerung. Ihre schönen, waldgrünen Augen starrten leer in die Luft. Sie war voller Blut. Und als Fuchspfote kurz überlegte wer das war, fiel es ihr urplötzlich ein.
    Sie jaulte schmerzerfüllt und trauervoll. Die Kätzin die vor ihr lag war ganz eindeutig die Kätzin aus ihren Träumen. Die Kätzin, bei der sie sich immer sicher und geborgen fühlte. Eine starke Kriegerin und liebevolle Königin. Wachholderblüte. Ihre Mutter...
    Als Fuchspfote sich nach einer Weile schluchzend erhob, war sie noch mehr geschockt. Überall lagen Leichname ihrer Freunde. Flockenpfotes geschmeidiger Körper, Dornenpfotes strahlender, goldbrauner Pelz, Schattenpfotes außergewöhnliche Größe, Sturmpfotes muskulöser Körper, Melissenpfotes grüne Augen, die immer so freundlich und warm waren, die jetzt nun leer sind, Dunkelschattens lange Beine und ihre unverkennbaren Narben an den Schultern. Alles was Fuchspfote liebte, lag hier nun. Völlig dem Leben geraubt. Getötet. Sofort wusste Fuchspfote wer der Mörder war. Sie hörte Schritte hinter sich und wirbelte augenblicklich herum.
    Vor ihr stand eine schlanke, aber dennoch athletische Kätzin mit cremefarbenem Fell, zerfetztem Ohr, narbenübersäter Schnauze und kalten, eisblauen Augen. Sichelpfote. Ihre weißen Pfoten waren dunkelrot vom Blut der ganzen Katzen die hier lagen getränkt. Fuchspfote entdeckte zwei Augenpaare hinter ihr. Sie erkannte sofort Bachpfotes spöttischen Blick und Lilienpfotes wölfisches Kichern. Jedoch zwang sie sich, ihrer großen Schwester in die Augen zu schauen. Sichelpfote lächelte jetzt, jedoch nicht freundlich oder warm, eher umgekehrt, eiskalt und herzlos.
    >>Warum? Warum... Warum musstest du sie töten? Wieso? Verdammt noch einmal wieso?<<, brüllte Fuchspfote wütend und erschöpft. Sie spürte den Kloß in ihrem Hals, ihre Wangen wo über die getrockneten Tränenspuren erneut Tränen schossen. Verzweifelt schloss sie ihre Augen damit nicht noch mehr Tränen daraus flossen. Dann hörte sie einen Ruf und sie öffnete ihre Augen. Vor ihr stand nicht mehr Sichelpfote sondern Flockenpfote. Fuchspfote starrte ihrer Freundin in ihre großen, hellblauen Augen die besorgt strahlten. Sie hatte fast die gleichen Augen wie Sichelpfote. Aber dennoch beruhigten Flockenpfotes Augen sie und Sichelpfotes jagten ihr nur Angst ein.
    Dann merkte sie dass sie schweißgebadet und völlig außer Atem in ihrem Nest lag. Dazu kam noch dass sie stark zitterte und ihr Pelz gesträubt war. >>Fuchspfote! Heiliger SternenClan! Du hast schon wieder geschrien! Doch dieses mal war es kaum zu ertragen! Und dann hast du dich auch noch irgendwie bewegt, als ob du gerannt wärst. Doch dann hast du dich irgendwie herum gewälzt und dann hat es geknackt. Schau... Schau dir dein Bein an...<<, erzählte Flockenpfote voller Angst und deutete auf ihr Bein. Fuchspfote folgte ihrem Blick und sah ihr unnatürlich gedrehtes Bein. Dann erinnerte sie sich wieder an den Schmerz und stöhnte. Sie war wirklich unpassend gelandet.
    Erst jetzt sah sie sich im Bau um. Lilienpfote und Bachpfote grinsten spöttisch, Dornenpfote sah nur mit zusammen gekniffenen Augen auf ihr Bein, Zapfenpfote sah eher genervt aus, Flockenpfote stand mit sorgenvollem Blick vor ihr. Doch wo war... Sie spürte einen warmen Körper als sich jemand zu ihr legte. Leicht lächelte sie. Sturmpfote. Er stupste sie vorsichtig an. >>Steh auf, du musst in den Heilerbau.<<, miaute er sanft und Fuchspfote gehorchte. Etwas unbeholfen erhob sie sich und humpelte zum Heilerbau, Flockenpfote und Sturmpfote als Stützen. Sturmpfote neigte sich zu ihr und flüsterte in ihr Ohr: >>Dieser Albtraum war schlimmer als die anderen, nicht wahr?<< Fuchspfote nickte mit vor Schmerz verzogenem Gesicht. Als sie im Heilerbau ankamen, ziemlich laut, standen Melissenpfote und Schwarzschweif vor ihnen, sehr wahrscheinlich von ihnen geweckt. Schwarzschweif musterte sie und Melissenpfote sah sie etwas schockiert an. >>Dein Bein ist ausgerenkt Fuchspfote. Das lässt sich aber schnell richten, ich muss es nur schnell einrenken. Melissenpfote, komm her, schau zu und merk dir diese Technik. Flockenpfote und Sturmpfote, haltet bitte Fuchspfote fest, das Einrenken ist ziemlich schmerzhaft.<<, befahl der alte Heiler. Sofort legte Sturmpfote sich etwas auf Fuchspfote, Flockenpfote tat es ihm gleich. Melissenpfote eilte zu Schwarzschweif der schon bei ihrem Bein war. Mehr konnte sie jedoch nicht sehen da Sturmpfote sich in ihr Blickfeld schob und sie fest und lächelnd ansah. Fuchspfote lächelte zurück und schrie dann einmal schmerzerfüllt. Schwarzschweif erhob sich wieder, er hatte ihr Bein gerade eingerenkt. >>Steh mal auf und stütz dich vorsichtig auf deinem Bein ab. Jetzt müsstest du eigentlich fast keine Schmerzen mehr haben.<<, erklärte er und runzelte etwas die Stirn. Sturmpfote und Flockenpfote ließen sie los und Fuchspfote stand etwas schwankend auf. Vorsichtig setzte sie ihre Pfote auf den Boden. Bisher alles gut. Also verlagerte sie ihr Gewicht auch auf das wieder eingerenkte Bein. Nichts. Fuchspfote lächelte erschöpft. Schwarzschweif nickte zufrieden. >>Gut. Sturmpfote und Flockenpfote, geht nun wieder schlafen. Ich werde Fuchspfote noch eine Nacht hier behalten um nach ihrem Bein zu schauen.<<, miaute er. Sofort verließen die anderen Kriegerschüler den Heilerbau.
    Fuchspfote seufzte und ließ sich in einem Nest des Heilerbaus fallen. Melissenpfote lief eilig zu ihr und schob ihr ein paar Kräuter hin. >>Das ist Thymian, gegen den Schock den du erlitten hast. Es überrascht mich dass du so schockiert über dein Bein bist. Aber es ist ja jetzt alles wieder gut. Und das sind Mohnsamen, damit kannst du besser schlafen. Ich leg mich dann mal wieder selbst hin, schlaf gut.<<, erklärte die Heilerschülerin und verschwand auch schon im nächsten Herzschlag.
    Fuchspfote seufzte. Wenn die nur wüsste wieso so sie geschockt war. Schnell schluckte sie die Kräuter runter, machte es sich gemütlich und starrte aus dem Heilerbau. Sie hörte das manchmal unregelmäßige Atmen von Sonnenpfote. Bachpfote und Distelstich hatten sich vom Weißen Husten erholt, der Schüler jedoch nicht und sein Zustand verschlechterte sich Tag für Tag. Melissenpfote war ganz besorgt um ihren kranken Bruder und Patienten. Jetzt dachte Fuchspfote jedoch ständig an ihren Traum. Er war schlimmer und viel stärker. Es hatte sich alles so echt angefühlt! Dann dachte sie an ihr Bein. Es war auch echt... Sonst wäre mein Bein nicht genauso wie im Traum abgewinkelt gewesen... Heißt das... Heißt das, dass Sichelpfote wirklich wieder kommen würde und sie alle töten wird? Aber wieso denn nur, was haben sie ihr getan was ich nicht getan habe?, grübelte sie verzweifelt. Egal wie oft sie alles durch ging, es machte einfach keinen Sinn. Erschöpft schloss sie ihre Augen. Irgendwann schienen die Mohnsamen gewirkt zu haben, denn Fuchspfote war noch etwas länger wach, aber dann hatte die Müdigkeit sie übernommen. Sie schlief traumlos und ahnte immer noch nicht, was eigentlich im Schatten aller Dinge liegt...

article
1486485718
Warrior Cats - Fuchspfotes Schicksal
Warrior Cats - Fuchspfotes Schicksal
In einer Nacht, werden vier Junge geboren. Das Jüngste davon, Fuchsjunges, trifft ein hartes Schicksal. Ihre Mutter stirbt bei ihrer Geburt. Sie wird von ihren Geschwistern verachtet, ja sogar von ihrem Vater. Als dann auch noch ein schrecklicher Unfall...
http://www.testedich.de/quiz46/quiz/1486485718/Warrior-Cats-Fuchspfotes-Schicksal
http://www.testedich.de/quiz46/picture/pic_1486485718_1.jpg
2017-02-07
406A
Warrior Cats

Kommentare (100)

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Morgen (63575)
vor 88 Tagen
Ich freue mich schon auf das neue Kapitel! 💕
Luchsiii (12632)
vor 100 Tagen
Und sorry, bin schon wieder im Urlaub, fahre morgen aber wieder Heim(Habe 8 Stunden Fahrzeit lol RPG-Zeit und FF-Zeit x3) und es ist 01:17 Uhr XD
Luchsiii (12632)
vor 100 Tagen
Ich schreib die Nacht durch, IHR WERDET EIN NEUES KAP KRIEGEN!

Hoffentlich.....
Sonnenfell (91646)
vor 101 Tagen
Wow echt mega schönes neues Kapitel... Ich liebe deine Art zu schreiben!!!
Mondlicht (07660)
vor 103 Tagen
Richtig gut! Weißt du was? Ich bleibe hier einfach sitzen und warte auf das nächste Kapitel. *setzt sich neben einen riesigen Frischbeutehaufen und einen riesigen nassen Moos zum warten* Ich werde ganz geduldig warten! *legt den Schwarz ordentlich um die Pfoten* Wann kommt das nächste Kapitel?
Morgen (69490)
vor 104 Tagen
Ziemlich gut... *anerkennend nick*
Luchsiii (07881)
vor 109 Tagen
Dankööööööö :3 Ich arbeite auch gerade an dem Kapitel wo dieser Schlangenangriff ist
Mara01 ( von: Mara01)
vor 110 Tagen
Alles gut! ^-^ Und das neue Kapitel ist einfach atemberaubend!
Luchsiii (07881)
vor 111 Tagen
Tut mir leid dass ich so lange nichts rausgebracht habe :o Ich war privat beschäftigt und gestern aus dem Urlaub zurückgekommen
Sonnenfell (16345)
vor 117 Tagen
Wann schreibst du weiter? *mit großen Augen zu dir raufblick*
Blütenstern/Froststern ( von: Blütenstern/Frostster)
vor 125 Tagen
Och, luchsii, biiiiiitte schreib noch weiter! *bettelblick*
Fatie &Co (98615)
vor 130 Tagen
Luchsiii, schreibst du noch weiter? Oh, Bitte schreib weiter, ich liebe die Geschichte
Qsxftgb (86786)
vor 135 Tagen
Schreib Bitte weiter *wie wild auf und ab spring* auch drehe sonst noch durch vor lauter Aufregung über das, was noch in die Geschichte kommt *Kettensäge zück* sonst übernehme ich Morgen's Plan und säge dich auseinander *lasse die Kettensäge aufheulen*
Morgen (64469)
vor 139 Tagen
Luchsiii, der Clan der Verstoßen ist so leer... komm bitte mal wieder on! 😀
Luchsiii ( von: Luchsiii)
vor 141 Tagen
Dankeschön :3 Ich bin überraschender Weise schon fast fertig ^.^
Fatie &Co (46604)
vor 141 Tagen
Ich finde den Namen Sichelpfote an sich sehr schön und ich bin meeeegaaaa gespannt wie es weiter geht
Dlzabdzcxcmnvxxdhnn xxhkmbxxxyx12677 $479*:&q (11148)
vor 142 Tagen
Mach Weiter Los Los Los Die Geschichte ist geil und Lilienpfote ist ein Großer Haufen Fuchsdung eine 💗 eine 💗 einfach dum
Sonnenfell (00789)
vor 147 Tagen
Das neue Kapitel ist einfach suuuuuuper! Du schreibst einfach wunderbar!
Morgen (64469)
vor 147 Tagen
*seufz* Die mit ihren Problremen... (xD Schon okay ^^)
Luchsiii ( von: Luchsiii)
vor 148 Tagen
Ich hab ja gesagt ich habe keine Lust... Außerdem habe ich keine Ideen und gerade wirklich wenig Zeit wegen Volleyball, Malteser, Schule, Nachmittagsschule, Familiäres Problem und schreibe jetzt dann noch so um die 5 Arbeiten und muss dafür lernen :/